Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

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Odin1506
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Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon Odin1506 » Fr 17. Nov 2017, 22:19

Positiv Denkender hat geschrieben:(17 Nov 2017, 19:26)

Ich kenne keine Armutsviertel . Hier werden Klassenverbände nicht nach Einkommen der Eltern zusammengestellt.
Schulschwänzen hat nichts mit Einkommen der Eltern zu tun sondern mit Verantwortungslosigkeit .


Auch wenn du keine Armutsviertel kennst, gibt es sie in jeder grösseren Stadt. Du brauchst nur bei google "problemviertel" eingeben, da sind dann ca. 77.500 Einträge.
Ich bin keine Signatur, ich putze hier nur!!! :p
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Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon Positiv Denkender » Fr 17. Nov 2017, 23:30

Odin1506 hat geschrieben:(17 Nov 2017, 22:19)

Auch wenn du keine Armutsviertel kennst, gibt es sie in jeder grösseren Stadt. Du brauchst nur bei google "problemviertel" eingeben, da sind dann ca. 77.500 Einträge.

Ich kenne sogenannte Problemviertel .Nur die Kinder aus diesem Viertel gehen nicht allein in die dortigen Schulen und lange nicht alle dort lebenden Menschen bereiten Probleme. Probleme entstehen nicht durch den Staat sondern durch Sorglosigkeit der Eltern und durch die Jugendlichen selbst .
Die Schulen unterscheiden nicht nach Einkommen . Wer will und ehrgeizig ist darf . Unterstützung der Eltern hängt nicht vom Geldbeutel ab .
Problemviertel ? Nur weil m an ein niedriges Einkommen hat muss man keine Probleme bereiten . Hat auch nichts mit Bildung zu tun sondern mit dem persönlichen Verhalten .
Unsere Eltern, auch wir hatten, weitaus weniger finanzielle Möglichkeiten als heute jede Hartz 4 Familie .
Nur wir haben gelernt uns nach der Decke zu strecken .
Übrigens ich bin in einem Arbeiterviertel groß geworden . Du meinst nun, die dort aufgewachsenen Kinder wären alles Problemfälle ?
Das Gegenteil ist eingetreten . Trotz ihrer angeblich "bildungsfernen" Eltern haben die meisten ihr Leben bestens gemeistert .
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Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon KarlRanseier » Fr 17. Nov 2017, 23:54

Positiv Denkender hat geschrieben:(17 Nov 2017, 23:30)

Ich kenne sogenannte Problemviertel .Nur die Kinder aus diesem Viertel gehen nicht allein in die dortigen Schulen und lange nicht alle dort lebenden Menschen bereiten Probleme. Probleme entstehen nicht durch den Staat sondern durch Sorglosigkeit der Eltern und durch die Jugendlichen selbst .
Die Schulen unterscheiden nicht nach Einkommen . Wer will und ehrgeizig ist darf . Unterstützung der Eltern hängt nicht vom Geldbeutel ab .
Problemviertel ? Nur weil m an ein niedriges Einkommen hat muss man keine Probleme bereiten . Hat auch nichts mit Bildung zu tun sondern mit dem persönlichen Verhalten .
Unsere Eltern, auch wir hatten, weitaus weniger finanzielle Möglichkeiten als heute jede Hartz 4 Familie .
Nur wir haben gelernt uns nach der Decke zu strecken .
Übrigens ich bin in einem Arbeiterviertel groß geworden . Du meinst nun, die dort aufgewachsenen Kinder wären alles Problemfälle ?
Das Gegenteil ist eingetreten . Trotz ihrer angeblich "bildungsfernen" Eltern haben die meisten ihr Leben bestens gemeistert .


So wird's wohl sein. Und die Tafeln werden ausschließlich von Mittelständlern besucht, die einfach nur ihren Profit maximieren wollen, indem sie die Ausgaben für Lebensmittel minimieren, nicht wahr?
Und die Tatsache, dass immer mehr Haushalte hoffnungslos überschuldet sind und dass immer mehr Haushalten der Strom abgeschaltet wird, liegt wohl daran, dass die Leute heute einfach nicht mehr mit dem vielen Geld, das ihnen zur Verfügung steht, umgehen können und ständig Weltreisen unternehmen und sich zahlreiche Luxusyachten und Immobilien zulegen? :?:
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Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon Wähler » Sa 18. Nov 2017, 07:38

Positiv Denkender hat geschrieben:(17 Nov 2017, 23:30)
Ich kenne sogenannte Problemviertel.Nur die Kinder aus diesem Viertel gehen nicht allein in die dortigen Schulen und lange nicht alle dort lebenden Menschen bereiten Probleme. Probleme entstehen nicht durch den Staat sondern durch Sorglosigkeit der Eltern und durch die Jugendlichen selbst .

http://www.sueddeutsche.de/bildung/wiss ... -1.1488270
SZ 5. Oktober 2012 Die neue Länderstudie der Kultusminister zeigt ein bekanntes Muster
Im Klartext: die Schüler sind schwieriger als anderswo. Die Wissenschaftler haben dies feiner formuliert. Sie machen vor allem drei Faktoren aus, die darüber entscheiden, wie gut ein Viertklässler lesen, schreiben oder rechnen kann: Erstens schneiden die Kinder schlechter ab, deren Eltern arbeitslos oder Geringverdiener sind. Diesen Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg ist schon mehrmals in Studien kritisiert worden, nun bestätigt er sich für die Grundschüler.
Zweitens spielt die Herkunft eine Rolle: also, ob Vater, Mutter oder beide aus dem Ausland stammen - und wie lange sie bereits in Deutschland leben. Je weniger sie zu Hause Deutsch sprechen, desto schwerer tun sich ihre Kinder beim Lernen. Und drittens schließlich schneiden diejenigen Grundschüler im Schnitt schlechter ab, deren Eltern "bildungsfern" sind, also selbst keinen Schul- oder Berufsabschluss haben.

Die empirischen Zusammenhänge sind glasklar. Alles nur auf die Eltern und die Jugendlichen selbst abzuschieben, ist nicht fair.
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Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon BlueMonday » Sa 18. Nov 2017, 11:02

Selina hat geschrieben:(17 Nov 2017, 09:57)

Ein Kommentar zur Armut, der es gut auf den Punkt bringt, was das eigentliche Dilemma ist: Arm trotz Arbeit.

https://www.neues-deutschland.de/artike ... rbeit.html


Ah, das ND, das schon zu DDR-Zeiten mit faktenvoller Systemkritik aufgefallen ist :).

Davon mal ab, geht ein Vollzeit-Aufstocker nicht zum Sozialamt (das ist nur für völlig arbeitsunfähige Sozialfälle zuständig), sondern zum Jobcenter. Und da hat er wenig zu befürchten, wenn er denn tatsächlich Vollzeit arbeitet. Das Problem ist dann auch weniger diese Person, sondern offenbar andere erwachsene Erwerbsfähige in der Bedarfsgemeinschaft, die dann wohl keiner Arbeit nachgehen. Ansonsten bleibt ja nicht viel Raum zum Aufstocken. Ohne den Gang zum Jobcenter gibt es alternativ auch noch Wohngeld und für die Kinder Kindergeld. Also ist man beim Jobcenter beim falschen Amt, wenn man Vollzeit arbeitet. Und all diese Institutionen sind ja der "Sozialstaat". Bizarrerweise wird das Inanspruchnehmen dann auch schon wieder bemäkelt und als Makel gesehen.
Erst aber fordert der Linke den "Sozialstaat". Wird er dann tatsächlich genutzt, ist es auch verkehrt. Der Sozialstaat kostet nun. Was als Steuer&Abgabe wegfließt und den Umweg über den Staat nimmt, kann eben nicht als Lohn oder Arbeitsentgelt oder sonst wie ausgezahlt und ausgeschüttet werden. Also ist es doch logisch, dass sich dann die Menschen über diesen Umweg wieder das Geld zurückholen. Das könnten sie ja ganz in diesem Bewusstsein tun. Dass sie sich irgendwie schlecht dabei fühlen, ist dann eher eine Sache der Einstellung, an der man dann arbeiten muss.

Ok, der Kommentator will letztlich auf ein billiges "Zahlt höhere Löhne" hinaus ... also neben einem schon massiven Staatsanteil (Abgaben/Steuern), der den Sozialstaat finanziert. Aber damit das funktioniert, müsste man sich entscheiden und für weniger Staatanteil und weniger Umweg einsetzen. Aber gerade das will ja unser neudeutscher Kommentator nicht. (Noch) höhere Mindestlöhne zum Sozialstaat on top will er. Nur dummerweise funktioniert das nicht. Setzt man die künstliche Lohnuntergrenze zu hoch an, vernichtet man reihenweise Arbeitsplätze, was wiederum die Menschen in die Fänge des ungeliebten "Sozialamts" treibt.
But who would build the roads?
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Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon Positiv Denkender » Sa 18. Nov 2017, 11:24

KarlRanseier hat geschrieben:(17 Nov 2017, 23:54)

So wird's wohl sein. Und die Tafeln werden ausschließlich von Mittelständlern besucht, die einfach nur ihren Profit maximieren wollen, indem sie die Ausgaben für Lebensmittel minimieren, nicht wahr?
Und die Tatsache, dass immer mehr Haushalte hoffnungslos überschuldet sind und dass immer mehr Haushalten der Strom abgeschaltet wird, liegt wohl daran, dass die Leute heute einfach nicht mehr mit dem vielen Geld, das ihnen zur Verfügung steht, umgehen können und ständig Weltreisen unternehmen und sich zahlreiche Luxusyachten und Immobilien zulegen? :?:

Wolltest du jetzt lustig wirken ? Tafeln sind eine Einrichtung damit sich angeblich armutsgefährdete dort preisgünstig mit LM versorgen können
um finanzielle Mittel für andere Dinge frei zu machen . Durch die Zunahme von Flüchtlingen steigt die Zahl der Tafel Kunden .Wenn man Flüchtlinge
aufnimmt muss man auch Armutsgefährdung in Kauf nehmen . Wenn Haushalte überschuldet sind liegt das an der mangelnden Fähigkeit
mit dem eigenen Budget umzugehen .Es handelt sich wohl selten um Verbindlichkeiten bei LM Händlern . Wer nur kauft was er bezahlen kann
muss auch keine Schulden machen .Der Grund von Überschuldungen liegt in der eigenen Verantwortungslosigkeit Geld auszugeben was nicht vorhanden ist .
Zum größten Teil für Konsum der nicht lebenswichtig ist .Tut mir leid dass ich diesen Wahnsinn von Verschuldung nicht schön reden kann .
Wir haben gelernt erst dann etwas zu kaufen wenn das Geld dafür da ist . (Ausgenommen WE dass ja nicht an Wert verliert. )
Wer sich danach richtet muss auch keine Schulden machen. Wenn Strom abgeschaltet wird wurde die Stromrechnung längere Zeit nicht beglichen .
Das geht auf Kosten der Allgemeinheit . Wenn man die Zuschüsse für Miete und Energiekosten verplempert wird der Strom richtiger Weise abgestellt.
Du redest ohnehin von einer verschwindenden Minderheit ´.
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Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon Positiv Denkender » Sa 18. Nov 2017, 11:45

Wähler hat geschrieben:(18 Nov 2017, 07:38)

http://www.sueddeutsche.de/bildung/wiss ... -1.1488270
SZ 5. Oktober 2012 Die neue Länderstudie der Kultusminister zeigt ein bekanntes Muster

Die empirischen Zusammenhänge sind glasklar. Alles nur auf die Eltern und die Jugendlichen selbst abzuschieben, ist nicht fair.

Für dich . Einfach gestrickt . Es liegt immer im Verantwortungsbereich der Eltern ,egal welchen Schulabschluss sie haben .Oder handelt es sich
grundsätzlich um Analphabeten ? Wer lesen und schreiben kann wird Kindern zu mindestens bis zum Ende der Grundschule vorlesen können .
Es liegt allein am Willen sich mit den Kindern zu beschäftigen .Es ist doch wohl unbestritten ,das Eltern die arbeitslos sind besonders viel Zeit für de
Kinder . Letztendlich nimmt der Staat diesen Eltern durch Krippen ,Kitas ,Ganztagsschulen den größten Teil der Erziehung ab .
Hast du denn die Eltern einmal gefragt warum sie nicht bereit sind sich mit ihren Kindern zu beschäftigen ? Zuneigung Fürsorge hängt nicht
von Bildung oder Einkommen Millionen Kinder von Eltern mit Hauptschulabschluss haben sich hervorragend im Beruf bewährt haben einen
gymnasialen Abschluss oder haben studiert . Probleme bei Migrantenkindern sind nun mal nur dadurch zu beheben wenn Eltern und Jugendliche
sich gleicher Maßen anstrengen sich in diesem Land anzupassen . Eine hohe Zahl von Abiturienten und Hochschülern aus Migrantenfamilien zeigt
es geht wenn man will.
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Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon think twice » Sa 18. Nov 2017, 12:11

Positiv Denkender, wenn es nur so emphatielose Gestalten wie dich gäbe, waere dieses Land verloren.
Sei nie zu den Bescheidenen überheblich und zu den Überheblichen bescheiden.
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Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon Wähler » Sa 18. Nov 2017, 12:13

Wähler hat geschrieben:(18 Nov 2017, 07:38)
http://www.sueddeutsche.de/bildung/wiss ... -1.1488270
SZ 5. Oktober 2012 Die neue Länderstudie der Kultusminister zeigt ein bekanntes Muster
Die empirischen Zusammenhänge sind glasklar. Alles nur auf die Eltern und die Jugendlichen selbst abzuschieben, ist nicht fair.

Positiv Denkender hat geschrieben:(18 Nov 2017, 11:45)
Für dich . Einfach gestrickt . Es liegt immer im Verantwortungsbereich der Eltern ,egal welchen Schulabschluss sie haben .
Hast du denn die Eltern einmal gefragt warum sie nicht bereit sind sich mit ihren Kindern zu beschäftigen ? Probleme bei Migrantenkindern sind nun mal nur dadurch zu beheben wenn Eltern und Jugendliche
sich gleicher Maßen anstrengen sich in diesem Land anzupassen .

Als langjähriger Lernpate konnte ich meine Erfahrungen mit Migrantenkindern und ihren Eltern sammeln. Der wissenschaftlich empirische Befund spricht ebenfalls gegen Deine vereinfachte Betrachtungsweise. Warum fordern denn Wirtschaftswissenschaftler, Unternehmer und FDP-Politiker mehr Anstrenungen im Bildungsbereich? Viele Lehrstellen werden garnicht besetzt, weil den ausbildenden Unternehmen die Kenntnisse der Bewerber nicht ausreichen. Willst Du diese junge Menschen ihrem Schicksal überlassen, wie es auch in den französischen Banlieues geschehen ist?
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Selina
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Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon Selina » Sa 18. Nov 2017, 13:12

BlueMonday hat geschrieben:(18 Nov 2017, 11:02)

Ah, das ND, das schon zu DDR-Zeiten mit faktenvoller Systemkritik aufgefallen ist :).

Davon mal ab, geht ein Vollzeit-Aufstocker nicht zum Sozialamt (das ist nur für völlig arbeitsunfähige Sozialfälle zuständig), sondern zum Jobcenter. Und da hat er wenig zu befürchten, wenn er denn tatsächlich Vollzeit arbeitet. Das Problem ist dann auch weniger diese Person, sondern offenbar andere erwachsene Erwerbsfähige in der Bedarfsgemeinschaft, die dann wohl keiner Arbeit nachgehen. Ansonsten bleibt ja nicht viel Raum zum Aufstocken. Ohne den Gang zum Jobcenter gibt es alternativ auch noch Wohngeld und für die Kinder Kindergeld. Also ist man beim Jobcenter beim falschen Amt, wenn man Vollzeit arbeitet. Und all diese Institutionen sind ja der "Sozialstaat". Bizarrerweise wird das Inanspruchnehmen dann auch schon wieder bemäkelt und als Makel gesehen.
Erst aber fordert der Linke den "Sozialstaat". Wird er dann tatsächlich genutzt, ist es auch verkehrt. Der Sozialstaat kostet nun. Was als Steuer&Abgabe wegfließt und den Umweg über den Staat nimmt, kann eben nicht als Lohn oder Arbeitsentgelt oder sonst wie ausgezahlt und ausgeschüttet werden. Also ist es doch logisch, dass sich dann die Menschen über diesen Umweg wieder das Geld zurückholen. Das könnten sie ja ganz in diesem Bewusstsein tun. Dass sie sich irgendwie schlecht dabei fühlen, ist dann eher eine Sache der Einstellung, an der man dann arbeiten muss.

Ok, der Kommentator will letztlich auf ein billiges "Zahlt höhere Löhne" hinaus ... also neben einem schon massiven Staatsanteil (Abgaben/Steuern), der den Sozialstaat finanziert. Aber damit das funktioniert, müsste man sich entscheiden und für weniger Staatanteil und weniger Umweg einsetzen. Aber gerade das will ja unser neudeutscher Kommentator nicht. (Noch) höhere Mindestlöhne zum Sozialstaat on top will er. Nur dummerweise funktioniert das nicht. Setzt man die künstliche Lohnuntergrenze zu hoch an, vernichtet man reihenweise Arbeitsplätze, was wiederum die Menschen in die Fänge des ungeliebten "Sozialamts" treibt.


Erstens hat das ND nichts mehr mit dem "SED-Zentralorgan" von früher zu tun, sondern ist eine überregionale linke Tageszeitung wie zum Beispiel die taz. Oder auch vergleichbar mit der Wochenzeitung Der Freitag. Solche Zeitungen gehören nun mal zum pluralistischen Medienmarkt mit dazu. Zweitens geht es einfach nur darum, dass working poor unmoralisch ist. Wer arbeitet, soll auch davon leben können. Und es wird deutlich gesagt, dass die Halbierung der Arbeitslosenzahlen seit Schröders unsäglicher Agenda 2010 Augenwischerei und eine neoliberale Lebenslüge ist. Denn es wurden zwar viele Arbeitsplätze geschaffen, aber vorwiegend prekäre, von denen man nicht leben kann. Es geht nicht um mehr Arbeitsplätze, sondern um mehr gute Arbeitsplätze mit auskömmlichem Verdienst. Und selbst die Behörden-Aufstockerei macht es nicht besser, denn für die paar Euronen wird jede Menge Druck gemacht und die Hartz-Bezieher, die ihren Lohn aufstocken müssen, kriegen keinen Cent mehr, als minutiös berechnet. Was Abhängigkeit und ein an der Armutsgrenze-Entlang-Eiern bedeutet. Und das trotz Arbeit. Das ist eine Schande für dieses reiche Land.
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Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon Boracay » Sa 18. Nov 2017, 14:46

Selina hat geschrieben:Zweitens geht es einfach nur darum, dass working poor unmoralisch ist.


Es gibt heute kein „Working Poor“ mehr. Aufstocker in Vollzeit existieren nur noch mit sehr großer Familie.

Erzähl mal - wie viele der Aufstocker arbeiten Vollzeit und haben keinen riesigen Anhang,?? 0 in ganz Deutschland?
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Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon Realist2014 » Sa 18. Nov 2017, 16:10

Selina hat geschrieben:(18 Nov 2017, 13:12)

Erstens hat das ND nichts mehr mit dem "SED-Zentralorgan" von früher zu tun, sondern ist eine überregionale linke Tageszeitung wie zum Beispiel die taz. Oder auch vergleichbar mit der Wochenzeitung Der Freitag. Solche Zeitungen gehören nun mal zum pluralistischen Medienmarkt mit dazu. Zweitens geht es einfach nur darum, dass working poor unmoralisch ist. Wer arbeitet, soll auch davon leben können. Und es wird deutlich gesagt, dass die Halbierung der Arbeitslosenzahlen seit Schröders unsäglicher Agenda 2010 Augenwischerei und eine neoliberale Lebenslüge ist. Denn es wurden zwar viele Arbeitsplätze geschaffen, aber vorwiegend prekäre, von denen man nicht leben kann. Es geht nicht um mehr Arbeitsplätze, sondern um mehr gute Arbeitsplätze mit auskömmlichem Verdienst. Und selbst die Behörden-Aufstockerei macht es nicht besser, denn für die paar Euronen wird jede Menge Druck gemacht und die Hartz-Bezieher, die ihren Lohn aufstocken müssen, kriegen keinen Cent mehr, als minutiös berechnet. Was Abhängigkeit und ein an der Armutsgrenze-Entlang-Eiern bedeutet. Und das trotz Arbeit. Das ist eine Schande für dieses reiche Land.



Löhne müssen erwirtschaftet werden...

und zwar in jedem Unternehmen individuell

diesen Sachverhalt begreifen die linken Sozialgerechten nie....

leben kann man übrigens schon von ALG II

Mindestlohn Vollzeit bedeutet ca 200 bis 500 Euro netto mehr... ( je nach Warmmiete)


aber solche Fakten kommen in diesen linken Revolverblättern ja nicht vor...
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon Positiv Denkender » Sa 18. Nov 2017, 17:11

Wähler hat geschrieben:(18 Nov 2017, 12:13)

Als langjähriger Lernpate konnte ich meine Erfahrungen mit Migrantenkindern und ihren Eltern sammeln. Der wissenschaftlich empirische Befund spricht ebenfalls gegen Deine vereinfachte Betrachtungsweise. Warum fordern denn Wirtschaftswissenschaftler, Unternehmer und FDP-Politiker mehr Anstrenungen im Bildungsbereich? Viele Lehrstellen werden garnicht besetzt, weil den ausbildenden Unternehmen die Kenntnisse der Bewerber nicht ausreichen. Willst Du diese junge Menschen ihrem Schicksal überlassen, wie es auch in den französischen Banlieues geschehen ist?

Niemand überlässt diese Kinder ihrem Schicksal .Die können schon früh in die Krippe ,anschließend in die Kita danach in die Schule .
Dort bekommen alle Kinder den gleichen Unterricht . Unterschiedlich bleibt die Begabung . Alle fordern mehr Anstrengungen m Bildungsbereich
aber nicht allein für die weniger Lernwilligen Meine Betrachtungsweise ist nicht einfach sondern es ist wie es ist. Das Problem ist ,dass gut lernende
Schüler durch schwächere aufgehalten werden .Da sollte man den Hebel ansetzten .Deshalb versuchen doch viele Eltern ihre Kinder in Privat oder halbstaatliche
Schulen unterzubringen ...Ich finde es lachhaft es dem Schulsystem anzulasten wenn Kinder nicht lernfähig sind . Erziehung und Ausstattung
beginnt im Elternhaus .Das alles hat weder etwas mit dem Einkommen noch mit der Schulbildung der Eltern zu tun .Nur immer aufs Schlusslicht
zu schauen ist nicht zielführend . Welche Erfahrungen hast du denn mit Migrantenkindern gemacht ? Das ihre Eltern nicht bereit sind mit ihnen deutsch
zu sprechen ? Wer hier herkommt muss halt seinen Hintern bewegen .
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Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon KarlRanseier » Sa 18. Nov 2017, 20:04

Wähler hat geschrieben:(18 Nov 2017, 12:13)

Als langjähriger Lernpate konnte ich meine Erfahrungen mit Migrantenkindern und ihren Eltern sammeln. Der wissenschaftlich empirische Befund spricht ebenfalls gegen Deine vereinfachte Betrachtungsweise. Warum fordern denn Wirtschaftswissenschaftler, Unternehmer und FDP-Politiker mehr Anstrenungen im Bildungsbereich? Viele Lehrstellen werden garnicht besetzt, weil den ausbildenden Unternehmen die Kenntnisse der Bewerber nicht ausreichen. Willst Du diese junge Menschen ihrem Schicksal überlassen, wie es auch in den französischen Banlieues geschehen ist?



FDP-Politiker forderten mehr Anstrengungen im Bildungsbereich, weil sie sich dadurch mehr Stimmen vom arbeitenden Pöbel, der eigentlich gar nicht zu ihrer Klientel gehört, erhofften. Dieses Kalkül ging offenbar auf, nun befinden sie sich wieder im Bundestag und können wieder mit ordentlichen Investitionen in ihre Partei rechnen.

Bei den Sondierungsgesprächen geht es der FDP doch wohl grundsätzlich nur um Steuersenkungen, oder habe ich etwas verpasst? :?:
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Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon KarlRanseier » Sa 18. Nov 2017, 20:13

Realist2014 hat geschrieben:(18 Nov 2017, 16:10)

Löhne müssen erwirtschaftet werden...

und zwar in jedem Unternehmen individuell

diesen Sachverhalt begreifen die linken Sozialgerechten nie....

leben kann man übrigens schon von ALG II

Mindestlohn Vollzeit bedeutet ca 200 bis 500 Euro netto mehr... ( je nach Warmmiete)


aber solche Fakten kommen in diesen linken Revolverblättern ja nicht vor...



Ersteres war ja das Argument der Dekadenten und der CDU gegen den Mindestlohn. Wieviele Millionen Arbeitsplätze gingen denn dadurch verloren, und welchen Wert hatten sie vorher? :?:

Das Lügen und Heulen gehört ja für Arbeitgeber zum Geschäft. Aber erstaunlich finde ich, dass sie dann, wenn sie dabei gerade erwischt worden sind, trotzdem weiterhin noch die große Fresse haben. Die Energieriesen jammerten auch herum, dass der Atomausstieg nicht nur Arbeitsplätze bei Onkologen und Friedhofsgärtnern gefährden würde, sondern auch die Versorgungssicherheit an Merkels Wirtschaftsstandort. Heute wird hierzulande mehr Strom generiert als je zuvor. Hat einer dieser Menschen seinen "Irrtum" oder seine Lüge eingestanden?

Und wieviele Arbeitsplätze sind eigentlich durch die Erbschaftssteuer bedroht? Führt sie dazu, dass kein Mensch mehr motiviert ist, weil im Todesfall der Staat einen ganz kleinen Teil seiner Millionen abgreift? :?:
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Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Sa 18. Nov 2017, 20:17

KarlRanseier hat geschrieben:(18 Nov 2017, 20:13)

Ersteres war ja das Argument der Dekadenten und der CDU gegen den Mindestlohn. Wieviele Millionen Arbeitsplätze gingen denn dadurch verloren, und welchen Wert hatten sie vorher? :?:

Das Lügen und Heulen gehört ja für Arbeitgeber zum Geschäft. Aber erstaunlich finde ich, dass sie dann, wenn sie dabei gerade erwischt worden sind, trotzdem weiterhin noch die große Fresse haben. Die Energieriesen jammerten auch herum, dass der Atomausstieg nicht nur Arbeitsplätze bei Onkologen und Friedhofsgärtnern gefährden würde, sondern auch die Versorgungssicherheit an Merkels Wirtschaftsstandort. Heute wird hierzulande mehr Strom generiert als je zuvor. Hat einer dieser Menschen seinen "Irrtum" oder seine Lüge eingestanden?

Und wieviele Arbeitsplätze sind eigentlich durch die Erbschaftssteuer bedroht? Führt sie dazu, dass kein Mensch mehr motiviert ist, weil im Todesfall der Staat einen ganz kleinen Teil seiner Millionen abgreift? :?:


einfach mal nachdenken. Das hilft manchmal, wenn auch nicht immer.
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Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon KarlRanseier » Sa 18. Nov 2017, 21:57

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(18 Nov 2017, 20:17)

einfach mal nachdenken. Das hilft manchmal, wenn auch nicht immer.



Wenn ein Mensch für 6,50 Euro/Stunde arbeitet, so kann es dafür nur zwei Gründe geben:

1. Ein Ausbeuter möchte keinen angemessenen Lohn zahlen, weil das im Widerspruch zu seinen kurzfristigen Profitmaximierungsinteressen steht.

2. Der Job ist komplett sinnlos.

Egal ob Punkt 1 oder Punkt 2 zutrifft, ein Wegfall des Beschäftigungsverhältnisses ist kein Verlust, außer vielleicht für den hauptamtlichen Profitmaximierer.
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Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Sa 18. Nov 2017, 22:00

KarlRanseier hat geschrieben:(18 Nov 2017, 21:57)

Wenn ein Mensch für 6,50 Euro/Stunde arbeitet, so kann es dafür nur zwei Gründe geben:



Der Mindestlohn liegt höher.
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Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon Bielefeld09 » Sa 18. Nov 2017, 22:09

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(18 Nov 2017, 20:17)

einfach mal nachdenken. Das hilft manchmal, wenn auch nicht immer.

Ich habe gelesen und denke nach.
Und beim nachdenken ist mir einfach aufgefallen,
das die Reichen nichts mehr für die Armen übrig haben.
Siehst du das auch so?
Auch wenn es mal falsch rüberkommt, es ist nie persönlich gemeint. Sorry :( :(
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Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Sa 18. Nov 2017, 22:12

Bielefeld09 hat geschrieben:(18 Nov 2017, 22:09)

Ich habe gelesen und denke nach.
Und beim nachdenken ist mir einfach aufgefallen,
das die Reichen nichts mehr für die Armen übrig haben.
Siehst du das auch so?


nö.
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