Sozialkassen sitzen auf 90 Milliarden Euro

In diesem Forum werden Themen rund um die sozialen Sicherungsysteme diskutiert.
Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Arbeitslosengeld 2 (HartzIV), Rentenversicherung, Sozialgesetzbuch.

Moderator: Moderatoren Forum 1

Was soll mit den Überschüssen in der Sozialversicherung geschehen?

Beiträge senken
5
42%
Aufheben für schlechtere Zeiten / Investieren
5
42%
Für was anderes ausgeben, z.B.
2
17%
 
Abstimmungen insgesamt: 12
Benutzeravatar
jack000
Moderator
Beiträge: 27446
Registriert: So 1. Jun 2008, 17:21
Wohnort: Stuttgart

Sozialkassen sitzen auf 90 Milliarden Euro

Beitragvon jack000 » Do 2. Aug 2018, 18:33

Die Sozialkassen sitzen auf 90 Milliarden Euro. Forderungen nach einer Reduzierung der Abgabenlast für die Beitragszahler werden lauter. Der CDU-Wirtschaftsrat verlangt, den Arbeitslosenbeitrag spürbar zu senken.

Dank der guten Konjunktur mit Rekordbeschäftigung und steigenden Löhnen sammeln sich in den Sozialkassen immer größere Überschüsse an. Nach Berechnungen des CDU-Wirtschaftsrats betragen die Finanzreserven mittlerweile 90 Milliarden Euro – und damit weit mehr, als der Gesetzgeber zur Abfederung von unterjährigen Ausgabenschwankungen vorschreibt.

Und so wächst der Druck auf die Bundesregierung, die Beitragszahler spürbar zu entlasten. „Denn unsere sozialen Sicherungssysteme sind keine Sparkassen“, sagt der Generalsekretär des Wirtschaftsrats, Wolfgang Steiger: „Eine Absenkung des Arbeitslosenbeitrags um 0,6 Prozentpunkte wäre ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Allein in der Arbeitslosenversicherung werde das Finanzpolster zum Jahresende voraussichtlich 22,5 Milliarden Euro betragen, heißt es in dem Positionspapier der parteinahen Organisation. Und auch die anderen Zweige der Sozialversicherungen verfügen mittlerweile über hohe Reserven.

Die Rentenversicherung meldete zuletzt eine Rücklage von gut 34 Milliarden Euro. In der Pflegeversicherung waren es zum Jahreswechsel sieben Milliarden, und die gesetzlichen Krankenkassen kommen zusammen auf 28 Milliarden Euro.

Überplanmäßige Überschüsse der Sozialkassen bedeuten zum einen, dass die Abgabenquote für Beschäftigte und Unternehmer höher ist, als sie zur Deckung der Ausgaben sein müsste. Zum anderen ist das Horten der Geldmittel in der öffentlichen Hand auch unwirtschaftlich. Denn die Sozialkassen müssen die Finanzreserven besonders sicher und kurzfristig anlegen. Sie leiden deshalb unter Negativzinsen. Das Vermögen der Beitragszahler verliert somit schleichend an Wert.

So plant Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD), bei der Rente kräftig draufzusatteln und damit die eigentlich fällige Beitragssenkung ausfallen zu lassen. Außerdem kündigt er neue Leistungen der Bundesagentur für Arbeit an. Und die Gesetzesvorhaben von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sorgen für höhere Ausgaben bei den gesetzlichen Pflege- und Krankenkassen.

Das Bundeskabinett gab am Mittwoch denn auch grünes Licht für Spahns milliardenteures „Pflegepersonal-Stärkungsgesetz“. Der Gesetzentwurf sieht die Finanzierung von 13.000 zusätzlichen Stellen für Pflegeheime vor.

Die Kosten dafür bürdet der Minister den Krankenkassen auf, weil die gesetzlichen Krankenversicherung derzeit noch im Plus ist, während die Pflegeversicherung aufgrund stark gestiegener Ausgaben schon 2017 ins Minus gerutscht ist. Spahn sagte, die zusätzlichen Stellen für Altenheime seien lediglich ein erster Schritt. Weitere Schritte müssten folgen.

Auch in den Krankenhäusern soll jede aufgestockte Stelle von den Krankenkassen voll refinanziert werden, ebenso die künftigen Lohnerhöhungen für die Pflegekräfte. Bisher müssen die Kliniken dafür noch einen Anteil aus dem eigenen Budget aufbringen. Kliniken, die zu wenig Pflegepersonal beschäftigen, drohen zudem finanzielle Einbußen.

Spahn nennt das Gesetz „eine wichtige Etappe zur Verbesserung der Pflege“. Für die Beitragszahler kündigt der CDU-Mann eine erneute Anhebung des Pflegebeitragssatzes zum Jahreswechsel an. Kalkuliert wird aktuell mit einem halben Prozentpunkt von derzeit 2,8 auf 3,3 Prozent für Kinderlose und von 2,55 auf 3,05 für Eltern.

Auch die Liberalen monieren, dass die Koalition mit ihrer Ausgaben steigernden Sozialpolitik überhaupt nicht an diejenigen denkt, die das Ganze finanzieren. Dabei habe die Koalition den Bürgern eine Entlastung bei den Sozialabgaben versprochen, sagt FDP-Arbeitsmarktexperte Johannes Vogel.

„Den bisher mickrigen Entlastungszusagen in der Arbeitslosenversicherung stehen jetzt schon finanziellen Forderungen von Jens Spahn bei den Pflegebeiträgen gegenüber. Sollte die Koalition ihr Ziel verfehlen oder gar ins Gegenteil verkehren und die Bürger am Ende unterm Strich sogar stärker belasten, wäre das angesichts der übervollen Kassen eine geradezu groteske Kapitulation vor dem eigenen Ausgaben-Schlendrian.“

Für den FDP-Politiker wäre denn auch eine Senkung des Arbeitslosenbeitrags um weniger als einen halben Prozentpunkt „schlicht eine Zumutung“ gegenüber den Beitragszahlern. Das gelte gerade gegenüber Menschen mit kleineren Einkommen, die von Sozialabgaben besonders belastet seien.

Die Bundesagentur für Arbeit wird auf eine Rücklage von mehr als 20 Milliarden Euro zurückgreifen können und ist damit nach Meinung aller Experten auch für eine große Krise gut gerüstet.

Arbeitsminister Hubertus Heil plant allerdings neue Aufgaben für die Bundesagentur für Arbeit und will deshalb den Beitragssatz nicht so stark absenken, wie dies mit Blick auf die Finanzreserven möglich wäre. So will der Sozialdemokrat mehr Beitragsgelder für die Qualifizierung und Weiterbildung von Beschäftigten zur Verfügung stellen.

Weitere Forderungen nach Ausgabensteigerungen
Heil hält solche Maßnahmen für nötig, damit die Arbeitnehmer im digitalen Wandel nicht auf der Strecke bleiben. Außerdem sollen zukünftig mehr Arbeitslose Anspruch auf Arbeitslosengeld I haben.

Mehr Leistung und dafür weniger Beitragssenkung – vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) erhält Heil für diesen Kurs Unterstützung: „Wenn wir die Beiträge senken, muss das mit Augenmaß geschehen: Wir müssen nämlich gleichzeitig den Schutz der Arbeitslosenversicherung ausweiten und die Weiterbildungsmöglichkeiten im digitalen Wandel verbessern“, sagt DGB-Vorstand Annelie Buntenbach.

Die Kasse der Bundesagentur sei auch deshalb gut gefüllt, weil die Menschen keine Leistungen mehr erhielten, die die höchsten Risiken auf dem Arbeitsmarkt trügen, moniert die Gewerkschafterin.

Auch Gesundheitsminister Spahn bekommt neben der Kritik vom Wirtschaftsflügel der Union, den Arbeitgebern und der FDP durchaus auch Lob für seine teuren Pflegepläne. Vor allem die Sozialverbände und Patientenschützer unterstützen den CDU-Mann.

https://www.welt.de/wirtschaft/article1 ... nkung.html

In der Tat gibt es in den Sozialkassen einen deutlichen Überschuss durch die gute konjunkturelle Lage am Arbeitsmarkt. Vor allem aber wurden in den schlechteren Zeiten diverse Kürzungen vorgenommen so das jetzt natürlich mehr Geld im Topf ist, bzw. das es Überschüsse gibt.
=> Was soll mit dem Geld geschehen? M.E. wird das nicht immer so bleiben, sondern es wird auch mal wieder ein "Tief" geben und dann macht es Sinn Geld zurückgelegt zu haben (Wie das i.d.R. Privatpersonen auch tun).
=> Ebenso wäre eine Idee auch das Geld in profitable langfristige Anlagen zu stecken wie z.B. Wohnungsbau von denen man dann in den schlechteren Zeiten wieder Geld hätte!
Es wird sogar nicht mehr im PF geleugnet: "Ja die Gewalt gegen Frauen hat bedingt durch Zuwanderung zugenommen, und jetzt?"
Benutzeravatar
JJazzGold
Beiträge: 31554
Registriert: Mo 25. Mai 2009, 00:34
Benutzertitel: L'État, c'est moi

Re: Sozialkassen sitzen auf 90 Milliarden Euro

Beitragvon JJazzGold » Do 2. Aug 2018, 19:55

Sinnvoll investieren, damit es mehr wird.
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
Alexander Freiherr von Humboldt
Benutzeravatar
jorikke
Beiträge: 6096
Registriert: Sa 30. Mai 2009, 09:05

Re: Sozialkassen sitzen auf 90 Milliarden Euro

Beitragvon jorikke » Do 2. Aug 2018, 20:50

JJazzGold hat geschrieben:(02 Aug 2018, 20:55)

Sinnvoll investieren, damit es mehr wird.


Ideal ist der Zustand wenn Einnahmen und Ausgaben der Sozialkassen kongruent sind.
Das ist nicht immer zu erreichen. Heute sind es Überschüsse, morgen schon kann es nicht mehr reichen.
Wenn erkennbar ist, das die Überschüsse einen Abmangel über einen Zeitraum von X Jahren (5-10?) abdecken, sollte man nicht weiter horten sondern Beiträge senken.
Benutzeravatar
JJazzGold
Beiträge: 31554
Registriert: Mo 25. Mai 2009, 00:34
Benutzertitel: L'État, c'est moi

Re: Sozialkassen sitzen auf 90 Milliarden Euro

Beitragvon JJazzGold » Do 2. Aug 2018, 20:57

jorikke hat geschrieben:(02 Aug 2018, 21:50)

Ideal ist der Zustand wenn Einnahmen und Ausgaben der Sozialkassen kongruent sind.
Das ist nicht immer zu erreichen. Heute sind es Überschüsse, morgen schon kann es nicht mehr reichen.
Wenn erkennbar ist, das die Überschüsse einen Abmangel über einen Zeitraum von X Jahren (5-10?) abdecken, sollte man nicht weiter horten sondern Beiträge senken.


Was wiederum dem Konsum zugute kommt, der Ausbildung des Nachwuchses, bis zur privaten Altersvorsorge.
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
Alexander Freiherr von Humboldt
Benutzeravatar
Quatschki
Beiträge: 8266
Registriert: Mi 4. Jun 2008, 08:14
Wohnort: rechtselbisch

Re: Sozialkassen sitzen auf 90 Milliarden Euro

Beitragvon Quatschki » Do 2. Aug 2018, 21:10

Das deutsche Sozialsystem ist ein Umlagesystem und kein Kapitaldeckungssystem.
Die Leute, die da Verantwortung tragen, können mit Finanzanlagen noch schlechter umgehen als Landesbanken.

Von daher: Beiträge senken!
(Erhöht werden sie nächstesmal so oder so wieder.)
Es ist Deutscvhland hier!
Benutzeravatar
franktoast
Beiträge: 3346
Registriert: So 29. Jun 2014, 09:24

Re: Sozialkassen sitzen auf 90 Milliarden Euro

Beitragvon franktoast » Fr 3. Aug 2018, 08:14

Quatschki hat geschrieben:(02 Aug 2018, 22:10)

Das deutsche Sozialsystem ist ein Umlagesystem und kein Kapitaldeckungssystem.
Die Leute, die da Verantwortung tragen, können mit Finanzanlagen noch schlechter umgehen als Landesbanken.

Von daher: Beiträge senken!
(Erhöht werden sie nächstesmal so oder so wieder.)

Sehe ich auch so. Dann kann jeder Bürger selber entscheiden, ob er das gesparte Geld auf die Seite legt, um eventuell spätere Beitragserhöhungen ausgleichen kann oder das Geld für was anderes verwendet.
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
Benutzeravatar
firlefanz11
Beiträge: 5980
Registriert: Mo 10. Sep 2012, 12:18

Re: Sozialkassen sitzen auf 90 Milliarden Euro

Beitragvon firlefanz11 » Di 7. Aug 2018, 10:23

alles zusammengerechnet erreichten die Sozialausgaben im vergangenen Jahr, für das nun die inoffizielle Rechnung vorliegt, den Rekordwert von 965,5 Milliarden Euro, fast eine Billion. Das ist eine Zahl mit zwölf Nullen. Wem das zu abstrakt ist, dem hilft vielleicht dieser Vergleich: Die Sozialausgaben betragen ein knappes Drittel (29,6 Prozent) der gesamten Wirtschaftsleistung des Landes, also des Bruttoinlandsprodukts (BIP).
Vor einer guten Generation, im Jahr 1970, betrug das Sozialbudget noch umgerechnet 84 Milliarden Euro...

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ ... -1.4080407

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen... Und dank aktueller Begebenheiten werden wir die Billion sicher bald erreicht haben...
"Wer hier ist, weil er Hilfe beansprucht, hat eine besondere moralische Verpflichtung, den Helfern nicht das Leben zu zerstören."
Benutzeravatar
Skull
Vorstand
Beiträge: 19116
Registriert: Do 12. Apr 2012, 21:22
Benutzertitel: woaussie
Wohnort: NRW
Kontaktdaten:

Re: Sozialkassen sitzen auf 90 Milliarden Euro

Beitragvon Skull » Di 7. Aug 2018, 10:44

firlefanz11 hat geschrieben:(07 Aug 2018, 11:23)

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ ... -1.4080407

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen...
Und dank aktueller Begebenheiten werden wir die Billion sicher bald erreicht haben...

Was soll man sich auf der Zunge zergehen lassen ?

Das sogenannte "Sozialbudget" stieg in den letzten 50 Jahren von knapp 20 auf heute fast 30 Prozent.
Den grossen Sprung gab es in den neunzigern. (Stichwort Wiedervereinigung)
Die Zahl der Rentner und Pensionäre stieg von 10 Millionen auf 20 Millionen.
Mit Auswirkungen auf die Krankenversicherung.
Pflegeversicherung gab es damals auch nicht.

Natürlich kann man den Anteil der "sozialen" Ausgaben nicht ins Unendliche steigen lassen.

Ich...sehe da aber noch keine Grenzen erreicht.

mfg
Man dient für Lohn und liebt sich für Geschenke
Benutzeravatar
Sole.survivor@web.de
Beiträge: 7842
Registriert: Fr 14. Jul 2017, 19:37
Benutzertitel: Change Agent

Re: Sozialkassen sitzen auf 90 Milliarden Euro

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Fr 24. Aug 2018, 14:04

JJazzGold hat geschrieben:(02 Aug 2018, 20:55)

Sinnvoll investieren, damit es mehr wird.

Konservative, verhältnismäßig sichere Investitionsoptionen sind derzeit nicht gut verzinst.
Striving for Excellence, Demonstrating Integrity, Activating Leadership, Acting Sustainably, Enjoying Participation, Living Diversity.
Benutzeravatar
JJazzGold
Beiträge: 31554
Registriert: Mo 25. Mai 2009, 00:34
Benutzertitel: L'État, c'est moi

Re: Sozialkassen sitzen auf 90 Milliarden Euro

Beitragvon JJazzGold » Fr 24. Aug 2018, 18:29

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(24 Aug 2018, 15:04)

Konservative, verhältnismäßig sichere Investitionsoptionen sind derzeit nicht gut verzinst.


Es existiert weitaus mehr als eine Investitionsmöglichkeit, z.B. sinnvolle Fort- und Weiterbildung. Womit ich nicht Origami meine.
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
Alexander Freiherr von Humboldt
Benutzeravatar
Sole.survivor@web.de
Beiträge: 7842
Registriert: Fr 14. Jul 2017, 19:37
Benutzertitel: Change Agent

Re: Sozialkassen sitzen auf 90 Milliarden Euro

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Sa 25. Aug 2018, 05:12

JJazzGold hat geschrieben:(24 Aug 2018, 19:29)

Es existiert weitaus mehr als eine Investitionsmöglichkeit, z.B. sinnvolle Fort- und Weiterbildung. Womit ich nicht Origami meine.

Ich wäre dagegen, wenn jetzt etwa die Rentenkasse den Investitionsbegriff so auffassen würde. Außer es geht um die mittelfristige Verbilligung/Verbesserung der eigenen Verwaltung.
Striving for Excellence, Demonstrating Integrity, Activating Leadership, Acting Sustainably, Enjoying Participation, Living Diversity.
Benutzeravatar
JJazzGold
Beiträge: 31554
Registriert: Mo 25. Mai 2009, 00:34
Benutzertitel: L'État, c'est moi

Re: Sozialkassen sitzen auf 90 Milliarden Euro

Beitragvon JJazzGold » Sa 25. Aug 2018, 06:05

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(25 Aug 2018, 06:12)

Ich wäre dagegen, wenn jetzt etwa die Rentenkasse den Investitionsbegriff so auffassen würde. Außer es geht um die mittelfristige Verbilligung/Verbesserung der eigenen Verwaltung.


Auch das, wie geschrieben, Investitiosmöglichkeiten in die Zukunft gibt es viele, das ist nicht auf Wertpapiere oder Immobilien beschränkt. Man könnte bei der guten Kassenlage auch überlegen den Soli abzuschaffen.
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
Alexander Freiherr von Humboldt
Benutzeravatar
Sole.survivor@web.de
Beiträge: 7842
Registriert: Fr 14. Jul 2017, 19:37
Benutzertitel: Change Agent

Re: Sozialkassen sitzen auf 90 Milliarden Euro

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Sa 25. Aug 2018, 06:16

JJazzGold hat geschrieben:(25 Aug 2018, 07:05)

Auch das, wie geschrieben, Investitiosmöglichkeiten in die Zukunft gibt es viele, das ist nicht auf Wertpapiere oder Immobilien beschränkt. Man könnte bei der guten Kassenlage auch überlegen den Soli abzuschaffen.

Der Zusammenhang zwischen Rente, KV, ALV... und Solidaritätszuschlag ist mir grade nicht so klar. Aber ja, der gehört wahlweise abgeschafft oder zugunsten der Länder in einen regulären Steuerbestandteil überführt, den man später senken kann. Das wäre schon eine Verwaltungsvereinfachung, die alle betrifft.
Striving for Excellence, Demonstrating Integrity, Activating Leadership, Acting Sustainably, Enjoying Participation, Living Diversity.
Benutzeravatar
JJazzGold
Beiträge: 31554
Registriert: Mo 25. Mai 2009, 00:34
Benutzertitel: L'État, c'est moi

Re: Sozialkassen sitzen auf 90 Milliarden Euro

Beitragvon JJazzGold » Sa 25. Aug 2018, 06:23

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(25 Aug 2018, 07:16)

Der Zusammenhang zwischen Rente, KV, ALV... und Solidaritätszuschlag ist mir grade nicht so klar. Aber ja, der gehört wahlweise abgeschafft oder zugunsten der Länder in einen regulären Steuerbestandteil überführt, den man später senken kann. Das wäre schon eine Verwaltungsvereinfachung, die alle betrifft.


Ich bin grad a bisserl umfassender betrachtend, heute morgen beim ersten Kaffee/Plörre, und überlege, was man mit den Einnahmen bewerkstelligen könnte.

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/ue ... r-101.html
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
Alexander Freiherr von Humboldt
Benutzeravatar
Sole.survivor@web.de
Beiträge: 7842
Registriert: Fr 14. Jul 2017, 19:37
Benutzertitel: Change Agent

Re: Sozialkassen sitzen auf 90 Milliarden Euro

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Sa 25. Aug 2018, 07:16

JJazzGold hat geschrieben:(25 Aug 2018, 07:23)

Ich bin grad a bisserl umfassender betrachtend, heute morgen beim ersten Kaffee/Plörre, und überlege, was man mit den Einnahmen bewerkstelligen könnte.

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/ue ... r-101.html

Wenn die Sozialkassen 90 MRD machen und alle Körperschaften zusammen nur 48 MRD, muss es einigen Ländern, Gemeinden oder Sonderhaushalten sehr sehr schlecht gehen.
Striving for Excellence, Demonstrating Integrity, Activating Leadership, Acting Sustainably, Enjoying Participation, Living Diversity.
Benutzeravatar
Skull
Vorstand
Beiträge: 19116
Registriert: Do 12. Apr 2012, 21:22
Benutzertitel: woaussie
Wohnort: NRW
Kontaktdaten:

Re: Sozialkassen sitzen auf 90 Milliarden Euro

Beitragvon Skull » Sa 25. Aug 2018, 07:22

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(25 Aug 2018, 08:16)

Wenn die Sozialkassen 90 MRD machen und alle Körperschaften zusammen nur 48 MRD,
muss es einigen Ländern, Gemeinden oder Sonderhaushalten sehr sehr schlecht gehen.

Staat erzielt im 1. Halbjahr 2018 Überschuss von 48,1 Milliarden Euro

WIESBADEN – Der Staat erzielte im ersten Halbjahr 2018 nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) einen Finanzierungsüberschuss von rund 48,1 Milliarden Euro. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt in jeweiligen Preisen (1 671,8 Milliarden Euro) errechnet sich daraus eine Überschussquote von 2,9 %. Hierbei handelt es sich um Daten in der Abgrenzung des Europäischen Systems Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG) 2010. Die Haushalte von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung konnten damit weiter von einer günstigen Beschäftigungs- und Wirtschaftsentwicklung sowie einer moderaten Ausgabenpolitik profitieren. Von den Ergebnissen für das erste Halbjahr lassen sich nur begrenzt Rückschlüsse auf das Jahresergebnis ziehen.

Der Finanzierungsüberschuss ergibt sich aus der Differenz zwischen Einnahmen (761,8 Milliarden Euro) und Ausgaben (713,7 Milliarden Euro) des Staates. Im ersten Halbjahr 2018 trugen alle staatlichen Ebenen zum positiven Budgetsaldo bei:

Der Bund hatte mit rund 19,5 Milliarden Euro den größten Finanzierungsüberschuss. Die Länder erzielten ein Plus von 13,1 Milliarden Euro, die Sozialversicherungen von 9,0 Milliarden und die Kommunen von 6,6 Milliarden Euro.
Die Einnahmen des Staates erhöhten sich im ersten Halbjahr 2018 um 36,5 Milliarden Euro (+5,0 %) gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Die wichtigste Einnahmequelle des Staates sind Steuern, die mit 403,5 Milliarden Euro gut die Hälfte der gesamten Einnahmen ausmachten. Der Zuwachs bei den Steuereinnahmen blieb mit +5,2 % im ersten Halbjahr 2018 weiter hoch, wobei der Anstieg bei den Einkommen- und Vermögensteuern (+7,2 %) deutlich höher ausgefallen ist als bei den Produktions- und Importabgaben (+2,7 %). Die gute Beschäftigungsentwicklung sorgte für eine weiterhin dynamische Entwicklung bei den Sozialbeiträgen (+4,2 %). Auch die Einnahmen des Staates aus Zinsen und empfangenen Ausschüttungen (+29,3 %) stiegen, insbesondere weil sich der in den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen gebuchte Bundesbankgewinn von einem niedrigen Niveau im Vorjahr deutlich erhöhte.

Die Ausgaben des Staates stiegen im ersten Halbjahr 2018 nur mäßig (+1,2 %). Der Bund gab auch aufgrund der Auswirkungen der bis Mitte Juli geltenden vorläufigen Haushaltsführung weniger aus als im Vorjahr. Zudem sind die staatlichen Zinsausgaben wegen des weiterhin sehr niedrigen Zinsniveaus und eines gesunkenen Schuldenstandes erneut zurückgegangen (-8,7 %). Die Investitionsausgaben des Staates entwickelten sich im ersten Halbjahr dagegen überdurchschnittlich (+12,3 %).

Ein deutlicher Ausgabenzuwachs zeigte sich auch beim Arbeitnehmerentgelt (+4,0 %). Hier wirkten sich zusätzliches Personal und höhere Entgelte aus.

https://www.destatis.de/DE/PresseServic ... 7_813.html

mfg
Man dient für Lohn und liebt sich für Geschenke
Benutzeravatar
Sole.survivor@web.de
Beiträge: 7842
Registriert: Fr 14. Jul 2017, 19:37
Benutzertitel: Change Agent

Re: Sozialkassen sitzen auf 90 Milliarden Euro

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Sa 25. Aug 2018, 07:25

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(25 Aug 2018, 08:16)

Wenn die Sozialkassen 90 MRD machen und alle Körperschaften zusammen nur 48 MRD, muss es einigen Ländern, Gemeinden oder Sonderhaushalten sehr sehr schlecht gehen.

Ja, hier sind jetzt zwei nicht passende Größen mir zusammengeraten.
Striving for Excellence, Demonstrating Integrity, Activating Leadership, Acting Sustainably, Enjoying Participation, Living Diversity.
Benutzeravatar
roadrunner
Beiträge: 267
Registriert: Mo 13. Aug 2018, 14:33

Re: Sozialkassen sitzen auf 90 Milliarden Euro

Beitragvon roadrunner » Mo 27. Aug 2018, 12:23

Quatschki hat geschrieben:(02 Aug 2018, 22:10)

Das deutsche Sozialsystem ist ein Umlagesystem und kein Kapitaldeckungssystem.
Die Leute, die da Verantwortung tragen, können mit Finanzanlagen noch schlechter umgehen als Landesbanken.

Von daher: Beiträge senken!
(Erhöht werden sie nächstesmal so oder so wieder.)


Sehr gtut und exakt des Pudels Kern getroffen :thumbup:
Es ist schlimm, wenn Sachkundige keine Entscheidungsbefugnis und Entscheidungsbefugte keine Sachkunde haben!

Zurück zu „10. Sozialpolitik“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste