Haben wir Deutschen zu viel Datenschutz/Privatsphäre?

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Texas41
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Re: Haben wir Deutschen zu viel Datenschutz/Privatsphäre?

Beitragvon Texas41 » Di 15. Sep 2015, 13:19

Teeernte » Di 15. Sep 2015, 14:05 hat geschrieben:Du hast es nicht erfasst ! Du kannst Dich dem Datenverkauf NICHT mehr entziehen.... Online/Offline.


Und nun? Was ist denn daran das Problem? Sollen sich doch irgendwelche Leute meine Adresse erkaufen, wenn sie meinen dafür Geld zahlen zu müssen. Was können sie damit tun? Mich mit Werbemails bombardieren? Meine Papiertonne ist groß und mein Emailpostfach hat nen Spamfilter^^

@ Flat:

Moin,

gut, schalt uns für alle deine Emails und deine webcam frei.

Bitte scanne auch deine Briefe ein.

Gehalt, Adresse der Freunde, Onlinebestellungen

bitte alles in diesen Thread.

Oder hast du was zu verbergen?


Und wo ist das Problem? Das wären keine Information, die mir irgendeinen Nachteil bringen würden, wenn du sie erfährst?
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HugoBettauer
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Re: Haben wir Deutschen zu viel Datenschutz/Privatsphäre?

Beitragvon HugoBettauer » Di 15. Sep 2015, 13:28

Zu viel Datenschutz ist wie zu viel Gesundheit oder zu viel Freiheit - sowas gibt es nicht.
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Re: Haben wir Deutschen zu viel Datenschutz/Privatsphäre?

Beitragvon Flat » Di 15. Sep 2015, 13:36

Texas41 » Di 15. Sep 2015, 13:19 hat geschrieben:
Und wo ist das Problem? Das wären keine Information, die mir irgendeinen Nachteil bringen würden, wenn du sie erfährst?


Moin,

ist doch gar kein Problem. Warum fragst Du? Mach es doch einfach, aber bitte vollständig. Selbstverständlich müsste ein User aus deiner Nähe vorbei kommen und die Vollständigkeit überprüfen (wir haben hier ja nicht die staatlichen oder privat-professionellen Mittel, das über online-Abgleich zu machen), aber das lässt sich organisieren.
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Re: Haben wir Deutschen zu viel Datenschutz/Privatsphäre?

Beitragvon Provokateur » Di 15. Sep 2015, 13:37

Texas41 » Di 15. Sep 2015, 14:19 hat geschrieben:Und wo ist das Problem? Das wären keine Information, die mir irgendeinen Nachteil bringen würden, wenn du sie erfährst?


Jeder hat einen persönlichen Schutzbereich. Je kultivierter der Mensch, desto größer ist dieser Schutzbereich, desto mehr (auch und vor allem unverfängliche Informationen) trägt er von sich nicht nach außen.

Klar hat das keinen Nachteil, wenn ich weiß, dass du letzte Woche im Supermarkt 7,20 Euro für eine Pulle Vodka, eine extragroße Salatgurke, Kondome, Gummihandschuhe und Gleitgel ausgegeben hast.
Dass das ein Scherzgeschenk zum Geburtstag eines Kumpels ist, das weißt du. Das weiß ich nicht. Ich mache mir aus diesen unzusammenhängenden Informationen einen Reim und schließe falsche Schlüsse.

Um das zu vermeiden, müsstest du dein komplettes Leben völlig öffentlich leben.

Und das möchte ich nicht. Ich genieße es vielmehr, für mich, alleine und unbeobachtet zu sein. Auch wenn ich nichts böses, schlechtes, moralisch verwerfliches oder sinnloses mache.
Es sind diese Momente, in denen ich mein Denken und Tun zu keiner Disposition stelle, nicht diskutabel mache, mich einer wie-auch-immer-gearteten Öffentlichkeit entziehe.

Wenn du das nicht willst, gerne, sei ein Anhänger der Post-Privacy-Bewegung. Ich bin es nicht.
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
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Re: Haben wir Deutschen zu viel Datenschutz/Privatsphäre?

Beitragvon Texas41 » Di 15. Sep 2015, 13:49

Flat » Di 15. Sep 2015, 14:36 hat geschrieben:
Moin,

ist doch gar kein Problem. Warum fragst Du? Mach es doch einfach, aber bitte vollständig. Selbstverständlich müsste ein User aus deiner Nähe vorbei kommen und die Vollständigkeit überprüfen (wir haben hier ja nicht die staatlichen oder privat-professionellen Mittel, das über online-Abgleich zu machen), aber das lässt sich organisieren.


Wie du vielleicht meinen vorhergehenden Postings entnehmen kannst, habe ich kein übersteigertes Mitteilungsbedürfnis im Gegensatz zur Mehrheit der jüngeren Generation. Deshalb sehe ich keinen Anlass, andere Leute mit Sachen über mich zu bombardieren denn ich nehme mich nicht so wichtig als das es interessant wäre. Wenn Du also private Sachen über mich erfahren willst, mußt du schon meine Accounts hacken. Was du dann mit den "ach so wichtigen Informationen" machst, ist dir überlassen^^
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Re: Haben wir Deutschen zu viel Datenschutz/Privatsphäre?

Beitragvon Teeernte » Di 15. Sep 2015, 13:50

Texas41 » Di 15. Sep 2015, 14:19 hat geschrieben:
Und nun? Was ist denn daran das Problem? Sollen sich doch irgendwelche Leute meine Adresse erkaufen, wenn sie meinen dafür Geld zahlen zu müssen. Was können sie damit tun? Mich mit Werbemails bombardieren? Meine Papiertonne ist groß und mein Emailpostfach hat nen Spamfilter^^


Und wo ist das Problem? Das wären keine Information, die mir irgendeinen Nachteil bringen würden, wenn du sie erfährst?


Anderen Leuten Deine Inventarliste zu verkaufen - zusatzinfo Hund, Arbeitszeit , Schlüsselcode, Lageplan der Wohnung , da man in der NAchbarschaft bereits unterwegs ist.

Der Zugang zu Deinem Stromzähler - zum Parallel aufschalten - für den Nachbar,
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Re: Haben wir Deutschen zu viel Datenschutz/Privatsphäre?

Beitragvon Flat » Di 15. Sep 2015, 14:06

Texas41 » Di 15. Sep 2015, 13:49 hat geschrieben:
Wie du vielleicht meinen vorhergehenden Postings entnehmen kannst, habe ich kein übersteigertes Mitteilungsbedürfnis im Gegensatz zur Mehrheit der jüngeren Generation. Deshalb sehe ich keinen Anlass, andere Leute mit Sachen über mich zu bombardieren denn ich nehme mich nicht so wichtig als das es interessant wäre. Wenn Du also private Sachen über mich erfahren willst, mußt du schon meine Accounts hacken. Was du dann mit den "ach so wichtigen Informationen" machst, ist dir überlassen^^


Moin,

warum stellst Du Dich so an? Hast Du was zu verbergen?
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Re: Haben wir Deutschen zu viel Datenschutz/Privatsphäre?

Beitragvon Tom Bombadil » Di 15. Sep 2015, 14:12

Flat » Di 15. Sep 2015, 15:06 hat geschrieben:Hast Du was zu verbergen?

Offensichtlich, sonst würde er sich ja nicht so anstellen.
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Re: Haben wir Deutschen zu viel Datenschutz/Privatsphäre?

Beitragvon Texas41 » Di 15. Sep 2015, 14:13

Inventarliste? Nur weil ich etwas bestelle, heißt das noch lange nicht, daß es dann bei mir zu Hause zu finden ist. Abgesehen davon wird niemand gezwungen, jeden Scheiß online zu bestellen. Aber es ist natürlich typisch Generation facebook. Sich erst zu Hause in allen Räumen fotografieren, dann den Urlaubszeitraum noch groß und breit im Netz bekannt geben und dann nach Datenschutz schreien, wenn einem die Bude leer geräumt wird.

Abgesehen davon ist mir schleierhaft, wie du von meinen Emails, meinem Telefon oder meinem Amazonkonto an meine Arbeitszeiten oder irgendwelche Schlüsselcodes kommen willst. Gleiches gilt für den Stromzähler: ich habe kein online-Kundenkonto und der Stromzähler befindet sich in meinem Haus, in das man a) nicht so ohne Weiteres rein kommt und b) würde ich das Anzapfen vermutlich bemerken.

@ Flat:

Vielleicht dann doch nochmal langsam, damit du es verstehst: ich trete grundsätzlich keine privaten Details im Netz breit und trotzdem ist es mir egal, ob die NSA oder sonst wer, Daten über mich sammelt, die sie eh zu nix gebrauchen können!
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Re: Haben wir Deutschen zu viel Datenschutz/Privatsphäre?

Beitragvon Teeernte » Di 15. Sep 2015, 14:40

Texas41 » Di 15. Sep 2015, 15:13 hat geschrieben:Inventarliste? Nur weil ich etwas bestelle, heißt das noch lange nicht, daß es dann bei mir zu Hause zu finden ist. Abgesehen davon wird niemand gezwungen, jeden Scheiß online zu bestellen. Aber es ist natürlich typisch Generation facebook. Sich erst zu Hause in allen Räumen fotografieren, dann den Urlaubszeitraum noch groß und breit im Netz bekannt geben und dann nach Datenschutz schreien, wenn einem die Bude leer geräumt wird.

Abgesehen davon ist mir schleierhaft, wie du von meinen Emails, meinem Telefon oder meinem Amazonkonto an meine Arbeitszeiten oder irgendwelche Schlüsselcodes kommen willst. Gleiches gilt für den Stromzähler: ich habe kein online-Kundenkonto und der Stromzähler befindet sich in meinem Haus, in das man a) nicht so ohne Weiteres rein kommt und b) würde ich das Anzapfen vermutlich bemerken.!


Es geht NICHT MEHR nur om die ONLINE Daten!

Es geht auch um DEINE OFLINE DATEN >> DIE im REELLEN LEBEN.

Andere >>> haben DEINE Daten ONLINE. Den Bauamtsszugriff Online wird es bald geben....

Dein Telefon :D :D :D ist in wenigen Monaten ZWANGSWEISE ein VoIP Anschluss. (Telllefon über Neuland!) Daten für DEIN TELLEFONG druckt und Couvertiert der Datenhändler....

....dass ich eine andere Herangehensweise an den Tag legen würde - als ein BIG DATA Händler ist eine andere Sache !

....DER Händler ist möglicherweise beim Rechencenter von Amazon.....

Und die Sache mit den Schlüsseln - nein - die erklär ich Dir nicht online. :D :D :D
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Re: Haben wir Deutschen zu viel Datenschutz/Privatsphäre?

Beitragvon PSC » Di 15. Sep 2015, 15:24

Provokateur » Di 15. Sep 2015, 08:30 hat geschrieben:Der Datenschutz muss dringend gestärkt werden. Und es muss eine "Awareness" für Datenhygiene entstehen.


Die Awareness ist in Ansätzen da, scheitert aber im Alltag an der Praxistauglichkeit. Wie gesagt, die Leute haben größtenteils keine Ahnung. Sind reine Nutzer und schon heilfroh, wenn sie ihre Anwendungssoftware sicher bedienen können. Wo Sicherheitsrichtlinien einen Mehraufwand erfordern, werden sie nicht allzu lange beachtet oder gleich ignoriert. Schadet ja nicht. Gib den Mitarbeitern sichere Passwörter mit 24 Stellen und Sonderzeichen und all dem Kram und du kannst dir sicher sein, dass keiner seins im Kopf behalten kann, dass am Ende die Passwörter auf einem Post-It am Bildschirm stehen. Oder unter der Tastatur. Oder sonstwo schnell und bequem zugänglich, gerade mal gut genug versteckt, damit die vorbeilaufende Inspektion sie nicht sieht. Dasselbe Prinzip hast du auch beim Datenschutz.

Der Einsatz von Windows für den Umgang mit vertraulichen Daten - in welcher Form auch immer, selbst als simpler Büro-Klientrechner - ist wegen der neuen Datenschutzrichtlinien von Microsoft praktisch illegal. Jetzt setz dort mal die Gesetze um. Dafür müsste man 80% der bestehenden Infrastruktur niederreißen und neu aufbauen, zudem die Anwender neu schulen. Nicht machbar.

Du verweigerst dich der Vernetzung, kenn ich auch in meinem Umfeld einige von. Die sind halt nicht Mitglied in den entsprechenden Gruppen bei Facebook und dergleichen, wo alles abgesprochen und organisiert wird, sie müssen immer gesondert über alle Entwicklungen und Termine informiert werden, haben in aller Regelmäßigkeit trotzdem keine Ahnung, was gerade vor sich geht, kommen mit kurzfristigen Entwicklungen oft nicht klar. Das geht auf die Nerven. Und sie sind auch noch stolz darauf, bemerken das Ausmaß ihrer Ausgrenzung und Isolation gar nicht, bringen zum Thema nur die üblichen Phrasen von wegen NSA und bla.
Die protestieren gegen Überwachungskameras in der S-Bahn, in einer Zeit, in der jeder zweite bis dritte Fahrgast eine Kamera offen trägt, ein guter Teil der Geräte auf einer oder mehreren Ebenen kompromittiert. Hauptsache Bejeweled läuft problemlos, der Rest ist dem Nutzer nicht zugänglich und eigentlich egal.

Meiner Meinung nach gibt es nur noch die Flucht nach vorn. Transparenz auf allen Ebenen. Den Staat zwingen, seinen ohnehin kaum haltbaren Monopolanspruch auf Personen- und Unternehmensdaten aufzugeben und sie frei handelbar, frei verwertbar, frei zugänglich zu machen. Ausnahmslos, ohne Sonderprivilegien. So ist wenigstens wieder eine Waffengleichheit hergestellt. Für den Moment. Die Alternative ist, den Informationsvorsprung an diejenigen zu verschenken, denen man ihn am wenigsten gönnt. Während man selbst im Tal der Ahnungslosen vor sich hin stagniert. Im seligen Glauben an eine Privatsphäre.
Zuletzt geändert von PSC am Di 15. Sep 2015, 15:28, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Haben wir Deutschen zu viel Datenschutz/Privatsphäre?

Beitragvon Teeernte » Di 15. Sep 2015, 15:47

PSC » Di 15. Sep 2015, 16:24 hat geschrieben:

Meiner Meinung nach gibt es nur noch die Flucht nach vorn. Transparenz auf allen Ebenen. Den Staat zwingen, seinen ohnehin kaum haltbaren Monopolanspruch auf Personen- und Unternehmensdaten aufzugeben und sie frei handelbar, frei verwertbar, frei zugänglich zu machen. Ausnahmslos, ohne Sonderprivilegien. So ist wenigstens wieder eine Waffengleichheit hergestellt. Für den Moment. Die Alternative ist, den Informationsvorsprung an diejenigen zu verschenken, denen man ihn am wenigsten gönnt. Während man selbst im Tal der Ahnungslosen vor sich hin stagniert. Im seligen Glauben an eine Privatsphäre.


Meine Identität - Anschrift .....ist mein Eigentum - worüber ich verfügen SOLLTE - ob diese gehandelt und wer der Händler ist.

Die hat nirgends rauszugehen - wenn ich das nicht wünsche.

Bei einem Song/Musik/Filmtitel von XYZ machen die einen RIESEN RHABARBER.

Ich will meine persönlichen Daten ebenso geschützt haben ! Wer diese BEFUGT handelt - hat GEMA GÜFA ....an mich abzugeben -
wer diese Unbefugt - benutzt , vorhält, verkauft...... - COLD CALL ?? - ein SCHWARZHÄNDLER - zum gewerblichen Vorteil ?
Wie bei den Songs - nicht unter 100.000 Eu Schadenersatz.

LAperpalaber - meine Daten liegen da irgendwo .....den Song/Film kann ich auch IRGENDWO herunterladen...

Gleiches Recht für alle....... Der eine mag DIESE Daten (Werk) geschützt...ich wünsche meine Daten (Persönlich) geschützt haben.

Jaaaaaaa......ansonsten "Vogel"-freies Netz.... :D :D :D
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Re: Haben wir Deutschen zu viel Datenschutz/Privatsphäre?

Beitragvon Mithrandir » Di 15. Sep 2015, 22:07


Ich weiß nicht, was das »neue« ist, das durch das Patent geschützt wird, dass in ein Scoring zur Kreditwürdigkeit aber auch Facebook-Kontakte einbezogen werden, wird schon seit Jahren praktiziert.

Texas41 » Di 15. Sep 2015, 10:35 hat geschrieben:Im übrigen ist die ganze Sache doch extrem absurd: auf der einen Seite jeden Scheiß in den asozialen Netzwerken veröffentlichen und auf der anderen Seite mehr Datenschutz fordern paßt in meinen Augen nicht zusammen.

Das ist überhaupt nicht absurd, weil es sich um unterschiedliche Personen handelt.

PSC » Di 15. Sep 2015, 08:11 hat geschrieben:Die Milliardenwerte, die dafür zerstört werden, interessieren ihn nicht. Die braucht er nicht, die begreift er nicht, und nach ihm die Sintflut.

Die interessantesten Anwendungen im Bereich Big Data werden durch den Datenschutz so gut wie überhaupt nicht eingeschränkt. Da geht es ja eher um allgemeine Muster als um die individuelle Person.
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Re: Haben wir Deutschen zu viel Datenschutz/Privatsphäre?

Beitragvon Mithrandir » Di 15. Sep 2015, 22:19

Teeernte » Di 15. Sep 2015, 16:47 hat geschrieben:Meine Identität - Anschrift .....ist mein Eigentum - worüber ich verfügen SOLLTE - ob diese gehandelt und wer der Händler ist.

Die hat nirgends rauszugehen - wenn ich das nicht wünsche.

Bei einem Song/Musik/Filmtitel von XYZ machen die einen RIESEN RHABARBER.

Das ist richtig, solche Daten stellen einen Wert da und werden auch entsprechend gehandelt. Als Beispiel: Wenn jemand auf seiner Website ein Werbebanner für ein Gewinnspiel einblendet, kann er pro über diese Anzeigen erhaltenem Teilnehmer mit Datensatz (Adresse usw.) mit ca. 1 Euro rechnen. Damit sich das lohnt bezahlt am Ende ein Datenhändler sogar noch mehr.
Übrigens: Der Staat mischt auch gut mit: Auch die Einwohnermeldeämter verkaufen Datensätze der gemeldeten Bürger - sofern die nicht widersprochen haben, das Formular holen die aber erst auf Anfrage aus der Schublade... (die Preise für solche Datensätze liegen bei 5-15 Euro).
Wenn man bedenkt, dass ein Datenhändler die Daten weiterverkauft an andere Händler potenziert sich das schnell und es entsteht ein immenser Schaden (wie bei einem immer illegal immer weiter kopierten Musikstück, nur eben legal).
Wenn jemand für ein paar Payback-Punkte freiwillig Daten (und Einkaufsverhalten) rausrückt, ist das seine Sache, wichtig ist die eigene Kontrolle.
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Re: Haben wir Deutschen zu viel Datenschutz/Privatsphäre?

Beitragvon PSC » Fr 25. Sep 2015, 17:33

Mithrandir » Di 15. Sep 2015, 23:07 hat geschrieben:Die interessantesten Anwendungen im Bereich Big Data werden durch den Datenschutz so gut wie überhaupt nicht eingeschränkt. Da geht es ja eher um allgemeine Muster als um die individuelle Person.


Sicher, in diesem Bereich wird das Individuum als lästiges Rauschen bewertet.

Personalisierte Tools und Anwendungen sind mit der althergebrachten Reduzierung des Menschen auf eine Handvoll statistischer Kennzahlen nicht machbar. Der virtuelle persönliche Assistent, quasi Google 2.0, wird deswegen auch mal wieder nicht aus Deutschland kommen dürfen.
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Re: Haben wir Deutschen zu viel Datenschutz/Privatsphäre?

Beitragvon Tomaner » Sa 26. Sep 2015, 09:12

frems » Mo 14. Sep 2015, 20:51 hat geschrieben:http://www.heise.de/newsticker/meldung/ ... 12931.html
und http://www.zeit.de/digital/datenschutz/ ... vorbehalte

Was meint die werte Userschaft? Sind unsere Datenschutzgesetze im "digitalen Zeitalter" noch zeitgemäß? Kennt Ihr Fälle, die Ihr persönlich absurd findet? Droht Deutschlands Wirtschaft dadurch den Anschluß zu verlieren (Stichwort "Big Data")? Oder sollte man lieber über mehr statt weniger Datenschutz sprechen und (z.B. für non-digital natives) die Medienkompetenz der Bürger stärken, damit sie sich ihrem Umgang mit Daten besser bewußt werden?

(die Mods können den Strang gerne verschieben. Ich war mir nicht so recht sicher, ob das 1er oder 5er Forum nicht besser geeignet wäre als das 2er)

Gesetze zum schutz eigener Daten sind eindeutig! Es dürfte umgekehrt sein, andere verstoßen ungestraft dagegen.
Das Problem dürfte aber nicht sein, wenn Unternehmen, Staat usw. an einzelne Daten kommen, sondern wenn sie in der Lage sind alle Daten zu verknüpfen. Dies macht aus jedem ein offenens Buch. Man stelle sich vor bei Bewerbungen auf offene Stellen. Anhand von Zeitungen die man kauft, einem ein politische Richtung anhaftet und deswegen abgelehnt wird. Wobei es ja nicht einmal politisch werden muß. Es könnte ja reichen, welche Sportart man betreibt und dadurch eine durchschnittliche Verletzungsgefahr entscheidet ob ein Arbeitgeber dich einstellt.
Man nehme nur beim einkaufen die Deutschlandcard und man kann über längere Zeit und einkaufsverhalten durchaus ein Profil erstellen. Wenn man in der Lage ist, eben viele verschiedenen Daten auch noch zu vernetzen, wird man zum offenen Buch. Übertrieben gesagt bräuchte man kaum mehr eine Wahl mehr durchzuführen, man könnte sie durch erhobenen und verknüpfte Daten abschätzen.
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Re: Haben wir Deutschen zu viel Datenschutz/Privatsphäre?

Beitragvon HugoBettauer » Sa 26. Sep 2015, 09:26

Mithrandir » Di 15. Sep 2015, 22:19 hat geschrieben:Wenn jemand für ein paar Payback-Punkte freiwillig Daten (und Einkaufsverhalten) rausrückt, ist das seine Sache, wichtig ist die eigene Kontrolle.

Schwierig ist, wenn die Herausgabe solcher Daten integraler Bestandteil immer weiterer "allgemein üblicher" Geschäfte wird - man kommt der Herausgabe ohne größere Umstände kaum noch aus.
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Re: Haben wir Deutschen zu viel Datenschutz/Privatsphäre?

Beitragvon Rosmarin » Mo 9. Nov 2015, 19:18

Deutschland hat einen guten Datenschutz. Er wird nur umgesetzt. Der Bundestag hat doch gerade erst wieder die Vorratsdatenspeicherung beschlossen. Dabei hat das Bundesverfassungsgericht die für verfassungswidrig erklärt. Dem Gesetzgeber schert sich einen Dreck um das Verfassungsgericht. Das haben wir nicht nur bei der Vorratsdatenspeicherung gesehen. Sondern auch bei dem richtungsweisenden Tanz der Teufel Beschluss, der die Beschlagnahme von Zombie-Spielfilmen nach § 131 StGB unmöglich machte. Die Gerichte haben trotzdem nach § 131 StGB weiter beschlagnahmt. Auch den Film Tanz der Teufel, dessen Beschlagnahme das Bundesverfassungsgericht aufgehoben hatte. Siehe dazu hier: das Bundesverfassungsgericht und Tanz der Teufel.
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Re: Haben wir Deutschen zu viel Datenschutz/Privatsphäre?

Beitragvon Päule0815 » Mo 9. Nov 2015, 21:14

Rosmarin » Mo 9. Nov 2015, 20:18 hat geschrieben:Deutschland hat einen guten Datenschutz. Er wird nur umgesetzt. Der Bundestag hat doch gerade erst wieder die Vorratsdatenspeicherung beschlossen. Dabei hat das Bundesverfassungsgericht die für verfassungswidrig erklärt. Dem Gesetzgeber schert sich einen Dreck um das Verfassungsgericht. Das haben wir nicht nur bei der Vorratsdatenspeicherung gesehen. Sondern auch bei dem richtungsweisenden Tanz der Teufel Beschluss, der die Beschlagnahme von Zombie-Spielfilmen nach § 131 StGB unmöglich machte. Die Gerichte haben trotzdem nach § 131 StGB weiter beschlagnahmt. Auch den Film Tanz der Teufel, dessen Beschlagnahme das Bundesverfassungsgericht aufgehoben hatte. Siehe dazu hier: das Bundesverfassungsgericht und Tanz der Teufel.


Es ist ja schön, dass du so gut informiert bist.

Nur hat das BVerfG die Vorratsdatenspeicherung grundsätzlich für verfassungskonform angesehen.

Das Problem ist, dass hier öffentlich mit Unwahrheiten Stimmung gemacht wird. Es ist interessant, wie unterschiedlich Speicherinteressen und -bestimmungen von den Gerichten gehandhabt werden.

Bei der Vorratsdatenspeicherung wird zu sehr der angeblich anlassunabhängige Eingriff in den Vordergrund gedrängt.
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Re: Haben wir Deutschen zu viel Datenschutz/Privatsphäre?

Beitragvon Atheist » Di 10. Nov 2015, 08:35

Die Frage sollte m.M.n. wie folgt lauten: "Sind wir Deutschen zu frei?"
"Wir Diskordier müssen auseinanderhalten!" (unbekannter Weiser)

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