ÖPNV-Tickets für Beamte und öff. Angestellte?!

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Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Arbeitslosengeld 2 (HartzIV), Rentenversicherung, Sozialgesetzbuch.

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Deutschlandweit einführen?

Ja, für alle öffentlich Beschäftigten
3
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1
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13
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Sonstiges -> Kommentar
7
29%
 
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KarlRanseier
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Re: ÖPNV-Tickets für Beamte und öff. Angestellte?!

Beitragvon KarlRanseier » So 26. Nov 2017, 17:46

Maikel hat geschrieben:(26 Nov 2017, 17:32)

Ist das denn eine Bedingung dabei? Daß man den ÖPNV nur als Ersatz für den PKW benutzen darf?
Ich fürchte nicht.
Deshalb wird die kostenlose Benutzung des ÖPNV auch zu zusätzlichen Fahrten führen; man kann z.B. für lau mit der Bahn nach Frankfurt reinfahren statt vor Ort einzukaufen, wenn es die Teile in Frankfurt ein paar Cent günstiger gibt.

Man kann sich auch nur mal so in Zug oder Bus setzen und in der Gegend spazieren fahren lassen; ist ja für lau, Heizung bzw. Klimaanlage laufen "kostenlos".

Auch wer bisher (aus Kostengründen) mit dem Rad fährt, könnte stattdessen zukünftig kostenlos mit Bussen und Bahnen fahren.
Ich kenne eine Untersuchung aus Lübeck, nach der genau das passiert, auch wenn man nur die Preise senkt und/oder das Angebot ausbaut: Es steigen wesentlich mehr Radfahrer auf den ÖPNV um als Autofahrer.

Letztlich führen also die Freifahrten zu zusätzlichem Verkehr, zumindest, wenn das Angebot des ÖPNV entsprechend dem "Bedarf" ausgebaut wird.



Freizeit und Arbeitszeit haben doch auch einen Wert, oder? Also ich kann mir nicht vorstellen, dass massenhaft Leute sinnlos mit dem ÖPNV fahren würden, wenn das kostenlos wäre. So besonders angenehm sind die Busse und Bahnen auch nicht...

Die Geschichte mit den Radfahrern dürfte allerdings stimmen.
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Re: ÖPNV-Tickets für Beamte und öff. Angestellte?!

Beitragvon jack000 » So 26. Nov 2017, 17:49

Gilmoregirl hat geschrieben:(26 Nov 2017, 17:02)

Ich bin für: Sonstiges !

Statt denen, die im öD doch ein relativ bis überaus gutes und auch sicheres Einkommen haben, auch noch mehr Zucker in den Allerwertesten zu blasen, sollten solche Tickets an Senioren und Geringverdiener ausgegeben werden.
Und...ich bin im öD...ich brauche keine kostenlosen Tickets.

Die Idee dahinter ist m.E. das gerade Beamte eher zentral in Ballungsräumen arbeiten (z.B. in Stuttgart ist das größte Gebäude das Finanzamt, ansonsten noch Krankenhäuser wobei man sich dann fragen muss wieso die innerhalb von Ballungszentren angesiedelt werden müssen) und so eine Entlastung für den MIV stattfinden kann. Industriearbeitsplätze sind ja eher außerhalb und auch in der Privatwirtschaft dürfte das eher schwierig umzusetzen sein.
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Re: ÖPNV-Tickets für Beamte und öff. Angestellte?!

Beitragvon jack000 » So 26. Nov 2017, 18:00

KarlRanseier hat geschrieben:(26 Nov 2017, 17:46)Also ich kann mir nicht vorstellen, dass massenhaft Leute sinnlos mit dem ÖPNV fahren würden, wenn das kostenlos wäre. So besonders angenehm sind die Busse und Bahnen auch nicht...

Schau dir mal kostenlose und kostenpflichtige Autobahntoiletten an und was für ein Publikum da jeweils angezogen wird. Ich brauche mir nur die Stuttgarter Parks anzuschauen um zu erahnen auf wen man u.a. dann im ÖPNV treffen wird:
https://imgur.com/swG2hcB
(= Eigene Aufnahme)
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Re: ÖPNV-Tickets für Beamte und öff. Angestellte?!

Beitragvon Ebiker » So 26. Nov 2017, 19:27

Zu den Pendlerzeiten mags gehen, da sind vor allem Berufstätige unterwegs. Aber sonst wirds immer schlimmer, ich vermeide ÖPNV wo es geht.
Eines Tages werden Millionen Menschen die südliche Hemisphäre verlassen, um in der nördlichen Hemisphäre einzufallen. Und sie werden sie erobern, indem sie sie mit ihren Kindern bevölkern.
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Re: ÖPNV-Tickets für Beamte und öff. Angestellte?!

Beitragvon frems » So 26. Nov 2017, 19:54

jack000 hat geschrieben:(26 Nov 2017, 09:56)

na z.B. Großraum Stuttgart (Von der Größe in etwa wie Berlin aber nur 1,2 Mio. Einwohner). Eine Monatskarte für das gesamte Netz kostet 217€ , eine Einzelstrecke 8,50€ bei 7 Zonen:
http://www.vvs.de/tickets/zeitticketsve ... mann-2017/

http://www.vvs.de/download/Tarifzonenplan.pdf

Gibt's da keine Jobtickets oder so? Bei uns ist das preislich ein ordentlicher Unterschied. Der Stadtbereich (AB bzw. Bundeslandgrenzen) kostet normalerweise monatlich 87 Euro im Jahresabo oder 105 Euro ohne Abo.

Die sog. Proficard für Arbeitnehmer kostet 67,60 minus 13,86 Euro steuerfreier Zuschuss durch den Arbeitgeber. So bleiben maximal noch 53,74 Euro, der C-Bereich (angrenzendes Umland) ist zusätzlich mit drin und wochenends kann man bis zu drei Personen auf seiner Karte "mitnehmen". Das nutzen auch Kollegen, die meistens mit dem Pkw anreisen, weil man mit Einzelkarten schnell auf den Preis kommt und es so bequemer ist, da das Geld direkt vom Lohnzettel (brutto) abgezogen wird und die Karte ein Jahr gültig ist (aber jederzeit kündbar). Plus, bei uns zahlt der AG freiwillig noch etwas mehr dazu, sodass man bei knapp unter 45 statt 53,74 Euro ist. Zum Vergleich: die Stellplätze im Parkhaus kosten für AN ohne Gehbehinderung 120 bis 180 Euro im Monat, obwohl sie ebenfalls (geringfügig) bezuschusst werden. Für den Gesamtbereich ABCDE (reicht fast bis Lübeck und Bremen) sind's 172,80 (Jahresabo) bzw. 210,80 (ohne Abo), die ProfiCard (ebenfalls ABCDE) kostet den AN maximal 95,14. Für Azubis sind die Preise nochmal ca. 40% niedriger.

Einzige Voraussetzung ist, dass der Betrieb mind. 20 ÖPNV-Nutzer hat oder sich mit einem anderen Betrieb zusammenschließt, um auf die Anzahl zu kommen. Ist bei unserem Standort mit knapp 2000 Mitarbeitern entsprechend kein Thema.

In Berlin gibt's ähnliche Modelle für Unternehmen, auch wenn ich die genauen Konditionen nicht mehr in Erinnerung habe und sie vermutlich heute auch wieder anders sind.
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Re: ÖPNV-Tickets für Beamte und öff. Angestellte?!

Beitragvon jack000 » So 26. Nov 2017, 20:13

frems hat geschrieben:(26 Nov 2017, 19:54)

Gibt's da keine Jobtickets oder so? Bei uns ist das preislich ein ordentlicher Unterschied. Der Stadtbereich (AB bzw. Bundeslandgrenzen) kostet normalerweise monatlich 87 Euro im Jahresabo oder 105 Euro ohne Abo.

M.W. nicht. ÖPNV ist in Stuttgart sowieso zu den Hauptverkehrszeiten übervoll, daher müssten erstmal neue Kapazitäten geschaffen werden bevor man mit geringen Preisen neue Kunden lockt.
=> Daher können die hier halt gut zulangen und sind trotzdem gerade mal auf ca. +/-0 (Aber das reicht ja völlig aus, und auch gegen Subventionen spricht ja nix) !

Man muss natürlich auch hier unterscheiden zwischen U- und S-Bahn. Die U-Bahn ist sehr pünktlich und beliebt, aber die S-Bahn (Es laufen da Verfahren ob nicht wegen S21 da Gelder von der S-Bahn in Richtung S21 geflossen sind (Weil beides Bahn.de) ) weil diese zwar ein paar neue Züge hat aber von den Gleisen her recht marode ist (jeden Tag in den Stuttgarter Zeitungen: "Stellwerksstörung", "Leitungen von der Decke gefallen", "Technische Probleme", "Zug ist stehen geblieben", etc....
=> Deswegen ist nach wie vor meine Aussage, das bevor man über mehr Fahrgäste nachdenkt, erstmal die Kapaziäten ausgebaut werden müssen, bzw. das S-Bahn-Netz saniert werden muss!

Es ist auch aktuell so, dass die S-Bahn Verantwortlichen mal wieder wegen Verspätungen, etc... ins Stuttgarter Rathaus zitiert werden!
So schreibt der Personalleiter eines mittelständischen Verlags im Stuttgarter Westen: „Die Situation bei der S-Bahn ist mal wieder nicht auszuhalten. Uns sind schon mehrfach Mitarbeiter abgesprungen, da sie die unerträglich langen Fahrtzeiten nicht hinnehmen wollten.“ Ein Pendler aus dem Rems-Murr-Kreis beklagt die „täglichen Verspätungen und Zugausfälle“ auf der S 2 von Schorndorf nach Stuttgart: „Das ist nicht mehr hinnehmbar. Ich überlege mir jetzt ernsthaft, den Arbeitsplatz zu wechseln, weil mich die tägliche Fahrt mit den Öffentlichen zur Arbeit so sehr belastet.“

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhal ... 25531.html
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Re: ÖPNV-Tickets für Beamte und öff. Angestellte?!

Beitragvon frems » So 26. Nov 2017, 20:48

jack000 hat geschrieben:(26 Nov 2017, 20:13)

M.W. nicht. ÖPNV ist in Stuttgart sowieso zu den Hauptverkehrszeiten übervoll, daher müssten erstmal neue Kapazitäten geschaffen werden bevor man mit geringen Preisen neue Kunden lockt.
=> Daher können die hier halt gut zulangen und sind trotzdem gerade mal auf ca. +/-0 (Aber das reicht ja völlig aus, und auch gegen Subventionen spricht ja nix) !

Der VVS arbeitet nicht kostendeckend.

Auch der VVS, bei dem die Einnahmesteigerungen seit Jahren deutlich über den Tarifsteigerungen liegen, darf insgesamt kein Geld verlieren, wenn das Angebot nicht eingeschränkt, sondern weiter ausgebaut werden soll. Die Kostendeckung durch den Ticketverkauf liegt bei inzwischen 59,2 Prozent, der Rest sind Zuschüsse.

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/i ... 04375.html

Man muss natürlich auch hier unterscheiden zwischen U- und S-Bahn. Die U-Bahn ist sehr pünktlich und beliebt, aber die S-Bahn (Es laufen da Verfahren ob nicht wegen S21 da Gelder von der S-Bahn in Richtung S21 geflossen sind (Weil beides Bahn.de) ) weil diese zwar ein paar neue Züge hat aber von den Gleisen her recht marode ist (jeden Tag in den Stuttgarter Zeitungen: "Stellwerksstörung", "Leitungen von der Decke gefallen", "Technische Probleme", "Zug ist stehen geblieben", etc....
=> Deswegen ist nach wie vor meine Aussage, das bevor man über mehr Fahrgäste nachdenkt, erstmal die Kapaziäten ausgebaut werden müssen, bzw. das S-Bahn-Netz saniert werden muss!

Es ist auch aktuell so, dass die S-Bahn Verantwortlichen mal wieder wegen Verspätungen, etc... ins Stuttgarter Rathaus zitiert werden!

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhal ... 25531.html

Ich könnte nun klugscheißen und Dir verraten, dass Stuttgart gar keine U-Bahn hat, auch wenn ein Verkehrsmittel als solches dort bezeichnet wird. :p

Entscheidend ist bei der S-Bahn, welche Verkehrsdienstleistung die öffentliche Hand bestellt. Da werden Leistungen und Preise vereinbart. Erfolgt eine Minderleistung, folgen Vertragsstrafen (Bonus-Malus-System). Solange alles eingehalten wird, gibt's vertraglich nichts zu beanstanden, egal was das Verkehrsunternehmen mit den Geldern intern anstellt. Und wenn's beruhigt: die Hamburger S-Bahn macht dauernd Probleme und ist nun im Clinch mit der Politik.
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Re: ÖPNV-Tickets für Beamte und öff. Angestellte?!

Beitragvon Skull » So 26. Nov 2017, 21:09

frems hat geschrieben:(26 Nov 2017, 19:54)

In Berlin gibt's ähnliche Modelle für Unternehmen,
auch wenn ich die genauen Konditionen nicht mehr in Erinnerung habe
und sie vermutlich heute auch wieder anders sind.

In NRW gibt es so etwas auch.

Im wohl grössten deutschen Verkehrsverbund - dem VRR - nennt sich das Firmenticket.

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Re: ÖPNV-Tickets für Beamte und öff. Angestellte?!

Beitragvon jack000 » So 26. Nov 2017, 22:02

frems hat geschrieben:(26 Nov 2017, 20:48)

Der VVS arbeitet nicht kostendeckend.

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/i ... 04375.html

Ja, das sowieso nicht, das es aber so schlimm ist hätte ich nicht gedacht.
=> Wie auch immer muss man erstmal die bestehenden Probleme in den Griff bekommen bevor man irgendwelche Luftschlösser (=freien ÖPNV für alle) verspricht!

Ich könnte nun klugscheißen und Dir verraten, dass Stuttgart gar keine U-Bahn hat, auch wenn ein Verkehrsmittel als solches dort bezeichnet wird. :p

Das ist eine Definitionsfrage:
Das Stadtbahnnetz ist so konzipiert, dass es jederzeit zur U-Bahn umgebaut werden könnte, wenn die finanziellen Mittel vorhanden wären. Entgegen der landläufigen Meinung steht das U in der Linienbezeichnung nicht für Untergrundbahn, sondern für unabhängig.

https://de.wikipedia.org/wiki/Stadtbahn_Stuttgart

Aber wie auch immer ist die Definition nicht das Problem, sondern die Kapazität, die Funktionalität und die Ausbaumöglichkeiten!

Entscheidend ist bei der S-Bahn, welche Verkehrsdienstleistung die öffentliche Hand bestellt. Da werden Leistungen und Preise vereinbart. Erfolgt eine Minderleistung, folgen Vertragsstrafen (Bonus-Malus-System). Solange alles eingehalten wird, gibt's vertraglich nichts zu beanstanden, egal was das Verkehrsunternehmen mit den Geldern intern anstellt. Und wenn's beruhigt: die Hamburger S-Bahn macht dauernd Probleme und ist nun im Clinch mit der Politik.

Mir fehlen da die Erfahrungen aus anderen Städten, aber ich denke nicht, das die Minderleistung der S-Bahn verglichen mit den vertraglichen Vereinbarungen woanders noch getoppt werden!
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Re: ÖPNV-Tickets für Beamte und öff. Angestellte?!

Beitragvon Maikel » Mo 27. Nov 2017, 08:13

KarlRanseier hat geschrieben:(26 Nov 2017, 17:46)
Freizeit und Arbeitszeit haben doch auch einen Wert, oder?

Guter Hinweis. Deshalb steigen ja auch so wenig PKW-Fahrer auf die Öffis um, selbst wenn die kostenlos sind.
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Re: ÖPNV-Tickets für Beamte und öff. Angestellte?!

Beitragvon Ebiker » Mo 27. Nov 2017, 08:20

Maikel hat geschrieben:(27 Nov 2017, 08:13)

Guter Hinweis. Deshalb steigen ja auch so wenig PKW-Fahrer auf die Öffis um, selbst wenn die kostenlos sind.


Ich fahre die 15km auf Arbeit mit dem E- Bike weils schneller geht, billiger ist und ich einen sehr schönen Arbeitsweg habe. Pure Erholung, da quetsch ich mich nicht in den Bus.
Eines Tages werden Millionen Menschen die südliche Hemisphäre verlassen, um in der nördlichen Hemisphäre einzufallen. Und sie werden sie erobern, indem sie sie mit ihren Kindern bevölkern.
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Re: ÖPNV-Tickets für Beamte und öff. Angestellte?!

Beitragvon Letzter-Mohikaner » Mo 27. Nov 2017, 08:26

Die, die sich die Tickets auch so leisten könnten, bekommen sie umsonst, Sozial Schwache nicht. Sozial gerecht geht anders.
"Je stärker wir sind, desto unwahrscheinlicher ist der Krieg." Otto von Bismarck

"Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren. " Bertolt Brecht
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Re: ÖPNV-Tickets für Beamte und öff. Angestellte?!

Beitragvon Positiv Denkender » Mo 27. Nov 2017, 10:12

Gilmoregirl hat geschrieben:(26 Nov 2017, 17:02)

Ich bin für: Sonstiges !

Statt denen, die im öD doch ein relativ bis überaus gutes und auch sicheres Einkommen haben, auch noch mehr Zucker in den Allerwertesten zu blasen, sollten solche Tickets an Senioren und Geringverdiener ausgegeben werden.
Und...ich bin im öD...ich brauche keine kostenlosen Tickets.


Die Angst vor Arbeitslosigkeit und sozialer Not verschwindet immer mehr aus der Mitte der Gesellschaft . Generation Zufriedenheit
titelt ein Bericht .Den 30-60 Jährigen geht es so gut wie nie zuvor. Eine reine Fehleinschätzung von dir , Senioren müsste man mit Geringverdienern
gleichsetzen .Ich kenne nur Senioren denen es so gut wie in keinem anderen Lebensabschnitt vorher .Das gilt vor allem für die jüngere Rentnergeneration .
Diese profitiert heute von meistens 2 recht guten Renten . Für die wenigen die aus welchen Gründen auch immer geringe Renten beziehen
gibt es Zuschüsse für Monatsticket ,ebenso wie für Studenten . Für die Mehrheit der Senioren ist das unnötig und wäre auch sozial ungerecht.
Ich finde eher ungerecht, dass man bei vielen Veranstaltungen Rentnern Preisermäßigungen einräumt .Mit welchem Recht?
Nur ca 2 -3 % der Rentner zählen zu den statistisch erklärten Armutsgefährdeten . Diese Zahl wird noch weiter sinken .
Durch die fast 100 % Abdeckung von Krippen und Kitaplätzen wird es immer mehr Lebensgemeinschaften geben die fast gleich hohe gesetzliche
Renten beziehen + Einkommen aus Privatvorsorge . Unser Land hat sich nun mal dafür entschieden Flüchtlinge aufzunehmen und das seit mehreren Jahrzehnten . Da ist zwischenzeitliche Armutsgefährdung unvermeidbar .
[Mod: editiert]
Welche ?
Zuletzt geändert von Skull am Mo 27. Nov 2017, 10:16, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: subtile Hetze entfernt
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Re: ÖPNV-Tickets für Beamte und öff. Angestellte?!

Beitragvon Dampflok94 » Mo 27. Nov 2017, 13:16

Letzter-Mohikaner hat geschrieben:(27 Nov 2017, 08:26)

Die, die sich die Tickets auch so leisten könnten, bekommen sie umsonst, Sozial Schwache nicht. Sozial gerecht geht anders.

Es geht doch hier nicht um eine soziale Maßnahme. Es geht darum mehr Menschen zum Umsteigen auf den ÖPNV zu bewegen.
Leute kauft mehr Dampflokomotiven!!!
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Re: ÖPNV-Tickets für Beamte und öff. Angestellte?!

Beitragvon Skull » Mo 27. Nov 2017, 13:18

Dampflok94 hat geschrieben:(27 Nov 2017, 13:16)

Es geht doch hier nicht um eine soziale Maßnahme.

Es geht darum mehr Menschen zum Umsteigen auf den ÖPNV zu bewegen.

Zumindest in DIESEM Thread.

Für das andere Thema (der Vorstoss der NRW Regierung) gibt es im 2 er einen Strang.

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Re: ÖPNV-Tickets für Beamte und öff. Angestellte?!

Beitragvon Misterfritz » Mo 27. Nov 2017, 13:53

Positiv Denkender hat geschrieben:(27 Nov 2017, 10:12)Ich kenne nur Senioren denen es so gut wie in keinem anderen Lebensabschnitt vorher .
DU magst nur gut situierte Senioren kennen, das heisst aber nun wirklich nichts. Vor Allem heisst das auch nicht, dass es nicht sehr viele Senioren gibt, die unter Altersarmut leiden.
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Re: ÖPNV-Tickets für Beamte und öff. Angestellte?!

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mo 27. Nov 2017, 14:08

frems hat geschrieben:(26 Nov 2017, 20:48)

Der VVS arbeitet nicht kostendeckend.

Hallo Frems, du kannst mir hier sicher noch einiges erklären, aber ich meine, dass fast kein ÖPNV in Deutschland kostendeckend arbeitet - in dem Sinne, dass Abonnements und Einzelfahrkarten der Fahrgäste sowie Werbeeinnahmen den laufenden Betrieb decken und keine Bestellpreise oder Verlustausgleiche zu zahlen sind. Die Schaffung neuer Trassen oder Aufwertung ist dann noch mal ne ganz andere Geschichte.
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Re: ÖPNV-Tickets für Beamte und öff. Angestellte?!

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mo 27. Nov 2017, 14:13

frems hat geschrieben:(25 Nov 2017, 17:17)

https://www.welt.de/wirtschaft/article1 ... ommen.html

Liebe Userschaft, begrüßt Ihr die Entscheidung der schwarz-grünen Landesregierung in Hessen? Ist es sinnvoll, die Straßen etwas freier zu bekommen, wenn mehr Staatsdiener auf den ÖPNV statt auf den Pkw setzen? Oder haltet Ihr es für fragwürdig, wenn Lehrer und Professoren "für lau" fahren, während Schüler und Studenten (wenn auch vergünstigt) für ihr ÖPNV-Ticket zahlen müssen? ("für lau" heißt hier natürlich nur, dass jemand anderes (-> Dienstherr) bezahlt)

Ich sehe das vorrangig als Teil der Tarifverhandlung/Vergütung. Mal beiseite gelassen, dass das bei Beamten etwas anders funktioniert. Ein solches Jobticket für Staatsdiener ist in meinen Augen ganz okay. Es ist letztlich eine verdeckte Subvention für die meist kommunalen Verkehrsunternehmen, aber wenn es auch genutzt wird und weniger Autos unterwegs sind, umso besser. Das Argument Professor interessiert mich dabei nicht so sehr. Ob die Geld erhalten und sich ein Ticket kaufen oder ein Ticket erhalten und die nächste Vergütungserhöhung deshalb ein paar Prozent niedriger ausfällt, ist mir eins.
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Re: ÖPNV-Tickets für Beamte und öff. Angestellte?!

Beitragvon immernoch_ratlos » Mo 27. Nov 2017, 16:19

Es gibt doch schon mal eine Methode die sich wohl bewährt hat. Die VRN "Karte ab 60" Zugeschnitten auf alle Personen über 60. Mit einem aktuellen "Preisschild" versehen um auch das kalkulierbar zu machen. Der Preis ist verglichen mit den "Jedermanpreisen" durchaus niedrig anzusehen. Ich wüsste nicht, das dies zu Problemen mit "Jederman" geführt hat. Allerdings, wenn der Geldwert erkennbar bei 2.020,80 €/a (der Höchstpreis für Jedermann) liegen sollte, könnte ich mir schon eine "geteilte Akzeptanz" vorstellen. Jeder hier kann ja mal nachsehen, was dies wohl in seiner Region kostet... :cool:

Entweder oder - volle Anrechnung eines solchen Tickets oder eben "nur" die Pendlerpauschale wie für Jedermann - Antrag stellen und los geht´s. Dazu passt sicher auch :
Sole.s hat geschrieben:Ich sehe das vorrangig als Teil der Tarifverhandlung/Vergütung. Mal beiseite gelassen, dass das bei Beamten etwas anders funktioniert. Ein solches Jobticket für Staatsdiener ist in meinen Augen ganz okay. Es ist letztlich eine verdeckte Subvention für die meist kommunalen Verkehrsunternehmen, aber wenn es auch genutzt wird und weniger Autos unterwegs sind, umso besser. Das Argument Professor interessiert mich dabei nicht so sehr. Ob die Geld erhalten und sich ein Ticket kaufen oder ein Ticket erhalten und die nächste Vergütungserhöhung deshalb ein paar Prozent niedriger ausfällt, ist mir eins.
Jährliche Wahl inklusive - eine Art jährlicher Evaluierung des lokalen Angebots.

Mir scheinen auch vergleichbare Angebote für den "Hinz & Kunz Pendler" angebracht. Es muss ein geldwerter, nicht zu versteuernder Anreiz da sein, sich eher dieser Form der Mobilität zuzuwenden.

Ob die jeweiligen Orte mit entsprechenden Verkehrsverbünden einem eventuellen "Ansturm" auch gewachsen sein mögen, sollten vernünftige lokale "Pilotprojekte" möglichst vorher herausfinden. Mobilität muss einen (vernünftigen) Preis haben - was nix kostet wird gern als untauglich angesehen. Ist dieses Ticket noch mit anderen Leistungen wie hier das sog. "stadtmobil" koppelbar und funktioniert, wird sicher eine Teil ganz auf eine eigenes Fahrzeug verzichten können. Ich kenne jedenfalls Rentner, die sich all dieser Kombinationen bedienen und gut damit "fahren" im Doppelsinn.

Starre Modelle die zusätzlich nur für eine Gruppe exklusiv existieren, werden mehr Ablehnung hervorrufen, als flexible Modelle, die alle in, wenn auch unterschiedlicher Weise, vernünftig einbinden.

Dies ist meine Begründung für "Sonstige" in Deiner Umfrage - mal schauen ob auch ein interner Link als Kommentar möglich ist...
"Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen." (aus China)
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Re: ÖPNV-Tickets für Beamte und öff. Angestellte?!

Beitragvon Positiv Denkender » Mo 27. Nov 2017, 17:08

Misterfritz hat geschrieben:(27 Nov 2017, 13:53)

DU magst nur gut situierte Senioren kennen, das heisst aber nun wirklich nichts. Vor Allem heisst das auch nicht, dass es nicht sehr viele Senioren gibt, die unter Altersarmut leiden.

Nicht einmal 3 %. Davon ist 1,5 % importiert . Statistische Armutsgefährdung bedeutet nicht wirkliche Armutsgefährdung .
Wir haben die am besten versorgte Rentnergeneration seit 1947 . Ausnahmen nicht ausgeschlossen . Das wird noch besser denn durch
Kitas und Krippen müssen immer weniger AN ihre Berufszeit unterbrechen . Bedeutet später 2 fast gleich hohe Renten + Bezüge aus Eigenvorsorge .
Die Touristikbranche hat sich drauf eingestellt. Es macht wenig aus wenn du einige Senioren kennst denen es finanziell weniger gut geht.
Hast du unser Rentensystem begriffen .Hättest du würdest du nicht davon reden dass Menschen die 40 oder 45 Jahre voll erwerbstätig waren
geringe Renten bekommen . Niemand bleibt vom Lehrling bis zum Eintritt ins Rentenalter auf gleicher Gehaltsstufe stehen .
Am Anfang mag es nicht reichen für einen Rentenpunkt später aber locker .Hinzu kommt ,dass dieses Land nicht nur aus Singles im Seniorenalter besteht .
Heute arbeiten in fast allen Lebensgemeinschaften beide Partner .Das war für unsere Generation selten möglich .Krippen und Kitas waren nur wenigen
vorbehalten . Früher musste man eine Anzahl von Beitragsjahren aufweisen um überhaupt Rente zu beziehen .Das ist Vergangenheit.

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