Die Undemokratie durchbrechen

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Kleinlok
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Re: Die Undemokratie durchbrechen

Beitragvon Kleinlok » Mi 19. Jul 2017, 16:34

ThorsHamar hat geschrieben:(18 Jul 2017, 20:28)

Es gibt keine Weichspüldemokratie in Deutschland, sondern ein Parteiensystem, welches auf seinen Selbsterhalt fixiert ist.
Parteien funktionieren wie Unternehmen, also auch die internen Strukturen.
Die Demokratie, also der Auftrag des Staatsvolkes an Parteien, in seinem Sinne alle politischen Geschäfte des Staates verantwortlich zu führen, gerät dabei in den Hintergrund.
Die tatsächlichen Prämissen sind die Positionen des eigenen Unternehmens, also der Partei, und nicht die des Staates.
Und das ist auch der Grund, warum die Möglichkeiten eines Wählenden immer geringer werden, die Einflussnahme von Lobbyisten dagegen immer grösser.
Die sog. Globalisierung verschärft diesen Effekt noch!


Ich stimme dir weitgehend zu, bis auf die Aussage, das wird keine Weichspüldemokratie hätten.
Die Faktoren, von denen du m.E. richtig sprichst,
haben zu einer Gleichschaltung der etablierten Parteien geführt, die kaum noch unterscheidbar sind.
Akken ist das gemein, was du in diesem einen Satz sehr treffend beschreibst:

Die Demokratie, also der Auftrag des Staatsvolkes an Parteien, in seinem Sinne alle politischen Geschäfte des Staates verantwortlich zu führen, gerät dabei in den Hintergrund


Wir bekommen zu den Wahlen zum Teil ein Einheitsgebräu zur Wahl,
dass de facto keine echte Wahlemntscheidzúng ermöglicht,
da egal welche Koalition aus diesem Gebräu angerichtet wird eh immer die gleiche neoliberale Suppe daraugs gekocht wird,
welche die Reichen noch reuichger und noch mehr Menschen arm amchen wird.

Scheiße in verschiedenen Geschwacksrichtungen halt
und damit niemand "Aua" tuft, wird dann noch sounsoviel Weichspüler darüber gekippt.
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Re: Die Undemokratie durchbrechen

Beitragvon Kleinlok » Mi 19. Jul 2017, 16:39

Hieronymus hat geschrieben:(18 Jul 2017, 21:26)

Natürlich darf man den Zustand der Parteien negativ kritisieren. Um etwas zu ändern, braucht es das Engagement des Volkes.

Der "Grund" ist die Tatsache, dass sich immer weniger Bürger bereitfinden, nicht nur zu wählen, sondern sich aktiv in der Politik zu engagieren.
Das darf nämlich jeder Bürger, der das will.


Beide Sätze marlieren einen Teufelskreis:

Der negative Zusatnd unserer Demokratie verdrießt viele Bürger,
diese wenden sich von der Politik ab,
mit den wenig aktiven Restwählern können die parteien machen was sie bzw. deren eigentliche Befehlsgeber wollen.
Das verdrießt noch mehr, weil die reale Politik nicht im Interesse des Volkes ist
und die Politik bleibt noch weiter sich selber bzw. ihren Lobbyisten überlassen.

Bis es kracht, wenn zu viele bei dieser Farce von Demokratie satt drauflegen.
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Re: Die Undemokratie durchbrechen

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mi 19. Jul 2017, 16:43

Kleinlok hat geschrieben:(19 Jul 2017, 17:39)

Der negative Zusatnd unserer Demokratie verdrießt viele Bürger,


gibt's noch eine Antwort darauf?

viewtopic.php?p=3948795#p3948795
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Re: Die Undemokratie durchbrechen

Beitragvon ThorsHamar » Mi 19. Jul 2017, 18:04

Kleinlok hat geschrieben:(19 Jul 2017, 17:34)

Ich stimme dir weitgehend zu, bis auf die Aussage, das wird keine Weichspüldemokratie hätten.


Ich meine, wir haben eine Demokratie. Wie diese beschaffen ist, liegt tatsächlich in der Verantwortung jedes einzelnen Wählers.
Schliesslich dürfen wir frei entscheiden, was wir tun ....

Die Faktoren, von denen du m.E. richtig sprichst,
haben zu einer Gleichschaltung der etablierten Parteien geführt, die kaum noch unterscheidbar sind.


Gleichschaltung ist hier falsch gewählt, meine ich. Gleichschaltung ist eine Aktion nach Befehl, nach Anweisung einer Überordnung.
Sowas haben wir nicht direkt.
Die Angleichung der Parteiprogramme hat eher mit der Zweckmässigkeit zu tun und mit der panischen Angst, zu polarisieren, um in Verantwortung genommen zu werden.
Polarisierung ist aber eine Grundlage von Demokratie, nämlich das Anbieten von Alternativen zum Bestehenden.
Unser derzeitiges Parteiensystem orientiert sich aber eben nicht hauptsächlich an den Notwendigkeiten, sondern weitgehend an der Sicherung der Existenz der Firma.
Diese Stromlinienform ähnelt der Angleichung der meisten Autoformen, so dass praktisch alle Autos heute gleich aussehen. :cool:
Das beliebteste Objekt der Konkurrenz wird zum Vorbild der eigenen Produkte..... grauenhaft ....
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Re: Die Undemokratie durchbrechen

Beitragvon Uffhausen » Do 20. Jul 2017, 11:17

Das Gefühl von Undemokratie in unserem Land ist zu einem großen Teil unser eigenes Verschulden - ich will hier mal bspw. die "Ich bin kein Nazi, aber..."-Menschen benennen, von welchen ich in den letzten zwei Jahren viele kennengelernt habe.

Die meisten von diesen Menschen sind wirklich keine Nazis oder sonstwie fremden-, minderheits-, religions- oder demokratiefeindlich. Ganz im Gegenteil. Und deren Argumente, dass die zig Millionen Euro Steuergeld, die seither den Flüchtlingen zugute kommen, stattdessen doch lieber anders ausgegeben werden sollten, sind verständlich, nachvollziehbar und logisch.
Das Problem ist aber, dass sie selbst verhindern, dass diese Sicht der Dinge auch genauso bei der Politik ankommt. Wenn sie sich bspw. zuhauf einer fremdenfeindlichen Demo anschließen und Transparente hochhalten wo bspw. zulesen ist "Keine Flüchtlingsheime in unserer Stadt" oder "Deutschland den Deutschen", dann versteht sie die Politik als rassistisch und nationalistisch und eben nicht, dass die Mehrheit dieser Menschen eigentlich will, dass Schulen, Kindergärten und Straßen saniert werden sollen usw.

Für derlei geht seltsamerweise kaum einer auf die Straße und hält entsprechende Transparente hoch oder setzt sich sonstwie ein. Alle wollen es, aber wollen nichts dafür tun. Bei mir in der Stadt war das Anfang letzten Jahren ganz augenscheinlich: Die örtliche AfD organsierte zusammen mit dem örtlichem Pegida-Ableger eine Unterschriftenaktion zwecks Verhinderung einer neuen Flüchtlingseinrichtung und innerhalb einer Wochen kamen über 8000 Unterschriften zusammen. Wenige Wochen später stand ein Kindergarten vor der Schließung (für die bitternotwendige Sanierung war kein Geld vorhanden) und der Betreiber organisierte ebenfalls eine Unterschriftenaktion - es kamen innerhalb einer Woche lediglich knapp 500 Unterschriften zusammen. Für die Politik hieße das im direkten Vergleich, dass die Menschen mehr fremdenfeindlich sind und weniger Interesse an Erhaltung öffentlichen/sozialen Einrichtungen haben.

Mich wundert es gar nicht mehr, dass die Politik den Draht zum Wähler verloren zuhaben scheint - wir könnten das ändern, aber wir wollen scheints nicht. Der AfD gefällt's... :s
"Man sollte auf seinem Standpunkt stehen, aber man sollte nicht darauf sitzen." Erich Kästner
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Re: Die Undemokratie durchbrechen

Beitragvon Hieronymus » Do 20. Jul 2017, 11:56

Kleinlok hat geschrieben:(19 Jul 2017, 17:39)

Beide Sätze marlieren einen Teufelskreis:

Der negative Zusatnd unserer Demokratie verdrießt viele Bürger,
diese wenden sich von der Politik ab,


Unsere Demokratie funktioniert. Ich kann daher keinen sinnvollen Grund erkennen, sich von der Politik abzuwenden. Und würde unsere Demokratie nicht funktionieren, dann wäre gerade diese Abwendung die dümmste Reaktion!

mit den wenig aktiven Restwählern können die parteien machen was sie bzw. deren eigentliche Befehlsgeber wollen.


Wer sind denn die "eigentlichen Befehlsgeber" der Parteien?

Das verdrießt noch mehr, weil die reale Politik nicht im Interesse des Volkes ist


Was ist denn das "Interesse des Volkes", wo ist es und von wem abschließend definiert? Man müsste das wissen, um überhaupt mit der "realen Politik" vergleichen zu können, was mit reinen Schlagworten ein sinnloses Unterfangen ist!

und die Politik bleibt noch weiter sich selber bzw. ihren Lobbyisten überlassen.


Nein.

Bis es kracht, wenn zu viele bei dieser Farce von Demokratie satt drauflegen.


Es "kracht" doch, aber hauptsächlich in Ländern, in denen die Demokratie nicht so akzeptabel funktioniert wie in Deutschland.
MfG

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Re: Die Undemokratie durchbrechen

Beitragvon CaptainJack » Sa 29. Jul 2017, 14:43

Erfreulicherweise gibt es auch bekannte und hochangesehene Politiker, die sagen, was sie denken und was die Mainstream-Presse leider verschweigt
https://www.klaus.cz/clanky/4142
Zu Hause bin ich in den Medien immer wieder gefragt worden, warum ich in der letzten Zeit in Deutschland so oft rede. Meine Antwort ist relativ einfach: Deutschland ist – aus meiner Sicht – das heutige Schlachtfeld Europas. Es ist hier in Deutschland und nicht in den anderen Ländern Europas, wo das heutige europäische Dilemma, der heutige Konflikt über die Zukunft Europas gelöst wird – oder auch nicht. Ich bin mir nur nicht ganz sicher, ob die Deutschen Ihre heutige Rolle und Verantwortung in aller Breite, Tiefe und Wichtigkeit sehen und ob sie sich damit mit voller Aufmerksamkeit beschäftigen. Ob sie fähig sind, die enorme Manipulation und Indoktrinierung, die die heutigen europäischen politischen Eliten vor unseren Augen verwirklichen, zu durchschauen.

Für uns, für die tschechischen und deutschen Demokraten, bleiben nur die Argumente. Die sind aber zur Zeit nicht einfach zu präsentieren. Das freie Denken wird immer mehr unterdrückt. Die Debatte, die in den Medien und in der Politik stattfindet, ist nicht repräsentativ. Die Propaganda regiert. Ich stimme völlig mit dem Titel eines unlängst veröffentlichten Artikels in NZZ überein: Denkverbote statt Debatte. Der Autor dieses Artikels spricht sogar über die „Friedhofsruhe“ und über das dominierende „Moralisieren und Tabuieren“. In meiner Lebensgeschichte habe ich es schon mal erlebt. Es war in den kommunistischen Zeiten.
"Im Namen der Toleranz lässt man zu, dass die Intoleranten ihre Infrastruktur aufbauen."
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Re: Die Undemokratie durchbrechen

Beitragvon Hieronymus » Sa 29. Jul 2017, 20:40

Wer in einer Demokratie lebt, nimmt eine Verantwortung dafür wahr, dass diese Demokratie funktioniert und mit Leben gefüllt ist. Wenn die Bürger unzufrieden sind und sich deswegen an ihr nicht mehr beteiligen, dann haben sie die Folgen zumindest mitzuverantworten. Ändern bzw. verbessern lässt sich auf diese Weise nichts! Abwendung von der Politik ist in einer Demokratie eine sehr kurzsichtige, eine dumme Reaktion!

Unsere Demokratie insgesamt gerät nur dadurch in einen “negativen Zustand“, wenn sich die Bürger um sie nicht kümmern, wie es ihre Pflicht ist. Denn demokratische Rechte ziehen auch demokratische Pflichten nach sich!

Zum bedenklichen Zustand unserer Parteien hatte ich mich schon in einem anderen Beitrag geäußert. Die Parteien können auf die Wähler im Grunde nur begrenzten Einfluss nehmen. Auch die Parteien selbst sind von ihrer Struktur her grundsätzlich demokratisch. Wie groß der Einfluss von Parteiführungen in den Parteien auf ihren verschiedenen Ebenen sein kann, hängt von den Parteimitgliedern – normalen Bürgern – ab. Wenn sich Ortvereine, Kommunal-, Landes- und Bundesparteitage nur aus unkritischen Jasagern zusammensetzen, die ihre parteipolitischen Aufgaben mit Beifallsklatschen für ihre Parteispitzen als erfüllt ansehen, wie jüngst noch bei der Wahl des SPD-Schulzen zu hören und zu sehen war, dann sind es nicht zuletzt diese Parteiclaqueure, die die Demokratie ad absurdum führen.

Immer wieder wird zu pauschal geurteilt, die deutsche Politik berücksichtige das “Interesse des Volkes“ nicht. Dieses “Interesse“ ist nirgendwo eindeutig definiert, und was der eine Bürger will, will der andere nicht. Die politisch Agierenden sind in der heutigen Zeit unter ständiger Beobachtung des Volkes, der Medien, von dafür vorgesehenen Staatsgewalten, auch einer Weltöffentlichkeit. Gewiss, auch Menschen in der Politik oder hohen Wirtschaftsstellen mit politischem Einfluss sind fehlbar, egoistisch, nicht selten dumm und gewissenlos. Aber das bleibt langfristig selten verborgen, kommt schließlich ans Tageslicht. Die Automobillobby beispielsweise, die als Kartell geheimer Absprachen zur Bereicherung ihrer Unternehmen die Kunden wie den Staat Jahrzehnte lang betrogen haben, ist schließlich aufgefallen. Aber: die Bürger kaufen nach wie vor massenweise ihre Autos – noch nicht einmal dann, wenn sie die Möglichkeit haben, sind die Bürger willens und in der Lage, vernünftig und in ihrem “Interesse“ zu handeln. Dass es die Politik grundsätzlich auch nicht täte, kann angesichts des Wohlstandes in Deutschland nicht pauschal behauptet werden!
MfG

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Re: Die Undemokratie durchbrechen

Beitragvon DGDG » So 30. Jul 2017, 00:14

Hieronymus hat geschrieben:(29 Jul 2017, 21:40)

Wer in einer Demokratie lebt, nimmt eine Verantwortung dafür wahr, dass diese Demokratie funktioniert und mit Leben gefüllt ist. Wenn die Bürger unzufrieden sind und sich deswegen an ihr nicht mehr beteiligen, dann haben sie die Folgen zumindest mitzuverantworten. Ändern bzw. verbessern lässt sich auf diese Weise nichts! Abwendung von der Politik ist in einer Demokratie eine sehr kurzsichtige, eine dumme Reaktion!

Unsere Demokratie insgesamt gerät nur dadurch in einen “negativen Zustand“, wenn sich die Bürger um sie nicht kümmern, wie es ihre Pflicht ist. Denn demokratische Rechte ziehen auch demokratische Pflichten nach sich!

Zum bedenklichen Zustand unserer Parteien hatte ich mich schon in einem anderen Beitrag geäußert. Die Parteien können auf die Wähler im Grunde nur begrenzten Einfluss nehmen. Auch die Parteien selbst sind von ihrer Struktur her grundsätzlich demokratisch. Wie groß der Einfluss von Parteiführungen in den Parteien auf ihren verschiedenen Ebenen sein kann, hängt von den Parteimitgliedern – normalen Bürgern – ab. Wenn sich Ortvereine, Kommunal-, Landes- und Bundesparteitage nur aus unkritischen Jasagern zusammensetzen, die ihre parteipolitischen Aufgaben mit Beifallsklatschen für ihre Parteispitzen als erfüllt ansehen, wie jüngst noch bei der Wahl des SPD-Schulzen zu hören und zu sehen war, dann sind es nicht zuletzt diese Parteiclaqueure, die die Demokratie ad absurdum führen.

Immer wieder wird zu pauschal geurteilt, die deutsche Politik berücksichtige das “Interesse des Volkes“ nicht. Dieses “Interesse“ ist nirgendwo eindeutig definiert, und was der eine Bürger will, will der andere nicht. Die politisch Agierenden sind in der heutigen Zeit unter ständiger Beobachtung des Volkes, der Medien, von dafür vorgesehenen Staatsgewalten, auch einer Weltöffentlichkeit. Gewiss, auch Menschen in der Politik oder hohen Wirtschaftsstellen mit politischem Einfluss sind fehlbar, egoistisch, nicht selten dumm und gewissenlos. Aber das bleibt langfristig selten verborgen, kommt schließlich ans Tageslicht. Die Automobillobby beispielsweise, die als Kartell geheimer Absprachen zur Bereicherung ihrer Unternehmen die Kunden wie den Staat Jahrzehnte lang betrogen haben, ist schließlich aufgefallen. Aber: die Bürger kaufen nach wie vor massenweise ihre Autos – noch nicht einmal dann, wenn sie die Möglichkeit haben, sind die Bürger willens und in der Lage, vernünftig und in ihrem “Interesse“ zu handeln. Dass es die Politik grundsätzlich auch nicht täte, kann angesichts des Wohlstandes in Deutschland nicht pauschal behauptet werden!


SO funktioniert das leider nicht. Schau dir einfach mal das hier an: https://www.lobbycontrol.de/2016/12/arm ... me-studie/

Zum Thema Auto sei noch dies gesagt: VW-Skandal bringt ans Licht, dass ALLE Autohersteller die Grenzwerte für Schadstoffe wissentlich MISSACHTEN (ja, nicht nur VW). Resultat der "Regierung" (diesmal in Brüssel): Die Grenzwerte werden hochgesetzt. :)
https://www.eea.europa.eu/de/pressroom/ ... schmutzung
https://www.heise.de/autos/artikel/EU-P ... 92091.html

Bin übrigens neu hier, guten Abend!

Ich zitiere mal die wesentlichen Punkte.

Die Antwort der Wissenschaftler ist eindeutig. Zum einen sinkt die politische Partizipation mit sinkendem Einkommen und beruflichem Status. Dieser Zusammenhang ist schon länger bekannt. Neu war, dass Schäfers Forscherteam die politischen Einstellungen von sozialen Gruppen mit Bundestagsentscheidungen abglich.
Klare Ergebnisse: Wer mehr Geld hat, findet mehr Gehör in der Politik

Dabei fanden sie heraus: Wer mehr Geld hat, dessen Interessen werden bei politischen Entscheidungen stärker berücksichtigt. Reiche finden in der Politik mehr Gehör. Dies gelte besonders für die Themenfelder „Wirtschaft und Finanzen“ sowie „Arbeit und Soziales“ die wiederum in hohem Maße Auswirkungen auf die soziale Ungleichheit im Land haben.
In einer früheren Version, die noch nicht von den anderen Ministerien bewertet wurde, hatten die Autoren des Berichts die Studie ausführlich dargestellt. In der aktuell vorliegenden Version wurde nun der Teil, der die Zusammenhänge zwischen sozialer Ungleichheit und politischen Entscheidungen darstellt, weitgehend gelöscht. Die Bundesregierung zensiert also die unliebsamen Ergebnisse ihrer eigens beauftragten wissenschaftlichen Studie.


Es ist also klar, dass der "Geldadel" eben doch das Land regiert, auch wenn die Definition "Geldadel" etwas breiter gefächert werden müsste. Sogar der Bundesregierung, und damit das Ganze kein öffentliches Thema wird, wird kräftig zensiert. :)
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Re: Die Undemokratie durchbrechen

Beitragvon DarkLightbringer » So 30. Jul 2017, 02:45

Uffhausen hat geschrieben:(20 Jul 2017, 12:17)

Das Gefühl von Undemokratie in unserem Land ist zu einem großen Teil unser eigenes Verschulden - ich will hier mal bspw. die "Ich bin kein Nazi, aber..."-Menschen benennen, von welchen ich in den letzten zwei Jahren viele kennengelernt habe.

Die meisten von diesen Menschen sind wirklich keine Nazis oder sonstwie fremden-, minderheits-, religions- oder demokratiefeindlich. Ganz im Gegenteil. Und deren Argumente, dass die zig Millionen Euro Steuergeld, die seither den Flüchtlingen zugute kommen, stattdessen doch lieber anders ausgegeben werden sollten, sind verständlich, nachvollziehbar und logisch.
Das Problem ist aber, dass sie selbst verhindern, dass diese Sicht der Dinge auch genauso bei der Politik ankommt. Wenn sie sich bspw. zuhauf einer fremdenfeindlichen Demo anschließen und Transparente hochhalten wo bspw. zulesen ist "Keine Flüchtlingsheime in unserer Stadt" oder "Deutschland den Deutschen", dann versteht sie die Politik als rassistisch und nationalistisch und eben nicht, dass die Mehrheit dieser Menschen eigentlich will, dass Schulen, Kindergärten und Straßen saniert werden sollen usw.

Für derlei geht seltsamerweise kaum einer auf die Straße und hält entsprechende Transparente hoch oder setzt sich sonstwie ein. Alle wollen es, aber wollen nichts dafür tun. Bei mir in der Stadt war das Anfang letzten Jahren ganz augenscheinlich: Die örtliche AfD organsierte zusammen mit dem örtlichem Pegida-Ableger eine Unterschriftenaktion zwecks Verhinderung einer neuen Flüchtlingseinrichtung und innerhalb einer Wochen kamen über 8000 Unterschriften zusammen. Wenige Wochen später stand ein Kindergarten vor der Schließung (für die bitternotwendige Sanierung war kein Geld vorhanden) und der Betreiber organisierte ebenfalls eine Unterschriftenaktion - es kamen innerhalb einer Woche lediglich knapp 500 Unterschriften zusammen. Für die Politik hieße das im direkten Vergleich, dass die Menschen mehr fremdenfeindlich sind und weniger Interesse an Erhaltung öffentlichen/sozialen Einrichtungen haben.

Mich wundert es gar nicht mehr, dass die Politik den Draht zum Wähler verloren zuhaben scheint - wir könnten das ändern, aber wir wollen scheints nicht. Der AfD gefällt's... :s

Allein in Berlin werden jährlich mehr als 1.000 Demonstrationen angemeldet. Der in aller Regel hart arbeitende Bürger hat nur nicht so viel Zeit, sich mit allen Wehwehchen im Detail zu befassen. Wie sollte das auch gehen? Ein Jahr hat nur 365 Tage, wer will da täglich 3 Akten durchwälzen?
Diverse "Eyecatcher" schaffen es natürlich in die Medien, aber auch das kann immer nur eine Auswahl aus der Auswahl sein.
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
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Re: Die Undemokratie durchbrechen

Beitragvon Hieronymus » So 30. Jul 2017, 17:13

DGDG hat geschrieben:(30 Jul 2017, 01:14)

SO funktioniert das leider nicht. Schau dir einfach mal das hier an: https://www.lobbycontrol.de/2016/12/arm ... me-studie/

Zum Thema Auto sei noch dies gesagt: VW-Skandal bringt ans Licht, dass ALLE Autohersteller die Grenzwerte für Schadstoffe wissentlich MISSACHTEN (ja, nicht nur VW). Resultat der "Regierung" (diesmal in Brüssel): Die Grenzwerte werden hochgesetzt. :)
https://www.eea.europa.eu/de/pressroom/ ... schmutzung
https://www.heise.de/autos/artikel/EU-P ... 92091.html

Bin übrigens neu hier, guten Abend!

Ich zitiere mal die wesentlichen Punkte.

Die Antwort der Wissenschaftler ist eindeutig. Zum einen sinkt die politische Partizipation mit sinkendem Einkommen und beruflichem Status. Dieser Zusammenhang ist schon länger bekannt. Neu war, dass Schäfers Forscherteam die politischen Einstellungen von sozialen Gruppen mit Bundestagsentscheidungen abglich.
Klare Ergebnisse: Wer mehr Geld hat, findet mehr Gehör in der Politik

Dabei fanden sie heraus: Wer mehr Geld hat, dessen Interessen werden bei politischen Entscheidungen stärker berücksichtigt. Reiche finden in der Politik mehr Gehör. Dies gelte besonders für die Themenfelder „Wirtschaft und Finanzen“ sowie „Arbeit und Soziales“ die wiederum in hohem Maße Auswirkungen auf die soziale Ungleichheit im Land haben.
In einer früheren Version, die noch nicht von den anderen Ministerien bewertet wurde, hatten die Autoren des Berichts die Studie ausführlich dargestellt. In der aktuell vorliegenden Version wurde nun der Teil, der die Zusammenhänge zwischen sozialer Ungleichheit und politischen Entscheidungen darstellt, weitgehend gelöscht. Die Bundesregierung zensiert also die unliebsamen Ergebnisse ihrer eigens beauftragten wissenschaftlichen Studie.


Es ist also klar, dass der "Geldadel" eben doch das Land regiert, auch wenn die Definition "Geldadel" etwas breiter gefächert werden müsste. Sogar der Bundesregierung, und damit das Ganze kein öffentliches Thema wird, wird kräftig zensiert. :)


Ich widerspreche deinen Ausführungen nicht. Aber unser Ansatz scheint mir unterschiedlich zu sein.

Du und der von dir angeführte Artikel beschreiben das, was ich unter “negativem Zustand unserer Demokratie“ grob zusammenfasste. Mein Ansatz ging dahin, das mangelhafte demokratische Engagement einer Vielzahl von Bürgern herauszustellen, das es erst ermöglicht, was problematisch ist und negative politische Auswirkungen hat, nämlich “dass der ‘Geldadel‘ eben doch das Land regiert.“

Weshalb sich Bürger von der Politik abwenden und sich demokratisch nicht betätigen, weshalb die in Parteien engagierten Bürger in den entscheidenden Gremien vorallem als Jasager und Claqueure agieren, darüber kann man diskutieren. Ich bezweifle nicht, dass “die politische Partizipation mit sinkendem Einkommen und beruflichem Status“ geringer ist. Zu fragen bliebe, warum gerade diese Bevölkerungsgruppen ihre Situation nicht zum Anlass nehmen, um sich demokratisch stärker zu engagieren und etwas zum Besseren zu verändern – oder laut Strangthema: um die Undemokratie zu durchbrechen? Weil sie zu dumm und ungebildet dazu sind, zu faul, zu uninteressiert, zu …? Das ist umso erstaunlicher, als gerade aus diesen Bevölkerungsschichten der Vorwurf kommt, dass die Politik ihre “Interessen“ zuwenig wahrnimmt. Aber sie ziehen keine sinnvollen Konsequenzen daraus. Ich schreibe es noch einmal: die Abwendung von Politik und Demokratie ist vollkommen falsch, weil sie die Politik denen überlässt, die ständig negativ kritisiert werden!
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Re: Die Undemokratie durchbrechen

Beitragvon DGDG » So 30. Jul 2017, 18:34

Hieronymus hat geschrieben:(30 Jul 2017, 18:13)

Ich widerspreche deinen Ausführungen nicht. Aber unser Ansatz scheint mir unterschiedlich zu sein.

Du und der von dir angeführte Artikel beschreiben das, was ich unter “negativem Zustand unserer Demokratie“ grob zusammenfasste. Mein Ansatz ging dahin, das mangelhafte demokratische Engagement einer Vielzahl von Bürgern herauszustellen, das es erst ermöglicht, was problematisch ist und negative politische Auswirkungen hat, nämlich “dass der ‘Geldadel‘ eben doch das Land regiert.“

Weshalb sich Bürger von der Politik abwenden und sich demokratisch nicht betätigen, weshalb die in Parteien engagierten Bürger in den entscheidenden Gremien vorallem als Jasager und Claqueure agieren, darüber kann man diskutieren. Ich bezweifle nicht, dass “die politische Partizipation mit sinkendem Einkommen und beruflichem Status“ geringer ist. Zu fragen bliebe, warum gerade diese Bevölkerungsgruppen ihre Situation nicht zum Anlass nehmen, um sich demokratisch stärker zu engagieren und etwas zum Besseren zu verändern – oder laut Strangthema: um die Undemokratie zu durchbrechen? Weil sie zu dumm und ungebildet dazu sind, zu faul, zu uninteressiert, zu …? Das ist umso erstaunlicher, als gerade aus diesen Bevölkerungsschichten der Vorwurf kommt, dass die Politik ihre “Interessen“ zuwenig wahrnimmt. Aber sie ziehen keine sinnvollen Konsequenzen daraus. Ich schreibe es noch einmal: die Abwendung von Politik und Demokratie ist vollkommen falsch, weil sie die Politik denen überlässt, die ständig negativ kritisiert werden!


Ich denke dein Ansatz ist auf keinen Fall verkehrt. Natürlich könnte man was dran ändern, wenn alle an einem Strang ziehen. Das Problem daran ist nur: Noch ist das Elend nicht groß genug. Noch herrscht die Meinung, dass man sowieso nichts dran ändern kann. Ändern wird es sich dann, wenn ein Großteil der Bevölkerung soweit verarmt ist, dass sie mit dem Rücken zur Wand stehen. Das wird noch kommen und es wird schnell kommen, denn das Geld, welches noch für die Armen zur Verfügung steht, nimmt rapide ab.
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Re: Die Undemokratie durchbrechen

Beitragvon 3x schwarzer Kater » So 30. Jul 2017, 18:56

DGDG hat geschrieben:(30 Jul 2017, 01:14)


Zum Thema Auto sei noch dies gesagt: VW-Skandal bringt ans Licht, dass ALLE Autohersteller die Grenzwerte für Schadstoffe wissentlich MISSACHTEN (ja, nicht nur VW). Resultat der "Regierung" (diesmal in Brüssel): Die Grenzwerte werden hochgesetzt. :)
https://www.eea.europa.eu/de/pressroom/ ... schmutzung
https://www.heise.de/autos/artikel/EU-P ... 92091.html



Der größte Unsicherheitsfaktor bei Schadstoffemissionen durch PKWs ist immer noch der Fahrer.
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Re: Die Undemokratie durchbrechen

Beitragvon DGDG » So 30. Jul 2017, 19:28

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(30 Jul 2017, 19:56)

Der größte Unsicherheitsfaktor bei Schadstoffemissionen durch PKWs ist immer noch der Fahrer.


Das ist auf jeden Fall richtig - es würde aber sschonmal helfen, wenn man die Abgaststests auch unter Realbedingungen mit realistischem Fahrverhalten durchführen würde. Der NEFZ war einfach total veraltet und realitätsfern. :/
https://www.vda.de/de/themen/umwelt-und ... ssung.html
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Re: Die Undemokratie durchbrechen

Beitragvon 3x schwarzer Kater » So 30. Jul 2017, 19:38

DGDG hat geschrieben:(30 Jul 2017, 20:28)

Das ist auf jeden Fall richtig - es würde aber sschonmal helfen, wenn man die Abgaststests auch unter Realbedingungen mit realistischem Fahrverhalten durchführen würde. Der NEFZ war einfach total veraltet und realitätsfern. :/
https://www.vda.de/de/themen/umwelt-und ... ssung.html


Es gibt kein allgemein gültiges realistisches Fahrverhalten, weil eben jeder anders fährt. Vielleicht sollte man auch einfach mal über eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf deutschen Autobahnen nachdenken ....
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Re: Die Undemokratie durchbrechen

Beitragvon Odin1506 » Mo 31. Jul 2017, 00:17

Kleinlok hat geschrieben:(18 Jul 2017, 19:32)

ich bleibe dabei: In Deutschland gibt es keine realen Mehrheitsentscheidungen,
weil diejenigen, die da wählen gehen, vor den Wahlen belogen und eingeschläfert werden,
so dass sie gar nicht mitbekommen, wie unehrlich und ungerecht die Politik da ist, die sie wählen.
Und auch keine Mehrheit der Welt hat das Recht eine Minderheit mit der von ihr gewählten Politik zu verarschen bzw. arm zu machen.

Was wir hier erleben ist ein mieser Bluff, wo Menschen und Kreise mit viel Geld
eine Art psychologische Kriegsführung gegen Unter- und Mittelschicht betreiben, beide gegeneinander ausspielen
und ein System geschaffen haben, wo sich die Opfer in gegenseitiger Konkurrenz unnötig das Leben schwer machen,
anstatt sich gemeinsam gegen die ungerechte Politik zu solidarisieren.


Das ist so gewollt, da wird der blanke Neid geschürt. Und wenn man darauf aufmerksam machen will ist man ein linker Spinner.
Ich denke mal kritisch wird es erst wenn es kein Bier und kein Fußball mehr gibt, da lässt der Deutsche nicht mit sich spassen.
Ich bin keine Signatur, ich putze hier nur!!! :p
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Re: Die Undemokratie durchbrechen

Beitragvon Hieronymus » Di 1. Aug 2017, 19:50

DGDG hat geschrieben:(30 Jul 2017, 19:34)

Ich denke dein Ansatz ist auf keinen Fall verkehrt. Natürlich könnte man was dran ändern, wenn alle an einem Strang ziehen. Das Problem daran ist nur: Noch ist das Elend nicht groß genug. Noch herrscht die Meinung, dass man sowieso nichts dran ändern kann. Ändern wird es sich dann, wenn ein Großteil der Bevölkerung soweit verarmt ist, dass sie mit dem Rücken zur Wand stehen. Das wird noch kommen und es wird schnell kommen, denn das Geld, welches noch für die Armen zur Verfügung steht, nimmt rapide ab.


"Noch ist das Elend nicht groß genug" - das ist sehr negativ ausgedrückt. Man könnte auch positiver formulieren: noch ist der Wohlstand auch in den unteren Bevölkerungsschichten zu groß. ;)

Wie auch immer: die Verteilung der erwirtschafteten Gewinne ist zu ungerecht, das ist selbst in Regierungsberichten dokumentiert und belegt. Die politische Aufgabe, dieses Ungleichgewicht zu korrigieren, ist also erkannt! Für die Zukunft wird es daher darauf ankommen, ob diese Fehlentwicklung auf politischem Wege und im Konsens behoben werden kann oder nicht.
MfG

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Re: Die Undemokratie durchbrechen

Beitragvon Uffhausen » Di 1. Aug 2017, 21:13

DarkLightbringer hat geschrieben:(30 Jul 2017, 03:45)

Allein in Berlin werden jährlich mehr als 1.000 Demonstrationen angemeldet. Der in aller Regel hart arbeitende Bürger hat nur nicht so viel Zeit, sich mit allen Wehwehchen im Detail zu befassen. Wie sollte das auch gehen? Ein Jahr hat nur 365 Tage, wer will da täglich 3 Akten durchwälzen?
Diverse "Eyecatcher" schaffen es natürlich in die Medien, aber auch das kann immer nur eine Auswahl aus der Auswahl sein.

Es ging mir nicht um Zeit, sondern um SINN! Wieso soll man bspw. an einer Fremdenfeindlichkeits-Demo teilnehmen, wenn die "Wehwehchen" gänzlich anderer Natur sind?

Umgemünzt würde dein grundlegend durchaus vollkommen korrektes Zeit-Argument bedeuten, dass die Menschen vorrangig Zeit haben, bspw. diverse AfD- oder Pegida-Demos, bzw. -kundgebungen zu besuchen; weil von vergleichbaren Demos oder Kundgebungen bspw. bzgl. Sanierungsstau usw. ist mir absolut nichts bekannt. Warum haben die diese Leute also viel Zeit sich mit Flüchtlingen, AfD, Pegida, Lügenpresse oder EU auseinanderzusetzen? Und warum beschweren sich ausgerechnet vorrangig diese Leute dann hinterher über Missachtung anderer (eigentlicher!) "Wehwehchen" und beklagen zunehmende Undemokratie? Ergibt für mich einfach KEINEN SINN. :s
"Man sollte auf seinem Standpunkt stehen, aber man sollte nicht darauf sitzen." Erich Kästner
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Re: Die Undemokratie durchbrechen

Beitragvon oga » Di 1. Aug 2017, 21:51

Uffhausen hat geschrieben:(01 Aug 2017, 22:13)
Wieso soll man bspw. an einer Fremdenfeindlichkeits-Demo teilnehmen, wenn die "Wehwehchen" gänzlich anderer Natur sind?
Na, zum Beispiel, weil man von der Überzeugung her etwas gegen Fremde hat. ;)
I guess I should warn you, if I turn out to be particularly clear, you've probably misunderstood what I've said.
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Re: Die Undemokratie durchbrechen

Beitragvon schelm » Di 1. Aug 2017, 22:20

Man kann von dem Kollegen halten was man will, aber grobe Schnitzer in seinen Aussagen konnte ich ad hoc nicht entdecken :

https://youtu.be/JPozH6jRAvE

Ich finde hingegen, dies beschreibt sehr genau das momentane Demokratiedefizit in Deutschland.
Jeder Kaiser hat das Recht nackt vor sein Volk zu treten, aber dafür bedarf es eines Volkes, das nicht blind ist.

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