Höcke: Denkmal der Schande

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jorikke
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Höcke: Denkmal der Schande

Beitragvon jorikke » Mi 18. Jan 2017, 15:51

Das alte Spiel, die ARD produziert einen vordergründig missverständlichen Satz, die pavlovschen Hunde bellen los und das Ziel Aufmerksamkeit zu erreichen, hat die AfD mal wieder erreicht.
Er hat nicht gesagt, das Denkmal sei eine Schande für Deutschland.
Das wäre in der Tat eine Sauerei.
Er hat gesagt, es sei ein Denkmal der Schande.
...und damit hat er recht, daran gibt es nichts auszusetzen.
Es spricht für Deutschland und seine Politik, zu seiner schändlichen Vergangenheit im dritten Reich zu stehen und durch ein Denkmal die Erinnerung daran wach zu halten.
In einigen Tagen/Wochen, wenn auch der letzte Esel gemerkt hat, mal wieder von den Sprüchen der AfD Leute geleimt worden zu sein, die Anzeigen in der Rundablage gelandet sind, dann wird lediglich bleiben mit welcher Chuzpe die AfD es mal wieder geschafft hat sich in den Focus der Öffentlichkeit zu katapultieren.
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Julian
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Re: Höcke: Denkmal der Schande

Beitragvon Julian » Mi 18. Jan 2017, 16:02

Nicht, dass es irgend jemand interessieren würde - die Meinungspolizei hat ihr Urteil schon längst gesprochen - aber hier Höckes persönliche Erklärung zu der Rede:

„Ich bin erstaunt über die Berichterstattung zu meiner Rede vom 17. Januar in Dresden. Angeblich soll ich dort das Holocaust-Gedenken der Deutschen kritisiert haben. Diese Auslegung ist eine bösartige und bewusst verleumdende Interpretation dessen, was ich tatsächlich gesagt habe. Wörtlich habe ich gesagt: ,Wir Deutschen sind das einzige Volk, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.‘

Das heißt, ich habe den Holocaust, also den von Deutschen verübten Völkermord an den Juden, als Schande für unser Volk bezeichnet. Und ich habe gesagt, dass wir Deutsche diesem auch heute noch unfassbaren Verbrechen, also dieser Schuld und der damit verbundenen Schande mitten in Berlin, ein Denkmal gesetzt haben.

Was ist daran falsch? [...]"

http://afd-thl.de/2017/01/18/persoenlic ... dner-rede/
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Re: Höcke: Denkmal der Schande

Beitragvon CaptainJack » Mi 18. Jan 2017, 16:07

Julian hat geschrieben:(18 Jan 2017, 16:02)

Nicht, dass es irgend jemand interessieren würde - die Meinungspolizei hat ihr Urteil schon längst gesprochen - aber hier Höckes persönliche Erklärung zu der Rede:


http://afd-thl.de/2017/01/18/persoenlic ... dner-rede/
Das erinnert mich an das Pressespielchen mit diesem Princippi, dessen Rede (bewusst?) falsch und völlig sinnentstellt widergegeben wurde aber anschließend der Presseschwanz erbärmlich eingezogen werden musste.
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Re: Höcke: Denkmal der Schande

Beitragvon Ein Terraner » Mi 18. Jan 2017, 16:14

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Zunder
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Re: Höcke: Denkmal der Schande

Beitragvon Zunder » Mi 18. Jan 2017, 16:57

Das Holocaust-Mahnmal ist kein Denkmal der Schande. Es ist ein Denkmal des Verbrechens.

Als Schande gilt es, wenn die Bürgermeisterstochter ein Kind von einem Neger bekommt. Der Holocaust war kein läppischer Verstoß gegen gesellschaftliche Konventionen.
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Re: Höcke: Denkmal der Schande

Beitragvon Ein Terraner » Mi 18. Jan 2017, 17:07

Zunder hat geschrieben:(18 Jan 2017, 16:57)

Als Schande gilt es, wenn die Bürgermeisterstochter ein Kind von einem Neger bekommt.


? Vielleicht in Höckes Familie.
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Re: Höcke: Denkmal der Schande

Beitragvon Zunder » Mi 18. Jan 2017, 17:23

Ein Terraner hat geschrieben:(18 Jan 2017, 17:07)

? Vielleicht in Höckes Familie.

Vielleicht auch noch woanders, kommt halt auf die Konventionen an.
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Re: Höcke: Denkmal der Schande

Beitragvon JFK » Mi 18. Jan 2017, 17:25

Ein Terraner hat geschrieben:(18 Jan 2017, 17:07)

? Vielleicht in Höckes Familie.


Definitiv, Blutschande oder Rassenschande nennen die das Glaube ich.
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Re: Höcke: Denkmal der Schande

Beitragvon Ein Terraner » Mi 18. Jan 2017, 17:36

Zunder hat geschrieben:(18 Jan 2017, 17:23)

Vielleicht auch noch woanders, kommt halt auf die Konventionen an.


Wenn die Konvention leicht rassistisch ist kann das vorkommen.
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Re: Höcke: Denkmal der Schande

Beitragvon Wasteland » Mi 18. Jan 2017, 17:45

Zunder hat geschrieben:(18 Jan 2017, 16:57)

Das Holocaust-Mahnmal ist kein Denkmal der Schande. Es ist ein Denkmal des Verbrechens.

Als Schande gilt es, wenn die Bürgermeisterstochter ein Kind von einem Neger bekommt.


Das ist ja deren Hauptangst. Das bald jede deutsche Frau Negerbabies bekommt.
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Re: Höcke: Denkmal der Schande

Beitragvon jack000 » Mi 18. Jan 2017, 18:32

Julian hat geschrieben:(18 Jan 2017, 16:02)

Nicht, dass es irgend jemand interessieren würde - die Meinungspolizei hat ihr Urteil schon längst gesprochen - aber hier Höckes persönliche Erklärung zu der Rede:


http://afd-thl.de/2017/01/18/persoenlic ... dner-rede/

Diese Erklärung ist Heuchelei!
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Re: Höcke: Denkmal der Schande

Beitragvon Quatschki » Mi 18. Jan 2017, 18:41

Hier ein anderes Beispiel eines Mahnmals der Schande

Die Uminterpretation von Höckes Rede durch die meisten Leitmedien ist im Prinzip klassische "Fake news", also das, was diese Herrschaften eigentlich bekämpfen wollten...
Nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken!
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Re: Höcke: Denkmal der Schande

Beitragvon Fazer » Mi 18. Jan 2017, 18:47

Zunder hat geschrieben:(18 Jan 2017, 16:57)

Das Holocaust-Mahnmal ist kein Denkmal der Schande. Es ist ein Denkmal des Verbrechens.



In der Tat, das bringt es auf den Punkt. Und diesem einzigartigen Verbrechen wird zentral gedacht, das ist genau richtig. Das Mahnmal ist sehr beeindruckend und wird deswegen auch von sehr vielen Menschen jeden Tag besucht. Je weiter der 2. WK weg ist umso mehr müssen gerade Schüler auch mit dieser Realität, diesen Verbrechen der Nazis konfrontiert werden. Höcke konstruiert halt diesen "Opfermythos" als wenn wir alle jeden Tag gebuckelt durch die Weltgeschichte laufen. Das ist schon lange vorbei. Stolz auf die Nation ist seit 2006, dem Sommermärchen, wieder normal. International ist Deutschland überall anerkannt. Aber Höcke und Co. müssen ihren Wählern halt so ein Zeug einreden. Seine Erklärungen und die Beschwerde, er werde "missverstanden" sind insoweit lächerlich.
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Re: Höcke: Denkmal der Schande

Beitragvon frems » Mi 18. Jan 2017, 18:51

Quatschki hat geschrieben:(18 Jan 2017, 18:41)

Hier ein anderes Beispiel eines Mahnmals der Schande

Die Uminterpretation von Höckes Rede durch die meisten Leitmedien ist im Prinzip klassische "Fake news", also das, was diese Herrschaften eigentlich bekämpfen wollten...

Die deutsche Sprache ist schon schön.

Dass es Höcke an dem Abend um die Grundsatzbestimmung einer völlig veränderten Erinnerungskultur ging, zeigte sich auch daran, dass er sich auf die Rede bezog, die 1985 der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker zur Erinnerung an das Kriegsende am 8. Mai 1945 gehalten hatte.

Jenen Tag hatte Weizsäcker damals „Tag der Befreiung“ genannt, während in rechtsextremen Kreisen das Kriegsende immer wieder als „Tag der Schande“ (Genitivkonstruktion!) bezeichnet wird. Höcke sagte am Dienstag, Weizsäckers damalige Rede sei „eine Rede gegen das eigene Volk“ gewesen.

https://www.welt.de/politik/deutschland ... weckt.html
Labskaus!
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Re: Höcke: Denkmal der Schande

Beitragvon Schnitter » Mi 18. Jan 2017, 18:52

CaptainJack hat geschrieben:(18 Jan 2017, 16:07)

Das erinnert mich an das Pressespielchen mit diesem Princippi, dessen Rede (bewusst?) falsch und völlig sinnentstellt widergegeben wurde aber anschließend der Presseschwanz erbärmlich eingezogen werden musste.


[...]

Fast alle Medien haben die ekelhafte Rede komplett korrekt interpretiert.

Selbst die Pegidioten haben ihn ausgepfiffen.
Zuletzt geändert von Milady de Winter am Mi 18. Jan 2017, 21:08, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: MOD - ad personam
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Re: Höcke: Denkmal der Schande

Beitragvon Fazer » Mi 18. Jan 2017, 18:55

Quatschki hat geschrieben:(18 Jan 2017, 18:41)

Hier ein anderes Beispiel eines Mahnmals der Schande

Die Uminterpretation von Höckes Rede durch die meisten Leitmedien ist im Prinzip klassische "Fake news", also das, was diese Herrschaften eigentlich bekämpfen wollten...


Ach, wer hat denn da uminterpretiert? Bringst du da mal konkrete Links zu irgendwelchen Zeitungen oder Medien die behaupten Höcke hätte gesagt, das Denkmal sei eine Schande für Deutschland?

Ich helfe dir schon mal beim lesen und nicht finden:

http://www.faz.net/aktuell/politik/inla ... 90470.html

http://www.faz.net/aktuell/politik/inla ... 86499.html

http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 30520.html

http://www.bild.de/politik/inland/alter ... .bild.html
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Re: Höcke: Denkmal der Schande

Beitragvon harry52 » Mi 18. Jan 2017, 19:05

jorikke hat geschrieben:Das alte Spiel, die AfD produziert einen vordergründig missverständlichen Satz, die pavlovschen Hunde bellen los und das Ziel Aufmerksamkeit zu erreichen, hat die AfD mal wieder erreicht.

Ja, gut erkannt.
Ich persönlich ziehe noch einen Schluss daraus. So ein gigantisches Verbrechen mit so vielen Opfern, wie es die Nazis zu verantworten haben, für Wortspielchen zu benutzen, nur um bei den nächsten Wahlen möglichst viele gut bezahlte Plätze in den Parlamenten zu bekommen, ist einfach nur ekelig.

Höcke ist ein geldgeiles und machtgeiles Schw...!
Das sind genau die Leute, die über Leichen gehen.
"Gut gemeint" ist nicht das Gleiche wie "gut gemacht".
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Re: Höcke: Denkmal der Schande

Beitragvon jorikke » Mi 18. Jan 2017, 19:27

harry52 hat geschrieben:(18 Jan 2017, 19:05)

Ja, gut erkannt.
Ich persönlich ziehe noch einen Schluss daraus. So ein gigantisches Verbrechen mit so vielen Opfern, wie es die Nazis zu verantworten haben, für Wortspielchen zu benutzen, nur um bei den nächsten Wahlen möglichst viele gut bezahlte Plätze in den Parlamenten zu bekommen, ist einfach nur ekelig.

Höcke ist ein geldgeiles und machtgeiles Schw...!
Das sind genau die Leute, die über Leichen gehen.


Kann man so sehen.
Mit solcherlei krassen Ausdrücken würde ich ihn nicht "bedenken".
Überzeugungstäter ordnen eigene Interessen zumeist "der Idee" unter.
Um es mildest möglichst auszudrücken: "Ein Verwirrter."
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Re: Höcke: Denkmal der Schande

Beitragvon Kritikaster » Mi 18. Jan 2017, 19:40

Ein Terraner hat geschrieben:(18 Jan 2017, 17:07)

? Vielleicht in Höckes Familie.

Und bei denen, die seine Hetzrede hier jetzt wieder einmal im Nachhinein uminterpretieren, um diejenigen, die ihn nach Wort und Sinn exakt zitieren, der Uminterpretation zu beschuldigen.

Eben ihre alte Masche: Was sie selbst tun, wird den politischen und medialen Gegnern unterstellt ... und fällt bei den rechten Dumpfbacken auf mit brauner Soße tief durchgedüngten Nährboden. :rolleyes:
Der am höchsten entwickelte Sinn ist der Unsinn. (Peter E. Schumacher)
Wo der Sinn aufhört, beginnt der Wahnsinn. (Erhard Horst Bellermann)
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jorikke
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Re: Höcke: Denkmal der Schande

Beitragvon jorikke » Mi 18. Jan 2017, 19:57

jack000 hat geschrieben:(18 Jan 2017, 18:32)

Diese Erklärung ist Heuchelei!


Genau so war die Geschichte ja angelegt.
Rausrotzen, dementieren, gewünschte Aufmerksamkeit erreichen.
Ganz nach dem Muster der Vorsitzenden.
Wenn die ihn jetzt in den Senkel stellt, muss es intern ganz schön rumoren.
Höcke/ Gauweiler gegen den Narrenrest.

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