Beamte und die gesetzliche Krankenversicherung

In diesem Forum werden Themen rund um die sozialen Sicherungsysteme diskutiert.
Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Arbeitslosengeld 2 (HartzIV), Rentenversicherung, Sozialgesetzbuch.

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Wahlfreiheit für Beamte sinnvoll?

Ja, Wahlfreiheit sollte es geben, um in die GKV zu kommen
4
33%
Jein, Beamte sollten grundsätzlich gesetzlich versichert sein
5
42%
Nein, Beamte sollten nur bei der PKV unterstützt werden
1
8%
Sonstiges -> Kommentar
2
17%
 
Abstimmungen insgesamt: 12
Boracay
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Re: Beamte und die gesetzliche Krankenversicherung

Beitragvon Boracay » Do 10. Aug 2017, 20:31

Quatschki hat geschrieben:(10 Aug 2017, 19:38)

Polizeibeamter vs. Angestellter im privaten Wachschutz?
Naja.
Oder Lehrer an irgendwelchen privaten Bildungs-GmbHs?


Willst du ernsthaft sagen Polizisten wären gut bezahlt,??? Für den Sold würde ich nicht mal kacken gehen, aber die dürfen sich beschimpfen, bespucken und Kulturbereichern lassen...

Nimm doch mal eine normale Bürokraft bei einem Konzern vs Finanzbeamten. Deutsche Wachdienstler mit Schulabschluss sind selten.
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Adam Smith
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Re: Beamte und die gesetzliche Krankenversicherung

Beitragvon Adam Smith » Do 10. Aug 2017, 20:39

Boracay hat geschrieben:(10 Aug 2017, 21:31)

Willst du ernsthaft sagen Polizisten wären gut bezahlt,??? Für den Sold würde ich nicht mal kacken gehen, aber die dürfen sich beschimpfen, bespucken und Kulturbereichern lassen...

Nimm doch mal eine normale Bürokraft bei einem Konzern vs Finanzbeamten. Deutsche Wachdienstler mit Schulabschluss sind selten.

Wie viele bewerben sich denn auf eine Stelle als Finanzbeamter? Das wäre sehr wichtig zu wissen. Ist die Stelle so richtig mies oder wie ein Sechser im Lotto? In Indien bewerben sich Millionen. Da auf jeden Fall. Und hier in Deutschland?
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Re: Beamte und die gesetzliche Krankenversicherung

Beitragvon Provokateur » Do 10. Aug 2017, 21:22

Adam Smith hat geschrieben:(10 Aug 2017, 21:39)

Wie viele bewerben sich denn auf eine Stelle als Finanzbeamter? Das wäre sehr wichtig zu wissen. Ist die Stelle so richtig mies oder wie ein Sechser im Lotto? In Indien bewerben sich Millionen. Da auf jeden Fall. Und hier in Deutschland?


Es kommt darauf an. Der Zoll stellt jedenfalls derzeit massiv ein; die Bewerberlage scheint (auch durch die Kampagne) ziemlich gut.
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
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frems
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Re: Beamte und die gesetzliche Krankenversicherung

Beitragvon frems » Fr 11. Aug 2017, 15:41

In diesem Artikel (kostenpflichtig) sind noch ein paar Anmerkungen und Details genannt: https://www.welt.de/finanzen/article167 ... essen.html

Ein paar Punkte daraus:

- es gibt 8,8 Mio. PKV-Kunden in Deutschland. Davon sind rund die Hälfte Beamte, Pensionäre und deren Ehepartner sowie Kinder. Es ist auch die einzige Gruppe von PKV-Kunden, wo noch Zuwächse erzielt wurden, während es bereits in den letzten Jahren erstmal mehr Übertritte von GKV zu PKV gab. Das war die Jahrzehnte davor durchgehend andersrum.
- geht die Zahl zukünftig (schneller) zurück, wäre dies mit erhöhten Kosten für die Noch-Mitglied verbunden sein, sodass auch einige Nicht-Beamte ihre Wahl überdenken dürften, zumal die Prämien der Beamten niedriger sind
- laut einer Studie würde bereits jetzt gerne jeder fünfte Beamte in die GKV wechseln, da sie finanziell profitieren würden
- für Bund und Länder würde ein solcher Schritt zu einer Entlastung von mehreren Milliarden Euro über zehn Jahre bedeuten. Wie viel genau, steht dort leider nicht
- Vertreter der PKV-Verbände sprechen entsprechend von einem "schweren Schlag". Die Debeka, die sich auf Beamte spezialisiert habe, sei zudem entsetzt und nannte die Pläne überstürzt. Dort fürchte man, dass diese Wahlfreiheit zu einer "einheitlichen Bürgerversicherung" führen könne, was das Aus für seine Branche bedeute.
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
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Re: Beamte und die gesetzliche Krankenversicherung

Beitragvon John Galt » Sa 12. Aug 2017, 08:47

Pensionäre zahlen übrigens in vielen Bundesländern nur 30% selber statts 50%. Wer in die GKV geht, ist selber schuld.
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Re: Beamte und die gesetzliche Krankenversicherung

Beitragvon Boracay » Sa 12. Aug 2017, 16:08

John Galt hat geschrieben:(12 Aug 2017, 09:47)

Pensionäre zahlen übrigens in vielen Bundesländern nur 30% selber statts 50%. Wer in die GKV geht, ist selber schuld.


So blöd ist niemand - es sei denn es liegt eine chronische Krankheit vor.
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denkmal
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Re: Beamte und die gesetzliche Krankenversicherung

Beitragvon denkmal » Mi 16. Aug 2017, 10:57

Meines Wissens nach gab es immer eine Wahlfreiheit:
50 % Risiko privat absichern (reduzierter PKV Tarif) plus 50 % Beihilfe (Kinder glaube ich 20% eigenes Risiko und 80% Beihilfe und als Pensionär 30/70.
oder
100 % GKV absichern (ohne Arbeitgeberzuschuss - und Status als freiwillig Versicherter und nicht Pflichtversicherter?), wobei ich nicht weiss, ob sich das im Ruhestand ändert und wenn ja, wie.

Für den Staat (und damit auch für den Steuerzahler) hat es doch den Vorteil, dass er quasi nur bei echtem Kostenfall zahlungspflichtig (hälftig?) ist.

Wenn jetzt ein Dienstherr anfängt (for whatever reason), Arbeitgeberanteile 12 - 14 mal im Jahr ohne Kostengegenüberstellung auszugeben (als Beitragszuschuss), weiss ich gar nicht, ob dass in der Masse nicht nachteilig für den Steuerzahler werden kann. So zumindest habe ich das Modell verstanden, bin aber als Nicht-Beamter nicht sooo nah dran, dass ich alle Details kenne. Vielleicht muss ja auch noch der Bruttolohn nach oben angepast werden?

Also eigentlich führen die jetzt m. E. gar keine neue Wahlfreiheit ein, sondern wollen die Entscheidung (pro GKV) vereinfachen und damit fördern (wobei ich auch da nicht weiss, ob es da heute besoldungsrechtliche Unterschiede bzgl. der KV für Bundes-, Landes- und Kommunalbeamte gibt und warum sie das nun tun).
Im Laufe ihres steinernen Daseins nehmen sogar manche Denkmäler menschliche Züge an.
© Martin Gerhard Reisenberg
(*1949), Diplom-Bibliothekar und Autor
Boracay
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Re: Beamte und die gesetzliche Krankenversicherung

Beitragvon Boracay » Mi 16. Aug 2017, 11:21

denkmal hat geschrieben:(16 Aug 2017, 11:57)
Wenn jetzt ein Dienstherr anfängt (for whatever reason), Arbeitgeberanteile 12 - 14 mal im Jahr ohne Kostengegenüberstellung auszugeben (als Beitragszuschuss), weiss ich gar nicht, ob dass in der Masse nicht nachteilig für den Steuerzahler werden kann.


Doch - zumindest geht die Regierung in Hamburg von erheblichen Mehrkosten für den Dienstherr aus.

Im Endeffekt für diese Blödsinn zu folgenden Effekten:

1. PKV wird gestärkt weil sich mehr Risikokunden in die GKV verschabschieden
2. GKV wird geschwächt weil sie mehr Problemkunden erhalten (Kranke mit hohen PKV Beiträgen oder kinderreiche Familien)
3. Kosten steigen für den Staat da die AG Beiträge deutlich höher sind als die Beihilfe.
4. Ärzte haben weniger Umsatz und zahlen weniger Steuern
5. Gutverdiener (ok, die meisten Beamten zähle ich da nicht dazu) bleiben in der PKV und zahlen geringe Beiträge bei viel besseren Leistungen

Das kann doch nicht der ernst der Linken sein?
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syna
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Re: Beamte und die gesetzliche Krankenversicherung

Beitragvon syna » Mi 16. Aug 2017, 19:55

Realist2014 hat geschrieben:(10 Aug 2017, 16:03)

ein Zitat einer Leserin aus deiner Quelle:

"Glaubt hier jemand ernsthaft, dass gut verdienende Beamte (die absolute Mehrheit) in eine GKV wechseln, deren Leistungen unterirdisch sind und man dann nur noch eine kleine NR. ist, die nur die Einheitsbehandlung aufgetischt bekommt? Das ganze ist eine WAHL-Posse die keinen klardenkenden PKV-Vorstand schwitzen läßt. Wenn die PKV in Zukunft tarifflexibel ist, auch endlich Familienmitglieder günstig mitversichert, über Beitragsrückerstattungen weiterhin Anreize beibehält, sehe ich für die Steuergeldvernichter-Einheits-GKV keine Chance. Kleines Beispiel gefällig, mir als PKV-Versicherter, hat mein Zahnarzt einen Zahn gerettet durch mehrmalige Wurzelbehandlungen - als GKV-Patient keine Chance, Extraktion - Danke für das Gespräch!"


Ja, wenn es schon eine Zweiklassengesellschaft gibt, dann bleibe
ich doch lieber in der ersten Klasse.

Die einen werden besonders gut versorgt, haben geringe Wartezeiten,
können bei Universitätskliniken direkt ein Gesprächstermin mit den
Uni-Professoren machen (das können GKV-ler nie und nimmer!), können
in Krankenhäusern privat ambulant behandelt werden (das können GKV-ler
i.d.R. gar nicht) - die anderen, die GKV-ler sind halt nur zweite Klasse.

Es gibt noch einen Vorteil für mich als PKV-ler: Ich zahle meinen
gesamten Beitrag für mich und eine bessere Versorgung. Der arme
GKV-ler muss ca 1/3 seines Beitrags für die Solidarität der anderen
geringverdiendenden, Rentner und Studenten aufbringen.

Also: Wer in der PKV ist, sollte dort auf jeden Fall bleiben. Spätestens
wenn er ernsthaft krank ist, ist das gaaaanz wichtig!
:thumbup:
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Re: Beamte und die gesetzliche Krankenversicherung

Beitragvon jack000 » Mi 16. Aug 2017, 20:04

syna hat geschrieben:(16 Aug 2017, 20:55)

Es gibt noch einen Vorteil für mich als PKV-ler: Ich zahle meinen
gesamten Beitrag für mich und eine bessere Versorgung. Der arme
GKV-ler muss ca 1/3 seines Beitrags für die Solidarität der anderen
geringverdiendenden, Rentner und Studenten aufbringen.

Also: Wer in der PKV ist, sollte dort auf jeden Fall bleiben. Spätestens
wenn er ernsthaft krank ist, ist das gaaaanz wichtig!
:thumbup:

Und wenn du Kinder bekommst/zeugst? Wer zahlt dann?
Ein Zeichen von Intelligenz ist der stetige Zweifel - Idioten sind sich immer todsicher, egal was sie tun ...

"allzu häufig paart sich im Gemüte, Dämlichkeit mit Herzensgüte" (Wilhelm Busch)
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Re: Beamte und die gesetzliche Krankenversicherung

Beitragvon syna » Mi 16. Aug 2017, 20:39

jack000 hat geschrieben:(16 Aug 2017, 21:04)

Und wenn du Kinder bekommst/zeugst? Wer zahlt dann?


Für Kinder muss dann schon ein eigener Beitrag gezahlt werden. Da
ist die PKV dann allerdings (noch) teurer - dafür ist es ja auch
erste Klasse.

(Bei Beamten beträgt die Beihilfe für Kinder 80% - d.h. es fallen
dann nur 20% des vollen Beitragssatzes an).
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Re: Beamte und die gesetzliche Krankenversicherung

Beitragvon jack000 » Mi 16. Aug 2017, 21:06

syna hat geschrieben:(16 Aug 2017, 21:39)

Für Kinder muss dann schon ein eigener Beitrag gezahlt werden. Da
ist die PKV dann allerdings (noch) teurer - dafür ist es ja auch
erste Klasse.

Also sinnvoll für Kinderlose ...

(Bei Beamten beträgt die Beihilfe für Kinder 80% - d.h. es fallen
dann nur 20% des vollen Beitragssatzes an).

ja, bei Beamten ...

=> PKW = also supertoll!
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Re: Beamte und die gesetzliche Krankenversicherung

Beitragvon Boracay » Mi 16. Aug 2017, 21:55

jack000 hat geschrieben:(16 Aug 2017, 21:04)

Und wenn du Kinder bekommst/zeugst? Wer zahlt dann?


Die Hälfte dein Arbeitgeber und dann du selbst. Das sind aber überschaubare Beträge von ca. 50€ im Monat.

Da zahlst immer noch weniger als in der GKV als Gutverdiener. Problematisch wird es mit nicht arbeitender Ehefrau, aber die sind ja selten.
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Re: Beamte und die gesetzliche Krankenversicherung

Beitragvon Nichtwähler » Mo 6. Nov 2017, 19:28

Ein Beamter bekommt 50% Beihilfe im Ambulanten Krankheitsfall und 65% bei stationärem Aufenthalt. Auch bei 1. Klasse und privater Chefarztbehandlung. Pro Kind erhöht sich die Beihilfe um 5%, bei der Ehefrau ebenfalls 5%. D.h., ein Beamter mit Frau und 2 Kindern erhält ambulant 65% Beihilfe ( für alle Personen gilt Chefarzrbehandlung und 1. Klasse ), bei der stationären Aufnahme gelten für alle Personen 80% Beihilfe. Das gilt auch für Medikamente - die ein GKV Versicherter niemals erhält - sowie für Heil- und Hilfsmittel, Zahnersatz, Hörgeräte usw. usf.
Wie blöd muss ein Beamter sein, sich und seine Familie in einer GKV zu versichern?
Selbst im Alter von 80 Jahren sind die privaten Zusatzversicherungen ( 45% ambulant, 30% stationär ) nicht nur günstiger als die GKV´s sondern immer noch weitaus leistungsstärker.
Mit Versicherung in der GKV verliert der Beamte incl. seiner Familie den 1. Klasse und Chefarzt Bonus. Und wirklich teurer ist im Alter die PKV nicht, meistens sind die GKV´s sogar teurer.
Und nein, wir haben keine 2 Klassen Gesundheitsversorgung, wir haben 3!
Tatsachen hören nicht auf zu existieren, nur weil sie ignoriert werden.
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Re: Beamte und die gesetzliche Krankenversicherung

Beitragvon think twice » Mo 6. Nov 2017, 19:41

Nichtwähler hat geschrieben:(06 Nov 2017, 19:28)

Ein Beamter bekommt 50% Beihilfe im Ambulanten Krankheitsfall und 65% bei stationärem Aufenthalt. Auch bei 1. Klasse und privater Chefarztbehandlung. Pro Kind erhöht sich die Beihilfe um 5%, bei der Ehefrau ebenfalls 5%. D.h., ein Beamter mit Frau und 2 Kindern erhält ambulant 65% Beihilfe ( für alle Personen gilt Chefarzrbehandlung und 1. Klasse ), bei der stationären Aufnahme gelten für alle Personen 80% Beihilfe. Das gilt auch für Medikamente - die ein GKV Versicherter niemals erhält - sowie für Heil- und Hilfsmittel, Zahnersatz, Hörgeräte usw. usf.
!

Also, ich bin Beamtin in der Kommunalverwaltung. Als ich mich vor 25 Jahren privat versichern musste, gabe es noch Chefarztbehandlung und Medikamente ohne Zuzahlung. 1. Klasse musste schon damals zusatzversichert sein oder im Krankenhaus musste man drauf zahlen. Chefarztbehandlung und zuzahlungsfreie Medikamente gibt es heute nicht mehr. Für meine Brille zahle ich voll, für meine falschen Zähne auch ( wenn ich sie denn mal brauche). Von 80% Beihilfe bei stationärer Behandlung habe ich auch noch nie was gehört.
Von welchen Beamten spricht du also? :?:
Sei nie zu den Bescheidenen überheblich und zu den Überheblichen bescheiden.
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Re: Beamte und die gesetzliche Krankenversicherung

Beitragvon Dampflok94 » Mo 6. Nov 2017, 19:51

think twice hat geschrieben:(06 Nov 2017, 19:41)

Also, ich bin Beamtin in der Kommunalverwaltung. Als ich mich vor 25 Jahren privat versichern musste, gabe es noch Chefarztbehandlung und Medikamente ohne Zuzahlung. 1. Klasse musste schon damals zusatzversichert sein oder im Krankenhaus musste man drauf zahlen. Chefarztbehandlung und zuzahlungsfreie Medikamente gibt es heute nicht mehr. Für meine Brille zahle ich voll, für meine falschen Zähne auch ( wenn ich sie denn mal brauche). Von 80% Beihilfe bei stationärer Behandlung habe ich auch noch nie was gehört.
Von welchen Beamten spricht du also? :?:

Letzteres frage ich mich auch. Ich bin der Betreuer meines Vaters, der Postbeamter war. Und darf mich um den ganzen Versicherungskram kümmern. Weder Chefarztbehandlung noch 1-Bett-Zimmer ist da drin.
Leute kauft mehr Dampflokomotiven!!!
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Re: Beamte und die gesetzliche Krankenversicherung

Beitragvon Nichtwähler » Mo 6. Nov 2017, 19:57

think twice hat geschrieben:(06 Nov 2017, 19:41)

Also, ich bin Beamtin in der Kommunalverwaltung. Als ich mich vor 25 Jahren privat versichern musste, gabe es noch Chefarztbehandlung und Medikamente ohne Zuzahlung. 1. Klasse musste schon damals zusatzversichert sein oder im Krankenhaus musste man drauf zahlen. Chefarztbehandlung und zuzahlungsfreie Medikamente gibt es heute nicht mehr. Für meine Brille zahle ich voll, für meine falschen Zähne auch ( wenn ich sie denn mal brauche). Von 80% Beihilfe bei stationärer Behandlung habe ich auch noch nie was gehört.
Von welchen Beamten spricht du also? :?:


Frag doch mal bei deinem Dienstherrn nach, wie das geregelt ist. Was ich geschrieben habe steht in den Beihilferichtlinien und wird auch heute noch so gehandhabt.
Ein Hörgerät eines mir bekannten Polizisten ( POK, 80 Jahre, Pensiom 2700€, PKV Beitrag 400 € ) zum Preis von 3.200 € wurde voll übernommen. Selbst die neuen Zähne seiner Ehrfrau ( GKV versichert, 550 € Rente, 73 Jahre alt ) wurden von der Beihilfe, der PKV und der GKV voll bezahlt.

Brillen kenne ich kein Beispiel, leider.

Machst du vielleicht irgendwas falsch?
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Re: Beamte und die gesetzliche Krankenversicherung

Beitragvon Nichtwähler » Mo 6. Nov 2017, 20:12

Dampflok94 hat geschrieben:(06 Nov 2017, 19:51)

Letzteres frage ich mich auch. Ich bin der Betreuer meines Vaters, der Postbeamter war. Und darf mich um den ganzen Versicherungskram kümmern. Weder Chefarztbehandlung noch 1-Bett-Zimmer ist da drin.


Wie war, bzw. ist er denn versichert? Privat oder gesetzlich?
Wenn er gesetzlich versichert ist, scheint das was du schreibst schon zu stimmen ( die GKV zahlt nichts oberhalb der RVO, Reichsversicherungsordnung von 1938 ) da kann man schnell seinen "first Class" Status verlieren.
Ohne weitere Informationen kann ich darauf nichts schreiben.
Tatsachen hören nicht auf zu existieren, nur weil sie ignoriert werden.
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Re: Beamte und die gesetzliche Krankenversicherung

Beitragvon Dampflok94 » Mo 6. Nov 2017, 21:34

Nichtwähler hat geschrieben:(06 Nov 2017, 20:12)

Wie war, bzw. ist er denn versichert? Privat oder gesetzlich?

Privat. Postbeamtenversicherung. Ist meine Hauptarbeit bei der Betreuung. Die ganzen Rechnungen zu bezahlen und mit der Krankenkasse abzurechnen.
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Re: Beamte und die gesetzliche Krankenversicherung

Beitragvon think twice » Di 7. Nov 2017, 06:33

Nichtwähler hat geschrieben:(06 Nov 2017, 19:57)

Frag doch mal bei deinem Dienstherrn nach, wie das geregelt ist. Was ich geschrieben habe steht in den Beihilferichtlinien und wird auch heute noch so gehandhabt.
Ein Hörgerät eines mir bekannten Polizisten ( POK, 80 Jahre, Pensiom 2700€, PKV Beitrag 400 € ) zum Preis von 3.200 € wurde voll übernommen. Selbst die neuen Zähne seiner Ehrfrau ( GKV versichert, 550 € Rente, 73 Jahre alt ) wurden von der Beihilfe, der PKV und der GKV voll bezahlt.

Brillen kenne ich kein Beispiel, leider.

Machst du vielleicht irgendwas falsch?

Ich kann nichts falsch machen, weil die Leistungen der Beihilfe gesetzlich festgelegt sind. Wie gesagt, früher haben sie sich noch an einigen Extra-Leistungen beteiligt, heute nicht mehr. Alles, was du an besonderem Service haben möchtest (1. Klasse, Chefarztbehandlung, Zahnersatz) musst du über deine private Krankenversicherung zusatzversichern.

Vielleicht hat dein polizistenpaar diverse Zusatzversicherungen, aber die Beihilfe hat mit Sicherheit keinen Cent für Zähne der Ehefrau gezahlt, die gesetzlich versichert ist.
Sei nie zu den Bescheidenen überheblich und zu den Überheblichen bescheiden.

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