Der NSU-Prozess

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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Misterfritz » Sa 18. Aug 2018, 15:29

Paperbackwriter hat geschrieben:(18 Aug 2018, 16:08) Zschäpe selbst hatte schriftlich erklärt, sie habe von den Morden und Anschlägen ihrer Freunde immer erst im Nachhinein erfahren"

https://www.tagesschau.de/inland/nsu-urteil-101.html
Das hätte ich an ihrer Stelle im Prozess auch behauptet, heisst aber 1. nicht, dass es stimmt und 2. nicht, dass es glaubwürdig ist.
Und 3.: Wenn sie erst nach den Taten davon erfahren hat, warum hat sie das nicht bei der Polizei angezeigt, wenn sie doch angeblich so erschüttert darüber war?
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Paperbackwriter » Sa 18. Aug 2018, 19:18

Misterfritz hat geschrieben:(18 Aug 2018, 16:29)

Das hätte ich an ihrer Stelle im Prozess auch behauptet, heisst aber 1. nicht, dass es stimmt und 2. nicht, dass es glaubwürdig ist.
Und 3.: Wenn sie erst nach den Taten davon erfahren hat, warum hat sie das nicht bei der Polizei angezeigt, wenn sie doch angeblich so erschüttert darüber war?


Spielt keine Rolle. Fakt ist, dass die Staatsanwaltschaft der Angeklagten keine einzige Anwesenheit an einem der Tatorte nachweisen konnte. Deutschland ist ein Rechtsstaat. Den kann man nicht aushebeln, nur weil eine Gruppe von Geisteskranken eine Serie von Morden begangen hat. Da der Nachweis nicht geführt werden konnte, gilt es als nicht erwiesen, dass sie vor Ort war oder aktiv an einer der Taten beteiligt war. Ein gefundenes Fressen für den Schreiber des Revisionsantrages.
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Paperbackwriter » Sa 18. Aug 2018, 19:23

Noch einmal extra für die Unkundigen im Bereich der Jurisprudenz. Eine Mitwisserschaft begründet keine Mittäterschaft und wird unterschiedlich bei der Strafzumessung bewertet. Es gibt seitens der Staatsanwaltschaft keinen einzigen Nachweis, dass Zschäpe an einem der Tatorte persönlich anwesend, respektive aktiv beteiligt war. Der Rechtsstaat kann nicht nach Belieben ausgeschaltet werden, nur weil die Angeklagte eine unsympathische Figur aus der rechten Szene ist. Die StPO gilt auch für Nazis.
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon zollagent » Sa 18. Aug 2018, 19:51

Paperbackwriter hat geschrieben:(18 Aug 2018, 20:23)

Noch einmal extra für die Unkundigen im Bereich der Jurisprudenz. Eine Mitwisserschaft begründet keine Mittäterschaft und wird unterschiedlich bei der Strafzumessung bewertet. Es gibt seitens der Staatsanwaltschaft keinen einzigen Nachweis, dass Zschäpe an einem der Tatorte persönlich anwesend, respektive aktiv beteiligt war. Der Rechtsstaat kann nicht nach Belieben ausgeschaltet werden, nur weil die Angeklagte eine unsympathische Figur aus der rechten Szene ist. Die StPO gilt auch für Nazis.

Um Mittäter zu sein, muß man nicht direkt am Tatort anwesend gewesen sein. Dazu genügt, die Voraussetzungen für die Tat zu schaffen. Ich denke, daß die Richter sich in der Jurisprudenz denn doch besser auskennen als du.
Wer an Absurditäten glaubt, wird Abscheulichkeiten begehen. (Voltaire)
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Paperbackwriter » Sa 18. Aug 2018, 20:23

Hier noch einmal der Hinweis, dass ein Wissen über die Taten keine Mittäterschaft begründet. Dazu der in meiner Quelle geführte Nachweis, dass Zschäpe weder an den Tatorten persönlich anwesend war, noch eine aktive Tatbeteiligung nachzuweisen war. Die Staatsanwaltschaft war noch nicht einmal in der Lage den Nachweis über die Mitwisserschaft zu führen. Die flegelhaften Zwischenrufe juristisch unkundiger Personen sollte man gefl. überlesen.
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Misterfritz » Sa 18. Aug 2018, 20:32

Paperbackwriter hat geschrieben:(18 Aug 2018, 21:23)

Hier noch einmal der Hinweis, dass ein Wissen über die Taten keine Mittäterschaft begründet. Dazu der in meiner Quelle geführte Nachweis, dass Zschäpe weder an den Tatorten persönlich anwesend war, noch eine aktive Tatbeteiligung nachzuweisen war. Die Staatsanwaltschaft war noch nicht einmal in der Lage den Nachweis über die Mitwisserschaft zu führen. Die flegelhaften Zwischenrufe juristisch unkundiger Personen sollte man gefl. überlesen.
Aber das Wissen um die Tat(en) und die Nichtanzeige sowie der Nicht-Versuch der Verhinderung weiterer Morde, ist strafbar.
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Paperbackwriter » Sa 18. Aug 2018, 20:37

Misterfritz hat geschrieben:(18 Aug 2018, 21:32)

Aber das Wissen um die Tat(en) und die Nichtanzeige sowie der Nicht-Versuch der Verhinderung weiterer Morde, ist strafbar.

Strafbarkeit ist nicht der Streitpunkt. Die Staatsanwalt konstruiert eine Mittäterschaft von Zschäpe ohne einen einzigen Nachweis über Tatbeteiligung, Anwesenheit oder Wissen und Duldung. Auch für Nazis gilt die StPO. In deutschen Gerichtssälen muss immer noch der Ankläger dem Angeklagten die Schuld ohne den geringsten Zweifel nachweisen.
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon think twice » Sa 18. Aug 2018, 20:49

Indizienprozess ist die umgangssprachliche Bezeichnung für einen Strafprozess, in dem kein Geständnis des Angeklagten vorliegt und als Beweismittel keine Tatzeugen oder entsprechende Urkunden herangezogen werden können. Aus strafprozessualer Hinsicht ergeben sich für eine solche Situation keine Besonderheiten. Es findet eine normale Beweisaufnahme statt, in der sonstige zulässige Beweismittel in den Prozess eingeführt werden. Auf dieser Grundlage kann das Gericht zu einer Überzeugung über die Schuld des Angeklagten gelangen. Dazu kann es im Falle eines Indizienprozesses kommen, wenn eine Gesamtwürdigung aller vorliegenden Beweisanzeichen oder Indizien zum Nachweis der Täterschaft ausreicht
(Wikipedia)
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Jekyll » Sa 18. Aug 2018, 22:26

Keoma hat geschrieben:(18 Aug 2018, 23:22)

Habe ich das behauptet?
Irgendetwas schmeckt dir aber trotzdem nicht. Warum sonst die Jammerei jetzt?
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Keoma » Sa 18. Aug 2018, 22:39

Jekyll hat geschrieben:(18 Aug 2018, 23:26)

Irgendetwas schmeckt dir aber trotzdem nicht. Warum sonst die Jammerei jetzt?

Mir schmeckt der Umgang mit der Thematik von einigen hier nicht.
Aber das wusstes du ja bereits.
Wie kommst du eigentlich auf Jammerei?
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Dampflok94 » So 19. Aug 2018, 09:27

think twice hat geschrieben:(18 Aug 2018, 21:36)

Man lausche gespannt. Was 5 Juristen in 5 Jahren nicht geschafft haben -nämlich die Mittäterschaft abzuweisen- erklärt uns hier der Fachmann in 5 Beiträgen. :)

Eben! :)

Das man die Sache mir der Mittäterschaft auch anders sehen kann, liegt in der Natur der Sache. Die Anwälte der Beate Z. sind auch kundige Juristen und haben das anders gesehen. Das Gericht hat entschieden. Und eine Bewertung dieser Entscheidung ist sowieso erst möglich, wenn die schriftliche Begründung vorliegt. An der kann man sich dann ggf. abarbeiten.

Merkwürdig der Hinweis eines Foristen, die Staatsanwaltschaft hätte die Anwesenheit Zschäpes an den Tatorten nicht bewiesen. Meines Wissens nach hat sie das auch gar nicht behauptet. Also muß sie es auch nicht beweisen.

Bzgl. der Behauptung, sie hätte erst im Nachhinein davon erfahren. Das stelle ich mir so richtig bildlich vor:

Uwe (welcher der beiden auch immer): "Beate, wir haben gerade wieder einen Türken gekillt"
Beate: "Aber Uwe, ich habe euch doch gesagt, ihr sollt das nicht mehr tun. Na gut, in 5 Minuten ist jedenfalls das Essen fertig."
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon ponaukel » So 19. Aug 2018, 09:30

in eurer argumentation sind juristen immer gottesgleiche elfen, unfehlbar und allwissend.
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Ebiker » So 19. Aug 2018, 09:43

Dampflok94 hat geschrieben:(19 Aug 2018, 10:27)


Merkwürdig der Hinweis eines Foristen, die Staatsanwaltschaft hätte die Anwesenheit Zschäpes an den Tatorten nicht bewiesen. Meines Wissens nach hat sie das auch gar nicht behauptet. Also muß sie es auch nicht beweisen.



Sie hat aber auch die Anwesenheit der beiden mutmaßlichen Täter nicht bewiesen.
Eines Tages werden Millionen Menschen die südliche Hemisphäre verlassen, um in der nördlichen Hemisphäre einzufallen. Und sie werden sie erobern, indem sie sie mit ihren Kindern bevölkern.
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Dampflok94 » So 19. Aug 2018, 09:49

Ebiker hat geschrieben:(19 Aug 2018, 10:43)

Sie hat aber auch die Anwesenheit der beiden mutmaßlichen Täter nicht bewiesen.

Träum weiter. :cool:
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon ThorsHamar » So 19. Aug 2018, 09:57

think twice hat geschrieben:(18 Aug 2018, 16:09)

Wahrscheinlich Tonnen von Aktenbergen. Es ist immer wieder faszinierend, wie juristische Laien sich anmassen, aufgrund von einigen Zeitungsmeldungen zu eigenen Urteilen zu kommen. :D


Das liegt aber in der Natur der Sache.
Die Zeitungsberichte sind eine second hand Aufbereitung von Informationen zu Sachverhalten.
Wenn diese Berichte nicht alle Fragen des Lesers beantworten, bleibt eben mehr Freiraum für die eigene Verarbeitung des Gelesenen.
Fakt ist, dass der Gesamtverlauf dieses Falles doch einige Passagen enthält, welche in einem Spielfilm für Stirnrunzeln beim Zuschauer führen könnte, z.B. wegen der abstrusen Konstruktion von Todesfällen bei Zeugen, wegen des spektakulären Selbstmordes im Wohnmobil usw ... Da gibt es Einiges.
Ich bin überhaupt nicht dabei, wenn es gilt, Urteile von Gerichten anzufechten, auch hier nicht.
Trotzdem habe ich bei diesem Gesamtprozess ein eigenartiges Gefühl der Un-Informiertheit, denn es ist z.B. der Verfassungsschutz involviert und richtig aufgeklärt wurde imho nichts von dem, was mich persönlich interessiert hat, oder das wurde eben nicht veröffentlicht ....
Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft; wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit.
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon think twice » So 19. Aug 2018, 10:09

ThorsHamar hat geschrieben:(19 Aug 2018, 10:57)

Das liegt aber in der Natur der Sache.
Die Zeitungsberichte sind eine second hand Aufbereitung von Informationen zu Sachverhalten.
Wenn diese Berichte nicht alle Fragen des Lesers beantworten, bleibt eben mehr Freiraum für die eigene Verarbeitung des Gelesenen.
Fakt ist, dass der Gesamtverlauf dieses Falles doch einige Passagen enthält, welche in einem Spielfilm für Stirnrunzeln beim Zuschauer führen könnte, z.B. wegen der abstrusen Konstruktion von Todesfällen bei Zeugen, wegen des spektakulären Selbstmordes im Wohnmobil usw ... Da gibt es Einiges.
Ich bin überhaupt nicht dabei, wenn es gilt, Urteile von Gerichten anzufechten, auch hier nicht.
Trotzdem habe ich bei diesem Gesamtprozess ein eigenartiges Gefühl der Un-Informiertheit, denn es ist z.B. der Verfassungsschutz involviert und richtig aufgeklärt wurde imho nichts von dem, was mich persönlich interessiert hat, oder das wurde eben nicht veröffentlicht ....

Premiere.....ich kann dir uneingeschränkt zustimmen. Ich halte diese ganze Chose, angefangen von unbehelligt durchgeführten Morden, die dann erstmal den Tuerken selbst zugeschoben wurden, die Rolle des Verfassungsschutzes, plötzlich verstorbene Zeugen, geschredderte Akten, die Selbstmorde der Uwes, für das groesste, juristische Staatsversagen und -verschleierung seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Rein theoretisch halte ich es sogar für möglich, dass die Zschaepe tatsächlich nur zum Sündenbock gemacht wurde. Doch ich schätze, niemand wird die Wahrheit erfahren, wie immer sie auch aussehen mag.

Was ich nur immer wieder amüsant finde, dass Laien Entscheidungen des Gerichts für falsch erklaeren und ihre eigenen Urteile bilden, ohne jegliches Hintergrundwissen und juristische Erfahrung.
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Keoma » So 19. Aug 2018, 10:12

think twice hat geschrieben:(19 Aug 2018, 11:09)

Premiere.....ich kann dir uneingeschränkt zustimmen. Ich halte diese ganze Chose, angefangen von unbehelligt durchgeführten Morden, die dann erstmal den Tuerken selbst zugeschoben wurden, die Rolle des Verfassungsschutzes, plötzlich verstorbene Zeugen, geschredderte Akten, die Selbstmorde der Uwes, für das groesste, juristische Staatsversagen und -verschleierung seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Rein theoretisch halte ich es sogar für möglich, dass die Zschaepe tatsächlich nur zum Sündenbock gemacht wurde. Doch ich schätze, niemand wird die Wahrheit erfahren, wie immer sie auch aussehen mag.

Was ich nur immer wieder amüsant finde, dass Laien Entscheidungen des Gerichts für falsch erklaeren und ihre eigenen Urteile bilden, ohne jegliches Hintergrundwissen und juristische Erfahrung.

Interessant.
Dem ersten Absatz kann ich vollinhaltlich zustimmen.
Aber dein zweiter Absatz zerstört das Bild wieder.
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Jekyll » So 19. Aug 2018, 10:15

Keoma hat geschrieben:(18 Aug 2018, 23:39)

Mir schmeckt der Umgang mit der Thematik von einigen hier nicht.
Aber das wusstes du ja bereits.
Nein...da bin ich mir nicht sicher. Kann es sein, dass dir die Entscheidung des Gerichts schlicht und ergreifend nicht gefällt und du deswegen ein so unpässliches Verhalten an den Tag legst?

Wie kommst du eigentlich auf Jammerei?
Wegen dieser dezent wehleidigen Einlassung von dir:
Keoma hat geschrieben:(18 Aug 2018, 22:21)
Es ist tatsächlich so, dass es Linke gibt, die die universellen Menschenrechte bei Rechten gerne ausser Kraft setzen würden.
Und auch der größte Mistkerl hat das Recht auf die bestmögliche Verteidigung.

Frau Zschäpe ist keine Ungerechtigkeit widerfahren, ansonsten hat sie sich alles selber zuzuschreiben.
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Jekyll » So 19. Aug 2018, 10:17

ponaukel hat geschrieben:(19 Aug 2018, 10:30)

in eurer argumentation sind juristen immer gottesgleiche elfen, unfehlbar und allwissend.
Wie ist denn deine Argumentation hinsichtlich der engelhaften Zschäpe?
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon ThorsHamar » So 19. Aug 2018, 10:24

think twice hat geschrieben:(19 Aug 2018, 11:09)

Premiere.....ich kann dir uneingeschränkt zustimmen. Ich halte diese ganze Chose, angefangen von unbehelligt durchgeführten Morden, die dann erstmal den Tuerken selbst zugeschoben wurden, die Rolle des Verfassungsschutzes, plötzlich verstorbene Zeugen, geschredderte Akten, die Selbstmorde der Uwes, für das groesste, juristische Staatsversagen und -verschleierung seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Rein theoretisch halte ich es sogar für möglich, dass die Zschaepe tatsächlich nur zum Sündenbock gemacht wurde. Doch ich schätze, niemand wird die Wahrheit erfahren, wie immer sie auch aussehen mag.

Was ich nur immer wieder amüsant finde, dass Laien Entscheidungen des Gerichts für falsch erklaeren und ihre eigenen Urteile bilden, ohne jegliches Hintergrundwissen und juristische Erfahrung.


Hey, es ist doch aber nicht unnormal, dass Laien sich zu allen möglichen Sachverhalten äussern, äussern können/dürfen/ sollen/müssen usw ...
Das gilt für öffentliche Prozesse genau so wie für Fussball oder die Beurteilung der Partnerwahl des Papstes!
Ansonsten wäre Stille im Land ....
Wichtig ist, dass die Profis gehört werden ( nicht wahr?) und dass dabei die Profis in gesellschaftlich relevanten Positionen ihre Entscheidungen SO kolportieren, dass sie von der Mehrheitsgesellschaft auch mitgetragen, akzeptiert werden können!!!!
Nur darum geht es. Eine eigene Meinung darf ich trotzdem haben ....
Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft; wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit.
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