Der NSU-Prozess

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HugoBettauer
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon HugoBettauer » Fr 14. Okt 2016, 07:33

Folxfeindt hat geschrieben:(14 Oct 2016, 07:46)

die nazi-uwes werden ihre pädophilen neigungen vor zschäpe verborgen haben.

Klar, die haben sich ja in ihrem Kleinbus und ihrer Versteckwohnung kaum gesehen.
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Yossarian
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Yossarian » Fr 14. Okt 2016, 08:08

Zunder hat geschrieben:(13 Oct 2016, 23:35)

Mehr Informationen:

"Der Bayreuther Oberstaatsanwalt Herbert Potzel dementierte gegenüber dem SPIEGEL, dass die DNA am Skelett des Mädchens gefunden worden sei. Die Spur sei auf einem Gegenstand festgestellt worden, der am Fundort der sterblichen Überreste lag. Nach Informationen des SPIEGEL handelt es sich um ein Stück Stoffdecke.

Die Hintergründe sind noch unklar. Auch eine Verunreinigung der DNA-Probe sei theoretisch denkbar, wie der SPIEGEL aus Ermittlerkreisen erfuhr: Das Skelett von Peggy und die Leiche Böhnhardts seien im gleichen rechtsmedizinischen Institut untersucht worden."

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/u ... 16557.html

Da könnte die Luft der Sensation ziemlich schnell entwichen sein.


Ohje, das wird wieder eine peinliche Nummer.
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Kaventsmann » Fr 14. Okt 2016, 10:01

Das ist alles ein schlechter Witz.

Also: An sämtlichen mutmaßlichen "NSU"-Tatorten fand sich keinerlei Böhnhardt-DNA. Das scheint in den Augen der Behörden aber nicht gegen seine Schuld in sämtlichen Fällen zu sprechen. Da könnte man ja jetzt im Umkehrschluss ja folgern...

Es ist jedenfalls eine Klasse Gelegenheit, einen weiteren unbequemen Fall zu begraben. Nachdem es nicht geklappt hat, einen wehrlosen Behinderten dauerhaft als Täter zu "überführen" kann man es jetzt ja mal mit einer Leiche probieren. Ich denke anders als für den Ulvi gründet sich für den Uwe keine Bürgerinitiative.

Ach ja und bevor es jetzt wieder los geht: Ich halte die Uwes nicht für unschuldig und deren Ableben wäre mir reichlich egal, würde es nicht so viele Fragen aufwerfen.

Gerade wenn man an das Wattestäbchen-Phantom von Heilbronn denkt (das übrigens hervorragend geeignet war, alle anderen Ermittlungsrichtungen abzubinden), dann müssen hier bei jedem selbstdenkenden Menschen alle Verarschungs-Warnlampen angehen.
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Amtsschimmel » Fr 14. Okt 2016, 16:52

Kaventsmann hat geschrieben:(12 Oct 2016, 10:54)


Wenn man sich die Befragungen in den U-Ausschüssen mal genauer anguckt, dann erkennt man schnell, dass der Prozess in München teilweise wohl von völlig falschen Voraussetzungen ausgeht, die uns allerdings als gesicherte Erkenntnisse verkauft werden. Das ist irreführend und macht mir große Sorgen, denn so darf ein Rechtstaat, so dürfen Ermittlungsbehörden einfach nicht handeln! Einen kleinen Einblick in das Grauen erhält man zum Beispiel in diesem Artikel von Thomas Moser:

http://www.heise.de/tp/artikel/48/48506/1.html


Ich kann die Behauptungen dort nicht bewerten, aber wenn Journalisten über Strafprozesse schreiben, sollte man das mit Vorsicht genießen. Oft ist mangelndes juristisches, kriminologisches und prozessuales Verständnis der Grund für einen Justiz-"Skandal" und nicht die Justiz selbst.
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon MoOderSo » Fr 14. Okt 2016, 17:07

War wohl nicht nur die gleiche Pathologie:
Denn Wolfgang Geier, der bei der Suche nach dem Entführer von Peggy eine Soko leitete, war auch einer der maßgeblichen Ermittler in einem der ersten NSU-Morde. Geiers Soko war nicht nur mit dafür verantwortlich, dass mit dem behinderten Ulvi K. der falsche Täter inhaftiert worden war. Geier hatte auch die Soko „Bosporus“ geleitet, die die Täter der Migrantenmorde fälschlicherweise im türkischen Mafia-Milieu vermutete. In beiden Fällen war außerdem der bayerische Profiler Alexander Horn eingesetzt worden, um nach dem mutmaßlichen Täter zu fahnden.
https://www.welt.de/politik/deutschland ... Naehe.html
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Jekyll » Fr 14. Okt 2016, 21:22

HugoBettauer hat geschrieben:(14 Oct 2016, 07:32)

Erstaunlich, dass die Frau Schäpe sich dazu nicht eingelassen hat bei ihrer "umfassenden Reue", die sie der Öffentlichkeit präsentiert seit kurzem.
Erstaunlich auch, dass die Behörden nicht auch in dieser Richtung mit aller Konsequenz ermittelt haben (parallel zu den Ermittlungen wegen Terrorismus). Eine stinknormale Terror-Gruppe waren sie wohl nicht.
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon HugoBettauer » Sa 15. Okt 2016, 07:37

Jekyll hat geschrieben:(14 Oct 2016, 22:22)

Erstaunlich auch, dass die Behörden nicht auch in dieser Richtung mit aller Konsequenz ermittelt haben (parallel zu den Ermittlungen wegen Terrorismus). Eine stinknormale Terror-Gruppe waren sie wohl nicht.

Ursprünglich gingen die Behörden in eine andere Richtung: "Dönermorde", "Türkenmafia", "Milieukonflikte".
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Wasteland » Sa 15. Okt 2016, 12:02

Eine Kontamination der Proben in Bezug auf den Fall Peggy wird inzwischen ausgeschlossen. Diese Geschichte ist echt unglaublich.
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon yogi61 » Sa 15. Okt 2016, 12:04

Wasteland hat geschrieben:(15 Oct 2016, 13:02)

Eine Kontamination der Proben in Bezug auf den Fall Peggy wird inzwischen ausgeschlossen. Diese Geschichte ist echt unglaublich.


Richtig, das ist unglaublich und es lässt vermuten, dass das jetzt schon völlig überforderte Gericht demnächst mit der Sache überhaupt nicht mehr klarkommt.
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Kaventsmann » Mo 17. Okt 2016, 08:46

Amtsschimmel hat geschrieben:(14 Oct 2016, 17:52)

Ich kann die Behauptungen dort nicht bewerten, aber wenn Journalisten über Strafprozesse schreiben, sollte man das mit Vorsicht genießen. Oft ist mangelndes juristisches, kriminologisches und prozessuales Verständnis der Grund für einen Justiz-"Skandal" und nicht die Justiz selbst.


Mit dem oftmals mangelnden Verständnis haben Sie natürlich nicht Unrecht. Es ko... mich an, wie viel wir in unseren "Qualitätsmedien" über Zschäpes Outfit, Auftreten, Alkoholkonsum etc. lesen mussten, weil man den tatsächlich wichtigen Fragen offensichtlich nicht gewachsen ist, oder aber damit behördlichen Unmut auf sich ziehen würde. Die "Hintergrundgespräche" der Bundesanwaltschaft mit Journalisten zur Eindämmung missliebiger Berichterstattung sollen ja legendär sein.

Wie auch immer, der von mir oben verlinkte Beitrag bezieht sich nicht auf den Prozess, sondern auf den Untersuchungsausschuss des Bundestags. Das Fehlen von "NSU"-DNA an allen zu verhandelnden Tatorten wird im Prozess m.W. nicht mal thematisiert. U.a. das meinte ich mit den falschen Voraussetzungen, von denen man ausgeht.

Weder beim Untersuchungsausschuss noch beim Prozess können wir uns auf die Berichterstattung wirklich verlassen. Wenn man sie kritisch aufnimmt und selbst mitdenkt kriegt man aber m.E. schon mit, dass die Sache von vorn bis hinten stinkt. Und diese Erkenntnis halte ich für essentiell, denn wir wollen keine Untertanen sein, oder?
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Kaventsmann » Mo 17. Okt 2016, 09:07

HugoBettauer hat geschrieben:(15 Oct 2016, 08:37)

Ursprünglich gingen die Behörden in eine andere Richtung: "Dönermorde", "Türkenmafia", "Milieukonflikte".
Das Denken in Klischees ist auch bei der Polizei oft tiefsitzend.


In der Rolle des Verteidigers der Polizei fühle ich mich etwas fremd, aber zu deren Ehrenrettung muss gesagt werden: Es gab anfangs keine Hinweise auf Terrorismus und es konnten tatsächlich verschiedene Bedrohungssituationen der Opfer im Vorfeld der Tat belegt werden. Belegt durch Zeugen, nicht erfunden von irgendwelchen rechten Cops. Dadurch, dass zudem alle Opfer der Ceska-Serie Kleinunternehmer waren, ist der dominante Ermittlungsansatz ins "Geschäftliche" bzw. Finanzielle doch verständlich und basierte eben nicht ausschließlich auf einem Klischee. Übrigens stießen damals brav alle Medien ins selbe "Döndermord"-Horn. Die selben Medien, die uns heute gerne den Dreier-NSU mit nicht belegten Tatsachenbehauptungen verkaufen. Das ist alles mit Vorsicht zu genießen.

Der eigentliche Skandal war für mich, dass man teils die Familienangehörigen der Tat verdächtigte. Das ist kompletter Schwachsinn: Entweder hat man eine bundesweite Mordserie, oder eine Familientat. Beides geht nicht. Vermutlich wollte man so den Aussagedruck auf die Angehörigen erhöhen. Äußerst grenzwertig.

Was die Opfer-Auswahl betrifft bin ich allerdings bis heute nicht davon überzeugt, dass diese "zufällig" erfolgte. Zuletzt häuften sich ja die Hinweise, dass der "NSU"-Komplex auch Berührungspunkte zu Organisierten Kriminalität aufweist. Mit der angeblichen Böhnhardt-Spur im Fall Peggy könnte da ja jetzt Bewegung rein kommen.
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Jekyll » Mo 17. Okt 2016, 17:24

Es wird immer krasser:

"Anwältin im Fall Peggy: „Mutter war dem Islam zugewandt“"
Ob es tatsächlich einen an Peggys Mutter adressierten „Hassbrief“ aus der Neonaziszene gibt und das die Verbindung zum NSU ist, wollte Hoyer weder dementieren noch bestätigen. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet. Es sei wahr, dass der damalige Lebensgefährte der Mutter Türke war und ihre Mandantin sich dem Islam zugewandt habe. Sie habe auch ein Kopftuch getragen, sagte Hoyer. Offen ließ die 43-Jährige, ob sie tatsächlich auch konvertiert sei. „Dazu kann ich keine Angaben machen“, sagte sie.
http://www.schwaebische.de/panorama/panorama-aktuell_artikel,-Anwaeltin-im-Fall-Peggy-Mutter-war-dem-Islam-zugewandt-_arid,10546491.html
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Yossarian » Do 27. Okt 2016, 11:24

Yossarian hat geschrieben:(13 Oct 2016, 20:18)

Zu schräg, tippe auf Kontaminierte Qtips.


Überraschung.
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/p ... 18516.html

Kein Qtip sondern ein kontaminierter Meterstab.

Da haben sich große Teile unserer Presse mal wieder übelst blamiert... wie zu erwarten war.
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon yogi61 » Do 27. Okt 2016, 13:18

Yossarian hat geschrieben:(27 Oct 2016, 12:24)

Überraschung.
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/p ... 18516.html

Kein Qtip sondern ein kontaminierter Meterstab.

Da haben sich große Teile unserer Presse mal wieder übelst blamiert... wie zu erwarten war.


Wenn das zutrifft, haben sich noch ganz andere Experten blamiert.
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Wasteland » Do 27. Okt 2016, 14:03

Warum wurde dann zwischenzeitlich eine Kontamination ausgeschlossen?
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Dampflok94 » Fr 28. Okt 2016, 07:13

Wasteland hat geschrieben:(27 Oct 2016, 15:03)

Warum wurde dann zwischenzeitlich eine Kontamination ausgeschlossen?

Wer geht schon davon aus, daß er Fehler gemacht hat.
Leute kauft mehr Dampflokomotiven!!!
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Wildermuth » Fr 28. Okt 2016, 07:18

Irgendein rupfen in der nähe eines fundortes wäre auch kein besonders starkes indiz, auch bei garantiert echter dna. Natürlich muss man auch so einer spur nachgehen. ERstaunlich erscheint mir, dass die Kipos auf zschäpes rechner nie ein gegenstand der untersuchung oder anklage waren. Kuscheljustiz. Typisch. Jack, übernehmen Sie!
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Yossarian » Fr 28. Okt 2016, 07:25

Na weil gegen Tote nicht ermittelt wird.
Wenn ich einen Vogel sehe der wie eine Ente watschelt und wie eine Ente schwimmt und wie eine Ente quakt dann nenne ich ihn eine Ente. Und wenn der Vogel dementiert eine Ente zu sein ist es eine russische Ente.
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Wildermuth » So 6. Nov 2016, 03:08

Yossarian hat geschrieben:(28 Oct 2016, 08:25)

Na weil gegen Tote nicht ermittelt wird.


Natürlich wird auch gegen tote ermittelt. Fälle müssen aufgeklärt werden. Wie stellst du dir das denn vor?

Was viele nicht wissen:
unabhängig vom fall jenny, bei "kontaktleuten" der nsu wurde verwicklung in zwangsprostitution und pädosex nachgewiesen.

Was der nsu bisher vorgeworfen wird, ist offenbar nur die spitze des eisbergs.
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Marmelada » Mo 14. Nov 2016, 22:39

Wasteland hat geschrieben:(27 Oct 2016, 15:03)

Warum wurde dann zwischenzeitlich eine Kontamination ausgeschlossen?
Wenn das mit der Kontamination zuträfe, würde das bedeuten, dass der Stab 2011 kontaminiert verstaut und jetzt, 2016, ungereinigt wieder verwendet wurde. Diese Story halte ich nicht für glaubhaft. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass eine mögliche Verbindung von Böhnhardt zu Peggy sehr wohl gegeben ist:

https://www.welt.de/politik/deutschland ... randt.html
Dabei ist auch Tino Brandt, der ehemalige Chef des Thüringer Heimatschutzes, in dem auch Uwe Böhnhardt aktiv war, weiter in den Blickpunkt der Ermittler gerückt. Brandt war jahrelang V-Mann des Landesamtes für Verfassungsschutz und half trotzdem Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe, als diese 1998 aus ihrer Heimatstadt Jena nach Sachsen flohen. Von dort aus sollen Mundlos und Böhnhardt als Mitglieder des NSU mit der Hilfe von Zschäpe zehn Morde begangen haben.

Brandt wurde Ende 2014 zu einer fünfeinhalbjährigen Haftstrafe verurteilt, weil er minderjährige Jungen missbraucht und gegen Provision an andere Männer zum Sex vermittelt hatte. Er geriet auch deswegen ins Visier der Ermittler, weil der Fundort der Leiche von Peggy genau auf halbem Weg zwischen seinem Wohnort Rudolstadt und seinem damaligen Arbeitsplatz im fränkischen Coburg liegt.

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