Warum driftet Deutschland nach rechts?

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Warum driftet Deutschland nach rechts?

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Woppadaq
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon Woppadaq » So 7. Jan 2018, 13:51

DarkLightbringer hat geschrieben:(07 Jan 2018, 10:53)

Die Partei "Linke" behauptet zuweilen, eine Art bessere SPD zu sein, was ja nicht ganz stimmt.


Die Linke ist eher die bessere SPD als die AfD die bessere CDU ist. Aussagen tut das noch nichts. Man könnt genauso sagen, die FDP ist die bessere FPÖ.

Sie hat das Godesberger Programm von 1959 noch nicht mal ansatzweise erreicht.


Vielleicht behauptet die Linke gerade deswegen, dass sie die bessere SPD ist ? Vilelleicht verortet sie sich deutlicher links als es die SPD tut, wo ja auch ein Sarrazin oder Buschkowsky noch bleiben darf?

Die MLPD sagt, Putins Imperialismus würde auch Faschisten unterstützen. Eine wohlmeinende Anwaltsnähe oder -Distanz ist das nicht gerade. ;)


Die wohlmeinende Anwaltsnähe ist die Näher der Linken zu Putin. Eine Bundesregierung, die Janukowitsch unterstützt, der wiederum ukrainische Faschisten unterstützt, ist ungefähr dasselbe.
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DarkLightbringer
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon DarkLightbringer » So 7. Jan 2018, 14:30

Woppadaq hat geschrieben:(07 Jan 2018, 13:51)

Die Linke ist eher die bessere SPD als die AfD die bessere CDU ist. Aussagen tut das noch nichts. Man könnt genauso sagen, die FDP ist die bessere FPÖ.
Die Linke gehört zu den Rändern und die FPÖ wäre in DE die AfD. Die Ränder stellen natürlich immer eine Insel für Ausweichwähler dar, aber die Mitte kann sozusagen nicht auf Kontinentalangebote verzichten.

Vielleicht behauptet die Linke gerade deswegen, dass sie die bessere SPD ist ? Vilelleicht verortet sie sich deutlicher links als es die SPD tut, wo ja auch ein Sarrazin oder Buschkowsky noch bleiben darf?
Eine regierungsfähige und republiknahe Volkspartei kann sich nicht an 1958 orientieren, das wäre zu exotisch. Die Linke kann das aber schon, so wie sich die MLPD für die eigentliche und natürlich für die bessere Linke hält.

Die wohlmeinende Anwaltsnähe ist die Näher der Linken zu Putin. Eine Bundesregierung, die Janukowitsch unterstützt, der wiederum ukrainische Faschisten unterstützt, ist ungefähr dasselbe.
Janukowitsch befindet sich im russischen Exil. Die Bundesregierung respektiert das Selbstbestimmungsrecht der Ukraine und unterstützt die internationalen Bemühungen um einen Waffenstillstand.
Die Linke hat die Revolution (neuerer Prägung) verpasst, wie eine russ. Historikerin meint, der Postkommunismus ist damit zu Ende gegangen.
Es ist gleichermaßen bezeichnend wie auch ironisch, dass die heutige deutsche Linke die russische Reaktion weit weniger kritisch betrachtet als seinerzeit die SPD den Zaren. Oder andersherum formuliert, die SPD von 1915 wäre die bessere Linke.
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon Dark Angel » So 7. Jan 2018, 14:32

Selina hat geschrieben:(07 Jan 2018, 00:40)

Irrtum. Die Partei Die Linke befasst sich wie alle linken und sozialistischen Parteien der Welt natürlich zuweilen auch mit den marxschen Theorien, inwiefern sie heute noch oder wieder anwendbar sind, wo man sie aktualisieren könnte etcpp, aber irgendeine von dir fantasierte "Ideologie des Marxismus" als "Basis" für ein "Gesellschaftsverständnis" gibt es bei der Partei Die Linke nicht. Was stimmt, ist, dass sich viele Linke, darunter auch Linke in anderen Parteien (SPD und Grüne) und auch parteilose Linke wieder mehr mit den Schriften von Marx befassen. Aber sone Art Leitideologie oder "Basis" für was auch immer ist der Marxismus schon lange nicht mehr. Schau dir deren Homepage an. Da wirste sehen, dass zwar durchaus schon auch mal über Marx-Theorien diskutiert wird, was logisch ist in einer linken Partei, aber eben nicht ausschließlich und schon gar nicht in Form einer Basis-Ideologie oder dergleichen mehr. Wenn das so wäre, wäre die Partei längst weg vom Fenster. Die haben auch gerade ganz andere Sorgen als den "Marxismus".

https://www.die-linke.de/start/

https://www.die-linke.de/wahlen/wahlprogramm/

Die so genannten "Theorien" von Marx und Engels sind eine Ideologie und zwar eine politische Ideologie!
Diese (politische) Ideologie ist heute noch die Grundlage für a) das Gesellschaftsverständnis der Partei(en) Linke und Grüne und b) ebenso Grundlage für deren Handlungskonzepte.

Eine Ideologie ist die Gesamtheit der Ideen, Vorstellungen und Theorien zur Begründung und Rechtfertigung politischen Handelns, d.h es sind in erster Linie die Grundeinstellungen und Wertvorstellungen, die von ihren Anhängern geteilt und für wahr gehalten werden.

"Die Geschichte der politischen Ideen kennt eine Reihe von ideologischen Strömungen: Liberalismus, Konservatismus, Sozialismus, Kommunismus usw., die sich durch ihre spezifischen Weltbilder, Menschenbilder und gesellschaftlichen Leitvorstellungen unterscheiden.
[...]
Aber auch schon die Selbstbezeichnung vieler Parteien und die Mitgliedschaft in internationalen Parteienbünden zeigt, dass sich viele Parteien mit einer dieser Strömungen [Ideologien] identifizieren. [...]
Es soll hier nicht versucht werden, den „richtigen“ Begriff von Ideologie zu finden. Zu vielfältig ist die Verwendungsweise dieses Begriffs. Sie reicht von „Ideologie“ als Bezeichnung von Gedankengebäuden, die in expliziter Absicht der Irreführung vertreten und verbreitet werden [...], über die Verwendung von Ideologie im Sinne eines durch die soziale „Seinslage“ bestimmten „falschen Bewusstseins“ [...] und die Verwendung als ein – soziale Kooperation überhaupt erst ermöglichendes – mentales Modell der Welt [...] als politische Überzeugungen, die als Ausdruck einer „ideologischen Mentalität“ doktrinär vertreten werden
[...], bis hin zur Verwendung in bezug auf die Programmatik einzelner Parteien.
Um zu verstehen, welche Wirkung Ideologien in diesem Sinne haben, reicht es aus, ihnen folgende Eigenschaften zuzuschreiben:
1. Ideologien enthalten ein mentales Modell einer als Ziel anzustrebenden idealen Gesellschaft.
2. Ideologien enthalten ein (vereinfachtes) mentales Modell der realen gesellschaftlichen Verhältnisse.
3. Ideologien enthalten allgemeine Prinzipien für Handlungsweisen, die geeignet sind, das Ziel der idealen Gesellschaft anzustreben
In vereinfachter Form ließe sich die Ideologie des (orthodoxen) Marxismus in folgender Weise unter ein solches Konzept der politischen Ideologien subsumieren:
1. Die vom Marxismus als Ziel angestrebte ideale Gesellschaft ist die klassenlose Gesellschaft.

2. Das vom Marxismus gezeichnete Modell der realen Gesellschaft ist das Modell des Kapitalismus, in dem die Arbeiterklasse von der Klasse der Kapitalisten ausgebeutet wird.

3.Das allgemeine Handlungsprinzip ist die proletarische Revolution, in der die Kapitalbesitzer enteignet werden."

Quelle


Dieses Zitat belegt doch recht eindeutig, dass es sich beim Marxismus a) um eine Ideologie handelt, welche b) die Grundlage für das Gesellschaftsverständnis, das Weltbild und das politische Handeln von Parteien wie die LINKE und Grüne darstellt.
Dabei ist es unerheblich, welche (ideologischen) Strömungen mit einfließen und/oder ausgeklammert werden.

Entgegen deiner Behauptung ist da gar nichts herbei phantasiert - die LINKE ist eine Partei, deren Welt- und Menschenbild und deren gesellschaftliche Leitvostellungen auf der Ideologie des Marxismus basieren!
Und noch etwas: Die gesellschaftlichen Leitvorstellungen des Marxismus (die Engels in MEW Bd.4) sehr ausführlich formuliert sind die einer Diktatur!
Die Umverteilungsphantasien ("Steuermodelle") der LINKEN und Grünen verstoßen a) gegen das GG und sind b) demokratisch nicht durchsetzbar, sondern nur per Diktat (in einer Diktatur).
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon Selina » So 7. Jan 2018, 16:47

Dark Angel hat geschrieben:(07 Jan 2018, 14:32)

Die so genannten "Theorien" von Marx und Engels sind eine Ideologie und zwar eine politische Ideologie!
Diese (politische) Ideologie ist heute noch die Grundlage für a) das Gesellschaftsverständnis der Partei(en) Linke und Grüne und b) ebenso Grundlage für deren Handlungskonzepte.

Eine Ideologie ist die Gesamtheit der Ideen, Vorstellungen und Theorien zur Begründung und Rechtfertigung politischen Handelns, d.h es sind in erster Linie die Grundeinstellungen und Wertvorstellungen, die von ihren Anhängern geteilt und für wahr gehalten werden.

"Die Geschichte der politischen Ideen kennt eine Reihe von ideologischen Strömungen: Liberalismus, Konservatismus, Sozialismus, Kommunismus usw., die sich durch ihre spezifischen Weltbilder, Menschenbilder und gesellschaftlichen Leitvorstellungen unterscheiden.
[...]
Aber auch schon die Selbstbezeichnung vieler Parteien und die Mitgliedschaft in internationalen Parteienbünden zeigt, dass sich viele Parteien mit einer dieser Strömungen [Ideologien] identifizieren. [...]
Es soll hier nicht versucht werden, den „richtigen“ Begriff von Ideologie zu finden. Zu vielfältig ist die Verwendungsweise dieses Begriffs. Sie reicht von „Ideologie“ als Bezeichnung von Gedankengebäuden, die in expliziter Absicht der Irreführung vertreten und verbreitet werden [...], über die Verwendung von Ideologie im Sinne eines durch die soziale „Seinslage“ bestimmten „falschen Bewusstseins“ [...] und die Verwendung als ein – soziale Kooperation überhaupt erst ermöglichendes – mentales Modell der Welt [...] als politische Überzeugungen, die als Ausdruck einer „ideologischen Mentalität“ doktrinär vertreten werden
[...], bis hin zur Verwendung in bezug auf die Programmatik einzelner Parteien.
Um zu verstehen, welche Wirkung Ideologien in diesem Sinne haben, reicht es aus, ihnen folgende Eigenschaften zuzuschreiben:
1. Ideologien enthalten ein mentales Modell einer als Ziel anzustrebenden idealen Gesellschaft.
2. Ideologien enthalten ein (vereinfachtes) mentales Modell der realen gesellschaftlichen Verhältnisse.
3. Ideologien enthalten allgemeine Prinzipien für Handlungsweisen, die geeignet sind, das Ziel der idealen Gesellschaft anzustreben
In vereinfachter Form ließe sich die Ideologie des (orthodoxen) Marxismus in folgender Weise unter ein solches Konzept der politischen Ideologien subsumieren:
1. Die vom Marxismus als Ziel angestrebte ideale Gesellschaft ist die klassenlose Gesellschaft.

2. Das vom Marxismus gezeichnete Modell der realen Gesellschaft ist das Modell des Kapitalismus, in dem die Arbeiterklasse von der Klasse der Kapitalisten ausgebeutet wird.

3.Das allgemeine Handlungsprinzip ist die proletarische Revolution, in der die Kapitalbesitzer enteignet werden."

Quelle


Dieses Zitat belegt doch recht eindeutig, dass es sich beim Marxismus a) um eine Ideologie handelt, welche b) die Grundlage für das Gesellschaftsverständnis, das Weltbild und das politische Handeln von Parteien wie die LINKE und Grüne darstellt.
Dabei ist es unerheblich, welche (ideologischen) Strömungen mit einfließen und/oder ausgeklammert werden.

Entgegen deiner Behauptung ist da gar nichts herbei phantasiert - die LINKE ist eine Partei, deren Welt- und Menschenbild und deren gesellschaftliche Leitvostellungen auf der Ideologie des Marxismus basieren!
Und noch etwas: Die gesellschaftlichen Leitvorstellungen des Marxismus (die Engels in MEW Bd.4) sehr ausführlich formuliert sind die einer Diktatur!
Die Umverteilungsphantasien ("Steuermodelle") der LINKEN und Grünen verstoßen a) gegen das GG und sind b) demokratisch nicht durchsetzbar, sondern nur per Diktat (in einer Diktatur).


Du sprichst immer von Marxismus, ich dagegen von Marx-Theorien und Marx-Analysen. Kleiner feiner Unterschied. Der Marxismus als Ideologie hat ausgedient. Keine einzige linke Partei der Welt hat mehr den Marxismus als Ideologie oder "Leitvorstellung" im Parteiprogramm. Vielleicht in China noch... möglicherweise (wobei ich die KPCh nun auch nicht gerade als "links" bezeichnen würde). Die hiesige Partei Die Linke jedenfalls nicht. Vorstellungen von einer gerechten Gesellschaft und mögliche Schritte dahin benötigen keinen Marxismus als Ideologie. Das wird auch nicht durch deine ständige Wiederholung wahrer. Es gibt eine Menge Philosophen, Soziologen und Politikwissenschafter, die einen linken Ansatz in ihrer Kapitalismus-Analyse haben. Aber eine bestimmte Ideologie wirst du da nicht finden, schon gar keinen Marxismus. Marx wird nur einfach wieder mehr gelesen. Das hat aber mit irgendeiner Marxismus-Ideologie nix zu tun. Höchstens in der Kommunistischen Plattform, einer von insgesamt sechs Flügeln und Strömungen in der Partei, werden zum Teil noch marxistische Positionen vertreten. Das ist aber ein sehr kleiner unbedeutender Parteiflügel. Und falls das nun auch gleich noch kommt: Wagenknechts Mitgliedschaft in der Plattform ruht seit 2010.

https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Linke ... l%C3%BCgel
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon Dark Angel » So 7. Jan 2018, 17:02

Selina hat geschrieben:(07 Jan 2018, 13:09)

Wie die Rechtsdrift im Land weiter voranschreitet, sieht man auch an der Anpassung von Konservativen an das Denken und das Vokabular der Neuen Rechten. Dazu ein interessantes Gespräch mit dem Historiker Volker Weiß:

Zitat:

"Konservative Revolution" - Dobrindts neue, rechte Wortwahl

heute.de: Mal abgesehen von der "konservativen Revolution" - welche Begriffe leiht sich Dobrindt noch von der Neuen Rechten?

Weiß: Das sind vor allem Denkfiguren, die wenig mit der Realität zu tun haben. Da ist zum Beispiel die Behauptung, Deutschland sei ein linkes Land. Das stimmt nicht und ist nie der Fall gewesen. Und dafür muss Dobrindt sich lediglich anschauen, wer nach 1968 regiert hat. Dann die angebliche Schere zwischen linken Eliten und Bürgern: Formuliert von einem, dessen Partei selbst von Eliten getragen wird, ist das hochgradig albern. Und auch das Bild der linken Meinungsherrschaft seit 1968 - letztendlich zeigt Dobrindt damit, dass er keine politischen Begriffe mehr hat. Er verwechselt nämlich links und liberal. Die Folge von '68 war vor allem eine Modernisierungs- und Liberalisierungsbewegung, die schlicht und ergreifend notwendig war angesichts einer wirtschaftlichen Globalisierung, die sich damals andeutete. Die linke Revolution, zu der sie immer wieder erklärt wird, war die 68er-Bewegung aber keineswegs. Das ist Unsinn.

Dennoch arbeitet Dobrindt im ganzen Text mit dieser Legende, die in der gesamten Rechten, aber auch im bürgerlichen Konservatismus fest verankert ist. Dazu gehört auch Dobrindts bedenklicher Anti-Intellektualismus. Die Behauptung, dass der einfache Arbeiter nie von der kulturellen Liberalisierung profitiert hätte, ist zum Beispiel unvollständig. Die bürgerliche Kultur hat im Zuge von '68 sogar proletarische Elemente wie die Beat-Kultur übernommen. Dobrindt vergisst dabei, dass der einfache Arbeiter auch an politischen Maßnahmen leidet, die seine eigene Partei zu verantworten hat. Auch der Vorwurf, dass die 68er nur aus den Hörsälen gekommen wären - diese ganze Argumentation ist primitiv und populistisch. Sie stimmt im Übrigen auch nicht: Es gab 1968 beispielsweise auch eine Lehrlingsbewegung.


https://www.zdf.de/nachrichten/heute/ko ... l-100.html

Wieder typisch - Selina lässt denken, sie übernimmt unreflektiert Meinungsvorgaben und zwar nur linke Meinungsvorgaben, weil sich ja Linke im Besitz der absoluten Wahrheit befinden und darum die Deutungshoheit beanspruchen. [sarkasm off]

Womit Dobrindts Behauptungen nur bestätigt werden. q.e.d.

Aber schaumer mal, was es mit der 68er-Bewegung tatsächlich auf sich hat. Es handelt sich dabei nämlich keineswegs um a) um eine "Liberalisierungsbewegung" und sie hatte b) sehr wohl ihren Ursprung im linken Milieu und zwar im linken Studentenmilieu - weltweit!

Die verschiedenen weltweiten Strömungen, welche seit Mitte der 60er Jahre gegen die überkommenen politischen, kulturellen und sozialen Verhältnisse und Normen protestierten, werden heute allgemein unter dem Begriff der "68er-Bewegung" zusammengefasst, wobei die Kritik an den bestehenden Verhältnissen sich zunehmend in destruktiven Aktionen äußerte. [...]
Eindeutig im Vordergrund stand die Rezeption bereits vorhandener Theorietraditionen, vornehmlich marxistischer Couleur. Der Marxismus, die Psychoanalyse, die analytische Sozialpsychologie, die Kapitalismus-, die Klassen- und die Imperialismustheorie galt es wieder aufzugreifen, zu überprüfen und nach einer Unterbrechung von Jahrzehnten erneut einzubringen. Somit handelte es sich bei der Protestbewegung der sechziger Jahre nicht um eine Rebellion aus Armut oder sozialer Benachteiligung, sondern um das Aufbegehren von Mitgliedern des Bildungsbürgertums bzw. der Mittelschicht, die sich in ihren Aktionen weniger von ökonomischen und unmittelbaren materiellen Interessen als von moralischen und ideologischen Betrachtungen leiten ließen. Drei grundlegende Kritiken waren es, die den Kanon an neugewonnenen Überzeugungen bestimmten: der Antikapitalismus, der Antifaschismus und der Antiimperialismus
[...]
Der 2. Juni 1967 gilt als der Beginn der deutschen 68er-Studentenbewegung: An diesem Tag wurde der Germanistikstudent Benno Ohnesorg bei einer Demonstration gegen den Besuch des persischen Schah in Berlin von einem Polizisten erschossen.

Organisiert wurde die Demonstration vom Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS) und richtete sich gegen den Schah von Persien, der an diesem Abend als Staatsbesucher die Berliner Deutsche Oper besuchte."
Quelle


Soso, es war also keine Studentenbewegung?
Und es hat in Folge dieser Studentenbewegung keine allgemeine (politische) Linksdrift stattgefunden - in Deutschland, in Europa und global?
Naja man muss schon ziemlich blind und/oder ideologisch verblendet sein, wenn man das nicht erkennt/nicht erkennen will.

Als Folge der globalen 68er-Bewegung setzte eine genauso globale politische Linksdrift ein und heute schwingt das "politische Pendel" zurück und schon bejammern Linke eine "Rechtdrift". Linke vergessen dabei allerdings, dass es in einer Demokratie kein Meinungsmonopol gibt, auch kein Monopol auf die zu vertretende Ideologie bzw Welt- und Menschenbild. Das sind Eigenschaften einer Diktatur.
In einer Demokratie orientieren sich Einsichten und Vorstellungen der Mehrheit an den jeweiligen gesellschaftlichen und sozialen Verhältnissen und die Mehrheit orientiert sich politisch nicht links, wie die Wahlergebnisse der Linken und Grünen zeigen. Auch hier stimmt Dobrindts Analyse sehr wohl.
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon Selina » So 7. Jan 2018, 17:04

Deine Meinung zu Dobrindts "konservativer Revolution" (siehe mein Beitrag von So 7. Jan 2018, 13:09) hätte mich eher interessiert, DA. Das ist nämlich auch das Thema des Threads, die zunehmende Rechtsdrift im Land, die Dobrindt nun noch einmal deutlich verstärkt hat.
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon Selina » So 7. Jan 2018, 17:04

Aaaaaah, da isse ja schon :D
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon Dark Angel » So 7. Jan 2018, 17:31

Selina hat geschrieben:(07 Jan 2018, 16:47)

Du sprichst immer von Marxismus, ich dagegen von Marx-Theorien und Marx-Analysen. Kleiner feiner Unterschied.

Nein, da besteht kein Unterschied.
1. können die Aussagen von Marx nicht nicht losgelöst/unabhängig von Engels' Aussagen betrachtet werden und umgekehrt genauso wenig.
2. bilden die so genannten "Theorien und Analysen" von Marx UND Engels zusammen die Ideologie des Marxismus. Sie sind die Grundlage dieser Ideologie!

Selina hat geschrieben:(07 Jan 2018, 16:47)
Der Marxismus als Ideologie hat ausgedient.

NEIN - hat sie nicht! ==> siehe verlinkte und zitierte Dissertation!

Selina hat geschrieben:(07 Jan 2018, 16:47)
Keine einzige linke Partei der Welt hat mehr den Marxismus als Ideologie oder "Leitvorstellung" im Parteiprogramm.

Aber sicher hat sie das und wiederum siehe verlinkte und zitierte Dissertation.

Selina hat geschrieben:(07 Jan 2018, 16:47)
Die hiesige Partei Die Linke jedenfalls nicht. Vorstellungen von einer gerechten Gesellschaft und mögliche Schritte dahin benötigen keinen Marxismus als Ideologie.

Achnee - benötigen sie nicht?
Und weil linke Vorstellungen von einer "gerechten Gesellschaft" angeblich keinen Marxismus als Ideologie benötigen, finden sich diese Vorstellungen ausgerechnet bei Engels recht ausführlich formuliert - nämlich in seinen Aussagen zu den "Grundsätzen des Kommunismus" (MEW, Bd.4)
Was ist denn eine "gerechte Gesellschaft"?
Ist eine Gesellschaft dann gerecht, wenn alle gleich gemacht werden/wenn allen der "gleiche Anteil Einkommen" zugesteilt wird, unabhängig von der erbrachten Leistung, unabhängig von Qualifikation und Kompetenz?
Ist es gerecht, wenn einem Akademiker das gleiche Einkommen (aufgrund Steuerbelastung) zur Verfügung steht, wie einem nicht- oder minderqualifizierten Hilfsarbeiter, obwohl der Akademiker sehr viel mehr in Bildung und Ausbildung investiert hat, als der Hilfsarbeiter?
Das hat nichts, aber auch gar nichts mit Gerechtigkeit zu tun, wie sie Linken vorschwebt!
Linke Vorstellungen von einer "gerechten Gesellschaft" basieren sehr wohl auf dem Marxismus/auf marxistischer Ideologie.



Selina hat geschrieben:(07 Jan 2018, 16:47)
Das wird auch nicht durch deine ständige Wiederholung wahrer. Es gibt eine Menge Philosophen, Soziologen und Politikwissenschafter, die einen linken Ansatz in ihrer Kapitalismus-Analyse haben. Aber eine bestimmte Ideologie wirst du da nicht finden, schon gar keinen Marxismus. Marx wird nur einfach wieder mehr gelesen. Das hat aber mit irgendeiner Marxismus-Ideologie nix zu tun.

Ja sicher gibt es eine Menge linker Philosophen, Soziologen und Politikwissenschaftler und deren Gesellschaftsanalysen (Kapitalismus-Analysen) basieren auf nichts anderem als der marxistischen Ideologie.
Und diese Leute machen nichtmal ein Hehl daraus, sich auf Marx' "Kapitalismus-Analysen" zu beziehen.
Sorry Selina - aber man muss schon sehr blind sein, wenn man das nicht erkennt/erkennen will oder schlimmer noch, man muss ideologisch sehr verblendet sein, wenn man das leugnet.
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon Selina » So 7. Jan 2018, 17:33

Natürlich waren es Studentenbewegungen, und natürlich auch linksorientierte Studentenbewegungen. Aber das Ergebnis waren halt wichtige liberale Errungenschaften, die bis heute ihre Gültigkeit haben, aber selbstverständlich von den Rechten massiv angegriffen werden (siehe Familien- und Frauenbild). Weiß sagt ja nicht, dass es keine Studentenbewegungen waren, er sagt wortwörtlich: "Auch der Vorwurf, dass die 68er nur aus den Hörsälen gekommen wären - diese ganze Argumentation ist primitiv und populistisch. Sie stimmt im Übrigen auch nicht: Es gab 1968 beispielsweise auch eine Lehrlingsbewegung." Also was steht da? Nicht nur aus den Hörsälen.

Was sind die Erfolge der 68er, die noch heute Gültigkeit haben? Die Frauenbewegung erhielt einen enormen Aufschwung, die Fragen der Gleichberechtigung kamen auf die Tagesordnung. Doppelmoral und sexuelle Verklemmtheit wurden erfolgreich und sehr laut beim Namen genannt, auch wenn das zuweilen verrückte Züge annahm. Alles wurde lockerer, bunter und toleranter, was man gut an Mode und Musik der damaligen Zeit (60er und 70er) sehen konnte. Das Schulwesen wurde reformiert. Die umstrittene Forderung nach antiautoritärer Erziehung hatte wenigstens den Erfolg, dass die Kinder von ihren Eltern nicht mehr durchgeprügelt werden durften, was bis dahin ständig an der Tagesordnung war. Auch Lehrer durften ihre Schüler nicht mehr schlagen. Die Frage nach Schuld und Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit von 1933 bis 1945 wurde mit einer Klarheit und Vehemenz gestellt wie nie zuvor. Die 68er läuteten eine Demokratisierung und Liberalisierung der Gesellschaft ein und ermöglichten der Bundesrepublik, eine moderne weltoffene Gesellschaft zu werden. Zu diesen Erfolgen zählen auch Bürgerinitiativen, Mitbestimmung und kritischer Umgang mit Autoritäten. Alles Dinge, die heute kein Mensch mehr als "links" einstuft, die aber eindeutig zu den besonderen Verdiensten der 68er zählen.
Zuletzt geändert von Selina am So 7. Jan 2018, 17:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon Dark Angel » So 7. Jan 2018, 17:37

Selina hat geschrieben:(07 Jan 2018, 17:04)

Deine Meinung zu Dobrindts "konservativer Revolution" (siehe mein Beitrag von So 7. Jan 2018, 13:09) hätte mich eher interessiert, DA. Das ist nämlich auch das Thema des Threads, die zunehmende Rechtsdrift im Land, die Dobrindt nun noch einmal deutlich verstärkt hat.

Meine Meinung zu Dobrindts Gastartikel in "die Welt" habe ich bereits in meinem ersten Beitrag - mit Zitat - geäußert.
In diesem Gastartikel Dobrindts finde ich meine Meinung - die ich hier in diesem Thread bereits mehrfach geäußert habe, bestätigt.
Im Gegensatz zu anderen Usern, hier im Forum, lasse ich nicht denken, sondern denke selber.
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon Selina » So 7. Jan 2018, 17:48

Och, es ist legitim, Texte zu verlinken und zu zitieren, wo Sachverhalte auf eine sehr komprimierte und dennoch komplexe Weise zusammengefasst werden. Das hat nichts damit zu tun, dass der eine mehr "selber denkt" und der andere "denken lässt". Damit würdest du dich selbst ja für unfehlbar halten. Das richtige Zitat im richtigen Moment gehört schon dazu. Eine nicht zu unterschätzende Denkleistung sind beim Zitieren zum Beispiel Art und Auswahl des Zitats. Schließlich hat man die Texte zuvor verinnerlicht und macht sich ein eigenes Bild. Jeder einzelne liest doch Essays, Berichte, Kommentare in allen möglichen Zeitungen, unterhält sich mit Freunden, besucht politische Veranstaltungen. Aus all diesen Erfahrungen setzt sich dann ein eigenes Bild zusammen. Zitate sind durch die Art der Auswahl immer auch ein Stück eigene Meinung. Ansonsten würde man nicht zitieren.
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon Selina » So 7. Jan 2018, 17:56

Gerechtigkeit hat nichts mit Gleichmacherei zu tun. Aber das haben wir im Forum schon dutzende Male diskutiert. Kein Bedarf mehr.
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon Ger9374 » So 7. Jan 2018, 18:01

Das neue Rechts in unserem land ist für wähler langsam aber sicher eine möglichkeit geworden
ihre ansichten über ihre wahlstimme gezielter abzugeben.
Die CDU kann schon lange nicht mehr rechts von sich alles vereinnahmen. Dafür ging ihr kurs zu weit in die mitte der wählerschaft. Gerade die letzten jahre.
Es werden auch rechte wähler wieder zur CDU und fdp zurückgehen, aber das eis für die afd scheint gebrochen.
Es ist eine gesunde wanderung nach rechts die gesellschaftlichen veränderungen in unserem land rechnung trägt. Störend allein die geradezu fundamentalistischen anfeindungen von links und rechts gegeneinander. Das ist überflüssig!
Jede meinung ist wichtig,sofern man eine eigene hat!
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon Dark Angel » So 7. Jan 2018, 20:21

Selina hat geschrieben:(07 Jan 2018, 17:56)

Gerechtigkeit hat nichts mit Gleichmacherei zu tun. Aber das haben wir im Forum schon dutzende Male diskutiert. Kein Bedarf mehr.

Beantworte doch ganz einfach meine Fragen - insbesondere die erste:
Was ist denn eine "gerechte Gesellschaft"?

Ist eine Gesellschaft dann gerecht, wenn alle gleich gemacht werden/wenn allen der "gleiche Anteil Einkommen" zugesteilt wird, unabhängig von der erbrachten Leistung, unabhängig von Qualifikation und Kompetenz?

Ist es gerecht, wenn einem Akademiker das gleiche Einkommen (aufgrund Steuerbelastung) zur Verfügung steht, wie einem nicht- oder minderqualifizierten Hilfsarbeiter, obwohl der Akademiker sehr viel mehr in Bildung und Ausbildung investiert hat, als der Hilfsarbeiter?


Erkläre doch ganz einfach mal - anhand meiner Fragen - was DU unter "gerechter Gesellschaft" verstehst!

Das Problem an und mit der Gerechtigkeit ist nämlich, dass das was einige als gerecht betrachten, andere als in höchstem Maße ungerecht empfinden.
Wenn Linke von Gerechtigkeit/gerechter Gesellschaft reden, dann meinen sie immer nur das, was sie unter Gerechtikeit verstehen, nehmen ihre Wertvorstellungen als das Maßstab für Gerechtigkeit.
Tja - nur haben Linke als politische Minderheit keine Deutungshoheit darüber, was unter Gerechtigkeit zu verstehen ist. Und genau da liegt auch das Problem - denn Linke wollen ihre Vorstellungen von Gerechtigkeit der Mehrheit diktieren und das wiederum ist undemokratisch.
Egal wie man's auch drehen und wenden mag - Linke und Demokratie passen nicht zusammen.
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon Progressiver » So 7. Jan 2018, 20:49

Dark Angel hat geschrieben:(07 Jan 2018, 14:32)

Dieses Zitat belegt doch recht eindeutig, dass es sich beim Marxismus a) um eine Ideologie handelt, welche b) die Grundlage für das Gesellschaftsverständnis, das Weltbild und das politische Handeln von Parteien wie die LINKE und Grüne darstellt.
Dabei ist es unerheblich, welche (ideologischen) Strömungen mit einfließen und/oder ausgeklammert werden.


Entweder der Verfasser der Dissertation ist eine Niete oder du hast ihn falsch verstanden. Unser Ministerpräsident Kretschmann zum Beispiel war zwar früher einmal kommunistisch angehaucht. Heute betet er aber dafür, dass Merkel Kanzlerin bleibt. Ich weiß, dass es viel früher einmal bei den Grünen Leute gab, die auch dem Marxismus anhingen. Die sind aber seit der Agenda 2010 zur späteren LINKEN abgewandert. Wenn du also behauptest, die Grünen hätten den Marxismus als ideologische Grundlage, dann halte ich das für etwas arg weit hergeholt. Oder um es klarer zu formulieren: Das geht weit an der Realität vorbei!

Die Grünen im Westen haben sich so oft gehäutet, dass man sie glatt mit der CDU verwechseln könnte. Siehe hierzu wieder das Beispiel Kretschmann in Baden-Württemberg. Im Osten wiederum haben sie sich mit dem Bündnis 90 zusammengeschlossen, welches dezidiert eine Oppositionsrolle gegenüber der SED in der sich abwickelnden DDR hatte.
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Woppadaq
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon Woppadaq » So 7. Jan 2018, 21:43

Ger9374 hat geschrieben:(07 Jan 2018, 18:01)

Es ist eine gesunde wanderung nach rechts die gesellschaftlichen veränderungen in unserem land rechnung trägt. Störend allein die geradezu fundamentalistischen anfeindungen von links und rechts gegeneinander. Das ist überflüssig!


Nee, ist es eben nicht.
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Dark Angel
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon Dark Angel » So 7. Jan 2018, 22:17

Progressiver hat geschrieben:(07 Jan 2018, 20:49)

Entweder der Verfasser der Dissertation ist eine Niete oder du hast ihn falsch verstanden. Unser Ministerpräsident Kretschmann zum Beispiel war zwar früher einmal kommunistisch angehaucht. Heute betet er aber dafür, dass Merkel Kanzlerin bleibt. Ich weiß, dass es viel früher einmal bei den Grünen Leute gab, die auch dem Marxismus anhingen. Die sind aber seit der Agenda 2010 zur späteren LINKEN abgewandert. Wenn du also behauptest, die Grünen hätten den Marxismus als ideologische Grundlage, dann halte ich das für etwas arg weit hergeholt. Oder um es klarer zu formulieren: Das geht weit an der Realität vorbei!

Die Grünen im Westen haben sich so oft gehäutet, dass man sie glatt mit der CDU verwechseln könnte. Siehe hierzu wieder das Beispiel Kretschmann in Baden-Württemberg. Im Osten wiederum haben sie sich mit dem Bündnis 90 zusammengeschlossen, welches dezidiert eine Oppositionsrolle gegenüber der SED in der sich abwickelnden DDR hatte.

Nicht die Grünen könnte man mit der CDU verwechseln, sondern umgekehrt die CDU mit dem Grünen, weil Merkel das macht, was die wollen.
Und was Kretschmer angeht, der ist Realist/Realpolitiker, aber kein typischer Grünen-Politiker. Gleiches gilt für Palmer, der ja inzwischen in die rechte Ecke gestellt wird, weil er Merkels Flüchtlingspolitik sehr kritisch sieht und nicht nur die.
Palmers Buch ist übrigens sehr lesenswert!
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon Dampflok94 » Mo 8. Jan 2018, 08:31

Dark Angel hat geschrieben:(07 Jan 2018, 20:21)

Wenn Linke von Gerechtigkeit/gerechter Gesellschaft reden, dann meinen sie immer nur das, was sie unter Gerechtikeit verstehen, nehmen ihre Wertvorstellungen als das Maßstab für Gerechtigkeit.

Wenn Du das Wort Linke durch das Wort Menschen ersetzt, ist an dem Satz sogar was drin. Denn jeder Mensch, egal welche politische Haltung er hat, hat seine subjektive Auffassung von Gerechtigkeit.
Tja - nur haben Linke als politische Minderheit keine Deutungshoheit darüber, was unter Gerechtigkeit zu verstehen ist.

Völlig korrekt. Das haben aber auch Rechte nicht Und Liberale auch nicht. Und alle anderen auch nicht.
Und genau da liegt auch das Problem - denn Linke wollen ihre Vorstellungen von Gerechtigkeit der Mehrheit diktieren und das wiederum ist undemokratisch.

Das hat mit diktieren nichts zu tun. Das ist nicht undemokratisch, es ist das Wesen einer Demokratie. Jeder versucht in einer Demokratie seine Vorstellungen durchzusetzen. Das tun die Rechten, das tun die Liberalen, das tun... aber das hatten wir ja schon.
Egal wie man's auch drehen und wenden mag - Linke und Demokratie passen nicht zusammen.

Was für ein Griff ins Klo. Da das eben alles nicht nur Linke betrifft hieße das Menschen und Demokratie passen nicht zusammen. Was für ein Unfug.
Leute kauft mehr Dampflokomotiven!!!
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 8. Jan 2018, 12:54

Dampflok94 hat geschrieben:(08 Jan 2018, 08:31)

Jeder versucht in einer Demokratie seine Vorstellungen durchzusetzen.

Man sollte nur schmutzige Methoden außen vor lassen, dazu gehören sowohl Hetze als auch Diffamierungen.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon Alexyessin » Mo 8. Jan 2018, 12:59

Tom Bombadil hat geschrieben:(08 Jan 2018, 12:54)

Man sollte nur schmutzige Methoden außen vor lassen, dazu gehören sowohl Hetze als auch Diffamierungen.


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