12 Tage arbeiten am Stueck ist rechtens - EuGH

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jorikke
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Re: 12 Tage arbeiten am Stueck ist rechtens - EuGH

Beitragvon jorikke » So 5. Aug 2018, 16:57

KarlRanseier hat geschrieben:(05 Aug 2018, 17:32)

Naja, unbestreitbare Tatsache ist doch, dass bei immer mehr Ausbeutern in Deutschland "Überstunden mit dem Gehalt abgegolten" sind (absoluter Nulltarif, Überstunden werden nicht bezahlt und können auch nicht abgefeiert werden) und von immer mehr Arbeitnehmern verlangt wird, dass sie faktisch immer erreichbar sind. Oder nicht?


Das sind AT Verträge. Natürlich steht es einem Arbeitnehmer zu einen Vertrag mit hoher Vergütung auszuhandeln und vom Arbeitgeber im Gegenzug keine Überstunden Bezahlung zu erwarten. Zumeist wird dabei die erwartete Höhe der Mehrarbeit/Überstunden in einer bis-zu Formulierung fixiert.
(Zumeist so 10-15%)
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Re: 12 Tage arbeiten am Stueck ist rechtens - EuGH

Beitragvon KarlRanseier » So 5. Aug 2018, 17:03

McKnee hat geschrieben:(05 Aug 2018, 17:42)

Das ist aber nicht Gegenstand des Urteils

Wenn das so ist, muss man arbeitsrechtlich dagegen angehen. Da sind vor allem die Gewerkschaften gefragt.

Überlicherweise laufen solche Pauschalbehauptungen aber ins Leere und lösen sich in ein lauwarmes Lüftchen auf.




Mit solchen Urteilen schießt sich die EU selbst ins Knie und sorgt dafür, von immer mehr Menschen abgelehnt zu werden.

Die Deutschen werden zwar nicht gefragt, aber in vielen anderen Ländern hat arbeitender Pöbel schon eine gewisse Macht
und kann für einen Austritt sorgen, wenn er der Meinung ist, dass die EU primär eine Interessensvertretung der Profitmaximierer
ist. Und dieser Eindruck drängt sich zunehmend mehr Menschen auf, die vielleicht früher nur die Vorteile sahen.

Nach dem GAU von Tschernobyl hatte die EG nichts Eiligeres zu tun, als die Grenzwerte für zugelassene radioaktive Belastungen
in Lebensmitteln zu vervielfachen. Noch heute sind sie wesentlich höher als z.B. in Japan nach dem dortigen GAU. Auch da
drängt sich der Verdacht auf, dass der Schutz der fiskalischen Interesse der über alles geliebten EU-Bauern doch vielfach höher
priorisiert wird als der Verbraucherschutz.

So schießt man sich ins eigene Knie, gibt Wasser auf die Mühlen der "EU-Skeptiker" und schafft sich letztlich selbst ab. Bleibt
die Frage zu beantworten, wohin mit Sprachgenies wie Oettinger, wenn die EU geplatzt ist.
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Re: 12 Tage arbeiten am Stueck ist rechtens - EuGH

Beitragvon KarlRanseier » So 5. Aug 2018, 17:10

jorikke hat geschrieben:(05 Aug 2018, 17:57)

Das sind AT Verträge. Natürlich steht es einem Arbeitnehmer zu einen Vertrag mit hoher Vergütung auszuhandeln und vom Arbeitgeber im Gegenzug keine Überstunden Bezahlung zu erwarten. Zumeist wird dabei die erwartete Höhe der Mehrarbeit/Überstunden in einer bis-zu Formulierung fixiert.
(Zumeist so 10-15%)



Könnte man aber abschaffen, mit einem einfachen und kurzen Gesetz, etwa so:

Sklaverei in Deutschland ist verboten, Arbeit muss vergütet werden, auch dann, wenn es sich um Überstunden handelt.
Aber natürlich wären CDU, CSU, SPD, FDP, Grüne, AfD und andere Arbeitgebervereinigungen dagegen...
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Re: 12 Tage arbeiten am Stueck ist rechtens - EuGH

Beitragvon jorikke » So 5. Aug 2018, 17:15

KarlRanseier hat geschrieben:(05 Aug 2018, 18:10)

Könnte man aber abschaffen, mit einem einfachen und kurzen Gesetz, etwa so:

Sklaverei in Deutschland ist verboten, Arbeit muss vergütet werden, auch dann, wenn es sich um Überstunden handelt.
Aber natürlich wären CDU, CSU, SPD, FDP, Grüne, AfD und andere Arbeitgebervereinigungen dagegen...


Aus solchen Verträgen bestand mein halbes Arbeitsleben. Ich habe mich immer sehr selbst bestimmt gesehen. Ich und Sklave...
Ich glaube du blickst nicht recht durch.
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Re: 12 Tage arbeiten am Stueck ist rechtens - EuGH

Beitragvon McKnee » So 5. Aug 2018, 17:19

jorikke hat geschrieben:(05 Aug 2018, 18:15)

Aus solchen Verträgen bestand mein halbes Arbeitsleben. Ich habe mich immer sehr selbst bestimmt gesehen. Ich und Sklave...
Ich glaube du blickst nicht recht durch.


Danke, das spart mir Nerven und ist kurz und knapp aufs Wesentliche gebracht.
Der Hauptgrund für Stress ist der tägliche Kontakt mit Idioten.

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Re: 12 Tage arbeiten am Stueck ist rechtens - EuGH

Beitragvon KarlRanseier » So 5. Aug 2018, 17:30

jorikke hat geschrieben:(05 Aug 2018, 18:15)

Aus solchen Verträgen bestand mein halbes Arbeitsleben. Ich habe mich immer sehr selbst bestimmt gesehen. Ich und Sklave...
Ich glaube du blickst nicht recht durch.



Ich hatte auch mal einen solche Vertrag. Das gipfelte dann darin, dass der Ausbeuter eines Tages meinte, dass man nicht jeden Tag etwas essen müsse
und auch mal auf die Mittagspause verzichten solle, wenn "Projektdruck" bestehe. Jeder Eingeweihte weiß, dass in solchen Klitschen immer "Projektdruck"
besteht.

Da bin ich gegangen, soll sich der Affe einen Dümmeren suchen, auf dessen Kosten er leben kann.

Die wenigsten Deutschen sind mit ihren Arbeitsbedingungen zufrieden. Hier war ich also ausnahmsweise mal ein Teil der "Mehrheit", nicht der "linke Spinner".
Das Märchen vom lieben Arbeitgeber, der sich kümmert, kannst Du Deinem Frisör erzählen, aber keinem Menschen, der einmal bei einem mittelständischen
Ausbeuter gearbeitet hat. :rolleyes:
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Re: 12 Tage arbeiten am Stueck ist rechtens - EuGH

Beitragvon McKnee » So 5. Aug 2018, 17:36

KarlRanseier hat geschrieben:(05 Aug 2018, 18:30)

Die wenigsten Deutschen sind mit ihren Arbeitsbedingungen zufrieden. Hier war ich also ausnahmsweise mal ein Teil der "Mehrheit", nicht der "linke Spinner".
Das Märchen vom lieben Arbeitgeber, der sich kümmert, kannst Du Deinem Frisör erzählen, aber keinem Menschen, der einmal bei einem mittelständischen
Ausbeuter gearbeitet hat. :rolleyes:



Ich dachte mir, bei deiner Pauschalisierungstendenz, dass es auf deine ureigenste Unzufriedenheit hinaus läuft.

Hier sieht es anders aus

https://www.zeit.de/wirtschaft/2018-04/ ... beitnehmer

Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass du an deiner Unzufriedenheit nicht ganz schuldlos bist.
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Re: 12 Tage arbeiten am Stueck ist rechtens - EuGH

Beitragvon Skull » So 5. Aug 2018, 17:44

KarlRanseier hat geschrieben:(05 Aug 2018, 18:30)

Ich hatte auch mal einen solche Vertrag.

Du solltest aber nicht von Dir auf andere...und noch weniger auf die Mehrheit schliessen.

Ich kenne viele, die mit Ihren AT-Verträgen recht zufrieden sind.

Sollte ja auch so sein, sonst würde man sich ja nicht freiwillig in den höher bezahlten AT-Bereich begeben. :)

mfg
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Re: 12 Tage arbeiten am Stueck ist rechtens - EuGH

Beitragvon Kritikaster » So 5. Aug 2018, 18:38

KarlRanseier hat geschrieben:(05 Aug 2018, 17:32)

Naja, unbestreitbare Tatsache ist doch, dass bei immer mehr Ausbeutern in Deutschland "Überstunden mit dem Gehalt abgegolten" sind (absoluter Nulltarif, Überstunden werden nicht bezahlt und können auch nicht abgefeiert werden) und von immer mehr Arbeitnehmern verlangt wird, dass sie faktisch immer erreichbar sind. Oder nicht?

Nein, da irrst Du!

Der Anweisung von Überstunden ist nur in absoluten Ausnahmesituationen Folge zu leisten.
Das Wei­sungs­recht (Di­rek­ti­ons­recht) be­rech­tigt den Ar­beit­ge­ber nicht da­zu, vom Ar­beit­neh­mer Über­stun­den zu ver­lan­gen. Das liegt dar­an, dass der Ar­beits­ver­trag den Um­fang der von Ih­nen als Ar­beit­neh­mer zu leis­ten­den Ar­beit fest­legt. Könn­te der Ar­beit­ge­ber ein­sei­tig im We­ge des Wei­sungs­rechts an die­ser Schrau­be dre­hen, würde er die we­sent­li­chen Ver­trags­in­hal­te ein­sei­tig verändern.

Et­was an­ders gilt bei Not­si­tua­tio­nen, die al­ler­dings sehr sel­ten sind. Mit „Not­si­tua­ti­on“ ist nicht et­wa ein plötz­li­cher Großauf­trag ge­meint oder ei­ne ver­spätet ein­tref­fen­de große Wa­ren­lie­fe­rung, son­dern ei­ne Ka­ta­stro­phe wie ei­ne Über­schwem­mung oder ein Brand. Sol­che Er­eig­nis­se kann der Ar­beit­ge­ber nicht vor­her­se­hen, und außer­dem steht dann mögli­cher­wei­se die Exis­tenz des Be­triebs auf dem Spiel. In sol­chen, ex­trem sel­te­nen ech­ten Not­si­tua­tio­nen kann der Ar­beit­ge­ber ein­sei­tig Über­stun­den an­ord­nen. https://www.hensche.de/Ueberstunden_Arb ... l#tocitem1
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jorikke
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Re: 12 Tage arbeiten am Stueck ist rechtens - EuGH

Beitragvon jorikke » So 5. Aug 2018, 18:50

KarlRanseier hat geschrieben:(05 Aug 2018, 18:30)

Ich hatte auch mal einen solche Vertrag. Das gipfelte dann darin, dass der Ausbeuter eines Tages meinte, dass man nicht jeden Tag etwas essen müsse
und auch mal auf die Mittagspause verzichten solle, wenn "Projektdruck" bestehe. Jeder Eingeweihte weiß, dass in solchen Klitschen immer "Projektdruck"
besteht.

Da bin ich gegangen, soll sich der Affe einen Dümmeren suchen, auf dessen Kosten er leben kann.

Die wenigsten Deutschen sind mit ihren Arbeitsbedingungen zufrieden. Hier war ich also ausnahmsweise mal ein Teil der "Mehrheit", nicht der "linke Spinner".
Das Märchen vom lieben Arbeitgeber, der sich kümmert, kannst Du Deinem Frisör erzählen, aber keinem Menschen, der einmal bei einem mittelständischen
Ausbeuter gearbeitet hat. :rolleyes:


Lieber Karl Ranseier, die Menschen machen in ihrem Arbeitsleben - auch abhängig von ihren Fähigkeiten-, die unterschiedlichsten Erfahrungen.
Ich habe fast 45 Jahre in der gleichen Firma gearbeitet. Angefangen als Feinmechaniker Lehrling mit einer Monats Vergütung von 15,-DM. Das war 1960.
Ausgelernt, übernommen. 1,5 Jahre Werkstatt-Fertigung. Dann Wechsel in die Montage. Nach zwei Jahren Wechsel in das Angestelltenverhältnis. Assistent vom Leiter des Ausbildungscenter für Außendienstmitarbeiter aus aller Welt. Dann Leiter des Schulungscenters. Für kurze Zeit nur, dann Übertragung eines Verkaufsbezirks mit Personalverantwortung für die angestellten Service-Techniker. Der Verkaufsbezirk entwickelte sich prächtig. 1980 erstmals 100.000,-DM Einkommen. In Rente gegangen 2003 mit einem Jahreseinkommen von 73.000 €.
Ich bin keinesfalls sonderlich begabt. Übrigens, der Laden hatte viele Mitarbeiter wie mich. Der Inhaber war Spitze. Er hat jeden gefördert, der sich engagiert hat.
Entsprechend haben es die Leute gedankt.
Im Ergebnis, 1960 513 Mitarbeiter, 1969 930 Mitarbeiter, heute weltweit 7500 Mitarbeiter mit Milliarden Umsatz.
...und du meinst wirklich noch solcherlei Erfahrung im Arbeitsleben soll ich das Märchen vom lieben Arbeitgeber, der sich kümmert, meinem Friseur erzählen?
Das gibt es.
Du hast da offensichtlich ein Erfahrungsmanko.
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Re: 12 Tage arbeiten am Stueck ist rechtens - EuGH

Beitragvon Bielefeld09 » So 5. Aug 2018, 18:50

Skull hat geschrieben:(05 Aug 2018, 18:44)

Du solltest aber nicht von Dir auf andere...und noch weniger auf die Mehrheit schliessen.

Ich kenne viele, die mit Ihren AT-Verträgen recht zufrieden sind.

Sollte ja auch so sein, sonst würde man sich ja nicht freiwillig in den höher bezahlten AT-Bereich begeben. :)

mfg
Nun mal ehrlich!
Wer von euch wollte 24 Stunden am Arbeitsplatz verbringen,
wenn 12 Tage arbeiten rechtens ist und 11 Stunden dazwischen Pause sind?
Das ist aber heute Tarifrecht im TVÖD für den Sozial und Erziehungsdienst!
Möglicherweise ist das skandalös oder geltendes Recht!
Ich weiss es ja auch nicht!? :?:
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: 12 Tage arbeiten am Stueck ist rechtens - EuGH

Beitragvon Skull » So 5. Aug 2018, 18:57

Bielefeld09 hat geschrieben:(05 Aug 2018, 19:50)

Nun mal ehrlich!

Wer von euchwollte 24 Stunden am Arbeitsplatz verbringen,
wenn 12 Tage arbeiten rechtens ist und 11 Stunden dazwischen Pause sind?
Das ist aber heute Tarifrecht im TVÖD für den Sozial und Erziehungsdienst!
Möglicherweise ist das skandalös oder geltendes Recht!
Ich weiss es ja auch nicht!? :?:

Ich bin ehrlich.

Das kommt eben auf den Beruf, die Tätigkeit, die Bezahlung und einiges anderes an.

Ich...natürlich nicht. :)

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Re: 12 Tage arbeiten am Stueck ist rechtens - EuGH

Beitragvon Der Neandertaler » So 5. Aug 2018, 19:04

Kalle, anscheinend hast Du das Urteil nicht gelesen?
    ... und wenn doch, wohl nicht richtig.
Der EuGh hat lediglich die europäische Arbeitszeitrichtlinie erklärt, erläutert und bekräftigt.
    "In seinem heutigen Urteil erklärt der Gerichtshof, daß das Unionsrecht nicht verlangt, daß die wöchentliche Mindestruhezeit spätestens an dem Tag gewährt wird, der auf einen Zeitraum von sechs aufeinanderfolgenden Arbeitstagen folgt, sondern nur, daß sie innerhalb jedes Siebentageszeitraums gewährt wird."
... klingt erstmal negativ, aber ergänzend hat er ausgeführt, daß damit "nicht festgelegt wird, zu welchem Zeitpunkt diese Mindestruhezeit zu gewähren ist," vielmehr hat der EuGh darauf verwiesen, daß "die Richtlinie für ihre Umsetzung eine gewisse Flexibilität" zuläßt und "somit den Mitgliedstaaten in Bezug auf die Festsetzung des Zeitpunkts, zu dem diese Mindestruhezeit zu gewähren ist, ein Ermessen" einräumt. Der Gerichtshof hat zudem betont, "daß die Richtlinie nur Mindestnormen für den Schutz des Arbeitnehmers im Rahmen der Arbeitszeitgestaltung aufstellt" und somit etwa den Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer durch günstigere Tarifverträge oder durch Vereinbarungen zwischen den Sozialpartnern zu fördern oder zu gestatten.
KarlRanseier hat geschrieben:Die Deutschen werden zwar nicht gefragt, aber in vielen anderen Ländern hat arbeitender Pöbel schon eine gewisse Macht und kann ...
Vorab: "arbeitender Pöbel"?
    ... bezeichnend.
Dies zeigt schon eher, was Du für eine Gesinnung hast. Aber darüber hinaus: uns geht's doch gut - Dir nicht? Niemand zwingt Dich in solch einen Arbeitsvertrag einzustimmen. Besonders nicht heutzutage, da vielerorts händeringend Arbeitnehmer gesucht werden.
KarlRanseier hat geschrieben:Nach dem GAU von Tschernobyl hatte die EG nichts Eiligeres zu tun, als die Grenzwerte für zugelassene radioaktive Belastungen in Lebensmitteln zu vervielfachen. Noch heute sind sie wesentlich höher als z.B. in Japan nach dem dortigen GAU.
Wo hast Du denn den Quatsch her? Es waren vielmehr die japanischen Behörden, diese Werte erhöht haben.
    ... der hast Du andere Quellen?
"Ich teile Ihre Meinung nicht, ich werde aber bis zu meinem letzten Atemzug kämpfen, daß Sie Ihre Meinung frei äußern können." (Voltaire)
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Re: 12 Tage arbeiten am Stueck ist rechtens - EuGH

Beitragvon Bielefeld09 » So 5. Aug 2018, 20:16

Skull hat geschrieben:(05 Aug 2018, 19:57)

Ich bin ehrlich.

Das kommt eben auf den Beruf, die Tätigkeit, die Bezahlung und einiges anderes an.

Ich...natürlich nicht. :)

mfg

Ich bin auch mal ehrlich.
Was ist denn bitte am arbeiten innerhalb solcher Schichten gesund?
Und wer macht solche Tarifverträge?
Oder wer macht solche Arbeitszeitgesetze mit solchen Ausnahmebestimmungen?
12 Tage am Stück kein Problem,
aber 12 Tage mit nur 11 Stunden dazwischen,
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: 12 Tage arbeiten am Stueck ist rechtens - EuGH

Beitragvon Skull » So 5. Aug 2018, 20:34

Bielefeld09 hat geschrieben:(05 Aug 2018, 21:16)

Ich bin auch mal ehrlich.
Was ist denn bitte am arbeiten innerhalb solcher Schichten gesund?
Und wer macht solche Tarifverträge?
Oder wer macht solche Arbeitszeitgesetze mit solchen Ausnahmebestimmungen?
12 Tage am Stück kein Problem,
aber 12 Tage mit nur 11 Stunden dazwischen,

Ich weiss jetzt nicht, was Du willst.

12 Tage arbeiten am Stueck ist rechtens ----> EuGH

Es geht darum, dass das oberste Europäische Gericht ein KONKRETES Urteil sprach.

Was soll das obige Posting DAZU mitteilen ?

Kindergartendiskussion ?
Diskussionen nach Gefühl ?

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Re: 12 Tage arbeiten am Stueck ist rechtens - EuGH

Beitragvon Ein Terraner » So 5. Aug 2018, 20:39

Skull hat geschrieben:(05 Aug 2018, 21:34)

Ich weiss jetzt nicht, was Du willst.

Es geht um den ethischen Standpunkt. :)
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Re: 12 Tage arbeiten am Stueck ist rechtens - EuGH

Beitragvon Skull » So 5. Aug 2018, 21:09

Ein Terraner hat geschrieben:(05 Aug 2018, 21:39)

Es geht um den ethischen Standpunkt. :)

Was für ein ethischer Standpunkt ?
Ich gehe übrigens davon aus, das Du dieses Urteil nicht einmal angeschaut hast. :D

Der EuGH billigte dieses für AUSNAHMEfälle.


Welchen "besseren" ethischen Standpunkt meinst Du zu haben, welchen der EUGH nicht haben soll ?

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Re: 12 Tage arbeiten am Stueck ist rechtens - EuGH

Beitragvon Ein Terraner » So 5. Aug 2018, 21:19

Skull hat geschrieben:(05 Aug 2018, 22:09)

Was für ein ethischer Standpunkt ?

Der sich auftut wenn man Menschen so schuften lässt.


Ich gehe übrigens davon aus, das Du dieses Urteil nicht einmal angeschaut hast. :D

Natürlich nicht, ich wollte euch Zweien nur auf die Sprünge helfen. Also noch viel Spaß. :)
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Re: 12 Tage arbeiten am Stueck ist rechtens - EuGH

Beitragvon Skull » So 5. Aug 2018, 21:29

Ein Terraner hat geschrieben:(05 Aug 2018, 22:19)

Natürlich nicht, ich wollte euch Zweien nur auf die Sprünge helfen. Also noch viel Spaß. :)

Immer interessant, wo mancher, der zwar nix ne Ahnung hat, einfach mal dazwischen grätschen muss. :D

Ebenfalls viel Spaß.

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Re: 12 Tage arbeiten am Stueck ist rechtens - EuGH

Beitragvon Bielefeld09 » So 5. Aug 2018, 21:45

Die Frage ist doch eine ganz andere!
Darf ein Arbeitgeber Menschen über 48 Stunden hinaus beschäftigen oder nicht.
Das EugH Urteil sagt was anderes.
Muss man denn immer klagen?
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