Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

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Teeernte
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Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon Teeernte » Mi 20. Dez 2017, 11:23

Wähler hat geschrieben:(20 Dec 2017, 09:25)

In unserer Verfassung gibt es mit guter Begründung ein Sozialstaatsgebot. Die katholische Soziallehre spricht von Subsidiarität, also Hilfe zur Selbsthilfe. Wenn vereinzelte kranke oder alte Menschen sich objektiv in Not befinden und um Hilfe bitten, weil sie im gesamten Stadtgebiet von München Wohnraum nicht mehr finanzieren können, braucht eine Kommune entsprechende Instrumente, also Wohngeld, aber auch Sozialwohnungen. Eine "soziale Mischung" auch in Innenstadtvierteln stärkt den sozialen Zusammenhalt der Stadtgesellschaft. Unsere Gesellschaft ist wirtschaftlich so stark und in vielen Haushalten so reich, dass sie sich einen Grundbestand an Sozialwohnungen leisten kann, zumal immer mehr alte Sozialwohnungen aus der Sozialbindung fallen.


IST :

Die Stadt München hat einen Bestand von circa 71.000 Wohnungen, die über das Amt für Wohnen und Migration vergeben werden, darunter circa 43.000 Sozialwohnungen in der Bindung. Von diesen Wohnungen stehen jährlich circa 3.200 Wohnungen zur Belegung zur Verfügung.
Im Jahr 2016 standen diesen 3.200 Wohnungen 24.000 Antragstellungen gegenüber.
https://www.muenchen.de/rathaus/Stadtve ... hnung.html

Wir empfehlen Ihnen daher trotz Antragstellung aktiv eigenverantwortlich nach einer Wohnung zu suchen.

Darüber hinaus gibt es noch Wohnungen im München Modell, für die das Amt für Wohnen und Migration einen Berechtigungsschein ausstellt. Nähere Informationen finden Sie auf den Seiten des Münchener Modells. Die Vergabe der München Modell Wohnungen erfolgt über die Vermieter.


Wie Du erkennen kannst - nun ja - ähmmmm - sind es - meiner Meinung nach - schon vom Namen her ....nicht VEREINZELT kranke oder alte Menschen die die Wohnung bekommen.

Die SOZIALE ENT-MISCHUNG (Meiner Meinung nach) passiert durch die Bildung von "Brennpunkten".

Beispiel ?

Gelsenkirchen.. "No-Go-Area“" sagt man nicht gern in Polizeikreisen. Der Begriff impliziere, dass sich die Einsatzkräfte in bestimmte Wohnviertel nicht hineintrauten, sagen zwei Insider in Gelsenkirchen. Was aber nicht der Fall sei. Sie reden von Problembezirken oder Brennpunkten. Seit Beginn der EU-Osterweiterung im Jahr 2004 sei die Zahl der angezeigten Straf­taten durch Ausländer "deutlich gestiegen".
Als gefährlich gelten einzelne Straßen­züge in Schalke, Bismarck, Neustadt oder Ückendorf in der Gegend mit der Bochumer Straße. "Libanesen"-Clans, Sinti und Roma und türkisch-stämmige Gruppen gäben in Neustadt den Ton an, so wie in Schalke-Ost, wo in jüngster Zeit auch Zuwanderer aus Rumänien und Bulgarien mitunter aggressiv aufträten. In Bismarck und Bulmke-Hüllen seien es Sinti und Roma, in Horst "meist Gruppen aus bildungsfernen Schichten, ein gewachsenes Umfeld aus den 1960er-, 1970er-Jahren."
In Ückendorf und ­Buer, teils islamisch geprägt, gebe es vor allem Türkischstämmige, die sich als "Osmanen in der Tradition des Kalifats" sähen. Die beiden Informanten sagen, dass es bis vor Kurzem noch politisch nicht gewollt war, die Herkunft der Straftäter zu nennen.
https://www.derwesten.de/staedte/gelsen ... 66149.html
Zuletzt geändert von Teeernte am Mi 20. Dez 2017, 11:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon Teeernte » Mi 20. Dez 2017, 11:25

odiug hat geschrieben:(20 Dec 2017, 11:23)

Doch ... den gibt es sehr wohl, weil jede Art von Getto ein Problem darstellt ... auch in Bogenhausen brauchst du einen sozialen Mix wie auch in Neu Perlach


Das tritt sicher durch VEREINZELT Kranke .......und vor allem die von Dir genannten alte Menschen auf ?
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Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon Wähler » Mi 20. Dez 2017, 11:30

Realist2014 hat geschrieben:(20 Dec 2017, 11:16)
wo genau soll in München ein "Reichengetto" in der Innenstadt sein?
die "Reichen" in München wohne schon immer in Grünwald, Harlaching und Bogenhausen...
nein, es gibt keinen Grund für "Sozialwohnungen" in der Innenstadt

Es gibt doch auch andere Sozialeinrichtungen in der Innenstadt. Der Unterhalt oder gar der Neubau von Sozialwohnungen sollte einen klaren Kostenrahmen einhalten. Allerdings heißt das nicht, dass die Stadt eigene Grundstücke in der Innenstadt nicht für ihre Sozialeinrichtungen benutzen darf. Letztlich muss es jeder Stadtrat selbst entscheiden, wieviel er wo in den Unterhalt seiner Sozialstruktur investiert. Aber diese Leier auch hier in diesem Thread, dass städtische Unternehmen schlechter wirtschaften als private, kann ich nicht mehr hören. Es müssen ja nicht unbedingt städtische Wohnungsbaugesellschaften alles machen, private Wohnungsbaugenossenschaften können das mit Unterstützung der Stadt bei Grundstücksvergaben genauso gut und wirklich kostengünstig, wie ich aus eigener Erfahrung weiß, bewerkstelligen.
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Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon Realist2014 » Mi 20. Dez 2017, 12:49

odiug hat geschrieben:(20 Dec 2017, 11:23)

Doch ... den gibt es sehr wohl, weil jede Art von Getto ein Problem darstellt ... auch in Bogenhausen brauchst du einen sozialen Mix wie auch in Neu Perlach


so ein bisschen Realismus würde auch dir gut tun

es ging um die Innenstadt - oder erweitert innerhalb des Mittleren Rings

und da weder das Eine noch das andere ein "Reichenghetto" darstellt- besteht auch keine Notwendigkeit DORT Sozialwohnungen zu bauen

das setzt die Stadt ja auch so um

daher werden die Sozialwohnungen auch außerhalb der Innenstadt gebaut

und in Bezug auf Neuperlach

da zieht kein "reicher" hin. Schon seit Jahrzehnten nicht

Die Stadt ist ja ( schau in den Mietspiegel 2017) in "Wohnlagen" unterteilt

Sozialwohnungen sind logischerweise primär in den "durchschnittlichen" Wohnlagen zu errichten. Das ist einfach eine ökonomische Frage
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon Realist2014 » Mi 20. Dez 2017, 12:51

Wähler hat geschrieben:(20 Dec 2017, 11:30)

Es gibt doch auch andere Sozialeinrichtungen in der Innenstadt. Der Unterhalt oder gar der Neubau von Sozialwohnungen sollte einen klaren Kostenrahmen einhalten. Allerdings heißt das nicht, dass die Stadt eigene Grundstücke in der Innenstadt nicht für ihre Sozialeinrichtungen benutzen darf. Letztlich muss es jeder Stadtrat selbst entscheiden, wieviel er wo in den Unterhalt seiner Sozialstruktur investiert. Aber diese Leier auch hier in diesem Thread, dass städtische Unternehmen schlechter wirtschaften als private, kann ich nicht mehr hören. Es müssen ja nicht unbedingt städtische Wohnungsbaugesellschaften alles machen, private Wohnungsbaugenossenschaften können das mit Unterstützung der Stadt bei Grundstücksvergaben genauso gut und wirklich kostengünstig, wie ich aus eigener Erfahrung weiß, bewerkstelligen.


Die Stadt will logischerweise ihr "Tafelsilber" höchstbietend verwenden

auf "Filetgrundstücken" Sozialwohnungen zu errichten ist sinnfrei

bezüglich der Bauprojekte selber kann ich dir nicht widersprechen
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Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon Realist2014 » Mi 20. Dez 2017, 12:53

Teeernte hat geschrieben:(20 Dec 2017, 11:23)

[





Die SOZIALE ENT-MISCHUNG (Meiner Meinung nach) passiert durch die Bildung von "Brennpunkten".

Beispiel ?

https://www.derwesten.de/staedte/gelsen ... 66149.html



In München gibt es keine derartigen "Brennpunkte"

gab es auch noch nie
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Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon odiug » Mi 20. Dez 2017, 12:55

Realist2014 hat geschrieben:(20 Dec 2017, 12:49)

so ein bisschen Realismus würde auch dir gut tun

es ging um die Innenstadt - oder erweitert innerhalb des Mittleren Rings

und da weder das Eine noch das andere ein "Reichenghetto" darstellt- besteht auch keine Notwendigkeit DORT Sozialwohnungen zu bauen

das setzt die Stadt ja auch so um

daher werden die Sozialwohnungen auch außerhalb der Innenstadt gebaut

und in Bezug auf Neuperlach

da zieht kein "reicher" hin. Schon seit Jahrzehnten nicht

Die Stadt ist ja ( schau in den Mietspiegel 2017) in "Wohnlagen" unterteilt

Sozialwohnungen sind logischerweise primär in den "durchschnittlichen" Wohnlagen zu errichten. Das ist einfach eine ökonomische Frage

Neuperlach ist auch eine städtebauliche Katastrophe, an der München noch lange knappern wird müssen.
Derartiges gilt es beim sozialen Wohnungsbau zu vermeiden und das beste, was man tun kann, um solche vertikalen Gettos zu vermeiden ist es, den soziale Mix in einem Wohnviertel zu erhalten, bzw die Gettobildung durch den sozialen Wohnungsbau auch aufzubrechen.
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Aber wir sind edel und gut, gerecht und unbestechlich und sorgen uns innig um das Wohlergehen unsrer Foristen.
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Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon Realist2014 » Mi 20. Dez 2017, 12:58

odiug hat geschrieben:(20 Dec 2017, 12:55)

Neuperlach ist auch eine städtebauliche Katastrophe, an der München noch lange knappern wird müssen.
Derartiges gilt es beim sozialen Wohnungsbau zu vermeiden und das beste, was man tun kann, um solche vertikalen Gettos zu vermeiden ist es, den soziale Mix in einem Wohnviertel zu erhalten, bzw die Gettobildung durch den sozialen Wohnungsbau auch aufzubrechen.



alles richtig- nur ist das alles KEINE Notwendigkeit für sozialen Wohnungsbau innerhalb des Mittleren Rings..

daher findet das auch nicht statt...

sondern außerhalb des MR ( das ist sowieso der größere Teil der Stadt)
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Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon Teeernte » Mi 20. Dez 2017, 13:29

Realist2014 hat geschrieben:(20 Dec 2017, 12:53)

In München gibt es keine derartigen "Brennpunkte"

gab es auch noch nie


Straftaten in München: Das sind die Brennpunkte...
https://www.tz.de/muenchen/stadt/muench ... 44863.html

...sicher weniger als anderswo.

Mehr "Sozialwohnungen" würden da also keine "Besserung" bringen.... (Meiner Meinung nach)
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Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon Realist2014 » Mi 20. Dez 2017, 13:34

Teeernte hat geschrieben:(20 Dec 2017, 13:29)

Straftaten in München: Das sind die Brennpunkte...
https://www.tz.de/muenchen/stadt/muench ... 44863.html

...sicher weniger als anderswo.

Mehr "Sozialwohnungen" würden da also keine "Besserung" bringen.... (Meiner Meinung nach)



yoh

Stadtzentrum....

und "Partymeile" nördlich der Leo....

im Text klar erkennbar:


das hat alles NIX mit "Anwohnern" zu tun

gar nix....
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Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon Teeernte » Mi 20. Dez 2017, 13:56

Realist2014 hat geschrieben:(20 Dec 2017, 13:34)

yoh

Stadtzentrum....

und "Partymeile" nördlich der Leo....

im Text klar erkennbar:


das hat alles NIX mit "Anwohnern" zu tun

gar nix....


Richtig. - und passt in Armutsgefährdung ebenso NICHT. Die Forderung nach - Mehr "Billige" Wohnungen - damit der "Täter" das nicht so weit hat - bis zum Tatort - trifft es da sicher besser. :D (meiner Meinung nach)
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Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon franktoast » Mi 20. Dez 2017, 17:12

Skull hat geschrieben:(20 Dec 2017, 09:17)

Das war doch schon öfters angesprochen...

Eine Stadt und eine Gesellschaft hat ein Interesse an ausgewogenen Strukturen und Vielfalt.
Nicht an Ghettos, Problemvierteln und einseitigen Strukturen und deren Problemen.
Das das nicht immer zu verhindern ist, ist auch klar. Gegensteuern sollte man aber schon.

Und wenn aus "gemischten" Vierteln...Reichenviertel oder Armenghettos werden, ist das ein Problem.
In vielfältiger Art.

mfg

Also eine Mietpreisbremse führt ja zur Ghettoisierung, denn wenn Vermieter nicht das bekommen, was sie können, gibt es entsprechend andere Wege. Entweder man übernimmt ne Küche für 20 000€ (wieder der Reiche im Vorteil) oder man lässt das Gebäude verkommen, bis der Mietpreis dem Marktpreis entspricht.
Damit man den Ziel erreicht, müsste man quasi hier und da ne Mietpreisbremse einführt. Bei Meierstr. 1 Bremse, bei Meierstr. 2 keine Bremse. So würde man es schaffen, dass das schön ausgewogen wäre.
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
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Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon franktoast » Mi 20. Dez 2017, 17:13

Wähler hat geschrieben:(20 Dec 2017, 09:25)

In unserer Verfassung gibt es mit guter Begründung ein Sozialstaatsgebot. Die katholische Soziallehre spricht von Subsidiarität, also Hilfe zur Selbsthilfe. Wenn vereinzelte kranke oder alte Menschen sich objektiv in Not befinden und um Hilfe bitten, weil sie im gesamten Stadtgebiet von München Wohnraum nicht mehr finanzieren können, braucht eine Kommune entsprechende Instrumente, also Wohngeld, aber auch Sozialwohnungen. Eine "soziale Mischung" auch in Innenstadtvierteln stärkt den sozialen Zusammenhalt der Stadtgesellschaft. Unsere Gesellschaft ist wirtschaftlich so stark und in vielen Haushalten so reich, dass sie sich einen Grundbestand an Sozialwohnungen leisten kann, zumal immer mehr alte Sozialwohnungen aus der Sozialbindung fallen.

Also du meinst, wenn jemand ne tolle Wohnung bekommt, ist das kein Sozialstaatgebot, solange es nicht sehr gefragtes Stadtgebiet ist?
Beispiel: Oma bekommt Villa am Dorf -> ah, asozial! Oma bekommt 10m²Wohnung in München -> Ah, sozial.
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Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon Wähler » Mi 20. Dez 2017, 17:26

Wähler hat geschrieben:(20 Dec 2017, 09:25)
In unserer Verfassung gibt es mit guter Begründung ein Sozialstaatsgebot. Die katholische Soziallehre spricht von Subsidiarität, also Hilfe zur Selbsthilfe. Wenn vereinzelte kranke oder alte Menschen sich objektiv in Not befinden und um Hilfe bitten, weil sie im gesamten Stadtgebiet von München Wohnraum nicht mehr finanzieren können, braucht eine Kommune entsprechende Instrumente, also Wohngeld, aber auch Sozialwohnungen. Eine "soziale Mischung" auch in Innenstadtvierteln stärkt den sozialen Zusammenhalt der Stadtgesellschaft. Unsere Gesellschaft ist wirtschaftlich so stark und in vielen Haushalten so reich, dass sie sich einen Grundbestand an Sozialwohnungen leisten kann, zumal immer mehr alte Sozialwohnungen aus der Sozialbindung fallen.

franktoast hat geschrieben:(20 Dec 2017, 17:13)
Also du meinst, wenn jemand ne tolle Wohnung bekommt, ist das kein Sozialstaatgebot, solange es nicht sehr gefragtes Stadtgebiet ist?
Beispiel: Oma bekommt Villa am Dorf -> ah, asozial! Oma bekommt 10m²Wohnung in München -> Ah, sozial.

Ich rede von der Stadt München. Wenn Du einen Antrag auf eine Sozialwohnung beim Wohnungsamt der Stadt München stellst, bekommst Du je nach Dringlichkeit vielleicht eine freiwerdende Sozialwohnung aus dem Bestand oder eine neugebaute Sozialwohnung irgendwo im Stadtgebiet von München. Die Debatte hier um Innenstadt oder Stadtrand ist eine Scheindebatte. Je mehr Menschen auf der Warteliste stehen, umso geringer die Chance. Dann bleibt vielleicht nur der Umzug in eine andere bayerische Gemeinde. Insofern frage ich mich, was Dein Gedankenspiel mit der Wirklichkeit zu tun hat.
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Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon Realist2014 » Mi 20. Dez 2017, 17:36

Wähler hat geschrieben:(20 Dec 2017, 17:26)

Ich rede von der Stadt München. Wenn Du einen Antrag auf eine Sozialwohnung beim Wohnungsamt der Stadt München stellst, bekommst Du je nach Dringlichkeit vielleicht eine freiwerdende Sozialwohnung aus dem Bestand oder eine neugebaute Sozialwohnung irgendwo im Stadtgebiet von München. Die Debatte hier um Innenstadt oder Stadtrand ist eine Scheindebatte. .



nein, ist es nicht

denn das war der Ausgangspunkt, zu dem du dann "dazu gestoßen" bist.

logischerweise haben wir in München einen steigenden Bedarf an Sozialwohnungen. Das ist ja unstrittig.

Strittig ist zwischen den bis dato beteiligten Diskutanten und Diskuonkeln, WO die nun gebaut werden sollten..

unser "Augsburger" Mod möchte die unbedingt in der Innenstadt haben...

wegen angeblichen "Reichenghettos" dort...


ich habe nur das Gefühl, der war noch nie am Stachus... :D
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Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon Wähler » Mi 20. Dez 2017, 17:48

Wähler hat geschrieben:(20 Dec 2017, 17:26)
Ich rede von der Stadt München. Wenn Du einen Antrag auf eine Sozialwohnung beim Wohnungsamt der Stadt München stellst, bekommst Du je nach Dringlichkeit vielleicht eine freiwerdende Sozialwohnung aus dem Bestand oder eine neugebaute Sozialwohnung irgendwo im Stadtgebiet von München. Die Debatte hier um Innenstadt oder Stadtrand ist eine Scheindebatte. Je mehr Menschen auf der Warteliste stehen, umso geringer die Chance. Dann bleibt vielleicht nur der Umzug in eine andere bayerische Gemeinde. Insofern frage ich mich, was Dein Gedankenspiel mit der Wirklichkeit zu tun hat.

Realist2014 hat geschrieben:(20 Dec 2017, 17:36)
nein, ist es nicht
denn das war der Ausgangspunkt, zu dem du dann "dazu gestoßen" bist.
logischerweise haben wir in München einen steigenden Bedarf an Sozialwohnungen. Das ist ja unstrittig.
Strittig ist zwischen den bis dato beteiligten Diskutanten und Diskuonkeln, WO die nun gebaut werden sollten..
unser "Augsburger" Mod möchte die unbedingt in der Innenstadt haben...
wegen angeblichen "Reichenghettos" dort...
ich habe nur das Gefühl, der war noch nie am Stachus... :D

So habe ich ihn nicht verstanden, sondern dass es keinen Grund gibt, nicht auch neue Sozialwohnungen in der Innenstadt zu bauen. In Wirklichkeit wird das natürlich nur selten der Fall sein. Unsere Wohnungsbaugenossenschaft bekommt auch nur noch Grundstücke am Stadtrand in neu zu entwickelnden Stadtvierteln. Bis auf die Bayernkaserne sind die Grundstücke auf Kasernengeländen inzwischen verkauft. Die Stadt München baut zwar noch mit ihren städtischen Wohnungsbaugesellschaften neue Sozialwohnungen, setzt aber immer stärker auf Wohnungsbaugenossenschaften und private Wohnungsbaufirmen, denen sie die Grundstücke verbilligt verkauft, wenn 1/3 bis 2/3 Sozialwohnungen oder München-Modell-Wohnungen mit entsprechender langfristiger Sozialbindung gebaut werden.
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Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon franktoast » Mi 20. Dez 2017, 18:04

Wähler hat geschrieben:(20 Dec 2017, 17:26)
Ich rede von der Stadt München. Wenn Du einen Antrag auf eine Sozialwohnung beim Wohnungsamt der Stadt München stellst, bekommst Du je nach Dringlichkeit vielleicht eine freiwerdende Sozialwohnung aus dem Bestand oder eine neugebaute Sozialwohnung irgendwo im Stadtgebiet von München. Die Debatte hier um Innenstadt oder Stadtrand ist eine Scheindebatte. Je mehr Menschen auf der Warteliste stehen, umso geringer die Chance. Dann bleibt vielleicht nur der Umzug in eine andere bayerische Gemeinde. Insofern frage ich mich, was Dein Gedankenspiel mit der Wirklichkeit zu tun hat.

Ich hab nur gefragt, was sozial wäre und was nicht, denn dir scheint sehr wichtig zu sein, dass jemand ne Wohnung in der Müncher Innenstadt hat. Vielleicht ist unsre Verfassung auch asozial, denn da steht nicht drin, dass jemand Anspruch auf eine Wohnung in der Münchner Innenstadt hat.
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Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon Wähler » Mi 20. Dez 2017, 18:17

Wähler hat geschrieben:(20 Dec 2017, 17:26)
Ich rede von der Stadt München. Wenn Du einen Antrag auf eine Sozialwohnung beim Wohnungsamt der Stadt München stellst, bekommst Du je nach Dringlichkeit vielleicht eine freiwerdende Sozialwohnung aus dem Bestand oder eine neugebaute Sozialwohnung irgendwo im Stadtgebiet von München. Die Debatte hier um Innenstadt oder Stadtrand ist eine Scheindebatte. Je mehr Menschen auf der Warteliste stehen, umso geringer die Chance. Dann bleibt vielleicht nur der Umzug in eine andere bayerische Gemeinde. Insofern frage ich mich, was Dein Gedankenspiel mit der Wirklichkeit zu tun hat.

franktoast hat geschrieben:(20 Dec 2017, 18:04)
Ich hab nur gefragt, was sozial wäre und was nicht, denn dir scheint sehr wichtig zu sein, dass jemand ne Wohnung in der Müncher Innenstadt hat. Vielleicht ist unsre Verfassung auch asozial, denn da steht nicht drin, dass jemand Anspruch auf eine Wohnung in der Münchner Innenstadt hat.

Da hast Du mich aber gründlich missverstanden. Vielleicht verwechselt Du mich ja mit dem Augsburger Moderator. ;) Ich habe lediglich gemeint, dass es keinen Grund gibt, dass nicht auch in der Münchner Innenstadt Sozialwohnungen gebaut werden und eine soziale Durchmischung der Gentrifizierung im Interesser aller Bewohner eines Stadtteils entgegenwirken kann. In München wäre das aber eh nur ein Tropfen auf den heißen Stein, da die Stadt kaum noch Grundstücke in der Innenstadt besitzt, die sie selbst bebauen oder billig gegen Bauauflagen verkaufen könnte. Persönlich bin ich bei dieser Debatte vielleicht zu emotional, weil ich mit unserer Wohnungsbaugenossenschaft erleben musste, wie von 2007 bis zum Kauf des Grundstückes 2014 sich der Grundstückspreis in einem alten Kasernengelände außerhalb des Mittleren Ringes verdoppelt hatte, auch wenn er sich dann gegen die Auflage des Baues von 1/3 bis 2/3 Sozial- beziehungsweise München-Modell-Wohnungen wieder deutlich verringert hat. Die Grundstücke für Wohungssbau ohne soziale Auflagen wurden entsprechend dem Marktpreis von der Stadt verkauft.
Zuletzt geändert von Wähler am Mi 20. Dez 2017, 18:26, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon Realist2014 » Mi 20. Dez 2017, 18:19

Wähler hat geschrieben:(20 Dec 2017, 17:48)

So habe ich ihn nicht verstanden, sondern dass es keinen Grund gibt, nicht auch neue Sozialwohnungen in der Innenstadt zu bauen. In Wirklichkeit wird das natürlich nur selten der Fall sein. Unsere Wohnungsbaugenossenschaft bekommt auch nur noch Grundstücke am Stadtrand in neu zu entwickelnden Stadtvierteln. Bis auf die Bayernkaserne sind die Grundstücke auf Kasernengeländen inzwischen verkauft. Die Stadt München baut zwar noch mit ihren städtischen Wohnungsbaugesellschaften neue Sozialwohnungen, setzt aber immer stärker auf Wohnungsbaugenossenschaften und private Wohnungsbaufirmen, denen sie die Grundstücke verbilligt verkauft, wenn 1/3 bis 2/3 Sozialwohnungen oder München-Modell-Wohnungen mit entsprechender langfristiger Sozialbindung gebaut werden.



das ist doch genau das was ich schreibe

es besteht auch keine Notwendigkeit als "Reichenghetto-Vermeidung" Sozialwohnungen in der Innenstadt zu bauen
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Re: Armut/Armutsgefährdung in Deutschland erreicht Rekordwert seit der Wiedervereinigung

Beitragvon Realist2014 » Mi 20. Dez 2017, 18:21

Wähler hat geschrieben:(20 Dec 2017, 18:17)

) Ich habe lediglich gemeint, dass es keinen Grund gibt, dass nicht auch in der Münchner Innenstadt Sozialwohnungen gebaut werden und eine soziale Durchmischung der Gentrifizierung im Interesser aller Bewohner eines Stadtteils entgegenwirken kann. .



für eine "soziale Durchmischung" bedarf es nicht unbedingt der Beteiligung der "untersten ökonomischen Etage"..

auch Oberschicht & Mittelschicht sind bereits eine "soziale Durchmischung"...
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