Biedenkopf zu Marktwirtschaft und Demokratie

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Yellow Submarine
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Biedenkopf zu Marktwirtschaft und Demokratie

Beitragvon Yellow Submarine » Do 23. Okt 2008, 17:07

Ihr Lieben,

in der neuesten SUPER-ILLU hat Prof. Dr. Biedenkopf, der 2002 auf Grund verstärkt auftretender Kritik an seinem Führungsstil und etlichen Affären (z. B. Paunsdorf Center-Affäre, Mietaffäre) seinen Rücktritt als Ministerpräsident von Sachsen erklärte, auf die Frage "52 % der Ostdeutschen halten ... die Marktwirtschaft für gescheitert. 43 % wollen ein sozialistisches Wirtschaftssystem haben. Macht Ihnen das Sorge ?" wie folgt geantwortet: "Wenn wir den Wert der Freiheit, für den die Menschen 1989 in Leipzig auf die Straße gegangen sind, nicht mehr zu schätzen wissen, bekommen wir eine System-Debatte, wie wir sie in der Weimarer Republik schon einmal hatten." - Da hat der Kurti doch recht, oder was meint ihr ? :dunno:
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Marianne
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Re: Biedenkopf zu Marktwirtschaft und Demokratie

Beitragvon Marianne » Do 23. Okt 2008, 18:20

Yellow Submarine hat geschrieben:Ihr Lieben,

in der neuesten SUPER-ILLU hat Prof. Dr. Biedenkopf, der 2002 auf Grund verstärkt auftretender Kritik an seinem Führungsstil und etlichen Affären (z. B. Paunsdorf Center-Affäre, Mietaffäre) seinen Rücktritt als Ministerpräsident von Sachsen erklärte, auf die Frage "52 % der Ostdeutschen halten ... die Marktwirtschaft für gescheitert. 43 % wollen ein sozialistisches Wirtschaftssystem haben. Macht Ihnen das Sorge ?" wie folgt geantwortet: "Wenn wir den Wert der Freiheit, für den die Menschen 1989 in Leipzig auf die Straße gegangen sind, nicht mehr zu schätzen wissen, bekommen wir eine System-Debatte, wie wir sie in der Weimarer Republik schon einmal hatten." - Da hat der Kurti doch recht, oder was meint ihr ? :dunno:


Weder ist seine Aussage verständlich, noch weiß man, auf was sie sich überhaupt beziehen soll.
eluveitie

Re: Biedenkopf zu Marktwirtschaft und Demokratie

Beitragvon eluveitie » Do 23. Okt 2008, 21:48

Yellow Submarine hat geschrieben:Da hat der Kurti doch recht, oder was meint ihr ?


Natürlich hat Biedenkopf da recht. Alle großen Sozialismusexperimente, die als Antwort auf "das System" gefunden wurden, endeten entweder im Gulag oder im KZ.
petronius
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Re: Biedenkopf zu Marktwirtschaft und Demokratie

Beitragvon petronius » Fr 24. Okt 2008, 09:30

Yellow Submarine hat geschrieben:Ihr Lieben,

in der neuesten SUPER-ILLU hat Prof. Dr. Biedenkopf, der 2002 auf Grund verstärkt auftretender Kritik an seinem Führungsstil und etlichen Affären (z. B. Paunsdorf Center-Affäre, Mietaffäre) seinen Rücktritt als Ministerpräsident von Sachsen erklärte, auf die Frage "52 % der Ostdeutschen halten ... die Marktwirtschaft für gescheitert. 43 % wollen ein sozialistisches Wirtschaftssystem haben. Macht Ihnen das Sorge ?" wie folgt geantwortet: "Wenn wir den Wert der Freiheit, für den die Menschen 1989 in Leipzig auf die Straße gegangen sind, nicht mehr zu schätzen wissen, bekommen wir eine System-Debatte, wie wir sie in der Weimarer Republik schon einmal hatten." - Da hat der Kurti doch recht, oder was meint ihr ? :dunno:


womit soll er recht haben?

die menschen sind 1989 sicher nicht deshalb in leipzig auf die straße gegangen, weil sie den mehr oder weniger wild gewordenen kapitalismus haben wollten

daß sich die jetzt befragten möglicherweise ein system zurück wünschen, das eben nicht finanzierbar war und heute erst recht nicht wäre, steht ja wieder auf einem anderen blatt

freiheit, wie sie sich die bürger wünschen, muß nicht die freiheit zu ausbeutung und hemmungsloser bereicherung einerseits und einem leben am sozialtropf andererseits bedeuten. persönliche freiheit könnte ja durchaus auch mit sozialer sicherheit kombiniert werden
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Re: Biedenkopf zu Marktwirtschaft und Demokratie

Beitragvon Quatschki » Fr 24. Okt 2008, 12:02

eluveitie hat geschrieben:
Natürlich hat Biedenkopf da recht. Alle großen Sozialismusexperimente, die als Antwort auf "das System" gefunden wurden, endeten entweder im Gulag oder im KZ.

Stimmt nicht.
Den westdeutschen Onkel-Dittmeier-Sozialismus, mit dem die Ostdeutschen in die Einheitsfalle gelockt worden sind, hat Gas-Gerd mit seinen neoliberalen SPD'lern abgeschafft, nachdem ihm Lafo zum Wahlsieg verholfen hatte.
Was menschlicher Wahn erschuf, kann durch menschliche Einsicht überwunden werden
eluveitie

Re: Biedenkopf zu Marktwirtschaft und Demokratie

Beitragvon eluveitie » Fr 24. Okt 2008, 13:31

Quatschki hat geschrieben:Den westdeutschen Onkel-Dittmeier-Sozialismus, mit dem die Ostdeutschen in die Einheitsfalle gelockt worden sind, [...]


In die Falle? Kennst Du den Witz mit dem roten Telefon?

Auf Staatsbesuch in der DDR fragt Helmut Kohl den Honecker, wofür denn das rote Telefon auf seinem Schreibtisch sei. Honecker antwortet, dass er damit direkt in die Hölle telefonieren und beim Teufel die Wahlergebnisse ändern lassen kann. Wieder in Bonn läßt sich Kohl ebenfalls ein rotes Telefon in die Hölle legen, gewinnt die Wahlen und wundert sich aber über die astronomisch hohen Telefonkosten. Er ruft verwundert beim Honecker an, der ihm antwortet: "Ein Telefongespräch in die Hölle ist bei uns ein Ortsgespräch."

Wäre es nicht wahr, könnte man herrlich darüber lachen. :cheers:
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Re: Biedenkopf zu Marktwirtschaft und Demokratie

Beitragvon Frank_Stein » Mo 3. Nov 2008, 13:26

Yellow Submarine hat geschrieben:Ihr Lieben,

in der neuesten SUPER-ILLU hat Prof. Dr. Biedenkopf, der 2002 auf Grund verstärkt auftretender Kritik an seinem Führungsstil und etlichen Affären (z. B. Paunsdorf Center-Affäre, Mietaffäre) seinen Rücktritt als Ministerpräsident von Sachsen erklärte, auf die Frage "52 % der Ostdeutschen halten ... die Marktwirtschaft für gescheitert. 43 % wollen ein sozialistisches Wirtschaftssystem haben. Macht Ihnen das Sorge ?" wie folgt geantwortet: "Wenn wir den Wert der Freiheit, für den die Menschen 1989 in Leipzig auf die Straße gegangen sind, nicht mehr zu schätzen wissen, bekommen wir eine System-Debatte, wie wir sie in der Weimarer Republik schon einmal hatten." - Da hat der Kurti doch recht, oder was meint ihr ? :dunno:


Es macht Sinn, ein gutes System durch ein Besseres zu ersetzen. Den Kapitalismus durch ein sozialistisches System zu ersetzen - macht definitiv keinen Sinn.
Demokratie ist zu wichtig, um sie dem Volk zu überlassen.
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Re: Biedenkopf zu Marktwirtschaft und Demokratie

Beitragvon ToughDaddy » Mo 3. Nov 2008, 14:19

theoderich hat geschrieben:
Es macht Sinn, ein gutes System durch ein Besseres zu ersetzen. Den Kapitalismus durch ein sozialistisches System zu ersetzen - macht definitiv keinen Sinn.


Hat das jemand verlangt?
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Re: Biedenkopf zu Marktwirtschaft und Demokratie

Beitragvon Caschny » Sa 15. Nov 2008, 12:53

Yellow Submarine hat geschrieben:Ihr Lieben,

in der neuesten SUPER-ILLU hat Prof. Dr. Biedenkopf, der 2002 auf Grund verstärkt auftretender Kritik an seinem Führungsstil und etlichen Affären (z. B. Paunsdorf Center-Affäre, Mietaffäre) seinen Rücktritt als Ministerpräsident von Sachsen erklärte, auf die Frage "52 % der Ostdeutschen halten ... die Marktwirtschaft für gescheitert. 43 % wollen ein sozialistisches Wirtschaftssystem haben. Macht Ihnen das Sorge ?" wie folgt geantwortet: "Wenn wir den Wert der Freiheit, für den die Menschen 1989 in Leipzig auf die Straße gegangen sind, nicht mehr zu schätzen wissen, bekommen wir eine System-Debatte, wie wir sie in der Weimarer Republik schon einmal hatten." - Da hat der Kurti doch recht, oder was meint ihr ? :dunno:


Auch wenn mir Biedenkopfs Denke nicht gefällt, so hatte ich ihm mindestens etwas mehr Intelligenz zugeschrieben.

Es ist eine schon grob fahrlässige (oder gar vorsätzliche?) Vereinfachung, die Demokratie und den Sozialismus als sich ausschleißende Extreme darzustellen. Ich kann mich jedenfalls sowohl mit den Menschen, die Biedenkopf zitiert hat, identifizieren, als auch mit Menschen, welche dieses üble Spiel des Dogmatismus und der Tabuisierung jeglicher Systemdebatten mitspielen und sich gegen einen Fatalismus dieser Art wenden. Dieser Fatalismus ist niedrigstes Niveau!

Die Systemdebatte, die Biedenkopf offenbar so sehr fürchtet, ist längst überfällig. Was muss eigentlich noch alles geschehen, um zu dieser Einsicht zu gelangen?

Caschny.
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borus
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Re: Biedenkopf zu Marktwirtschaft und Demokratie

Beitragvon borus » Sa 15. Nov 2008, 14:04

Quatschki hat geschrieben:Stimmt nicht.
Den westdeutschen Onkel-Dittmeier-Sozialismus, mit dem die Ostdeutschen in die Einheitsfalle gelockt worden sind, hat Gas-Gerd mit seinen neoliberalen SPD'lern abgeschafft, nachdem ihm Lafo zum Wahlsieg verholfen hatte.

sehr gut :thumbup:
Sollte ich jemanden persönlich verletzt haben,das war nicht meine absicht und bitte ich hiermit offiziell um Entschuldigung. wahrheit ist wahrheit nur muss es einen geben der sie sagt und kein feigling sein
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Re: Biedenkopf zu Marktwirtschaft und Demokratie

Beitragvon borus » Sa 15. Nov 2008, 14:06

theoderich hat geschrieben:
Es macht Sinn, ein gutes System durch ein Besseres zu ersetzen. Den Kapitalismus durch ein sozialistisches System zu ersetzen - macht definitiv keinen Sinn.
übertrieben gesehen macht es doch sinn.schon wegen der rohstoffe und wasser veteilug in späteren jahren sonst gibt es unter heutigen bedingung nur kriege.
Sollte ich jemanden persönlich verletzt haben,das war nicht meine absicht und bitte ich hiermit offiziell um Entschuldigung. wahrheit ist wahrheit nur muss es einen geben der sie sagt und kein feigling sein
bejaka
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Re: Biedenkopf zu Marktwirtschaft und Demokratie

Beitragvon bejaka » So 16. Nov 2008, 01:02

Yellow Submarine hat geschrieben:Ihr Lieben,

in der neuesten SUPER-ILLU hat Prof. Dr. Biedenkopf, der 2002 auf Grund verstärkt auftretender Kritik an seinem Führungsstil und etlichen Affären (z. B. Paunsdorf Center-Affäre, Mietaffäre) seinen Rücktritt als Ministerpräsident von Sachsen erklärte, auf die Frage "52 % der Ostdeutschen halten ... die Marktwirtschaft für gescheitert. 43 % wollen ein sozialistisches Wirtschaftssystem haben. Macht Ihnen das Sorge ?" wie folgt geantwortet: "Wenn wir den Wert der Freiheit, für den die Menschen 1989 in Leipzig auf die Straße gegangen sind, nicht mehr zu schätzen wissen, bekommen wir eine System-Debatte, wie wir sie in der Weimarer Republik schon einmal hatten." - Da hat der Kurti doch recht, oder was meint ihr ? :dunno:


man muß feststellen, daß von denen, die sich 1990 gefreut haben, die deutsche einheit noch erleben zu dürfen, gerade noch höchstens siebzig prozent leben.
demnach entfällt für einen großteil der angegebenen wähler dieser studie die vergleichsmöglichkeit. ich ginge eher davon aus, daß bei umfragen, inklusive unserer
verstorbenen familienmitglieder, der westen bzw. gesamtdeutschland, mit siebzig
prozent abgewählt werden würde. woir haben unsere familienmitgleider komplett vor dem
65.geburtstag der erde übergeben, was sicher aussage genug ist über das neue deutschland.

kh
Pyron

Re: Biedenkopf zu Marktwirtschaft und Demokratie

Beitragvon Pyron » Di 9. Dez 2008, 18:02

Yellow Submarine hat geschrieben:Ihr Lieben,

in der neuesten SUPER-ILLU hat Prof. Dr. Biedenkopf, der 2002 auf Grund verstärkt auftretender Kritik an seinem Führungsstil und etlichen Affären (z. B. Paunsdorf Center-Affäre, Mietaffäre) seinen Rücktritt als Ministerpräsident von Sachsen erklärte, auf die Frage "52 % der Ostdeutschen halten ... die Marktwirtschaft für gescheitert. 43 % wollen ein sozialistisches Wirtschaftssystem haben. Macht Ihnen das Sorge ?" wie folgt geantwortet: "Wenn wir den Wert der Freiheit, für den die Menschen 1989 in Leipzig auf die Straße gegangen sind, nicht mehr zu schätzen wissen, bekommen wir eine System-Debatte, wie wir sie in der Weimarer Republik schon einmal hatten." - Da hat der Kurti doch recht, oder was meint ihr ? :dunno:



marktwirtschaft und demokratie sind 2 dinge, die nicht zusammen passen.

daß die menschen ein sozialistisches wirtschaftssystem wünschen, ist angesichts der maroden marktwirtschaft verständlich.
allerdings müßte dann auch die debatte geführt werden, wie dieses wirtschaftssystem aussehen muß.

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