Der NSU-Prozess

Moderator: Moderatoren Forum 2

Benutzeravatar
zollagent
Beiträge: 55045
Registriert: Mo 8. Aug 2011, 11:21

Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon zollagent » Do 19. Jul 2018, 11:24

Tomaner hat geschrieben:(19 Jul 2018, 11:56)

Damit hab ich ja kein Problem und es ist so wie es ist. Es ging ja um den Begriff "Schlächter" , der angewendet wurde, und der ist weder für Klar noch für Tschäpe so zutreffend. Mal im wörtlichen Sinn genommen, ist ja wohl die Verkäuferin an der Wursttheke keine Schlächterin, sondern die im Schlachthof. Selbst wenn die Verkäuferin davon das dies gemacht wird, lebt.
Dann ich jedenfalls verstehe unter einem "Schlächter" der willkürlich eine bestimmte Menge an Leuten umbringt, wie etwa im Krieg eine Dorfgemeinschaft aus Racheakt, einen genzen Volksstamm oder wie bei einen Amoklauf. Die RAF hat aber kaum willkürlich gemordet, sondern gezielt. So dürfte bei Schleyer zum Beispiel, dessen SS Vergangenheit eine Rolle gespielt haben. RAF Terror dürfte sich schon wesentlich von rechten Terror oder IS Terror unterscheiden. RAF zielte relativ genau auf denen ab, die sie als Feind ansahen, während bei IS maximaler Schaden, egal wenn es trifft, an erster Stelle steht. Auch Rechte verwenden Nagelbomben oder wie auf Oktoberfest Bomben, die willkürlich auf jeden abzielen.

Nun, der IS sieht praktisch alles und jeden als Feind an. Und die SS-Vergangenheit von Schleyer sehe ich nicht als Hauptmotivation für seine Entführung und auch nicht für seine Ermordung an. Es war seine Funktion als Vorsitzender der Arbeitgebervereinigung. Letztlich war aber auch der RAF egal, wen es traf, wie man dieser Chronik entnehmen kann. Terroristen braucht man nicht in Schlimm und weniger Schlimm einzuteilen.
Wer an Absurditäten glaubt, wird Abscheulichkeiten begehen. (Voltaire)
Boracay
Beiträge: 3976
Registriert: So 30. Dez 2012, 23:26

Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Boracay » Do 19. Jul 2018, 21:21

Tomaner hat geschrieben:Auch Rechte verwenden Nagelbomben oder wie auf Oktoberfest Bomben, die willkürlich auf jeden abzielen.


Klar - um es möglichst geziehlt zu machen kann man auch ein paar Juden im Flugzeug selektieren. War die Rampe in Auschwitz auch gezielt?

Die NSU widerspricht deiner Behauptung- ihre Morde waren sehr sehr gezielt, auch wenn sie die Opfer verwechselt haben.
Tomaner
Beiträge: 5856
Registriert: Mo 9. Feb 2015, 09:56

Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Tomaner » Do 19. Jul 2018, 23:32

zollagent hat geschrieben:(19 Jul 2018, 12:24)

Nun, der IS sieht praktisch alles und jeden als Feind an. Und die SS-Vergangenheit von Schleyer sehe ich nicht als Hauptmotivation für seine Entführung und auch nicht für seine Ermordung an. Es war seine Funktion als Vorsitzender der Arbeitgebervereinigung. Letztlich war aber auch der RAF egal, wen es traf, wie man dieser Chronik entnehmen kann. Terroristen braucht man nicht in Schlimm und weniger Schlimm einzuteilen.

Aus dieser Statistik geht eben nicht hervor, dass RAF willkürlich gemordet hat, sondern gezielt wie ich gesagt habe. Die Motive waren schlicht andere, denn deren Absicht und Hoffnung war ja, der normale Mann schließt sich an. Für ihre Morde oder Anschläge hatten die auch Bekennerschreiben mir Begründungen, allerdings meist in einem Sprachgebrauch, dass es fast ein Studium vorraussetzte, um überhaupt zu verstehen, um was es denen ging. Ich gehe weiter davon aus, bei Schleyer als ausgesuchtes Ziel, spielte die SS Vergangenheit eine wesentliche Rolle. Wenn es einer noch noch schafft das Bekennerschreiben auszugraben, dürfte das auch so drin stehen. Rein politisch gesehen, dürfte dann auch einer der größten Schläge gegen der RAF gewesen sein, das Gewerkschaften mit den Arbeitgebern mitmachten, bei eine Schweigeminute teilzunehmen. Damit wendeten sich genau diejenigen ab, für die sie eigentlich kämpfen wollten. Weiter führte zur Spaltung der AfD, dass eigentlich der Kampf gegen ehemaligen Nazis unter andeerm auch geführt werden sollte, auch wegen der Judenermordung, sich aber selbst von Palistinänser ausbilden lies, die ebenfalls gegen Juden vorgingen. Da war ein Widerspruch in sich.
Auch spielte glaube ich, der damalige Staat eine nicht unwesentliche Rolle, damit eine RAF überhaupt entstehen konnte. Aber man stelle sich mal heute vor, eine Pegida Demo wird von Flüchtlingen mit Dachlatten angegriffen, die Verantwortlichen von Pegida rufen Polizei zu Hilfe und diese prügelt dann auch noch auf schon blutüberströmten Pegidaleuten ein. Dann wird auch noch ein Sprecher von Pegida auf dieser Demo von Polizisten ermordet! Aber eine AfD dichtet es alles um, denn ein demokrtischer Staat, der mit tausenden Polizisten AfD schützt, damit sie ihre faschistischen menschenverachtenden Parolen verbeiten kann, wird auch noch von diesen bekämpft und beleidigt.
Benutzeravatar
zollagent
Beiträge: 55045
Registriert: Mo 8. Aug 2011, 11:21

Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon zollagent » Fr 20. Jul 2018, 15:29

Tomaner hat geschrieben:(20 Jul 2018, 00:32)

Aus dieser Statistik geht eben nicht hervor, dass RAF willkürlich gemordet hat, sondern gezielt wie ich gesagt habe.


Du übersiehst die "Kollateralschäden". Bei den Bombenattentaten, bei den Überfällen auf Herrhausen, auch bei Vorbereitungshandlungen, wie beim Bombenanschlag auf die Air-Base Ramstein, bei denen ein GI sterben mußte, weil man seine ID-Card brauchte. Der war auch bestimmt nicht gezielt ausgewählt. Wer bei den Anschlägen der RAF das Pech hatte, vor Ort zu sein, auf den haben die RAF-Terroristen keine Rücksicht genommen. Auf die Fahrer und Leibwächter von Herrhausen und Schleyer auch nicht. Von daher ist das "gezielte Aussuchen von Terroropfern" nicht ganz zutreffend.

Tomaner hat geschrieben:(20 Jul 2018, 00:32) Die Motive waren schlicht andere, denn deren Absicht und Hoffnung war ja, der normale Mann schließt sich an. Für ihre Morde oder Anschläge hatten die auch Bekennerschreiben mir Begründungen, allerdings meist in einem Sprachgebrauch, dass es fast ein Studium vorraussetzte, um überhaupt zu verstehen, um was es denen ging. Ich gehe weiter davon aus, bei Schleyer als ausgesuchtes Ziel, spielte die SS Vergangenheit eine wesentliche Rolle. Wenn es einer noch noch schafft das Bekennerschreiben auszugraben, dürfte das auch so drin stehen. Rein politisch gesehen, dürfte dann auch einer der größten Schläge gegen der RAF gewesen sein, das Gewerkschaften mit den Arbeitgebern mitmachten, bei eine Schweigeminute teilzunehmen. Damit wendeten sich genau diejenigen ab, für die sie eigentlich kämpfen wollten. Weiter führte zur Spaltung der AfD, dass eigentlich der Kampf gegen ehemaligen Nazis unter andeerm auch geführt werden sollte, auch wegen der Judenermordung, sich aber selbst von Palistinänser ausbilden lies, die ebenfalls gegen Juden vorgingen. Da war ein Widerspruch in sich.


Ich weiß nicht, ob du dich mal in Kreisen von RAF-Sympathisanten aufgehalten hast. Ich habe das in der Endzeit meines Studiums in Hannover. Da gab es einige Kommilitonen, die da sehr aktiv waren. Was meinst du, was für Phantasien ich da mitbekommen habe? Das ging von Anschlägen auf Brücken, wenn der Berufsverkehr bestimmter Firmen dort drüberrollte, bis zur Platzierung von Chemikalien in die Wasserversorgung oder auch der Sabotage der Anlagen von Chemiefirmen, damit Giftstoffe austreten könnten. Gottseidank waren der größere Teil einfach nur Maulhelden, die in den Semesterferien nach Hause fuhren und dort braves Töchterlein oder braven Sohn spielten. Einige andere gehörten zum Unterstützernetzwerk, das z.T. einfach nur für Untergetauchte Besorgungen machte, Kurierdienst übernahm, auch mal ein Auto verlieh oder anmietete. Es gab da viele Spielarten und das dürfte auch genau so gelaufen sein wie heute bei der NSU. Natürlich wurde die SS-Vergangenheit Schleyers als Argument verwendet, aber das hatte bei der Auswahl als Entführungsopfer weniger Einfluß. Seine Stellung als Arbeitgeberpräsident dafür um so mehr. Die SS-Vergangenheit wurde mehr gegenüber dem eigenen Klientel thematisiert, nach dem Motto "Jetzt hat's mal einen der Verbrecher getroffen". Das war wichtig, um zweifelnde zu überzeugen. Da ist wohl auch ein kleiner Schreibfehler, du hast hier wohl statt RAF die AfD reingeschrieben.


Tomaner hat geschrieben:(20 Jul 2018, 00:32)Auch spielte glaube ich, der damalige Staat eine nicht unwesentliche Rolle, damit eine RAF überhaupt entstehen konnte. Aber man stelle sich mal heute vor, eine Pegida Demo wird von Flüchtlingen mit Dachlatten angegriffen, die Verantwortlichen von Pegida rufen Polizei zu Hilfe und diese prügelt dann auch noch auf schon blutüberströmten Pegidaleuten ein. Dann wird auch noch ein Sprecher von Pegida auf dieser Demo von Polizisten ermordet! Aber eine AfD dichtet es alles um, denn ein demokrtischer Staat, der mit tausenden Polizisten AfD schützt, damit sie ihre faschistischen menschenverachtenden Parolen verbeiten kann, wird auch noch von diesen bekämpft und beleidigt.



Das ist der gleiche Quatsch, der auch von der anderen Seite, PEGIDA, AfD und Co. vorgebracht wird. Ich habe damals die Demos mitgemacht, und da ging die Gewalt tatsächlich immer von denselben aus, diejenigen, die man heute als "schwarzen Block" bezeichnet. Da wurden dann andere natürlich auch reingezogen. Es sind immer Scharfmacher, die dann andere mitreißen.
Wer an Absurditäten glaubt, wird Abscheulichkeiten begehen. (Voltaire)
Benutzeravatar
Cat with a whip
Beiträge: 11341
Registriert: Fr 4. Jul 2008, 20:49

Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Cat with a whip » Fr 20. Jul 2018, 15:50

"Die Erde ist ein Irrenhaus. Dabei könnte das bis heute erreichte Wissen der Menschheit aus ihr ein Paradies machen." Joseph Weizenbaum
Benutzeravatar
Alexyessin
Vorstand
Beiträge: 71034
Registriert: Do 17. Nov 2011, 22:16
Benutzertitel: Blutgrätsche
Wohnort: wo´s Herzal is

Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Alexyessin » Sa 21. Jul 2018, 16:20

Jekyll hat geschrieben:(19 Jul 2018, 11:23)

In dem zweiten verlinkten Video (Podiumsdiskussion) erzählt der türkischstämmige Anwalt ab 36:40, der die (deutsche) Witwe eines der NSU-Mordopfer vertrat, dass sogar gegen ihn ermittelt wurde. D. h. nicht nur die Opfer bzw. deren Angehörige wurden dezent kriminalisiert, sondern auch deren Anwalt. Eines der vielen Abartigkeiten in Zusammenhang mit dem NSU-Fall.


Es wurde aber ermittelt, als es noch keine anderen Spuren gab ( bzw. die noch nicht erkannt wurden ). Und ja, in Sachen Verdacht auf OK sind natürlich auch die Anwälte von den Ermittlungen betroffen. Das ist jetzt nicht wirklich abartig.
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
Baier is ma ned so - Baier sei is a Lebenseinstellung
Mia glangt das i woas das i kennt wenn i woin dadat
Benutzeravatar
Jekyll
Beiträge: 10039
Registriert: Di 31. Aug 2010, 16:35
Benutzertitel: Je suis Jekyll

Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Jekyll » Sa 21. Jul 2018, 16:41

Alexyessin hat geschrieben:(21 Jul 2018, 17:20)

Es wurde aber ermittelt, als es noch keine anderen Spuren gab ( bzw. die noch nicht erkannt wurden ). Und ja, in Sachen Verdacht auf OK sind natürlich auch die Anwälte von den Ermittlungen betroffen. Das ist jetzt nicht wirklich abartig.
Hm...nicht in dem Universum, in dem ich mich gerade aufhalte. Seit wann ist es normal, dass auch gegen die Anwälte ermittelt wird, die nur die Rechte ihrer Mandanten vertreten? Habe ich da was verpasst?
Say NO to racism and antisemitism!
Benutzeravatar
Ammianus
Beiträge: 3180
Registriert: Sa 17. Dez 2011, 22:05

Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Ammianus » Sa 21. Jul 2018, 17:03

Das mit der RAF ist zwar OT aber gut. Es gab wohl unter den Leuten wirklich Diskussionen, ob Unbeteiligte oder gar Leibwächter, einfache Polizisten usw. dabei zu Schaden kommen sollten oder nicht.
Vielleicht sollte man sich auch die Frage stellen, was für eine Gesellschaft strebte die RAF eigentlich an. Bei ihrer Art und auch ihrem völlig abgedrehten Denken und auch unter Berücksichtigung des Zeitrahmens fällt mir da nur so etwas wie das Paradies der Roten Khmer ein. Deren überlieferte Pamphlete kommen genau so wirr und merkwürdig daher wie das Zeug der RAF. Und die Wurzeln in mehr oder weniger akademischen Millieus zeigen durchaus Parallelen.
Benutzeravatar
zollagent
Beiträge: 55045
Registriert: Mo 8. Aug 2011, 11:21

Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon zollagent » Sa 21. Jul 2018, 17:08

Ammianus hat geschrieben:(21 Jul 2018, 18:03)

Das mit der RAF ist zwar OT aber gut. Es gab wohl unter den Leuten wirklich Diskussionen, ob Unbeteiligte oder gar Leibwächter, einfache Polizisten usw. dabei zu Schaden kommen sollten oder nicht.
Vielleicht sollte man sich auch die Frage stellen, was für eine Gesellschaft strebte die RAF eigentlich an. Bei ihrer Art und auch ihrem völlig abgedrehten Denken und auch unter Berücksichtigung des Zeitrahmens fällt mir da nur so etwas wie das Paradies der Roten Khmer ein. Deren überlieferte Pamphlete kommen genau so wirr und merkwürdig daher wie das Zeug der RAF. Und die Wurzeln in mehr oder weniger akademischen Millieus zeigen durchaus Parallelen.

Diese Wirrnis haben sowohl RAF als auch NSU und die jeweiligen Unterstützer gemeinsam. Die wissen wirklich nicht, was letztlich dabei rauskommen soll.
Wer an Absurditäten glaubt, wird Abscheulichkeiten begehen. (Voltaire)
Ebiker
Beiträge: 1788
Registriert: Mo 16. Mai 2016, 10:06
Benutzertitel: Elektrowitsch 1. Ordnung

Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Ebiker » Sa 21. Jul 2018, 17:44

Jekyll hat geschrieben:(21 Jul 2018, 17:41)

Hm...nicht in dem Universum, in dem ich mich gerade aufhalte. Seit wann ist es normal, dass auch gegen die Anwälte ermittelt wird, die nur die Rechte ihrer Mandanten vertreten? Habe ich da was verpasst?


Rechte von Mandanten die es gar nicht gibt ?

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/nsu-prozess-nebenklage-anwalt-soll-200-000-euro-zurueckzahlen-a-1179330.html
Eines Tages werden Millionen Menschen die südliche Hemisphäre verlassen, um in der nördlichen Hemisphäre einzufallen. Und sie werden sie erobern, indem sie sie mit ihren Kindern bevölkern.
Houari Boumedienne
JFK
Beiträge: 9011
Registriert: Di 13. Jan 2015, 16:19
Wohnort: München

Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon JFK » Sa 21. Jul 2018, 18:25



Lesen und Verstehen.

Jekyll hat geschrieben:(19 Jul 2018, 11:23)

In dem zweiten verlinkten Video (Podiumsdiskussion) erzählt der türkischstämmige Anwalt ab 36:40, der die (deutsche) Witwe eines der NSU-Mordopfer vertrat, dass sogar gegen ihn ermittelt wurde. D. h. nicht nur die Opfer bzw. deren Angehörige wurden dezent kriminalisiert, sondern auch deren Anwalt. Eines der vielen Abartigkeiten in Zusammenhang mit dem NSU-Fall.


Abartig.
Benutzeravatar
Alexyessin
Vorstand
Beiträge: 71034
Registriert: Do 17. Nov 2011, 22:16
Benutzertitel: Blutgrätsche
Wohnort: wo´s Herzal is

Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Alexyessin » So 22. Jul 2018, 09:47

Jekyll hat geschrieben:(21 Jul 2018, 17:41)

Hm...nicht in dem Universum, in dem ich mich gerade aufhalte. Seit wann ist es normal, dass auch gegen die Anwälte ermittelt wird, die nur die Rechte ihrer Mandanten vertreten? Habe ich da was verpasst?


Ich habe nicht gesagt, das es normal ist, sondern bei den Umständen, das ggf. auf OK ermittelt wird. Erkenne den Unterschied in diesem Universum.
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
Baier is ma ned so - Baier sei is a Lebenseinstellung
Mia glangt das i woas das i kennt wenn i woin dadat
Kölner1302
Beiträge: 342
Registriert: So 10. Jun 2018, 17:44

Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Kölner1302 » So 22. Jul 2018, 13:18

Keoma hat geschrieben:(12 Jul 2018, 07:54)

• 2009 verbrennt ein NSU-Zeuge in seinem Auto, kurz bevor er aussagen kann.
• 2013 verbrennt ein weiterer Zeuge in seinem Auto, an dem Tag, an dem er vor Gericht aussagen soll.
• Ein V-Mann wird in seiner Wohnung 2014 tot aufgefunden, offiziell an Diabetes gestorben.
• 2015 soll eine Zeugin aussagen, die kurz vorher mit einer kleinen Prellung am Knie ins Krankenhaus eingeliefert wird und dort dann laut Todesschein an einer Lungenembolie stirbt.
• Der Verlobte der an Lungenembolie verstorbenen Zeugin stirbt 2016 selbst.
• Im Feber 2017 verstirbt überraschend eine weitere Zeugin in Ludwigsburg.
• Vor 2 Wochen fällt der mit NSU Untersuchungen beauftragte kerngesunde Brandermittler und Kriminaltechniker Frank Dieter Stolt ins Koma und stirbt.

Alles normal, oder?


So was ähnliches hatte ich ich glaub ich zuletzt mal vor Jahrzehnten nach Mafiaprozessen in Italien in der Zeitung gelesen...
hoffentlich ist es nicht so dass noch viele Mörder frei herumlaufen... und viele Unterstützer an entscheidenenden Stellen haben... :eek:
Boracay
Beiträge: 3976
Registriert: So 30. Dez 2012, 23:26

Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Boracay » So 22. Jul 2018, 13:41

Kölner1302 hat geschrieben:(22 Jul 2018, 14:18)

So was ähnliches hatte ich ich glaub ich zuletzt mal vor Jahrzehnten nach Mafiaprozessen in Italien in der Zeitung gelesen...
hoffentlich ist es nicht so dass noch viele Mörder frei herumlaufen... und viele Unterstützer an entscheidenenden Stellen haben... :eek:


Wenn man NSU und Tote Zeugen bei Google eingibt ist das hier der erste Treffer.
https://www.nsu-watch.info/2017/05/nsu- ... en-teil-i/

Es ist nun mal normal das in 10 Jahren einige Leute sterben, will gar nicht wissen wie viele Leute jedes Jahr an Diabetes oder Lungenembolien sterben.

Das Ganze erinnert mich an die 9/11 Twoofer-Deppen bei denen sogar der Tod einer Studentin die eine Arbeit über Bin Laden schreiben wollte als Beleg einer Verschwörung gesehen wurde.
Ebiker
Beiträge: 1788
Registriert: Mo 16. Mai 2016, 10:06
Benutzertitel: Elektrowitsch 1. Ordnung

Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Ebiker » So 22. Jul 2018, 14:03

Boracay hat geschrieben:(22 Jul 2018, 14:41)

Wenn man NSU und Tote Zeugen bei Google eingibt ist das hier der erste Treffer.
https://www.nsu-watch.info/2017/05/nsu- ... en-teil-i/

Es ist nun mal normal das in 10 Jahren einige Leute sterben, will gar nicht wissen wie viele Leute jedes Jahr an Diabetes oder Lungenembolien sterben.

Das Ganze erinnert mich an die 9/11 Twoofer-Deppen bei denen sogar der Tod einer Studentin die eine Arbeit über Bin Laden schreiben wollte als Beleg einer Verschwörung gesehen wurde.


Es ist natürlich auch völlig normal das die Polizei bei der Untersuchung eines der Brandfahrzeuge evtl. wichtige Spuren übersieht und diese erst später von Angehörigen des Toten der Polizei übergeben werden ? Im NSU Prozeß erstaunt das allerdings nicht.
Eines Tages werden Millionen Menschen die südliche Hemisphäre verlassen, um in der nördlichen Hemisphäre einzufallen. Und sie werden sie erobern, indem sie sie mit ihren Kindern bevölkern.
Houari Boumedienne
Boracay
Beiträge: 3976
Registriert: So 30. Dez 2012, 23:26

Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Boracay » So 22. Jul 2018, 14:30

Ebiker hat geschrieben:(22 Jul 2018, 15:03)

Es ist natürlich auch völlig normal das die Polizei bei der Untersuchung eines der Brandfahrzeuge evtl. wichtige Spuren übersieht und diese erst später von Angehörigen des Toten der Polizei übergeben werden ? Im NSU Prozeß erstaunt das allerdings nicht.


Von was redest du denn? Und ja - es ist verdammt normal dass die Polizei Sachen übersieht, das sind auch nur Menschen.

Was ist denn deine Schlussfolgerung? Das zig Polizeibehörden mit drin stecken? Wie dumm ist sowas??
Ebiker
Beiträge: 1788
Registriert: Mo 16. Mai 2016, 10:06
Benutzertitel: Elektrowitsch 1. Ordnung

Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Ebiker » So 22. Jul 2018, 14:57

Davon steht in deinem linksradikalen Blog natürlich nix. Eine Machete, Schreckschußpistole, Schlüsselbund kann man schon mal übersehn. War ja nur ein wichtiger Zeuge im wichtigsten Prozeß seit langem

Florians Familie hatte in dem verbrannten Wagen vor der Verschrottung nach eigenen Angaben einige Gegenstände gefunden, für die sich die Polizei offenkundig nicht interessiert hatte. Darunter waren eine Schreckschusswaffe, eine Machete, ein Feuerzeug und ein Schlüsselbund. Dies legte den Schluss nahe, dass die Polizei den Wagen nur unzureichend oder gar nicht untersucht hatte.


https://www.welt.de/politik/deutschland/article144230529/Peinliche-Schlamperei-nach-Tod-des-Zeugen-Florian-H.html
Eines Tages werden Millionen Menschen die südliche Hemisphäre verlassen, um in der nördlichen Hemisphäre einzufallen. Und sie werden sie erobern, indem sie sie mit ihren Kindern bevölkern.
Houari Boumedienne
Benutzeravatar
Ammianus
Beiträge: 3180
Registriert: Sa 17. Dez 2011, 22:05

Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Ammianus » So 22. Jul 2018, 15:16

Boracay hat geschrieben:(22 Jul 2018, 14:41)

Wenn man NSU und Tote Zeugen bei Google eingibt ist das hier der erste Treffer.
https://www.nsu-watch.info/2017/05/nsu- ... en-teil-i/

Es ist nun mal normal das in 10 Jahren einige Leute sterben, will gar nicht wissen wie viele Leute jedes Jahr an Diabetes oder Lungenembolien sterben.

Das Ganze erinnert mich an die 9/11 Twoofer-Deppen bei denen sogar der Tod einer Studentin die eine Arbeit über Bin Laden schreiben wollte als Beleg einer Verschwörung gesehen wurde.


Das ist bei den Moon-Hoaxern auch sehr beliebt. Dumm nur, dass auch NASA-Mitarbeiter sterblich sind. Aber so etwas interessiert VT-ler nicht. Allerdings habe ich mir gerade die Mühe gemacht, in den von dir verlinkten Artikel reinzulesen.
Benutzeravatar
Paperbackwriter
Beiträge: 259
Registriert: Mi 15. Aug 2018, 13:12

Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Paperbackwriter » Do 16. Aug 2018, 14:37

Marmelada hat geschrieben:(16 Jul 2018, 14:19)

Steht da nirgends. Dass der Verfassungsschutz Quellenschutz vor Opferschutz betrieben hat, indem er andere Behörden nicht informierte, weiß man mittlerweile. Ebenso, dass der Verfassungsschutz besser kontrolliert werden müsste.

https://www.deutschlandfunk.de/nach-dem ... _id=422632

Meiner Ansicht nach ist bei diesem Prozess nichts herausgekommen. Nach wie vor ist ungeklärt wie Böhnhardt und Mundlos umgekommen sind und nach wie vor ist die Rolle der V-Leute äußerst umstritten. Offensichtlich gibt es hier eine Abteilung der Dienste, die für sich selbst agiert und sich nicht den Weisungen unterwirft. Meiner Ansicht nach die blamabelste Vorstellung eines Staatsversagens. Ebenso wie im Falle des Lastwagenattentäters, der schon längst hätte verhaftet sein oder sogar abgeschoben sein könnte.
Benutzeravatar
zollagent
Beiträge: 55045
Registriert: Mo 8. Aug 2011, 11:21

Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon zollagent » Sa 18. Aug 2018, 07:11

Paperbackwriter hat geschrieben:(16 Aug 2018, 15:37)

Meiner Ansicht nach ist bei diesem Prozess nichts herausgekommen. Nach wie vor ist ungeklärt wie Böhnhardt und Mundlos umgekommen sind und nach wie vor ist die Rolle der V-Leute äußerst umstritten. Offensichtlich gibt es hier eine Abteilung der Dienste, die für sich selbst agiert und sich nicht den Weisungen unterwirft. Meiner Ansicht nach die blamabelste Vorstellung eines Staatsversagens. Ebenso wie im Falle des Lastwagenattentäters, der schon längst hätte verhaftet sein oder sogar abgeschoben sein könnte.

Wie die beiden Herren umkamen, ist geklärt, auch wenn immer wieder dazu meiner Meinung nach unsinnige Fragen gestellt werden, die nur den einen Zweck haben, die beiden als Opfer hinzustellen, was sie ganz sicher nicht waren. Zum Anderen hatte der Prozess den Zweck, 10 Morde aufzuklären, was meiner Ansicht nach ebenfalls gelungen ist. Die vielen Nebenkriegsschauplätze, die vor allem von Rechtsgesinnten dazu aufgemacht werden, sollen einfach nur relativieren. Es gibt keinen V-Mann, so zweifelhaft deren Rolle im rechten Umfeld auch sein mag, der Morde ausgeführt oder zu Morden aufgefordert habe. Wer unter Rechtsgesinnten nicht enttarnt werden will, muß auch deren Musik mitblasen. Er darf halt selbst nicht straffällig werden. Aber das wäre allenfalls Gegenstand eines anderen Prozesses.
Wer an Absurditäten glaubt, wird Abscheulichkeiten begehen. (Voltaire)

Zurück zu „2. Innenpolitik - Verfassung“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast