Solidarisches Grundeinkommen

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Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Arbeitslosengeld 2 (HartzIV), Rentenversicherung, Sozialgesetzbuch.

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zollagent
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Re: Solidarisches Grundeinkommen

Beitragvon zollagent » Mo 26. Mär 2018, 17:12

Wähler hat geschrieben:(26 Mar 2018, 17:53)

Hartz-IV schützt die Bezieher doch auch vor Leistungs- und Wettbewerbsdruck auf dem markwirtschaftlichen Arbeitsmarkt. Bei dem Zwischenbereich Solidareinkommen für 150 000 Hartz-IV besteht zum einen die Chance der Rückkehr in den marktwirtschaftlichen Arbeitsmarkt, und zum anderen werden zusätzliche Dienstleistungen unter einer gewissen Leistungskontrolle für die Bürger zum Mindestlohn produziert. Du siehst wohl nur die Risiken und nicht die Chancen.

DAs Problem ist, ich sehe eben KEINE Chancen, sondern einfach nur ein Abschieben von Menschen in einen zweiten Markt. Und die Leistungskontrolle möchte ich erst mal sehen. Besser die Aufträge an die Privatwirtschaft vergeben und dann die Einhaltung von Sozialstandards bei den Auftragnehmern kontrollieren.
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3x schwarzer Kater
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Re: Solidarisches Grundeinkommen

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mo 26. Mär 2018, 17:22

Wähler hat geschrieben:(26 Mar 2018, 17:53)

Hartz-IV schützt die Bezieher doch auch vor Leistungs- und Wettbewerbsdruck auf dem markwirtschaftlichen Arbeitsmarkt. Bei dem Zwischenbereich Solidareinkommen für 150 000 Hartz-IV besteht zum einen die Chance der Rückkehr in den marktwirtschaftlichen Arbeitsmarkt, und zum anderen werden zusätzliche Dienstleistungen unter einer gewissen Leistungskontrolle für die Bürger zum Mindestlohn produziert. Du siehst wohl nur die Risiken und nicht die Chancen.


Nun .... Zitate aus dem Artikel im Eingangsbeitrag:

Müller will die Hartz-IV-Politik deshalb beenden: „Deswegen ist es angesichts der Digitalisierung und der sich damit rasant verändernden Arbeitswelt Zeit, Schluss zu machen mit dem bisherigen System und es zu ergänzen durch ein neues Recht auf Arbeit.“


„Es gibt einen normalen Arbeitslohn, es werden Sozialabgaben geleistet, man erwirbt Rentenansprüche“, sagt Müller.


Das solidarische Grundeinkommen setzt – anders als das bedingungslose Grundeinkommen – auf ein Arbeitsverhältnis. Es soll an Menschen gezahlt werden, die sich ehrenamtlich zum Beispiel um Senioren kümmern, Alleinerziehende unterstützen oder Parks pflegen.


klingt im Zusammenhang schon recht abstrus. Ein "Recht auf Arbeit?" ... ohne allerdings die Pflicht zur Arbeit zu haben. Sehr spannend. Ein echtes Beschäftigungsverhältnis mit Sozialabgaben und Rentansprüchen, das aber gleichzeitig ehrenamtliches Engagement voraussetzt?
Für mich klingt das wie ziemlich unausgegorener Schwachsinn.
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Re: Solidarisches Grundeinkommen

Beitragvon Wähler » Mo 26. Mär 2018, 17:24

Wähler hat geschrieben:(26 Mar 2018, 17:53)
Hartz-IV schützt die Bezieher doch auch vor Leistungs- und Wettbewerbsdruck auf dem markwirtschaftlichen Arbeitsmarkt. Bei dem Zwischenbereich Solidareinkommen für 150 000 Hartz-IV besteht zum einen die Chance der Rückkehr in den marktwirtschaftlichen Arbeitsmarkt, und zum anderen werden zusätzliche Dienstleistungen unter einer gewissen Leistungskontrolle für die Bürger zum Mindestlohn produziert. Du siehst wohl nur die Risiken und nicht die Chancen.

zollagent hat geschrieben:(26 Mar 2018, 18:12)
DAs Problem ist, ich sehe eben KEINE Chancen, sondern einfach nur ein Abschieben von Menschen in einen zweiten Markt. Und die Leistungskontrolle möchte ich erst mal sehen. Besser die Aufträge an die Privatwirtschaft vergeben und dann die Einhaltung von Sozialstandards bei den Auftragnehmern kontrollieren.

Der Staat könnte aber für wenig Zusatzkosten seinen Bürgern zusätzliche Dienstleistungen anbieten, an denen private Unternehmer kaum Interesse haben. Unseren Steuern stehen doch auch Leistungen gegenüber.
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Re: Solidarisches Grundeinkommen

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 26. Mär 2018, 17:39

Wähler hat geschrieben:(26 Mar 2018, 07:14)

http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 99689.html
Spiegel 25. März 2018 Kann ein Grundeinkommen Hartz IV ersetzen?


Für 150 000 Menschen eine neue Chance?


Ist ja nicht so, als hätte ich das nicht schon längst vorgeschlagen :D Aber gut, dass die Politik aucgh endlich auf den Trichter kommt, den Menschen eine Chance zu geben.
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Re: Solidarisches Grundeinkommen

Beitragvon zollagent » Mo 26. Mär 2018, 17:41

Wähler hat geschrieben:(26 Mar 2018, 18:24)

Der Staat könnte aber für wenig Zusatzkosten seinen Bürgern zusätzliche Dienstleistungen anbieten, an denen private Unternehmer kaum Interesse haben. Unseren Steuern stehen doch auch Leistungen gegenüber.

"Für wenig Zusatzkosten"? Ich wäre mal auf die Arbeitskämpfe bei Tarifverhandlungen gespannt. :D :D
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Re: Solidarisches Grundeinkommen

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mo 26. Mär 2018, 17:57

Die Quasiverbeamtung von Arbeitslosen scheint also noch nicht vom Tisch zu sein :-)
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Re: Solidarisches Grundeinkommen

Beitragvon Maltrino » Di 27. Mär 2018, 12:32

frems hat geschrieben:(19 Mar 2018, 12:48)

...

Was haltet Ihr von diesem sog. solidarischen Grundeinkommen?


Ich habs zwar schon angedeutet, aber nach der "Hart aber Fair" Sendung muss ich noch deutlicher sagen:

Es ist absoluter Wahnsinn worauf "eure" Profipolitiker da zusteuern. Und da es offenbar keinen großen Widerstand gibt, zumindest keinen der sich öffentlich Gehört verschaffen kann, wird das jetzt wahrscheinlich umgesetzt. Soweit ich das verstanden habe sind schon im Koalitionsvertrag öffentliche Beschäftigungsmaßnahmen vorgesehen. Die Öffentlichkeit kapiert nicht wie schwachsinnig das alles ist. Nochmal: Der Begriff "Solidarisches Grundeinkommen" ist ein Witz. Wir reden hier vom Konzept des "staatlich garantierten Arbeitsplatzes", ein Konzept das so schlecht ist, dass es selbst in der Piratenpartei nicht über den Status einer spinnernden Idee eines einzelnen Ex-SPDlers hinaus schaffte. Wenn das umgesetzt wird, und in Teilen ist es schon umgesetzt und wird wohl in den nächsten Vier Jahren noch mehr umgesetzt, dann wird es so sein, dass jemand der in einem Job oder als Selbstständiger sich abrackert und zum Beispiel 1200 Euro im Monat verdient, dass derjenige dann neidisch auf einen Park-Putzer schaut, der so einen staatlich garantierten Job annimmt. Ich weiß, ihr und große Teile der Öffentlichkeit lassen sich blenden von vielen Details. Es ist und bleibt, wenn man das Große und Ganze betrachtet, ein absoluter Hoax. Wir reden hier offenbar davon, dass jeder der keinen normalen Job findet ein Anrecht hat einen 100% staatlich finanzierten "Job" zu bekommen. "Sozialversicherungspflichtig"... Nochmal: Der Staat zahlt das alles!

Nochmal: Wir reden hier von einer Idee, die in der Piratenpartei den Status einer Schnappsidee eines Einzelkämpfers hatte. Und wenn ich mir jetzt mal das Gesamtbild der deutschen Politik ansehe, dann sehe ich also folgendes: Auf der rechten Seite treibt die AfD die Politik vor sich her, auf der linken Seite ist es jetzt dieser Kram. Ich weiß, euch fählt größtenteils der Einblick was in den letzten 10 Jahren in gewissen Gruppierungen in Deutschland abging. Aber ich sage euch nochmal: Ihr habt Gruppierungen wie die Piraten weggeschickt und bekommt jetzt (AfD, Arbeitsplatzgarantie...) Sachen die so schlecht sind, dass sie bei den Piraten nur Trollbeiträge waren. Das ist alles Wahnsinn.

Jeder Mensch wird das Recht haben vom Staat einen "Job" zu bekommen? Und niemand schreit "Das ist Kommunismus!" oder "Das ja wie in der DDR!"?

Ok, wie in der DDR wird es nicht. Es wird eher so: Diese staatliche Arbeitsplatzgarantie zementiert endgültig gesellschaftliche und wirtschaftliche Machtverhältnisse zu Gunsten der aktuellen Machthaber. Wer so einen Job garantiert bekommt, der wird natürlich nicht die Parteien abwählen die ihm einen Job garantieren. Noch dramatischer aber: Jemand der versucht zu arbeiten der wird zu hören bekommen "Ach Junge, lass doch den Kram mit deiner komischen Geschöftsidee, nimm doch lieber den Staats-Job an, da hast du festes Geld". Es ist die teilweise Abschaffung der Marktwirtschaft. Es wird nur noch zwei Arten von Arbeit geben: 1. Für die Reichen arbeiten 2 Für den Staat arbeiten Geschäftsmodelle die darauf beruhen, dass der Kunde direkt investiert, die werden endgültig ausgetrocknet. Diese staatliche Arbeitsplatzgarantie ist die Garantie, dass niemand der sich über Crowdfundig finanziert, der mit wenig Geld anfängt, den mächtigen Wirtschaftsakteuren gefährlich werden kann.

Anders erklärt: Diese staatlich garantierten Arbeitsplätze werden natürlich von Steuergeldern bezahlt. Wer zahlt Steuergelder? EIgentlich kann doch nur jemand der etwas hat Steuern bezahlen oder? Wer nichts hat, nichts ausgibt, kann das nicht. Das heißt: Die "Eliten", die Steuern zahlen, garantieren dafür, dass ihnen keiner mehr gefährlich wird. Oder mit einem Gleichnis: Wenn Siemens das einzige Unternehmen in Deutschland wäre, das den größten Teil der Steuern zahlt, und wenn dieser Staat jedem Menschen einen gering aber halbwegs gut bezahlten Arbeitsplatz garantiert, dann ist es faktisch so, dass jeder (!) Mensch das Anrecht hat auf einen Arbeitsplatz bei Siemens. Wer wird sich dann noch die Mühe machen ein Unternehmen zu gründen das Siemens, oder zumindest Teilen von Siemens, gefährlich werden kann? Ersetze Siemens durch VW und die Verschwörungstheorie ist perfekt, aber gut, lassen wir das.

Diejenigen die Steuern zahlen (guckt selber wer das ist) garantieren quasi jedem Menschen einen Arbeitsplatz der durch sie finanziert wird. Wozu das führt, dazu nochmal ein Gedankenspiel: Ein Zwergenstaat besteht aus 10 Leuten. Der einzig verbliebene Unternehmer und staatstragende Steuerzahler ist ein Zwerg der rote Mützen herstellt. Wenn dieser Staat jetzt Arbeitsplatzgarantie gibt, dann hat faktisch jeder Zwerg ein Anrecht auf einen Arbeitsplatz, der vom "rote Mützen Unternehmer Zwerg" finanziert wird. Lohnt es sich dann noch für einen Zwerg innovative bunte Mützen herzustellen und den Markteintritt zu versuchen? Wer die Idee einer bunten Mütze hat, der hat die Wahl. Entweder es riskieren, oder einen garantieren Job abgreifen... Und seine ganze Familie wird ihm sagen "Warum dieses Risiko, bewerb dich doch beim roten Mütze Hersteller oder nehm den garantierten Job!"...

Das ist doch alles Wahnsinn. Ihr schafft schrittweise die Marktwirtschaft ab. Und das sage ich als "linke Spinner". Sorry, dass ich zu untalentiert bin es besser zu erklären, aber es ist so.
Wie ihr seht, habe ich jetzt auch ein Profilbild wo das Portrait eines großen politischen Denkers aus der Vergangenheit abgebildet ist. Damit ist jetzt jede meiner Aussagen wahr und absolut seriös.
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Re: Solidarisches Grundeinkommen

Beitragvon zollagent » Di 27. Mär 2018, 12:37

Maltrino, du schreibst, was ich denke. :thumbup: Wieder mal Futter für die Tribüne und die Stammtische. Vernünftig wird da nichts und das Ganze wird so einigen kleinen Unternehmen die Basis entziehen, denn gegen die steuerlich finanzierte Staatskonkurrenz ist kein Ankommen.
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Re: Solidarisches Grundeinkommen

Beitragvon Misterfritz » Di 27. Mär 2018, 12:38

Maltrino hat geschrieben:(27 Mar 2018, 13:32)
Wenn das umgesetzt wird, und in Teilen ist es schon umgesetzt und wird wohl in den nächsten Vier Jahren noch mehr umgesetzt, dann wird es so sein, dass jemand der in einem Job oder als Selbstständiger sich abrackert und zum Beispiel 1200 Euro im Monat verdient, dass derjenige dann neidisch auf einen Park-Putzer schaut, der so einen staatlich garantierten Job annimmt.
Was lässt Dich annehmen, dass Parkputzen eine leichte Tätigkeit ist, die andere gerne gegen ihren gegenwärtigen Job tauschen würden?
Und warum sollten die, denen jetzt geholfen werden sollen, eigentlich darunter leiden, dass Du nicht so erfolgreich in Deiner Selbständigkeit bist?
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Re: Solidarisches Grundeinkommen

Beitragvon Maltrino » Di 27. Mär 2018, 12:38

Moment. Ich glaube ich habe einen Denkfehler gemacht. Es ist alles noch schlimmer! Wenn Umsatzsteuer und Lohnsteuer den Großteil des Steueraufkommens ausmacht, dann ist es so, dass die die Einkommen beziehen und einkaufen (also der "einfache Arbeiter"?) diese staatlich garantierten Arbeitsplätze bezahlt. Der Ausgebeutete zahlt also dafür, dass keiner mehr seinem Ausbeuter gefährlich werden kann? So oder so. Wahnsinn.
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Re: Solidarisches Grundeinkommen

Beitragvon Misterfritz » Di 27. Mär 2018, 12:40

zollagent hat geschrieben:(27 Mar 2018, 13:37)

Maltrino, du schreibst, was ich denke. :thumbup: Wieder mal Futter für die Tribüne und die Stammtische. Vernünftig wird da nichts und das Ganze wird so einigen kleinen Unternehmen die Basis entziehen, denn gegen die steuerlich finanzierte Staatskonkurrenz ist kein Ankommen.
Ich frage mich immer noch, warum solchen Leuten, die sich dadurch helfen lassen WOLLEN (denn das Ganze ist ja freiwillig), nicht geholfen werden darf?
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Re: Solidarisches Grundeinkommen

Beitragvon Maltrino » Di 27. Mär 2018, 12:43

Misterfritz hat geschrieben:(27 Mar 2018, 13:38)

Was lässt Dich annehmen, dass Parkputzen eine leichte Tätigkeit ist...


Was soll der Staat machen wenn der Parkputzer nicht fleißig ist? Ihn entlassen?

Der Marktmechanismus fehlt völlig. Wie will man den Parkputzer zur Arbeit antreiben? Was ist wenn er alle Vorgaben einhält aber nur 1 Dose pro Tag einsammelt? Soll man dann einen Plan machen der vorsieht "Mindestens 90 Dosen pro Tag sammeln!"? Es muss also ein Komitee gegründet werden, das einen Plan (!) für diese Arbeiter erarbeitet. DDR 4.0. Die Schrittweise Abschaffung der Marktwirtschaft.
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Re: Solidarisches Grundeinkommen

Beitragvon Alpha Centauri » Di 27. Mär 2018, 12:43

Maltrino hat geschrieben:(27 Mar 2018, 13:32)

Ich habs zwar schon angedeutet, aber nach der "Hart aber Fair" Sendung muss ich noch deutlicher sagen:

Es ist absoluter Wahnsinn worauf "eure" Profipolitiker da zusteuern. Und da es offenbar keinen großen Widerstand gibt, zumindest keinen der sich öffentlich Gehört verschaffen kann, wird das jetzt wahrscheinlich umgesetzt. Soweit ich das verstanden habe sind schon im Koalitionsvertrag öffentliche Beschäftigungsmaßnahmen vorgesehen. Die Öffentlichkeit kapiert nicht wie schwachsinnig das alles ist. Nochmal: Der Begriff "Solidarisches Grundeinkommen" ist ein Witz. Wir reden hier vom Konzept des "staatlich garantierten Arbeitsplatzes", ein Konzept das so schlecht ist, dass es selbst in der Piratenpartei nicht über den Status einer spinnernden Idee eines einzelnen Ex-SPDlers hinaus schaffte. Wenn das umgesetzt wird, und in Teilen ist es schon umgesetzt und wird wohl in den nächsten Vier Jahren noch mehr umgesetzt, dann wird es so sein, dass jemand der in einem Job oder als Selbstständiger sich abrackert und zum Beispiel 1200 Euro im Monat verdient, dass derjenige dann neidisch auf einen Park-Putzer schaut, der so einen staatlich garantierten Job annimmt. Ich weiß, ihr und große Teile der Öffentlichkeit lassen sich blenden von vielen Details. Es ist und bleibt, wenn man das Große und Ganze betrachtet, ein absoluter Hoax. Wir reden hier offenbar davon, dass jeder der keinen normalen Job findet ein Anrecht hat einen 100% staatlich finanzierten "Job" zu bekommen. "Sozialversicherungspflichtig"... Nochmal: Der Staat zahlt das alles!

Nochmal: Wir reden hier von einer Idee, die in der Piratenpartei den Status einer Schnappsidee eines Einzelkämpfers hatte. Und wenn ich mir jetzt mal das Gesamtbild der deutschen Politik ansehe, dann sehe ich also folgendes: Auf der rechten Seite treibt die AfD die Politik vor sich her, auf der linken Seite ist es jetzt dieser Kram. Ich weiß, euch fählt größtenteils der Einblick was in den letzten 10 Jahren in gewissen Gruppierungen in Deutschland abging. Aber ich sage euch nochmal: Ihr habt Gruppierungen wie die Piraten weggeschickt und bekommt jetzt (AfD, Arbeitsplatzgarantie...) Sachen die so schlecht sind, dass sie bei den Piraten nur Trollbeiträge waren. Das ist alles Wahnsinn.

Jeder Mensch wird das Recht haben vom Staat einen "Job" zu bekommen? Und niemand schreit "Das ist Kommunismus!" oder "Das ja wie in der DDR!"?

Ok, wie in der DDR wird es nicht. Es wird eher so: Diese staatliche Arbeitsplatzgarantie zementiert endgültig gesellschaftliche und wirtschaftliche Machtverhältnisse zu Gunsten der aktuellen Machthaber. Wer so einen Job garantiert bekommt, der wird natürlich nicht die Parteien abwählen die ihm einen Job garantieren. Noch dramatischer aber: Jemand der versucht zu arbeiten der wird zu hören bekommen "Ach Junge, lass doch den Kram mit deiner komischen Geschöftsidee, nimm doch lieber den Staats-Job an, da hast du festes Geld". Es ist die teilweise Abschaffung der Marktwirtschaft. Es wird nur noch zwei Arten von Arbeit geben: 1. Für die Reichen arbeiten 2 Für den Staat arbeiten Geschäftsmodelle die darauf beruhen, dass der Kunde direkt investiert, die werden endgültig ausgetrocknet. Diese staatliche Arbeitsplatzgarantie ist die Garantie, dass niemand der sich über Crowdfundig finanziert, der mit wenig Geld anfängt, den mächtigen Wirtschaftsakteuren gefährlich werden kann.

Anders erklärt: Diese staatlich garantierten Arbeitsplätze werden natürlich von Steuergeldern bezahlt. Wer zahlt Steuergelder? EIgentlich kann doch nur jemand der etwas hat Steuern bezahlen oder? Wer nichts hat, nichts ausgibt, kann das nicht. Das heißt: Die "Eliten", die Steuern zahlen, garantieren dafür, dass ihnen keiner mehr gefährlich wird. Oder mit einem Gleichnis: Wenn Siemens das einzige Unternehmen in Deutschland wäre, das den größten Teil der Steuern zahlt, und wenn dieser Staat jedem Menschen einen gering aber halbwegs gut bezahlten Arbeitsplatz garantiert, dann ist es faktisch so, dass jeder (!) Mensch das Anrecht hat auf einen Arbeitsplatz bei Siemens. Wer wird sich dann noch die Mühe machen ein Unternehmen zu gründen das Siemens, oder zumindest Teilen von Siemens, gefährlich werden kann? Ersetze Siemens durch VW und die Verschwörungstheorie ist perfekt, aber gut, lassen wir das.

Diejenigen die Steuern zahlen (guckt selber wer das ist) garantieren quasi jedem Menschen einen Arbeitsplatz der durch sie finanziert wird. Wozu das führt, dazu nochmal ein Gedankenspiel: Ein Zwergenstaat besteht aus 10 Leuten. Der einzig verbliebene Unternehmer und staatstragende Steuerzahler ist ein Zwerg der rote Mützen herstellt. Wenn dieser Staat jetzt Arbeitsplatzgarantie gibt, dann hat faktisch jeder Zwerg ein Anrecht auf einen Arbeitsplatz, der vom "rote Mützen Unternehmer Zwerg" finanziert wird. Lohnt es sich dann noch für einen Zwerg innovative bunte Mützen herzustellen und den Markteintritt zu versuchen? Wer die Idee einer bunten Mütze hat, der hat die Wahl. Entweder es riskieren, oder einen garantieren Job abgreifen... Und seine ganze Familie wird ihm sagen "Warum dieses Risiko, bewerb dich doch beim roten Mütze Hersteller oder nehm den garantierten Job!"...

Das ist doch alles Wahnsinn. Ihr schafft schrittweise die Marktwirtschaft ab. Und das sage ich als "linke Spinner". Sorry, dass ich zu untalentiert bin es besser zu erklären, aber es ist so.


Bei den Piraten hieß es ja auch "bedinungsloses Grundeinkommen" nicht " solidarisches Grundeinkommen" ist schon noch ein Unterschied.
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Re: Solidarisches Grundeinkommen

Beitragvon zollagent » Di 27. Mär 2018, 12:47

Misterfritz hat geschrieben:(27 Mar 2018, 13:40)

Ich frage mich immer noch, warum solchen Leuten, die sich dadurch helfen lassen WOLLEN (denn das Ganze ist ja freiwillig), nicht geholfen werden darf?

Darf schon. Da sollten die Stellen, die Bedarf an Leistungen haben, diese an die Wirtschaft vergeben, die dann Leute einstellt, um diese Leistungen zu erbringen. Wäre für alle eine Win-Win-Situation.
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Re: Solidarisches Grundeinkommen

Beitragvon Misterfritz » Di 27. Mär 2018, 12:51

zollagent hat geschrieben:(27 Mar 2018, 13:47)

Darf schon. Da sollten die Stellen, die Bedarf an Leistungen haben, diese an die Wirtschaft vergeben, die dann Leute einstellt, um diese Leistungen zu erbringen. Wäre für alle eine Win-Win-Situation.
Das hiesse aber, dass der Staat dann der Wirtschaft Vorgaben machen müsste, WEN sie einstellen dürfen für diese speziellen Aufträge, die sie vergeben. Und das müsste kontrolliert werden.
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Re: Solidarisches Grundeinkommen

Beitragvon Ammianus » Di 27. Mär 2018, 12:53

Maltrino hat geschrieben:(27 Mar 2018, 13:43)

Was soll der Staat machen wenn der Parkputzer nicht fleißig ist? Ihn entlassen?

Der Marktmechanismus fehlt völlig. Wie will man den Parkputzer zur Arbeit antreiben? Was ist wenn er alle Vorgaben einhält aber nur 1 Dose pro Tag einsammelt? Soll man dann einen Plan machen der vorsieht "Mindestens 90 Dosen pro Tag sammeln!"? Es muss also ein Komitee gegründet werden, das einen Plan (!) für diese Arbeiter erarbeitet. DDR 4.0. Die Schrittweise Abschaffung der Marktwirtschaft.


Und warum soll man den nicht einfach wieder auf ALG 2 setzen, wenn er statt Dosen zu sammeln nur rumsitzt und welche leer macht? Wäre doch kein Problem. Der hätte dann einen normalen Arbeitsvertrag zum Mindestlohn. Das ist spürbar mehr als ALG 2. Und es könnte einen Anreiz geben, nach besser bezahlten Stellen ausschau zu halten. Bei Bewerbungen sehen dann auch 2 Jahre ohne Probleme in so einem öffentlichen Arbeitsverhältnis besser aus als 7 Jahre langzeitarbeitslos.
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Re: Solidarisches Grundeinkommen

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Di 27. Mär 2018, 14:02

Maltrino hat geschrieben:(27 Mar 2018, 13:38)

Moment. Ich glaube ich habe einen Denkfehler gemacht. Es ist alles noch schlimmer! Wenn Umsatzsteuer und Lohnsteuer den Großteil des Steueraufkommens ausmacht, dann ist es so, dass die die Einkommen beziehen und einkaufen (also der "einfache Arbeiter"?) diese staatlich garantierten Arbeitsplätze bezahlt. Der Ausgebeutete zahlt also dafür, dass keiner mehr seinem Ausbeuter gefährlich werden kann? So oder so. Wahnsinn.


meines Erachtens wird viel zu viel darüber philosophiert, wer denn tatsächlich Steuern zahlt. Am Ende des Tages haben wir ein Steuersystem, dass prinzipiell nur auf dem Vorhandensein von unternehmerischer Tätigkeit basiert. Also auf dem Prinzip der Wertschöpfung. Und aus dieser Wertschöpfung sichert sich der Staat für seine Aufgaben halt einen entsprechenden Anteil. Wo er das macht ist langfristig erst mal egal. Wichtig ist erst mal, dass wir ohne unternehmerische Tätigkeit wohl überhaupt keine Steuern zahlen könnten.
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Re: Solidarisches Grundeinkommen

Beitragvon zollagent » Di 27. Mär 2018, 14:08

Misterfritz hat geschrieben:(27 Mar 2018, 13:51)

Das hiesse aber, dass der Staat dann der Wirtschaft Vorgaben machen müsste, WEN sie einstellen dürfen für diese speziellen Aufträge, die sie vergeben. Und das müsste kontrolliert werden.

Muß man das? Arbeitskräftezuweisung? Nun, da habe ich starke Bedenken. Was der Staat müßte, wäre Vorgaben zu machen, wie und bis wann Leistungen zu erbringen sind. Wie und mit welchem Aufwand sie das bewerkstelligen, ist ihre persönliche Freiheit und auch ihr Risiko. Es ist verführerisch, in die Auftragsausführung hineinzuregulieren. Aber auf Dauer auch kontraproduktiv.
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Re: Solidarisches Grundeinkommen

Beitragvon Maltrino » Di 27. Mär 2018, 14:19

Ammianus hat geschrieben:(27 Mar 2018, 13:53)

Und warum soll man den nicht einfach wieder auf ALG 2 setzen, wenn er statt Dosen zu sammeln nur rumsitzt und welche leer macht? Wäre doch kein Problem. Der hätte dann einen normalen Arbeitsvertrag zum Mindestlohn. Das ist spürbar mehr als ALG 2. Und es könnte einen Anreiz geben, nach besser bezahlten Stellen ausschau zu halten. Bei Bewerbungen sehen dann auch 2 Jahre ohne Probleme in so einem öffentlichen Arbeitsverhältnis besser aus als 7 Jahre langzeitarbeitslos.


Auch an "Misterfritze": Ich habe versucht es in langen Worten zu erklären und gehofft ein zweiter bleibt mir und uns erspart, trotzdem nochmal etwas konkreter:

Misterfritz hat geschrieben:(27 Mar 2018, 13:40)

Ich frage mich immer noch, warum solchen Leuten, die sich dadurch helfen lassen WOLLEN (denn das Ganze ist ja freiwillig), nicht geholfen werden darf?


Ich bin dafür, dass jeder Geld kriegt um an Wirtschaft und Gesellschaft teilzunehmen. Ich will aber nochmal kurz beschreiben (ich hoffe jetzt wirds deutlicher) was bei dieser staatlichen Arbeitsplatzgarantie passiert: Hier hat irgendjemand geschrieben was das damit zu tun hat, dass ich mit meinem Mini-Unternehmen Schwierigkeiten habe. Eigentlich wollte ich gar nicht darauf eingehen, da es nicht um mich geht, aber erstaunlicherweise fällt mir wirklich ein konkretes Beispiel ein wo sichtbar wird was jetzt schon passiert: Ich saß bei einem guten Freund in seinem "Büro". Er sollte und wollte mir helfen einen Film über mein Produkt zu vertonen. Das wäre kein Problem gewesen. Er wusste worum es geht, spricht gut englisch, hat Erfahrung darin und ich dachte er hätte Zeit da seine eigenen Ideen grad ins Stocken geraten sind. Im Laufe des Gespräches wurde aber deutlich, dass er nun doch keine Zeit dafür hat, da er vom Jobcenter einen Job als Deutschlehrer für Flüchtlinge bekommen hat und außerdem noch als Dänisch-und Englisch-Übersetzer für die aktiv ist. Nichts gegen Flüchtlinge. Aber damit konnte ich natürlich nicht mithalten. Ich konnte ihn nicht so gut bezahlen wie der Staat und er hatte nun keine Zeit mehr und war somit "weg vom Fenster". So Typen wie er haben keine Chance auf einen regulären Job in einem großen Unternehmen. Viel zu chaotisch. Mir wäre das egal gewesen. Aber der quasi staatlich garantierte Arbeitsplatz als Übersetzer hat das alles gekillt. Ohne solche staatlich garantierten Arbeitsplätze, oder nur mit BGE, wäre das anders gewesen. Vielleicht hätten die Flüchtlinge ihn von sich aus (von ihrem BGE?) als Deutschlehrer eingestellt. Glaub ich nicht. Viel wahrscheinlicher ist, er hätte weiterhin seine kleine Selbstständigkeit gemacht und/oder mit mir was gemacht. Aber dem war nicht so. Und das ist jetzt schon real. Der Staat agiert als Konkurrenz für kleine Unternehmen. Klar, es muss einige Beamte geben. Aber wenn jeder Herumtreiber die Möglichkeit hat beim Staat einen Job als Dänisch-Übersetzer, als Coach für Arbeitslose, als Coach für Coaches, als Filmemacher für ein kommunales Museum, als Fotograf für ein staatlich finanziertes Stadtteilmagazin und was es sonst noch so gibt, zu bekommen... Ich verstehe die Motivation dahinter. Aber faktisch ist es so, all diese Leute sind "weg vom Fenster", sind nicht mehr verfügbar auf dem regulären Markt um mit ihnen was anzustellen. Und es sind mitlerweile schon sehr viele! Nenn mich herzlos, dass ich den Flüchtlingen ihren staatlich garantierten Deutschlehrer wegnehmen will, den Arbeitslosen die Coaches, dem kommunalen Schwachsinnsmuseum ihren Filmemacher für Schwachsinnsfilme (ich sag das als linker BGE Spinner!), alle diese "tollen" Sachen will ich weg haben, ja. Ich will, dass der Staat ganz genau guckt in welchem Fall er ein Unternehmen subventioniert oder jemand in ein öffentliches Beschäftigungsverhältnis nimmt. Der Rest der Leute soll kein Anrecht auf Subventionen oder Staats-Job haben sondern soll nichts bekommen oder besser noch ein BGE, das zumindest marktneutral ist. Es ist für kleine Unternehmen und Start-Ups jetzt schon unmöglich Mitstreiter oder gar Mitarbeiter zu finden, da immer mehr Heinis vom Staat für irgendeinen Quatsch bezahlt werden und dort "beschäftigt" sind.

Vielleicht irre ich mich. Vielleicht werden diese Staatsjobs ja so schwachsinnig, dass mein Kumpel mich anruft und sagt "Hey, ich bin jetzt Dänischlehrer auf Lebenszeit und habe jetzt 1500 Euro, sitze hier aber nur rum, da keiner einen Dänischlehrer braucht, ich kann jetzt für dich Filme vertonen während ich hier rumsitze, damit ich mich nicht langweile!" Aber ich fürchte, das verbietet der "Arbeitsvertrag".

Sorry für den viel Text. Man könnte es auch positiv sehen, dass diese "Staats-Jobs" verhindern, dass schlechte Unternehmen einen Arbeiter finden. Faktisch wird es aber so sein, dass kleine Unternehmen klein (und "schlecht") bleiben und niemanden finden der mitmacht (da jeder Hans und Franz in Staats-Jobs ist) und deshalb den großen nicht mehr gefährlich werden können. Es wird sich nicht mehr lohnen klein anzufangen, da immer der Staats-Job lockt. Der Weg vom Tellerwäscher um Millionär wird so unattraktiv, da der Tellerwäscher sofort vom Staats-Job auf eine andere Schiene gelockt wird. Ich will keinen Steinzeit-Kapitalismus ohne jegliche soziale Sicherheit. Ein BGE wäre "marktneutral", diese Staats-Jobs sind es meiner Meinung nach nicht, sie zementieren Machtverhältnisse: Ein BGE zum Beispiel hätte den Menschen Geld und Zeit gegeben um zum Beispiel Flugblätter für eine politische Kampagne zu machen, zu drucken und zu verteilen. Ein staatlich garantierter Job gibt den Menschen Geld dafür, nimmt ihnen aber die Zeit es durchzuführen. Es ist eigentlich das schlaueste was ein Machthaber tun kann. Einfach jeden anstellen, so dass jeder bei einem beschäftigt ist und keiner mehr gegen einen aufbegehrt. Und "ihr" macht das alles mit. Oder um es deutlicher zu machen: Nein, es ist nicht toll wenn die Mafia einen Restaurantbesitzer dafür bezahlt, dass er die Regeln der Mafia einhält. Es festigt die Macht der Mafia. Anders wäre es wenn das Geld der Mafia einfach so an jeden verteilt wird. Es ist ein kleiner aber feiner Unterschied. Es ist ein Unterschied ob der Staat den Menschen Geld gibt damit diese an Wirtschaft und Gesellschaft teilnehmen können oder ob er den Menschen Geld gibt, unter der Bedingung, dass sie sich mit einem Arbeitsvertrag binden und weniger an Wirtschaft und Gesellschaft teilnehmen.

Man kann es so formulieren: Der Staat gibt den Menschen Geld, unter der Bedingung, dass sie dem regulären Arbeitsmarkt nicht mehr (!) zur Verfügung stehen. Und so ergibt das ein Gesamtbild: Die großen Unternehmen (und deren Angestellte) die mit ihren Steuern das System finanzieren sorgen damit dafür, dass die Leute entweder für sie (oder mit ihnen) arbeiten oder für niemand anderes. DAS ist die Stilllegungsprämie. Diejenigen die nicht bei den derzeit mächtigen Arbeitgebern angestellt werden, die bekommen von denen (und deren Mitarbeitern) eine Prämie dafür (über die Steuergelder), dass sie so einen Staatsjob annehmen und somit nicht für jemand anderes arbeiten (einen potentiellen Konkurrenten) oder sich sonstwie wirtschaftlich aktiv betätigen. Arbeite für uns oder für den Staat damit du nicht auf dumme, oder gar innovative, Ideen kommst. Die Vernichtung von Arbeitslosigkeit ist in diesem Falle also die Vernichtung von potentiellen Unruheherden und Konkurrenten mit Zeit. Eigentlich genial.
Wie ihr seht, habe ich jetzt auch ein Profilbild wo das Portrait eines großen politischen Denkers aus der Vergangenheit abgebildet ist. Damit ist jetzt jede meiner Aussagen wahr und absolut seriös.
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Re: Solidarisches Grundeinkommen

Beitragvon Maltrino » Di 27. Mär 2018, 14:22

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(27 Mar 2018, 15:02)

meines Erachtens wird viel zu viel darüber philosophiert, wer denn tatsächlich Steuern zahlt. Am Ende des Tages haben wir ein Steuersystem, dass prinzipiell nur auf dem Vorhandensein von unternehmerischer Tätigkeit basiert. Also auf dem Prinzip der Wertschöpfung. Und aus dieser Wertschöpfung sichert sich der Staat für seine Aufgaben halt einen entsprechenden Anteil. Wo er das macht ist langfristig erst mal egal. Wichtig ist erst mal, dass wir ohne unternehmerische Tätigkeit wohl überhaupt keine Steuern zahlen könnten.


Oder so: Überall wo Geld fließt, sichert sich der Staat seinen Anteil. Ändert dann nichts an meiner provokanten Schlussfolgerung: Die Steuerzahler, also die die was "unternehmen", garantieren den Arbeitslosen einen "Staats-Job" damit diese "nichts unternehmen". Siehe langer Text... Ich kriegs nicht besser und verständlicher hin. So, ich hab fertig für heute. Garantiert...
Wie ihr seht, habe ich jetzt auch ein Profilbild wo das Portrait eines großen politischen Denkers aus der Vergangenheit abgebildet ist. Damit ist jetzt jede meiner Aussagen wahr und absolut seriös.

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