Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

In diesem Forum werden Themen rund um die sozialen Sicherungsysteme diskutiert.
Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Arbeitslosengeld 2 (HartzIV), Rentenversicherung, Sozialgesetzbuch.

Moderator: Moderatoren Forum 1

Benutzeravatar
Teeernte
Beiträge: 11560
Registriert: Do 11. Sep 2014, 17:55

Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon Teeernte » So 19. Nov 2017, 11:12

Misterfritz hat geschrieben:(19 Nov 2017, 11:09)

Du meinst, reine Zeitungszusteller mit Mindestlohn sind FDP-Wähler? :D


:D :D :D -

Eine gewisse Mitschuld tragen natürlich auch die Arbeitnehmern, die falsche Angaben ihres Arbeitgebers nicht öffentlich machen.


Auch im Zeitungs und Werbemittel"Gewerbe" ist Mindestlohn.

Zeitungsboten erhielten also im Jahr 2015 75 Prozent des Mindestlohns, somit 6,38 Euro. Im Jahr 2016 erhielten sie 85 Prozent des Mindestlohns, also 7,23 Euro. Ab dem 1. Januar 2017 schließlich bekommen auch sie den vollen gesetzlichen Mindestlohn ausgezahlt.

Diese Ausnahme sah das Gesetz aber nur für Zusteller vor, die ausschließlich Zeitungen oder Anzeigenblätter verteilen. Wer neben dem Hauptprodukt Zeitung auch Werbeprospekte oder Briefe austrägt, hat Anspruch auf den vollen Mindestlohn.

http://www.mindest-lohn.org/ausnahmen.html

Nun ja - es trifft da auch wieder die "Kleinen" .
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
Benutzeravatar
BlueMonday
Beiträge: 1395
Registriert: Mo 14. Jan 2013, 17:13

Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon BlueMonday » So 19. Nov 2017, 11:45

Teeernte hat geschrieben:(19 Nov 2017, 11:12)

:D :D :D -



Auch im Zeitungs und Werbemittel"Gewerbe" ist Mindestlohn.

http://www.mindest-lohn.org/ausnahmen.html

Nun ja - es trifft da auch wieder die "Kleinen" .


Presseverlage konnten 2015 um 25 Prozent und 2016 um 17 Prozent vom gesetzlichen Mindestlohn abweichen. Dadurch sollte im Sinne der Pressefreiheit sichergestellt werden, dass Zeitungen auch in Zukunft noch auf dem flachen Land ankommen. Erst ab 2017 gilt der gesetzliche Mindestlohn ausnahmelos auch für Zeitungszusteller.

Zeitungsboten erhielten also im Jahr 2015 75 Prozent des Mindestlohns, somit 6,38 Euro. Im Jahr 2016 erhielten sie 85 Prozent des Mindestlohns, also 7,23 Euro. Ab dem 1. Januar 2017 schließlich bekommen auch sie den vollen gesetzlichen Mindestlohn ausgezahlt.

Diese Ausnahme sah das Gesetz aber nur für Zusteller vor, die ausschließlich Zeitungen oder Anzeigenblätter verteilen. Wer neben dem Hauptprodukt Zeitung auch Werbeprospekte oder Briefe austrägt, hat Anspruch auf den vollen Mindestlohn.


Also kann deine Story mit rumgekarrten Ossis für die Zeitungszustellung kaum stimmen, jedenfalls nicht im legalen Bereich im Jahre 2017. Da muss eben nach Zeitaufwand bezahlt werden.
Und wer sollte sich nun schwarz für deutlich weniger in den Westen karren lassen? Eher müsste da spürbar mehr raus kommen. Und welche Zeitung kann sich erlauben, schwarz zustellen zu lassen?
But who would build the roads?
Benutzeravatar
think twice
Beiträge: 14581
Registriert: Fr 4. Jul 2014, 14:14
Benutzertitel: sozialdemokratisch
Wohnort: Bunte Republik Deutschland

Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon think twice » So 19. Nov 2017, 13:35

Skull hat geschrieben:(19 Nov 2017, 10:39)

Worum geht es Dir ?

DU hast behauptet Vollzeit und Mindestlohn sind keine 1.000 Euro netto.
Ich lege dar, das das eben nicht so ist.
Ich BEWERTE da auch NICHT.

Da brauchst Du jetzt irgendwelche anderen Dinge behaupten und unterstellen.

mfg

Ich habe behauptet, es gibt Leute, die arbeiten Vollzeit und bekommen keine 1000 Euro raus. Vom Mindestlohn habe ich nicht gesprochen.
Gängiges Beispiel: Eine Raumpflegerin in T30 angestellt mit 3 Putzstellen am Tag in einer Firma. die Dame putzt tatsächlich nur 6 Stunden am Tag, ist aber 8 Stunden unterwegs mit Fahrzeiten zu den den unterschiedlichen Objekten und mit Wartezeit.
Bezahlt bekommt sie jedoch nur die Putzzeiten.
Sei nie zu den Bescheidenen überheblich und zu den Überheblichen bescheiden.
Benutzeravatar
Misterfritz
Beiträge: 2439
Registriert: So 4. Sep 2016, 14:14
Wohnort: badisch sibirien

Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon Misterfritz » So 19. Nov 2017, 14:10

think twice hat geschrieben:(19 Nov 2017, 13:35)

Ich habe behauptet, es gibt Leute, die arbeiten Vollzeit und bekommen keine 1000 Euro raus. Vom Mindestlohn habe ich nicht gesprochen.
Gängiges Beispiel: Eine Raumpflegerin in T30 angestellt mit 3 Putzstellen am Tag in einer Firma. die Dame putzt tatsächlich nur 6 Stunden am Tag, ist aber 8 Stunden unterwegs mit Fahrzeiten zu den den unterschiedlichen Objekten und mit Wartezeit.
Bezahlt bekommt sie jedoch nur die Putzzeiten.
Wie Du schon sagtest, sie arbeitet 6 Stunden am Tag und das ist nicht Vollzeit.
Das ist aber das Problem des Jobs. (Fast) niemand putzt 8 Stunden am Tag in ein und demselben Gebäude.
Benutzeravatar
think twice
Beiträge: 14581
Registriert: Fr 4. Jul 2014, 14:14
Benutzertitel: sozialdemokratisch
Wohnort: Bunte Republik Deutschland

Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon think twice » So 19. Nov 2017, 14:26

Misterfritz hat geschrieben:(19 Nov 2017, 14:10)

Wie Du schon sagtest, sie arbeitet 6 Stunden am Tag und das ist nicht Vollzeit.
Das ist aber das Problem des Jobs. (Fast) niemand putzt 8 Stunden am Tag in ein und demselben Gebäude.

Stimmt, in manchen Branchen ist es total normal, dass man zwischen 3 Stellen pendelt und Fahr- bzw. Wartezeit nicht bezahlt bekommt.
Und doch, es gibt genug grosse Betriebe, oeffentliche Einrichtungen, in denen 8 Stunden am Tag geputzt wird. Aber anstatt einer vollzeitkraft wurschteln da eben auch 3 Teilzeitkräfte rum, die von Objekt zu Objekt eilen.
Noch krasser ist das Sicherheitsgewerbe, die von der täglichen 10Stundenregelung ausgenommen sind. Die arbeiten 12 Stunden am Tag, teilweise in 2 oder 3 Objekten.
Und diesen armen Schweinen würde die FDP am liebsten noch den Mindestlohn absprechen. :mad2:
Sei nie zu den Bescheidenen überheblich und zu den Überheblichen bescheiden.
Benutzeravatar
Misterfritz
Beiträge: 2439
Registriert: So 4. Sep 2016, 14:14
Wohnort: badisch sibirien

Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon Misterfritz » So 19. Nov 2017, 14:34

think twice hat geschrieben:(19 Nov 2017, 14:26)

Stimmt, in manchen Branchen ist es total normal, dass man zwischen 3 Stellen pendelt und Fahr- bzw. Wartezeit nicht bezahlt bekommt.
Und doch, es gibt genug grosse Betriebe, oeffentliche Einrichtungen, in denen 8 Stunden am Tag geputzt wird. Aber anstatt einer vollzeitkraft wurschteln da eben auch 3 Teilzeitkräfte rum, die von Objekt zu Objekt eilen.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass es Gebäude gibt, in denen 8 Stunden von 8 - 17 Uhr geputzt wird. Oder schickt man die Leute, die an den Orten/in den Räumen arbeiten, für die Zeit des Putzens weg?
Aber, Putzen ist ein Beispiel, dass Du herangezogen hast, um zu beweisen, dass Menschen, VZ mit Mindestlohn arbeiten, keine 1.100 € netto bekommen.
Nimm z.B. einfache Kommissionierer, die die ganzen 8 Stunden an einem Arbeitsplatz arbeiten und zeige uns, warum die keine 1.100 € bekommen.
Dass es Branchen gibt, in denen es schwer ist, auf eine VZ-Stelle zu kommen, ist klar.
Positiv Denkender
Beiträge: 2643
Registriert: Sa 16. Apr 2016, 16:51

Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon Positiv Denkender » So 19. Nov 2017, 14:58

Wähler hat geschrieben:(19 Nov 2017, 06:47)

Vielleicht sollte man alle einwandernden Eltern zu Deutschsprachkursen verpflichten. Bildung ist ein soziales Grundrecht des Kindes unabhängig von seinem Elternhaus. Es kann nicht sein, dass die Kinder halt Pech haben, wenn ihre Eltern ihnen nicht so in der Schule helfen können, wie andere Eltern. Die Migranteneltern, die ich kennengelernt habe, waren durch die Bank weg in ihren Berufen fleißig. Wer von außen irgendwo rein kommt, hat es anfangs schwerer, als die Systeminsider. Dafür können die KInder aber nichts.

Der Staat auch nichts . Wenn denn alle Migranteneltern hier in den Berufen fleißig sind wie du behauptest werden sie wohl auch deutsch sprechen .
Unterstützung bei Mathe Erdkunde ,Naturwissenschaftlichen Fächern sind aber nicht von der Nationalität abhängig . 3 X 4 ist auch im Balkan 12 .
Halbstaatliche Schulen sind doch deshalb so begehrt weil in vielen staatlichen Schulen der Lehrplan nicht eingehalten .
Heute steht ein interessantes Interview mit dem den ehemaligen Präsidenten des Deutschen Lehrerverbands in der TZ .
Solltest du lesen . Der Punkt ist solange man das Lerntempo immer nach den letzten richtet bleiben gute Schüler unterfordert .
Das ist das größte Problem in staatlichen Schulen .
Warum muss man Eltern zu etwas zwingen ? Das müsste für eingewanderte Eltern selbstverständlich sein .
Nochmals wir konnten unseren Kindern für die Schule auch wenige helfen .Aber anhalten und kontrollieren konnte man .
Heute übernehmen das eh die Ganztagsschulen .
Positiv Denkender
Beiträge: 2643
Registriert: Sa 16. Apr 2016, 16:51

Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon Positiv Denkender » So 19. Nov 2017, 15:08

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(18 Nov 2017, 20:17)

einfach mal nachdenken. Das hilft manchmal, wenn auch nicht immer.

Solltest du beherzigen .Da für die Übergabe von Betrieben an die Nachkommen keine Erbschaftssteuer anfällt sind zum Glück
keine Arbeitsplätze gefährdet .Würde man das ändern schon.
Immer wieder belustigend wenn Menschen Geld anderer verteilen möchten . Zum Glück können sie das nicht .
Positiv Denkender
Beiträge: 2643
Registriert: Sa 16. Apr 2016, 16:51

Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon Positiv Denkender » So 19. Nov 2017, 15:17

Bielefeld09 hat geschrieben:(19 Nov 2017, 09:02)

Der ist zu niedrig.
Und das ist dir auch bekannt.
Armutsbekämpfung sieht eben anders aus.

Du gehst davon aus , alle die einen Job ausüben sind Singles ? Millionen Ehepartner oder Lebenspartner sind froh
einen Teilzeit oder einen 450,-€ Job ausüben zu können ebenso wie einen Job der zumindest mit dem Mindestlohn vergütet wird.
Statistisch ist meine Ehefrau nicht nur armutsgefährdet sondern bettelarm genau wie
zig Millionen anderer Ehe oder Lebenspartner . Die lassen sich durch sinnlose Statistiken nicht arm reden .
Das wäre vor 50 Jahren eher der Fall gewesen .Aber auch damals haben wir uns nicht arm reden lassen .
Jeder muss sich nach seinem Einkommen richten . Das wird immer so sein und war nie anders.
Die Besserverdienenden zahlen halt höhere Steuern und Sozialabgaben davon profitieren Menschen mit geringerem Einkommen .
Sozialer geht´s nicht . Auch wenn Linke immer wieder fordern den Leistungsprinzip abzuschaffen . Bisher hat unser
Gesellschaft -und Sozialsystem bestens funktioniert .Das finden sicher auch ca 20 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund .
Wenn nicht bleibt die Frage warum sie ausgerechnet in ein Land gezogen sind wo für sie Armut vorprogrammiert ist .
Benutzeravatar
Teeernte
Beiträge: 11560
Registriert: Do 11. Sep 2014, 17:55

Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon Teeernte » So 19. Nov 2017, 16:54

BlueMonday hat geschrieben:(19 Nov 2017, 11:45)

Also kann deine Story mit rumgekarrten Ossis für die Zeitungszustellung kaum stimmen, jedenfalls nicht im legalen Bereich im Jahre 2017. Da muss eben nach Zeitaufwand bezahlt werden.
Und wer sollte sich nun schwarz für deutlich weniger in den Westen karren lassen? Eher müsste da spürbar mehr raus kommen. Und welche Zeitung kann sich erlauben, schwarz zustellen zu lassen?


...natürlich NICHT legal. Passiert aber jeden Tag. ...und fast IMMER - Werbemittel. Grade jetzt...
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
Benutzeravatar
Skull
Vorstand
Beiträge: 15736
Registriert: Do 12. Apr 2012, 21:22
Benutzertitel: woaussie
Wohnort: NRW
Kontaktdaten:

Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon Skull » So 19. Nov 2017, 16:56

Guten Tag,

ich werde hier ab JETZT den Begriff SPAM ... eng ... auslegen.
Man dient für Lohn und liebt sich für Geschenke
Benutzeravatar
Sole.survivor@web.de
Beiträge: 4238
Registriert: Fr 14. Jul 2017, 19:37
Benutzertitel: Change Agent

Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mi 22. Nov 2017, 08:58

think twice hat geschrieben:(19 Nov 2017, 13:35)

Ich habe behauptet, es gibt Leute, die arbeiten Vollzeit und bekommen keine 1000 Euro raus. Vom Mindestlohn habe ich nicht gesprochen.
Gängiges Beispiel: Eine Raumpflegerin in T30 angestellt mit 3 Putzstellen am Tag in einer Firma. die Dame putzt tatsächlich nur 6 Stunden am Tag, ist aber 8 Stunden unterwegs mit Fahrzeiten zu den den unterschiedlichen Objekten und mit Wartezeit.
Bezahlt bekommt sie jedoch nur die Putzzeiten.

Man sollte da Anreize schaffen, Bruttozeit und Nettoarbeitszeit eng beieinander zu halten. Zusammen mit mehr Mindestlohn bringt das weniger Arme.
Striving for Excellence, Demonstrating Integrity, Activating Leadership, Acting Sustainably, Enjoying Participation, Living Diversity, Eating Meat.
Uffzach
Beiträge: 727
Registriert: Mo 28. Aug 2017, 21:21

Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon Uffzach » Mi 22. Nov 2017, 09:22

Sybilla hat geschrieben:(09 Nov 2017, 23:55)

Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Laut statistischen Bundesamt Pressemitteilung Nr. 392 vom 08.11.2017 sind 16,5% der Bevölkerung war jede sechste Person in Deutschland im Jahr 2016 armutsgefährdet. Das entsprach rund 13,4 Millionen Menschen. Bitte nicht vergessen das Medien, Wirtschaft Wissenschaft un Politik in weiten Teilen Deutschland bereits von Vollbeschäftigung sprechen.3,7 % der Bevölkerung in Deutschland waren im Jahr 2016 von erheblicher materieller Entbehrung betroffen. Das bedeutet, dass ihre Lebensbedingungen aufgrund von fehlenden finanziellen Mitteln eingeschränkt waren. Sie waren zum Beispiel nicht in der Lage, ihre Rechnungen für Miete, Hypotheken oder Versorgungsleistungen zu bezahlen, ihre Wohnungen angemessen zu beheizen oder eine einwöchige Urlaubsreise zu finanzieren. 9,6 % der Bevölkerung unter 60 Jahren lebten in einem Haushalt mit sehr niedriger Erwerbsbeteiligung und damit in Haushalten, in denen die tatsächliche Erwerbsbeteiligung der erwerbsfähigen Haushaltsmitglieder im Alter von 18 bis 59 Jahren insgesamt weniger als 20 % betrug.

Das sind schon einmal 19,7 % der Bevölkerung Deutschlands die von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht ist, und das ist nur die Spitze des Eisbergs. Denn viele Mittelschichteinkommen werden von den exorbitant hohen Mieten, Mietnebenkosten und Haushaltskosten der Daseinsvorsorge verschlungen. Das Problem des Niedriglohn ist weitaus größer als mancher denkt.

Aber viele neoliberale und ihre Claquore und viele Medienmächtige glauben tatsächlich, dass die Meldung ARBEITSMARKT IM OKTOBER - So wenige Arbeitslose wie nie seit Wiedervereinigung Die Lebenswirklichkeit der Menschen in Deutschland widerspiegelt.


Solche Statisiken sind nicht wirklich aussagekräftig, weil es schon viele Jahre und signifikant erhöht seit 2015 Armutszuwanderung nach Deutschland gibt. Aussagekräftig wäre es erst, wenn Daten des Typs 'x% der Bevölkerung' zu Armut und Armutsgefährdung kategorisiert werden nach 'in Deutschland Geborene', 'nicht in Deutschland Geborene' und letztere weiter unterteilt nach 'Anzahl der Jahre des Aufenthaltes in Deutschland'.
Für die Freiheit des sprachlichen Ausdrucks !
Benutzeravatar
relativ
Beiträge: 20159
Registriert: Di 17. Jul 2012, 09:49
Benutzertitel: Relativitätsversteher
Wohnort: Pott

Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon relativ » Mi 22. Nov 2017, 10:10

Misterfritz hat geschrieben:(19 Nov 2017, 14:34)

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es Gebäude gibt, in denen 8 Stunden von 8 - 17 Uhr geputzt wird. Oder schickt man die Leute, die an den Orten/in den Räumen arbeiten, für die Zeit des Putzens weg?
Aber, Putzen ist ein Beispiel, dass Du herangezogen hast, um zu beweisen, dass Menschen, VZ mit Mindestlohn arbeiten, keine 1.100 € netto bekommen.
Nimm z.B. einfache Kommissionierer, die die ganzen 8 Stunden an einem Arbeitsplatz arbeiten und zeige uns, warum die keine 1.100 € bekommen.
Dass es Branchen gibt, in denen es schwer ist, auf eine VZ-Stelle zu kommen, ist klar.

Ich möchte dies mal an einem Beispiel, welches ich letztens mitbekommen habe, deutlich machen, wo m.M. bei uns in Deutschland mom. ein großes Problem liegt.
Stellenangebot im öffentlichen Dienst als "Sekretärin" in einem Institut.
In der Stellenbeschreibung des Institutes steht dann sowas wie:.
- Fremdsprachenkenntnisse und Kommunikation in dieser
- Personal und Veranstaltungsplanung
- Umgang mit Computer und Programme wie Exel ect.
um nur mal die wichtigsten aufzuzählen.
Eingestellt werden darf sie aber nur als Schreibkraft. Vergleicht man dann das erwünschte Anforderungsprofil mit der einer Schreibkraft, dann wird einem übel.
Diese Einstellungsmentalität ist mittlerweile wohl keine Seltenheit mehr und Augenscheinlich scheint die Industrie mit diesem Modell gut zu fahren, sodass sogar der öffentliche Dienst diese Parxis übernommen hat.
Früher nannte man dies Sittenwidrig heutzutage wohl Clever. :(
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
Wähler
Beiträge: 3184
Registriert: Di 25. Dez 2012, 13:04
Wohnort: Bayern

Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon Wähler » Do 23. Nov 2017, 07:38

Wähler hat geschrieben:(19 Nov 2017, 06:47)
Vielleicht sollte man alle einwandernden Eltern zu Deutschsprachkursen verpflichten. Bildung ist ein soziales Grundrecht des Kindes unabhängig von seinem Elternhaus. Es kann nicht sein, dass die Kinder halt Pech haben, wenn ihre Eltern ihnen nicht so in der Schule helfen können, wie andere Eltern. Die Migranteneltern, die ich kennengelernt habe, waren durch die Bank weg in ihren Berufen fleißig. Wer von außen irgendwo rein kommt, hat es anfangs schwerer, als die Systeminsider. Dafür können die KInder aber nichts.

Positiv Denkender hat geschrieben:(19 Nov 2017, 14:58)
Der Staat auch nichts . Wenn denn alle Migranteneltern hier in den Berufen fleißig sind wie du behauptest werden sie wohl auch deutsch sprechen .
Unterstützung bei Mathe Erdkunde ,Naturwissenschaftlichen Fächern sind aber nicht von der Nationalität abhängig . 3 X 4 ist auch im Balkan 12 .
Halbstaatliche Schulen sind doch deshalb so begehrt weil in vielen staatlichen Schulen der Lehrplan nicht eingehalten .
Heute steht ein interessantes Interview mit dem den ehemaligen Präsidenten des Deutschen Lehrerverbands in der TZ .
Solltest du lesen . Der Punkt ist solange man das Lerntempo immer nach den letzten richtet bleiben gute Schüler unterfordert .
Das ist das größte Problem in staatlichen Schulen .
Warum muss man Eltern zu etwas zwingen ? Das müsste für eingewanderte Eltern selbstverständlich sein .
Nochmals wir konnten unseren Kindern für die Schule auch wenige helfen .Aber anhalten und kontrollieren konnte man .
Heute übernehmen das eh die Ganztagsschulen .

Auf dem Bau und in Reinigungsunternehmen Deutsch zu lernen ist schwierig für erwachsene, neu eingewanderte Migranten, wenn da kaum deutsche Muttersprachler arbeiten. Gilt übrigens auch für viele Mittel- und Realschulen in städtischen Vierteln mit hohem Migrantenanteil. Selbst wenn staatliche Schulen schlechter als private wären, ändert das doch nichts daran, sich um Kinder aus bildungsfernen Familien etwas mehr zu kümmern. Hilfe zur Selbsthilfe heißt das Motto der katholischen Soziallehre, auf EU-Ebene auch Subsidiaritätsprinzip genannt.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
Benutzeravatar
Sole.survivor@web.de
Beiträge: 4238
Registriert: Fr 14. Jul 2017, 19:37
Benutzertitel: Change Agent

Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 23. Nov 2017, 11:53

Viele Putzdienstleister eilen zwischen Kleinaufträgen und sprechen am Tag keine 30 Minuten.
Striving for Excellence, Demonstrating Integrity, Activating Leadership, Acting Sustainably, Enjoying Participation, Living Diversity, Eating Meat.
Positiv Denkender
Beiträge: 2643
Registriert: Sa 16. Apr 2016, 16:51

Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon Positiv Denkender » Fr 24. Nov 2017, 15:56

Wähler hat geschrieben:(23 Nov 2017, 07:38)

Auf dem Bau und in Reinigungsunternehmen Deutsch zu lernen ist schwierig für erwachsene, neu eingewanderte Migranten, wenn da kaum deutsche Muttersprachler arbeiten. Gilt übrigens auch für viele Mittel- und Realschulen in städtischen Vierteln mit hohem Migrantenanteil. Selbst wenn staatliche Schulen schlechter als private wären, ändert das doch nichts daran, sich um Kinder aus bildungsfernen Familien etwas mehr zu kümmern. Hilfe zur Selbsthilfe heißt das Motto der katholischen Soziallehre, auf EU-Ebene auch Subsidiaritätsprinzip genannt.

Du wiederholst dich .Wen es hier nicht passt der muss doch hier nicht bleiben . Es ist doch die Entscheidung der Eltern hier herzukommen .
Wer hierher kommt sollte eigentlich deutsch können . Kinder lernen in Schulen ,Eltern müssen sie nur motivieren .
Allein der Begriff bildungsfern sagt doch nichts aus . Gleichgültigkeit wäre der richtige Begriff .
Millionen Kinder von Eltern mit Hauptschulabschluss haben studiert haben sich bestens in ihren Berufen behauptet .
Wenn man von Bildungsmisere redet liegt es daran das die guten Schüler durch lernschwache und lernunwillige Schüler aufgehalten werden .
Nochmals frage doch einfach Lehrer wie die Beteiligung bei Elternabende ist . Gerade die Eltern von Migrantenkindern glänzen durch fernbleiben .
Umkehrt wäre es nötig. Diese Eltern müssten sich besonders arrangieren .
Benutzeravatar
Billie Holiday
Beiträge: 12825
Registriert: Mi 11. Jun 2008, 10:45
Benutzertitel: Mein Glas ist halbvoll.
Wohnort: Schleswig-Holstein, meerumschlungen

Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon Billie Holiday » Fr 24. Nov 2017, 16:07

Positiv Denkender hat geschrieben:(24 Nov 2017, 15:56)

Du wiederholst dich .Wen es hier nicht passt der muss doch hier nicht bleiben . Es ist doch die Entscheidung der Eltern hier herzukommen .
Wer hierher kommt sollte eigentlich deutsch können . Kinder lernen in Schulen ,Eltern müssen sie nur motivieren .
Allein der Begriff bildungsfern sagt doch nichts aus . Gleichgültigkeit wäre der richtige Begriff .
Millionen Kinder von Eltern mit Hauptschulabschluss haben studiert haben sich bestens in ihren Berufen behauptet .
Wenn man von Bildungsmisere redet liegt es daran das die guten Schüler durch lernschwache und lernunwillige Schüler aufgehalten werden .
Nochmals frage doch einfach Lehrer wie die Beteiligung bei Elternabende ist . Gerade die Eltern von Migrantenkindern glänzen durch fernbleiben .
Umkehrt wäre es nötig. Diese Eltern müssten sich besonders arrangieren .


Nachdem die Realschule meiner Tochter in eine Gemeinschaftsschule umgewandelt wurde, befanden sich in einer Klasse Kinder mit Förderschul-, Hauptschul- und Realschulniveau sowie ein paar Rückkehrer aus dem Gymi und Inklusionskinder.
Der Klassenlehrer meinte auf einem Elternabend, er mache fruchtbaren Unterricht mit einer kleinen Gruppe aus 5 bis 6 Schülern, die anderen kämen nicht mit oder hätten keine Lust. Es gab zuwenig Lehrer und Schulbegleiter. Dann meinte er, er würde zwei Themen, die in den Abschlußptüfungen vorkommen, nicht behandeln wegen Aussichtslosigkeit, die guten Schüler hätten das Pech, diese Themen in Eigenregie sich zu erarbeiten, er würde sich weigern, mit dieser Klasse Themen wie Literatur ernsthaft zu behandeln. Toll, nicht wahr? :|
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
K. Kinski
Positiv Denkender
Beiträge: 2643
Registriert: Sa 16. Apr 2016, 16:51

Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon Positiv Denkender » Fr 24. Nov 2017, 16:14

Billie Holiday hat geschrieben:(24 Nov 2017, 16:07)

Nachdem die Realschule meiner Tochter in eine Gemeinschaftsschule umgewandelt wurde, befanden sich in einer Klasse Kinder mit Förderschul-, Hauptschul- und Realschulniveau sowie ein paar Rückkehrer aus dem Gymi und Inklusionskinder.
Der Klassenlehrer meinte auf einem Elternabend, er mache fruchtbaren Unterricht mit einer kleinen Gruppe aus 5 bis 6 Schülern, die anderen kämen nicht mit oder hätten keine Lust. Es gab zuwenig Lehrer und Schulbegleiter. Dann meinte er, er würde zwei Themen, die in den Abschlußptüfungen vorkommen, nicht behandeln wegen Aussichtslosigkeit, die guten Schüler hätten das Pech, diese Themen in Eigenregie sich zu erarbeiten, er würde sich weigern, mit dieser Klasse Themen wie Literatur ernsthaft zu behandeln. Toll, nicht wahr? :|

Genau das ist doch das Problem .
Orwellhatterecht
Beiträge: 4510
Registriert: Mo 16. Feb 2015, 17:06

Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon Orwellhatterecht » Fr 24. Nov 2017, 17:05

Misterfritz hat geschrieben:(19 Nov 2017, 10:19)

Natürlich ist es nicht OK, wenn dieser Laden keinen Mindestlohn zahlt.
Da hilft nur ein netter Hinweis an den Zoll und die Sozialversicherungen. Das wird dann seeeeehr teuer für das Unternehmen.




Davon bekommt der betreffende Unterbezahlte noch keine Gehaltserhöhung bzw seinen Mindestlohn. Und die Wahrscheinlichkeit ist recht groß, dass er als der Urheber der Angelegenheit ausgemacht wird, und dabei obendrein noch seinen prekären Arbeitsplatz verliert und sich möglicherweise sogar noch gegenüber dem Job-Center rechtfertigen muß. Diese "belohnen" ihn dann möglicherweise sogar noch mit einer Sperrzeit, Du kannst es drehen und wenden, wie Du willst, der prekäre Beschäftigte hat die "Arschkarte" und hat Rechte nur noch auf dem Papier!
Die Großen hören auf zu herrschen, wenn die Kleinen aufhören zu kriechen!“
(Friedrich Schiller)

Zurück zu „10. Sozialpolitik“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast