Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

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Fliege
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Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon Fliege » Di 20. Nov 2018, 03:48

ThorsHamar hat geschrieben:(20 Nov 2018, 03:14)
Der Artikel beginnt mit einer sonderbaren Behauptung, ich zitiere: "Seit Jahren ist die Rede davon, wie schlecht qualifiziert die meisten Flüchtlinge sind und dass sie kaum Chancen haben auf dem ohnehin schwierigen deutschen Arbeitsmarkt."

Wird da versucht, die von Qualitätsmedien wie der FAZ vor drei Jahren eigenproduzierte Fake-News, die "Flüchtlinge" seien hoch gebildetet Fachleute, nun unkenntlich zu machen, um sich selber als damaliger Fake-News-Produzent unsichtbar zu machen?
Schnittblumen verhalten sich zahm, sind aber nicht immer stubenrein; gelten "als politisch ungefestigt und unklar".
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Orbiter1
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Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon Orbiter1 » Di 20. Nov 2018, 07:16

Fliege hat geschrieben:(20 Nov 2018, 03:48)

Wird da versucht, die von Qualitätsmedien wie der FAZ vor drei Jahren eigenproduzierte Fake-News, die "Flüchtlinge" seien hoch gebildetet Fachleute, nun unkenntlich zu machen, um sich selber als damaliger Fake-News-Produzent unsichtbar zu machen?
Zum dreihundertsiebenundzwanzigsten mal. Die Arbeitsministerin Nahles hat am 10.09.2015, das waren 6 Tage nach der "Grenzöffnung" folgendes gesagt:

"Nicht einmal jeder Zehnte bringe die Voraussetzungen mit, um direkt in eine Arbeit oder Ausbildung vermittelt zu werden, sagte die SPD-Politikerin. "Nicht alle, die da kommen, sind hoch qualifiziert. Der syrische Arzt ist nicht der Normalfall." Dies werde sich auch in der Arbeitslosenstatistik niederschlagen. Das sei dann kein Zeichen einer gescheiterten Arbeitsmarktpolitik, sondern ein Zeichen, "dass wir eine andauernde Aufgabe bewältigen müssen". Quelle: https://www.zeit.de/wirtschaft/2015-09/ ... ifizierung
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Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon Wähler » Di 20. Nov 2018, 07:38

Fliege hat geschrieben:(19 Nov 2018, 22:12)
Rainer Grell bekam dieser Tage "aktuelle" und vor allem genaue Zahlen vom Bundeswirtschaftsministerium genannt:
"Hier sind die aktuellen Daten zum Stichtag 31. Juli 2018. Seit Beginn des Programms im März 2016 wurden in dem Programm Willkommenslotsen 16 593 Geflüchtete vermittelt (Stand: 31. Juli 2018). Davon konnten 3739 Geflüchtete in Ausbildung und 1770 Geflüchtete in Arbeit vermittelt werden. Hinzu kommen Vermittlungen in Praktika (7480), Hospitationen (917) und Einstiegsqualifizierungen (2687), die der Vorbereitung eines Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnisses dienen" (Achse des Guten, 19. November 2018).
Amtlich registriert wurden "Asylsuchende" in "2015: 476 649", "2016: 745 545", "2017: 222 683", 2018: 142 167", was "Gesamt: 1 587 044" ergibt (so Grells Zusammenstellung).
Das macht, wie meine Rechnung ergibt, eine Hoffnungsquote (Wir-schaffen-das-Quote) von 16 593 * 100 / 1 587 044 = 1,05 Prozent.

Vielleicht erhöhen die folgenden Zahlen bei Dir die Hoffnung: ;)
https://mediendienst-integration.de/art ... ldung.html
Mediendienst Integration 11.01.2018 Wie viele Flüchtlinge finden Arbeit?
"Derzeit leben etwa 600.000 anerkannte Flüchtlinge im erwerbsfähigen Alter in Deutschland. ..
Ende 2017 galten etwa 415.000 Geflüchtete als "unterbeschäftigt"...
Rund 200.000 von ihnen waren im Oktober 2017 sozialversicherungspflichtig beschäftigt...
Im März 2017 arbeiteten rund 60 Prozent der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Menschen aus Asylherkunftsländern als Fachkräfte. Die übrigen 40 Prozent arbeiteten in sogenannten Helfertätigkeiten.
Institut der deutschen Wirtschaft Köln: IW-Kurzbericht 92-2017, Seite 2
Als Fachkräfte arbeiten sie allerdings auch häufiger als Deutsche in Bereichen wie der Sicherheitsbranche, Gebäudeservices oder bei Zeitarbeitsfirmen."
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
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Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon Julian » Di 20. Nov 2018, 08:42

Orbiter1 hat geschrieben:(20 Nov 2018, 07:16)

Zum dreihundertsiebenundzwanzigsten mal. Die Arbeitsministerin Nahles hat am 10.09.2015, das waren 6 Tage nach der "Grenzöffnung" folgendes gesagt:

"Nicht einmal jeder Zehnte bringe die Voraussetzungen mit, um direkt in eine Arbeit oder Ausbildung vermittelt zu werden, sagte die SPD-Politikerin. "Nicht alle, die da kommen, sind hoch qualifiziert. Der syrische Arzt ist nicht der Normalfall." Dies werde sich auch in der Arbeitslosenstatistik niederschlagen. Das sei dann kein Zeichen einer gescheiterten Arbeitsmarktpolitik, sondern ein Zeichen, "dass wir eine andauernde Aufgabe bewältigen müssen". Quelle: https://www.zeit.de/wirtschaft/2015-09/ ... ifizierung


Nahles hat doch damit auf die Jubelarien reagiert, die allenthalben von Politik und Medien verbreitet wurden. Die Ausnahme bestätigt also eher die Regel, als sie sie widerlegt.

Hier eine Auswahl an Jubelarien:

Oberschul- oder Universitätsabschluss
UN-Studie: 86 Prozent der syrischen Flüchtlinge sind hochgebildet

https://www.focus.de/politik/videos/obe ... 41480.html

AUSLAND
NEUE STATISTIK
Syrische Flüchtlinge überdurchschnittlich gebildet

Eine Statistik des UN-Flüchtlingshilfswerks zeigt: Aus Syrien fliehen speziell Angehörige gebildeter Schichten. 86 Prozent besitzen Abitur oder einen Uniabschluss. Das Hilfswerk fordert Konsequenzen.

Syrien verliert seine intellektuelle Elite: Einer neuen Umfrage zufolge, zählen zu den Flüchtlingen, die Europa erreichen, überproportional viele Menschen aus gebildeten Schichten. Das geht aus einer Befragung von mehr als 1200 Asylsuchenden hervor, deren Ergebnisse das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen UNHCR am Dienstag in Genf veröffentlichte.

https://www.welt.de/politik/ausland/art ... ildet.html

Newsblog Flüchtlinge
Daimler-Chef Zetsche hält neues Wirtschaftswunder für möglich

Flüchtlingswelle könnte neues Wirtschaftswunder auslösen: Daimler-Chef Dieter Zetsche sieht im Flüchtlingsstrom eine Chance für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Mehr als 800.000 Menschen aufzunehmen, sei eine Herkulesaufgabe, sagte Zetsche am Montagabend im Vorfeld der IAA in Frankfurt. „Aber im besten Fall kann es auch eine Grundlage für das nächste deutsche Wirtschaftswunder werden - so wie die Millionen von Gastarbeitern in den 50er und 60er Jahren ganz wesentlich zum Aufschwung der Bundesrepublik beigetragen haben.“ Natürlich sei nicht jeder Flüchtling ein brillanter Ingenieur, Mechaniker oder Unternehmer, sagte Zetsche. Aber wer sein komplettes Leben zurücklasse, sei hoch motiviert. „Genau solche Menschen suchen wir bei Mercedes und überall in unserem Land.“ Studien zufolge drohten fast 40.000 Lehrstellen unbesetzt zu bleiben. Auch andere Industriebosse hatten sich zuletzt für mehr Hilfe für Flüchtlinge ausgesprochen, darunter Evonik-Chef Klaus Engel.

https://www.tagesspiegel.de/politik/new ... 16022.html

Bei der Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt hat Deutschland nach Einschätzung der OECD aus Fehlern der Vergangenheit gelernt und den richtigen Weg eingeschlagen. Die Organisation kommt allerdings auch zu einer überraschenden Erkenntnis: Flüchtlinge sind oft überqualifiziert.

https://www.t-online.de/finanzen/jobs/i ... ziert.html

"Unter den Flüchtlingen finden sich Hochqualifizierte, Ärzte und Ingenieure", sagte BA-Vorstand Raimund Becker der "Rheinischen Post" vom Samstag. Diese könnten auch als Arbeitskräfte auf einer sogenannten Blue Card nach Deutschland einwandern und eine Aufenthaltsgenehmigung erhalten.

https://www.merkur.de/wirtschaft/hoffnu ... 62981.html

Hochqualifizierte Flüchtlinge sollen auch in der deutschen Forschung integriert werden. Jetzt beginnt der erste Informatiker aus Syrien ein Praktikum an einem Institut der Helmholtz-Gemeinschaft.

https://www.welt.de/wissenschaft/articl ... chung.html

Eine Million Menschen werden laut der Industrieländerorganisation OECD in diesem Jahr auf der Suche nach Asyl nach Europa kommen. Das sind so viele wie nie seit dem Zweiten Weltkrieg. Allein Deutschland erwartet bis zu 800.000 Flüchtlinge – jeder zweite von ihnen ist jünger als 25 Jahre. Viele EU-Länder sehen die Flüchtlinge als Bedrohung und schotten sich ab – dabei können sie eine Bereicherung sein, wie das Beispiel von Sylla zeigt.

Sie können dabei helfen, das demografische Problem Deutschlands und Europas zumindest etwas abzumildern. Bereits 2020 wird der Anteil der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter gegenüber 2013 europaweit voraussichtlich um 7,5 Millionen (minus 2,2 Prozent) zurückgegangen sein, während er in allen OECD-Staaten im selben Verhältnis wachsen wird.

„Die Realität sieht heute so aus, dass in vielen EU-Ländern der Bedarf des jeweiligen Arbeitsmarktes nicht mehr mit ausschließlich einheimischen Arbeitskräften gedeckt werden kann“, schrieb die EU-Kommission in einem Bericht im vergangenen Jahr. Europa ist deshalb auch aus Eigennutz auf Flüchtlinge wie Sylla angewiesen.
[...]
Das deutsche Handwerk empfängt die Asylsuchenden daher mit offenen Armen. Zehntausende Lehrstellen kann die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr nicht besetzen – weil es keine Bewerber gibt. Die Zahl der Schulabgänger schrumpft, und mehr junge Leute entscheiden sich für ein Studium. Da sind Flüchtlinge, die anpacken können, willkommen.

„Die jungen Leute sind hoch motiviert“, sagt der Präsident der Handwerkskammer Dortmund, Berthold Schröder. „Einen Handwerksberuf von der Pike auf lernen zu können ist für sie ein große Chance.“ In seinem Kammerbezirk werden in einem Pilotprojekt 20 Asylsuchende aus unterschiedlichsten Krisengebieten ausgebildet, fünf davon aus Syrien.

https://www.welt.de/politik/deutschland ... erden.html
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Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon Julian » Di 20. Nov 2018, 08:43

Wähler hat geschrieben:(20 Nov 2018, 07:38)

Vielleicht erhöhen die folgenden Zahlen bei Dir die Hoffnung: ;)
https://mediendienst-integration.de/art ... ldung.html
Mediendienst Integration 11.01.2018 Wie viele Flüchtlinge finden Arbeit?
"Derzeit leben etwa 600.000 anerkannte Flüchtlinge im erwerbsfähigen Alter in Deutschland. ..
Ende 2017 galten etwa 415.000 Geflüchtete als "unterbeschäftigt"...
Rund 200.000 von ihnen waren im Oktober 2017 sozialversicherungspflichtig beschäftigt...
Im März 2017 arbeiteten rund 60 Prozent der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Menschen aus Asylherkunftsländern als Fachkräfte. Die übrigen 40 Prozent arbeiteten in sogenannten Helfertätigkeiten.
Institut der deutschen Wirtschaft Köln: IW-Kurzbericht 92-2017, Seite 2
Als Fachkräfte arbeiten sie allerdings auch häufiger als Deutsche in Bereichen wie der Sicherheitsbranche, Gebäudeservices oder bei Zeitarbeitsfirmen."


Wie oft habe ich schon geschrieben, dass der Aufenthaltsstatus von Beschäftigten nicht erfasst wird und es dementsprechend, trotz aller politisch korrekter Nebelkerzen, nicht möglich ist anzugeben, wie viele Flüchtlinge beschäftigt sind?

Der Mediendienst Integration ist übrigens nicht unabhängig, sondern verfolgt eine vorgegebene Agenda. Dort wird grundsätzlich nur positiv über Migranten, Flüchtlinge etc. berichtet, es sei denn, es wird von der bösen Aufnahmegesellschaft berichtet, die den Migranten die ihnen zustehenden Chancen verweigern.
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Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon Julian » Di 20. Nov 2018, 08:51

Schnitter hat geschrieben:(20 Nov 2018, 00:20)

Hier die Realität:

http://www.faz.net/aktuell/politik/inla ... 19908.html

Warnung: Ist für Leute die neurechte Fake News verbreiten schwere Kost :D


Ich habe x-mal darauf hingewiesen, dass der Aufenthaltsstatus von Beschäftigten nicht erfasst wird und somit eine Aussage über die Anzahl beschäftigter Flüchtlinge ein gewisses Maß an Extrapolation erfordert, welches Raum für allerlei Wunschdenken und Manipulation bietet.

Seltsam ja auch, dass die Zahl der arbeitslosen Flüchtlinge nicht sinkt, oder etwa nicht? Das passt so gar nicht zu den Behauptungen, die hier immer wieder aufgestellt werden. Denn entweder klappt es mit der Integration in den Arbeitsmarkt doch nicht so blendend, oder es kommen immer noch, trotz aller Nebelkerzen, große Massen an Menschen.

Weiter unten, ganz verschämt in dem von Ihnen zitierten Artikel:

Was die Zahl der arbeitslosen Flüchtlinge angeht, so sind es heute in etwa so viele wie vor anderthalb Jahren. Das liegt zum einen daran, dass weniger Flüchtlinge kommen. Zum anderen stecken noch viele in den Integrationskursen und sind dann auch nicht arbeitslos gemeldet. Doch ist die Zahl der Sozialhilfeempfänger unter arabischen und afrikanischen Flüchtlingen noch immer sehr hoch. Eine knappe Million lebt von den staatlichen Leistungen.
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Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon Senexx » Di 20. Nov 2018, 08:55

Julian hat geschrieben:(20 Nov 2018, 08:51)

Ich habe x-mal darauf hingewiesen, dass der Aufenthaltsstatus von Beschäftigten nicht erfasst wird und somit eine Aussage über die Anzahl beschäftigter Flüchtlinge ein gewisses Maß an Extrapolation erfordert, welches Raum für allerlei Wunschdenken und Manipulation bietet.

Seltsam ja auch, dass die Zahl der arbeitslosen Flüchtlinge nicht sinkt, oder etwa nicht? Das passt so gar nicht zu den Behauptungen, die hier immer wieder aufgestellt werden. Denn entweder klappt es mit der Integration in den Arbeitsmarkt doch nicht so blendend, oder es kommen immer noch, trotz aller Nebelkerzen, große Massen an Menschen.

Weiter unten, ganz verschämt in dem von Ihnen zitierten Artikel:


1 Million lebt von staatlichen Leistungen? Das wären dann rund 10 Milliarden EUR. Allein für Lebensunterhalt.

Seit 2015 allein dafür rund 35 Milliarden EUR.
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Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon Quatschki » Di 20. Nov 2018, 08:58

Ihr werdet sehen, sobald die Migranten bei HartzIV die Mehrheit stellen, wird auf "bedingungsloses Grundeinkommen" umgeswitcht. Schröders "Fördern und Fordern" kann man den neuen Herrschaften doch nicht zumuten...
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Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon imp » Di 20. Nov 2018, 09:03

Schnitter hat geschrieben:(20 Nov 2018, 00:20)

Hier die Realität:

http://www.faz.net/aktuell/politik/inla ... 19908.html

Warnung: Ist für Leute die neurechte Fake News verbreiten schwere Kost :D

Jeder, der halbwegs bei Verstand ist, weiß: Wer in der aktuellen Wirtschaftsphase längerfristig arbeitslos bleibt, hat in der Regel Gründe:

- Rechtslage
- Auflagen von Versorgungstiteln (zB Maximalverdienst neben Halbwaisenrente für das aktuelle Jahr bereits erreicht)
- Teilbehinderung
- abgelegene Wohnlage und nur für geringfügige Arbeit aus weiteren Gründen geeignet.
- Pflege- oder Betreuungsaufwände
- Familieneinkommen durch andere Mitglieder gedeckt (Klassisches Hausfraumodell)
- andere objektive Beschäftigungshindernisse.

Selbst wer nur wenig die Sprache versteht und keine Berufsausbildung hat, kann derzeit in manchen Branchen gefragt sein. Das muss nicht immer so laufen, jedoch ist aktuell glaubhaft, dass die Integration in den Arbeitsmarkt mehr Leuten gelingt, als die rechtsextreme Propaganda uns weismachen will.
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Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon Nightrain » Di 20. Nov 2018, 10:09

imp hat geschrieben:(20 Nov 2018, 09:03)
Jeder, der halbwegs bei Verstand ist, weiß: Wer in der aktuellen Wirtschaftsphase längerfristig arbeitslos bleibt, hat in der Regel Gründe:


Das ist wenig Grund zur Freude. Solche Niedriglöhner sind die Ersten, die bei einer Konjunkturflaute massenweise in die Arbeitslosigkeit gehen und du jeder dürfte wissen, dass Flüchtlinge in Deutschland nach 5 Jahren Aufenthalt eine dauerhafte (=für immer) Aufenthaltserlaubnis erhalten, wenn diese einige Monate irgendeiner Arbeit nachgehen.

Oder konkret: die angeblichen Gäste werden zur hunderttausenden für immer in Deutschland bleiben, weil aktuell eine gute Konjunktur herrscht.
Wehe aber die nächste Wirtschaftskrise kommt, dann kracht es hier so richtig.
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Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon imp » Di 20. Nov 2018, 10:43

Nightrain hat geschrieben:(20 Nov 2018, 10:09)

Das ist wenig Grund zur Freude. Solche Niedriglöhner sind die Ersten, die bei einer Konjunkturflaute massenweise in die Arbeitslosigkeit gehen

Richtig, wenn die Wirtschaft schlecht läuft, geht es den kleinen Leuten an den Kragen. Lohndruck, Entlassungen, Pleiten prägen dann das Bild und wer erst seine Arbeit verliert, muss länger suchen und hoffen als heute.

Jedoch nimmt trotz Zuwanderung im aktuellen demografischen Moment das Geburtendefizit zu, die erwerbsfähige Bevölkerung zwischen 15 und 75 (nach internationaler Definition) sinkt seit etwa 2005 (64 Millionen) kontinuierlich. Nach der enger gefassten Definition der Erwerbspersonen sieht es ähnlich aus.

Daraus schließt man, dass die Verfügbarkeit von Arbeitskräften bei Fortschreibung der durchschnittlichen Wanderungsbilanz bis 2030 eher abnehmen wird. Das sind für die Arbeitssuchenden konjunkturunabhängig eher positive Bedingungen. Es trifft hier die Aufstiegshoffnung auf eine große Nachfrage an Gelegenheitsbeschäftigung, Hilfsarbeit, Berufseinsteigern und Trainees und zumindest für den nahen Zeithorizont auch Weiterqualifikation. Daraus etwas machen muss natürlich jeder selbst.
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Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon Tom Bombadil » Di 20. Nov 2018, 10:51

Julian hat geschrieben:(20 Nov 2018, 08:42)

Hier eine Auswahl an Jubelarien:

Vllt. sind syrische Flüchtlinge ja wirklich richtig gut ausgebildet, wir haben aber anscheinend zu wenig von denen, der Rest sind Glückssucher aus aller Herren Länder, die sich lediglich als Syrer ausgeben.
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Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon Tom Bombadil » Di 20. Nov 2018, 10:53

Senexx hat geschrieben:(20 Nov 2018, 08:55)

Seit 2015 allein dafür rund 35 Milliarden EUR.

Humanismus und Menschenfreundlichkeit kann man sich ruhig etwas kosten lassen, unseren Gästen soll es doch gut gehen.
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Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon Senexx » Di 20. Nov 2018, 10:58

Tom Bombadil hat geschrieben:(20 Nov 2018, 10:53)

Humanismus und Menschenfreundlichkeit kann man sich ruhig etwas kosten lassen, unseren Gästen soll es doch gut gehen.


Freiwillige vor. Ich wurde nicht gefragt.
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Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon Tom Bombadil » Di 20. Nov 2018, 11:00

Senexx hat geschrieben:(20 Nov 2018, 10:58)

Freiwillige vor. Ich wurde nicht gefragt.

So ist das nunmal in einer Demokratie.
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Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon Senexx » Di 20. Nov 2018, 11:02

Tom Bombadil hat geschrieben:(20 Nov 2018, 11:00)

So ist das nunmal in einer Demokratie.


Hätte man darüber abstimmen lassen, hätte es sicher eine große Mehrheit dagegen gegeben.
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Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon Tom Bombadil » Di 20. Nov 2018, 11:18

Senexx hat geschrieben:(20 Nov 2018, 11:02)

Hätte man darüber abstimmen lassen, hätte es sicher eine große Mehrheit dagegen gegeben.

Es wurde im September 2017 abgestimmt, die Mehrheit der Deutschen war für eine Fortsetzung von Merkels Politik.
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Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon Senexx » Di 20. Nov 2018, 11:28

Tom Bombadil hat geschrieben:(20 Nov 2018, 11:18)

Es wurde im September 2017 abgestimmt, die Mehrheit der Deutschen war für eine Fortsetzung von Merkels Politik.


Ein schwaches Argument. Es wurde nicht über ihre Migrationspolitik abgestimmt. Und die Alternativen hätten es nur noch schlimmer getrieben.

Und Merkels Parteien haben nur 38% erhalten, nicht die Mehrheit.
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Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon JFK » Di 20. Nov 2018, 13:20

jack000 hat geschrieben:(19 Nov 2018, 21:35)

Die Masse der Menschen die illegal nach Deutschland gekommen lebt von Sozialleistungen und muss von den hier arbeitenden Menschen alimentiert werden ...


Versuch doch mal den Kontext zu erfassen, immer die gleiche abgelutschte Propaganda herunter zu beten bringt dir genau was? Das kann auch ein Propaganda- bot der Marke AfD.

In einer Wohlstandsgesellschaft wie der unseren, ist es hochgradig peinlich wie sich rechte gebären weil Schutzsuchenden ein gewisses Existenzminimum gemäß Artikel 1 Grundgesetz zugestanden wird.
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Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon sunny.crockett » Di 20. Nov 2018, 14:06

Wähler hat geschrieben:(20 Nov 2018, 07:38)

Vielleicht erhöhen die folgenden Zahlen bei Dir die Hoffnung: ;)

Im März 2017 arbeiteten rund 60 Prozent der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Menschen aus Asylherkunftsländern als Fachkräfte. Die übrigen 40 Prozent arbeiteten in sogenannten Helfertätigkeiten.
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Definition Fachkraft:
"Eine Fachkraft ist allgemein eine Person, die eine gewerbliche, kaufmännische oder sonstige Berufsausbildung erfolgreich absolviert hat."

Die Bezeichnung "Fachkraft" trifft wohl auf so gut wie keinen arbeitenden Flüchtling zu, da zur Fachkraft eine abgeschossene Berufsausbildung gehört. Sogar bei den angegebenen Gebäudeservices und Gebäudereinigern beträgt die Ausbildungszeit 3 Jahre, die war im März 17, als die obigen Zahlen veröffentlich wurde, noch kaum ein Flüchtling in Deutschland. Im Endeffekt dürfte es sich bei den groß rausposaunten Fachkräften aus arabischen oder afrikanischen Ländern in Wirklichkeit fast nur um Hilfsarbeiter handeln. Aber Fachkraft hört sich einfach besser an, egal ob es der Wahrheit entspricht oder nicht....

Deshalb verheimlicht man auch meist, wo diese "Fachkräfte" alle arbeiten. Es gibt vereinzelt Statistiken, wo der Großteil in Gaststätten oder Hotelgewerbe tätig ist. Auch dort dauert aber eine Ausbildung zum Koch, Hotelkaufmann/frau o.ä länger als die meisten Flüchtlinge überhaupt anerkannt sind. Auch dort macht man die Hilfskräfte mal still und heimlich in den Statistiken zu Fachkräften.

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