[SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

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Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Arbeitslosengeld 2 (HartzIV), Rentenversicherung, Sozialgesetzbuch.

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syna
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon syna » Fr 5. Jan 2018, 10:50

Realist2014 hat geschrieben:(05 Jan 2018, 10:08)

du scheinst davon zu "träumen", die Ökonomie aus den Privat-Kliniken/ Praxen "entfernen" zu können.

Den Traum kannst du gleich begraben

es wird IMMER eine "Mehrklassenmedizin" geben, um deine Wörter zu verwenden

auch mit der "Bürgerversicherung" wird es weiter 3(!) Klassen geben:.

1) "normale" Versicherte
2) Die mit Zusatzversicherung
3) Die, welche SELBER bezahlen...


So wie man auch woanders für das Zusammenleben
Regulierungen braucht, so braucht man diese auch im
Medizinsystem!

Wir haben in unserem Staat ..

... ja viele Regulierungen, z.B. im Straßenverkehr wird
reguliert, dass jeder rechts fährt und Verkehrsschilder
beachtet. Ohne diese Regeln käme ein Straßenverkehr
gar nicht zustande.

Genauso auf dem Parkett beim Aktien- und Anleihemarkt:
Da gibt's viele ja unglaublich viele Regulierungen,
insbesondere ist Insiderhandel ist verboten.

Besonders extrem beim Eigentum: Das ist ja in unserm
Staat besonders "reguliert", d.h. geschützt. Diebstahl
wird strafrechtlich verfolgt.

-----------------------------------------------------------------------------

Wir sehen: Ohne gewisse Regulierungen hätten wir
Anarchie und Krieg - nur das Recht des Stärkeren würde
gelten. Oder - wie beim heutigen Gesundheitssystem - schreiende
Ungerechtigkeit in einem semifeudalen System herrscht vor.

Deshalb ist die Bürgerversicherung ja eine längst
überfällige Regulierung.

Und so sieht die Bürgerversicherung aus: Eine
medizinische Leistung außerhalb des Leistungskatalogs
der Bürgerversicherung ist verboten. Wer's dennoch tut,
macht sich strafbar, verliert die Zulassung und wandert
eventuell in den Knast. Ist eigentlich ganz einfach.

-----------------------------------------------------------------------------
Es gibt also (wie Du ganz richtig schreibst):
-----------------------------------------------------------------------------

1. Die Bürgerversicherung, welcher alle Individuen
eines Staates angehören.

2. Private Zusatzversicherungen.

3. Personen, die selber zahlen.

Die Zusatzversicherung (2) und Selbstzahler (3) wird's
aber dennoch geben. Allerdings für alle Leistungen, die
nicht-medizinisch oder nur dekorativ sind: Also z.B.
Einzelzimmer, Internetzugang, Kulinarische Versorung,
Medien am Krankenbett, Unterhaltungsshows und Kabarett
im Krankheitsfall, Hotelservice, Theater am Krankenbett,
güldene Bestecke, Beheizte WC-Brille, Wunderheiler,
Händchenhalten, umtanzende Krankenhausfee usw.
Homöopathie würde ich hier auch dazuzählen wollen.
Dasselbe gilt für Fettabsaugungen, Augenlideranhebungen
oder Nasen- und Intim-OPs, also für alle Schönheits-
operationen.

Solche Leistungen können weiterhin zusatzversichert oder
selbst gezahlt werden.
--~~/§&%"$!\~~--
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Der Neandertaler
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Der Neandertaler » Fr 5. Jan 2018, 11:15

Hallo syna.
syna hat geschrieben:Aufgrund der Vergütungsstrukturen ...

... haben PKV-Versicherte vorrangigen Zugang zu diesen Großgeräten, Einrichtungen und Infrastrukturen! Obwohl diese von uns allen - vom Steuerzahler - finanziert werden.
[...]
Mmmh ... ich denke: Wenn Du einmal ernsthaft erkranken solltest - ...
Man kann immer glauben, daß einem etwas vorenthalten wird - das ist auch weithin "normal" ... es birgt aber auch ein wenig Ansporn, diesen vermeintlichen Nachteil aufzuholen. Aber glauben heißt nunmal glauben und nicht wissen. Aber wenn ich diesen Glauben mit nichts belegen kann, ist dies eben nur eine These.
    ... eine weitgehend subjektie These.
      ... und, mit Verlaub, eine sehr dumme zugleich.
Die Ungleichheit in diesem Bereich gibt es- JA! Aber der vermeintliche Nachteil ist weitgehend ein Mythos ... ein Irrglaube ... eine Suggestion. Wenn man davon ausgeht, daß Ärzte einen hippokratischen Eid abgelegt haben - zwar nicht mit allem Brimborium, wie unsere Rekruten, in dem sie geschworen haben, daß sie alle ihr Tun und Handeln lediglich "zu Nutz und Frommen der Kranken" anlegen ... "nach bestem Vermögen und Urteil", ... wieso gelangst Du dann zu der Auffassung, daß nicht alle medizinisch und medizinisch-technischen Leistung zugleich allen zugute kommen?

Aber es ist wie im realen Leben:
    einer emotionalen Debatte und Auffassung kommt man sehr schwer mit Fakten bei!
Es sind Dir verschiedentlich Fakten genannt worden ... und zumindest ich kann Dir diese auch belegen, wenn Du es wünschst, Du aber scheinst dem nichts als Emotionen entgegen halten zu können.

Deshalb kommt mir die Diskussion um "mehr Gerechtigkeit" streckenweise als eine Scheindebatte vor ... als ein Diskurs, der lediglich die alten Mythen aufrechterhalten werden sollen - weil gleich mehrere Interessengruppen davon profitieren. Patienten werden krank geredet und so erst recht krank gemacht. Ihnen wird eingeredet, daß dienigen besser versorgt werden oder sind, die privatversichert sind. Letztlich wird aber das eine wie das andere System schlecht geredet. Ich bin auch für Veränderungen - erst recht, wenn dadurch etwas "mehr Gerechtigkeit" entstehen kann, aber nochmal:
    eine Einführung einer Bürgerversicherung, besonders zum jetzigen Zeitpunkt und besonders mit dem nun vorliegenden Konzept, würde erstens nur für zukünftige Generationen verwirklicht werden können, zweitens:
      sollte diese auch rückwirkend wirksam werden ... sollte dies also auch für Alt-Versicherte gelten, dürfte dies Unterfangen recht teuer werden.
"Ich teile Ihre Meinung nicht, ich werde aber bis zu meinem letzten Atemzug kämpfen, daß Sie Ihre Meinung frei äußern können." (Voltaire)
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jorikke
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon jorikke » Fr 5. Jan 2018, 11:34

syna hat geschrieben:(05 Jan 2018, 09:50)

Hallo Jorikke!

Das liegt auch daran, dass es zwei unterschiedliche Perspektiven
bzw. Herangehensweisen bei diesem Thema gibt:

-------------------------------------------------------------------------------------

1. Die Sichtweise des "Verbrauchers" - also desjenigen, der
medizinische Leistungen in Anspruch nimmt und möglichst gut
versorgt sein möchte.

2. Die Sichtweise desjenigen, der das Gesamtsystem betrachtet.
Das ist jemand, der quasi "von oben" auf des Gesundheitssystem
guckt, und dabei überlegt, wie man die Abläufe effizient und
die Versorgung aller gerecht gestaltet. Es ist die Sicht des "Gestalters",
des Politikers.

------------------------------------------------------------------------------------

Du nimmst hier gerne Sichtweise (1) ein. Aus dieser Sicht
würde ich jedem heute empfehlen, unbedingt eine Private
Krankenversicherung abzuschließen. Einfach, damit er zu
den Privilegierten gehört.

Dennoch ist für die Gestaltung des gesamten Systems -
für alle Menschen in unserer Gesellschaft und für den
Zusammenhalt - Sichtweise (2) erforderlich. Oder?


Das ist eine eher merkwürdige Fehleinschätzung. Ich war immer in der GKV und habe damit hervorragende Erfahrungen gemacht. Ich sehe keinen Grund warum ein bestehendes, bewährtes System nicht en Detail noch verbessert werden kann ohne gleich das Kind mit dem Bade auszuschütten.
Das bestehende Größenverhältnis von 90% GKV und 10% PK ( davon etwa hälftig Beamte und Selbstständige ) ist geschichtlich gewachsen, hat sich als funktionsfähig erwiesen und würde keine Sau stören, wären da nicht politische Scharfmacher die auf dem Thema angeblicher Ungleichheit ihr Süppchen kochen wollen.
Es wird nie Gerechtigkeit im Sinne totaler Gleichheit geben. Nicht aus Böswilligkeit sondern einfach aus organisatorischer Unmöglichkeit.
Nimm als Beispiel die deutschen Steuergesetze. Um weitgehende "Gerechtigkeit" zu erzielen sind sie schon heute so kompliziert und aufwendig das fast niemand mehr durchblickt. Noch mehr die Belange des Einzelnen bis ins Letzte zu berücksichtigen würde einen Aufwand erfordern, der finanziell wahrscheinlich die Einnahmen übersteigen würden. Es wäre absurd.
Bei der Krankenversicherung eine ähnliche Entwicklung anzustreben wäre fatal. Auch die Befürworter einer Bürgerversicherung gestehen schon jetzt ein, zunächst würde es einmal sauteuer werden.
Dann, zu guter Letzt, wäre sie endlich eingeführt, kämen die gleichen Bedenkenträger und würden wieder andere Hare in der Suppe finden.
The never ending story.
Btw. Ich hatte etwa 1973 eine Einkommenshöhe über der Beitragsbemessungsgrenze erreicht, das blieb so bis zur Verrentung 2004.
Aus Eigeninteresse bin ich nie in die PK gewechselt. Deshalb bin und kann ich auch auf die privat Versicherten nicht neidisch sein.
Ich gönne ihnen diese Art der Vorsorge von ganzen Herzen.
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Realist2014
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Realist2014 » Fr 5. Jan 2018, 11:37

syna hat geschrieben:(05 Jan 2018, 10:50)





-----------------------------------------------------------------------------
Es gibt also (wie Du ganz richtig schreibst):
-----------------------------------------------------------------------------

1. Die Bürgerversicherung, welcher alle Individuen
eines Staates angehören.

2. Private Zusatzversicherungen.

3. Personen, die selber zahlen.

Die Zusatzversicherung (2) und Selbstzahler (3) wird's
aber dennoch geben. Allerdings für alle Leistungen, die
nicht-medizinisch oder nur dekorativ sind
: Also z.B.
Einzelzimmer, Internetzugang, Kulinarische Versorung,
Medien am Krankenbett, Unterhaltungsshows und Kabarett
im Krankheitsfall, Hotelservice, Theater am Krankenbett,
güldene Bestecke, Beheizte WC-Brille, Wunderheiler,
Händchenhalten, umtanzende Krankenhausfee usw.
Homöopathie würde ich hier auch dazuzählen wollen.
Dasselbe gilt für Fettabsaugungen, Augenlideranhebungen
oder Nasen- und Intim-OPs, also für alle Schönheits-
operationen.

Solche Leistungen können weiterhin zusatzversichert oder
selbst gezahlt werden.



Nein

das gilt für ALLE Leistungen, die nicht von der Bürgerversicherung übernommen werden:

Das gilt für "TOP"-Zahnersatz
TOP-Hüftgelenke usw...

und natürlich auch die Behandlung durch die "Top-Spezialisten", die nicht für die Gebühren der "Bürgerversicherung" arbeiten wollen...
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Adam Smith
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Adam Smith » Fr 5. Jan 2018, 12:00

Die Bürgerversicherung ist als Basisversicherung gedacht. Mehr ist auch nicht drin.

Bürgerversicherung = bezahlbare medizinische Grundversorgung für alle Bürger = im Prinip Zweiklassengesellschaft.
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Dampflok94
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Dampflok94 » Fr 5. Jan 2018, 12:25

syna hat geschrieben:(05 Jan 2018, 10:50)
Und so sieht die Bürgerversicherung aus: Eine
medizinische Leistung außerhalb des Leistungskatalogs
der Bürgerversicherung ist verboten. Wer's dennoch tut,
macht sich strafbar, verliert die Zulassung und wandert
eventuell in den Knast. Ist eigentlich ganz einfach.

Könntest Du das bitte näher erläutern?

Beispiel: Schönheitsoperationen, fraglos eine medizinische Leistung
Möchtest Du die von der Bürgerversicherung bezahlen lassen oder Schönheitschirurgen einknasten?
Leute kauft mehr Dampflokomotiven!!!
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syna
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon syna » Sa 6. Jan 2018, 09:25

jorikke hat geschrieben:(05 Jan 2018, 11:34)
Es wird nie Gerechtigkeit im Sinne totaler Gleichheit geben.
Nicht aus Böswilligkeit sondern einfach aus organisatorischer Unmöglichkeit.


Natürlich wird es nie Gerechtigkeit im Sinne totaler Gleichheit geben.
Jedoch: Wenn wir - wie Du es tust - alle Reformbemühungen mit solcherlei
Gründen abwehren würden, hätten wir heute noch Sklaverei.

Zudem: Die Finanzen des Gesundheitssystems sind zwar komplex,
aber gerade die Einführung einer Bürgerversicherung wäre eine
immense Vereinfachung!

Dein Argument der Komplexität ist gerade ein gutes Argument, die
Bürgerversicherung einzuführen: Heute haben wir zwei ganz unterschiedliche
System (PKV und GKV) mit zwei unterschiedlichen Leistungskatalogen (EBM
und GOÄ) und unterschiedlichen Prozessen.

Diese in ein System mit einem Leistungskatalog und einem
einheitlichen Prozess bei Leistungserbringung zu überführen wäre eine
fantastische Vereinfachung!


jorikke hat geschrieben:(05 Jan 2018, 11:34)
Btw. Ich hatte etwa 1973 eine Einkommenshöhe über der Beitragsbemessungsgrenze erreicht, das blieb so bis zur Verrentung 2004. Aus Eigeninteresse bin ich nie in die PK gewechselt. Deshalb bin und kann ich auch auf die privat Versicherten nicht neidisch sein. Ich gönne ihnen diese Art der Vorsorge von ganzen Herzen.


Das ist sehr ehrenwert. Damit hast Du für die Solidargemeinschaft
den höchsten Einsatz geleistet. Dass Du Dich damit gut fühlst,
ist ja auch bemerkenswert!

-------------------------------------------------------------------------------------

Aber: Nicht jeder ist so duldsam und gefügig wie Du.

Wie soll ich z.B. einem jungen Menschen, der ins Erwerbsleben eintritt, erklären,
dass er Sozialabgaben zahlen muss - es gleichzeitig aber eine Gruppe
Privilegierter gibt, die das nicht tun muss? Wie soll ich ihm erklären, dass er
im Falle einer schweren Krebserkrankung nicht von den besten Spezialisten
behandelt wird (obwohl dies ökonomisch möglich wäre)? Wie soll ich ihm
erklären, dass er sehr wohl Solidarabgaben (etwa 1/3 in der GKV) zahlen
muss, selbst aber tendenziell schlechter behandelt wird und im Falle einer
schweren OP Opfer der Drehtürmedizin werden wird?

-------------------------------------------------------------------------------------

Die Bevorzugungen der Privilegierten sind - leider - keine Kleinigkeiten oder
"nur" Schieflagen der (sozialen) Gerechtigkeit. Nein, sie greifen das
Selbstverständnis unseres Staates an, zermürben die Gemeinschaft
und ruinieren sogar unseren gemeinsamen Wohlstand.

Bei den geforderten Reformen zur gesellschaftskompatiblen Zähmung der
Privilegierten (= z.B Abschaffung oder Solidarisierung der PKVen) geht es
nicht um eine Umverteilung des Wohlstandes, sondern um die
Schaffung von Gerechtigkeit, um unseren Wohlstand langfristig zu
sichern und zu mehren. Was die vom Unrecht Profitierenden als Neid abtun,
ist in Wahrheit die Grundlage für den politischen Konsens
in unserer Gesellschaft.
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon syna » Sa 6. Jan 2018, 09:38

Adam Smith hat geschrieben:(05 Jan 2018, 12:00)

Die Bürgerversicherung ist als Basisversicherung gedacht. Mehr ist auch nicht drin.

Bürgerversicherung = bezahlbare medizinische Grundversorgung für alle Bürger = im Prinip Zweiklassengesellschaft.


Das SPD-Konzept der Bürgerversicherung sieht im ersten Schritt einfach
nur die Aufnahme der PKV in die Solidarität vor: Der Entgeltkatalog
der PKV wäre der gleiche wie für die GKV, nämlich der der Bürgerversicherung.
Und die PKV müsste am Risikostrukturausgleich teilnehmen.

Das wäre prinzipiell immer noch eine 2-Klassengesellschaft - aber
stark abgemildert.

Der Schritt zum Abschaffen der 2-Klassengesellschaft wäre die
vollständige Abschaffung der Dualen Vergütung: Eine medizinische
Leistung müsste überall mit dem gleichen Entgeltsatz berechnet
werden.
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon syna » Sa 6. Jan 2018, 10:03

Dampflok94 hat geschrieben:(05 Jan 2018, 12:25)

Könntest Du das bitte näher erläutern?

Beispiel: Schönheitsoperationen, fraglos eine medizinische Leistung
Möchtest Du die von der Bürgerversicherung bezahlen lassen oder Schönheitschirurgen einknasten?


Hallo Dampflok94!

Das hast Du wohl falsch verstanden: Um wirklich Gerechtigkeit in dem
Sinne, dass alle Menschen - unabhängig von ihrer finanziellen Potenz -
die optimale medizinische Versorgung erhalten - müsste man die
"Duale Vergütung" gänzlich abschaffen. Diese Abschaffung steht
allerdings nicht explizit im SPD-Programm zur Bürgerversicherung,
aber das Programm weist deutlich in diese Richtung.

------------------------------------------------------------------------------

Die wirkliche Abschaffung der "Dualen Vergütung" im
Gesundheitssystem würde bedeuten:

1. Alle echten medizinischen Leistungen würden von der Bürger-
versicherung abgedeckt und würden nach dem einheitlichen
Entgeltkatalog der Bürgerversicherung bezahlt. Es sind hier
keine Zusatzversicherungen zugelassen, die mehr bezahlen.

2. Alle nicht-medizinischen Leistungen sind davon unberührt und
können - wie alles andere im Leben auch - versichert werden.

Dazu gehören:

Hotel- oder Bequemlichkeitsleistungen. Also z.B. Einzelzimmer, Internnetzugang,
Kulinarische Versorung, Medien am Krankenbett, Unterhaltungsshows und
Kabarett, im Krankheitsfall, Hotelservice, Theater am Krankenbett, güldene
Bestecke, Beheizte WC-Brille, Wunderheiler, Händchenhalten usw. Homöopathie
würde ich hier auch dazuzählen.

Dasselbe gilt für Fettabsaugungen, Augenlideranhebungen oder Nasen- und
Intim-OPs, also für alle Schönheitsoperationen.

Für alle diese Leistungen unter (2) kann jeder - nach wie vor -
privatrechtliche Versicherungen abschließen. Und zwar deshalb, weil
all diese keine originar medizinische Leistungen sind. Sie haben auf
das Überleben keinen Einfluss.

:thumbup:
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Teeernte
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Teeernte » Sa 6. Jan 2018, 10:32

syna hat geschrieben:(06 Jan 2018, 10:03)


Für alle diese Leistungen unter (2) kann jeder - nach wie vor -
privatrechtliche Versicherungen abschließen. Und zwar deshalb, weil
all diese keine originar medizinische Leistungen sind. Sie haben auf
das Überleben keinen Einfluss.

:thumbup:


Die Klinik mit angeschlossenem "Adlon" wird ihre "Hotel" - versicherten vorziehen.

72 Mio sind gesetzlich versichert,

weitere 4 mio - bei der Gesetzlichen teilversichert..

und 4 Mio privat.

Es ist eine "Scheindebatte". Da ist Frühstück für alle Schulkinder wichtiger.
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
Wähler
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Wähler » Sa 6. Jan 2018, 11:25

http://www.oecd.org/berlin/presse/europ ... 112016.htm
OECD-Studie Gesundheit auf einen Blick: Europa 2016
Deutschland hat relativ zur Bevölkerung die meisten Krankenhausbetten in der EU (8,2 je 100.000 Einwohner gegenüber 5,2 im EU-Durchschnitt) und mehr als doppelt so viele Magnet-Resonanz-Geräte (30,5 je 1 Millionen Einwohner) als die EU-Länder im Schnitt.
Es gibt in Deutschland vergleichsweise viele Krankenhausbehandlungen und eine hohe Anzahl chirurgischer Eingriffe. Teilweise kann dies auf demografische Faktoren zurückgeführt werden, aber Unterschiede in Behandlungspraktiken und -leitlinien spielen ebenfalls eine Rolle. So werden in Deutschland beispielsweise mit Abstand die meisten Erweiterungen der Herzkranzgefäße (453 je 100.000 Einwohner) durchgeführt. Diese Zahl liegt 40 Prozent höher als in Österreich, dem Land mit der zweithöchsten Quote in Europa.

Was die Reduzierung der Gesundheitskosten in Deutschland und eine höhere Effizienz im Gesundheitssystem betrifft, sollte auch bei den Krankenhauskosten etwas geschehen.
Bei Privatpatienten die Abrechnungsmöglichkeiten eines vielfachen Satzes einzuschränken, wird ja hier als Angriff auf die Vertragsfreiheit und ihren Verfassungsrang angesehen. ;)
Zuletzt geändert von Wähler am Sa 6. Jan 2018, 12:42, insgesamt 1-mal geändert.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
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jorikke
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon jorikke » Sa 6. Jan 2018, 12:12

syna hat geschrieben:(06 Jan 2018, 09:25)

Natürlich wird es nie Gerechtigkeit im Sinne totaler Gleichheit geben.
Jedoch: Wenn wir - wie Du es tust - alle Reformbemühungen mit solcherlei
Gründen abwehren würden, hätten wir heute noch Sklaverei.

Zudem: Die Finanzen des Gesundheitssystems sind zwar komplex,
aber gerade die Einführung einer Bürgerversicherung wäre eine
immense Vereinfachung!

Dein Argument der Komplexität ist gerade ein gutes Argument, die
Bürgerversicherung einzuführen: Heute haben wir zwei ganz unterschiedliche
System (PKV und GKV) mit zwei unterschiedlichen Leistungskatalogen (EBM
und GOÄ) und unterschiedlichen Prozessen.

Diese in ein System mit einem Leistungskatalog und einem
einheitlichen Prozess bei Leistungserbringung zu überführen wäre eine
fantastische Vereinfachung!




Das ist sehr ehrenwert. Damit hast Du für die Solidargemeinschaft
den höchsten Einsatz geleistet. Dass Du Dich damit gut fühlst,
ist ja auch bemerkenswert!

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Aber: Nicht jeder ist so duldsam und gefügig wie Du.

Wie soll ich z.B. einem jungen Menschen, der ins Erwerbsleben eintritt, erklären,
dass er Sozialabgaben zahlen muss - es gleichzeitig aber eine Gruppe
Privilegierter gibt, die das nicht tun muss? Wie soll ich ihm erklären, dass er
im Falle einer schweren Krebserkrankung nicht von den besten Spezialisten
behandelt wird (obwohl dies ökonomisch möglich wäre)? Wie soll ich ihm
erklären, dass er sehr wohl Solidarabgaben (etwa 1/3 in der GKV) zahlen
muss, selbst aber tendenziell schlechter behandelt wird und im Falle einer
schweren OP Opfer der Drehtürmedizin werden wird?

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Die Bevorzugungen der Privilegierten sind - leider - keine Kleinigkeiten oder
"nur" Schieflagen der (sozialen) Gerechtigkeit. Nein, sie greifen das
Selbstverständnis unseres Staates an, zermürben die Gemeinschaft
und ruinieren sogar unseren gemeinsamen Wohlstand.

Bei den geforderten Reformen zur gesellschaftskompatiblen Zähmung der
Privilegierten (= z.B Abschaffung oder Solidarisierung der PKVen) geht es
nicht um eine Umverteilung des Wohlstandes, sondern um die
Schaffung von Gerechtigkeit, um unseren Wohlstand langfristig zu
sichern und zu mehren. Was die vom Unrecht Profitierenden als Neid abtun,
ist in Wahrheit die Grundlage für den politischen Konsens
in unserer Gesellschaft.



Du bist ja recht gnädig mit mir. Das ist angenehm.
Am besten hat mir der Satz gefallen, ich sei duldsam und gefügig.
Da möchte ich nichts Eigenes zu sagen. Du solltest das mal mit meiner Frau diskutieren. (Ich würde schon aufpassen das dir nichts passiert.)
Immerhin, ich frage mich oft, wie es sein konnte 1960 als Stift in einer Firma mit 15,-DM Lehrlingsvergütung anzufangen und in der gleichen Firma zwanzig Jahre später, 1980, erstmals ein Jahresgehalt von 100.000,- erreicht zu haben. Das hat mir so gefallen, ich blieb dort weitere 23 Jahre mit (fast) ständig steigendem Salär.
Jetzt weiß ich es. Duldsamkeit und Gefügigkeit.
...ich brech ab.
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Positiv Denkender » Sa 6. Jan 2018, 16:16

Der Neandertaler hat geschrieben:(05 Jan 2018, 11:15)

Hallo syna.Man kann immer glauben, daß einem etwas vorenthalten wird - das ist auch weithin "normal" ... es birgt aber auch ein wenig Ansporn, diesen vermeintlichen Nachteil aufzuholen. Aber glauben heißt nunmal glauben und nicht wissen. Aber wenn ich diesen Glauben mit nichts belegen kann, ist dies eben nur eine These.
    ... eine weitgehend subjektie These.
      ... und, mit Verlaub, eine sehr dumme zugleich.
Die Ungleichheit in diesem Bereich gibt es- JA! Aber der vermeintliche Nachteil ist weitgehend ein Mythos ... ein Irrglaube ... eine Suggestion. Wenn man davon ausgeht, daß Ärzte einen hippokratischen Eid abgelegt haben - zwar nicht mit allem Brimborium, wie unsere Rekruten, in dem sie geschworen haben, daß sie alle ihr Tun und Handeln lediglich "zu Nutz und Frommen der Kranken" anlegen ... "nach bestem Vermögen und Urteil", ... wieso gelangst Du dann zu der Auffassung, daß nicht alle medizinisch und medizinisch-technischen Leistung zugleich allen zugute kommen?

Aber es ist wie im realen Leben:
    einer emotionalen Debatte und Auffassung kommt man sehr schwer mit Fakten bei!
Es sind Dir verschiedentlich Fakten genannt worden ... und zumindest ich kann Dir diese auch belegen, wenn Du es wünschst, Du aber scheinst dem nichts als Emotionen entgegen halten zu können.

Deshalb kommt mir die Diskussion um "mehr Gerechtigkeit" streckenweise als eine Scheindebatte vor ... als ein Diskurs, der lediglich die alten Mythen aufrechterhalten werden sollen - weil gleich mehrere Interessengruppen davon profitieren. Patienten werden krank geredet und so erst recht krank gemacht. Ihnen wird eingeredet, daß dienigen besser versorgt werden oder sind, die privatversichert sind. Letztlich wird aber das eine wie das andere System schlecht geredet. Ich bin auch für Veränderungen - erst recht, wenn dadurch etwas "mehr Gerechtigkeit" entstehen kann, aber nochmal:
    eine Einführung einer Bürgerversicherung, besonders zum jetzigen Zeitpunkt und besonders mit dem nun vorliegenden Konzept, würde erstens nur für zukünftige Generationen verwirklicht werden können, zweitens:
      sollte diese auch rückwirkend wirksam werden ... sollte dies also auch für Alt-Versicherte gelten, dürfte dies Unterfangen recht teuer werden.

Medizinisch werden Privat und gesetzl. Versicherte gleich gut versorgt . Bei der Unterbringung im Krankenhäusern gibt es sicher Unterschiede .
Nur das kann jeder durch eine Zusatzversicherung ändern .
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Positiv Denkender » Sa 6. Jan 2018, 16:34

Realist2014 hat geschrieben:(04 Jan 2018, 18:11)

die PKV wird bleiben.

Die muss bleiben . Millionen Versicherte haben gültige Verträge mit den "Privaten" .
Niemand von den gesetzl. Versicherten hätte durch den Wegfall der Privatversicherten einen Vorteil .
Der Zahn wird nicht anders gezogen und die OP nicht anders ausgeführt.
Übrigens gestern konnte man lesen das in unserem Bundesland tausende Beamte fehlen . Die Zeiten wo Menschen
sich für Beamtenberufe auf Grund der sozialen Absicherung entscheiden ist gewesen .Beamtenberufe sind wenig attraktiv und zu schlecht
bezahlt . Zudem schwindet die Anerkennung der Berufe . Ohne Sicherheitsgarantien würden Bewerber für Beamtenberufe noch rarer.
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Wähler » Sa 6. Jan 2018, 17:07

Positiv Denkender hat geschrieben:(06 Jan 2018, 16:16)
Medizinisch werden Privat und gesetzl. Versicherte gleich gut versorgt .

Das ist erwiesener Maßen falsch:
https://www.aerztezeitung.de/politik_ge ... eiten.html
Ärztezeitung 25.April 2014 Überlastung meist Grund für längere Wartezeiten
Macht es einen Unterschied aus, ob man als Privat- oder als Kassenpatient einen Facharzt konsultieren möchte? Das ist nicht ganz von der Hand zu weisen.
Eine Mehrheit von 57,8 Prozent der Fachärzte behauptet von sich, nicht zwischen PKV und GKV bei der Terminvergabe zu unterscheiden. Aber immerhin 42,2 Prozent praktizieren dies.

Bei gleicher Dringlichkeit werden Privatpatienten bevorzugt.
siehe auch:
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... uf-Termine
Ärzteblatt 3. Juni 2016 Kassenpatienten warten laut Test noch immer länger auf Termine
Daher wurden jetzt auch Servicestellen eingerichtet, um bedürftige Patienten schneller zu vermitteln.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Positiv Denkender » Sa 6. Jan 2018, 17:15

Wähler hat geschrieben:(06 Jan 2018, 17:07)

Das ist erwiesener Maßen falsch:
https://www.aerztezeitung.de/politik_ge ... eiten.html
Ärztezeitung 25.April 2014 Überlastung meist Grund für längere Wartezeiten

Bei gleicher Dringlichkeit werden Privatpatienten bevorzugt.
siehe auch:
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... uf-Termine
Ärzteblatt 3. Juni 2016 Kassenpatienten warten laut Test noch immer länger auf Termine

Was hat die Wartezeit mit der medizinischen Versorgung zu tun ? Rechtzeitige Terminplanung ist angesagt .
Bei plötzlich auftretenden Beschwerden habe ich noch nie auf einen Termin warten müssen . Allenfalls
wurde mir mitgeteilt ich müsste an dem Besuchstag etwas Zeit mitbringen .
Als ich nach einer schweren Entzündung einen Facharzt aufsuchen musste wurde ich ohne Termin sofort in den Behandlungsraum
gebracht .
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Wähler » Sa 6. Jan 2018, 17:23

Wähler hat geschrieben:(06 Jan 2018, 17:07)
Das ist erwiesener Maßen falsch:
https://www.aerztezeitung.de/politik_ge ... eiten.html
Ärztezeitung 25.April 2014 Überlastung meist Grund für längere Wartezeiten
Bei gleicher Dringlichkeit werden Privatpatienten bevorzugt.
siehe auch:
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... uf-Termine
Ärzteblatt 3. Juni 2016 Kassenpatienten warten laut Test noch immer länger auf Termine
Daher wurden jetzt auch Servicestellen eingerichtet, um bedürftige Patienten schneller zu vermitteln.

Positiv Denkender hat geschrieben:(06 Jan 2018, 17:15)
Was hat die Wartezeit mit der medizinischen Versorgung zu tun ? Rechtzeitige Terminplanung ist angesagt .
Bei plötzlich auftretenden Beschwerden habe ich noch nie auf einen Termin warten müssen . Allenfalls
wurde mir mitgeteilt ich müsste an dem Besuchstag etwas Zeit mitbringen .
Als ich nach einer schweren Entzündung einen Facharzt aufsuchen musste wurde ich ohne Termin sofort in den Behandlungsraum
gebracht .

Bitte mit empirischen Fakten antworten und nicht wieder nur mit rein persönlichen Erfahrungen. ;) Bei gleicher Dringlichkeit fällt eine längere Wartezeit bei den meisten Leiden medizinisch ins Gewicht.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
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Alter Stubentiger
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Alter Stubentiger » Sa 6. Jan 2018, 18:01

Positiv Denkender hat geschrieben:(06 Jan 2018, 16:16)

Medizinisch werden Privat und gesetzl. Versicherte gleich gut versorgt . Bei der Unterbringung im Krankenhäusern gibt es sicher Unterschiede .
Nur das kann jeder durch eine Zusatzversicherung ändern .

D
Na dann ist es ja kein Nachteil die Beamten grundsätzlich in der GKV oder der Bürgerversicherung unterzubringen. Luxus im Krankenhaus ist sicher kein Grundrecht für staatliche Bedienstete. Das kann jeder privat versichern.
Niemand hat vor eine Mauer zu errichten (Walter Ulbricht)
...und die Mauer wird noch in 50 oder 100 Jahren stehen (Erich Honecker)
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Positiv Denkender » So 7. Jan 2018, 12:50

Alter Stubentiger hat geschrieben:(06 Jan 2018, 18:01)

D
Na dann ist es ja kein Nachteil die Beamten grundsätzlich in der GKV oder der Bürgerversicherung unterzubringen. Luxus im Krankenhaus ist sicher kein Grundrecht für staatliche Bedienstete. Das kann jeder privat versichern.

Das würde aber für die öffentliche Hand nicht preiswerter weil dann alle Beamten höhere Bruttolöhne bekommen müssten .
Letztendlich hat man diese Regelung Beamten bei der Einstellung zugesichert .Letztendlich sind Beamte nur ein Teil der
der Privatversicherten . Frage welchen Vorteil haben heute gesetzlich Versicherte davon ,wenn Privatversicherte in die gesetzl. KV wechseln`?
Richtig erkannt , keinen . Lediglich eine Beruhigung für Neidhammel. Für die gesetzlich Versicherten würde sich nichts ändern .
Wenn man alle Sitzplätze in den Stadien in Stehplätze umwandelt würde sich für jetzige Stehplatzbesucher nichts ändern .
Hier wird argumentiert gerade in Gegenden oder Stadtteilen wo Menschen mit geringerem Einkommen dauert es lange um einen Termin zu bekommen . Du meinst nun wenn die PKV wegfällt würde sich darn etwas ändern ? Kaum anzunehmen das dort Privatversicherte
den gesetzl. Versicherten die Termine wegnehmen .
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Teeernte » So 7. Jan 2018, 13:13

Wähler hat geschrieben:(06 Jan 2018, 17:07)

Das ist erwiesener Maßen falsch:
https://www.aerztezeitung.de/politik_ge ... eiten.html
Ärztezeitung 25.April 2014 Überlastung meist Grund für längere Wartezeiten

Bei gleicher Dringlichkeit werden Privatpatienten bevorzugt.
siehe auch:
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... uf-Termine
Ärzteblatt 3. Juni 2016 Kassenpatienten warten laut Test noch immer länger auf Termine
Daher wurden jetzt auch Servicestellen eingerichtet, um bedürftige Patienten schneller zu vermitteln.


Ähmmm Du kannst Dich Zusatzversichern.

Solange die "Wartezeit" nicht medizinisch relevant ist - legt der Arzt fest - wann er - für welches Klientel "Öffnungszeiten" hat.

Heeee - gaaaanz schlimm - die Hotelbranche ..... sind die BILLIGEN Zimmer "aus" - sind die ALLE - und es gibt KEINE mehr.

Wenn beim ALDI das Brotregal LEER ist - muss man beim Bäcker ein teueres kaufen.

Nachts ists DUNKEL.

....und bei VEB "Poliklinik" - hatte man seine "Seilschaft" //Verwandschaft ...oder Vitamin B. - "Blaue" Fliesen...zB.
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D

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