Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

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Europa2050
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Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon Europa2050 » Di 19. Jun 2018, 18:00

think twice hat geschrieben:(19 Jun 2018, 18:45)

Wirklich ernsthafte Antwort: Um ihnen professionell ihre Moeglichkeiten zu zeigen, war ich nicht zuständig. Dafuer gab es Sozialarbeiter. Ich habe ganz außerplanmäßig (ich war Verwaltungskraft) versucht, ihnen ein bischen Wärme und Halt zu geben, wenn sie es gebraucht haben. Meist ohne viel zu sprechen.

Ich habe mich zu dem ehemaligen Kindersoldaten auf den Boden gesetzt, inmitten die Glasscherben. Er hatte mit der nackten Faust in eine Fensterscheibe geschlagen. Er hat gezittert und geweint und ich habe eine Stunde neben ihm gesessen, bis er bereit war, freiwillig in den Krankenwagen zu steigen, der ihn in die Klapse gebracht hat.

Ich habe eine sudanesische, beschnittene Frau in meiner Freizeit in eine Spezialklinik nach Berlin begleitet, in der sie wiederhergestellt wurde. Ich habe gewartet, bis sie aus der Narkose erwacht ist. Ohne mich wäre sie nicht gefahren.

Ich habe mit einer afghanischen, alleinreisenden Frau stundenlang in der Notaufnahme der Frauenklinik gesessen. Sie befürchtete, schwanger zu sein und hatte Blutungen. In diesen Stunden hat sie mir ihre furchtbare Lebensgeschichte erzählt, die nur bedingt etwas mit den Männern aus ihrer Heimat zu tun hatte. Sie war schwanger und sie beschwor mich, niemanden etwas zu erzählen. Da bin auch ich an meine Grenzen gstossen.

Mit einem 18jaehrigen Iraner bin ich zum Elternsprechtag in der Schule gegangen, weil er gesagt hat, ich bin hier seine Mutter. Er haette auch eine Mutter gebraucht, der schwierige Bursche.

...


Ich weiß, dass du das nicht deswegen erzählt hast, und obwohl wir nicht immer einer Meinung sind, hier aus ganzem Herzen von mir:

Respekt!
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Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon think twice » Di 19. Jun 2018, 18:13

Europa2050 hat geschrieben:(19 Jun 2018, 19:00)

Ich weiß, dass du das nicht deswegen erzählt hast, und obwohl wir nicht immer einer Meinung sind, hier aus ganzem Herzen von mir:

Respekt!

Ich habe auch viele tolle Dinge erlebt. So ist es nicht. Nie wieder werde ich soviel geballte Wertschätzung und Dankbarkeit erfahren, wie von diesen Menschen. Das Schönste war, dass sie für uns eine Dankesfeier veranstaltet haben, als die Sporthalle geschlossen haben und auf andere, feste Unterkünfte verteilt wurden. Jeder von uns hat ein kleines Buch bekommen, in dem sie persönliche Widmungen geschrieben haben. Und nach zwei Wochen haben die ersten gesagt, die Sporthalle war räumlich gesehen eine Katastrophe, aber sie würden am liebsten wieder zurück. Da waren wir alle eine Familie. Mehr Lob kann man nicht bekommen.
Es gibt einen Film von der Feier, gedreht von Studenten unserer Hochschule, die ihn professionell aufbereitet haben. Mit Musik und eingeblendeten Informationen, er ist eine tolle Erinnerung. Schade, dass ich ihn hier nicht verlinken kann.
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Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon Europa2050 » Di 19. Jun 2018, 18:20

think twice hat geschrieben:(19 Jun 2018, 19:13)

Es gibt einen Film von der Feier, gedreht von Studenten unserer Hochschule, die ihn professionell aufbereitet haben. Mit Musik und eingeblendeten Informationen, er ist eine tolle Erinnerung. Schade, dass ich ihn hier nicht verlinken kann.


Schade - es wird irgendwie Zeit, dass die Optimisten ihren Optimismus in die Welt hinaus tragen.

Arbeit liegt noch genug vor uns allen - da mach ich mir nichts vor. Und Fehlschläge und Verzweiflung wird es auch noch genug geben. Aber vom Jammern wird’s auch nix. Und ohne Rechtsstaat - in alle Richtungen! - auch nix.
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Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon Tom Bombadil » Di 19. Jun 2018, 18:23

Europa2050 hat geschrieben:(19 Jun 2018, 19:00)

Ich weiß, dass du das nicht deswegen erzählt hast, und obwohl wir nicht immer einer Meinung sind, hier aus ganzem Herzen von mir

Diese Geschichten haben nur leider rein gar nichts mit dem gerade diskutierten Thema zu tun. Es ging um junge Männer, denen hier kein Asyl und kein Schutz zusteht, die sich viel Geld besorgen und die damit illegal in Europa einwandern, anstatt sich mit dem Geld in der Heimat eine Existenz aufzubauen. Es ging nicht um ehemalige Kindersoldaten und zwangsbeschnittene Frauen, die selbstverständlich unseren Schutz bekommen sollen. Dass diese illegalen Einwanderer denen, die wirklich Schutz und Hilfe brauchen, den Platz wegnehmen, wird hier ja auch gerne ignoriert.
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Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon jack000 » Di 19. Jun 2018, 18:32

Pforzheimer FDP-Politiker Rülke greift Merkel an: Kanzlerin schuld an "gewalttätigem Nigerianer"

Als bezeichnend für die Politik von Angela Merkel sieht der Pforzheimer Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion in Stuttgart Hans-Ulrich Rülke den Fall eines gewalttätigen und abgeschobenen Asylbewerbers aus Nigeria, der – mit Duldung staatlicher Stellen – einfach wieder nach Pforzheim eingereist sei. Das gab der Pforzheimer Stadtrat am Dienstag in einer Pressemitteilung bekannt.

Aus Rülkes Sicht könne man den Bürgerinnen und Bürgern nicht verdenken, wenn sie an einem versagenden Staat verzweifeln, wenn einerseits die Politik den Dieselfahrer mit Fahrverboten verfolge, andererseits kriminelle Asylbewerber nach ihrer Abschiebung wieder munter nach Deutschland einreisen.

Der Nigerianer sei exakt der klassische Fall, über den derzeit innerhalb der Bundesregierung gestritten werde, so Rülke weiter. Nach dem Dublin-Abkommen sei dieser Flüchtling, der nach Frankreich eingereist sei, genau in Frankreich aufenthaltspflichtig. Nun habe Angela Merkel im Alleingang 2015 entschieden, das Dublin-Abkommen zu missachten und jedem Flüchtling, der nach Deutschland komme, in Deutschland ein Asylverfahren zu ermöglichen. „Und wenn der Flüchtling scheitert und abgeschoben wird, dann reist er einfach wieder ein und das Ganze geht von vorne los, auch wenn er zwischendurch mit dem Messer auf die Polizei losgegangen ist“, sagt Rülke. Genau das sei laut dem FDP-Mann die Politik der Kanzlerin. Bundesinnenminister Horst Seehofer sei zuzustimmen, wenn er solche Fälle an der Grenze abweisen wolle. Leider sei die CSU im Deutschen Bundestag aus Rülkes Sicht an dieser Stelle vollkommen unglaubwürdig. So habe die FDP-Bundestagsfraktion genau Seehofers Position in der vergangenen Woche im Bundestag beantragt. Leider hätten auch die CSU-Abgeordneten den FDP-Antrag mit Rücksicht auf die Kanzlerin abgelehnt. Die Frist von vierzehn Tagen, die Seehofer der Kanzlerin nun einräume sei ein Treppenwitz.

https://www.pz-news.de/pforzheim_artike ... 36043.html
Die Unzufriedenheit und das Misstrauen in staatliche Institutionen macht sich breit ...
Es wird sogar nicht mehr im PF geleugnet: "Ja die Gewalt gegen Frauen hat bedingt durch Zuwanderung zugenommen, und jetzt?"
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Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon think twice » Di 19. Jun 2018, 18:34

Tom Bombadil hat geschrieben:(19 Jun 2018, 19:23)

Diese Geschichten haben nur leider rein gar nichts mit dem gerade diskutierten Thema zu tun. Es ging um junge Männer, denen hier kein Asyl und kein Schutz zusteht, die sich viel Geld besorgen und die damit illegal in Europa einwandern, anstatt sich mit dem Geld in der Heimat eine Existenz aufzubauen. Es ging nicht um ehemalige Kindersoldaten und zwangsbeschnittene Frauen, die selbstverständlich unseren Schutz bekommen sollen. Dass diese illegalen Einwanderer denen, die wirklich Schutz und Hilfe brauchen, den Platz wegnehmen, wird hier ja auch gerne ignoriert.

Haettest du gewusst , dass er ein schwer traumatisierter Kindersoldat war oder Haettest du ihm unterstellt, einer von den faulen Schwarzen zu sein, die besser in der Heimat mit angepackt haetten?
Weisst du überhaupt was von ihren Geschichten? Jeder von ihnen hat eine, die du nicht kennst. Aber du masst dir an, zu bewerten und zu urteilen.
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Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon jack000 » Di 19. Jun 2018, 18:35

Tom Bombadil hat geschrieben:(19 Jun 2018, 19:23)
Es ging nicht um ehemalige Kindersoldaten und zwangsbeschnittene Frauen, die selbstverständlich unseren Schutz bekommen sollen. Dass diese illegalen Einwanderer denen, die wirklich Schutz und Hilfe brauchen, den Platz wegnehmen, wird hier ja auch gerne ignoriert.

So ist es! Es wurden ja auch 10.000 ausgewählte Flüchtlinge mit dem Flugzeug nach Deutschland gebracht, die u.a. dieser Kategorie entsprechen. Da gab es keinen Aufschrei oder Gemecker.
Es wird sogar nicht mehr im PF geleugnet: "Ja die Gewalt gegen Frauen hat bedingt durch Zuwanderung zugenommen, und jetzt?"
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Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon think twice » Di 19. Jun 2018, 18:38

jack000 hat geschrieben:(19 Jun 2018, 19:32)

https://www.pz-news.de/pforzheim_artike ... 36043.html
Die Unzufriedenheit und das Misstrauen in staatliche Institutionen macht sich breit ...

Willst du eigentlich zukünftig jeden Artikel, den du aus der bundesweiten Lokalpresse ziehst, hier in fett und unterstrichen verlinken?
Für mich ist das mittlerweile Massenspam!
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Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon jack000 » Di 19. Jun 2018, 18:42

think twice hat geschrieben:(19 Jun 2018, 19:38)

Willst du eigentlich zukünftig jeden Artikel, den du aus der bundesweiten Lokalpresse ziehst, hier in fett und unterstrichen verlinken?
Für mich ist das mittlerweile Massenspam!

Für dich mag das so sein, da du konsequent ablehnst dich mit Inhalten auseinander zu setzen. Es handelt sich nicht um einen "Asylbewerber beim Ladendiebstahl erwischt"-Artikel sondern um einen der die Defizite und Unzulänglichkeiten im System an sich aufdeckt!
Es wird sogar nicht mehr im PF geleugnet: "Ja die Gewalt gegen Frauen hat bedingt durch Zuwanderung zugenommen, und jetzt?"
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Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon think twice » Di 19. Jun 2018, 18:46

Europa2050 hat geschrieben:(19 Jun 2018, 19:20)

Schade - es wird irgendwie Zeit, dass die Optimisten ihren Optimismus in die Welt hinaus tragen.

Arbeit liegt noch genug vor uns allen - da mach ich mir nichts vor. Und Fehlschläge und Verzweiflung wird es auch noch genug geben. Aber vom Jammern wird’s auch nix. Und ohne Rechtsstaat - in alle Richtungen! - auch nix.

Vom Optimismus ist nicht viel geblieben. Mit dem neuen Asylpaket und den verscharften Aufenthaltsbestimmungen und massenweisen Ablehnungen haben Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit die Oberhand gewonnen.
Die wenigen anerkannten Fluechtlinge finden keine Wohnungen und leben zusammen mit denen, die auf ihre Abschiebung warten und reihenweise austicken.
Es ist nicht mehr schön, dort zu arbeiten. Ich sollte zukünftig vorrangig Rueckkehrergespraeche führen, d.h., die Fluechtlinge überreden, ohne Klageverfahren und mit ein paar Euro den Heimweg anzutreten. Ich bin ausgestiegen.
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Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon think twice » Di 19. Jun 2018, 18:49

jack000 hat geschrieben:(19 Jun 2018, 19:42)

Für dich mag das so sein, da du konsequent ablehnst dich mit Inhalten auseinander zu setzen. Es handelt sich nicht um einen "Asylbewerber beim Ladendiebstahl erwischt"-Artikel sondern um einen der die Defizite und Unzulänglichkeiten im System an sich aufdeckt!

Dann verlinke halt weiter aus jedem Kaeseblatt, was Google so hergibt. Wenn du meinst, dass damit irgendwas besser wird. Ich kann dir nur sagen: Du nervst.
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Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon Nightrain » Di 19. Jun 2018, 18:49

Ich frage mich aber schon wie dämlich unser letzter Innenminister war Merkels Ansage Flüchtlinge nach Deutschland zu lassen so weit gefasst hat, dass selbst abgelehnte Asylbewerber und abgeschobene Straftäter immer wieder ins Land laufen dürfen. So idiotisch kann man da doch gar nicht sein, um hier nicht zu differenzieren.

think twice hat geschrieben:(19 Jun 2018, 19:49)
Dann verlinke halt weiter aus jedem Kaeseblatt, was Google so hergibt. Wenn du meinst, dass damit irgendwas besser wird. Ich kann dir nur sagen: Du nervst.


Wenn in jedem zweiten lokalen Käseblatt regelmäßig Morde durch Migranten auf der Titelseite stehen, ist das durchaus für die Stimmung im Land leicht abträglich.
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Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon Tom Bombadil » Di 19. Jun 2018, 18:54

think twice hat geschrieben:(19 Jun 2018, 19:34)

...einer von den faulen Schwarzen...

Bah, du bist ja doch ein Rassist.

Aber du masst dir an, zu bewerten und zu urteilen.

Ich bewerte und beurteile rein gar nichts, das ist nur deine Taktik, um Argumenten aus dem Weg zu gehen. Es gibt Menschen, die haben Anrecht auf Schutz und Asyl und es gibt Menschen, die haben kein Anrecht auf Schutz und Asyl. Letztere Gruppe versucht trotzdem auf allen Wegen und mit allen Mitteln, sich diese Hilfe von uns zu erschleichen. Warum findest du dafür keine starken Worte? Die nehmen deinen Schäfchen Platz und Ressourcen weg, diese Glücksritter werden oft straffällig und ziehen das Ansehen der Flüchtlinge in den Schmutz. Darüber echauffierst du dich aber nie, du keifst hier nur immer wieder rum, wenn jemand diese Leute, die hier rein gar nichts verloren haben, entweder an der Einreise hindern oder sie wieder loswerden will. Gegenargumente sind dir dann auch egal, entweder gehst du gar nicht mehr drauf ein, kommst mit total abwegigen Sachen wie dem Artilleriebeschuss oder bringst halt irgendwelche Geschichten aus der Flüchtlingsunterkunft. Mit dir auf der Sachebene diskutieren zu wollen ist in den allermeisten Fällen sinnlos.
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Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon think twice » Di 19. Jun 2018, 18:57

Nightrain hat geschrieben:(19 Jun 2018, 19:49)

Wenn in jedem zweiten lokalen Käseblatt regelmäßig Morde durch Migranten auf der Titelseite stehen, ist das durchaus für die Stimmung im Land leicht abträglich.

Wenn wir die Morde und andere Schandtaten von Deutschen aus jedem Kaeseblatt listen würden, haetten wir in drei Stunden 25 Seiten voll. Aber die sind ja uninteressant.
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Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon ThorsHamar » Di 19. Jun 2018, 19:03

think twice hat geschrieben:(19 Jun 2018, 18:45)

Wirklich ernsthafte Antwort: Um ihnen professionell ihre Moeglichkeiten zu zeigen, war ich nicht zuständig. Dafuer gab es Sozialarbeiter. Ich habe ganz außerplanmäßig (ich war Verwaltungskraft) versucht, ihnen ein bischen Wärme und Halt zu geben, wenn sie es gebraucht haben. Meist ohne viel zu sprechen.

Ich habe mich zu dem ehemaligen Kindersoldaten aus Somalia auf den Boden gesetzt, inmitten die Glasscherben. Er hatte mit der nackten Faust in eine Fensterscheibe geschlagen. Er hat gezittert und geweint und ich habe eine Stunde neben ihm gesessen, bis er bereit war, freiwillig in den Krankenwagen zu steigen, der ihn in die Klapse gebracht hat.

Ich habe eine sudanesische, beschnittene Frau in meiner Freizeit in eine Spezialklinik nach Berlin begleitet, in der sie wiederhergestellt wurde. Ich habe gewartet, bis sie aus der Narkose erwacht ist. Ohne mich wäre sie nicht gefahren.

Ich habe mit einer afghanischen, alleinreisenden Frau stundenlang in der Notaufnahme der Frauenklinik gesessen. Sie befürchtete, schwanger zu sein und hatte Blutungen. In diesen Stunden hat sie mir ihre furchtbare Lebensgeschichte erzählt, die nur bedingt etwas mit den Männern aus ihrer Heimat zu tun hatte. Sie war schwanger und sie beschwor mich, niemanden etwas zu erzählen. Da bin auch ich an meine Grenzen gstossen.

Mit einem 18jaehrigen Iraner bin ich zum Elternsprechtag in der Schule gegangen, weil er gesagt hat, ich bin hier seine Mutter. Er haette auch eine Mutter gebraucht, der schwierige Bursche.

Aber warum gehst du nicht mal in eine Flüchtlingsunterkunft und erzaehlst ihnen, dass sie sich mal alle nicht so anstellen sollen. Unsere Großeltern haben ihr Land ( was sie vorher selbst in Trümmer gelegt haben und welches sie ohne Unterstützung der Siegermächte nie wieder flott bekriegten haetten) ja auch wieder aufgebaut.


Aufrichtigen Dank für Deine ernsthafte und persönliche Antwort.
Zu deiner Frage:
Ich war schon in verschiedenen Flüchtlingsunterkünften, mit netten und weniger netten Erlebnissen.
Vorher war ich auch jahrelang, Jahrzehnte, in vielen der Ländern, aus denen Menschen hierher kommen, tätig, und habe vor Ort mit den Einheimischen zusammen versucht, etwas Nachhaltiges aufzubauen.
Ich habe gelegentlich hier darüber geschrieben.
Auch hier gab es hoffnungsvolle Augenblicke und andererseits so grauenhafte Erlebnisse, dass meine Erfahrung mich an jeder Flüchtlingsgeschichte zweifeln lässt.
Ich habe z.B. "Deinen" Kindersoldaten in Aktion gesehen und Deine, völlig nachvollziehbare, Hilfe, wäre Dir im Hals mit Deinen eigenen Tränen erstickt. So ging es mir damals jedenfalls ...
Ich habe mehr Menschen kennengelernt, die skrupellos im Überlebenskampf jede Chance wahrnahmen, um Andere hinter sich zu lassen, mit Lügen und Betrug, auch mit Mord und Totschlag, als Menschen, welche sich ernsthaft bemühten ihre Lage 1. ehrlich zu analysieren und 2. diese Lage mit der anstehenden Arbeit anzugehen.
Und selbst unter den Bereitwilligen lässt das Engagement oft nach, eigentlich sofort, wenn die Kontrolle fehlt.
Das ist nicht etwa so, weil es unwillige, faule Idioten sind, sondern weil die Realität des gesellschaftlichen Lebens nicht erlaubt, Sozialisationstufen von hunderten und tausenden von Jahren einfach so zu überspringen, auch nicht mit 'nem IPhone oder Alimenten ...

Es gibt in der Regel keine Reflexion über das Zustandekommen der eigenen Lage, die Stammeskulturen, den Hass auf den Nachbarstamm, den falschen Allah, die Weissen ...
NIE gab es den Hauch von nötiger Selbstkritik .... wie denn auch aus dem inner circle ...
In Pakistan z.B. gibt es für fast Jeden eindeutige Schuldige für ihre Misere: Die USA und Juden.
Immer wieder habe ich das gehört, auch ganz aggressiv vorgetragen.

Ich persönlich habe jedenfalls keinerlei Veranlassung, auch nur nur halbwegs anzunehmen, dass die Menschen, die es hierher geschafft haben, die Guten sind.
Ja, einige Familien, die genug Grips und Geld haben, ihren Kindern ein Leben mit Perspektive ohne irgendeine Islamfuchtel zu ermöglichen, sind sicher dabei. Denen ist alle Unterstützung zu gewähren.
Aber das sind so wenige ...

Noch ein Nachtrag: Ja, es wird Dankbarkeit geben für diese unvorstellbare Leben in Deutschland, z.B. das Wasser aus der Wand trinken zu können ohne Mundfäule und Krebs zu bekommen.
Die Dankbarkeit wird bald weichen, wenn der Glanz vorbei ist. Dann gilt wieder Das, was zu Hause galt ....Überleben.
Zuletzt geändert von ThorsHamar am Di 19. Jun 2018, 19:09, insgesamt 1-mal geändert.
Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft; wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit.
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Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon think twice » Di 19. Jun 2018, 19:07

Tom Bombadil hat geschrieben:(19 Jun 2018, 19:54)

Bah, du bist ja doch ein Rassist.


Ich bewerte und beurteile rein gar nichts, das ist nur deine Taktik, um Argumenten aus dem Weg zu gehen. Es gibt Menschen, die haben Anrecht auf Schutz und Asyl und es gibt Menschen, die haben kein Anrecht auf Schutz und Asyl. Letztere Gruppe versucht trotzdem auf allen Wegen und mit allen Mitteln, sich diese Hilfe von uns zu erschleichen. Warum findest du dafür keine starken Worte? Die nehmen deinen Schäfchen Platz und Ressourcen weg, diese Glücksritter werden oft straffällig und ziehen das Ansehen der Flüchtlinge in den Schmutz. Darüber echauffierst du dich aber nie, du keifst hier nur immer wieder rum, wenn jemand diese Leute, die hier rein gar nichts verloren haben, entweder an der Einreise hindern oder sie wieder loswerden will. Gegenargumente sind dir dann auch egal, entweder gehst du gar nicht mehr drauf ein, kommst mit total abwegigen Sachen wie dem Artilleriebeschuss oder bringst halt irgendwelche Geschichten aus der Flüchtlingsunterkunft. Mit dir auf der Sachebene diskutieren zu wollen ist in den allermeisten Fällen sinnlos.

Auf was soll ich eingehen? Auf dein überhebliches Geschwaetz, dass sie sich ALLE locker in ihrer Heimat was aufbauen können? Ist das deine Sachebene? Vielen Dank auch.
Du brauchst auch garnicht so verächtlich von "meinen Schäfchen" zu labern. Ich habe wenigstens was getan, Verantwortung übernommen, anstatt den ganzen Tag in einem Internetforum zu lamentieren.
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Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon think twice » Di 19. Jun 2018, 19:11

ThorsHamar hat geschrieben:(19 Jun 2018, 20:03)


Zu deiner Frage:
Ich war schon in verschiedenen Flüchtlingsunterkünften, mit netten und weniger netten Erlebnissen.
Vorher war ich auch jahrelang, Jahrzehnte, in vielen der Ländern, aus denen Menschen hierher kommen, tätig, und habe vor Ort mit den Einheimischen zusammen versucht, etwas Nachhaltiges aufzubauen.
Ich habe gelegentlich hier darüber geschrieben.
.

Was hast du denn in den Unterkünften gemacht?
Und in welchen Ländern warst du? Namentlich erwähnen tust du ja immer wieder nur Pakistan. Ansonsten erzaehlst du ausführlich vom Wedding, deinem Kiez in Deutschland.
Sorry, aber um dir zu glauben, bist du inhaltlich zu mager aufgestellt.
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Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon Tom Bombadil » Di 19. Jun 2018, 19:14

think twice hat geschrieben:(19 Jun 2018, 20:07)

Auf dein überhebliches Geschwaetz...

qed. Wie gesagt: völlig sinnlos, außer Gekeife kommt nichts.
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Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon think twice » Di 19. Jun 2018, 19:19

Tom Bombadil hat geschrieben:(19 Jun 2018, 20:14)

qed. Wie gesagt: völlig sinnlos.

Kein Problem. Wenn ich meinen neuen Kollegen von meinen Erlebnissen erzähle, verdrehen manche die Augen und manche sind doch betroffen.
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Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon ThorsHamar » Di 19. Jun 2018, 19:21

think twice hat geschrieben:(19 Jun 2018, 20:11)

Was hast du denn in den Unterkünften gemacht?
Und in welchen Ländern warst du? Namentlich erwähnen tust du ja immer wieder nur Pakistan. Ansonsten erzaehlst du ausführlich vom Wedding, deinem Kiez in Deutschland.
Sorry, aber um dir zu glauben, bist du inhaltlich zu mager aufgestellt.


Da ich mich hier, wie Du auch, in einem Diskussionsforum, also einem Freizeitmedium im Internet, befinde, mit Nick und relativer, erlaubter Anonymität, darf ich berichten, wovon ich will und muss keinen Lebenslauf abgeben.
ICH glaube Dir ja auch nur im Zusammenhang mit diesem Forum, denn als Person kenne ich Dich gar nicht.
Wahrscheinlich bist Du eh ein fetter Nazi aus Dresden, der sich Flüchtlingsgeschichten ausdenkt. Oder hast Du schon Bilder von Dir und Deiner Arbeit hier eingestellt?
In Pakistan war mein letztes Projekt, deshalb ist das eben präsenter ...
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