Wohnungspolitik

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Realist2014
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Re: Wohnungsspekulation

Beitragvon Realist2014 » Sa 21. Jul 2018, 20:55

Kölner1302 hat geschrieben:(21 Jul 2018, 21:29)

Warum?


Verfassungsgericht
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Re: Wohnungsspekulation

Beitragvon Kölner1302 » So 22. Jul 2018, 00:10

Realist2014 hat geschrieben:(21 Jul 2018, 21:55)

Verfassungsgericht


Welcher Artikel?
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Ebiker » So 22. Jul 2018, 07:41

Eines Tages werden Millionen Menschen die südliche Hemisphäre verlassen, um in der nördlichen Hemisphäre einzufallen. Und sie werden sie erobern, indem sie sie mit ihren Kindern bevölkern.
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon JJazzGold » So 22. Jul 2018, 09:16

Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Wähler » So 22. Jul 2018, 09:23

JJazzGold hat geschrieben:(22 Jul 2018, 10:16)
Aber die Stadt München hat dies.
https://amp.welt.de/finanzen/immobilien ... r-vor.html

Noch viel wichtiger ist es, die Bodenspekulation in deutschen Großstädten zu unterbinden. Alle Wohungsbaugenossenschaften in München haben kein Gebot für ein neu von der Stadt München ausgewiesenes Bauareal in Freiham abgegeben, weil die Grundstückspreise seit 2014 um weitere 40% gestiegen sind. Das Grundstück spielt eine wichtige Rolle im Eigenkapital von Wohnungsbaugenossenschaften, um an günstige Bankkredite heranzukommen. Es gibt auch einen entsprechenden Passus in der Bayerischen Verfassung, der leider von Bundesrecht unwirksam gemacht wird. Wenn es so weiter geht, wird München nur noch für die gehobene Mittelschicht bezahlbar sein.
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Boracay » So 22. Jul 2018, 09:39

Wähler hat geschrieben:Wenn es so weiter geht, wird München nur noch für die gehobene Mittelschicht bezahlbar sein.


Und was ist daran schlimm? Es gibt nun mal kein Anrecht darauf in einer sauteuren Großstadt billig leben zu können.
Da muss man eben Pendeln - mach ich auch wenn ich bald wieder nach MUC ziehe. Ist doch okay.

Und was redest du von „Bodenspekulation“?? Muss doch alles in kurzer Zeit bebaut werden.... da kannst nicht viel spekulieren.
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Wähler » So 22. Jul 2018, 09:55

Wähler hat geschrieben:(22 Jul 2018, 10:23)
Noch viel wichtiger ist es, die Bodenspekulation in deutschen Großstädten zu unterbinden. Alle Wohungsbaugenossenschaften in München haben kein Gebot für ein neu von der Stadt München ausgewiesenes Bauareal in Freiham abgegeben, weil die Grundstückspreise seit 2014 um weitere 40% gestiegen sind. Das Grundstück spielt eine wichtige Rolle im Eigenkapital von Wohnungsbaugenossenschaften, um an günstige Bankkredite heranzukommen. Es gibt auch einen entsprechenden Passus in der Bayerischen Verfassung, der leider von Bundesrecht unwirksam gemacht wird. Wenn es so weiter geht, wird München nur noch für die gehobene Mittelschicht bezahlbar sein.

Boracay hat geschrieben:(22 Jul 2018, 10:39)
Und was ist daran schlimm? Es gibt nun mal kein Anrecht darauf in einer sauteuren Großstadt billig leben zu können.
Da muss man eben Pendeln - mach ich auch wenn ich bald wieder nach MUC ziehe. Ist doch okay.
Und was redest du von „Bodenspekulation“?? Muss doch alles in kurzer Zeit bebaut werden.... da kannst nicht viel spekulieren.

Nein das ist nicht okay. Warum sollen nur die mit niedrigen Einkommen im Stau stehen, wenn sie durch Pendeln wertvolle Lebenszeit verlieren. 40% Preissteigerung in 4 Jahren sind Ausdruck von Bodenspekulation. Der Steuerzahler finanziert schließlich die geplante Infrastruktur für die Neubauviertel, die den wenigen einheimischen Grundstücksbesitzern die gebratenen Enten in den Mund fliegen lässt, ohne einen Finger Anstrengung dafür geleistet zu haben.
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon JJazzGold » So 22. Jul 2018, 10:03

Wähler hat geschrieben:(22 Jul 2018, 10:23)

Noch viel wichtiger ist es, die Bodenspekulation in deutschen Großstädten zu unterbinden. Alle Wohungsbaugenossenschaften in München haben kein Gebot für ein neu von der Stadt München ausgewiesenes Bauareal in Freiham abgegeben, weil die Grundstückspreise seit 2014 um weitere 40% gestiegen sind. Das Grundstück spielt eine wichtige Rolle im Eigenkapital von Wohnungsbaugenossenschaften, um an günstige Bankkredite heranzukommen. Es gibt auch einen entsprechenden Passus in der Bayerischen Verfassung, der leider von Bundesrecht unwirksam gemacht wird. Wenn es so weiter geht, wird München nur noch für die gehobene Mittelschicht bezahlbar sein.


Das steht zu befürchten, weshalb ich die Initiative der Stadt München begrüße, auch wenn es wieder nur einen kleinen Schritt in die richtige Richtung darstellt.
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Kölner1302 » So 22. Jul 2018, 15:25

Boracay hat geschrieben:(22 Jul 2018, 10:39)

Und was ist daran schlimm? Es gibt nun mal kein Anrecht darauf in einer sauteuren Großstadt billig leben zu können.
Da muss man eben Pendeln - mach ich auch wenn ich bald wieder nach MUC ziehe. Ist doch okay.

Und was redest du von „Bodenspekulation“?? Muss doch alles in kurzer Zeit bebaut werden.... da kannst nicht viel spekulieren.


In Köln müsste man da aber schon sehr weit raus pendeln. Wohnen ist ein Menschenrecht!
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Ebiker » So 22. Jul 2018, 16:09

Kölner1302 hat geschrieben:(22 Jul 2018, 16:25)

In Köln müsste man da aber schon sehr weit raus pendeln. Wohnen ist ein Menschenrecht!


In München auch, im gesamten S- Bahnbereich sind die Mieten sehr hoch.
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Kölner1302 » So 22. Jul 2018, 16:57

Ebiker hat geschrieben:(22 Jul 2018, 17:09)

In München auch, im gesamten S- Bahnbereich sind die Mieten sehr hoch.


... und wenn man noch weiter rausgeht hat man auch höhere Fahrtkosten.

Ausweg könnte aber Telearbeit sein. Jedoch besteht darauf kein arbeitsrechtlicher Anspruch...
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Gruwe » Mo 23. Jul 2018, 15:22

Kölner1302 hat geschrieben:(22 Jul 2018, 16:25)
Wohnen ist ein Menschenrecht!


Sicher!

Aber eben nicht am gewünschten Ort zum gewünschten Preis!
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Ebiker » Mo 23. Jul 2018, 15:40

Kölner1302 hat geschrieben:(22 Jul 2018, 17:57)

... und wenn man noch weiter rausgeht hat man auch höhere Fahrtkosten.

Ausweg könnte aber Telearbeit sein. Jedoch besteht darauf kein arbeitsrechtlicher Anspruch...


Telearbeit für Reinigungskräfte, Polizisten, Krankenschwestern, Busfahrer, Verkäufer, Produktionsarrbeiter ?
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Gruwe » Mo 23. Jul 2018, 15:43

Ebiker hat geschrieben:(23 Jul 2018, 16:40)

Telearbeit für Reinigungskräfte, Polizisten, Krankenschwestern, Busfahrer, Verkäufer, Produktionsarrbeiter ?


Man soll es kaum glauben, aber der deutsche Arbeitsmarkt besteht nicht nur aus diesen 6 Berufen!

Sehr viel wird heute im Büro am PC gearbeitet. Wenn man davon einen gewissen Teil zur (teilweisen) Telearbeit bringt, dürfte dies schon deutliche Effekte nach sich ziehen!
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Ebiker » Mo 23. Jul 2018, 15:54

Gruwe hat geschrieben:(23 Jul 2018, 16:43)

Man soll es kaum glauben, aber der deutsche Arbeitsmarkt besteht nicht nur aus diesen 6 Berufen!

Sehr viel wird heute im Büro am PC gearbeitet. Wenn man davon einen gewissen Teil zur (teilweisen) Telearbeit bringt, dürfte dies schon deutliche Effekte nach sich ziehen!


Man sollte es kaum glauben, für die meisten ist Telearbeit trotzdem unmöglich
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Gruwe » Mo 23. Jul 2018, 16:21

Ebiker hat geschrieben:(23 Jul 2018, 16:54)

Man sollte es kaum glauben, für die meisten ist Telearbeit trotzdem unmöglich


Eben deswegen ist ja die Forderung, mögliche Hindernisse abzubauen und ggf. Anreize zu schaffen! Schließlich geht es hier doch um Politik!

Welche Hindernisse siehst du?
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Ebiker » Mo 23. Jul 2018, 16:26

Das die Arbeit von sehr viel mehr als den von mir angezeigten Beispielen nicht so erledigt werden kann. Selbst in vielen Büros geht das nicht.

Telearbeit ist keine Lösung des Wohnungsproblems. Rentner werden davon z.B. überhaupt nicht berührt.
Eines Tages werden Millionen Menschen die südliche Hemisphäre verlassen, um in der nördlichen Hemisphäre einzufallen. Und sie werden sie erobern, indem sie sie mit ihren Kindern bevölkern.
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Gruwe » Mo 23. Jul 2018, 18:07

Ebiker hat geschrieben:(23 Jul 2018, 17:26)

Das die Arbeit von sehr viel mehr als den von mir angezeigten Beispielen nicht so erledigt werden kann. Selbst in vielen Büros geht das nicht.

Telearbeit ist keine Lösung des Wohnungsproblems. Rentner werden davon z.B. überhaupt nicht berührt.


Aber sicher doch!
Bekämpft man die Landflucht (u.a. eben durch entsprechende Arbeitsmarktpolotik), geht entsprechend die Nachfrage an Wohnraum in den Städten zurück, was dort zu sinkenden Mietpreisen führt. Davon profitieren dann natürlich eben auch die Rentner dort. Hinzu kommen natürlich weitere positive Effekte. Evtl. entstehen gar durch sinkende Mietpreise auch wieder neue Angebote an Dienstleistungen, etc. in Städten!
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Misterfritz » Mo 23. Jul 2018, 19:18

Gruwe hat geschrieben:(23 Jul 2018, 19:07)

Aber sicher doch!
Bekämpft man die Landflucht (u.a. eben durch entsprechende Arbeitsmarktpolotik), geht entsprechend die Nachfrage an Wohnraum in den Städten zurück, was dort zu sinkenden Mietpreisen führt. Davon profitieren dann natürlich eben auch die Rentner dort. Hinzu kommen natürlich weitere positive Effekte. Evtl. entstehen gar durch sinkende Mietpreise auch wieder neue Angebote an Dienstleistungen, etc. in Städten!
Mit Arbeitsmarktpolitik ist es aber nicht getan. Unheimlich viele "Dörfer" im Speckgürtel von grossen Städten sind reine Schlafdörfer: Da gibt es nichts mehr, keine Bank, keine Kneipe, keinen laden, nichts. Und dazu noch eine miserable ÖPNV-Anbindung.
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon jorikke » Mo 23. Jul 2018, 20:41

Gruwe hat geschrieben:(23 Jul 2018, 19:07)

Aber sicher doch!
Bekämpft man die Landflucht (u.a. eben durch entsprechende Arbeitsmarktpolotik), geht entsprechend die Nachfrage an Wohnraum in den Städten zurück, was dort zu sinkenden Mietpreisen führt. Davon profitieren dann natürlich eben auch die Rentner dort. Hinzu kommen natürlich weitere positive Effekte. Evtl. entstehen gar durch sinkende Mietpreise auch wieder neue Angebote an Dienstleistungen, etc. in Städten!


Die Industrie und die Handwerksbetriebe entscheiden wo sie sich ansiedeln. Das geschieht in der Nähe der besten Infrastruktur. In der Regel also bei den Ballungszentren. Wie um alles in der Welt soll die Politik es bewerkstelligen, dass Betriebe sich in der Pampa ansiedeln?

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