Ist der Osten der bessere Westen?

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K.Pok
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Re: Ist der Osten der bessere Westen?

Beitragvon K.Pok » Di 30. Dez 2008, 16:46

Wer sich näher für Heinz Barth, sein Leben, Wirken und seine Verurteilung interessiert, dem empfehle ich folgendes Buch ( das viele Kopien von Originaldokumenten enthält):
Peter Przybilski, Horst Busse, Mörder von Oradour, Militärverlag der DDR, Berlin 1984
Zuletzt geändert von K.Pok am Di 30. Dez 2008, 16:46, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ist der Osten der bessere Westen?

Beitragvon Yellow Submarine » Di 30. Dez 2008, 17:00

Quatschki hat geschrieben:Einer der Vorzüge der Wiedervereinigung war, daß die ostdeutschen Opas auch mal an so einem (in der DDR verbotenen) Kriegskameradentreffen teilnehmen konnten, bevor sie nun nach und nach den Löffel abgeben müssen.
Lieber Quatschki

:D :D :D . Vor ein paar Jahren war ich in Borna, um die Kunigundenkirche zu besichtigen. Da waren eine Menge Opis mit ihren Omis. Einer trat an mich heran und sagte: "Wissen Sie, wir sind die letzten Überlebenden der Panzerjäger-Abteilung 88, die hier stationiert war. Könnten Sie uns bitte fotografieren ?". Na klar. :hat:
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Re: Ist der Osten der bessere Westen?

Beitragvon El Gitarro » Di 30. Dez 2008, 17:17

K.Pok hat geschrieben:Heinz Barth - der Umgang der beiden deutschen Staaten mit einem Nazi-Kriegsverbrecher.
In der DDR zu lebenslänglich verurteilt; nach der Wende aus dem Gefängnis entlassen.

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,499725,00.html


Barth kam nicht sofort nach der Wende frei. 1997 wurde er wegen seines schlechten Gesundheitszustandes (Krebs) entlassen.

Das ganze hat also keinen ost/west spezifischen Hintergrund.
Zuletzt geändert von El Gitarro am Di 30. Dez 2008, 17:19, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Ist der Osten der bessere Westen?

Beitragvon K.Pok » Di 30. Dez 2008, 19:01

El Gitarro hat geschrieben:
Barth kam nicht sofort nach der Wende frei. 1997 wurde er wegen seines schlechten Gesundheitszustandes (Krebs) entlassen.

Das ganze hat also keinen ost/west spezifischen Hintergrund.


Sicher keinen spezifischen ost/west Hintergrund; aber etwas "nazifreundlich".
Hatte Barth Mitleid mit Kindern, Zivilisten, Kranken ?
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Re: Ist der Osten der bessere Westen?

Beitragvon Yellow Submarine » Di 30. Dez 2008, 19:03

K.Pok hat geschrieben:
Sicher keinen spezifischen ost/west Hintergrund; aber etwas "nazifreundlich".
Hatte Barth Mitleid mit Kindern, Zivilisten, Kranken ?
Lieber K.Pok,
und war es die DDR, die dem Herrn Barth 1991 bis 1998 eine Zusatzrente gezahlt hat ? :dunno:
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Re: Ist der Osten der bessere Westen?

Beitragvon K.Pok » Di 30. Dez 2008, 19:18

Yellow Submarine hat geschrieben:Lieber K.Pok,
und war es die DDR, die dem Herrn Barth 1991 bis 1998 eine Zusatzrente gezahlt hat ? :dunno:


Lieber YS,

dafür wurde dann manchem Antifaschisten nach der Wende die Zusatzrente weggenommen. Ich denke, einige Dinge in der Nachwende-Geschichte sind noch nicht so ganz aufbereitet.
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Re: Ist der Osten der bessere Westen?

Beitragvon El Gitarro » Di 30. Dez 2008, 19:22

K.Pok hat geschrieben:Sicher keinen spezifischen ost/west Hintergrund; aber etwas "nazifreundlich".
Hatte Barth Mitleid mit Kindern, Zivilisten, Kranken ?


Nein, er war ja auch kein demokratischer Rechtsstaat.
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Re: Ist der Osten der bessere Westen?

Beitragvon K.Pok » Di 30. Dez 2008, 19:32

El Gitarro hat geschrieben:
Nein, er war ja auch kein demokratischer Rechtsstaat.


Ich kann es natürlich nicht beweisen, aber die Freilassung des Kriegsverbrechers Barth hatte auch eine politische Seite. Etwa so, wie Thomas I es schrieb - bei Klar "wurde auch die besondere Schwere der Schuld festgestellt, bei Barth offenbar nicht."
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Re: Ist der Osten der bessere Westen?

Beitragvon Thomas I » Di 30. Dez 2008, 20:41

El Gitarro hat geschrieben:
Barth kam nicht sofort nach der Wende frei. 1997 wurde er wegen seines schlechten Gesundheitszustandes (Krebs) entlassen.

Das ganze hat also keinen ost/west spezifischen Hintergrund.


Er sass bis dahin immerhin 16 Jahre. Von mir aus hätte er auch bis zu seinem Ende sitzen können.
Aber sich wie K.Pok hier hinzustellen und zu suggerieren "Kaum war die DDR vorbei wurden die Nazimörder aus dem Knast entlassen" ist widerlich.
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Re: Ist der Osten der bessere Westen?

Beitragvon Thomas I » Di 30. Dez 2008, 20:42

K.Pok hat geschrieben:Ich kann es natürlich nicht beweisen, aber die Freilassung des Kriegsverbrechers Barth hatte auch eine politische Seite. Etwa so, wie Thomas I es schrieb - bei Klar "wurde auch die besondere Schwere der Schuld festgestellt, bei Barth offenbar nicht."


Nur wer es denn 1983 dann wohl ein Gericht der DDR dass das versäumt hatte....
Welche politischen Gründe der DDR vermutest du da denn?
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Re: Ist der Osten der bessere Westen?

Beitragvon Thomas I » Di 30. Dez 2008, 20:57

Halbgott hat geschrieben:Ist ganz lustig, Dein Halbwissen:
Hier noch einige Personen aus der BRD:
Lübke, Heinrich: KZ-Bauführer
Westrick, Ludger: „Bewährter“ Wehrwirtschaftsführer
Blessing, Karl: Freund Himmlers
Vialon, Karl Friedrich: Buchhalter der SS-Mörder
Hettlage, Karl-Maria: SS-Hauptsturmführer und Rüstungsexperte
Ambras, Otto: Freund und Förderer der SS
Bütefisch, Heinrich: Ranggleich mit dem Auschwitz-Kommandanten
Sohl, Hans-Günther: Organisator der faschistischen Kriegswirtschaft
Abs, Hermann: Sowjetische Kinder zu Tode geschunden
Flick, Friedrich: Kommissionär Görings
Friedrich, Otto Andreas: Reichsbeauftragter der Hitlerregierung

Wie war das noch einmal? KZ Leute gab es in der BRD nicht?

Dieser hat KZ gebaut:
Lübke, Heinrich
KZ-BAUFÜHRER

Präsident der Bundesrepublik.

Jahrelang konnte sich Dr. Heinrich Lübke der westdeutschen Bevölkerung als Verfolgter des Naziregimes präsentieren, bis im Jahre 1965 von der DDR an Hand von Originaldokumenten der ehemaligen Gestapo-Leitstelle Stettin vor der internationalen Presse nachgewiesen werden konnte: Heinrich Lübke war zumindest seit 1940 Vertrauensmann der Gestapo. Als Stellvertreter des Leiters der „Baugruppe Schlempp“ - zu Kriegsbeginn ein Rüstungsbaustab des „Generalbauinspekteurs für die Reichshauptstadt“, später des NS-Rüstungsministers Speer innerhalb des sogenannten Jägerstabes - war Lübke an der Errichtung eines „Sonderlagers der Geheimen Staatspolizei Peenemünde“ beteiligt. Er drohte, arbeitsunwillige Belegschaftsmitglieder dorthin einzuweisen. Die Gestapo-Leitstelle notierte dazu, „daß in der weiteren Bearbeitung des Vorganges besonders… auf Lübke zurückgegriffen werden kann“. (Siehe Tafel 10)

1934 wurde Lübke auf Grund eines faschistischen Gesetzes über die Gewährung von Straffreiheit erstmals Nutznießer des Hitlerregimes. Eine Strafkammer beim Landgericht Berlin beschloß, ein Strafverfahren gegen Lübke und Komplicen wegen „Veruntreuung, Urkundenbeseitigung und anderen groben Unredlichkeiten“ einzustellen. Dabei wurde jedoch ausdrücklich betont, daß „das Verfahren weder ihre Unschuld ergeben noch dargetan hat, daß gegen sie ein begründeter Verdacht nicht vorliegt.“ (Siehe Tafel 11, Mecklenburgisches Landeshauptarchiv, Bestand: Mecklenburgisches Staatsministerium, Siedlungsgesellschaft Bauernland AG, S. 47)

Seit dieser Zeit gehört Lübke zu denen, die den Faschismus bis zur bedingungslosen Kapitulation ebenso bedingungslos unterstützten.

Als Organisator geheimster und kriegswichtigster Rüstungsvorhaben der faschistischen Führung war Lübke maßgeblich am massenweisen Einsatz von KZ-Häftlingen beteiligt. Er arbeitete als stellvertretender Leiter der „Baugruppe Schlempp“ beim Aufbau der Produktionsstätten der berüchtigten V-Waffen. Im Raum von Peenemünde leitete er 40 Baustellen persönlich!

1944 wurde Lübke der Aufbau der Außenlager Leau und Neu-Staßfurth des Konzentrationslagers Buchenwald, eine besonders wichtige und äußerst geheime Aufgabe, übertragen. Um den verheerenden Verlusten der faschistischen Luftwaffe zu begegnen, war im Frühjahr 1944 ein sogenannter Jägerstab gebildet worden. Der „Jägerstab“ erhielt von Kriegsverbrecher Speer die Aufgabe, die Rüstungsbetriebe der Flugzeugindustrie aus den bombengeschädigten oder gefährdeten Betrieben in unterirdische Produktionsstätten zu verlagern und die Produktion mit allen Mitteln auf Hochtouren zu bringen. Ihm wurde auch die „Baugruppe Schlempp“ mit ihrem stellvertretenden Leiter Lübke zugeteilt.

Hierzu forderte Lübke als oberster Bauführer dieser Baugruppe 2000 KZ-Häftlinge aus dem KZ Buchenwald an, die in Peißen bei Bernburg schwerste Betonierungs- und Transportarbeiten unter Tage in zwei Schichten zu je 12 Stunden ausführen mußten. Die ersten Häftlinge wurden Ende August 1944 in Zelten untergebracht. Die katastrophalen Verhältnisse begünstigten eine Ruhrepidemie. Viele Häftlinge starben. Für die weiteren Häftlinge wurde ein Konzentrationslager in 400 Meter Tiefe angelegt. Hier siechten 500 Menschen unter grausamen Bedingungen dahin. Anläßlich einer Besprechung auf dem Gelände des KZ Leau, Anfang September 1944, die Lübke leitete, wurde mit Genugtuung festgestellt, daß „die Arbeiten nunmehr auf breitester Front sichtbare Fortschritte machen“. (Siehe Tafel 12, Archiv des VEB Kaliwerk Bernburg, Bestand: Kali-Werk Friedenshall) Die in dem Dokument über diese Besprechung genannte Firma ATG Leipzig gehörte dem Kriegsverbrecher Flick.

Die vorliegenden Dokumente, deren Echtheit von dem amerikanischen Sachverständigen Howard Hearing überprüft wurde, beweisen eindeutig: Lübke plante und leitete den Bau von Konzentrationslagern. Es gehörte zu seinen Aufgaben, das Jägerprogramm durch Sklavenarbeit von KZ-Häftlingen, Kriegsgefangenen und Zwangsverschleppten zu verwirklichen. Lübke war mitverantwortlich für die mörderischen Arbeits- und Lebensbedingungen, denen Hunderte Polen, Franzosen, Italiener, Sowjetbürger und Deutsche zum Opfer fielen. Bisher sind aus Listen des KZ Buchenwald die Namen von 267 ermordeten politischen Häftlingen bekannt, für deren Tod Lübke in hohem Maße verantwortlich ist.


Es gibt da einen kleinen aber feinen Unterschied: Als Lübke in dieses Amt gewählt wurde waren die Tatsachen unbekannt und sein vorzeitiger Rücktritt hatte durchaus eine Menge mit diesen Dingen zu tun.
Bei E. Großmann war das der DDR-Führung bekannt und man liess ihn nicht nur der SED beitreten sondern hievte ihn sogar in den ZK.
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Re: Ist der Osten der bessere Westen?

Beitragvon Thomas I » Di 30. Dez 2008, 21:00

K.Pok hat geschrieben:
Ich hoffe, dir ist nicht ganz klar, was du da schreibst.


Das bezog sich auf die Feststellung beim Urteil!
Falls du das so verstanden hasst das ich meine eine solche besondere Schwere der Schuld hätte es bei Barth nicht gegeben, dann hast du mich mißverstanden.
Im Gegenteil, in Relation zu Klar hätte der min. 35 - 40 Jahre sitzen müssen bevor an Entlassung auch nur zu denken gewesen wäre.
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Re: Ist der Osten der bessere Westen?

Beitragvon Yellow Submarine » Di 30. Dez 2008, 21:06

Thomas I hat geschrieben:
Es gibt da einen kleinen aber feinen Unterschied: Als Lübke in dieses Amt gewählt wurde waren die Tatsachen unbekannt und sein vorzeitiger Rücktritt hatte durchaus eine Menge mit diesen Dingen zu tun.
Bei E. Großmann war das der DDR-Führung bekannt und man liess ihn nicht nur der SED beitreten sondern hievte ihn sogar in den ZK.
Lieber Thomas I,

darf ich einmal hinterfragen, wer E. Großmann war und woher Du Deine Weisheiten hast ?
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Re: Ist der Osten der bessere Westen?

Beitragvon Weltregierung » Di 30. Dez 2008, 21:23

Yellow Submarine hat geschrieben:Lieber Thomas I,

darf ich einmal hinterfragen, wer E. Großmann war und woher Du Deine Weisheiten hast ?


Ernst Großmann (SED)

Bis 1959 Mitglied des ZK der SED. 1. Vorsitzender der LPG „Walter Ulbricht“ in Marxleben. Mitglied der SED-Delegation zum XIX. Parteitag der KPdSU. Abgeordneter des Bezirkstags Erfurt bis 1963. Held der Arbeit. Meisterbauer.

Im Dritten Reich:

Eintritt in die NSDAP: 1.11.1938, Nr. 6855320. Mitglied des Sudetendeutschen Freikorps. 1940 – Angehöriger eines SS-Totenkopfverbandes in Oranienburg/Sachsenhausen. Angehöriger der Wachmannschaft des Konzentrationslagers Sachsenhausen. SS-Unterscharführer.

Nachdem der Untersuchungsausschuss freiheitlicher Juristen in Westberlin 1959 die früheren politischen Aktivitäten Großmanns bekannt gemacht hatte, wurde dieser aus dem ZK ausgeschlossen, blieb aber Mitglied der Partei.


http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/ ... s_der_ddr/

:hat:
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Re: Ist der Osten der bessere Westen?

Beitragvon ToughDaddy » Di 30. Dez 2008, 21:33

Thomas I hat geschrieben:
Nur wer es denn 1983 dann wohl ein Gericht der DDR dass das versäumt hatte....
Welche politischen Gründe der DDR vermutest du da denn?


Schlauberger. Sowas gabs zu DDR Zeiten nicht. :roll:
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Re: Ist der Osten der bessere Westen?

Beitragvon Yellow Submarine » Di 30. Dez 2008, 21:34

Liebe Weltregierung,

vielen Dank. Also nicht wie der Chef vom Massenmörder Eichmann, SS-Oberführer Erich Ehrlinger, in Karlsruhe, der bereits 1965 mit Mitwirkung bestehender Netzwerke ehemaliger Nazis aus der Haft entlassen worden war (ein medizinisches Gutachten vonm einem ehemaligen NSDAP-Parteigenossen erklärte Ehrlinger aufgrund einer Neurose für dauerhaft haft- und verhandlungsunfähig, wenngleich er noch 35 Jahre völlig unbehelligt in Karlsruhe weiterleben konnte). Hinzu kam die Hilfe einflussreicher Faktoren der deutschen Gesellschaft wie die politische Unterstützung seitens der FDP und der evangelischen Landeskirche, die aus einem traditionalen Religionsverständnis zum Teil Nachsicht gegenüber NS-Verbrechern bekundete.
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Re: Ist der Osten der bessere Westen?

Beitragvon Thomas I » Di 30. Dez 2008, 21:34

Yellow Submarine hat geschrieben:Lieber Thomas I,

darf ich einmal hinterfragen, wer E. Großmann war und woher Du Deine Weisheiten hast ?


Ernst Großmann: Vor 1959 war er Mitglied des ZK der SED, 1. Vorsitzender der LPG "Walter Ulbricht" in Merxleben, Mitglied der SED-Delegation zum XIX. Parteitag der KPdSU, Abgeordneter des Bezirkstages Erfurt, "Held der Arbeit" und Meisterbauer. Im Film, der vor der Enttarnung Großmanns hergestellt wurde, wird dessen Nazi-Vergangenheit nicht erwähnt. Ernst Großmann trat am 01.10.1938 in die SS ein, war Mitglied des Sudetendeutschen Freikorps; am 01.11.1938 trat er in die NSDAP ein, (Nr. 6855320), war 1940 Mitglied eines SS-Totenkopfverbandes in Oranienburg; Angehöriger der Wachmannschaft des Konzentrationslagers Sachsenhausen und war SS-Unterscharführer.
http://www.cine-holocaust.de/cgi-bin/gd ... w002674.gd


Nach dem der Untersuchungsausschuss freiheitlicher Juristen (UFJ) - fraglos eine was die DDR anbetrifft nicht unparteiische Organisation - den Fall E. Großmann bekannt gemacht hatte und breit über RIAS u.a. rausposaunt hatte, wurde dieser aus dem ZK ausgeschlossen, blieb aber Mitglied der Partei.
Der DDR-Film "ERNTE IN MERXLEBEN" in dem Großmann vorkam wurde dann in der DDR verboten...

Von Seiten der Linken wird heute noch behauptet dass er "an Verbrechen nicht beteiligt gewesen" war (Zitat Prof. Dr. Detlef Joseph in: Mitteilungen der Kommunistischen Plattform der Linkspartei.PDS: Februar 2003).
Ein KZ bewacht und nicht mitbekommen was das passiert? Na dann kann ja uch jemand wie Lübke Produktionsanlagen entworfen und gebaut haben ohne mitzubekommen wozu die gedacht waren.

Realistisch betrachtet ist das eine so unwahrscheinlich wie das andere.

Wer seine NS-Vergangenheit verschwieg konnte in der DDR sowieso ebenso wie in der BRD gut Karriere machen, nachgeforscht wurde in beiden Staaten zwar emsig, aber nur nach der Vergangenheit von "hohen Tieren" der jeweils anderen Seite.
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Re: Ist der Osten der bessere Westen?

Beitragvon Thomas I » Di 30. Dez 2008, 21:37

Yellow Submarine hat geschrieben:Liebe Weltregierung,

vielen Dank. Also nicht wie der Chef vom Massenmörder Eichmann, SS-Oberführer Erich Ehrlinger, in Karlsruhe, der bereits 1965 mit Mitwirkung bestehender Netzwerke ehemaliger Nazis aus der Haft entlassen worden war (ein medizinisches Gutachten vonm einem ehemaligen NSDAP-Parteigenossen erklärte Ehrlinger aufgrund einer Neurose für dauerhaft haft- und verhandlungsunfähig, wenngleich er noch 35 Jahre völlig unbehelligt in Karlsruhe weiterleben konnte). Hinzu kam die Hilfe einflussreicher Faktoren der deutschen Gesellschaft wie die politische Unterstützung seitens der FDP und der evangelischen Landeskirche, die aus einem traditionalen Religionsverständnis zum Teil Nachsicht gegenüber NS-Verbrechern bekundete.


Anders als Ernst Großmann, Max Hartwig oder karl-Heinz Bartsch kam der Typ überhaupt vor Gericht - und natürlich gab es auch in der BRD (zuviele) solcher Fälle wo solche Verbrecher beinahe ungeschoren davongekommen sind.
Zuletzt geändert von Thomas I am Di 30. Dez 2008, 21:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ist der Osten der bessere Westen?

Beitragvon Yellow Submarine » Di 30. Dez 2008, 21:47

Thomas I hat geschrieben:
Anders als Ernst Großmann, Max Hartwig oder karl-Heinz Bartsch kam der Typ überhaupt vor Gericht - und natürlich gab es auch in der BRD (zuviele) solcher Fälle wo solche Verbrecher beinahe ungeschoren davongekommen sind.
Lieber Thomas I,

nuja.

"Ein besonderer "Fund" waren Ernst Großmann und Karl-Heinz Bartsch. Großmann stieg zum Mitglied des Zentralkomitees der SED auf und Bartsch wurde Kandidat des Politbüros der SED. Beide waren Angehörige der SS gewesen und hatten das verschwiegen. Nach dem Bekanntwerden dieser Tatsache wurden sie von ihren Funktionen entbunden. Die Untersuchungen ergab, dass sie an Verbrechen nicht beteiligt gewesen waren. Regelmäßig wird bei den beiden nur über den Aufstieg in die SED-Funktionen berichtet, nicht aber über die Konsequenzen nach der Offenbarung des Verschwiegenen. Ein Musterbeispiel der Machart bietet die Zeitschrift "GEOEPOCHE". Sie veröffentlichte einen Aufsatz zur Entnazifizierung und fügte unter dem Titel "Bruchlose Karrieren" eine namentliche Aufstellung bei, zu der es erklärend heißt: "Im Gegensatz zu den politischen Spitzen Hitlerdeutschlands konnten viele Beamte, Unternehmer, Juristen, Journalisten, Militärs und Mediziner, die dem NS-Regime gedient hatten, ihre Karrieren in der Bundesrepublik fortsetzen und gewannen erneut Schlüsselpositionen. Manche von ihnen wurden enttarnt, andere lebten und arbeiteten jahrelang ungestört. Einige Fälle haben die Öffentlichkeit besonders bewegt."(12) Dann werden genannt: Hermann Josef Abs, Paul Dickopf, Hans Filbinger, Alfried Krupp von Bohlen und Halbach, Werner Naumann, Josef Neckermann, Theodor Oberländer, Hans-Martin Schleyer Hans-Ernst Schneider alias Hans Schwerte, Otmar Freiherr von Verschuer. Am Ende dieser Auflistung steht dann zu lesen: "In der DDR stiegen ehemalige Nationalsozialisten zwar viel seltener in Führungspositionen auf als im Westen, doch auch in dem selbst ernannten ‚antifaschistischen' Staat gibt es Alt-Nazis, die Karriere machen."(13) Dann werden genannt: Karl-Heinz Bartsch, Ernst Großmann, Kurt Säuberlich und Herbert Kröger. Angelastet wird die Zugehörigkeit zur NSDAP bzw. SS. Verbrechensvorwürfe werden nicht erhoben. Und natürlich wird nicht erwähnt, wie sich die DDR bei Großmann und Bartsch verhielt, nachdem das Verschweigen der SS-Zugehörigkeit bekannt wurde. Mangels anderer Vorwürfe hatte Kappelt zum "Beweis" des nazistischen Einflusses ehemaliger Nazis in der DDR z.B. bei Großmann wenigstens "eine Affinität für das Totalitäre, eine Auffälligkeit für antidemokratische Herrschaftsstrukturen, in denen Menschen wie Ernst Großmann, sich offensichtlich schnell zur Entfaltung bringen können" konstatiert."

Quelle:

http://archiv2007.sozialisten.de/politi ... &bs=1&n=10

Nun disqualifiziere bitte nicht die Quelle, sondern bringe Argumente dafür, dass das nicht stimmt. :hat:
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Re: Ist der Osten der bessere Westen?

Beitragvon Thomas I » Di 30. Dez 2008, 21:50

Yellow Submarine hat geschrieben:Lieber Thomas I,

nuja.

"Ein besonderer "Fund" waren Ernst Großmann und Karl-Heinz Bartsch. Großmann stieg zum Mitglied des Zentralkomitees der SED auf und Bartsch wurde Kandidat des Politbüros der SED. Beide waren Angehörige der SS gewesen und hatten das verschwiegen. Nach dem Bekanntwerden dieser Tatsache wurden sie von ihren Funktionen entbunden. Die Untersuchungen ergab, dass sie an Verbrechen nicht beteiligt gewesen waren. Regelmäßig wird bei den beiden nur über den Aufstieg in die SED-Funktionen berichtet, nicht aber über die Konsequenzen nach der Offenbarung des Verschwiegenen. Ein Musterbeispiel der Machart bietet die Zeitschrift "GEOEPOCHE". Sie veröffentlichte einen Aufsatz zur Entnazifizierung und fügte unter dem Titel "Bruchlose Karrieren" eine namentliche Aufstellung bei, zu der es erklärend heißt: "Im Gegensatz zu den politischen Spitzen Hitlerdeutschlands konnten viele Beamte, Unternehmer, Juristen, Journalisten, Militärs und Mediziner, die dem NS-Regime gedient hatten, ihre Karrieren in der Bundesrepublik fortsetzen und gewannen erneut Schlüsselpositionen. Manche von ihnen wurden enttarnt, andere lebten und arbeiteten jahrelang ungestört. Einige Fälle haben die Öffentlichkeit besonders bewegt."(12) Dann werden genannt: Hermann Josef Abs, Paul Dickopf, Hans Filbinger, Alfried Krupp von Bohlen und Halbach, Werner Naumann, Josef Neckermann, Theodor Oberländer, Hans-Martin Schleyer Hans-Ernst Schneider alias Hans Schwerte, Otmar Freiherr von Verschuer. Am Ende dieser Auflistung steht dann zu lesen: "In der DDR stiegen ehemalige Nationalsozialisten zwar viel seltener in Führungspositionen auf als im Westen, doch auch in dem selbst ernannten ‚antifaschistischen' Staat gibt es Alt-Nazis, die Karriere machen."(13) Dann werden genannt: Karl-Heinz Bartsch, Ernst Großmann, Kurt Säuberlich und Herbert Kröger. Angelastet wird die Zugehörigkeit zur NSDAP bzw. SS. Verbrechensvorwürfe werden nicht erhoben. Und natürlich wird nicht erwähnt, wie sich die DDR bei Großmann und Bartsch verhielt, nachdem das Verschweigen der SS-Zugehörigkeit bekannt wurde. Mangels anderer Vorwürfe hatte Kappelt zum "Beweis" des nazistischen Einflusses ehemaliger Nazis in der DDR z.B. bei Großmann wenigstens "eine Affinität für das Totalitäre, eine Auffälligkeit für antidemokratische Herrschaftsstrukturen, in denen Menschen wie Ernst Großmann, sich offensichtlich schnell zur Entfaltung bringen können" konstatiert."

Quelle:

http://archiv2007.sozialisten.de/politi ... &bs=1&n=10

Nun disqualifiziere bitte nicht die Quelle, sondern bringe Argumente dafür, dass das nicht stimmt. :hat:


Ja, eine Frage: Wie kann man Mitglied einer KZ-Wachmannschaft (Großmann) oder SS-Unterscharführer in Buchenwald (Hartwig) gewesen sein ohne Verbrechen zu begehen?
Und vor allem: Wieso ist man als Marinerichter schon Naziverbrecher, als Mitwirkender beim Betrieb eines KZs aber so tun als gäbe es da keine Verbrechen?

Ist nicht schon in "Mitglied in einer KZ-Wachmannschaft" oder "SS-Unterscharführer in Buchenwald" der Vorwurf zumindest der ganz erheblichen Mittäterschaft an einem gravierenden Verbrechen selbstverständlich enthalten?
Zuletzt geändert von Thomas I am Di 30. Dez 2008, 21:52, insgesamt 1-mal geändert.

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