[SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

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Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Arbeitslosengeld 2 (HartzIV), Rentenversicherung, Sozialgesetzbuch.

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syna
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[SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon syna » Do 21. Dez 2017, 10:42

SPD: Die Bürgerversicherung ... :?:

Schon vor den Sondierungen zu einer erneuten Großen Koalition bringt die SPD
das Schlagwort "Bürgerversicherung" in die Diskussion. SPD, Grüne und Linke
wollen offenbar das Gesundheitssystem grundlegend reformieren und eine
Bürgerversicherung statt der heutigen GKVen und PKVen einführen.
Wie steht Ihr dazu? Ist der Vorschlag gut? Oder ist er ganz schlecht?

-------------------------------------------------------------------------------------------

Info 1: Heute haben wir in Deutschland ja ein Duales Gesundheitssystem.
Das heißt: Es gibt Kassenpatienten und Privatpatienten.

Die "Kassenpatienten" sind in der GKV (=Gesetztlich Krankenversicherung)
versichert und bekommen nur "Kassenleistungen" - abgerechnet nach EBM.
Die Privatpatienten hingegen sind in der PKV (=Private Krankenversicherung)
versichert. Bei jedem Arztbesuch eines PKV-lers wird der Arzt viel höher
- 3 bis 4 mal besser - nach GOÄ bezahlt.

-------------------------------------------------------------------------------------------

Info 2: Etwa 70 Mio Menschen (85%) sind in Deutschland GKV-versichert.
Etwa 8,5 Mio (10%) sind PKV-versichert.

-------------------------------------------------------------------------------------------

Info 3: Jeder, der schon mal beim Arzt oder im Krankenhaus war, wird die
Frage kennen: "[color]Sind sie Kassenpatient oder Privat?[/color]" Diese Frage ist oft
entscheidend dafür, wie's weitergeht: Wie lange sie warten müssen, welcher Arzt
sie behandeln wird, wie gut für sie gesorgt wird.

Weitere Infos hier:
https://www.focus.de/finanzen/versicher ... 18580.html

-------------------------------------------------------------------------------------------
Meine Frage an Alle:
-------------------------------------------------------------------------------------------

Was würde die Einführung der Bürgerversicherung bedeuten?
Wird dadurch die heute medizinisch hervorragende Leistung
in Deutschland nicht grundlegend bedroht?
Zuletzt geändert von Skull am Do 21. Dez 2017, 14:04, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: Farbformatierung geändert
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Realist2014 » Do 21. Dez 2017, 10:49

syna hat geschrieben:(21 Dec 2017, 10:42)

SPD: Die Bürgerversicherung ... :?:

Schon vor den Sondierungen zu einer erneuten Großen Koalition bringt die SPD
das Schlagwort "Bürgerversicherung" in die Diskussion. SPD, Grüne und Linke
wollen offenbar das Gesundheitssystem grundlegend reformieren und eine
Bürgerversicherung statt der heutigen GKVen und PKVen einführen.
Wie steht Ihr dazu? Ist der Vorschlag gut? Oder ist er ganz schlecht?

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Info 1: Heute haben wir in Deutschland ja ein Duales Gesundheitssystem.
Das heißt: Es gibt Kassenpatienten und Privatpatienten.

Die "Kassenpatienten" sind in der GKV (=Gesetztlich Krankenversicherung)
versichert und bekommen nur "Kassenleistungen" - abgerechnet nach EBM.
Die Privatpatienten hingegen sind in der PKV (=Private Krankenversicherung)
versichert. Bei jedem Arztbesuch eines PKV-lers wird der Arzt viel höher
- 3 bis 4 mal besser - nach GOÄ bezahlt.

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Info 2: Etwa 70 Mio Menschen (85%) sind in Deutschland GKV-versichert.
Etwa 8,5 Mio (10%) sind PKV-versichert.

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Info 3: Jeder, der schon mal beim Arzt oder im Krankenhaus war, wird die
Frage kennen: "[color]Sind sie Kassenpatient oder Privat?[/color]" Diese Frage ist oft
entscheidend dafür, wie's weitergeht: Wie lange sie warten müssen, welcher Arzt
sie behandeln wird, wie gut für sie gesorgt wird.

Weitere Infos hier:
https://www.focus.de/finanzen/versicher ... 18580.html

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Meine Frage an Alle:
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Was würde die Einführung der Bürgerversicherung bedeuten?
Wird dadurch die heute medizinisch hervorragende Leistung
in Deutschland nicht grundlegend bedroht?



Die PKV gibt es schon länger als die GKV....

diese "Vision" der linken Sozen gehört in die Tonne
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon syna » Do 21. Dez 2017, 12:28

Realist2014 hat geschrieben:(21 Dec 2017, 10:49)

Die PKV gibt es schon länger als die GKV....

diese "Vision" der linken Sozen gehört in die Tonne


Nun, das ist überaus fundierte und gut durchdachte Kritik! :D
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Provokateur » Do 21. Dez 2017, 12:40

Man könnte einfach eine einheitliche Gebührenordnung erlassen.
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Realist2014 » Do 21. Dez 2017, 12:53

syna hat geschrieben:(21 Dec 2017, 12:28)

Nun, das ist überaus fundierte und gut durchdachte Kritik! :D



wir haben in D Vertragsfreiheit...

das wird mit der Bürgerversicherung versucht einzuschränken.
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Realist2014 » Do 21. Dez 2017, 12:54

Provokateur hat geschrieben:(21 Dec 2017, 12:40)

Man könnte einfach eine einheitliche Gebührenordnung erlassen.



was würde das bringen- außer niedrigeren Beiträgen für die PKV Versicherten?
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Orwellhatterecht » Do 21. Dez 2017, 16:54

syna hat geschrieben:(21 Dec 2017, 12:28)

Nun, das ist überaus fundierte und gut durchdachte Kritik! :D



Klar, weil damit Privilegien abgebaut würden, gehört das Deiner Meinung nach in die Tonne. Eine 2 Klassen Medizin ist allerdings nicht länger einzusehen. Und gar mancher privat Versicherte wundert sich im Alter, dass er die steigenden Prämien der GKV immer weniger aufbringen kann. Es soll sich herum gesprochen haben, dass mit steigendem Alter auch die Wahrscheinlichkeit von Krankheiten steigt, insbesondere von jenen Krankheiten, deren Behandlung so richtig viel Geld kostet. Und da die privaten Versicherer natürlich Gewinn orientiert arbeiten, treffen die hohen und immer höheren Beiträge natürlich jene, die es aufgrund ihres Alters betrifft. Allerdings, wer über einen besonders großen "Kohlenkeller" verfügt, der braucht sich über steigende Beiträge natürlich keine Gedanken zu machen, wem die Kohlen so nach und nach ausgehen, dagegen schon.


PS.. Oh, mit Verwunderung habe ich gerade gesehen, dass meine Antwort unter Syna steht, gemeint war allerdings der Realist.
Die Großen hören auf zu herrschen, wenn die Kleinen aufhören zu kriechen!“
(Friedrich Schiller)
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Wähler » Do 21. Dez 2017, 16:58

Realist2014 hat geschrieben:(21 Dec 2017, 12:54)
was würde das bringen- außer niedrigeren Beiträgen für die PKV Versicherten?

Gleiche Bezahlung für gleiche Leistung. Warum soll ein Arzt bei gleicher Leistung für einen Privatpatienten den zwei- oder dreifachen Satz berechnen können. Bei Sicht auf das gesamte System scheint mir das nicht effizient zu sein.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Realist2014 » Do 21. Dez 2017, 17:12

Wähler hat geschrieben:(21 Dec 2017, 16:58)

Gleiche Bezahlung für gleiche Leistung. Warum soll ein Arzt bei gleicher Leistung für einen Privatpatienten den zwei- oder dreifachen Satz berechnen können. Bei Sicht auf das gesamte System scheint mir das nicht effizient zu sein.


das kann doch den GKV Versicherten egal sein...
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Realist2014 » Do 21. Dez 2017, 17:16

Orwellhatterecht hat geschrieben:(21 Dec 2017, 16:54)

Klar, weil damit Privilegien abgebaut würden, gehört das Deiner Meinung nach in die Tonne. Eine 2 Klassen Medizin ist allerdings nicht länger einzusehen.


nicht einzusehen ist die "Verboteritis" von den linken Gleichmachern


Und gar mancher privat Versicherte wundert sich im Alter, dass er die steigenden Prämien der GKV immer weniger aufbringen kann.


und?


Es soll sich herum gesprochen haben, dass mit steigendem Alter auch die Wahrscheinlichkeit von Krankheiten steigt, insbesondere von jenen Krankheiten, deren Behandlung so richtig viel Geld kostet. Und da die privaten Versicherer natürlich Gewinn orientiert arbeiten, treffen die hohen und immer höheren Beiträge natürlich jene, die es aufgrund ihres Alters betrifft.


der UNSINN kommt immer von denen, die NICHT in der PKV sind...

schon mal was von Altersrückstellungen gehört? Und den Wechsel in günstigere Tarife bei der selbe PKV?
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Wähler » Do 21. Dez 2017, 17:17

Wähler hat geschrieben:(21 Dec 2017, 16:58)
Gleiche Bezahlung für gleiche Leistung. Warum soll ein Arzt bei gleicher Leistung für einen Privatpatienten den zwei- oder dreifachen Satz berechnen können. Bei Sicht auf das gesamte System scheint mir das nicht effizient zu sein.

Realist2014 hat geschrieben:(21 Dec 2017, 17:12)
das kann doch den GKV Versicherten egal sein...

Es wundert mich nicht, dass es in drei einkommenschwachen Vierteln in München keinen oder nur einen Kinderarzt für Kassenpatienten gibt. Aufs Land will auch kein junger Arzt mehr gehen.
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Der Neandertaler » Do 21. Dez 2017, 17:18

Hallo syna.
syna hat geschrieben:SPD: Die Bürgerversicherung ... :?:
[...]
Wie steht Ihr dazu? Ist der Vorschlag gut? Oder ist er ganz schlecht?
[..]
Was würde die Einführung der Bürgerversicherung bedeuten? Wird dadurch die heute medizinisch hervorragende Leistung in Deutschland nicht grundlegend bedroht?
Vorab sollten wir uns erstmal die Frage stellen, was damit erreicht werden soll? Dieser Diskurs - Bürgerversicherung; JA! oder NEIN! - kommt in (un-)regelmäßigen Abständen auf die Tagesordnung. Nämlich immer dann, wenn sich mal wieder jemand über die (vermeintliche) Ungleichbehandlung von Kassen- und Privat-Patienten geärgert hat.

Was soll aber mit einer Bürgerversicherung nun konkret erreicht werden? Antwort:
    Die Gleichbehandlung!
Einer Bürgerversicherung soll also eine Lösungsstrategie gegen die "beginnende Zwei-Klassen-Medizin" erwirken.
    (Aussage: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach)
Gut, aber jemandem etwas wegnehmen, heißt ja nicht zwangsläufig, daß es anderen dadurch besser geht. Soll heißen:
    daß es zwar den Unterschied danach nicht mehr gibt, ... ob es danach aber (auf hohem Niveau) allen gut oder gar besser geht, ist nicht gesagt.
In den Augen der Befürworter einer Bürgerversicherung ist die Privatversicherung eine Form der Überversorgung für Besserverdienende. Stimmt im Grunde genommen: JA! Da aber die gesetzliche Krankenversicherung von einer weitreichenden Wachstumsschwäche der Finanzierungs­grundlagen geprägt ist ... und sich diese Schwäche in erster Linie auf die Leistungsausgaben durchschlägt, ist es nicht gesagt, daß eine Vermehrung auf der Einnahmenseite, auch eine Vermehrung auf der Ausgabenenseite nach sich zieht.

Am Beispiel Niederlande ist zudem ersichlich, daß die Bürgerversicherung nicht nur Vorteile bringt - sie könnte für den Steuerzahler recht teuer werden. Vorteil einer Bürgerversicherung:
  • Ausweitung der Bemessungsgrundlage auf alle Einkunftsarten (nicht Lohneinkünfte - auch Kapitaleinkünfte, etc.)
  • Ausweitung des versicherten Personenkreises (auch Beamte und Selbständige zahlen ein)
  • eventuell könnten bei einer Bürgerversicherung die Zusatzbeiträge entfallen.
Hauptkritikpunkt dürfte aber wohl sein, daß eine Arztpraxis wohl nur überleben kann, wenn dort eine gewiße Anzahl von (besser zahlenden) Privatpatienten vorhanden sind - quasi als Ausgleich zu den gesetzlich Versicherten, deren in Anspruch genommenen Leistungen von den gesetzlichen Krankenkassen nicht so hoch entlohnt werden. Allein mit dem, was die Gesetzliche zahlt, kann ein Internist seine Praxis heutzutage nicht mehr betreiben. Wenn es nun aber keine Privatpatienten mehr gibt, die Geld in die Praxiskasse spülen, sondern nur noch Einheitspatienten, und wenn zudem die Kassen nur die jetzige (niedrigere) Leistungszahlungen leisten, frage ich mich, was daran besser sein soll? Gerechter: JA!
    ... weil es den Unterschied nicht mehr gibt.
Aber besser?

Eine Reform soll aber doch zu etwas Besserem führen, denke ich.
"Ich teile Ihre Meinung nicht, ich werde aber bis zu meinem letzten Atemzug kämpfen, daß Sie Ihre Meinung frei äußern können." (Voltaire)
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Realist2014 » Do 21. Dez 2017, 17:19

Wähler hat geschrieben:(21 Dec 2017, 17:17)

Es wundert mich nicht, dass es in drei einkommenschwachen Vierteln in München keinen oder nur einen Kinderarzt für Kassenpatienten gibt. Aufs Land will auch kein junger Arzt mehr gehen.



und das würde sich ändern, wenn die Gebühren für die PKV Patienten gesenkt werden würden?
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Excellero » Do 21. Dez 2017, 17:25

Ich stehe der Bürgerversicherung positiv gegenüber. Jeder bezahlt das selbe an Beitrag und bekommt die selben Leistungen. Wer mehr will kann dann eine Zusatzversicherung abschließen... Für mich ist das eine Win-Win Situation.
Um fremden Wert willig und frei anzuerkennen, muß man eigenen haben.
-Immanuel Kant
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon jorikke » Do 21. Dez 2017, 17:27

Wähler hat geschrieben:(21 Dec 2017, 16:58)

Gleiche Bezahlung für gleiche Leistung. Warum soll ein Arzt bei gleicher Leistung für einen Privatpatienten den zwei- oder dreifachen Satz berechnen können. Bei Sicht auf das gesamte System scheint mir das nicht effizient zu sein.


Auch in der GKV müssen die Versicherten für die gleiche Leistung unterschiedliche Beiträge bezahlen.
Im einen Fall sind es die Ärzte die höhere Rechnungen schreiben, im anderen Fall die Krankenkassen.
Es wird halt da abgegriffen, wo was zu holen ist.
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Realist2014 » Do 21. Dez 2017, 17:28

Excellero hat geschrieben:(21 Dec 2017, 17:25)

Ich stehe der Bürgerversicherung positiv gegenüber. Jeder bezahlt das selbe an Beitrag und bekommt die selben Leistungen. Wer mehr will kann dann eine Zusatzversicherung abschließen... Für mich ist das eine Win-Win Situation.


jeder bezahlt den selben Beitrag?

also Kopfpauschale?

das wäre neu...
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Wähler » Do 21. Dez 2017, 17:31

Wähler hat geschrieben:(21 Dec 2017, 17:17)
Es wundert mich nicht, dass es in drei einkommenschwachen Vierteln in München keinen oder nur einen Kinderarzt für Kassenpatienten gibt. Aufs Land will auch kein junger Arzt mehr gehen.

Realist2014 hat geschrieben:(21 Dec 2017, 17:19)
und das würde sich ändern, wenn die Gebühren für die PKV Patienten gesenkt werden würden?

Vermutlich schon. Von meiner Mutter weiß ich, dass ein Arzt eine bestimmte Anzahl von Kassenscheinen pro Monat braucht, um wirtschaftlich arbeiten zu können. Wenn es keinen 2-fach- oder 3-fach-Satz gäbe, müssten alle Ärzte versuchen, möglichst viele Patienten in ihre Praxis zu locken.
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Der Neandertaler » Do 21. Dez 2017, 17:33

Hallo Excellero.
Excellero hat geschrieben:... Bürgerversicherung ... bekommt die selben Leistungen. ... mehr ... Zusatzversicherung.
Somit hättest Du aber wohl wieder inetwa die gleiche Situation:
    bessere Leistungen - Privatversicherung --- weniger Leistungen (Grundversorgung) - Kassenpatient
Dies aber sollte doch gerade mit der Bürgerversicherung verhindert werden. Zumal dieses Kaskoprinzip schwer mit dem Solidaritätsgedanken vereinbar ist.
"Ich teile Ihre Meinung nicht, ich werde aber bis zu meinem letzten Atemzug kämpfen, daß Sie Ihre Meinung frei äußern können." (Voltaire)
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Realist2014 » Do 21. Dez 2017, 17:35

Wähler hat geschrieben:(21 Dec 2017, 17:31)

Vermutlich schon. Von meiner Mutter weiß ich, dass ein Arzt eine bestimmte Anzahl von Kassenscheinen pro Monat braucht, um wirtschaftlich arbeiten zu können. Wenn es keinen 2-fach- oder 3-fach-Satz gäbe, müssten alle Ärzte versuchen, möglichst viele Patienten in ihre Praxis zu locken.


es kann keinem Arzt verboten werden, völlig ohne Kassenzulassung zu arbeiten..
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Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Provokateur » Do 21. Dez 2017, 17:45

Realist2014 hat geschrieben:(21 Dec 2017, 17:35)

es kann keinem Arzt verboten werden, völlig ohne Kassenzulassung zu arbeiten..


Wenn sie aber für alle Patienten das selbe Geld bekommen, müssten die GKVler nicht mehr lange auf einen Termin warten. Das "Machtgleichgewicht" würde sich verschieben.
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.

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