Werden pflegende Angehörige vom Staat allein gelassen?

In diesem Forum werden Themen rund um die sozialen Sicherungsysteme diskutiert.
Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Arbeitslosengeld 2 (HartzIV), Rentenversicherung, Sozialgesetzbuch.

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Kölner1302
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Werden pflegende Angehörige vom Staat allein gelassen?

Beitragvon Kölner1302 » Fr 9. Nov 2018, 13:37

Die typische Situation in Deutschland ist folgende:

2 Elternteile leben in einer Kleinstadt in irgendeiner Provinz (Dort hatten sie günstig bauen können). Die Kinder zogen den Jobs hinterher und leben weiter weg.
Die Eltern werden älter und der Vater stirbt. Die Mutter ist nun allein in dem Dorf, die Kinder weit weg.
Nun wird die Mutter langsam alt und krank.

Die Kinder wollen sich um ihre Mutter kümmern.
Sie erhalten jedoch weder lang genug Urlaub noch einen ausreichenden finanziellen Ausgleich um ihre Miete weiter bezahlen zu können.
Grundsätzlich gibt es zwar bis zu 6 Monate unbezahlten Sonderurlaub zur Pflege von Angehörigen, jedoch nur 10 Tage bezahlten Urlaub um ein Heim oder eine Pflegedienst zu suchen.
Und was ist, wenn die Mama einfach nur krank ist und kein Pflegefall?

Kürzlich habe ich diese Krankheitssituation mithilfe von Telearbeit gemeistert. D.h. ich habe meinen Büroarbeitsplatz mitgenommen zu meiner Mama und konnte dann von einem zentralen Platz arbeiten und sehen was in der Wohnung passiert.
Das Problem bestand darin, dass sie plötzlich ohnmächtig wurde und stürzte. Da ich nun vor Ort war, konnte ich aufpassen und hatte ich außerhalb der Arbeitszeiten auch Zeit, sie zum Arzt zu fahren. Außerdem konnte ich hierfür halbe Tage Urlaub nehmen.

Ich finde, Arbeitnehmer, die sich um kranke Angehörige kümmern, sollten einen Anspruch auf Telearbeit und stundenweise Urlaub haben, außerdem sollten sog. Kernanwesenheitszeiten soweit wie möglich aufgehoben werden.

Kommt es zum Pflegefall, dann stellen viele erschrocken fest, dass es sehr lange Wartezeiten bei den Pflegeheimen gibt. Viele Angehörige wissen dann nicht mehr, wie sie diese Wartezeit überbrücken sollen.
Hier müssten eigentlich die Daten aus Volkszählungen etc. darauf hinweisen, dass es zu wenig Heime gibt und sie besonders in den Großstädten gefördert werden müssen.

Erhalten Angehörige mehr als 1 Monat keinen Lohn z.B. wegen Pflegebedingter Auszeit, verlieren sie ihren Krankenversicherungsschutz. Sie müssen dann die komplette Krankenversicherung freiwillig bezahlen, und das kann sehr teuer werden. Wenn sie von dieser Regelung überrascht werden und werden krank, schon erst recht.
Hier fehlen entsprechende Regelung im SGB V.

Bei der Rente zählt die Pflege von kranken Eltern auch nicht.
Nachbesserung im SGB XI wäre vonnöten.

Das Pflegegeld (gibt s nur im Pflegefall) ist, wenn der Angehörige hilft, zu gering um die Miete in der Großstadt weiter bezahlen zu können. Es reicht ja noch nicht einmal, um den Pflegedienst zu bezahlen. Das Pflegegeld müsste erheblich aufgestockt werden.
Die Wohnverhältnisse in den Großstädten ermöglichen die Aufnahme von Angehörigen zur Pflege in der Regel nicht. Der Vermieter müsste auch nicht zustimmen. Eine Mietenpause oder eine Pause bei den Bankraten gibt s schon mal gar nicht.
Hier könnte mietrechtlich nachgebessert werden und beim Wohngeldgesetz ein neuer Anspruch eingesetzt werden.

Für die Fahrten zum Wohnsitz der Eltern entstehen massive Fahrtkosten. Man muss sich ein Auto zulegen, was man in einer Großstadt gar nicht gebrauchen kann und für das es auch keine kostenlosen Parkplätze gibt.
Aber in den ländlichen Regionen gibt es fast gar keinen ÖPNV und deshalb dauert die Anreise ohne Auto zu lange.
Hat jmd schon seit mehr als 7 Jahren kein Auto mehr, muss er sich meistens wieder wie ein Anfänger versichern - auch wenn er Car-Sharing genutzt hatte.
Auch hier fehlt eine gesetzliche Regelung!

Bei Aufnahme in eine Pflegeeinrichtung sind nach Abzug der Pflegeversicherung noch netto 3000 € !!! netto monatliche Eigenbeiträge zu den Kosten zu zahlen.
Viele können das nur mithilfe des Sozialamts leisten - aber das Sozialamt holt sich jeden Cent beim Hilfesuchenden und den Angehörigen zurück. Auch sind die Bearbeitungszeiten der Sozialämter sehr lang.
WARUM sind die Heimentgelte SO HOCH? Hier wäre eine staatliche Kontrollinstanz nötig.

Die Staatskassen sind voll.
Aktuell kommt es zu Steuererleichterungen - ohne dass die o.g. Probleme von Massen von Familien angepackt wurden...
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Re: Werden pflegende Angehörige vom Staat allein gelassen?

Beitragvon Klopfer » Sa 10. Nov 2018, 18:42

Deine Analyse ist korrekt. Aber du musst doch einsehen dass es viel wichtiger ist dass die Eliten daran verdienen. Da müssen Angehörige und Pfleglinge eben etwas leiden. Spahn wird das schon richten, richtig, das war Zynismus. Ekelhaft was in diesem Land abläuft. Sämtliche "Volksvertreter" buckeln nur noch vor Reichen und Wirtschaft. Kein Wunder dass Rattenfänger wie die AFD immer mehr Land gewinnen. Ein Berufslobbyist wie Merz wird sein Übriges tun.
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Re: Werden pflegende Angehörige vom Staat allein gelassen?

Beitragvon Alpha Centauri » Sa 10. Nov 2018, 19:10

Klopfer hat geschrieben:(10 Nov 2018, 18:42)

Deine Analyse ist korrekt. Aber du musst doch einsehen dass es viel wichtiger ist dass die Eliten daran verdienen. Da müssen Angehörige und Pfleglinge eben etwas leiden. Spahn wird das schon richten, richtig, das war Zynismus. Ekelhaft was in diesem Land abläuft. Sämtliche "Volksvertreter" buckeln nur noch vor Reichen und Wirtschaft. Kein Wunder dass Rattenfänger wie die AFD immer mehr Land gewinnen. Ein Berufslobbyist wie Merz wird sein Übriges tun.



Richtig,Zustimmung, :thumbup: sieht man auch was Pflege ( die Arbeit mit und an Menschen ist weniger wert als Arbeit mit und an Maschinen,Robotern, Computern usw. so eine Einstellung sagt viel über die Gesellschaft als solche aus und dass ist nichts Gutes) -in diesen Land wert ist,nämlich nicht viel ( Für so einen Lohn würde kein Profi Kicker oder Wirtschaftslobbyist morgens auf stehen).

Aber die Spatzen hierzulande pfeifen es ja von allen Dächern: " Wir leben in der besten aller möglichen Welten".
Zuletzt geändert von Alpha Centauri am Sa 10. Nov 2018, 23:31, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Werden pflegende Angehörige vom Staat allein gelassen?

Beitragvon Skull » Sa 10. Nov 2018, 19:14

Alpha Centauri hat geschrieben:(10 Nov 2018, 19:10)

Aber die Spatzen hierzulande pfeifen es ja bon allen. Dächern: " Wir leben.in.der beszen.aller möglichen Welten".

Wie war es denn früher ?

So um 1950 ? oder 1900' ? oder 1850 ?

Erzähl mal, wie das früher (besser) funktionierte.

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Re: Werden pflegende Angehörige vom Staat allein gelassen?

Beitragvon Betrachter » Sa 10. Nov 2018, 19:15

Der Staat lässt niemanden allein- was man schon daran sieht, wie er seine Sozialialleistungen organisiert. er geht einfach davon aus, dass die von ihm bevorzugte Wirtschaftsweise jede Menge Armut erzeugt. Die braucht es auch für das nationale Wachstum an Geldreichtum. Statt sich also über die "Verfehlungen" des Staates zu ärgern, sollte man lieber ermitteln, was Staatsinteressen sind.
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Re: Werden pflegende Angehörige vom Staat allein gelassen?

Beitragvon Betrachter » Sa 10. Nov 2018, 19:18

Alpha Centauri hat geschrieben:(10 Nov 2018, 19:10)

Richtig,Zustimmung, :thumbup: sieht man auch was Pflege ( die Arbeit mit und an Menschen ist weniger wert als Arbeit mit und an Maschinen,Robotern, Computern usw. so eine Einstellung sagt viel über die Gesellschaft als solche aus und dass ist nichts Gutes) -in diesen Land wert ist,nämlich nicht viel ( Für so einen Lohm würde kein Profi Kicker oder Wirtscjafzslobbyist morgens auf stehen).

Aber die Spatzen hierzulande pfeifen es ja bon allen. Dächern: " Wir leben.in.der beszen.aller möglichen Welten".


Tatsächlich glauben sehr viele Leute das. Und sie verweisen ständig auf "früher und anderswo war und ist es schlimmer". Man findet immer etwas, was noch schlimmer ist- statt sich daran zu orientieren, was mit einer hocheffektiven Wirtschaft an Wohlstand für alle möglich ist.
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Re: Werden pflegende Angehörige vom Staat allein gelassen?

Beitragvon Skull » Sa 10. Nov 2018, 19:23

Betrachter hat geschrieben:(10 Nov 2018, 19:18)

statt sich daran zu orientieren, was mit einer hocheffektiven Wirtschaft an Wohlstand für alle möglich ist.

Lass mich raten, die übliche einfache Verteilungslogik.

Einfach (alles) anders und besser verteilen und alle Probleme sind gelöst.
Und Du wirst bestimmt aufzeigen können wie...

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Re: Werden pflegende Angehörige vom Staat allein gelassen?

Beitragvon Klopfer » Sa 10. Nov 2018, 19:28

Skull hat geschrieben:(10 Nov 2018, 19:14)

Wie war es denn früher ?

So um 1950 ? oder 1900' ? oder 1850 ?

Erzähl mal, wie das früher (besser) funktionierte.

mfg

Früher erfolgte die Pflege oft im Familienverband, den hat man aber zu Gunsten der Wünsche der Wirtschaft geopfert.
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Re: Werden pflegende Angehörige vom Staat allein gelassen?

Beitragvon Skull » Sa 10. Nov 2018, 19:31

Klopfer hat geschrieben:(10 Nov 2018, 19:28)

Früher erfolgte die Pflege oft im Familienverband, den hat man aber zu Gunsten der Wünsche der Wirtschaft geopfert.

Kannst Du das mal erklären ?

Die Wünsche der Wirtschaft ? :?:

mfg
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Re: Werden pflegende Angehörige vom Staat allein gelassen?

Beitragvon Klopfer » Sa 10. Nov 2018, 19:31

Skull hat geschrieben:(10 Nov 2018, 19:23)

Lass mich raten, die übliche einfache Verteilungslogik.

Einfach (alles) anders und besser verteilen und alle Probleme sind gelöst.
Und Du wirst bestimmt aufzeigen können wie...

mfg

Was hast du für Vorschläge? Mehr Freiheit, mehr Eigenveranwortung, mehr Privatisierung? Was?
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Re: Werden pflegende Angehörige vom Staat allein gelassen?

Beitragvon Klopfer » Sa 10. Nov 2018, 19:34

Skull hat geschrieben:(10 Nov 2018, 19:31)

Kannst Du das mal erklären ?

Die Wünsche der Wirtschaft ? :?:

mfg

Wurde schon vom Strangeröffner erklärt, Angehörige die der Arbeit hinterherziehen, Stichwort Flexibilität. Aber warum wusste ich dass du das schon wusstest?
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Re: Werden pflegende Angehörige vom Staat allein gelassen?

Beitragvon Skull » Sa 10. Nov 2018, 19:35

Klopfer hat geschrieben:(10 Nov 2018, 19:31)

Was hast du für Vorschläge? Mehr Freiheit, mehr Eigenveranwortung, mehr Privatisierung? Was?

Hä ?

Ich habe weder etwas kritisiert, noch etwas gefordert.

Ich habe lediglich mal ein paar (merkwürdige) Aussagen hinterfragt.

Diejenigen, die HIER vollmundig behaupten und fordern...sollten vielleicht mal was "vorschlagen". :D

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Re: Werden pflegende Angehörige vom Staat allein gelassen?

Beitragvon Bielefeld09 » Sa 10. Nov 2018, 19:43

Klopfer hat geschrieben:(10 Nov 2018, 19:28)

Früher erfolgte die Pflege oft im Familienverband, den hat man aber zu Gunsten der Wünsche der Wirtschaft geopfert.

Bitte wer ist geopfert worden?
Und von wem?
Wer über Pflege spricht,
der spricht auch über menschliche Möglichkeiten der Angehörigen.
Wer über Pflege spricht,
der weiss auch,
das unterstützende Pflege im Umfeld auch Geld kostet.
Und es gibt Politiker, die auch an diesem Problem arbeiten.
Und ja, es gibt auch pflegende Angehörige.
die durch das System gut unterstützt werden.
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: Werden pflegende Angehörige vom Staat allein gelassen?

Beitragvon imp » Sa 10. Nov 2018, 22:40

Klopfer hat geschrieben:(10 Nov 2018, 19:28)

Früher erfolgte die Pflege oft im Familienverband, den hat man aber zu Gunsten der Wünsche der Wirtschaft geopfert.

Nicht jeder kann und will seine Angehörigen pflegen, viele Alte haben auch keine lebenden Nachkommen mehr oder diese sind selbst nicht mehr in der Lage, die körperliche und psychische Belastung zu schultern. Es ist auch nicht jedes Zuhause für die Pflege geeignet.

Viele moderne Alte wollen auch viel lieber in einer Senioren-WG oder betreutem Wohnen mit den schwindenden Kräften und Fähigkeiten klarkommen als im altmodischen Vorstadthaus, das sich oft für altersgerechten Umbau nur bedingt eignet.

Aber was stören einen schon die Befindlichkeiten von jung und alt, wenn man ein wenig gegen die Pflegeberufe schimpfen kann.
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Re: Werden pflegende Angehörige vom Staat allein gelassen?

Beitragvon Alpha Centauri » Sa 10. Nov 2018, 23:29

Skull hat geschrieben:(10 Nov 2018, 19:14)

Wie war es denn früher ?

So um 1950 ? oder 1900' ? oder 1850 ?

Erzähl mal, wie das früher (besser) funktionierte.

mfg



Habe ich irgendetwas von früher geschrieben,was zu hinterfragen ist gut aber mal selbst alternative Lösungsansätze zu präsentieren wäre nicht schlecht, oder regelt dass auch wieder der Markt selbst?
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Re: Werden pflegende Angehörige vom Staat allein gelassen?

Beitragvon Alpha Centauri » Sa 10. Nov 2018, 23:35

Betrachter hat geschrieben:(10 Nov 2018, 19:18)

Tatsächlich glauben sehr viele Leute das. Und sie verweisen ständig auf "früher und anderswo war und ist es schlimmer". Man findet immer etwas, was noch schlimmer ist- statt sich daran zu orientieren, was mit einer hocheffektiven Wirtschaft an Wohlstand für alle möglich ist.


Naja dass mir dem " früher war alles viel schlimmer" und " woanders geht es den Menschen noch schlechter" sind ja keine Argumente um ( politische, ökonomische oder soziale) Missstände eben hier und jetzt schön zu reden
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Re: Werden pflegende Angehörige vom Staat allein gelassen?

Beitragvon Skull » So 11. Nov 2018, 03:14

Alpha Centauri hat geschrieben:(10 Nov 2018, 23:35)

Naja dass mir dem " früher war alles viel schlimmer" und " woanders geht es den Menschen noch schlechter"
sind ja keine Argumente um ( politische, ökonomische oder soziale) Missstände eben hier und jetzt schön zu reden

WER redet denn WAS schön ?

Alpha Centauri hat geschrieben:(10 Nov 2018, 23:29)

Habe ich irgendetwas von früher geschrieben,was zu hinterfragen ist gut

aber mal selbst alternative Lösungsansätze zu präsentieren wäre nicht schlecht, oder regelt dass auch wieder der Markt selbst?

Was sind denn Deine -alternativen- Lösungsansätze ?

Du bist ja einer derjenigen, der dem Threaderöffner (in seiner Kritik und Forderungen) zustimmt.

Berücksichtige aber bitte, das die Gesellschaft (ja ebenfalls punktuell) finanzielle Mittel für
-Infrastruktur
-Gesundheit
-Rente
-Bildung
-Militär
-Sicherheit
-internationlae Verpflichtungen
-Integration
-Schuldendienst
-Ökologie
-Energiewende
-Entwicklingshilfe
-...

fordert. Wo sollen also diese zweistelligen Milliardenbeträge mal x herkommen ?

Sich einen Punkt herauszusuchen, die Kassen sind voll, zu rufen
...und sich dann morgen dem nächsten Punkt zu widmen...
mag ein beliebtes Spiel zu sein, scheitert aber an jedem Bundeshaushalt.

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Re: Werden pflegende Angehörige vom Staat allein gelassen?

Beitragvon Teeernte » So 11. Nov 2018, 04:13

Skull hat geschrieben:(10 Nov 2018, 19:14)

Wie war es denn früher ?

So um 1950 ? oder 1900' ? oder 1850 ?



mfg


Früher hatte solche Dinge der Familienverbund zu stemmen, wurde blöd angegugckt ...wer das nicht schaffte//machte.

Nach und nach ist durch den Staat der Familienverbund aufgelöst worden....Leistungen übernommen//verallgemeinert//durch den Staat übernommen worden.

MAn wird nun "allein" ALT, Pflegebedürftig..., Behindert, .. nicht arbeitsfähig...

Nur Kinder sind noch "Teilprivat". Ein nicht zahlendes Elternteil kann Kind in Armut zurücklassen. (Armutsrisiko Nr. 1)

Die "Gleichmacherei" hat auch einen VoRTEIL - man braucht sich ...um "Staatsdinge" nicht kümmern.

Manche Bereiche sind dabei schon "Über-Vorteilt" (Manche "Frührente" wird so empfunden..)...


...Will meinen , man bekommt mehr "Ausgleichszahlung" als vermeintlich auszugleichen ist...

Bei der Pflege ist es nun der UNTERSCHIED...Altes SYstem>>>>>>> gegen "Neues". Familienpflege wird nicht gleich "vergütet" wie eine verordnete "Leistung".

Pflegling "hat" mehr staatliche "Zuwendung" im NEUEN SYSTEM. (Pflege durch Firma...staatlich organisiert.)
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Re: Werden pflegende Angehörige vom Staat allein gelassen?

Beitragvon Betrachter » So 11. Nov 2018, 08:10

Alpha Centauri hat geschrieben:(10 Nov 2018, 23:35)

Naja dass mir dem " früher war alles viel schlimmer" und " woanders geht es den Menschen noch schlechter" sind ja keine Argumente um ( politische, ökonomische oder soziale) Missstände eben hier und jetzt schön zu reden


Was ist denn sonst gemeint als eine Apologie aktueller Verhältnisse hierzualnde, wenn skull schreibt "Wie war es denn früher ?

So um 1950 ? oder 1900' ? oder 1850 ?

Erzähl mal, wie das früher (besser) funktionierte." ?
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Re: Werden pflegende Angehörige vom Staat allein gelassen?

Beitragvon Skull » So 11. Nov 2018, 08:41

Betrachter hat geschrieben:(11 Nov 2018, 08:10)

Was ist denn sonst gemeint als eine Apologie aktueller Verhältnisse hierzualnde, wenn skull schreibt "Wie war es denn früher ?

So um 1950 ? oder 1900' ? oder 1850 ?

Erzähl mal, wie das früher (besser) funktionierte." ?

Heisst das jetzt, das es früher schlechter war ?

Das sich früher die Familienangehörigen zuständig fühlten ? Kümmern wollten oder mussten ?

Das früher der Staat wenig(er) bis Nichts für Pflege von alten Menschn bereitstellte ?

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