Der NSU-Prozess

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Daylight
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Der NSU-Prozess

Beitragvon Daylight » Sa 6. Apr 2013, 12:50

Der Prozess
beginnt am 17. April vor dem 6. Strafsenat des OLG München, Schwurgerichtssaal A 101, wo auch schon dem Kriegsverbrecher Demjanjuk, Formel-1-Boss Bernie Ecclestone und dem Fußballer Breno der Prozess gemacht wurde.

Angeklagt: NSU-Mitglied Beate Zschäpe sowie neun weitere Beschuldigte in diesem Verfahren.
Neben der Staatsanwaltschaft stehen 70 Nebenkläger, 60 Anwälte.
370 Zeugen sind zur Vernehmung eingeplant, daneben sind weitere Zeugen, bestellt durch die Anwälte der Beklagten, zu erwarten.
Der seitens Strafkammer erstellte Zeitplan sieht vor, die Zeugenvernehmungen von 24. April bis 27. November durchzuführen, nachdem ab 18.04., nach der Verlesung der Anklageschrift, zunächst B. Zschäpe verhört werden soll. Ob diese eine Aussage macht, wird abzuwarten bleiben.

Dieser Strang soll uns Gelegenheit geben, diesen international beobachteten und bereits im Vorfeld belasteten Prozess zu begleiten, Raum für Diskussionen über Inhalte des Prozesses bieten, jeweils aktuelle Informationen über den Verlauf enthalten.

Ist der Zeitplan der Strafkammer realistisch?
Wird Zschäpe wegen mehrfachen Mordes verurteilt?
Kommt es zu weiteren Verurteilungen?
Wird der 6. Strafsenat seiner Aufgabe gerecht werden?

http://www.tagesspiegel.de/politik/rech ... 26974.html
Zuletzt geändert von Daylight am Sa 6. Apr 2013, 13:31, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon John Galt » Sa 6. Apr 2013, 13:10

Das zeigt nur mal wieder wie dumm und ineffizient der Staat ist.

Alles wird 10mal durchgekaut. Aber ist ja nicht ihr Geld, da kann man ruhig mal ein paar Millionen für dumme Nazis verplempern.
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Wasteland » Sa 6. Apr 2013, 13:13

John Galt » Sa 6. Apr 2013, 14:10 hat geschrieben:Das zeigt nur mal wieder wie dumm und ineffizient der Staat ist.

Alles wird 10mal durchgekaut. Aber ist ja nicht ihr Geld, da kann man ruhig mal ein paar Millionen für dumme Nazis verplempern.


Nennt sich Rechtsstaat und Rechtssicherheit. Beides gäbe es ohne Staat nicht (logisch).
Da kauft man sich das dann.
Zuletzt geändert von Wasteland am Sa 6. Apr 2013, 13:13, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon John Galt » Sa 6. Apr 2013, 13:18

Wasteland » Sa 6. Apr 2013, 13:13 hat geschrieben:
Nennt sich Rechtsstaat und Rechtssicherheit. Beides gäbe es ohne Staat nicht (logisch).
Da kauft man sich das dann.


Der NSU-Käse wurde mittlerweile schon 3mal durchgekaut. Da braucht man natürlich noch mal 100 Prozesstage um so eine kleine Nazibraut hinter Gitter zu stecken. Natürlich muss man 370 Zeugen hören. Hoffentlich hat man ihren Friseur dabei nicht vergessen, ansonsten droht Revision.
Zuletzt geändert von John Galt am Sa 6. Apr 2013, 13:20, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon JJazzGold » Sa 6. Apr 2013, 13:22

John Galt » Sa 6. Apr 2013, 14:10 hat geschrieben:Das zeigt nur mal wieder wie dumm und ineffizient der Staat ist.

Alles wird 10mal durchgekaut. Aber ist ja nicht ihr Geld, da kann man ruhig mal ein paar Millionen für dumme Nazis verplempern.



Quote Daylight

Betreff des Beitrags: Re: Kein Platz für Türken im NSU-ProzessVerfasst: Sa 6. Apr 2013, 14:02


Auf welcher Seite stehen sie eigentlich? Auf Seiten eines Rechtsstaates oder was?

Unquote
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon John Galt » Sa 6. Apr 2013, 13:24

JJazzGold » Sa 6. Apr 2013, 13:22 hat geschrieben:

Quote Daylight

Betreff des Beitrags: Re: Kein Platz für Türken im NSU-ProzessVerfasst: Sa 6. Apr 2013, 14:02


Auf welcher Seite stehen sie eigentlich? Auf Seiten eines Rechtsstaates oder was?

Unquote


Auf Seiten des Rechtsstaates natürlich. 370 Zeugen sind nicht genug, da droht Revision. Man sollte alle 82.000.000 Bürger als Zeugen hören.

60 Anwälte für eine Nazibraut sind natürlich auch nicht genug, das müssen mindestens 88 sein.
Zuletzt geändert von John Galt am Sa 6. Apr 2013, 13:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Alexyessin » Sa 6. Apr 2013, 13:25

John Galt » Sa 6. Apr 2013, 14:18 hat geschrieben:
Der NSU-Käse wurde mittlerweile schon 3mal durchgekaut. Da braucht man natürlich noch mal 100 Prozesstage um so eine kleine Nazibraut hinter Gitter zu stecken. Natürlich muss man 370 Zeugen hören. Hoffentlich hat man ihren Friseur dabei nicht vergessen, ansonsten droht Revision.


Und das zu Recht. Wir sind ein Rechtsstaat, auch wenn das der Hansi immer wieder gerne vergisst.
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Daylight » Sa 6. Apr 2013, 13:26

John Galt » Sa 6. Apr 2013, 14:24 hat geschrieben:
Auf Seiten des Rechtsstaates natürlich. 370 Zeugen sind nicht genug, da droht Revision. Man sollte alle 82.000.000 Bürger als Zeugen hören.

60 Anwälte für eine Nazibraut sind natürlich auch nicht genug, das müssen mindestens 88 sein.

Es gibt 10 Angeklagte. Und Anwälte der Nebenkläger.
Zuletzt geändert von Daylight am Sa 6. Apr 2013, 13:27, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon John Galt » Sa 6. Apr 2013, 13:27

Alexander Reither » Sa 6. Apr 2013, 13:25 hat geschrieben:
Und das zu Recht. Wir sind ein Rechtsstaat, auch wenn das der Hansi immer wieder gerne vergisst.


Soso, 60 Anwälte für den Angeklagten, natürlich gesponsert vom Steuerzahler und 370 Zeugen sind also Standard im Rechtsstaat. Na dann gute Nacht Genosse.
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Daylight » Sa 6. Apr 2013, 13:28

John Galt » Sa 6. Apr 2013, 14:27 hat geschrieben:
Soso, 60 Anwälte für den Angeklagten, natürlich gesponsert vom Steuerzahler und 370 Zeugen sind also Standard im Rechtsstaat. Na dann gute Nacht Genosse.

Nein. s.o.
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon John Galt » Sa 6. Apr 2013, 13:28

Daylight » Sa 6. Apr 2013, 13:26 hat geschrieben:Es gibt 10 Angeklagte. Und Anwälte der Nebenkläger.


"Neben der Staatsanwaltschaft stehen 70 Nebenkläger, 60 Anwälte auf Seiten der Angeklagten."
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Daylight » Sa 6. Apr 2013, 13:31

John Galt » Sa 6. Apr 2013, 14:28 hat geschrieben:
"Neben der Staatsanwaltschaft stehen 70 Nebenkläger, 60 Anwälte auf Seiten der Angeklagten."

Ich mag mich irren, zumindest handelt es sich um insgesamt 10 Beklagte und 60 Anwälte. So die Angaben. Ich nehme an, dass ein Teil der 60 Anwälte an der Seite der Nebenkläger stehen.
Ich ändere diese Angabe im E-Beitrag, um weiteren Missverständnissen vorzubeugen.
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Chruschtschow » Sa 6. Apr 2013, 13:36

Der NSU-Prozess ist ein sehr wichtiger Prozess für das Zusammenleben in der Gesellschaft.
Entscheidend ist was am Ende bei rauskommt.
Die Brisanz darin ist ua., daß ein Urteil getroffen werden muß, daß nationales und internationales Recht versöhnt,
dh.Zuwanderern und Einheimischen gerecht wird und das ist weiß Gott nicht einfach.
Die Härte und Konspirativität der Verbrechen stellen dabei die Alltagskomponente in dem Verfahren da.

Selbst Frankreich mit sieben Mio. Muslimen bei einer Bevölkerung von 65 Mio. hat diese
Brutalität nicht gezeigt gegenüber Muslimen, obwohl diese dort, wenn man so will näher lag.

Eine weitere Relevanz macht die Wahrnehmung aus im Kontext, um den Kampf gegen den vermeintlichen Internationalen
Terrorismus. Das heißt es ist ein Prozess, der vor allem um Muslime handelt und im Größeren eingelagert ist im Thema Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.
Dadurch können sich viele mit diesem Gerichtsverfahren identifizieren, sowohl Opfer als auch Täter.
Er ist auch ein Präzedenzfall, da es rassistisch motivierte Morde seit Jahrzehnten gibt, diese jedoch jetzt ganz bewußt
angeklagt werden. Er ist in der Relevanz einem Nürnberger Prozess annähernd gegenüberzustellen.
Jedoch entwickelt er sein neuartiges spezifisches Druckmoment auf das Nachkriegsdeutschland, welches dabei ist seine Nachkriegsschuldaufarbeitung abzuschließen.
Zuletzt geändert von Chruschtschow am Sa 6. Apr 2013, 13:38, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Zunder » Sa 6. Apr 2013, 13:40

Daylight » Sa 6. Apr 2013, 13:31 hat geschrieben:Ich mag mich irren, zumindest handelt es sich um insgesamt 10 Beklagte und 60 Anwälte. So die Angaben. Ich nehme an, dass ein Teil der 60 Anwälte an der Seite der Nebenkläger stehen.
Ich ändere diese Angabe im E-Beitrag, um weiteren Missverständnissen vorzubeugen.

"Angesichts von fünf Angeklagten mit zwölf Verteidigern, mehr als 70 Nebenklägern mit etwa 60 Anwälten und vermutlich mindestens drei Vertretern der Bundesanwaltschaft sind selbst bei vermeintlich weniger wichtigen Zeugen unzählige Fragen zu erwarten."
http://www.tagesspiegel.de/politik/rechtsextremismus/nsu-prozess-in-muenchen-370-zeugen-70-nebenklaeger-60-anwaelte/8026974.html
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Muninn » Sa 6. Apr 2013, 13:44

Daylight » Sa 6. Apr 2013, 12:50 hat geschrieben:Der Prozess
beginnt am 17. April vor dem 6. Strafsenat des OLG München, Schwurgerichtssaal A 101, wo auch schon dem Kriegsverbrecher Demjanjuk, Formel-1-Boss Bernie Ecclestone und dem Fußballer Breno der Prozess gemacht wurde.

Angeklagt: NSU-Mitglied Beate Zschäpe sowie neun weitere Beschuldigte in diesem Verfahren.
Neben der Staatsanwaltschaft stehen 70 Nebenkläger, 60 Anwälte.
370 Zeugen sind zur Vernehmung eingeplant, daneben sind weitere Zeugen, bestellt durch die Anwälte der Beklagten, zu erwarten.
Der seitens Strafkammer erstellte Zeitplan sieht vor, die Zeugenvernehmungen von 24. April bis 27. November durchzuführen, nachdem ab 18.04., nach der Verlesung der Anklageschrift, zunächst B. Zschäpe verhört werden soll. Ob diese eine Aussage macht, wird abzuwarten bleiben.

Dieser Strang soll uns Gelegenheit geben, diesen international beobachteten und bereits im Vorfeld belasteten Prozess zu begleiten, Raum für Diskussionen über Inhalte des Prozesses bieten, jeweils aktuelle Informationen über den Verlauf enthalten.

Ist der Zeitplan der Strafkammer realistisch?
Wird Zschäpe wegen mehrfachen Mordes verurteilt?
Kommt es zu weiteren Verurteilungen?
Wird der 6. Strafsenat seiner Aufgabe gerecht werden?

http://www.tagesspiegel.de/politik/rech ... 26974.html



Frau Beate Zschäpe wegen Mordes verurteilen??? Wen hat die Dame denn ermordet? :?:
"Wer mich korrekterweise kritisiert, ist mein Lehrer. Wer mir fälschlich schmeichelt, ist mein Feind."

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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Alexyessin » Sa 6. Apr 2013, 13:47

John Galt » Sa 6. Apr 2013, 14:27 hat geschrieben:
Soso, 60 Anwälte für den Angeklagten, natürlich gesponsert vom Steuerzahler und 370 Zeugen sind also Standard im Rechtsstaat. Na dann gute Nacht Genosse.


Auch wenn du immer ein Problem mit diesem Staat hast - so funktioniert nunmal ein Rechtsstaat.
Willst du keinen Rechtsstaat? Dann sags halt.
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Chruschtschow » Sa 6. Apr 2013, 13:51

Da der Prozess tief in die deutsche Innenpolitik eingreift, wird er stark flankiert werden von der Rechten der BRD und wahrscheinlich auch dem europäischen Ausland.
Man sollte einige Hundertschaften der Polizei bereithalten.
Die Platzvergabe des sog. Windhundverfahrens scheint jetzt schon das Land zu spalten.
Ob der Prozess das Land auch spalten kann muß man auch abwarten.
Das wird ua. von der Art der Berichterstattung abhängen.
Wieviel Material/Bilder/Aussagen kommen an die Öffentlichkeit?
Welches Urteil wird es geben?
Wie äußert das Ausland sein Interesse?
Werden internationale Standards der Diplomatie eingehalten?

Protektionismus vs. offene Gesellschaft.
Regional vs global.
Recht vs. Unrecht.
fremd vs. einheimisch.
arm vs. reich.
..
..
..
.
.
.
..
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Sollten die Opfer nicht vom Münchner Recht rehabilitiert werden würden sie zu Märthyrern.
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Tantris » Sa 6. Apr 2013, 13:55

Chruschtschow » Sa 6. Apr 2013, 14:36 hat geschrieben:Der NSU-Prozess ist ein sehr wichtiger Prozess für das Zusammenleben in der Gesellschaft.
Entscheidend ist was am Ende bei rauskommt.
Die Brisanz darin ist ua., daß ein Urteil getroffen werden muß, daß nationales und internationales Recht versöhnt,
dh.Zuwanderern und Einheimischen gerecht wird und das ist weiß Gott nicht einfach.
Die Härte und Konspirativität der Verbrechen stellen dabei die Alltagskomponente in dem Verfahren da.

Morde, banküberfälle etc... das ist in allen kulturen ein verbrechen. Ich sehe da keine konflikte von nationalen und internationalem recht.

Selbst Frankreich mit sieben Mio. Muslimen bei einer Bevölkerung von 65 Mio. hat diese
Brutalität nicht gezeigt gegenüber Muslimen, obwohl diese dort, wenn man so will näher lag.

Es war ja auch nicht D, das die morde begangen hat. Und unter den opfern waren einige nicht-muslims, wie die deutsche polizisten oder der griechischstämmige blumenhändler.

Wenn du nach brutalität frankreichs gegenüber muslimen suchst, schau dir den algerienkrieg an! Dagegen wirkt selbst tschetschenien wie ein kindergeburtstag....


Eine weitere Relevanz macht die Wahrnehmung aus im Kontext, um den Kampf gegen den vermeintlichen Internationalen
Terrorismus. Das heißt es ist ein Prozess, der vor allem um Muslime handelt und im Größeren eingelagert ist im Thema Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

Nein. Er handelt von beate und ihren taten.Sie ist zwar auch keine kerndeutsche aber keine muslimin.


Dadurch können sich viele mit diesem Gerichtsverfahren identifizieren, sowohl Opfer als auch Täter.
Er ist auch ein Präzedenzfall, da es rassistisch motivierte Morde seit Jahrzehnten gibt, diese jedoch jetzt ganz bewußt
angeklagt werden. Er ist in der Relevanz einem Nürnberger Prozess annähernd gegenüberzustellen.
Jedoch entwickelt er sein neuartiges spezifisches Druckmoment auf das Nachkriegsdeutschland, welches dabei ist seine Nachkriegsschuldaufarbeitung abzuschließen.


Beate als albertine speer oder was? Nein... von dieser "relevanz" träumen die kameraden zwar, aber es ist war nunmal eine normale bande von verrückten serienmördern, deren gefährlichkeit nicht mit der nsdap von 1943 zu vergleichen ist.
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Daylight » Sa 6. Apr 2013, 13:56

Chruschtschow » Sa 6. Apr 2013, 14:36 hat geschrieben:Der NSU-Prozess ist ein sehr wichtiger Prozess für das Zusammenleben in der Gesellschaft.
Entscheidend ist was am Ende bei rauskommt.
Die Brisanz darin ist ua., daß ein Urteil getroffen werden muß, daß nationales und internationales Recht versöhnt,
dh.Zuwanderern und Einheimischen gerecht wird und das ist weiß Gott nicht einfach.
Die Härte und Konspirativität der Verbrechen stellen dabei die Alltagskomponente in dem Verfahren da.

Selbst Frankreich mit sieben Mio. Muslimen bei einer Bevölkerung von 65 Mio. hat diese
Brutalität nicht gezeigt gegenüber Muslimen, obwohl diese dort, wenn man so will näher lag.

Eine weitere Relevanz macht die Wahrnehmung aus im Kontext, um den Kampf gegen den vermeintlichen Internationalen
Terrorismus. Das heißt es ist ein Prozess, der vor allem um Muslime handelt und im Größeren eingelagert ist im Thema Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.
Dadurch können sich viele mit diesem Gerichtsverfahren identifizieren, sowohl Opfer als auch Täter.
Er ist auch ein Präzedenzfall, da es rassistisch motivierte Morde seit Jahrzehnten gibt, diese jedoch jetzt ganz bewußt
angeklagt werden. Er ist in der Relevanz einem Nürnberger Prozess annähernd gegenüberzustellen.
Jedoch entwickelt er sein neuartiges spezifisches Druckmoment auf das Nachkriegsdeutschland, welches dabei ist seine Nachkriegsschuldaufarbeitung abzuschließen.

Guter Beitrag.
Hinzu treten unzählige Ungereimtheiten deutscher Behörden im Zuge der Täterverfolgung und -Ermittlungen, geheimdienstliche Aktivitäten und Fehlleistungen, Aktenvernichtungen, Netzwerke u.v.m., welche diesen Prozess zu einem außergewöhnlichen Verfahren machen.
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Re: Der NSU-Prozess

Beitragvon Tantris » Sa 6. Apr 2013, 13:59

Muninn » Sa 6. Apr 2013, 14:44 hat geschrieben:

Frau Beate Zschäpe wegen Mordes verurteilen??? Wen hat die Dame denn ermordet? :?:


Wenn du über zehn jahre mitglied einer rassistischen serienmörderbande bist, mit den täter tisch und bett teilst, mit ihnen im untergrund lebst, sie logistisch unterstützt, wird dir der richter kaum glauben, wenn du sagst, du warst immer entschieden gegen die methoden deiner gruppe und hast die taten niemals unterstützt.

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