Der NSU-Prozess

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odiug
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon odiug » Sa 14. Jul 2018, 15:48

Konservativer hat geschrieben:(14 Jul 2018, 15:46)

Die Verteidiger haben ja in ihrem Schlussplädoyer auch 10 Jahre Haft für Zschäpe wegen Beteiligung an Raubüberfällen, einer kriminelle Organisation und Brandstiftung gefordert. Das alles steht also eigentlich gar nicht zur Debatte.

Der Streitpunkt ist eigentlich nur der Anklagepunkt "Mord". Die Angeklagte sagt, dass sie an den Morden nicht beteiligt war, die beiden Uwes sie auch nie von ihren Mordplänen informierten, sondern das ohne ihr Wissen gemacht haben. Sie habe von den Morden erst später von den Uwes erfahren und sei darüber schockiert gewesen, habe aber danach nie die Kraft gefunden sich von den Uwes zu trennen und aus dem Untergrund wieder in ein "normales Leben" zurückzukehren. Die Uwes hätten sie beschwichtigt und versprochen, dass sie das nicht mehr tun würden.

Kann man ihr jetzt glauben oder nicht. Ist halt eine Glaubensfrage.

Jedenfalls habe ich bisher über die Medien keinen einzigen Beweis oder auch Indiz dafür gefunden, dass die Angeklagte in die Mordpläne der Uwes im Vorfeld eingeweiht war und an deren Durchführung mitgewirkt hat.

Es wird halt nur daraus geschlossen, dass sie halt eine rechtsextreme Gesinnung hatte und mit den Uwes zusammenlebte, müsse sie auch davon gewusst und das Ganze unterstützt haben.

Ohne ihr Wissen :?:
Bei 10 Morden über 9 Jahre hinweg :?:
Nix mitbekommen, was ihre Jungs so in der Freizeit treiben :?:

Tja ... offensichtlich halte nicht nur ich das für unglaubwürdig.
Mal abgesehen davon ... von dem Paulchen Video wusste sie offensichtlich und da reden die ja Klartext.
Moderatoren sind die Herren des Forums :x
Aber wir sind edel und gut, gerecht und unbestechlich und sorgen uns innig um das Wohlergehen unsrer Foristen.
Ich habe nun eine deutsche Tastatur ... äöüß :cool:
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon zollagent » So 15. Jul 2018, 09:13

Konservativer hat geschrieben:(14 Jul 2018, 15:46)

Die Verteidiger haben ja in ihrem Schlussplädoyer auch 10 Jahre Haft für Zschäpe wegen Beteiligung an Raubüberfällen, einer kriminelle Organisation und Brandstiftung gefordert. Das alles steht also eigentlich gar nicht zur Debatte.

Der Streitpunkt ist eigentlich nur der Anklagepunkt "Mord". Die Angeklagte sagt, dass sie an den Morden nicht beteiligt war, die beiden Uwes sie auch nie von ihren Mordplänen informierten, sondern das ohne ihr Wissen gemacht haben. Sie habe von den Morden erst später von den Uwes erfahren und sei darüber schockiert gewesen, habe aber danach nie die Kraft gefunden sich von den Uwes zu trennen und aus dem Untergrund wieder in ein "normales Leben" zurückzukehren. Die Uwes hätten sie beschwichtigt und versprochen, dass sie das nicht mehr tun würden.

Kann man ihr jetzt glauben oder nicht. Ist halt eine Glaubensfrage.

Jedenfalls habe ich bisher über die Medien keinen einzigen Beweis oder auch Indiz dafür gefunden, dass die Angeklagte in die Mordpläne der Uwes im Vorfeld eingeweiht war und an deren Durchführung mitgewirkt hat.

Es wird halt nur daraus geschlossen, dass sie halt eine rechtsextreme Gesinnung hatte und mit den Uwes zusammenlebte, müsse sie auch davon gewusst und das Ganze unterstützt haben.

Das ist ein bißchen zu simpel gedacht. Wer mit den Tätern über Jahre unter einem Dach lebt, zuerst mit dem Einen, dann mit dem Anderen ein Verhältnis hat, den Haushalt organisiert, an Ausforschungsaktionen mitmacht, einer solchen Frau zu glauben, daß sie "nichts gewußt habe", das schlicht Glauben wollen, entgegen aller Hinweise. So eng, wie die liiert waren, KANN ihr gar nichts entgangen sein. Sie hat die Fäden gezogen und die beiden Uwes waren ihre Marionetten. DAS ist die Sachlage und davon geht auch das Gericht aus.
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Alexyessin » Mo 16. Jul 2018, 08:01

Marmelada hat geschrieben:(14 Jul 2018, 11:05)

Der Untersuchungsausschuss hat folgende "VT" aufgestellt:

https://de.wikipedia.org/wiki/NSU-Unter ... Ergebnisse


So als grobe Zusammenfassung. Ansonsten muss man sich ein bisschen Zeit nehmen, um ins Thema zu finden, mit einem kurzen Zitat ist es nicht getan. Empfehlenswert sind neben Dokumentationen die Veranstaltungen der "VT"-Organisation Friedrich-Ebert-Stiftung:

Staatsaffäre NSU: 10 Morde, von Aufklärung keine Spur? (Einleitung und Vortrag)
https://www.youtube.com/watch?v=tVr-mE4KHcU

Staatsaffäre NSU: 10 Morde, von Aufklärung keine Spur? (Podiumsdiskussion)
https://www.youtube.com/watch?v=FDTyHvL4jAY

Staatsaffäre NSU: 10 Morde, von Aufklärung keine Spur? (Publikumsfragen)
https://www.youtube.com/watch?v=0eLjtqrNn7A

Einleitung: 5 Jahre NSU - Aufklärung unerwünscht?
https://www.youtube.com/watch?v=zir831A ... CS6FJXiNUL


Die VT ist, das es hier einen sog. "tiefen Staat" geben soll.
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Marmelada » Mo 16. Jul 2018, 13:19

Alexyessin hat geschrieben:(16 Jul 2018, 09:01)

Die VT ist, das es hier einen sog. "tiefen Staat" geben soll.
Steht da nirgends. Dass der Verfassungsschutz Quellenschutz vor Opferschutz betrieben hat, indem er andere Behörden nicht informierte, weiß man mittlerweile. Ebenso, dass der Verfassungsschutz besser kontrolliert werden müsste.

https://www.deutschlandfunk.de/nach-dem ... _id=422632
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Alexyessin » Mo 16. Jul 2018, 13:24

Marmelada hat geschrieben:(16 Jul 2018, 14:19)

Steht da nirgends. Dass der Verfassungsschutz Quellenschutz vor Opferschutz betrieben hat, indem er andere Behörden nicht informierte, weiß man mittlerweile. Ebenso, dass der Verfassungsschutz besser kontrolliert werden müsste.

https://www.deutschlandfunk.de/nach-dem ... _id=422632


Cat schreibt hier eindeutig von Netzwerk. Das ist die klassische VT, das es hier eine übergeordnete Stelle geben muss.
Und das bezweifel ich.
Nicht das hier der V-Schutz der einzelnen Länder Scheiße am Laufenden Band produziert hat - insbesondere beim Thema Quellenschutz.
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Marmelada » Mo 16. Jul 2018, 14:14

Alexyessin hat geschrieben:(16 Jul 2018, 14:24)

Cat schreibt hier eindeutig von Netzwerk. ...


Cat with a whip hat geschrieben:(13 Jul 2018, 12:18)
... die stockenden Ermittlungen gegen weitere aus dem terroristischen Unterstützernetzwerk und den Gehimdiensten wegen Mitwisserschaft und Mithilfe.
Das terroristische Unterstützungsnetzwerk bezieht sich auf weitere originäre Neonazis aus dem NSU-Umfeld, also dass Tschäpe, Mundlos und Böhnhardt nicht nur zu dritt waren. Belegen kann man das ohne Ermittlungen nicht, aber es ist wenig glaubhaft. Clemens Binninger (CDU), Untersuchungsausschuss:

https://www.t-online.de/nachrichten/deu ... tand-.html
Ja, auch im Untersuchungsausschuss des Bundestages haben wir uns diese Frage gestellt. Ich habe große Zweifel, dass der NSU nur aus drei Personen bestand.


Mehmet Daimagüler: "Wir haben in diesem Gerichtssaal 24 Personen erlebt, als Zeugen, die ganz offen zugaben, dass sie Kontakt hatten und die auch ganz offen zugaben, dass sie unterstützt haben. Wir reden hier von Waffen, wir reden hier von Geld, wir reden von Unterkünften, wir reden von Ausweispapieren. Das heißt, wir wissen von 28 Personen insgesamt namentlich, dass sie geholfen haben und trotzdem spricht die Bundesanwaltschaft von einem Trio."
https://www.youtube.com/watch?v=ll-DTk1mtxo

Im Bekennervideo selbst ist von einem Netzwerk die Rede. Auch das deutschlandweite Ausspähen von Opfern muss von Ortskundigen erledigt worden sein.
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Alexyessin » Mo 16. Jul 2018, 14:21

Marmelada hat geschrieben:(16 Jul 2018, 15:14)

Das terroristische Unterstützungsnetzwerk bezieht sich auf weitere originäre Neonazis aus dem NSU-Umfeld, also dass Tschäpe, Mundlos und Böhnhardt nicht nur zu dritt waren. Belegen kann man das ohne Ermittlungen nicht, aber es ist wenig glaubhaft. Clemens Binninger (CDU), Untersuchungsausschuss:

https://www.t-online.de/nachrichten/deu ... tand-.html


Mehmet Daimagüler: "Wir haben in diesem Gerichtssaal 24 Personen erlebt, als Zeugen, die ganz offen zugaben, dass sie Kontakt hatten und die auch ganz offen zugaben, dass sie unterstützt haben. Wir reden hier von Waffen, wir reden hier von Geld, wir reden von Unterkünften, wir reden von Ausweispapieren. Das heißt, wir wissen von 28 Personen insgesamt namentlich, dass sie geholfen haben und trotzdem spricht die Bundesanwaltschaft von einem Trio."
https://www.youtube.com/watch?v=ll-DTk1mtxo

Im Bekennervideo selbst ist von einem Netzwerk die Rede. Auch das deutschlandweite Ausspähen von Opfern muss von Ortskundigen erledigt worden sein.


Das letzte glaub ich weniger, sonst hätten sie in München nicht den Griechen erwischt.
Und ich glaub nicht, das die nur zu dritt, bzw. zu siebt waren, sondern das es durchaus ein Netzwerk gab - in der rechten Szene nicht verwunderlich - sondern das es hier eine geleitete Aktion gab auch die Zeugen auszuschalten, dafür fehlen die Belege. Und ist auch angesichts der Machart kaum glaubwürdig.
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Boracay » Mo 16. Jul 2018, 21:36

Tomaner hat geschrieben:(13 Jul 2018, 01:01)

Es geht nicht bei einem Gericht um Meinungen, sondern um das was Gesetz hergibt. Man kann einen mord anstiften und tausend Kilometer entfernt sein und dennoch wird man genauso behandelt, wie der der gemordet hat. Enzlin hat auch nur zu Liebe zu Bader mitgemacht. Es ist bis heute nicht klar, wer bei RAF wirklich alles Mörder waren, und dennoch wurden viele wegen Mord verurteilt.


Du meinst die Menschen die wie Christian Klar bis heute nicht bereuen, bedauern oder sonstwas sonder nach wie vor auf ihre Taten Stolz sind und um deren Wohl die Linke sich sehr bemüht?

Was auch etwas komisch ist, genau die am lautesten wegen Kuscheljustiz schreien, schreien jetzt urplötzlich anderes herum.


Das darfst du nicht falsch verstehen. Für mich ist das was Zschäpe getan ekelhaft und eigentlich nur mit Folter + Tot angemessen zu bestrafen, auch wenn ich nicht glaube dass sie wirklich an den Morden aktiv mitgewirkt hat. Mitglied einer Terrorzelle zu sein und den Tod von Familievätern zu billigen gehört zu den Taten die ich mit dem Tod bestrafen würde. Das gilt allerdings auch für den Bin-Laden Leibwächter um dessen Wohl die Linke ja sehr sehr besorgt ist.

Dazu gab es auch ein Tagesgespräch bei Bayern 2 mit einer Juristin. Die erklärte exakt genau, warum man Tschäpe zum Mord verurteilen konnte, obwohl sie nicht an Tatort war.


Die Frage mit der Anwesenheit am Tatort ist nicht die die mich an der Richtigkeit des Urteils zweifeln lässt. Sondern dass irgendein Nachweis einer Tatbeteidigung vorliegen müsste. Statt dessen wird die Brandstiftung, der Einwurf des Videos und ihr Zusammenleben dafür herangezogen. Wirklich???
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Julian » Mo 16. Jul 2018, 22:05

Alexyessin hat geschrieben:(16 Jul 2018, 14:24)

Cat schreibt hier eindeutig von Netzwerk. Das ist die klassische VT, das es hier eine übergeordnete Stelle geben muss.
Und das bezweifel ich.
Nicht das hier der V-Schutz der einzelnen Länder Scheiße am Laufenden Band produziert hat - insbesondere beim Thema Quellenschutz.


Grundsätzlich stimme ich da zu. Warum befördert der hessische Verfassungsschutz allerdings Verschwörungstheorien, indem er seine Berichte dazu für 120 Jahre sperren lässt? Das ist doch keine normale, übliche Sperrfrist.
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Alexyessin » Di 17. Jul 2018, 06:58

Julian hat geschrieben:(16 Jul 2018, 23:05)

Grundsätzlich stimme ich da zu. Warum befördert der hessische Verfassungsschutz allerdings Verschwörungstheorien, indem er seine Berichte dazu für 120 Jahre sperren lässt? Das ist doch keine normale, übliche Sperrfrist.


Warum weiß ich nicht, ich kann nur vermuten. Und meine Vermutung bzgl. des hessischen V-Schutz ist, das die enger mit der rechten Szenen zusammen mit dem V-Schutz Thüringen verbandelt sind, als es richtig wäre.
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Dampflok94 » Di 17. Jul 2018, 13:10

Die Bundesanwaltschaft geht in einem Fall in Revision:
Die Bundesanwaltschaft will nun auch nur gegen ein einziges der fünf Urteile im NSU-Verfahren vorgehen - das gegen André Eminger. Dagegen will sie Revision einlegen, bestätigte eine Sprecherin des Generalbundesanwalts am Montag. Offenbar hält die Anklagebehörde die Einschätzung des Gerichts, Eminger habe nichts von den Taten des NSU gewusst, für nicht nachvollziehbar. Bliebe diese Einschätzung des Gerichts bestehen, wäre die Strafverfolgung gegen weitere NSU-Unterstützer de facto vorbei.

Quelle

Ich bin ja mal gespannt, ob außer Beate Z. jemand von den Angeklagten in Revision gehen wird.
Leute kauft mehr Dampflokomotiven!!!
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Tomaner » Mi 18. Jul 2018, 09:46

Boracay hat geschrieben:(16 Jul 2018, 22:36)

Du meinst die Menschen die wie Christian Klar bis heute nicht bereuen, bedauern oder sonstwas sonder nach wie vor auf ihre Taten Stolz sind und um deren Wohl die Linke sich sehr bemüht?



Das darfst du nicht falsch verstehen. Für mich ist das was Zschäpe getan ekelhaft und eigentlich nur mit Folter + Tot angemessen zu bestrafen, auch wenn ich nicht glaube dass sie wirklich an den Morden aktiv mitgewirkt hat. Mitglied einer Terrorzelle zu sein und den Tod von Familievätern zu billigen gehört zu den Taten die ich mit dem Tod bestrafen würde. Das gilt allerdings auch für den Bin-Laden Leibwächter um dessen Wohl die Linke ja sehr sehr besorgt ist.



Die Frage mit der Anwesenheit am Tatort ist nicht die die mich an der Richtigkeit des Urteils zweifeln lässt. Sondern dass irgendein Nachweis einer Tatbeteidigung vorliegen müsste. Statt dessen wird die Brandstiftung, der Einwurf des Videos und ihr Zusammenleben dafür herangezogen. Wirklich???


Woher weißt du, dass Christian Klar zum heutigen Zeit, noch Stolz auf seinen Taten ist? Dichtest du dies ihn an oder hast du dazu Quelle? Denn er äußert sich öffentlich dazu gar nicht. Im Prinzip hat man die RAF aufgelöst und damit entfällt auch die Ideologie die dahinter steckte. Würde man die gleiche Ideologie weiterhin unterstützen, hätte man sie doch nicht aufgelöst. Im wesentlichen ist es doch genau der Unterschied von RAF zu Rechtsradikalen Terroristen, RAF standen vor Gericht zu ihrer Ideologie von damals, während es die meisten Rechten nicht tun. Die RAF hat sich also mit ihrer Ideologie fortlaufend auseinandergesetzt und verfolgt diese nicht mehr, was eben gleichbedeutend mit umdenken ist. Nimmt man dagegen Rechtsradikale, wo ist da eine Auseinandersetzung mit ihrer Ideologie und welche Veränderung dazu soll es gegeben haben? Was nutzt es, wenn Rechtsradikale anscheinend ihre Tat bereuen, aber es gar keine Veränderung zur eigenen Ideologie gibt.
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Orbiter1 » Mi 18. Jul 2018, 12:31

Der Waffenbeschaffer Ralf Wohlleben ist aus der Haft entlassen worden. Da kann er ja mit seinen früheren Kumpels von der NPD Thüringen ein schönes Fest feiern und sich überlegen was er als nächstes machen wird um Deutschland von Migranten zu befreien. Oder er besucht mal die Zeugen die gegen ihn ausgesagt haben. Quelle: https://amp.dw.com/de/nsu-waffenbeschaf ... a-44720508
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Ebiker » Mi 18. Jul 2018, 16:49

So funktioniert Rechtsstaat, obs dir nun gefällt oder nicht.
Eines Tages werden Millionen Menschen die südliche Hemisphäre verlassen, um in der nördlichen Hemisphäre einzufallen. Und sie werden sie erobern, indem sie sie mit ihren Kindern bevölkern.
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon zollagent » Mi 18. Jul 2018, 16:51

Orbiter1 hat geschrieben:(18 Jul 2018, 13:31)

Der Waffenbeschaffer Ralf Wohlleben ist aus der Haft entlassen worden. Da kann er ja mit seinen früheren Kumpels von der NPD Thüringen ein schönes Fest feiern und sich überlegen was er als nächstes machen wird um Deutschland von Migranten zu befreien. Oder er besucht mal die Zeugen die gegen ihn ausgesagt haben. Quelle: https://amp.dw.com/de/nsu-waffenbeschaf ... a-44720508

Na, so einfach wirds ihm sicher nicht gemacht werden. Der steht weiterhin unter Beobachtung.
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Vongole » Mi 18. Jul 2018, 17:03

Orbiter1 hat geschrieben:(18 Jul 2018, 13:31)

Der Waffenbeschaffer Ralf Wohlleben ist aus der Haft entlassen worden. Da kann er ja mit seinen früheren Kumpels von der NPD Thüringen ein schönes Fest feiern und sich überlegen was er als nächstes machen wird um Deutschland von Migranten zu befreien. Oder er besucht mal die Zeugen die gegen ihn ausgesagt haben. Quelle: https://amp.dw.com/de/nsu-waffenbeschaf ... a-44720508


Sehr treffende Kommentare eine Nebenklage-Anwältin dazu:

"Rechtsextreme werden das als Ermutigung verstehen"
Ralf Wohlleben gilt als wichtiger Unterstützer des NSU. Nun ist er wieder in Freiheit, zumindest vorerst. Nebenklage-Anwältin Doris Dierbach zeigt dafür wenig Verständnis - und spricht eine Warnung aus.

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/n ... 19053.html
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Boracay » Mi 18. Jul 2018, 21:04

Tomaner hat geschrieben:(18 Jul 2018, 10:46)

Woher weißt du, dass Christian Klar zum heutigen Zeit, noch Stolz auf seinen Taten ist?


Klar, gefragt zum Thema „Schuldbewusstsein und Reuegefühle“:

„In dem politischen Raum, vor dem Hintergrund von unserem Kampf sind das keine Begriffe.“
„Aber es könnten persönlich doch Begriffe sein, die Bedeutung haben, wegen der Opfer? […]“
„Ich überlasse der anderen Seite ihre Gefühle und respektiere die Gefühle, aber ich mache sie mir nicht zu eigen.


Das ist extrem ekelhaft, vor allem weil sich die Linke sehr im dieses ekelhafte Schwein sorgt, der weiterhin im linksextremen Millieu aktiv ist.

Wie würdest du dich als Opferfamilie diese ekelhaften Schlächters fühlen wenn sich die Politik ständig um das Wohl eines solchen Schweins bemüht??
Er ist ein Star mit dem sich die Linkspartei schmücken möchte.

Dichtest du dies ihn an oder hast du dazu Quelle? Denn er äußert sich öffentlich dazu gar nicht. Im Prinzip hat man die RAF aufgelöst und damit entfällt auch die Ideologie die dahinter steckte.


Du meinst also Linksextreme die den bewaffneten Kampf wollen gibt es nicht mehr?
Was ist denn das für schwachsinniges Gelaber? Natürlich gibt es eine breite Unterstüzung für Gewalt im linken Millieu, schau dir doch einfach mal eine G8 Gipfel oder eine NPD Demo an.
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon zollagent » Do 19. Jul 2018, 09:16

Tomaner hat geschrieben:(18 Jul 2018, 23:43)

Diese Aussagen sind 17 Jahre her. Was ekelhaften Schlächter betrifft, weiß niemand außer den Beteiligten selbst wer überhaupt gemodrdet hat. Klar war an den Taten beteiligt, aber es ist nicht bekannt ob er selbst gemordet hat.

Das spielt so wenig eine Rolle wie bei Beate Zschäpe. Sie wußten von den Taten, haben sie mit vorbereitet, die Ausführung unterstützt, ergo sind sie genau so schuldig wie die, die den Abzug durchgezogen haben.
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Jekyll » Do 19. Jul 2018, 10:23

Marmelada hat geschrieben:(14 Jul 2018, 00:45)

Staatsaffäre NSU: 10 Morde, von Aufklärung keine Spur? (Einleitung und Vortrag)
https://www.youtube.com/watch?v=tVr-mE4KHcU

Staatsaffäre NSU: 10 Morde, von Aufklärung keine Spur? (Podiumsdiskussion)
https://www.youtube.com/watch?v=FDTyHvL4jAY

Staatsaffäre NSU: 10 Morde, von Aufklärung keine Spur? (Publikumsfragen)
https://www.youtube.com/watch?v=0eLjtqrNn7A

In dem zweiten verlinkten Video (Podiumsdiskussion) erzählt der türkischstämmige Anwalt ab 36:40, der die (deutsche) Witwe eines der NSU-Mordopfer vertrat, dass sogar gegen ihn ermittelt wurde. D. h. nicht nur die Opfer bzw. deren Angehörige wurden dezent kriminalisiert, sondern auch deren Anwalt. Eines der vielen Abartigkeiten in Zusammenhang mit dem NSU-Fall.
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Tomaner » Do 19. Jul 2018, 10:56

zollagent hat geschrieben:(19 Jul 2018, 10:16)

Das spielt so wenig eine Rolle wie bei Beate Zschäpe. Sie wußten von den Taten, haben sie mit vorbereitet, die Ausführung unterstützt, ergo sind sie genau so schuldig wie die, die den Abzug durchgezogen haben.

Damit hab ich ja kein Problem und es ist so wie es ist. Es ging ja um den Begriff "Schlächter" , der angewendet wurde, und der ist weder für Klar noch für Tschäpe so zutreffend. Mal im wörtlichen Sinn genommen, ist ja wohl die Verkäuferin an der Wursttheke keine Schlächterin, sondern die im Schlachthof. Selbst wenn die Verkäuferin davon das dies gemacht wird, lebt.
Dann ich jedenfalls verstehe unter einem "Schlächter" der willkürlich eine bestimmte Menge an Leuten umbringt, wie etwa im Krieg eine Dorfgemeinschaft aus Racheakt, einen genzen Volksstamm oder wie bei einen Amoklauf. Die RAF hat aber kaum willkürlich gemordet, sondern gezielt. So dürfte bei Schleyer zum Beispiel, dessen SS Vergangenheit eine Rolle gespielt haben. RAF Terror dürfte sich schon wesentlich von rechten Terror oder IS Terror unterscheiden. RAF zielte relativ genau auf denen ab, die sie als Feind ansahen, während bei IS maximaler Schaden, egal wenn es trifft, an erster Stelle steht. Auch Rechte verwenden Nagelbomben oder wie auf Oktoberfest Bomben, die willkürlich auf jeden abzielen.

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