Ist unsere Demokratie in Gefahr?

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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon Senexx » Do 12. Jul 2018, 16:40

Selina hat geschrieben:(12 Jul 2018, 17:26)

Wer nicht blind durchs Leben läuft, sieht die "Herren" in diversen Kneipen sitzen und auf diversen Straßen grölen. Schließlich passiert es schon mal, dass man mal ein Ausflugslokal aufsucht oder die Straße entlangläuft. Kommt halt vor. Bei dir nicht? :D

Bei mir nicht, Ich weiß aber nicht, wo Sie leben.
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon Billie Holiday » Do 12. Jul 2018, 16:49

Selina hat geschrieben:(12 Jul 2018, 17:26)

Wer nicht blind durchs Leben läuft, sieht die "Herren" in diversen Kneipen sitzen und auf diversen Straßen grölen. Schließlich passiert es schon mal, dass man mal ein Ausflugslokal aufsucht oder die Straße entlangläuft. Kommt halt vor. Bei dir nicht? :D


Bei uns sehr sehr selten. S-H ist ja nicht der Osten. Ich sehe überwiegend am Herrentag Väter mit ihren Familien, auf Fahrradtour oder beim Eismann oder so. Ganz selten mal Jungs mit Bollerwagen. Nazigegröle geben die aber nicht von sich.
Tut mir leid, dass du in solch einem Umfeld lebst. Kennst dich ziemlich gut aus oder quasselst schlicht über Klischees.
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon Dark Angel » Do 12. Jul 2018, 17:22

Kritikaster hat geschrieben:(12 Jul 2018, 14:42)

Jetzt redest Du im Konjunktiv. Klang für mich vorher anders.

Da haben wir uns a) wohl mistverstanden oder b) schlicht aneinander vorbei geredet.

Meine Antwort: "wie zu DDR-Zeiten" gelle?

Bezog sich auf User Zollagents Aussage:
"Die "Allparteienkoalition" könnte man durchaus auch als Konsens der Demokraten bezeichnen."

Dass bei allen Parteien in allen Punkten Konsens herrscht, wird es nicht geben.
Koalitionen sind immer mit Kompromissen verbunden.
Eine Allparteienkoalition muss sich "zusammen raufen", muss Abstriche machen, den kleinsten gemeinsamen Nenner finden, um eine Krisensituation zu überwinden. Von einem allgemeinen Konsens ist das weit entfernt.
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon Dark Angel » Do 12. Jul 2018, 17:38

Selina hat geschrieben:(12 Jul 2018, 17:21)

Genau. Ich weiß auch nicht genau, wieso man nicht sehr rigide mit solchen Sätzen, wie zum Beispiel "die haben vergessen, dich zu vergasen", "warte nur, was wir mit dir anstellen, wen wir an der Macht sind" und dergleichen mehr, umgehen sollte. Und ob das nun über den normalen polizeilich-juristischen Weg (Anzeige, Ermittlungsverfahren, Anklage, Urteil) geht oder per zusätzlichem Netz-Gesetz aufgespürt und geahndet wird, ist doch wurscht. Hauptsache, es wird geahndet. Wüsste nicht, was diese Menschenverachtung mit Meinungsfreiheit zu tun haben sollte. Komisch: Über solche übelsten inhumanen Kommentare wird sich nicht aufgeregt, nur über ein Gesetz, das gegen so einen Dreck entwickelt worden ist. Klar steht die Meinungsfreiheit ganz oben auf der Prioritäten-Liste der bürgerlichen Freiheiten. Logisch. Trotzdem darf Menschenverachtung nicht Tür und Tor geöffnet werden. Und das passiert doch ständig.

In einem Rechtsstaat obliegt die Prüfung auf strafrechtliche Relevanz von Meinungsäußerungen der Judikative und nicht privaten Betreibern und noch viel weniger irgendwelchen Algorithmen, aber genau diese "Auslagerung" der Prüfung an private Betreiber und/oder Algorithmen erfolgt durch das NetzDG.
Und genau aus diesem Grund wurde die Bundesrepublik/die Bundesregierung durch den Sonderbeauftragten der UNO für freie Meinungsäußerung auch kritisiert.
Nicht irgendwelche Dritte haben zu entscheiden, welche Meinungsäußerung beleidigend oder rufschädigend sind, sondern Juristen und das auch nur auf Anzeige durch die Betroffenen.
Es haben eben nicht irgendwelche Dritte zu entscheiden, welche Aussagen menschenverachtend sind und welche nicht. Dafür gibt es gesetzliche Regelungen, für welche Juristen zuständig sind.
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon Dark Angel » Do 12. Jul 2018, 17:50

Billie Holiday hat geschrieben:(12 Jul 2018, 17:49)

Bei uns sehr sehr selten. S-H ist ja nicht der Osten. Ich sehe überwiegend am Herrentag Väter mit ihren Familien, auf Fahrradtour oder beim Eismann oder so. Ganz selten mal Jungs mit Bollerwagen. Nazigegröle geben die aber nicht von sich.
Tut mir leid, dass du in solch einem Umfeld lebst. Kennst dich ziemlich gut aus oder quasselst schlicht über Klischees.

Also bei uns in ST kenne ich auch keine Herrentagsparties mit Nazigegröle, das was du beschreibst, dafür um so öfter.
Niedlich finde ich immer, wenn zur Herren-/Männertagsparty "alle Männer und Männerinnen" eingeladen werden - ganz einfach zu fröhlichem Zusammensein. Und Kremserfahrten - bunt geschmückt - gibts bei uns viele. Zu etwas vorgerückter Stunde - so am späten Nachmittag - singen die auch mal schön falsch irgendwelche "unanständigen" Lieder, die jedoch mit Nazigegröle so gar nichts gemein haben.
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon Keoma » Do 12. Jul 2018, 18:35

Dark Angel hat geschrieben:(12 Jul 2018, 18:50)

Also bei uns in ST kenne ich auch keine Herrentagsparties mit Nazigegröle, das was du beschreibst, dafür um so öfter.
Niedlich finde ich immer, wenn zur Herren-/Männertagsparty "alle Männer und Männerinnen" eingeladen werden - ganz einfach zu fröhlichem Zusammensein. Und Kremserfahrten - bunt geschmückt - gibts bei uns viele. Zu etwas vorgerückter Stunde - so am späten Nachmittag - singen die auch mal schön falsch irgendwelche "unanständigen" Lieder, die jedoch mit Nazigegröle so gar nichts gemein haben.

Kommt darauf an - wenn man den Westerwald auch als solches bezeichnen will.
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 13. Jul 2018, 07:27

SirToby hat geschrieben:(12 Jul 2018, 15:55)

Die Herren und Damen vom rot-grünen Spektrum empfinden das genau so: Scheunentore einrennen und sich für seinen "Mut" feiern lassen. Der Mensch will halt ein Held sein, das steckt in uns allem drin.

Bei den Herrentagspartys heisst es: "Endlich sagt's mal einer!"

Bei den Linken heisst es Zivilcourage.

Der Unterschied zwischen den beiden Gruppen ist, dass letztere wesentlich mehr Sympathisanten im Bereich der Medien haben. Und das macht den Zeitgeist dann aus. Was sie aber trotzdem nicht daran hindert, sich als "gegen den Strom schwimmend" zu empfinden. Das ist so ein Beispiel:

https://www.zeit.de/politik/deutschland ... -interview

P.S.: es gab in der Welt vor einigen Jahren mal einen hervorragenden Artikel zum Thema; Wie alle stets glauben gegen den Mainstream zu schwimmen, leider finde ich ihn nicht mehr...


Ist auch nicht nötig. "Mut", "Zivilcourage", "Medien", "Heldentum" etc. pp. mich interessiert der ganze Psychoscheiß einfach nicht. Wenn ich in einem Politik-Forum teilnehme, will ich politische Analysen, politische Standpunkte, Meinungen, Richtungsvorschläge lesen. Es bleibt dabei: SIch über irgendeine "Deutungshoheit" oder über irgendeine Mainstream-Dominanz zu beschweren ist entweder jämmerliche Larmoyanz oder läuft am Ende auf die Forderung von Denkverboten hinaus. Wir habens doch gerade aktuell beim Nachbar Polen gesehen: Man hat es vor allem Intellektuellen und Künstlern angekreidet, dass man das Vaterland in irgendeinen Zusammenhang mit der Shoa bringt. So. Das soll man nicht tun. Und nun ist es halt verboten. Wenn Deutschland nicht so im Zentrum dieses Shoa-Verbrechen stünde .. ich glaube, inzwischen würde der angebliche Schuldkult auch hier staatlich verboten sein. "Mehr Sympathisanten im Bereich der Medien haben" ... was soll das denn heißen? Kauf dir einfach andere Medien. Es gibt in jede politische Richtung bis hin zu den Extremen genügend davon. Was willst Du? Was wollt Ihr? Was soll verboten werden?
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 13. Jul 2018, 07:46

Billie Holiday hat geschrieben:(12 Jul 2018, 17:49)
Bei uns sehr sehr selten. S-H ist ja nicht der Osten. Ich sehe überwiegend am Herrentag Väter mit ihren Familien, auf Fahrradtour oder beim Eismann oder so. Ganz selten mal Jungs mit Bollerwagen. Nazigegröle geben die aber nicht von sich.
Tut mir leid, dass du in solch einem Umfeld lebst.

Na mal gut, dass in Schleswig-Holstein nur gebildete Menschen leben und es nicht irgendwelche Klischee-Vorstellungen über den sogenannten Osten gibt ...

Die "Herrentagsparty" habe ich selbst ins Spiel gebracht. Und bei denen, die ich mitgemacht habe, gabs überhaupt kein "Nazigegröle" sondern einfach nur die Art von gesellschaftlicher Hassvergiftung, die man auch bei Bassam Tibi, bei Thilo Sarrazin, bei der Achse des Guten, bei Vera Lengsfeld usw. findet.

Empfehlung: "Herd. Heimat. Hass. Erkundungen auf den Nachttischen der neuen Rechten". Vierteiliger Essay zum Thema. https://www.deutschlandfunk.de/herd-hei ... _id=412525

Sage niemand, er stehe irgendwie allein da mit einer neurechten Anschauung. Im Gegenteil. Der Beifall wird ihm sicher sein!
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon Dark Angel » Fr 13. Jul 2018, 08:23

schokoschendrezki hat geschrieben:(13 Jul 2018, 08:27)

Ist auch nicht nötig. "Mut", "Zivilcourage", "Medien", "Heldentum" etc. pp. mich interessiert der ganze Psychoscheiß einfach nicht.

Das glaube ich dir auf's Wort. Du kreist ja um dich selbst, fühlst dich nirgendwo zugehörig und willst dich auch nirgendwo zugehörig fühlen. Was interessiert diech da auch Zivilcourage oder Mut oder Heldentum.
Weißt du - es gibt Menschen, die beweisen tagtäglich Mut, sind die "Helden des Alltags". Jeder Angehörige der Freiwilligen Feuerwehren beweist Mut, ist ein Held, wenn er in ein brennendes Haus geht, um Menschen zu retten!
Alle die freiwilligen Helfer, die aktuell in ST gegen die verheerenden Waldbrände kämpfen, die mithelfen ganze Ortschaften zu retten, beweisen Zivilcourage.
Interessiert dich nicht, du bist nur Zuschauer - geht dir am A**** vorbei.
Alle die Menschen, die 2002 beim großen Hochwasser mit geholfen haben, haben Zivilcourage und Mut bewiesen, viele von ihnen sind über sich selbst hinaus gewachsen - waren Helden.
Ohne Zusammenhalt, Gemeinschaftsgefühl funktioniert dergleichen nicht. Das interessiert jemanden wie dich allerdings nicht, ist nur Psychoscheiß.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 13. Jul 2018, 08:31

Dark Angel hat geschrieben:(13 Jul 2018, 09:23)

Das glaube ich dir auf's Wort. Du kreist ja um dich selbst, fühlst dich nirgendwo zugehörig und willst dich auch nirgendwo zugehörig fühlen. Was interessiert diech da auch Zivilcourage oder Mut oder Heldentum.
Weißt du - es gibt Menschen, die beweisen tagtäglich Mut, sind die "Helden des Alltags". Jeder Angehörige der Freiwilligen Feuerwehren beweist Mut, ist ein Held, wenn er in ein brennendes Haus geht, um Menschen zu retten!
Alle die freiwilligen Helfer, die aktuell in ST gegen die verheerenden Waldbrände kämpfen, die mithelfen ganze Ortschaften zu retten, beweisen Zivilcourage.
Interessiert dich nicht, du bist nur Zuschauer - geht dir am A**** vorbei.
Alle die Menschen, die 2002 beim großen Hochwasser mit geholfen haben, haben Zivilcourage und Mut bewiesen, viele von ihnen sind über sich selbst hinaus gewachsen - waren Helden.
Ohne Zusammenhalt, Gemeinschaftsgefühl funktioniert dergleichen nicht. Das interessiert jemanden wie dich allerdings nicht, ist nur Psychoscheiß.

"Psychoscheiß" ist für mich lediglich die Larmoyanz bzw. die verdeckte Forderung nach Meinungsfreiheitsabschaffung, die hinter diesem "Deutungshoheits"-Vorwurf steckt.

Und ganz grundsätzlich die Skepsis gegenüber emotionalen Aufladungen und ihren medialen Instrumentalisierungen. Nein. Ich mache nicht mit und blicke mit Verachtung auf diese "Sommermärchen" und ESC-Feiern. Daraus zu schlussfolgern, ich interessierte mich nur für mich selbst, ist allerdings falsch und völlig unbegründet.
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon Dark Angel » Fr 13. Jul 2018, 08:50

schokoschendrezki hat geschrieben:(13 Jul 2018, 08:46)

Na mal gut, dass in Schleswig-Holstein nur gebildete Menschen leben und es nicht irgendwelche Klischee-Vorstellungen über den sogenannten Osten gibt ...

Die "Herrentagsparty" habe ich selbst ins Spiel gebracht. Und bei denen, die ich mitgemacht habe, gabs überhaupt kein "Nazigegröle" sondern einfach nur die Art von gesellschaftlicher Hassvergiftung, die man auch bei Bassam Tibi, bei Thilo Sarrazin, bei der Achse des Guten, bei Vera Lengsfeld usw. findet.

Empfehlung: "Herd. Heimat. Hass. Erkundungen auf den Nachttischen der neuen Rechten". Vierteiliger Essay zum Thema. https://www.deutschlandfunk.de/herd-hei ... _id=412525

Sage niemand, er stehe irgendwie allein da mit einer neurechten Anschauung. Im Gegenteil. Der Beifall wird ihm sicher sein!

Wow, ausgerechtet Bassam Tibi - dem Schüler Ardornos und Horkheimers - unterstellst du " gesellschaftliche Hassvergiftung".
Es ist also gesellschaftliche Hassvergiftung", wenn jemand die Augen nicht vor der Realität verschließt, wenn er vor gesellschaftlichen Verwerfungen warnt?
Es ist also "gesellschaftliche Hassvergiftung", wenn der Herausgeber der Jüdischen Rundschau feststellt, dass Antisemitismus/antisemitische Übergriffe in ihrer Mehrheit nicht dem rechten Spektrum zuzuordnen sind.

Wer beansprucht denn jetzt die Deutungshohheit darüber, was Hass ist?
Wer will denn jetzt über das NetzDG Verbote mittels Zensur durchsetzen?
Wer will denn eigentlich Meinungen, die der linken PC entgegen stehen, verbieten?

DU hast doch gerade selbst die Steilvorlage gegeben, indem du Bassam Tibi "gesellschaftliche Hassvergiftung" unterstellst und ihn damit diffamierst, DU hast doch gerade die Steilvorlage gegeben, was du von Meinungsfreiheit hälst und wie du zur Demokratie stehst.

"Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, daß Sie sie äußern dürfen." (Voltaire)

Sollten sich alle die, dick einrahmen, die anderslautende Meinungen als "gesellschaftliche Hassvergiftung" diffamieren und damit unterbinden wollen.
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon Tom Bombadil » Fr 13. Jul 2018, 08:57

Dark Angel hat geschrieben:(13 Jul 2018, 09:50)

Wow, ausgerechtet Bassam Tibi - dem Schüler Ardornos und Horkheimers - unterstellst du " gesellschaftliche Hassvergiftung".

Und der Witz an der Sache ist, dass die Unterstellung der "gesellschaftlichen Hassvergiftung" selbstverständlich nicht als "verdeckte Forderung nach Meinungsfreiheitsabschaffung" angesehen wird. Doppelmoral ist in diesen Kreisen eben auch weit verbreitet.
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon Dark Angel » Fr 13. Jul 2018, 09:14

schokoschendrezki hat geschrieben:(13 Jul 2018, 09:31)

"Psychoscheiß" ist für mich lediglich die Larmoyanz bzw. die verdeckte Forderung nach Meinungsfreiheitsabschaffung, die hinter diesem "Deutungshoheits"-Vorwurf steckt.

Siehe unten ==> Toms Beitrag.
Du kriegst deine eigene Bigotterie gar nicht mit.
DU bist doch derjenige mit der verdeckten Forderung nach Abschaffung der Meinungsfreiheit - Stichwort "gesellschaftliche Hassvergiftung", die du jedem unterstellst, der eine andere Meinung vertritt, als die der PC.

Sigmar Gabriel Hat recht, wenn er schreibt:
"Vom französischen Philosophen Alain Finkielkraut ist eine gute Definition von „politischer Korrektheit“ überliefert: „Nicht sehen wollen, was zu sehen ist“. So verstanden ist political correctness also weder ein zivilisierter Sprachgebrauch noch ist die Kritik an ihr gleichzusetzen mit der Missachtung gesellschaftlicher Normen und Wertvorstellungen. Sondern es geht um Wirklichkeitsverweigerung."
Quelle


Alle die dieser Wirklichkeitsverweigerung nicht folgen, sondern reale geselsschaftliche und politische Phänomene beim Namen nennen, diffamierst DU als "gesellschaftliche Hassvergifter"

schokoschendrezki hat geschrieben:(13 Jul 2018, 09:31)Und ganz grundsätzlich die Skepsis gegenüber emotionalen Aufladungen und ihren medialen Instrumentalisierungen. Nein. Ich mache nicht mit und blicke mit Verachtung auf diese "Sommermärchen" und ESC-Feiern. Daraus zu schlussfolgern, ich interessierte mich nur für mich selbst, ist allerdings falsch und völlig unbegründet.

Ach ja?
Was meinst du, wie "emotional aufgeladen" man ist, wenn man Sandsäcke schleppt, weil Deiche zu brechen drohen, wenn die Gefahr besteht, dass ganze Stadteile überschwemmt und eine ganze Stadt droht, von der Außenwelt abgeschnitten zu werden?
Für dich ist das also "Intrumentalisierung", wenn Medien darüber berichten, wenn sie versuchen die Stimmung einzufangen, wenn sie über die Helfer berichten und deren Mut und Zivilcourage loben, wenn Journalisten vor Ort von dieser "emotionalen Aufladung" angesteckt werden.
Du hast wirklich keine Ahnung, warst selbst nie in einer solchen Situation!
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon relativ » Fr 13. Jul 2018, 09:19

SirToby hat geschrieben:(12 Jul 2018, 15:55)

Die Herren und Damen vom rot-grünen Spektrum empfinden das genau so: Scheunentore einrennen und sich für seinen "Mut" feiern lassen. Der Mensch will halt ein Held sein, das steckt in uns allem drin.

Eigentlich ist der Mensch ein "Fluchttier", nur seine höhere Intelligenz macht im zum Raubtier. Fragt sich nur wovor extreme Menschen flüchten wollen.
Bei den Herrentagspartys heisst es: "Endlich sagt's mal einer!"

Bei den Linken heisst es Zivilcourage.

Du siehts bei rechten Parolen und "linker" Zivilcourage keinen Unterschied?
Der Unterschied zwischen den beiden Gruppen ist, dass letztere wesentlich mehr Sympathisanten im Bereich der Medien haben. Und das macht den Zeitgeist dann aus. Was sie aber trotzdem nicht daran hindert, sich als "gegen den Strom schwimmend" zu empfinden. Das ist so ein Beispiel:

https://www.zeit.de/politik/deutschland ... -interview

Wenn die Zeit einen O-Ton von Martin Schulz wieder gibt , sympathisiert sie also eher mit Links? Darauf muss man erstmal kommen.
Ne sorry, aber das sind Verschwörungstheorien, denn in Deutschland gibt es min. genausoviel konservative Medien , wie es linke Medien gibt. Die größste deutsche Tageszeitung ist z.B. so ein konservatives Blatt
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon Marmelada » Fr 13. Jul 2018, 09:33

Tom Bombadil hat geschrieben:(13 Jul 2018, 09:57)

Und der Witz an der Sache ist, dass die Unterstellung der "gesellschaftlichen Hassvergiftung" selbstverständlich nicht als "verdeckte Forderung nach Meinungsfreiheitsabschaffung" angesehen wird. Doppelmoral ist in diesen Kreisen eben auch weit verbreitet.
Fun Fact: Wegen Sarrazin bzw. dem Umgang mit seinen Parolen hat sich Deutschland eine offizielle Rüge der UNO gefangen, wegen Verstoßes gegen das UNO-Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Rassendiskriminierung.

http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 95208.html

Es sollte im Rahmen der Meinungsfreiheit möglich sein, Predigten wie die von Sarrazin als demokratiegefährdend einzustufen.
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 13. Jul 2018, 09:37

Tom Bombadil hat geschrieben:(13 Jul 2018, 09:57)

Und der Witz an der Sache ist, dass die Unterstellung der "gesellschaftlichen Hassvergiftung" selbstverständlich nicht als "verdeckte Forderung nach Meinungsfreiheitsabschaffung" angesehen wird. Doppelmoral ist in diesen Kreisen eben auch weit verbreitet.

Ich nenne sie "Hassvergifter" weil ich es so sehe und weil das im Rahmen der Meinungsfreiheit auch statthaft ist. Ich versuche das auch sachlich zu begründen. So gut es mir eben gelingen mag. Schluss. Ich weiß absolut nicht, was ihr eigentlich wollt. Dass man das nicht sagen oder denken darf? "Hassvergifter" ist kein gutes Wort, nein. Es ist aber auch nicht gut gemeint. Was ich nicht und keineswegs behaupte: Dass diese so als politische Gegner dargestellten Richtungen mich daran hindern, das so zu formulieren. Tun sie nicht. Sie können noch so viel Zustimmung ernten und noch so viele Follower irgendwo haben. Im Leben käme ich nicht auf die Idee, nach dem Motto "Mama, die wollen nicht mit mir spielen" von irgendeiner "Deutungshoheitsinanspruchnahme" zu faseln. Ich will ja eben gar nicht mit denen spielen,
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon Dark Angel » Fr 13. Jul 2018, 09:44

relativ hat geschrieben:(13 Jul 2018, 10:19)

Eigentlich ist der Mensch ein "Fluchttier", nur seine höhere Intelligenz macht im zum Raubtier. Fragt sich nur wovor extreme Menschen flüchten wollen.

Der Mensch war zu keiner Zeit seiner Evolution ein Fluchttier! Wo haste denn den Unsinn her?

relativ hat geschrieben:(13 Jul 2018, 10:19)]
Du siehts bei rechten Parolen und "linker" Zivilcourage keinen Unterschied?

Da gibt es keinen Unterschied! Beide Formen von "Zivilcourage" sind strafrechtlich relevant, richten sich gegen unsere Demokratie!

relativ hat geschrieben:(13 Jul 2018, 10:19)Wenn die Zeit einen O-Ton von Martin Schulz wieder gibt , sympathisiert sie also eher mit Links? Darauf muss man erstmal kommen.
Ne sorry, aber das sind Verschwörungstheorien, denn in Deutschland gibt es min. genausoviel konservative Medien , wie es linke Medien gibt. Die größste deutsche Tageszeitung ist z.B. so ein konservatives Blatt

Ja womit soll sie denn sonst sympathisieren?
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon relativ » Fr 13. Jul 2018, 09:51

Dark Angel hat geschrieben:(13 Jul 2018, 10:44)

Der Mensch war zu keiner Zeit seiner Evolution ein Fluchttier! Wo haste denn den Unsinn her?

Ich habe doch erklärt, warum er kein Fluchttier mehr ist. :?:
Da gibt es keinen Unterschied! Beide Formen von "Zivilcourage" sind strafrechtlich relevant, richten sich gegen unsere Demokratie!

Von welchen Formen redest du hier? Linker Extremismus ist wohl kaum eine Form der "Zivilcourage".
Der Kampf gegen Rechts kann es aber sein.

Ja womit soll sie denn sonst sympathisieren?
"Die Zeit" - ein konservatives Medium - das war einmal!

Haust du so ein blödsinn eigentlich bewusst in die Tasten, oder muss man dafür was einnehmen?
Zuletzt geändert von relativ am Fr 13. Jul 2018, 10:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon Tom Bombadil » Fr 13. Jul 2018, 10:04

Marmelada hat geschrieben:(13 Jul 2018, 10:33)

Fun Fact

Der fact wird noch funnier, wenn man sich ansieht, welche Staaten in diesem Ausschuss vertreten sind :D
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Re: Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Beitragvon Tom Bombadil » Fr 13. Jul 2018, 10:08

schokoschendrezki hat geschrieben:(13 Jul 2018, 10:37)

Ich nenne sie "Hassvergifter" weil ich es so sehe und weil das im Rahmen der Meinungsfreiheit auch statthaft ist.

Beschwerst dich aber wohl, wenn man dir nachweist, dass du damit die Deutungshoheit in der Debatte an dich reißen willst, das ist dann für dich nicht mehr im Rahmen der Meinungsfreiheit statthaft.
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