Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft - Rückschritt oder Fortschritt?

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Re: Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft - Rückschritt oder Fortschritt?

Beitragvon Unité 1 » So 12. Mär 2017, 16:01

Katenberg hat geschrieben:(12 Mar 2017, 15:58)

Folter ist sinnlos, da gibt es viel bessere Methoden zu wirken

Ja, zum Beispiel deine Beiträge lesen zu müssen.

Zum Thema: Wieso bist du dagegen, dass Standards wie z.B. die Einhaltung von Menschenrechten unabhängig von Taten und Gesinnungen gelten? Was ist an Willkür denn so reizvoll?
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Re: Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft - Rückschritt oder Fortschritt?

Beitragvon Katenberg » So 12. Mär 2017, 16:06

Unité 1 hat geschrieben:(12 Mar 2017, 16:01)

Ja, zum Beispiel deine Beiträge lesen zu müssen.

Zum Thema: Wieso bist du dagegen, dass Standards wie z.B. die Einhaltung von Menschenrechten unabhängig von Taten und Gesinnungen gelten? Was ist an Willkür denn so reizvoll?


Ohhh, jetzt hast du's mir aber echtgegeben. Tut mir leid, Liebchen, aber auf solche Suggestivfragen gehe ich gar nicht erst ein. Schlage zuvor mal die Definition von Willkür nach, schaden kann es nicht, vielleicht können wir dann weitermachen. :)
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Re: Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft - Rückschritt oder Fortschritt?

Beitragvon Unité 1 » So 12. Mär 2017, 16:21

Katenberg hat geschrieben:(12 Mar 2017, 16:06)
Ohhh, jetzt hast du's mir aber echtgegeben. Tut mir leid, Liebchen,
Erbärmlich.
aber auf solche Suggestivfragen gehe ich gar nicht erst ein.

Katenberg hat geschrieben:
Wer aufgrund terroristischer Bestrebungen staatenlos wird, ist eben nicht passiver Spielball der Gewalten, sondern hat diesen Zustand mit Wissen und Wollen herbeigeführt. Niemand wird in ein syrisches Ferienlager gezwungen.

Na, Katenberg, hast du es letztlich doch begriffen und versuchst deswegen billig zu pöbeln?
Du willst Staatenlosigkeit als Folge terroristischer Bestrebungen, folglich die Achtung von Menschenrechten von Taten und Ansichten abhängig machen. Menschenrechte gelten aber universell; sie gelten unabhängig der Begleitumstände (wenigstens in Rechtsstaaten) von Taten. Wobei; du brauchst ja nicht mal Straftaten, "terroristische Bestrebungen" sind dir bereits genug zum Entzug der Staatsbürgerschaft mit der Folge von Staatenlosigkeit. Gesinnungstrafrecht nennt man sowas. Mit anderen Worten plädierst du für einen willkürlichen Umgang mit Menschenrechten.

Schlage zuvor mal die Definition von Willkür nach, schaden kann es nicht, vielleicht können wir dann weitermachen. :)

Schau in den Spiegel, suche deine Nase und fasse zu.
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Re: Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft - Rückschritt oder Fortschritt?

Beitragvon Katenberg » So 12. Mär 2017, 16:35

Unité 1 hat geschrieben:(12 Mar 2017, 16:21)

Erbärmlich.


Na, Katenberg, hast du es letztlich doch begriffen und versuchst deswegen billig zu pöbeln?
Du willst Staatenlosigkeit als Folge terroristischer Bestrebungen, folglich die Achtung von Menschenrechten von Taten und Ansichten abhängig machen. Menschenrechte gelten aber universell; sie gelten unabhängig der Begleitumstände (wenigstens in Rechtsstaaten) von Taten. Wobei; du brauchst ja nicht mal Straftaten, "terroristische Bestrebungen" sind dir bereits genug zum Entzug der Staatsbürgerschaft mit der Folge von Staatenlosigkeit. Gesinnungstrafrecht nennt man sowas. Mit anderen Worten plädierst du für einen willkürlichen Umgang mit Menschenrechten.


Schau in den Spiegel, suche deine Nase und fasse zu.


Hm, also ich pöble rum... hast du vorhin nicht versucht, mich in einer Reihe mit den Nürnberger Rassegesetzen zu stellen?


Gut, falls du dich beruhigt hast, können wir uns ja weiter der Charta widmen. Deine These würde bedeuten, dass Menschenrechte nicht gegeneinander aufgewogen werden würden. Auch dem ist nicht so, ist Artikel 3 wiederum das Recht auf Leben und Freiheit, Ebenso bedeutet Artikel 9 nicht, dass man Personen nicht des Landes verweisen darf, dies darf aber nicht willkürlich geschehen, nur so als Beispiel.

Artikel 3 wiederum, gemünzt auf die Bevölkerung, die es vor diesen Attentätern zu schützen gilt, wiegt dabei also schonmal schwerer als Artikel 15. Wie auch bereits gesagt, meint der Artikel, man habe Recht auf eine, es steht dort nicht, jeder habe das Recht auf die DEUTSCHE Staatsbürgerschaft.
Weiterhin soll es sich um rechtlich klar definierte Eingriffe halten, die Aktivität zB für den Islamischen Staat ist dabei ein ganz klarer Angriff auf eine, auf diesen grundrechten gestützte Gesellschaft.
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Re: Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft - Rückschritt oder Fortschritt?

Beitragvon Unité 1 » So 12. Mär 2017, 16:50

Katenberg hat geschrieben:(12 Mar 2017, 16:35)

Hm, also ich pöble rum... hast du vorhin nicht versucht, mich in einer Reihe mit den Nürnberger Rassegesetzen zu stellen?
Nein, ich habe ja nicht ohne Grund vorher die Kairoer Erklärung genannt. Die Anspielung war ein Hinweis auf die Folgen, nicht auf dich persönlich gemünzt.

Deine These würde bedeuten, dass Menschenrechte nicht gegeneinander aufgewogen werden würden.
"Meine These" :rolleyes:
Meld dich nach dem Durchlesen wieder.
https://de.wikipedia.org/wiki/Menschenrechte
https://www.netzwerk-menschenrechte.de/ ... chte-1106/
http://www.institut-fuer-menschenrechte ... henrechte/

Grundsätzlich, Katenberg, werden Rechte sehr häufig gegeneinander aufgewogen. Grundsätzlich, Katenberg, gehört der bewusste Bruch mit zivilisatorischen Minimalstandards nicht dazu.
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Re: Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft - Rückschritt oder Fortschritt?

Beitragvon Dampflok94 » Mo 13. Mär 2017, 09:40

Katenberg hat geschrieben:(12 Mar 2017, 11:08)Die Wiedereinführung der Optionspflicht wäre die Revidierung eines aus populistischen Beweggründen durchgeführten Fehlers ...

Anders herum wird ein Schuh daraus. Die Wiedereinführung der Optionspflicht wäre eine rein populistische Maßnahme. Ohne jedwede Sinnhaftigkeit.
Leute kauft mehr Dampflokomotiven!!!
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Re: Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft - Rückschritt oder Fortschritt?

Beitragvon Loki » Do 16. Mär 2017, 14:44

Pushup77 hat geschrieben:(11 Dec 2016, 16:14)
An sich ist die doppelte Staatsbürgerschaft auch heute nicht erwünscht.

Gilt das auch für innere, doppelte Staatsangehörigkeiten ?
Zum Beispiel ein gebürtiger Bayer, der zusätzliche eine hessische Staatsangehörigkeit besitzt, rein theoretisch.

(Unabhängig davon, daß die Nazis oder US-Amerikaner die Staatsangehörigkeiten der dt. Länder abschaffen wollten!)
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Re: Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft - Rückschritt oder Fortschritt?

Beitragvon jellobiafra » Fr 17. Mär 2017, 01:52

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/tuerken-rein-doppelte-staatsbuergerschaft-weg-dafuer-mehr-integration-kolumne-a-1139081.html

Ein engagierter Beitrag von Jakob Augstein, der den Doppelpass als Integrationshindernis sieht.

Es gibt nur einen Weg, zu verhindern, dass der politische Streit des Auslands hier ausgetragen wird: die Einbürgerung der Migranten. Mit allen Rechten und allen Pflichten.
.....................

Der erste notwendige Schritt: Weg mit dem Doppelpass! Er trägt zur Integration nichts bei und war ein gut gemeinter Irrtum. Eine demokratische Ungerechtigkeit ist er obendrein: In der Demokratie sollte auch der Doppelstaatler nur über eine Wahlstimme verfügen.
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Re: Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft - Rückschritt oder Fortschritt?

Beitragvon Vongole » Fr 17. Mär 2017, 02:18

jellobiafra hat geschrieben:(17 Mar 2017, 01:52)

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/tuerken-rein-doppelte-staatsbuergerschaft-weg-dafuer-mehr-integration-kolumne-a-1139081.html

Ein engagierter Beitrag von Jakob Augstein, der den Doppelpass als Integrationshindernis sieht.


Wieso? Der Doppelpass ist in sehr vielen Nationen gang und gäbe und hindert nicht an der Integration.
Hindernis für die mangelnde Integration von Migranten ist m.E. oft die mangelnde Bereitschaft, Immigranten als Bürger der jeweiligen Gesellschaft voll zu akzeptieren, und die daraus resultierende Reaktion eben dieser Emigranten, mit einem Fuß immer noch im Heimatland zu stehen.
Das haben z.B. Vietnamesen hier sehr gut geschafft, allerdings wurden sie wirklich willkommen geheissen.
Türkische Mitbürger hatten es immer schwerer, denn sie waren halt "Gastarbeiter", sprich, arbeite, halt den Mund und geh zurück.
Ihr Bleiben war nie vorgesehen, und das wirklich gute Immigrationspapier von Süßmuth wurde von Merkel abgeschmettert.
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Re: Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft - Rückschritt oder Fortschritt?

Beitragvon Hyde » Fr 17. Mär 2017, 02:47

Meiner Meinung nach darf die doppelte Staatsbürgerschaft nur eine Übergangslösung für die erste und zweite Generation der Einwanderer sein. Aber es kann nicht sein, dass in 300 Jahren die 10. Generation immer noch doppelter Staatsbürger ist.

Denn sonst ist das Ganze ein Fass ohne Boden. Dann haben wir irgendwann nur noch doppelte Staatsbürger in Deutschland.

Im Übrigen gefällt mir sowieso das Prinzip nicht, das Wahlrecht in zwei verschiedenen Ländern zu haben. Das ist meiner Meinung nach genauso absurd, wie wenn man in 2 Bundesländern wählen könnte.

Ich als Deutscher würde beispielsweise auch nicht wollen, dass irgendein Amerikaner mit deutschen Vorfahren, der in dritter Generation in den USA lebt, die deutsche Politik, also meine Lebensrealität, mitbestimmen dürfte. Dem würde ich sagen, schere dich um dein eigenes Land und überlasse die Zukunft Deutschlands denjenigen, die hier auch wohnen und von Deutschlands Zukunft betroffen sind.

Da stimmen bald Menschen die in Deutschland leben über das Präsidialsystem in der Türkei ab, möglicherweise mit fatalen Folgen für die Menschen dort, Folgen von denen die hier lebenden Türken gar nicht betroffen sind, aber trotzdem darüber mitbestimmen dürfen.
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Re: Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft - Rückschritt oder Fortschritt?

Beitragvon Hyde » Fr 17. Mär 2017, 02:55

Vongole hat geschrieben:(17 Mar 2017, 02:18)

Wieso? Der Doppelpass ist in sehr vielen Nationen gang und gäbe und hindert nicht an der Integration.
Hindernis für die mangelnde Integration von Migranten ist m.E. oft die mangelnde Bereitschaft, Immigranten als Bürger der jeweiligen Gesellschaft voll zu akzeptieren, und die daraus resultierende Reaktion eben dieser Emigranten, mit einem Fuß immer noch im Heimatland zu stehen.
Das haben z.B. Vietnamesen hier sehr gut geschafft, allerdings wurden sie wirklich willkommen geheissen.
Türkische Mitbürger hatten es immer schwerer, denn sie waren halt "Gastarbeiter", sprich, arbeite, halt den Mund und geh zurück.


Italiener waren auch mal Gastarbeiter und sind dennoch wesentlich besser integriert als Türken.
Dass zum Beispiel Ostasiaten oder Süd -und Osteuropäer besser in Deutschland integriert sind als andere Gruppen, liegt nicht daran, dass Deutsche die bevorzugen, sondern daran, dass es denen gelungen ist, sich besser anzupassen und einzugliedern. Wenn andere weniger gut integriert sind, ist das in erster Linie deren eigene Schuld und zeugt von mangelnder Anpassungs/Integrationsfähigkeit.
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Re: Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft - Rückschritt oder Fortschritt?

Beitragvon ThorsHamar » Fr 17. Mär 2017, 08:53

Vongole hat geschrieben:(17 Mar 2017, 02:18)


... Hindernis für die mangelnde Integration von Migranten ist m.E. oft die mangelnde Bereitschaft, Immigranten als Bürger der jeweiligen Gesellschaft voll zu akzeptieren, und die daraus resultierende Reaktion eben dieser Emigranten, mit einem Fuß immer noch im Heimatland zu stehen. ...


Das grösste Hindernis für Integration ist, wenn der "Migrant" überhaupt keine Intentionen hat, sich selbst zu integrieren.
Im Fall der Türken in Deutschland ist diese Integration für sie nämlich überhaupt nicht nötig. Man kann weiterhin wie in der Türkei leben und alle Vorzüge eines demokratischen Rechts-und Sozialstaat Deutschland geniessen.
Das ist eine sehr komfortable Position für diejenigen "Deutsch-Türken" , für die Deutsch seit Generationen eine Fremdsprache ist und welche das Gesamtbild der Deutschtürken und der Türken in Deutschland prägen.
Es ist dagegen eine ziemlich tragische Position der Deutschen mit türkischen Vorfahren.
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Re: Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft - Rückschritt oder Fortschritt?

Beitragvon relativ » Fr 17. Mär 2017, 09:06

Hyde hat geschrieben:(17 Mar 2017, 02:55)

Italiener waren auch mal Gastarbeiter und sind dennoch wesentlich besser integriert als Türken.
Dass zum Beispiel Ostasiaten oder Süd -und Osteuropäer besser in Deutschland integriert sind als andere Gruppen, liegt nicht daran, dass Deutsche die bevorzugen, sondern daran, dass es denen gelungen ist, sich besser anzupassen und einzugliedern. Wenn andere weniger gut integriert sind, ist das in erster Linie deren eigene Schuld und zeugt von mangelnder Anpassungs/Integrationsfähigkeit.

Bist du dir da sicher, oder liegt dies nicht in erster Linie daran, daß Türken in der Regel Moslems sind und sich somit nicht nur stark Kulturell sondern auch Religiös von uns Unterscheiden. Ich glaube dies ist ein viel wichtigerer Punkt, warum es Türken/Moslems hier schwerer haben als z.B. Asiaten. Dazu kommt noch, daß Türken/Moslems allein schon durch ihre Anzahl, aber auch durch ihren Habitus, hier wesentlich Auffälliger sind als z.B. Asiaten
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Re: Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft - Rückschritt oder Fortschritt?

Beitragvon H2O » Fr 17. Mär 2017, 09:24

ThorsHamar hat geschrieben:(17 Mar 2017, 08:53)

Das grösste Hindernis für Integration ist, wenn der "Migrant" überhaupt keine Intentionen hat, sich selbst zu integrieren.
Im Fall der Türken in Deutschland ist diese Integration für sie nämlich überhaupt nicht nötig. Man kann weiterhin wie in der Türkei leben und alle Vorzüge eines demokratischen Rechts-und Sozialstaat Deutschland geniessen.
Das ist eine sehr komfortable Position für diejenigen "Deutsch-Türken" , für die Deutsch seit Generationen eine Fremdsprache ist und welche das Gesamtbild der Deutschtürken und der Türken in Deutschland prägen.
Es ist dagegen eine ziemlich tragische Position der Deutschen mit türkischen Vorfahren.


Ihre Sichtweise beschränkt sich aber nur auf einen wesentlichen Teilbereich. Ich meine schon, daß auch in der türkischstämmigen Gemeinschaft allmählich ein sozialer Schichtungsprozeß abläuft. Junge Leute mit entsprechenden Begabungen und Aufstiegswillen werden dieser Gemeinschaft immer weiter entwachsen und Teil einer sich auch durch sie verändernden deutschen Gesellschaft.

Zurück bleiben jene, die solche Begabungen nicht abrufen können oder denen dieses Streben nach Verantwortung und eigener Lebensgestaltung nicht in die Wiege gelegt wurde.

Am Ende dieser Entwicklung werden wir eine Schichtung mit sozial schwachen Türken haben, die genau so weiter machen, wie es ihre unglückliche Herkunft einer großen Mehrheit auferlegt hatte. Der Unterschied zur deutschen sozial schwachen Schichtung besteht darin, daß die einen kaum brauchbares Türkisch und noch weniger Deutsch sprechen und auf Sozialhilfen angewiesen sein werden, während die deutsche sozial schwache Schicht noch nicht einmal etwas Türkisch versteht.
Bleibt nichts weiter übrig, als mit Hilfe von Kindergärten und geeigneten Schulen dort vorhandene Begabungen zu heben und möglichst vielen Kindern den Aufstieg aus diesen Verhältnissen zu ermöglichen. Der Rest wird noch viele Jahre gelegentlich weiter rote Fahnen schwenken oder auch die Reichskriegsflagge, je nach "Milieu".
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Re: Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft - Rückschritt oder Fortschritt?

Beitragvon Keoma » Fr 17. Mär 2017, 10:06

In Österreich wird offensichtlich ständig Recht gebrochen.
Aber mittlerweile interessiert es die Politik.

http://derstandard.at/2000054310997/Dop ... Missbrauch
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Re: Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft - Rückschritt oder Fortschritt?

Beitragvon ThorsHamar » Fr 17. Mär 2017, 10:53

H2O hat geschrieben:(17 Mar 2017, 09:24)

Ihre Sichtweise beschränkt sich aber nur auf einen wesentlichen Teilbereich. ....


Ja, ich habe wohl nichts Anderes geschrieben ... :cool:
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Re: Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft - Rückschritt oder Fortschritt?

Beitragvon H2O » Fr 17. Mär 2017, 11:09

ThorsHamar hat geschrieben:(17 Mar 2017, 10:53)

Ja, ich habe wohl nichts Anderes geschrieben ... :cool:


Unbestritten; aber mich bedrückte diese Ausweglosigkeit und das vermeintlich Besondere. Davon sollte nun nichts übrig geblieben sein... oder?
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Re: Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft - Rückschritt oder Fortschritt?

Beitragvon ThorsHamar » Fr 17. Mär 2017, 11:13

H2O hat geschrieben:(17 Mar 2017, 11:09)

Unbestritten; aber mich bedrückte diese Ausweglosigkeit und das vermeintlich Besondere. Davon sollte nun nichts übrig geblieben sein... oder?


Wieso das "vermeintlich Besondere"? Eine türkische Parallelgesellschaft, wie sie in Deutschland als politisch praktizierende Exklave der Türkei existiert, ist doch keine vermeintliche Besonderheit!
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Re: Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft - Rückschritt oder Fortschritt?

Beitragvon H2O » Fr 17. Mär 2017, 11:23

ThorsHamar hat geschrieben:(17 Mar 2017, 11:13)

Wieso das "vermeintlich Besondere"? Eine türkische Parallelgesellschaft, wie sie in Deutschland als politisch praktizierende Exklave der Türkei existiert, ist doch keine vermeintliche Besonderheit!


Eben nicht; das ist eine soziale Abschichtung, die ihre Besonderheit im Nationalen sucht... sie hat ja nichts anderes als diese Vergangenheit. So ist das auch mit den Menschen zu sehen, die die Reichskriegsflagge schwenken. Beide Gruppen wissen, daß sie so politische Aufmerksamkeit erlangen. Andere Mittel stehen eben nicht zur Verfügung!
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Re: Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft - Rückschritt oder Fortschritt?

Beitragvon ThorsHamar » Fr 17. Mär 2017, 11:37

H2O hat geschrieben:(17 Mar 2017, 11:23)

Eben nicht; das ist eine soziale Abschichtung, die ihre Besonderheit im Nationalen sucht... sie hat ja nichts anderes als diese Vergangenheit. So ist das auch mit den Menschen zu sehen, die die Reichskriegsflagge schwenken. Beide Gruppen wissen, daß sie so politische Aufmerksamkeit erlangen. Andere Mittel stehen eben nicht zur Verfügung!


Ach so, die Basis meintest Du. Ja, das sehe ich auch so.
Trotzdem ist die türkische Exklave in Deutschland ein Unding, beginnend mit Wahlkampf von Türken in der Bundesrepublik und endend in der Bezeichnung "Deutschtürke".
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