Wird im Studium zu viel finanzielle Eigenverantwortung verlangt?

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Teeernte
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Re: Wird im Studium zu viel finanzielle Eigenverantwortung verlangt?

Beitragvon Teeernte » So 16. Sep 2018, 08:44

Maltrino hat geschrieben:(15 Sep 2018, 19:42)

Erstmal, schön dass du dich nicht weiter (wie bei vielen hier im Forum üblich) ins Gebashe gegen meine Person und meine Ideenskizzen ergießt sondern auch auf die Inhalte eingehst, aus Zeitgründen will ich nur kurz auf ein paar Sachen eingehen:



"Jeder Notfallpatient bekommt eine Spritze mit Jod, da die meisten Menschen Hodmangel haben und dies die Lebenserwartung erhöht". Besser ist es ein grundsätzliches System zu schaffen wo Einzelfälle professionell beurteilt und gehandhabt werden können. Und dies ist meiner Meinung nach einfach die Herausforderung die es zu lösen gilt, die aber auch als solche erkannt werden muss. So. Punkt. Danke.


Du hast Dir - aus Deiner Sicht viel mühe gegeben Deinen Standpunkt darzulegen.

Die andere Seite... was benötigt der Arbeitsmarkt ?

Schötzungsweise 10 % Kreative...

60 %++ Leute, die auf Anweisung arbeiten...

und einen Rest, der still sitzen kann, und wenn seine Nummer aufleuchtet - dem Bearbeiter hilft seinen Vordruck auszufüllen...

Der kreative Teil bildet/formt/entspringt aus sich selbst heraus - auch gegen jede Anweisung. (Ohne Zutun der Gesellschaft) In höheren Bildungseinrichtungen.

Bei den Leuten mit Anweisung - am besten in den USA zu sehen - arbeiten eine Pilotenliste ab... Rechte Hand an rechten Griff.....und wenn es nicht weiter geht...wird eine Münze geworfen.

Beim Rest - reicht der Bildungsstand der 4. Klasse. Etwas Lesen und schreiben.....Piktogramme erkennen....Klappe halten....ruhig sitzen bis der Lehrer//Vorturner etwas Aktion sehen will.


Die 10 % suchen selbst ihren Weg ...zutun (Gesellschaftliches) ist dazu nicht nötig - von EINZELSCHICKSALEN mal abgesehen.

Die 60% bekommen vorgekautes Zeugs zum schlucken. Die Schule geht da einen anderen Weg ...den 68 ern geschuldet....Arbeitsgruppen und Kompetenzen herausarbeiten...keine "W" Fragen.... IQ "UHU" lernt von IQ "UHU".

Schüler aus dieser Produktionsreihe scheitern sofort - wenn sie auf die Realität treffen. Cheffe wünscht keine Diskussion - sondern ERGEBNISSE.

Sicher könnte man eine Kehrmaschine nehmen - und die 100 qm Halle//Hof fegen... da Cheffe den "Fegetest" aber nicht aus reinlichkeitsgründen macht -
müssen diese Runde fast alle noch mal machen - bis sie begriffen haben - wenn Cheffe sagt FEGEN......heisst das >> FEGEN.

Manche fegen da heute noch...

Die heute praktizierte Schule passt nicht zur Lebensrealität. Das vermittelte Wissen sinkt - mit dem IQ. Schüler VERBLÖDET - im Durchschnitt.
Auf Druck der Eltern wird Prüfung nach und nach weggelassen - elementare Dinge nicht mehr abgefragt....ja man kann Abi (in Anhalt ) sogar ohne Mathe machen.

Einem Teil dann höhere Bildung beizubringen - ....die "Studieren" gar nicht können... sieht dann aus - wie ein Schmiedegesenk... Student erhitzt - Pressvorgang - FERTIG ....oder Ausschuss..

Wenn man bei der Bildung nur die Wünsche der Eltern, Kinder und Oberlehrer bedient - ...sind die Schüler auf das Leben in der Realität immer schlechter vorbereitet.

Hoffentlich braucht man in der digitalisierten Welt nur noch die "Sahne".....und der REST ist eben .....Buttermilch.
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Maltrino
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Re: Wird im Studium zu viel finanzielle Eigenverantwortung verlangt?

Beitragvon Maltrino » So 16. Sep 2018, 16:42

Teeernte hat geschrieben:(16 Sep 2018, 09:44)

... was benötigt der Arbeitsmarkt ?

Schötzungsweise 10 % Kreative...

60 %++ Leute, die auf Anweisung arbeiten...


....


Ich würde es anders formulieren: Die meisten Leute die Geld haben (jemanden bezahlen können) suchen einfach nur jemanden der ihre Wünsche umsetzt, ohne Fragen zu stellen. Man gebe mal in online Anzeigenportalen den Begriff "Mechatroniker" ein. Was passiert? Man findet hunderte Stellenanzeigen wo größtenteils "DRINGEND" Ein Mechatroniker gesucht wird. Was passiert da? Offenbar haben da zum Beispiel Automechaniker eine Werkstatt gegründet, oben steht groß dran AUTOWERKSTATT, das sehen die Leute und bringen ihre Autos mit kaputter Elektronik da hin. (Ich hab keine Ahnung von Autos, aber ich glaube so ähnlich wirds sein). Nun sagt die Autowerkstatt "Hilfe! So viele Kunden, wir schaffen das nicht, wir brauchen mehr Mechatroniker!!!". Ich könnte mir vorstellen, dass ich das auch machen könnte wenn ich ein bischen Geld hätte. Eine Garage kaufen, AUTOWERKSTATT oben dran schreiben und wenn Kunden mit komplizierten Problemen kommen sagen "Hilfe, ich habe Fachkräftemangel, bitte Mechatroniker her!!!". Leute die solche Anzeigen aufgeben suchen sicher keine "Kreativen" die ihnen sagen "Hm, mit dem ganzen Werkzeug was ihr hier habt könnte man doch auch gut was anderes machen, auch ohne Mechatroniker", nein die wollen unbedingt Mechatroniker, auch wenn grad keine mehr da sind. Einerseits völlig verständlich, denn die Nachfrage ist ja da, andererseits halt auch unflexibel. So. Und was hat das jetzt mit dem Thema zu tun? Egal, hat irgendwas mit Studium zu tun, also schreib ichs hin. Danke.
Wie ihr seht, habe ich jetzt auch ein Profilbild wo das Portrait eines großen politischen Denkers aus der Vergangenheit abgebildet ist. Damit ist jetzt jede meiner Aussagen wahr und absolut seriös.
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Maltrino
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Re: Wird im Studium zu viel finanzielle Eigenverantwortung verlangt?

Beitragvon Maltrino » So 16. Sep 2018, 16:57

H2O hat geschrieben:(16 Sep 2018, 08:41)

Ein sehr bedauerliches >3-sigma-Einzelschicksal; ändert aber nichts an der segensreichen Wirkung körperlicher Bewegung an frischer Luft.


Was ist ein ">3-sigma-Einzelschicksal"? Hat das was mit Sigmar Gabriel zu tun?

Aber gut: Das Wort "Einzelschicksal" ist genauso eine Worthülse womit versucht wird unseriöse Arbeit als seriös zu verkaufen. Man stelle sich mal vor ich hätte im Studium auf die Frage "Und was ist mit dem Dachabschluss? Den hast du ja gar nicht gelöst!" gesagt "99% des Hauses habe ich richtig konstruiert, der Dachabschluss ist ein bedauerlicher Einzelfall". Da wär ich aber schnell rausgeflogen.

Also: Die Aussage "Statistisch gesehen ist Bewegung an der frischen Luft gesund" berücksichtigt nicht diesen Einzelfall, ist also nicht perfekt. Ein Schulsportsystem oder auch eine Gesundheitskur, die darauf basiert, dass einfach jeder an die frische Luft geschickt wird, ist also nicht sehr seriös. Besser wäre es zu sagen: "Studien haben herausgefunden, dass die Mehrheit von Spaziergängen an frischer Luft profitiert, einzelne, zum Beispiel wenn ein Hurricane passiert oder wenn die Beine fehlen, aber von anderen Lösungen profitieren, wir bieten deshalb Lösungen an die jedem gerecht werden".

Wenn nun in der Schule oder im Studium aber ständig nur geguckt wird was "dem Durchschnitt" oder "der Mehrheit" hilft, dann übersieht man Einzelfälle, die dann im Extremfall immer mehr werden. Genau das ist übrigens bei der Piratenpartei passiert. Die Piratenpartei ist nicht gescheitert weil sie "gestritten hat", das tun die anderen ja auch, teilweise viel heftiger. Nein, ein großes Problem war der Glaube an die Mehrheit und an den "Durchschnittspiraten". Man hat (in guter Absicht) ständig nur geschaut was die Mehrheit will und hat versucht "Trolle", die "Einzelfälle" also, auszusortieren. Dieses ständige Suchen nach der Mehrheit und das Aussortieren von Einzelfällen, hat dazu geführt, dass immer mehr Einzelfälle über Bord fielen, und am Ende die "Mehrheit" zwar zufrieden war, aber so klein war, dass sie kaum noch jemand wahrnimmt. Jemand der von "EInzelfällen" spricht, der weigert sich nur seriös die Details zu berücksichtigen. Meiner Generation hätte man das nie durchgehen lassen, weder im Studium, weder im Beruf, noch in der Politik, auf alles mussten wir eine Antwort finden, auf jedes Detail auf jede Frage auf jedes Einzelschicksal. Jetzt erwarte ich das selbe von den machthabenden Kräften in diesem Land und was krieg ich zu hören? "Durchschnittswerte", "Bedauerliche EInzelfälle"... Ja bitte, dann geht doch nach Chemnitz auf die Straße und ruft "Geht nach Hause! Das war nur ein Mensch, ein bedauerlicher Einzelfall!" Viel Spaß dabei...
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Re: Wird im Studium zu viel finanzielle Eigenverantwortung verlangt?

Beitragvon H2O » So 16. Sep 2018, 17:43

Maltrino hat geschrieben:(16 Sep 2018, 17:57)

Was ist ein ">3-sigma-Einzelschicksal"? Hat das was mit Sigmar Gabriel zu tun?

Ich glaube ja; der Mann ist immer gut für eine bahnbrechende Idee!

Aber gut: Das Wort "Einzelschicksal" ist genauso eine Worthülse womit versucht wird unseriöse Arbeit als seriös zu verkaufen. Man stelle sich mal vor ich hätte im Studium auf die Frage "Und was ist mit dem Dachabschluss? Den hast du ja gar nicht gelöst!" gesagt "99% des Hauses habe ich richtig konstruiert, der Dachabschluss ist ein bedauerlicher Einzelfall". Da wär ich aber schnell rausgeflogen.

Also: Die Aussage "Statistisch gesehen ist Bewegung an der frischen Luft gesund" berücksichtigt nicht diesen Einzelfall, ist also nicht perfekt. Ein Schulsportsystem oder auch eine Gesundheitskur, die darauf basiert, dass einfach jeder an die frische Luft geschickt wird, ist also nicht sehr seriös. Besser wäre es zu sagen: "Studien haben herausgefunden, dass die Mehrheit von Spaziergängen an frischer Luft profitiert, einzelne, zum Beispiel wenn ein Hurricane passiert oder wenn die Beine fehlen, aber von anderen Lösungen profitieren, wir bieten deshalb Lösungen an die jedem gerecht werden".

Wenn nun in der Schule oder im Studium aber ständig nur geguckt wird was "dem Durchschnitt" oder "der Mehrheit" hilft, dann übersieht man Einzelfälle, die dann im Extremfall immer mehr werden. Genau das ist übrigens bei der Piratenpartei passiert. Die Piratenpartei ist nicht gescheitert weil sie "gestritten hat", das tun die anderen ja auch, teilweise viel heftiger. Nein, ein großes Problem war der Glaube an die Mehrheit und an den "Durchschnittspiraten". Man hat (in guter Absicht) ständig nur geschaut was die Mehrheit will und hat versucht "Trolle", die "Einzelfälle" also, auszusortieren. Dieses ständige Suchen nach der Mehrheit und das Aussortieren von Einzelfällen, hat dazu geführt, dass immer mehr Einzelfälle über Bord fielen, und am Ende die "Mehrheit" zwar zufrieden war, aber so klein war, dass sie kaum noch jemand wahrnimmt. Jemand der von "EInzelfällen" spricht, der weigert sich nur seriös die Details zu berücksichtigen. Meiner Generation hätte man das nie durchgehen lassen, weder im Studium, weder im Beruf, noch in der Politik, auf alles mussten wir eine Antwort finden, auf jedes Detail auf jede Frage auf jedes Einzelschicksal. Jetzt erwarte ich das selbe von den machthabenden Kräften in diesem Land und was krieg ich zu hören? "Durchschnittswerte", "Bedauerliche EInzelfälle"... Ja bitte, dann geht doch nach Chemnitz auf die Straße und ruft "Geht nach Hause! Das war nur ein Mensch, ein bedauerlicher Einzelfall!" Viel Spaß dabei...

Damit hätten wir den Begriff "Einzelschicksal" sicher für normal Sterbliche ausreichend erörtert.
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Re: Wird im Studium zu viel finanzielle Eigenverantwortung verlangt?

Beitragvon Misterfritz » So 16. Sep 2018, 17:59

Maltrino hat geschrieben:(16 Sep 2018, 17:42)(Ich hab keine Ahnung von Autos
Nicht nur von Autos hast Du keine Ahnung.
Maltrino hat geschrieben:(16 Sep 2018, 17:42) Ich könnte mir vorstellen, dass ich das auch machen könnte wenn ich ein bischen Geld hätte. Eine Garage kaufen, AUTOWERKSTATT oben dran schreiben
Könntest Du tun, nur dürftest Du das nicht als Autowerkstatt betreiben, allerhöchstens als Kneipe.

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