Bayern und Hamburg gegen Grundsteuerreform

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Boraiel
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Re: Bayern und Hamburg gegen Grundsteuerreform

Beitragvon Boraiel » Do 10. Nov 2016, 15:31

Alexyessin hat geschrieben:(10 Nov 2016, 15:09)

Du bezeichnest mich als Schrecklich? Ist ja interessant. Aber anscheinend hast du ja einen Hang deine Argumentationen lieber ad personam zu lösen anstatt mit sachlichen Argumenten.
Das Problem ist, wie relativ bereits gesagt hat, das bei steigendem Buchwert ebenfalls die Steuern angehoben werden, die wiederum jemand zu entrichten hat. Und selbst wenn da ein Umlageverbot kommen würde, wird der Wohnraum wieder teurer. Eine Situation, die in München kein Mensch braucht.

Der Teil der Miete, der aufgrund des Standort erhoben wird (und nicht etwa wegen Bereitstellungs- und Entstandhaltungskosten etc.), kann mit steigender Grundsteuer nicht wirklich erhöht werden. Diese Teil kommt z.B. zu stande, weil das Siemenshauptquartiers in der Nähe ist und Manager, die gut verdienen ein Wohnung in der Nähe suchen. Wenn nun die Grundsteuer für diese Wohnung da erhöht wird und die Miete entsprechend auch, anstatt, dass dies auf Kosten der Profite geht, wird der Manager, der ja nicht mehr verdient auf einmal, sich ggf. veranlasst sehen eine Wohnung in anderer Lage zu suchen. Da keinen anderen Mieter für diesen Preis in Sicht sind, wird der Vermieter ggf. gezwungen sein, die Miete wieder auf die ursprüngliche Höhe zu senken.
Der Profit aufgrund des Standortes wird mit einer solchen regelmäßigen Anpassung der Grundsteuern geschmälert, die Eigentümer müssen für ihren Profit mehr etwas tun.
Ich bin gespannt, ob ihr logische Fehler darin finden könnt. :x
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Re: Bayern und Hamburg gegen Grundsteuerreform

Beitragvon Alexyessin » Do 10. Nov 2016, 15:37

Boraiel hat geschrieben:(10 Nov 2016, 15:31)

Der Teil der Miete, der aufgrund des Standort erhoben wird (und nicht etwa wegen Bereitstellungs- und Entstandhaltungskosten etc.), kann mit steigender Grundsteuer nicht wirklich erhöht werden. Diese Teil kommt z.B. zu stande, weil das Siemenshauptquartiers in der Nähe ist und Manager, die gut verdienen ein Wohnung in der Nähe suchen. Wenn nun die Grundsteuer für diese Wohnung da erhöht wird und die Miete entsprechend auch, anstatt, dass dies auf Kosten der Profite geht, wird der Manager, der ja nicht mehr verdient auf einmal, sich ggf. veranlasst sehen eine Wohnung in anderer Lage zu suchen. Da keinen anderen Mieter für diesen Preis in Sicht sind, wird der Vermieter ggf. gezwungen sein, die Miete wieder auf die ursprüngliche Höhe zu senken.
Der Profit aufgrund des Standortes wird mit einer solchen regelmäßigen Anpassung der Grundsteuern geschmälert, die Eigentümer müssen für ihren Profit mehr etwas tun.
Ich bin gespannt, ob ihr logische Fehler darin finden könnt. :x


Bei dir? Ja sicher - es gibt einfach keine adäquaten Wohnungen mehr im Großraum München. Kein Angebot, nur Nachfrage.
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Re: Bayern und Hamburg gegen Grundsteuerreform

Beitragvon Texas41 » Do 10. Nov 2016, 15:47

Boraiel hat geschrieben:(10 Nov 2016, 13:47)

Wow, manchmal ist man noch verblüfft, wie sehr vorherige Generationen in Ämter und Politik versagt haben. Es bestehen doch gigantische Unterschiede zwischen den Grundstückswerten von 1965/35 und heute und das hat Auswirkungen auf das Leben von Millionen Menschen. Gerechtigkeit kann uns doch nicht egal. Daher sollten auch regelmäßig (jedes Jahre, alle 2 Jahre, vielleicht noch alle 5 Jahre) diese Werte aktualisiert und die Steuern angepasst werden.
Wenn man solche Meldungen hört, dann wird deutlich, dass hier etwas grundsätzlich schief läuft und es Veränderungen am politischen System der Bundesrepublik braucht.


Du weißt aber schon, daß es um Bodeneinheitswerte geht? Wozu der Aufwand, die alle 2 Jahre anzupassen? Da wären imo doch 10 Jahre völlig ausreichend um auf Entwickungen zu reagieren. Abgesehen davon: nur weil die Bodenenheitswerte seit anno Knips unverändert sind, heißt das im übrigen ja auch nicht, daß die Grundsteuern seither unverändert geblieben sind. Da wird von den Kommunen doch so oder so in schöner Regelmäßigkeit an der Stellschraube gedreht....
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Re: Bayern und Hamburg gegen Grundsteuerreform

Beitragvon relativ » Do 10. Nov 2016, 15:48

Boraiel hat geschrieben:(10 Nov 2016, 15:31)

Der Teil der Miete, der aufgrund des Standort erhoben wird (und nicht etwa wegen Bereitstellungs- und Entstandhaltungskosten etc.), kann mit steigender Grundsteuer nicht wirklich erhöht werden. Diese Teil kommt z.B. zu stande, weil das Siemenshauptquartiers in der Nähe ist und Manager, die gut verdienen ein Wohnung in der Nähe suchen. Wenn nun die Grundsteuer für diese Wohnung da erhöht wird und die Miete entsprechend auch, anstatt, dass dies auf Kosten der Profite geht, wird der Manager, der ja nicht mehr verdient auf einmal, sich ggf. veranlasst sehen eine Wohnung in anderer Lage zu suchen. Da keinen anderen Mieter für diesen Preis in Sicht sind, wird der Vermieter ggf. gezwungen sein, die Miete wieder auf die ursprüngliche Höhe zu senken.
Der Profit aufgrund des Standortes wird mit einer solchen regelmäßigen Anpassung der Grundsteuern geschmälert, die Eigentümer müssen für ihren Profit mehr etwas tun.
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1. Das Beispiel des gut verdienenden Managers ist weder repräsentativ noch negiert dies den Nachteil die jeder andere Mieter mit weniger Gehalt und Möglichkeiten, durch eine erhöhte Grundsteuer wie geplant, wohl hätte.
2. Es ist nicht davon auszugehen, daß eine Nachfrage wie z.B. München nachlässt. Der Vermieter kann also und wird es wohl auch, die höhere Grundsteuer umlegen auf eine höhere Miete, ob er dies mit der Grundsteuer begründet oder anders, sei dahingestellt.
3. Ergo, gibt es da höchstens einen logischen Fehler in ihrer Betrachtungsweise.
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Re: Bayern und Hamburg gegen Grundsteuerreform

Beitragvon relativ » Do 10. Nov 2016, 15:51

Texas41 hat geschrieben:(10 Nov 2016, 15:47)

Du weißt aber schon, daß es um Bodeneinheitswerte geht? Wozu der Aufwand, die alle 2 Jahre anzupassen? Da wären imo doch 10 Jahre völlig ausreichend um auf Entwickungen zu reagieren. Abgesehen davon: nur weil die Bodenenheitswerte seit anno Knips unverändert sind, heißt das im übrigen ja auch nicht, daß die Grundsteuern seither unverändert geblieben sind. Da wird von den Kommunen doch so oder so in schöner Regelmäßigkeit an der Stellschraube gedreht....

Eben, hier wird wohl vom Verfassungsgericht die Länder und Gemeinden angesprochen die noch nie etwas geändert haben, wobei mir imho. gar nicht klar ist warum dies nicht Verfassungskonform seien soll.
Kennt jemand die genauere Begründung?
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Re: Bayern und Hamburg gegen Grundsteuerreform

Beitragvon Boraiel » Do 10. Nov 2016, 15:55

Alexyessin hat geschrieben:(10 Nov 2016, 15:37)

Bei dir? Ja sicher - es gibt einfach keine adäquaten Wohnungen mehr im Großraum München. Kein Angebot, nur Nachfrage.

Sei doch nicht so dumm, ein bisschen Mitdenken würde nicht schaden.
Angeblich gibt es nun keinerlei adäquaten Wohnungen im Großraum München. Das sei die gegebene Situation, wir bewerten nun neu die Grundstücke und die dafür zuzahlenden Grundsteuer. Der Wert ist im Allgemeinen ganz erheblich gestiegen, die Steuern steigen. Die Münchener Bevölkerung verdient aber plötzlich nicht mehr. Sie kann sich höhere Mieten nicht leisten und müsste dann wegziehen; in den meisten Fällen sind höhere Mieten nicht durchzusetzen, der Profit der Eigentümer sinkt. Durch sinkende oder wegbrechende Profite veranlasst, wird der Eigentümer mehr aus seinem Grundstück machen wollen, d.h. mehr Wohnraum schaffen, Flächen besser nutzen, höher bauen. Die Wohnungnot im Großraum München sinkt in der Folge.
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Re: Bayern und Hamburg gegen Grundsteuerreform

Beitragvon jorikke » Do 10. Nov 2016, 15:59

Boraiel hat geschrieben:(10 Nov 2016, 15:31)

Der Teil der Miete, der aufgrund des Standort erhoben wird (und nicht etwa wegen Bereitstellungs- und Entstandhaltungskosten etc.), kann mit steigender Grundsteuer nicht wirklich erhöht werden. Diese Teil kommt z.B. zu stande, weil das Siemenshauptquartiers in der Nähe ist und Manager, die gut verdienen ein Wohnung in der Nähe suchen. Wenn nun die Grundsteuer für diese Wohnung da erhöht wird und die Miete entsprechend auch, anstatt, dass dies auf Kosten der Profite geht, wird der Manager, der ja nicht mehr verdient auf einmal, sich ggf. veranlasst sehen eine Wohnung in anderer Lage zu suchen. Da keinen anderen Mieter für diesen Preis in Sicht sind, wird der Vermieter ggf. gezwungen sein, die Miete wieder auf die ursprüngliche Höhe zu senken.
Der Profit aufgrund des Standortes wird mit einer solchen regelmäßigen Anpassung der Grundsteuern geschmälert, die Eigentümer müssen für ihren Profit mehr etwas tun.
Ich bin gespannt, ob ihr logische Fehler darin finden könnt. :x


Jetzt habe ich auch Lust mal etwas Wind um die Ecke zu schaufeln.
Die Grundsteuer kann, neuer Einheitswert hin oder her, erst wieder 2027 neu festgesetzt werden. Dann bin ich voraussichtlich im Jenseits.
(Von dort werde ich die Sache aber weiter beobachten.)
Ich bezahle jetzt monatlich etwa 30,-€. Wenn dann, in 10 Jahren, eine Erhöhung von 5% stattfindet, zahle ich 31,50 €.
Ob es wirklich 5% sind, weiß niemand. Der Hebesatz wird ja von den Kommunen in eigener Verantwortung festgesetzt.
Aber bei einer Neuregelung lässt man sich die Chance einer Erhöhung wohl kaum entgehen.
Eine Mieterhöhung von 1,50 wäre natürlich für einen Manager in München ein harter Schicksalsschlag.
Neue Umzugsunternehmen werden entstehen. Gibt es solche als AG ? Werde mir gleich mal ein paar Aktien besorgen.
Also gut, Spaß beiseite.
Es handelt sich offensichtlich um ein Problem minderer Bedeutung.
Interessiert niemanden wirklich.
So, als würde ich hier meinen täglichen Diätplan einstellen.
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Re: Bayern und Hamburg gegen Grundsteuerreform

Beitragvon Alexyessin » Do 10. Nov 2016, 16:00

Boraiel hat geschrieben:(10 Nov 2016, 15:55)

Sei doch nicht so dumm, ein bisschen Mitdenken würde nicht schaden.
Angeblich gibt es nun keinerlei adäquaten Wohnungen im Großraum München. Das sei die gegebene Situation, wir bewerten nun neu die Grundstücke und die dafür zuzahlenden Grundsteuer. Der Wert ist im Allgemeinen ganz erheblich gestiegen, die Steuern steigen. Die Münchener Bevölkerung verdient aber plötzlich nicht mehr. Sie kann sich höhere Mieten nicht leisten und müsste dann wegziehen; in den meisten Fällen sind höhere Mieten nicht durchzusetzen, der Profit der Eigentümer sinkt. Durch sinkende oder wegbrechende Profite veranlasst, wird der Eigentümer mehr aus seinem Grundstück machen wollen, d.h. mehr Wohnraum schaffen, Flächen besser nutzen, höher bauen. Die Wohnungnot im Großraum München sinkt in der Folge.


Die Menschen ziehen nicht so einfach weg. Erstens geht es um den Arbeitsplatz, dann noch um Kindergärten, Schulen, ggf. Ärzte usw. usf.
Du hast meiner Meinung nach überhaupt keinen Überblick über die Situation in München, oder?
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Re: Bayern und Hamburg gegen Grundsteuerreform

Beitragvon frems » Mi 17. Jan 2018, 09:48

Tja, da hat Schwarz-Rot im Bund mal wieder etwas verschlafen. Süße Träumee für Mieter:

Das Bundesverfassungsgericht tendiert offenbar dazu, die Grundsteuer in ihrer bisherigen Form zu kippen. Das deutete sich bei der mündlichen Verhandlung am Dienstag in Karlsruhe an. Mit dabei war auch Hamburgs Finanzsenator Peter Tschentscher (SPD), der erneut eindringlich vor den Folgen einer geplanten Neuregelung für alle Mieter und Eigenheimbesitzer warnte. [...]

Seine Behörde unterlegte das mit Beispielen: Bei einer 44-Quadratmeter-Wohnung in Eimsbüttel, Baujahr 1955, würde die Grundsteuer von 126 auf 1375 Euro pro Jahr steigen, die Mieter müssten jeden Monat 104 Euro mehr zahlen. Für eine Wohnung in Harvestehude – 123 Quadratmeter, Baujahr 1962 – könnte die Grundsteuer gar von 631 auf 15.256 Euro im Jahr steigen. Die Nebenkosten würden sich um 1219 Euro erhöhen – pro Monat. Und für ein 1972 erbautes Einfamilienhaus in Volksdorf (92 Quadratmeter Wohnfläche) wären statt 436 künftig 3984 Euro fällig. Wäre das Haus vermietet, stiegen die Nebenkosten um 295 Euro pro Monat. Außer Hamburg lehnt auch Bayern dieses Modell ab, daher hat der Bundestag es bislang nicht forciert. [...]

Vertreter von Bund und Ländern warnten davor, dass eine Verfassungswidrigkeit der Einheitswerte zum totalen Ausfall der Grundsteuer führen könnte. Das wäre für Städte und Gemeinden nicht tragbar, weil sie mehr als zehn Prozent ihrer Steuereinnahmen ausmache.

Der Deutsche Mieterbund fordert, die Grundsteuer künftig als Bodensteuer zu erheben. Das würde der Spekulation entgegenwirken. Die kommunalen Spitzenverbände unterstützen die Reformpläne der Bundesländer. Ein Reformvorschlag des Bundesrats war im vergangenen Jahr im Bundestag hängen geblieben. Alle Beteiligten streben an, das Gesamtsteueraufkommen nicht wesentlich zu verändern.

https://www.abendblatt.de/hamburg/artic ... eigen.html
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Re: Bayern und Hamburg gegen Grundsteuerreform

Beitragvon Dampflok94 » Mi 17. Jan 2018, 09:55

frems hat geschrieben:(17 Jan 2018, 09:48)

Tja, da hat Schwarz-Rot im Bund mal wieder etwas verschlafen. Süße Träumee für Mieter:
https://www.abendblatt.de/hamburg/artic ... eigen.html

Vielleicht kann mir mal jemand was aus dem Link erläutern. Der Senator aus Hamburg führt an, daß es für ein bestimmte Wohnung seh teuer werden würde. Aber hinge das denn nicht mit dem Steuersatz zusammen? Würde man also diese Einheitswerte der Realitätanpassen, was wohl meist erhöhen bedeutet, könnte man nicht die Steuersätze im Gegenzug senken? Oder ist das jetzt zu einfach gedacht? :?:
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Re: Bayern und Hamburg gegen Grundsteuerreform

Beitragvon Quatschki » Mi 17. Jan 2018, 10:52

Dampflok94 hat geschrieben:(17 Jan 2018, 09:55)

Vielleicht kann mir mal jemand was aus dem Link erläutern. Der Senator aus Hamburg führt an, daß es für ein bestimmte Wohnung seh teuer werden würde. Aber hinge das denn nicht mit dem Steuersatz zusammen? Würde man also diese Einheitswerte der Realitätanpassen, was wohl meist erhöhen bedeutet, könnte man nicht die Steuersätze im Gegenzug senken? Oder ist das jetzt zu einfach gedacht? :?:

Selbstverständlich hast du recht. Der Senator argumentiert populistisch.
Meine Gebäudeversicherung wird auch auf Basis des Einheitswertes von 1914 ermittelt. Nichtsdestotrotz orientiert sich die Prämie, die ich letztlich zahlen muß, am heutigen Wert.

Und bei der Grundsteuer hat man den Steuersatz und den kommunalen Hebesatz als Stellschrauben. Beim Einheitswert geht es lediglich um eine einheitiche Basis für die Vergleichbarkeit der Objekte.
Man könnte auch statt dieses Wertes, der in Reichsmark angegeben ist, eine Bodenmesszahl wie beim Ackerland nehmen. Oder eine andere Kennzahl, für urbane Nutzung, in die dann vierschiedene Kriterien, die den Wert ausmachen, einfließen. Nur gibt es eine solche bislang nicht.
Zuletzt geändert von Quatschki am Mi 17. Jan 2018, 10:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bayern und Hamburg gegen Grundsteuerreform

Beitragvon frems » Mi 17. Jan 2018, 10:56

Dampflok94 hat geschrieben:(17 Jan 2018, 09:55)

Vielleicht kann mir mal jemand was aus dem Link erläutern. Der Senator aus Hamburg führt an, daß es für ein bestimmte Wohnung seh teuer werden würde. Aber hinge das denn nicht mit dem Steuersatz zusammen? Würde man also diese Einheitswerte der Realitätanpassen, was wohl meist erhöhen bedeutet, könnte man nicht die Steuersätze im Gegenzug senken? Oder ist das jetzt zu einfach gedacht? :?:

Klar, man kann den Hebesatz pauschal um den Faktor 40 senken und dann den Sozialetat kürzen, denn für jedes einzelne Gebäude gibt's ja nicht einen individuellen Satz. Dann blieben noch etwas über 10 Mio. in der Stadt anstelle rund einer halben Milliarde.
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Re: Bayern und Hamburg gegen Grundsteuerreform

Beitragvon pikant » Mi 17. Jan 2018, 11:05

Dampflok94 hat geschrieben:(17 Jan 2018, 09:55)

Vielleicht kann mir mal jemand was aus dem Link erläutern. Der Senator aus Hamburg führt an, daß es für ein bestimmte Wohnung seh teuer werden würde. Aber hinge das denn nicht mit dem Steuersatz zusammen? Würde man also diese Einheitswerte der Realitätanpassen, was wohl meist erhöhen bedeutet, könnte man nicht die Steuersätze im Gegenzug senken? Oder ist das jetzt zu einfach gedacht? :?:


ich kenne wenige Gemeinden, die Hebesaetze senken, da dadurch immense Steuerausfaelle zu befuerchten sind - meist wird erhoeht und dann muss der Eigentuemer dies auf seine Mieder umschlagen, aber der Stadt sind Steuereinnahmen oft viel wichtiger als die Mieter, die mehr bezahlen muessen.
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Re: Bayern und Hamburg gegen Grundsteuerreform

Beitragvon Dampflok94 » Mi 17. Jan 2018, 20:35

frems hat geschrieben:(17 Jan 2018, 10:56)

Klar, man kann den Hebesatz pauschal um den Faktor 40 senken und dann den Sozialetat kürzen, denn für jedes einzelne Gebäude gibt's ja nicht einen individuellen Satz. Dann blieben noch etwas über 10 Mio. in der Stadt anstelle rund einer halben Milliarde.

:?:
Noch malvon vorn. Durch einen erhöhten Einheitswert würde sich die Steuerbelastung erhöhen. So weit richtig? Wenn man nun den Hebesatz nur so weit senkt, daß er diese Erhöhung ausgleicht steht dem etwas entgegen?
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Re: Bayern und Hamburg gegen Grundsteuerreform

Beitragvon Dark Angel » Do 18. Jan 2018, 19:07

Texas41 hat geschrieben:(10 Nov 2016, 15:47)

Du weißt aber schon, daß es um Bodeneinheitswerte geht? Wozu der Aufwand, die alle 2 Jahre anzupassen? Da wären imo doch 10 Jahre völlig ausreichend um auf Entwickungen zu reagieren. Abgesehen davon: nur weil die Bodenenheitswerte seit anno Knips unverändert sind, heißt das im übrigen ja auch nicht, daß die Grundsteuern seither unverändert geblieben sind. Da wird von den Kommunen doch so oder so in schöner Regelmäßigkeit an der Stellschraube gedreht....

Der Herr Boraiel redet wie der Blinde von der Farbe. Der hat schlicht keine Ahnung. Die Anhebung der Grundsteuern betrifft nicht nur Mietwohnungen, bei denen die Grundsteuer auf die Miete umgelegt wird, das betrifft alle - das betrifft den Häuslebauer, der sich sein Eigenheim jahrelang zusammen gespart hat oder jahrelang abbezahlt genauso und es betrifft ebenso den mittelständischen Handwerksbetrieb und es betrifft Unternehmen.
Das hessisch-niedersächsiche Modell bedeutet das eine Verdreifachung der Grundsteuer - heißt wer jetzt 300 Euronen Grundsteuer im Jahr bezahlt, bezahlt nach der Reform 900 Euronen im Jahr. Für eine Familie mit Eigenheim und Baukredit ne Menge Geld, genauso für das Rentnerehepaar, welches glaubte, mit seinem Eigenheim, für's Alter vorgesorgt zu haben.
Mit der Grundsteuerreform wird wohnen in Deutschland auf jeden Fall teurer.
Das Bundesverfassungsgericht prüft derzeit die Verfassungsmäßigkeit des Einheitswertes, wird der für verfassungswidrig erklärt, kippt u.U. die Grundsteuer.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Bayern und Hamburg gegen Grundsteuerreform

Beitragvon Dark Angel » Do 18. Jan 2018, 19:15

Boraiel hat geschrieben:(10 Nov 2016, 15:55)

Sei doch nicht so dumm, ein bisschen Mitdenken würde nicht schaden.
Angeblich gibt es nun keinerlei adäquaten Wohnungen im Großraum München. Das sei die gegebene Situation, wir bewerten nun neu die Grundstücke und die dafür zuzahlenden Grundsteuer. Der Wert ist im Allgemeinen ganz erheblich gestiegen, die Steuern steigen. Die Münchener Bevölkerung verdient aber plötzlich nicht mehr. Sie kann sich höhere Mieten nicht leisten und müsste dann wegziehen; in den meisten Fällen sind höhere Mieten nicht durchzusetzen, der Profit der Eigentümer sinkt. Durch sinkende oder wegbrechende Profite veranlasst, wird der Eigentümer mehr aus seinem Grundstück machen wollen, d.h. mehr Wohnraum schaffen, Flächen besser nutzen, höher bauen. Die Wohnungnot im Großraum München sinkt in der Folge.

Verehrtester - du bist ganz gewaltig auf dem Holzweg!
Die Miete dient in erster Linie der Kostendeckung und als Rücklage für Investitionen. Häuser müssen saniert und modernisiert werden ggf müssen Auflagen erfüllt werden, das kostet Geld. Grundsteuer zählt zu den Mietnebenkosten, die werden vom Vermieter umgelegt, darf er das nicht mehr, kann er für die Erhaltung des Wohnraumes nicht mehr aufkommen.
Der schafft keinen neuen Wohnraum, sondern gar keinen. Der verkauft Haus und Grundstück!
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Re: Bayern und Hamburg gegen Grundsteuerreform

Beitragvon pikant » Fr 19. Jan 2018, 09:08

Dark Angel hat geschrieben:(18 Jan 2018, 19:15)

Verehrtester - du bist ganz gewaltig auf dem Holzweg!
Die Miete dient in erster Linie der Kostendeckung und als Rücklage für Investitionen. Häuser müssen saniert und modernisiert werden ggf müssen Auflagen erfüllt werden, das kostet Geld. Grundsteuer zählt zu den Mietnebenkosten, die werden vom Vermieter umgelegt, darf er das nicht mehr, kann er für die Erhaltung des Wohnraumes nicht mehr aufkommen.
Der schafft keinen neuen Wohnraum, sondern gar keinen. Der verkauft Haus und Grundstück!


Wenn man als Hauseigentumer keine Rendite aus einer Immobilie rausziehen kann , dann sollte man schnellstens verkauten.
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Re: Bayern und Hamburg gegen Grundsteuerreform

Beitragvon Dark Angel » Fr 19. Jan 2018, 10:16

pikant hat geschrieben:(19 Jan 2018, 09:08)

Wenn man als Hauseigentumer keine Rendite aus einer Immobilie rausziehen kann , dann sollte man schnellstens verkauten.

Ich schrieb: "in erster Linie" bedeutet nicht, dass Vermieter nicht auch Gewinne erlösen.
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Re: Bayern und Hamburg gegen Grundsteuerreform

Beitragvon pikant » Fr 19. Jan 2018, 10:49

Dark Angel hat geschrieben:(19 Jan 2018, 10:16)

Ich schrieb: "in erster Linie" bedeutet nicht, dass Vermieter nicht auch Gewinne erlösen.


in erster Linie steht bei mir die Rendite - Was Sie da angesprochen haben ist fuer einen serioesen Eigentuemer selbstverstaendlich und nicht erwaehnenswert.
Wenn Vermieter keine Gewinne erwirtschaften, haben Sie was falsch gemacht.
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Re: Bayern und Hamburg gegen Grundsteuerreform

Beitragvon pikant » Fr 19. Jan 2018, 10:59

Dark Angel hat geschrieben:(18 Jan 2018, 19:07)

Das hessisch-niedersächsiche Modell bedeutet das eine Verdreifachung der Grundsteuer - heißt wer jetzt 300 Euronen Grundsteuer im Jahr bezahlt, bezahlt nach der Reform 900 Euronen im Jahr. Für eine Familie mit Eigenheim und Baukredit ne Menge Geld, genauso für das Rentnerehepaar, welches glaubte, mit seinem Eigenheim, für's Alter vorgesorgt zu haben.


Wer keine 50 Euro Verhandlungsmasse im Monat hat, der sollte sich wirklich kein Eigenheim zulegen, denn bei Eigentum kann schon mal andere Situationen eintreten wo 50 Euro im Mnat ein Klacks sind - Menge Geld ist 50Euro im Monat mehr oder weniger fuer Familie mit Eigentum nicht - Wer so knapp mit seinem Eigentum kalkuliert ist unvernuenftig und sollte dann lieber Abstand von einem eigenen Haus nehmen.

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