Warum driftet Deutschland nach rechts?

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Warum driftet Deutschland nach rechts?

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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon Skeptiker » Sa 13. Jan 2018, 13:17

Woppadaq,

Sie schreiben hier immer wieder, dass ihnen kein Konservativer erklären konnte warum er konservativ ist usw. . Das ist sehr schade, weil ich eigentlich den Eindruck habe ihnen das sehr ausführlich und an Beispielen dargestellt zu haben.

Sie fragen doch nicht im ernst was bei den Themen Bürgerversicherung, Gesamtschulsysteme und Mindestlohn nicht von der CDU vertreten wird? Na eben ALLES!
Sie denken die CDU hat ein sicherheitspolitisches Profil, nachdem hunderttausende Menschen ohne Pass nach Deutschland gekommen sind und georgische Einbrecherbanden bei minimaler Aufklärungsquote durch Deutschland ziehen. Das sehen eben viele scheinbar anders als Sie. Die messen die CDU an den Ergebnissen, und die sind diesbezüglich nicht überzeugend.
Sie halten die CDU für eine Partei die familienpolitisch ein konservatives Weltbild hochhält? Ihre Antwort gerade auf diesen Teil zeigt, dass Sie das nicht mal selber glauben, sondern schlicht denken, dass man so etwas gar nicht mehr vertreten darf. Mir ging es aber darum zu beschreiben warum Wertkonservative sich nicht mehr von der CDU vertreten fühlen, nicht darum was Sie glauben was man noch denken darf oder als richtig empfinden.

Ach so, und an Shitstorms muss man sich also gewöhnen? Nö, will ich nicht. Ich freue mich nämlich darüber in einer Gesellschaft zu leben, in der es bislang als kultiviert galt Meinungen sachlich auszutauschen. Ich habe keine Lust mir diese Kultur zerstören zu lassen, nur weil manche Leute einfach keine Erziehung mehr besitzen und affektiert jeden mit Dreck beschmeissen, der nicht zu 100% seine Vorstellungen von der Welt teilt.
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon Woppadaq » Sa 13. Jan 2018, 13:51

Skeptiker hat geschrieben:(13 Jan 2018, 13:17)

Sie fragen doch nicht im ernst was bei den Themen Bürgerversicherung, Gesamtschulsysteme und Mindestlohn nicht von der CDU vertreten wird? Na eben ALLES!


Ihnen ist schon klar, dass die CDU mit der SPD in einer grossen Koalition steht und deshalb zu Kompromissen gezwungen ist?

Sie denken die CDU hat ein sicherheitspolitisches Profil, nachdem hunderttausende Menschen ohne Pass nach Deutschland gekommen sind und georgische Einbrecherbanden bei minimaler Aufklärungsquote durch Deutschland ziehen. Das sehen eben viele scheinbar anders als Sie. Die messen die CDU an den Ergebnissen, und die sind diesbezüglich nicht überzeugend.


Wissen sie, ich kann auch die Tatsache, dass es regnet und nicht mehr schneit, den fehlenden Konzepten der CDU in die Schuhe schieben. Und kann gerne eine Partei aufmachen, die so etwas wieder mit Menschenopfern in den Griff bekommen will. Bin ich dann konservativ genug für sie, um in ihre enge Wahl zu fallen ?

Sie halten die CDU für eine Partei die familienpolitisch ein konservatives Weltbild hochhält? Ihre Antwort gerade auf diesen Teil zeigt, dass Sie das nicht mal selber glauben, sondern schlicht denken, dass man so etwas gar nicht mehr vertreten darf.


"Nicht vertreten darf" im Sinne von nicht mehr mehrheitsfähig sein. Ja, das sehe ich tatsächlich so.

Ach so, und an Shitstorms muss man sich also gewöhnen?


Je extremer die Ansichten, desto grösser der Shitstorm. Mit ihrem "georgische Einbrecherbanden, [die] bei minimaler Aufklärungsquote durch Deutschland ziehen" sind sie doch selbst Teil dieses Shitstorms. Das ist für mich emotionales Hochpushen und keine ernsthafte Diskussion.
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon Ammianus » Sa 13. Jan 2018, 15:28

Skeptiker hat geschrieben:(13 Jan 2018, 09:13)

Keiner? Wieso nicht? Weil Sie die Merkel CDU für wertkonservativ halten?

Ich nehme nun mal klassisch wertkonservative Positionen:
Rolle der Geschlechter: Wertkonservative sehen da ein mehr oder weniger religiös fundiertes arbeitsteiliges Rollenbild.Während die CSU dieses vertritt, ist es in der CDU ganz klar unter Druck.
Rechtsstaatliche Ordnung: Schauen Sie mal was in konservativen Foren los ist. Nein, Merkel gilt da ganz sicher nicht als Hüterin des Rechtsstaates.

Ohne nun alle Politikfelder durchzugehen sehen wertkonservative Menschen die sich mit Politik auseinandersetzen nur noch sehr bedingt ihre Heimat in der CDU - die meisten eher noch aus alter Verbundenheit. Wem gerade diese Positionen wichtig sind, der ist, außerhalb Bayerns, schon mental auf dem Weg in die AfD.

Das dramatische dabei ist, dass viele Menschen ein sehr heterogenes Bild von gesellschaftlichen Themen haben. Ich z.B. finde eine Bürgerversicherung den richtigen Weg, plädiere für Gesamtschulsysteme in dem jedes Kind maximal gefordert und gefördert wird und ich bin unbedingt für einen Mindestlohn, weil unter einer bestimmten Schwelle der Wert des Menschen selber angegriffen wird.
Auf der anderen Seite bin ich der Ansicht, dass ein Sozialsystem nur ich definierten nationalen Grenzen erhalten werden kann (was übrigens eine ökonomische Binsenweisheit ist). Ich halte ein arbeitsteiliges Rollenbild für effizienter als eines in der allen die gleichen Pflichen auferlegt werden - denke aber, dass die Gesellschaft einen Rahmen finden muss, dass jeder entsprechend seiner persönlichen Einstellung dazu seinen eignen Weg finden muss. Und ja, ich bin für eine nach den Interessen Deutschlands gesteuerte Migration, was auch bedeutet Grenzen zu verteidigen. In dem Zug sollte man den Menschen vor Ort stärker helfen.
Vor allem aber halte ich nichts von ideologischen Verschleierungen. Probleme gehören angesprochen, analysiert und gelöst - vollkommen ohne Ideologie. Da sehe ich uns seeeeeeeeehr weit davon entfernt.

Offensichtlich werde ich von keiner Partei vertreten. Es fällt mir jedoch stark auf, dass wenn ich die Meinungen äußere, die eher ins konservative Weltbild hineinpassen, dass dann ein Shitstorm der linken Szene über mich hereinbricht, gerade so als wenn jemand deren Religion beleidigt hätte.


Im Prinzip kann ich da so gut wie alles unterschreiben. Eine Einschränkung wäre beim Rollenmodel. Aber wenn zwei Leute sich dafür entscheiden, dass einer zu Hause bleibt kocht und die Kinder versorgt während der andere das Geld verdient, dann ist das o.k., wir leben schließlich in einem freien Land. Und so traditionelle Partnerschaften sollten auf keinen Fall irgendwie benachteiligt werden.

Die einzige Partei, die mich vertreten würde, wäre die "Ammianus-Partei". Aber da gäbe es auch nur ein Mitglied. Ich wähle taktisch. Da ich mich in den meisten Punkten eher als mitte-links einordnen würde wähle ich "Die Linke" damit die wiederrum Druck von links auf die SPD und die Grünen ausübt.
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon Skeptiker » Sa 13. Jan 2018, 18:26

Woppadaq hat geschrieben:(13 Jan 2018, 13:51)

... Und kann gerne eine Partei aufmachen, die so etwas wieder mit Menschenopfern in den Griff bekommen will. ...



"Menschenopfer", puh. Nö, auf das Niveau gehe ich nicht runter.

Nur für Sie mal zum nachdenken: Es ertrinken aktuell wesentlich weniger Menschen im Mittelmeer. Das hat vor allem mit Maßnahmen zu tun, die insbesondere von linken Gruppierungen, Kirchen und NGOs massivst bekämpft und kritisiert wurden.

Vielleicht sind die Dinge ja manchmal nicht so einfach wie man es sich machen möchte. Nicht immer ist gut gemeint auch gut gemacht.
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon Skeptiker » Sa 13. Jan 2018, 18:51

Ammianus hat geschrieben:(13 Jan 2018, 15:28)

Im Prinzip kann ich da so gut wie alles unterschreiben. Eine Einschränkung wäre beim Rollenmodel. Aber wenn zwei Leute sich dafür entscheiden, dass einer zu Hause bleibt kocht und die Kinder versorgt während der andere das Geld verdient, dann ist das o.k., wir leben schließlich in einem freien Land. Und so traditionelle Partnerschaften sollten auf keinen Fall irgendwie benachteiligt werden.

Die einzige Partei, die mich vertreten würde, wäre die "Ammianus-Partei". Aber da gäbe es auch nur ein Mitglied. Ich wähle taktisch. Da ich mich in den meisten Punkten eher als mitte-links einordnen würde wähle ich "Die Linke" damit die wiederrum Druck von links auf die SPD und die Grünen ausübt.


Mir geht es ähnlich. Ich denke es wird vielen so gehen. Daher fände ich es toll, wenn es auf Bundesebene mehr direkte Demokratie geben würde, gerne unter Einsatz neuer Medien. Man muss sich ja vergegenwärtigen, dass unser aktuelles Staatsmodell aus einer Zeit stammt, die keinerlei neue Medien kannte.
Natürlich ist mir klar, dass man damit ein Parlament nicht komplett ersetzen könnte, aber man könnte viele Themen mit stärkerer Legitimation ein für alle mal klären, die aktuell immer der Interpretation grundsätzlich als Paket gewählter Parteien überlassen sind. Das ist einfach ineffizient.
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon Woppadaq » Sa 13. Jan 2018, 21:14

Skeptiker hat geschrieben:(13 Jan 2018, 18:26)

"Menschenopfer", puh. Nö, auf das Niveau gehe ich nicht runter.


Mir egal, ich werd jedenfalls der CDU nicht Dinge vorwerfen, die nicht konkret was mit ihrer Politik zu tun haben. Ausländische Verbrecherbanden hat es vor Merkel auch gegeben, in den 90ern waren es die Rumänen - die gehören inzwischen zur EU. Inwieweit AfD-Politik daran irgendetwas ändern soll, erschliesst sich mir nicht.

Nur für Sie mal zum nachdenken: Es ertrinken aktuell wesentlich weniger Menschen im Mittelmeer. Das hat vor allem mit Maßnahmen zu tun, die insbesondere von linken Gruppierungen, Kirchen und NGOs massivst bekämpft und kritisiert wurden.


Welche Massnahmen sollen das bitte sein?
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon Woppadaq » Sa 13. Jan 2018, 21:17

Ammianus hat geschrieben:(13 Jan 2018, 15:28)

Die einzige Partei, die mich vertreten würde, wäre die "Ammianus-Partei". Aber da gäbe es auch nur ein Mitglied. Ich wähle taktisch. Da ich mich in den meisten Punkten eher als mitte-links einordnen würde wähle ich "Die Linke" damit die wiederrum Druck von links auf die SPD und die Grünen ausübt.


Ja, wir sehen ja, was das taktische Wählen bisher gebracht hat. Nur Herumgeeiere und fehlende Optionen bei der Regierungsbildung.
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon Skeptiker » Sa 13. Jan 2018, 22:16

Woppadaq hat geschrieben:(13 Jan 2018, 21:14)

Mir egal, ich werd jedenfalls der CDU nicht Dinge vorwerfen, die nicht konkret was mit ihrer Politik zu tun haben. Ausländische Verbrecherbanden hat es vor Merkel auch gegeben, in den 90ern waren es die Rumänen - die gehören inzwischen zur EU. Inwieweit AfD-Politik daran irgendetwas ändern soll, erschliesst sich mir nicht.


Ich habe garkein Interesse daran, dass es eine AfD gibt, die immer weiter nach rechts driftet. Ich finde aber es wäre der richtige Ansatz eine bessere Sicherheitspolitik zu machen, sodass die Leute sich nicht nur sicher fühlen, sondern das auch sind. Dann besteht plötzlich kein Grund mehr eine Partei zu wählen, welche die Dinge aufgreift, die andere offenbar mehrheitlich verdrängen.

Woppadaq hat geschrieben:(13 Jan 2018, 21:14)
Welche Massnahmen sollen das bitte sein?


Das sind der Code of Conduct der Italienischen Küstenwache und deren Zusammenarbeit mit der Libyschen Küstenwache. Was wurde da nicht geschrien, dass man die Leute ertrinken lassen würde. Oder sie würden alle in libyschen KZs sterben.
Wäre es so, da bin ich mir 100% sicher, dann wäre der mediale Aufschrei unüberhörbar. Sterben tausende Flüchtlinge in libyschen KZs oder im Mittelmeer so wie uns prophezeit wurde? NEIN! Wurden stattdessen tausende Leben gerettet? JA

Ich hoffe inständig, dass diese ganzen Organisationen solche Fakten mal zur Kenntnis nehmen und sich fragen ob sie eigentlich richtig gelegen haben - oder eben doch die angeblich so unmenschlichen Verfechter einer Politik der Grenzsicherung.
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon Woppadaq » Sa 13. Jan 2018, 22:35

Skeptiker hat geschrieben:(13 Jan 2018, 22:16)

Ich habe garkein Interesse daran, dass es eine AfD gibt, die immer weiter nach rechts driftet. Ich finde aber es wäre der richtige Ansatz eine bessere Sicherheitspolitik zu machen, sodass die Leute sich nicht nur sicher fühlen, sondern das auch sind. Dann besteht plötzlich kein Grund mehr eine Partei zu wählen, welche die Dinge aufgreift, die andere offenbar mehrheitlich verdrängen.


Werden sie verdrängt? Oder ist man nur der Meinung, dass noch mehr Härte (oder was immer da auch verlangt wird ) letztendlich nur kontraproduktiv ist?

Das sind der Code of Conduct der Italienischen Küstenwache und deren Zusammenarbeit mit der Libyschen Küstenwache. Was wurde da nicht geschrien, dass man die Leute ertrinken lassen würde. Oder sie würden alle in libyschen KZs sterben.


Von libyschen KZ's oder Leute ertrinken lassen hab ich bisher nichts gelesen. Aber Gründe gegen den Code of Conduct gibt es schon:

"...dieser Verhaltenskodex ist komplett überflüssig. Es gibt bereits einen Verhaltenskodex, an den wir uns auch streng halten. Das ist das internationale See- und Völkerrecht. Viel wichtiger, als dass man jetzt immer neue Verhaltensregeln für diejenigen, die dort helfen, aufstellt, wäre, dass die Europäische Union mal dafür sorgt, dass sich alle Akteure im Einsatzgebiet an diesen bereits bestehenden Verhaltenskodex in Form vom Seerecht halten. Dazu gehört zum Beispiel auch, dass man mal schaut, dass die sogenannte libysche Küstenwache, die ja von der Europäischen Union unterstützt wird, nicht ständig gegen das Seerecht verstößt. Das wäre mal eine Maßnahme, die notwendig wäre. Dann müsste man auf die Einhaltung der Regeln pochen und nicht jetzt diejenigen Helfer in die Mangel nehmen, die sich sowieso an das Seerecht halten, weil was da ja suggeriert wird durch diesen Code of Conduct, ist ja, dass wir das bisher nicht tun würden. Das ist aber mitnichten der Fall. Die meisten Regeln, die dort aufgestellt werden, sind entweder komplett illegal oder eben redundant, weil wir uns sowieso schon dran halten."

Es gibt zig Massnahmen, die schon eher das Ertrinken von Menschen bisher verhindert haben. Den code of Conduct zähl ich nun nicht gerade dazu.
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon Skeptiker » Sa 13. Jan 2018, 23:26

Woppadaq hat geschrieben:(13 Jan 2018, 22:35)
Werden sie verdrängt? Oder ist man nur der Meinung, dass noch mehr Härte (oder was immer da auch verlangt wird ) letztendlich nur kontraproduktiv ist?


"Noch mehr Härte", puh. Wir schreiben von Deutschland, ja?

Das deutsche Strafrecht gilt als eines der liberalsten der Welt. In der Justiz steht der Resozialisierungsgedanke im Vordergrund. Noch dazu wurde die Polizei so weit runtergefahren, dass nachdem der Anstieg der Einbruchsdelikte medial gehört wurde, meines Wissens alle Parteien (bei den Linken bin ich mir unsicher) unisono angekündigt haben wieder Polizeistärke aufzubauen (ihre Aussage geht also auch sachlich an der Realität total vorbei).

Woppadaq hat geschrieben:(13 Jan 2018, 22:35)
Es gibt zig Massnahmen, die schon eher das Ertrinken von Menschen bisher verhindert haben. Den code of Conduct zähl ich nun nicht gerade dazu.


Ich hatte geschrieben, dass mit Einführung der Maßnahmen die Probleme schlagartig aufhörten. Genauso war es.
Sie zitieren hier eine Stellungnahme, offensichtlich einer NGO - war ja leider keine Quellangabe dabei, aber der Text suggeriert es. Diese Stellungnahme beinhaltet EXAKT das was ich geschrieben habe, nämlich, dass die NGOs sich gegen diese Maßnahmen gewehrt haben.

Nochmal: Wenn die von den NGOs zitierten Regularien auch schon vor dem Code of Conduct existiert haben, dann haben sie wohl nicht gewirkt! Der Code of Conduct jedenfalls HAT FUNKTIONIERT!

Nach den Gesetzen der Logik würde man also sagen, all diese Organisationen hatten unrecht. Aber das ist eben das Problem - es geht nicht mehr nach Logik, sondern man gewinnt manchmal den Eindruck das Dinge die nicht ins linke Weltbild passen einer religiösen Realitätsverweigerung unterliegen.

Um wieder zum Thema zurück zu kommen: Ein immer größer werdender Anteil der Bevölkerung scheint sich mit Realitätsverweigerungen nicht mehr zufrieden zu geben. Das ist das was Linke einen Rechtsruck nennen, weil - au weia - nun gibt es auf einmal einen Widerstand gegen diese Methoden.

Ich nenne das keinen Rechtsruck, ich nenne das einen Realitätsschock.
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon Woppadaq » Sa 13. Jan 2018, 23:50

Skeptiker hat geschrieben:(13 Jan 2018, 23:26)

"Noch mehr Härte", puh. Wir schreiben von Deutschland, ja?

Das deutsche Strafrecht gilt als eines der liberalsten der Welt. In der Justiz steht der Resozialisierungsgedanke im Vordergrund. Noch dazu wurde die Polizei so weit runtergefahren, dass nachdem der Anstieg der Einbruchsdelikte medial gehört wurde, meines Wissens alle Parteien (bei den Linken bin ich mir unsicher) unisono angekündigt haben wieder Polizeistärke aufzubauen (ihre Aussage geht also auch sachlich an der Realität total vorbei).


Ich hatte keine Aussage getätigt, sondern eine Frage gestellt. Und die Frage bleibt: was werfen sie der CDU konkret vor ? Und inwiefern soll eine AfD-Stimme daran was ändern?

Sie zitieren hier eine Stellungnahme, offensichtlich einer NGO - war ja leider keine Quellangabe dabei, aber der Text suggeriert es.


Ups, ja, das ist sonst nicht meine Art. Hier der Link: http://www.deutschlandfunk.de/ngo-einsa ... _id=391957

Ich hatte geschrieben, dass mit Einführung der Maßnahmen die Probleme schlagartig aufhörten. Genauso war es.


Sie meinen, es gibt seitdem keine Bootsflüchtlinge mehr aus Libyen ?

Nach den Gesetzen der Logik würde man also sagen, all diese Organisationen hatten unrecht. Aber das ist eben das Problem - es geht nicht mehr nach Logik, sondern man gewinnt manchmal den Eindruck das Dinge die nicht ins linke Weltbild passen einer religiösen Realitätsverweigerung unterliegen.


Ich halte nichts von Vorwürfen der Realitätsverweigerung. Das wirft immer einer dem anderen vor, das vergiftet nur die Atmosphäre und verhindert Sensibilisierung für möglicherweise wirklich vorhandene Probleme. Wenn man nur agitieren will, kann man das ja tun, aber eigentlich gewinnt man damit nichts.

Ein immer größer werdender Anteil der Bevölkerung scheint sich mit Realitätsverweigerungen nicht mehr zufrieden zu geben.


Ich sehe eher, dass linke Realitätsverweigerung jetzt durch rechte ersetzt wird. Und dass kollektivistischer Geist jetzt durch egoistisches Gehabe ersetzt wird.
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon Skeptiker » So 14. Jan 2018, 00:48

Woppadaq hat geschrieben:(13 Jan 2018, 23:50)
Sie meinen, es gibt seitdem keine Bootsflüchtlinge mehr aus Libyen ?


Es hat einen deutlichen Rückgang gegeben: http://www.zeit.de/politik/ausland/2017 ... -rueckgang

Woppadaq hat geschrieben:(13 Jan 2018, 23:50)

Ich halte nichts von Vorwürfen der Realitätsverweigerung. Das wirft immer einer dem anderen vor, das vergiftet nur die Atmosphäre und verhindert Sensibilisierung für möglicherweise wirklich vorhandene Probleme. Wenn man nur agitieren will, kann man das ja tun, aber eigentlich gewinnt man damit nichts.

Ich sehe eher, dass linke Realitätsverweigerung jetzt durch rechte ersetzt wird. Und dass kollektivistischer Geist jetzt durch egoistisches Gehabe ersetzt wird.


Ich halte auch nichts vom Vorwurf einer Realitätsverweigerung. Noch weniger halte ich allerdings davon wenn sie praktiziert wird. Es ist nunmal ein bekanntes Merkmal linker Politikströmungen in Deutschland, gewisse Fakten aus ideologischen Gründen nicht wahrhaben zu wollen. Das nenne ich Realitätsverweigerung. Das ist ein realer Effekt, keine Polemik.

Nein, ich sehe eine agressive Politik von rechter Seite, die aus den Problemen der Linken, Realitäten nicht wahrhaben zu wollen, Kapital schlagen. Ich kann nicht erkennen dass die AfD Realtitäten ignoriert. Im Gegenteil, sie benutzen die Realitäten um Anhängerschaft zu gewinnen - was ihr gutes Recht als politische Strömung ist.
Es wäre nun an den Regierenden daran denen den Wind aus den Segeln zu nehmen. Stattdessen fällt man in repressive Methoden zurück (NetzDG) um Kritik abzublocken. Dann darf man sich über 13% AfD aber bitte auch nicht wundern.
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon Woppadaq » So 14. Jan 2018, 01:05

Skeptiker hat geschrieben:(14 Jan 2018, 00:48)

Es hat einen deutlichen Rückgang gegeben: http://www.zeit.de/politik/ausland/2017 ... -rueckgang


Mag ja sein, aber ich les im verlinkten Artikel von allen möglichen Faktoren, die das beeinflusst haben könnten, nur nicht vom Code of Conduct.

Ich halte auch nichts vom Vorwurf einer Realitätsverweigerung. Noch weniger halte ich allerdings davon wenn sie praktiziert wird. Es ist nunmal ein bekanntes Merkmal linker Politikströmungen in Deutschland, gewisse Fakten aus ideologischen Gründen nicht wahrhaben zu wollen. Das nenne ich Realitätsverweigerung. Das ist ein realer Effekt, keine Polemik.


Dieses nur linken Gruppierungen vorzuwerfen ist ausgesprochen polemisch. Diese Sorte Selbstgerechtigkeit kenne ich von allen Lagern, inklusive Liberalen und Konservativen.

Nein, ich sehe eine agressive Politik von rechter Seite,


Zustimmung.

Ich kann nicht erkennen dass die AfD Realtitäten ignoriert.


AfD-Wähler und Sympathisanten tun das sehr wohl. Kann man hier täglich nachlesen.

Es wäre nun an den Regierenden daran denen den Wind aus den Segeln zu nehmen. Stattdessen fällt man in repressive Methoden zurück (NetzDG) um Kritik abzublocken. Dann darf man sich über 13% AfD aber bitte auch nicht wundern.


Schade, ich hatte tatsächlich geglaubt, sie wären an einer ernsthaften Diskussion interessiert. Nunja, kann man nichts machen.
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon nawatnu » So 14. Jan 2018, 08:52

Woppadaq hat geschrieben:(14 Jan 2018, 01:05)
AfD-Wähler und Sympathisanten tun das sehr wohl. Kann man hier täglich nachlesen.

Die "Refugees Welcome"-Fraktion tut das auch. Viele von uns leben in selbst gewählten Filterblasen.
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon Woppadaq » So 14. Jan 2018, 09:23

nawatnu hat geschrieben:(14 Jan 2018, 08:52)

Die "Refugees Welcome"-Fraktion tut das auch.


Wie gesagt, ich halte von solchen Vorwürfen nichts. Das ist nur Selbstbeweihräucherung. Keine Fraktion ist vor Selbstgerechtigkeit sicher.
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon think twice » So 14. Jan 2018, 10:00

Skeptiker hat geschrieben:(13 Jan 2018, 23:26)
Ich hatte geschrieben, dass mit Einführung der Maßnahmen die Probleme schlagartig aufhörten. Genauso war es.
Sie zitieren hier eine Stellungnahme, offensichtlich einer NGO - war ja leider keine Quellangabe dabei, aber der Text suggeriert es. Diese Stellungnahme beinhaltet EXAKT das was ich geschrieben habe, nämlich, dass die NGOs sich gegen diese Maßnahmen gewehrt haben.
.

Welche Massnahmen meinst du? Dass gekaufte Milizen an Libyens Küste Küste Flüchtlinge zwingen, in Lagern auszuharren, in denen sie gequält, gefoltert und verraten und verkauft werden?
Dafür plädierst du und verkaufst deine gepriesenen, menschenrechtsverletzenden "Massnahmen" als schuetzenswertes, wertkonservatives Denken?
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon Skeptiker » So 14. Jan 2018, 12:33

think twice hat geschrieben:(14 Jan 2018, 10:00)

Welche Massnahmen meinst du? Dass gekaufte Milizen an Libyens Küste Küste Flüchtlinge zwingen, in Lagern auszuharren, in denen sie gequält, gefoltert und verraten und verkauft werden?
Dafür plädierst du und verkaufst deine gepriesenen, menschenrechtsverletzenden "Massnahmen" als schuetzenswertes, wertkonservatives Denken?


Think Twice,

überprüfe doch mal bitte ob die Informationen die Du über diese Lager hast unabhängigen Quellen entstammen, oder ob diese Quellen eine eigene Politik verfolgen.

Ich hatte extra erwähnt, dass es bei massiven Menschenrechtsverletzungen, in der Größenordnung wie sie von linken Gruppierungen ständig an die Wand gemalt werden, wohl ein massives Medienecho geben sollte. Ich höre aber nichts davon. Daher gehe ich für mich ersteinmal davon aus, dass das zweckgerichtete Propaganda ist. Bitte also Beweise von unabhängiger Stelle, auch in Ausmaß und Systematik, ansonsten ist das unglaubwürdig.

Die fallenden Opferzahlen im Mittelmeer sind dagegen fundiert.

Du stellst also bewiesene Tatsachen gegen potentielle Propaganda. Da würde ich mich bei sachlicher Betrachtung der Dinge nicht wohl bei fühlen an Deiner Stelle. Immerhin geht es hier um tausendfaches Menschenleben. Sollen die der guten Absicht wegen sterben wenn es eine bessere Lösung gibt?

Was hält Dich außerdem davon ab auf in Libyen diese Lager zu beobachten und so zu einer Verbesserung der Lage zu sorgen? Diese Fragen sind oft so einfach zu beantworten, dass einem als "Normalo" nur die Erklärung über bleibt, dass diese Lager manchen Leuten ausschließlich als Rechtfertigung dienen sollen die eigene ideologisierte Ablehnung jeder Grenzsicherung zu untermauern.
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon think twice » So 14. Jan 2018, 14:14

Skeptiker hat geschrieben:(14 Jan 2018, 12:33)

Think Twice,

überprüfe doch mal bitte ob die Informationen die Du über diese Lager hast unabhängigen Quellen entstammen, oder ob diese Quellen eine eigene Politik verfolgen.


Skeptiker, ich lese Zeitung, ich schaue Fernsehen der unabhaengigen Medien, ich unterhalte mich mit Fluechtlingen, ich kenne Berichte von Augenzeugen.
Ich werde sicher nicht verzweifelt auf die Suche nach andersartigen Berichten gehen, die aus einer Ecke kommen, die sehr viel eher einer eigenen Politik folgen, nur um Unrecht salonfähig machen zu können.
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon think twice » So 14. Jan 2018, 14:20

Skeptiker hat geschrieben:(14 Jan 2018, 12:33)

Was hält Dich außerdem davon ab auf in Libyen diese Lager zu beobachten und so zu einer Verbesserung der Lage zu sorgen? .

Was hält dich davon ab, dich gegen gute Bezahlung den Milizen anzuschließen und damit beizutragen, dass es immer weniger Flüchtlinge aufs Meer schaffen und damit für ein gutes Klima in Deutschland zu sorgen? Damit niemand mehr die AfD wählen muss und so.
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Re: Warum driftet Deutschland nach rechts?

Beitragvon Skeptiker » So 14. Jan 2018, 14:53

think twice hat geschrieben:(14 Jan 2018, 14:20)

Was hält dich davon ab, dich gegen gute Bezahlung den Milizen anzuschließen und damit beizutragen, dass es immer weniger Flüchtlinge aufs Meer schaffen und damit für ein gutes Klima in Deutschland zu sorgen? Damit niemand mehr die AfD wählen muss und so.


Ich habe ihnen versucht klarzumachen, dass Prinzipienreiterei Menschenleben kosten kann und dass man in so ersten Fragen die Folgen zweier Übel gegeneinander abwägen und bewerten muss.

Ihre Antwort ist ätzender Zynismus. Das spricht für sich selbst.

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