Solidarisches Grundeinkommen

In diesem Forum werden Themen rund um die sozialen Sicherungsysteme diskutiert.
Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Arbeitslosengeld 2 (HartzIV), Rentenversicherung, Sozialgesetzbuch.

Moderator: Moderatoren Forum 1

Alpha Centauri
Beiträge: 1916
Registriert: Mo 19. Jun 2017, 09:49

Re: Solidarisches Grundeinkommen

Beitragvon Alpha Centauri » Mo 19. Mär 2018, 22:33

zollagent hat geschrieben:(19 Mar 2018, 12:54)

Offen gesagt: Nichts. Es schafft eine Konkurrenzsituation zu Pflegebetrieben. Da ist sicher nicht alles in Butter, aber wenn ich mir vorstelle, daß deren Umsätze dadurch noch gekürzt würden, wird mir schwummrig. Wenn die Pflege gesellschaftliche Aufgabe wird, soll man da auch gesellschaftlich wahrnehmen und nicht irgendwelche Lückenbüßer dafür einsetzen.



Absolut, dann wäre auch gleich.ein bedinungsloses Grundeinkommen ehrlicher und richtiger , dass der derzeitige Hartz System kaum zukunftsfähig ist hat Müller immerhin richtig erkannt
Benutzeravatar
Skull
Vorstand
Beiträge: 17234
Registriert: Do 12. Apr 2012, 21:22
Benutzertitel: woaussie
Wohnort: NRW
Kontaktdaten:

Re: Solidarisches Grundeinkommen

Beitragvon Skull » Mo 19. Mär 2018, 23:29

Guten Abend,

auch hier...

ich bin kein Freund von themenfremdem ... Spam.

Einiges davon...entsorgt.
Man dient für Lohn und liebt sich für Geschenke
KarlRanseier
Beiträge: 1141
Registriert: Fr 14. Jul 2017, 19:43

Re: Solidarisches Grundeinkommen

Beitragvon KarlRanseier » Di 20. Mär 2018, 00:15

Teeernte hat geschrieben:(19 Mar 2018, 22:22)

Eine gute Idee - wenn die Leute von den Fachbetrieben unterstützt/angeleitet/ausgestattet/geschult werden durch die die Arbeit zum Teil jetzt auch ausgeführt werden.

(Ansonsten - ......die DDR hatte die "Kunstblume" Sebnitz - eine Zuschussfirma selbst in DDR Zeiten.... )

Festanstellung und 1500 Brutto - ist natürlich der Knaller......wer verkauft dann für Kik auf Teilzeit ? ...oder steht am Sonntag im Bäcker ?



Das gleiche Scheinargument hatten wir auch bei der Einführung des Mindestlohns. Wann gibts mal etwas Neues? :rolleyes:

Das regelt alles der Markt. Wenn KiK anständige Löhne zahlen muss, dann steigen halt die Preise. Na und? Wo ist da das Problem? :?:
Benutzeravatar
Maltrino
Beiträge: 504
Registriert: Fr 8. Jan 2016, 12:40

Re: Solidarisches Grundeinkommen

Beitragvon Maltrino » Di 20. Mär 2018, 02:11

sunny.crockett hat geschrieben:(19 Mar 2018, 20:00)

Der Vorschlag von Müller hat ja nichts mit Grundeinkommen zu tun. Müller sagt ja:
"Müller hat eine klare Vorstellung, wie hoch das solidarische Grundeinkommen sein soll. „Wir orientieren uns am Mindestlohn. Da landet man als Single in Vollzeit bei etwa 1500 Euro brutto oder 1200 Euro netto. Wenn man Kinder hat, kommt noch das Kindergeld dazu“
Das solidarische Grundeinkommen setzt – anders als das bedingungslose Grundeinkommen – auf ein Arbeitsverhältnis. Es soll an Menschen gezahlt werden, die sich ehrenamtlich zum Beispiel um Senioren kümmern, Alleinerziehende unterstützen oder Parks pflegen."


Wenn Müller orientiert am Mindeslohn zahlen will, kann er doch gleich Arbeitsplätze mit Mindestlohn schaffen, besonders wenn sein Grundeinkommen ein Arbeitsverhältnis sein soll. Warum nennt er also eine Mindestlohnstelle dann Grundeinkommen? Weils besser klingt und man sich wichtig machen kann?


Wenn diese Zusammenfassung wirklich korrekt ist, dann erinnert mich das ganze an ein Konzept was damals ein ehemaliger Sozialdemokrat bei der Piratenpartei vorgeschlagen hat. Er nannte es ungefähr "Garantie auf Arbeit". Jeder der keine Arbeit hat soll quasi einen 100% vom Staat finanzierten Arbeitsplatz bekommen. Mit dieser Idee hatte er natürlich keine Chance bei den Piraten, da es total absurd war. Es ist wohl charakteristisch für die heutige Politik, dass nun so ein absurder Vorschlag, der bei einer Partei wie den Piraten als "unseriös" keine Chance hatte nun von oberster Stelle ausgegeben wird. Das bestärkt mich wieder mal in meiner Meinung, dass der Wegfall der Piraten nicht die "dummen Piraten" von der Politikerbühne gefegt hat, sondern Platz gemacht hat für "dumme Vorschläge" die bei den Piraten sofort aussortiert wurden.

Das was Müller vorschlägt scheinen staatlich garantierte Arbeitsplätze zu sein. DDR 4.0 oder was? Ich weiß jetzt gar nicht ob ich das absurd oder gut finden soll. Wenn ich es schlecht finde, dann muss ich Hartz4 befürworten oder wie? Also find ich es mal gut! :thumbup: Ganz toller Vorschlag :s

Aber wie in der DDR fehlt hier natürlich auch der Marktmechanismus. Wer entscheidet ob der Parkpfleger seine "Arbeit" gut gemacht hat oder nicht? Der Staat, bzw. die öffentliche Hand. Und wie soll sie das entscheiden? Ich hab da eine Idee: Die Volksrepublik Berlin macht einen PLAN! Ein Komitee erstellt einen Plan auf dem steht wieviele Bierdosen die Parkpfleger pro Tag einsammeln sollen. Wenn die Parkpfleger dieses Plansoll (heißt das so?) erfüllen, dann ist alles gut. Wenn nicht, tjat dann.. dannn....... dann gibt es aber ordentlich Ärger! Aber entlassen wird niemand, denn der Staat, äh die Volksrepublik garantiert ja den Arbeitsplatz!

Das ist doch alles Mist. Das Problem ist: Das BGE wurde von der falschen Seite vorgeschlagen. Jetzt drucksen sich alle herum und versuchen irgendwie zu verhindern, dass sie den BGE-Freaks recht geben müssen, und da entstehen solche Vorschläge. Nochmal: Solche Vorschläge gab es schon zu Hauf. Wurden aber in den ganzen Hampelmann Parteien aussortiert, weil man sie für zu absurd befand. Jetzt kommt von einem regierenden Bürgermeister so ein Vorschlag. Warum? Weil es nicht nach Piraten klingt und damit scheinbar seriös. Was er nicht weiß: Bei den Piraten wurde exakt (!) sowas diskutiert, hat sich aber nicht mal ansatzweise durchgesetzt weil es zu irre war.
Wie ihr seht, habe ich jetzt auch ein Profilbild wo das Portrait eines großen politischen Denkers aus der Vergangenheit abgebildet ist. Damit ist jetzt jede meiner Aussagen wahr und absolut seriös.
Wähler
Beiträge: 3649
Registriert: Di 25. Dez 2012, 13:04
Wohnort: Bayern

Re: Solidarisches Grundeinkommen

Beitragvon Wähler » Di 20. Mär 2018, 07:06

zollagent hat geschrieben:(19 Mar 2018, 20:27)
Der Erste und Grundlegendste Fehler dabei ist, einen "Arbeitsmarkt" zu schaffen, der schlichtweg für immer ein Zuschußbetrieb bleibt und bei dem jemand, der dort unterkommt, keine Veranlassung hat, bei Gelegenheit in den ersten Arbeitsmarkt zu wechseln. Der Zweite ist, daß natürlich auch die öffentliche Hand, die diese Beschäftigungen zu vergeben hat, natürlich bestrebt sein wird, seine zu erledigenden Leistungen möglichst in diesen billigeren Arbeitsmarkt zu verlagern und damit der Wirtschaft, in der alles verdient wird, was in diesem Land zu finanzieren ist, Aufträge entziehen wird. Das Ganze wird eine Neuauflage der 1-Euro-Jobs sein auf einem höheren Bezahlungs-Niveau. Und wo die gelandet sind, weiß wohl Jeder. Und zu guter Letzt steht noch offen, ob auch alle, die es betrifft, mit solch einem Grundeinkommens-Job "versorgt" werden können. Das Ganze hat kein Marktabdeckungs-Potential und dürfte zu neuen Ungerechtigkeiten führen.

Ehrenamtliche Tätigkeiten entziehen sich der Marktlogik. Von daher geht es eigentlich nur um die Frage, wieviel die Gesellschaft bereit ist, für ehrenamtliche Tätigkeiten materiell zu entlohnen. In Sportvereinen gibt es ja schon Trainerpauschalen. Die Höhe des Mindestlohn scheint mir als Mindestmaß nicht sinnvoll zu sein, weil es aus Anreizgründen schon eine Art Lohnabstandsgebot geben sollte. Sonst wird das Ehrenamt auch für viele jüngere Hartz-IV-Empfänger eine Dauerschleife. Für Ältere ab Mitte 50 fände ich es hingegen okay, wenn sie bis zur Rente im Ehrenamt freiwillig verbleiben könnten.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
Benutzeravatar
zollagent
Beiträge: 48451
Registriert: Mo 8. Aug 2011, 11:21

Re: Solidarisches Grundeinkommen

Beitragvon zollagent » Di 20. Mär 2018, 07:59

Wähler hat geschrieben:(20 Mar 2018, 07:06)

Ehrenamtliche Tätigkeiten entziehen sich der Marktlogik. Von daher geht es eigentlich nur um die Frage, wieviel die Gesellschaft bereit ist, für ehrenamtliche Tätigkeiten materiell zu entlohnen. In Sportvereinen gibt es ja schon Trainerpauschalen. Die Höhe des Mindestlohn scheint mir als Mindestmaß nicht sinnvoll zu sein, weil es aus Anreizgründen schon eine Art Lohnabstandsgebot geben sollte. Sonst wird das Ehrenamt auch für viele jüngere Hartz-IV-Empfänger eine Dauerschleife. Für Ältere ab Mitte 50 fände ich es hingegen okay, wenn sie bis zur Rente im Ehrenamt freiwillig verbleiben könnten.

Pauschalen für ehrenamtliche Tätigkeiten werden nicht von der Gesellschaft bezahlt.
Benutzeravatar
Teeernte
Beiträge: 12593
Registriert: Do 11. Sep 2014, 17:55

Re: Solidarisches Grundeinkommen

Beitragvon Teeernte » Di 20. Mär 2018, 18:33

KarlRanseier hat geschrieben:(20 Mar 2018, 00:15)

Das gleiche Scheinargument hatten wir auch bei der Einführung des Mindestlohns. Wann gibts mal etwas Neues? :rolleyes:

Das regelt alles der Markt. Wenn KiK anständige Löhne zahlen muss, dann steigen halt die Preise. Na und? Wo ist da das Problem? :?:


Ich wollte damit nicht argumentieren - nur feststellen...

Der Staat hat für langfristiges Vertrauen zu sorgen.. >> nicht für Kängurusprünge...
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
Wähler
Beiträge: 3649
Registriert: Di 25. Dez 2012, 13:04
Wohnort: Bayern

Re: Solidarisches Grundeinkommen

Beitragvon Wähler » Mi 21. Mär 2018, 06:43

Wähler hat geschrieben:(20 Mar 2018, 07:06)
Ehrenamtliche Tätigkeiten entziehen sich der Marktlogik. Von daher geht es eigentlich nur um die Frage, wieviel die Gesellschaft bereit ist, für ehrenamtliche Tätigkeiten materiell zu entlohnen. In Sportvereinen gibt es ja schon Trainerpauschalen. Die Höhe des Mindestlohn scheint mir als Mindestmaß nicht sinnvoll zu sein, weil es aus Anreizgründen schon eine Art Lohnabstandsgebot geben sollte. Sonst wird das Ehrenamt auch für viele jüngere Hartz-IV-Empfänger eine Dauerschleife. Für Ältere ab Mitte 50 fände ich es hingegen okay, wenn sie bis zur Rente im Ehrenamt freiwillig verbleiben könnten.

zollagent hat geschrieben:(20 Mar 2018, 07:59)
Pauschalen für ehrenamtliche Tätigkeiten werden nicht von der Gesellschaft bezahlt.

Vereine sind Institutionen der Zivilgesellschaft und werden zum Teil aus Steuergeldern bezuschusst.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
Benutzeravatar
Realist2014
Beiträge: 35769
Registriert: Mo 26. Mai 2014, 14:12
Benutzertitel: Sozialer Marktwirtschaftler
Wohnort: München , Stadt des FC Bayern

Re: Solidarisches Grundeinkommen

Beitragvon Realist2014 » Do 22. Mär 2018, 08:32

Alpha Centauri hat geschrieben:(19 Mar 2018, 22:33)

Absolut, dann wäre auch gleich.ein bedinungsloses Grundeinkommen ehrlicher und richtiger , dass der derzeitige Hartz System kaum zukunftsfähig ist hat Müller immerhin richtig erkannt



Müllers Vorschlag ist das GEGENTEIL von einem "BGE"

da geht es um ARBEITEN für das Geld...

"Unter diesen kommunalen Arbeitsplätzen stellt sich Müller Berufe wie „Schulhausmeister, Schulsekretär, Begleiter in Bus und Bahn, Nachmittagsbetreuung für Kinder und Jugendliche“ vor. Das seien Stellen, die es in Berlin derzeit aus finanziellen Gründen nicht gebe oder die nicht besetzt werden könnten. Menschen, die solche Arbeiten nicht verrichten wollten oder könnten, sollen Müllers Vorstellung nach weiterhin Hartz IV beziehen dürfen."
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
Benutzeravatar
frems
Beiträge: 43494
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: Solidarisches Grundeinkommen

Beitragvon frems » Fr 23. Mär 2018, 19:09

So langsam steigt die Zustimmung für Müllers Vorschlag innerhalb der SPD. Schon komisch, wenn man "kurz" nach einem Wahlkampf mit sowas ankommt, aber nun gut, so ein schlechtes Erinnerungsvermögen wie die konservative Szene haben deren Wähler nicht -- oft zum Nachteil der Partei.

In der SPD jedoch mehren sich die Rufe nach einer Abschaffung von Hartz IV – auch an der Spitze der Partei. „Wir brauchen eine Alternative zu Hartz IV“, sagt Vizeparteichef Ralf Stegner dem „Spiegel“. „Das aktuelle System befördert Abstiegsängste, viele Empfänger fühlen sich abgeschrieben, zu wenige schaffen den Übergang in normale Arbeit.“ Die Sozialleistung für Langzeitarbeitslose decke zwar den Grundbedarf, bedeute aber dennoch Armut. „Das solidarische Grundeinkommen könnte ein Konzept sein, das Menschen weder abschreibt noch mit einer Sozialleistung abfindet.“

https://www.welt.de/politik/deutschland ... auter.html

Auch Fraktionsvize Karl Lauterbach lehnt im SPIEGEL die aktuelle Hartz-Regelung ab: "Das System Hartz IV funktioniert nicht richtig. Es diskriminiert und macht echte Aktivierung fast unmöglich", sagt er. Ein Problem hat der Mediziner auch aus gesundheitspolitischer Sicht mit der jetzigen Regelung, die einst unter SPD-Bundeskanzler Gerhard Schröder eingeführt wurde. "Hartz IV ist schon insofern Armut, als dass dieses Einkommen zu einer massiven Verkürzung der Lebenserwartung führt", sagt Lauterbach.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 99539.html
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
Wähler
Beiträge: 3649
Registriert: Di 25. Dez 2012, 13:04
Wohnort: Bayern

Re: Solidarisches Grundeinkommen

Beitragvon Wähler » Sa 24. Mär 2018, 09:14

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/h ... -1.3919510
SZ 24. März 2018 Hubertus Heil im Gespräch
Wie können Langzeitarbeitslose besser einen Job finden? Der neue Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) präzisiert nun die Pläne der neuen Regierung. "Ich stelle mir einen Lohnkostenzuschuss für fünf Jahre vor, der langsam abschmilzt", sagt er der Süddeutschen Zeitung. Langzeitarbeitslose könnten mit diesen Lohnkostenzuschüssen dann in der freien Wirtschaft, bei Wohlfahrtsverbänden oder gemeinnützig für Kommunen arbeiten.
"Wo immer es geht, müssen wir die Menschen in den freien Arbeitsmarkt bringen. Wir müssen aber anerkennen, dass viele dort kurzfristig keine Chance haben", sagt Heil. Die Bundesregierung will insgesamt vier Milliarden Euro in dieses neue Arbeitsmarktinstrument investieren.

Also ein Programm für eine Legislaturperiode, wie das letzte von 2009 bis 2013 der damaligen Sozialministerin van der Leyen?
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
Benutzeravatar
jorikke
Beiträge: 5662
Registriert: Sa 30. Mai 2009, 09:05

Re: Solidarisches Grundeinkommen

Beitragvon jorikke » Sa 24. Mär 2018, 12:10

Wähler hat geschrieben:(24 Mar 2018, 09:14)

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/h ... -1.3919510
SZ 24. März 2018 Hubertus Heil im Gespräch

Also ein Programm für eine Legislaturperiode, wie das letzte von 2009 bis 2013 der damaligen Sozialministerin van der Leyen?


Nein, die Unterstützungszeit für den einzelnen Langzeitarbeitslosen soll begrenzt sein, nicht das Programm selbst. Sind die 4 Milliarden verbraten und es hat sich bewährt, kann man es beibehalten.
Zeigt sich, bei Unterstützungsempfängern ist auf dem Arbeitsmarkt Hopfen und Malz verloren, kann man es canceln.
Es ist doch offensichtlich, Hartz IV versagt an vielen Baustellen. Die finanzielle Unterstützung mag ja noch angehen, Auswege aus dem Zustand bietet Hartz IV nicht.
Ich habe den Eindruck, die SPD beginnt gerade ein Brett zu bohren, das bislang sehr vernachlässigt wurde. Auswege anbieten und sich dabei bei ihrer ehemaligen Klientel wählbar zu machen.
Einfach mal abwarten, nach so viel hohlen Eiern tritt das SPD Huhn vielleicht auch mal in die Scheiße.
Alpha Centauri
Beiträge: 1916
Registriert: Mo 19. Jun 2017, 09:49

Re: Solidarisches Grundeinkommen

Beitragvon Alpha Centauri » Sa 24. Mär 2018, 12:21

jorikke hat geschrieben:(24 Mar 2018, 12:10)

Nein, die Unterstützungszeit für den einzelnen Langzeitarbeitslosen soll begrenzt sein, nicht das Programm selbst. Sind die 4 Milliarden verbraten und es hat sich bewährt, kann man es beibehalten.
Zeigt sich, bei Unterstützungsempfängern ist auf dem Arbeitsmarkt Hopfen und Malz verloren, kann man es canceln.
Es ist doch offensichtlich, Hartz IV versagt an vielen Baustellen. Die finanzielle Unterstützung mag ja noch angehen, Auswege aus dem Zustand bietet Hartz IV nicht.
Ich habe den Eindruck, die SPD beginnt gerade ein Brett zu bohren, das bislang sehr vernachlässigt wurde. Auswege anbieten und sich dabei bei ihrer ehemaligen Klientel wählbar zu machen.
Einfach mal abwarten, nach so viel hohlen Eiern tritt das SPD Huhn vielleicht auch mal in die Scheiße.



Die Hartz Reformen sind weit über. 10Jahre alt derweil hat sich die Welt verändert, mit den Rezepten von gestern die sozialpolitischen Probleme von heute ( und erst recht der Zukunft) lösen zu wollen zeigt wie weit die hilflose Bankrotterklärung der Politik schon fortgeschritten ist, zu meinen mit den Hartz Reformen den negativen.sozialen Folgen der Digitalisierung der Arbeitswelt entgegen zu können ist ziemlich naiv, immerhin einigen Politikern dämmert es bereits
Benutzeravatar
Realist2014
Beiträge: 35769
Registriert: Mo 26. Mai 2014, 14:12
Benutzertitel: Sozialer Marktwirtschaftler
Wohnort: München , Stadt des FC Bayern

Re: Solidarisches Grundeinkommen

Beitragvon Realist2014 » Sa 24. Mär 2018, 14:07

Alpha Centauri hat geschrieben:(24 Mar 2018, 12:21)

Die Hartz Reformen sind weit über. 10Jahre alt derweil hat sich die Welt verändert, mit den Rezepten von gestern die sozialpolitischen Probleme von heute ( und erst recht der Zukunft) lösen zu wollen zeigt wie weit die hilflose Bankrotterklärung der Politik schon fortgeschritten ist, s


eine Bankrotterklärung ist sind die hilflosen Versucher derer , die meinen, sie hätte ein Grundrecht, sich ohne eigenen Einsatz ( = Arbeit) von der Gesellschaft durchfüttern lassen zu können...
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
Wähler
Beiträge: 3649
Registriert: Di 25. Dez 2012, 13:04
Wohnort: Bayern

Re: Solidarisches Grundeinkommen

Beitragvon Wähler » Mo 26. Mär 2018, 06:14

http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 99689.html
Spiegel 25. März 2018 Kann ein Grundeinkommen Hartz IV ersetzen?
Der Staat finanziert Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose - und zwar vollwertige: mit Sozialversicherung, in Vollzeit und selbstverständlich mindestens zum Mindestlohn.
Diese Arbeitsplätze sind ein Angebot, kein Zwang: Wer einen Job annimmt, tut das freiwillig. Wer ihn nicht annehmen will oder kann, dem drohen keine Sanktionen oder andere Nachteile.
Bundesweit sollen bis zu 150.000 solcher Arbeitsplätze entstehen.

Arbeitgeber ist ausschließlich der Staat - konkret "kommunale oder landeseigene Unternehmen". Dass auch private Unternehmen solche öffentlich geförderten Arbeitsplätze anbieten, ist nicht vorgesehen.
Es handelt sich ausschließlich um gemeinnützige Arbeit: Müller selbst spricht von "Sperrmüllbeseitigung, Säubern von Parks, Bepflanzung von Grünstreifen, Begleit- und Einkaufsdienste für Menschen mit Behinderung, Babysitting für Alleinerziehende", aber auch von ehrenamtlichen Tätigkeiten etwa in der Flüchtlingshilfe, als Lesepate oder Trainer im Sportverein. Das DIW hat daraus eine Liste mit neun Tätigkeiten gemacht, zu der auch Hausmeister und Ernährungsberater zählen.

Für 150 000 Menschen eine neue Chance?
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
Benutzeravatar
jorikke
Beiträge: 5662
Registriert: Sa 30. Mai 2009, 09:05

Re: Solidarisches Grundeinkommen

Beitragvon jorikke » Mo 26. Mär 2018, 07:22

Wähler hat geschrieben:(26 Mar 2018, 07:14)

http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 99689.html
Spiegel 25. März 2018 Kann ein Grundeinkommen Hartz IV ersetzen?


Für 150 000 Menschen eine neue Chance?


Zweifellos für den Teil der Hartz IV Empfänger, die den Willen haben sich aus ihrer prekären Lage zu befreien, eine Chance.
Keine Große aber immerhin ein Versuch. Das Erste, ernst zu nehmende Unterstützungsangebot mit Erfolgsaussichten.
All die kleinlichen Bedenkenträger, die schon im Vorfeld ihre misanthropischen Besserwissereien absondern, sollten sich mal eine Auszeit nehmen und einfach abwarten.
Benutzeravatar
zollagent
Beiträge: 48451
Registriert: Mo 8. Aug 2011, 11:21

Re: Solidarisches Grundeinkommen

Beitragvon zollagent » Mo 26. Mär 2018, 10:49

jorikke hat geschrieben:(26 Mar 2018, 08:22)

Zweifellos für den Teil der Hartz IV Empfänger, die den Willen haben sich aus ihrer prekären Lage zu befreien, eine Chance.
Keine Große aber immerhin ein Versuch. Das Erste, ernst zu nehmende Unterstützungsangebot mit Erfolgsaussichten.
All die kleinlichen Bedenkenträger, die schon im Vorfeld ihre misanthropischen Besserwissereien absondern, sollten sich mal eine Auszeit nehmen und einfach abwarten.

Ob die "kleinlichen Bedenkenträger" nicht einfach dabei zusehen wollen, wie Riesenbeträge, denn Lohnzahlungen, die die Hartz-IV-Zuwendungen mindestens um den Betrag der abzuführenden Sozialleistungen übersteigen, einfach mal für ein Projekt aus dem Fenster werfen wollen, das im Prinzip eine staatliche Konkurrenz zur Privatwirtschaft darstellt, die nicht mal irgendeinem Leistungs- und Wettbewerbsdruck unterworfen ist? Ob "die kleinlichen Bedenkenträge" hier vielleicht auch mal wegen der angesprochenen Konkurrenzsituation sogar eine Verfassungswidrigkeit erkennen? Es kommt ja nicht darauf an, was man sich selbst verspricht, sondern auf das, was real entsteht. Und hier würden gemütliche Eckchen aufgebaut und KEIN Problem gelöst.
Benutzeravatar
Realist2014
Beiträge: 35769
Registriert: Mo 26. Mai 2014, 14:12
Benutzertitel: Sozialer Marktwirtschaftler
Wohnort: München , Stadt des FC Bayern

Re: Solidarisches Grundeinkommen

Beitragvon Realist2014 » Mo 26. Mär 2018, 11:22

zollagent hat geschrieben:(26 Mar 2018, 11:49)

Ob die "kleinlichen Bedenkenträger" nicht einfach dabei zusehen wollen, wie Riesenbeträge, denn Lohnzahlungen, die die Hartz-IV-Zuwendungen mindestens um den Betrag der abzuführenden Sozialleistungen übersteigen, einfach mal für ein Projekt aus dem Fenster werfen wollen, das im Prinzip eine staatliche Konkurrenz zur Privatwirtschaft darstellt, die nicht mal irgendeinem Leistungs- und Wettbewerbsdruck unterworfen ist? Ob "die kleinlichen Bedenkenträge" hier vielleicht auch mal wegen der angesprochenen Konkurrenzsituation sogar eine Verfassungswidrigkeit erkennen? Es kommt ja nicht darauf an, was man sich selbst verspricht, sondern auf das, was real entsteht. Und hier würden gemütliche Eckchen aufgebaut und KEIN Problem gelöst.


Was wären denn laut deiner Erfahrung die "besseren" Vorschläge?

Als welche Maßnahmen wären zielführender, ohne bestehende Arbeitsverhältnisse in der "freien Wirtschaft" zu gefährden?
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
Benutzeravatar
jorikke
Beiträge: 5662
Registriert: Sa 30. Mai 2009, 09:05

Re: Solidarisches Grundeinkommen

Beitragvon jorikke » Mo 26. Mär 2018, 11:51

zollagent hat geschrieben:(26 Mar 2018, 11:49)

Ob die "kleinlichen Bedenkenträger" nicht einfach dabei zusehen wollen, wie Riesenbeträge, denn Lohnzahlungen, die die Hartz-IV-Zuwendungen mindestens um den Betrag der abzuführenden Sozialleistungen übersteigen, einfach mal für ein Projekt aus dem Fenster werfen wollen, das im Prinzip eine staatliche Konkurrenz zur Privatwirtschaft darstellt, die nicht mal irgendeinem Leistungs- und Wettbewerbsdruck unterworfen ist? Ob "die kleinlichen Bedenkenträge" hier vielleicht auch mal wegen der angesprochenen Konkurrenzsituation sogar eine Verfassungswidrigkeit erkennen? Es kommt ja nicht darauf an, was man sich selbst verspricht, sondern auf das, was real entsteht. Und hier würden gemütliche Eckchen aufgebaut und KEIN Problem gelöst.


Natürlich kostet das viel Geld.
Da du aber nicht mal im Ansatz eine Alternative aufzeigen kannst, nehme ich an, die willst nichts ändern und die Betroffenen im Sumpf stecken lassen.
...steht dir frei.
Wähler
Beiträge: 3649
Registriert: Di 25. Dez 2012, 13:04
Wohnort: Bayern

Re: Solidarisches Grundeinkommen

Beitragvon Wähler » Mo 26. Mär 2018, 16:53

zollagent hat geschrieben:(26 Mar 2018, 11:49)
Ob die "kleinlichen Bedenkenträger" nicht einfach dabei zusehen wollen, wie Riesenbeträge, denn Lohnzahlungen, die die Hartz-IV-Zuwendungen mindestens um den Betrag der abzuführenden Sozialleistungen übersteigen, einfach mal für ein Projekt aus dem Fenster werfen wollen, das im Prinzip eine staatliche Konkurrenz zur Privatwirtschaft darstellt, die nicht mal irgendeinem Leistungs- und Wettbewerbsdruck unterworfen ist? Ob "die kleinlichen Bedenkenträge" hier vielleicht auch mal wegen der angesprochenen Konkurrenzsituation sogar eine Verfassungswidrigkeit erkennen? Es kommt ja nicht darauf an, was man sich selbst verspricht, sondern auf das, was real entsteht. Und hier würden gemütliche Eckchen aufgebaut und KEIN Problem gelöst.

Hartz-IV schützt die Bezieher doch auch vor Leistungs- und Wettbewerbsdruck auf dem markwirtschaftlichen Arbeitsmarkt. Bei dem Zwischenbereich Solidareinkommen für 150 000 Hartz-IV besteht zum einen die Chance der Rückkehr in den marktwirtschaftlichen Arbeitsmarkt, und zum anderen werden zusätzliche Dienstleistungen unter einer gewissen Leistungskontrolle für die Bürger zum Mindestlohn produziert. Du siehst wohl nur die Risiken und nicht die Chancen.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)

Zurück zu „10. Sozialpolitik“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast