Armut ist eine Geisteshaltung!

In diesem Forum werden Themen rund um die sozialen Sicherungsysteme diskutiert.
Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Arbeitslosengeld 2 (HartzIV), Rentenversicherung, Sozialgesetzbuch.

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syna
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Armut ist eine Geisteshaltung!

Beitragvon syna » Do 25. Mai 2017, 10:34

Meine Hypothese ist:

---------> Armut ist eine Geisteshaltung! <-----------

------------------------------------------------------------------------------------

Armut ist ein "Defizit im Geiste" - eine besondere Geisteshaltung.
Damit ist gemeint:



Nimm jemanden mit der richtigen Geisteshaltung und nimm ihm alles weg
und setzt ihn auf die Straße. Ich garantiere, dass er in kurzer Zeit wieder
nach oben zurückkehren wird.


D.h. er wird in kürzester Zeit wieder reich sein.
Und umgekehrt genauso:


Nimm jemanden mit der falschen Geisteshaltung. Dem kannst du
alles in der Welt geben, er wird sich wieder den Weg zurück auf den Boden
arbeiten.


Er wird also immer arm bleiben, egal, wieviel Du ihm gibst. Das sieht man
ja auch bei den vielen Lottogewinnern: Nach kurzer Zeit sind
sie wieder ganz arm, oft sogar verschuldet.

-----------------------------------------------------------------------------------

Armut ist also eine bestimmte, defzitäre Geisteshaltung - und alle
Sozialleistungen und Umverteilungen nützen da gar nichts: Wer
arm ist bleibt arm! Denn Armut ist eine "Geistesarmut"!

-----------------------------------------------------------------------------------

Ich bin mir nicht sicher, ob diese Hypothese wirklich richtig ist, aber
sie hat zumindest einige interessante Aspekte.

Diese Hypothese ist übrigens die Haltung von Ben Carson. Ben Carson
ist der ärmste Typ in Trumps neuem Kabinett. Die anderen Minister sind
alles Milliardäre, Carson dagegen ist nur vielfacher Millionär - also
vergleichsweise ein armer Schlucker.

Ben Carson weiß aber, dass Armut eine Geisteshaltung ist und dass
alle Reichen ihren Erfolg allein sich selbst zu verdanken haben. Eltern,
Umgebung, Beziehungen und Glück spielen dabei keine Rolle - denn
sowohl Armut als auch Reichtum sind ja "im Kopf" - sind ja eine
reine Geisteshaltung.

Hab Ben Carson recht? :?:

Weitere Infos: hier

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Occham
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Re: Armut ist eine Geisteshaltung!

Beitragvon Occham » Do 25. Mai 2017, 10:50

Der Mensch ist für gewöhnlich das, was die Umstände auf die Geisteshaltung abzeichnen.
Große Dinge haben kleine Ursachen.
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JJazzGold
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Re: Armut ist eine Geisteshaltung!

Beitragvon JJazzGold » Do 25. Mai 2017, 10:52

think twice hat geschrieben:(25 May 2017, 11:41)

Es gibt auch geistige Armut.....siehe Erklärung des threaderstellers.


Zutreffender die Antwort darauf.

Ihnen ist in Ihrer spontanen Empörung wahrscheinlich entgangen, dass der Threadersteller keine eigene Meinung postet, sondern eine These Ben Carsons zur Diskussion stellt. Wer Ben Carson ist, weshalb er sich mit Gehirnen beschäftigte und wer ihn letzthin in sein Kabinett aufnahm, das lässt sich leicht bei Google herausfinden.


God creates dinosaurs. God destroys dinosaurs. God creates man. Man destroys God. Man creates dinosaurs.
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think twice
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Re: Armut ist eine Geisteshaltung!

Beitragvon think twice » Do 25. Mai 2017, 10:58

JJazzGold hat geschrieben:(25 May 2017, 11:52)

Zutreffender die Antwort darauf.

Ihnen ist in Ihrer spontanen Empörung wahrscheinlich entgangen, dass der Threadersteller keine eigene Meinung postet, sondern eine These Ben Carsons zur Diskussion stellt. Wer Ben Carson ist, weshalb er sich mit Gehirnen beschäftigte und wer ihn letzthin in sein Kabinett aufnahm, das lässt sich leicht bei Google herausfinden.



Dir ist bei deinem spontanen Widerspruch wahrscheinlich entgangen, dass die ersten Worte im eingangsbeitrag des threaderstellers lauten:
"Meine Hypothese ist:"
Anschließend untermauert er seine these mit Ben Carson.

Macht ja nix.... ;)
Sei nie zu den Bescheidenen überheblich und zu den Überheblichen bescheiden.
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JJazzGold
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Re: Armut ist eine Geisteshaltung!

Beitragvon JJazzGold » Do 25. Mai 2017, 11:08

think twice hat geschrieben:(25 May 2017, 11:58)

Dir ist bei deinem spontanen Widerspruch wahrscheinlich entgangen, dass die ersten Worte im eingangsbeitrag des threaderstellers lauten:
"Meine Hypothese ist:"
Anschließend untermauert er seine these mit Ben Carson.

Macht ja nix.... ;)


Prima, Sie haben tatsächlich mal gelesen, dann können Sie ja jetzt argumentativ Pro oder Kontra von sich geben.

Wie erklären Sie sich self made Reiche, die aus der untersten Schicht kommen?
Und wie erklären Sie sich Sozialdel in der dritten bis vierten Generation?
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syna
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Re: Armut ist eine Geisteshaltung!

Beitragvon syna » Do 25. Mai 2017, 11:19

Ihnen ist in Ihrer spontanen Empörung wahrscheinlich entgangen, dass der Threadersteller
keine eigene Meinung postet, sondern eine These Ben Carsons zur Diskussion stellt.


think twice hat geschrieben:(25 May 2017, 11:58)
Dir ist bei deinem spontanen Widerspruch wahrscheinlich entgangen, dass die ersten Worte im eingangsbeitrag des threaderstellers lauten: "Meine Hypothese ist:" ...Anschließend untermauert er seine these mit Ben Carson.

Das ist wohl so ein Problem in diesem Forum:

Es geht nicht darum, zu antworten "Find ich gut" oder "Find ich schlecht".
Es geht erst recht nicht darum zu sagen "der Threadersteller ist doof" oder "... ist gut",
und ich finde man sollte erst recht nich persönlich diffamierend werden. :mad:

Sondern: Was denkst Du ganz persönlich über das Thema?
Welche Erfahrungen hast Du persönlich?

Gerade wenn man sich "Think Twice" nennt, dann sollte man doch erstmal alles durchlesen
und dann zweimal nachdenken, oder? :?:

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Re: Armut ist eine Geisteshaltung!

Beitragvon think twice » Do 25. Mai 2017, 11:19

JJazzGold hat geschrieben:(25 May 2017, 12:08)

Prima, Sie haben tatsächlich mal gelesen, dann können Sie ja jetzt argumentativ Pro oder Kontra von sich geben.

Wie erklären Sie sich self made Reiche, die aus der untersten Schicht kommen?
Und wie erklären Sie sich Sozialdel in der dritten bis vierten Generation?

Um aus der unteren Schicht kommend, zum self made Reichen zu werden, ist nicht unbedingt Intelligenz notwendig. Wichtiger sind Hartnäckigkeit, Glück, Beziehungen, Ellenbogen und egoismus.
Der chancen- und perspektivlose "sozialadel" ist eher weniger mit diesen "Attributen" gesegnet, das ist richtig.
Aber nun kommt ja bald Lindner mit seiner FDP, der wird die geistig minderbemittelten Armen schon auf den richtigen weg bringen. ;)
Sei nie zu den Bescheidenen überheblich und zu den Überheblichen bescheiden.
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Re: Armut ist eine Geisteshaltung!

Beitragvon think twice » Do 25. Mai 2017, 11:23

syna hat geschrieben:(25 May 2017, 12:19)

Das ist wohl so ein Problem in diesem Forum:

Es geht nicht darum, zu antworten "Find ich gut" oder "Find ich schlecht".
Es geht erst recht nicht darum zu sagen "der Threadersteller ist doof" oder "... ist gut",
und ich finde man sollte erst recht nich persönlich diffamierend werden. :mad:

Sondern: Was denkst Du ganz persönlich über das Thema?
Welche Erfahrungen hast Du persönlich?

Gerade wenn man sich "Think Twice" nennt, dann sollte man doch erstmal alles durchlesen
und dann zweimal nachdenken, oder? :?:


Tut mir leid, die these, "die Armen sind selbst schuld, weil sie einfach zu blöd sind, reich zu werden" ist nur
strunzdoof und einfältig . Da gibt es nichts ernsthaft zu diskutieren.
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Re: Armut ist eine Geisteshaltung!

Beitragvon syna » Do 25. Mai 2017, 11:28

think twice hat geschrieben:(25 May 2017, 12:23)

Tut mir leid, die these, "die Armen sind selbst schuld, weil sie einfach zu blöd sind, reich zu werden" ist nur
strunzdoof und einfältig . Da gibt es nichts ernsthaft zu diskutieren.


Ja - nehmen wir an, dass Du recht hast.

Warum ist die These denn "strunzdoof" und "einfältig"? Ich frage das deshalb, weil es
viele Leute gibt, die aber genau diese These vertreten. Nicht nur die FDP-ler, sogar
AfD und CDU-ler hängen dieser Doktrien an. Und durch die Trump-Regierung bekommt
diese Ansicht sehr viel Aufwind. Da ist doch die Frage: Wie kann man diese These
widerlegen? Wo ist der Knackpunkt?

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Re: Armut ist eine Geisteshaltung!

Beitragvon think twice » Do 25. Mai 2017, 11:34

syna hat geschrieben:(25 May 2017, 12:28)

Ja - nehmen wir an, dass Du recht hast.

Warum ist die These denn "strunzdoof" und "einfältig"? Ich frage das deshalb, weil es
viele Leute gibt, die aber genau diese These vertreten. Nicht nur die FDP-ler, sogar
AfD und CDU-ler hängen dieser Doktrien an. Und durch die Trump-Regierung bekommt
diese Ansicht sehr viel Aufwind. Da ist doch die Frage: Wie kann man diese These
widerlegen? Wo ist der Knackpunkt?


Man muss sich nicht über jeden Scheiss nen Kopp machen. Lassen wir sie labern und versuchen, mit unseren bescheidenen Wirken, ein bischen Gerechtigkeit zu schaffen.
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Re: Armut ist eine Geisteshaltung!

Beitragvon JJazzGold » Do 25. Mai 2017, 12:19

think twice hat geschrieben:(25 May 2017, 12:19)

1)Um aus der unteren Schicht kommend, zum self made Reichen zu werden, ist nicht unbedingt Intelligenz notwendig. Wichtiger sind Hartnäckigkeit, Glück, Beziehungen, Ellenbogen und egoismus.
Der chancen- und perspektivlose "sozialadel" ist eher weniger mit diesen "Attributen" gesegnet, das ist richtig.
3)Aber nun kommt ja bald Lindner mit seiner FDP, der wird die geistig minderbemittelten Armen schon auf den richtigen weg bringen. ;)



1) Also eine Geisteshaltung, der Wille und der hartnäckige Vorsatz, “es schaffen zu wollen“.

2) Weshalb könnte der Sozialadel diesen Willen, der ja nur bedingt durch äußere Einflüsse, wie Erziehung, beeinflusst wird, nicht aufweisen? Die Geisteshaltung, “es schaffen zu wollen“, steht jedem unentgeltlich zur Verfügung.

3) Themaverfehlung, minus 3 Punkte
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Re: Armut ist eine Geisteshaltung!

Beitragvon JJazzGold » Do 25. Mai 2017, 12:26

syna hat geschrieben:(25 May 2017, 12:31)

Haha, und ich warte noch immer darauf, dass "Realist"
hier postet: "Die Hypothese ist genau richtig! Das wollte ich
selbst schon längst mal sagen"! :D

Ich selbst bin mir halt nicht sicher:
Ist die Hypothese richtig oder falsch?
:?:



Sie ist meines Erachtens nur bedingt zutreffend, da manche Menschen nicht aus sich selbst den Anreiz rekrutieren können, sondern dazu eine mentale Unterstützung benötigen, wie auch Starthilfe in Form von zur Verfügung gestellten Angeboten, sei es ein Bildungsangebot, oder Beratung und Erstkapital, z.B. in Form von Darlehen.
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Re: Armut ist eine Geisteshaltung!

Beitragvon jellobiafra » Do 25. Mai 2017, 17:46

Man sollte die Rolle des Zufalls oder des Glücks niemals geringschätzen. Wenn es einige von ganz unten ganz nach oben schaffen, dann bedeutet es nicht, dass dieser Weg allen offen steht. Das wäre ja vielleicht auch ein Gedränge da oben. Die meisten strampeln sich ab und schaffen es niemals. Eine relative Verbesserung der eigenen Situation ist aber immer drin, durch Fleiß und Hartnäckigkeit.
Vorausgesetzt man ist gesund. Chronisch Kranke haben weniger Chancen sich Wohlstand zu erarbeiten.
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syna
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Re: Armut ist eine Geisteshaltung!

Beitragvon syna » Do 25. Mai 2017, 18:43

JJazzGold hat geschrieben:(25 May 2017, 13:26)

Sie (die obige Hypothese) ist meines Erachtens nur bedingt zutreffend, da manche Menschen nicht aus sich selbst den Anreiz rekrutieren können, sondern dazu eine mentale Unterstützung benötigen, wie auch Starthilfe in Form von zur Verfügung gestellten Angeboten, sei es ein Bildungsangebot, oder Beratung und Erstkapital, z.B. in Form von Darlehen.


Die Hypothese besagt ja gerade, dass manche Menschen - die mit der "richtigen"
Geisteshaltung nämlich - aus eigener Motivation alles erreichen können. Und daher
dann auch automatisch erfolgreich sind.

Und andere Menschen wiederum - genau wie Du sagst - zuwenig eigenen
Antrieb und eigenen Willen entwickeln, um vorwärts zu kommen. Da nützen dann
Biildungsangebote oder Starthilfen nix. Die bleiben für alle Zeit auf der unteresten
Stufe - als Geringverdiener und Almosenempfänger.

-------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Wenn die Hypothese stimmt, dann wären ja alle sozialen Unterstützungsleistungen
"für die Katz". Sie wären vollkommen sinnlos, weil sie ja nichts bewirken.
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syna
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Re: Armut ist eine Geisteshaltung!

Beitragvon syna » Do 25. Mai 2017, 18:48

jellobiafra hat geschrieben:(25 May 2017, 18:46)

Man sollte die Rolle des Zufalls oder des Glücks niemals geringschätzen. Wenn es einige von ganz unten ganz nach oben schaffen, dann bedeutet es nicht, dass dieser Weg allen offen steht. Das wäre ja vielleicht auch ein Gedränge da oben. Die meisten strampeln sich ab und schaffen es niemals. Eine relative Verbesserung der eigenen Situation ist aber immer drin, durch Fleiß und Hartnäckigkeit.
Vorausgesetzt man ist gesund. Chronisch Kranke haben weniger Chancen sich Wohlstand zu erarbeiten.


Ja - oohh - das bringt die Hypothese (und den Glauben von Ben Carson)
doch etwas ins Wanken.

-------------------------------------------------------------------------------------------------------

Aber könnte es sein, dass vielen Menschen es nur so vorkommt, als
wären auch Glück + Zufall entscheidend? Und in Wirklichkeit haben
die einen Menschen die "richtige Geisteshaltung" und die anderen
halt nicht?
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Re: Armut ist eine Geisteshaltung!

Beitragvon immernoch_ratlos » Do 25. Mai 2017, 20:33

"fixed mindset" (mindset = Denkweise) oder einfach Stereotypen ?

Mir ist das zu "deterministisch" - kann "Armut" - in Armut leben die "hinreichende Ursache" dafür sein, ausweglos in Armut zu verharren ? Jemandem einfach ohne weiteres mit einer Million zu "beglücken", ändert sicher nicht seine Einstellung zum Leben als solches. Bin aber sicher, jeder der eine "Sponsor" findet, der willens und in der Lage ist, die vorhanden Talente und Fähigkeiten einer "bettelarmen Person" zu erkennen und durch Motivation zu entwickeln, kann diesen "mindset" positiv verändern.

Die "Umgebung", welche passiv oder gar aktiv negativ auf den "Probanden" einwirkt, wird entweder keine Veränderung bewirken oder eine negative Denkweise weiter verfestigen.
Konfuzius hat geschrieben:Gib einem Mann einen Fisch und du ernährst ihn für einen Tag. Lehre einen Mann zu fischen und du ernährst ihn für sein Leben.
Der menschliche Geist ist formbar - das geht soweit, das man die Frage Quelle : SZ "Lässt sich das Gedächtnis fälschen?" inzwischen klar mit ja beantworten kann.

Wenn derartige Manipulation möglich ist, kann man selbstverständlich auch andere Verhaltensmuster beeinflussen. Tut man allerdings nichts, ist eine Veränderung höchst unwahrscheinlich.

Auch "Reiche" - meist Millionenerben, welche eher "beschenkt" denn aktiv ihren Reichtum "erworben haben", leiden - sie sehen keinen rechten Sinn darin, sich zu bemühen noch reicher zu werden. Kaufen können sie schon jetzt, mehr als sie jemals benötigen, da kommt offensichtlich erbärmlichste Langweile auf. Auch hier ein "fixed mindset", der "unbehandelt" ebenso ohne Veränderung bleibt. Eine uralt Radiosendung über eine Selbsthilfegruppen “Anonyme Millionäre" :p - nein im WEB findet sich leider nix dazu... Privilegierte Personen leben in einer verzerrten Realität. Dazu habe ich etwas gefunden : What is the biggest surprise about getting rich?

Im Grund ist es gleichgültig, was da "verfestigt" vorliegt, keine Veränderung = keine Veränderung

Im Fall von Ben Carson ist offenbar politisches Kalkül im Spiel. Er nutzt das Argument - es bewirke nichts, wenn man nur "Geschenke" verteilt, lässt aber bewusst Bemühungen die den zweiten Teil (s. Konfuzius) aus. Offenbar erwartet (nicht nur er), das diese Veränderungen in wunderbarer Weise sich von ganz alleine einstellen.

Zur Ideologie der Reichen gehört, dass sie ihren Erfolg sich selbst zu verdanken haben. Was sie praktischer Weise davon befreit irgendwem "dankbar" sein zu müssen oder gar Verantwortung für andere daraus erwachsen könne. Ob allerdings die US-Verfassung einen vergleichbaren Artikel wie unser GG ( I. Die Grundrechte (Art. 1 - 19) (2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.) enthält und ob jemand, der sich selbst für den alleinverantwortlichen für seine Erfolg hält, auf diese Idee kommt, möchte ich in diesem Zusammenhang ernsthaft bezweifeln :?

Keiner der heutigen "Self-made Billionaire" möchte wahrhaben, das sein Erfolg nur in einem Umfeld stattfinden kann, der von einem Staat - also durchaus von anderen Mitwirkenden abhängig war. Das ist schlicht der "fixed mindset", der andere in gleicher, aber negativer Weise festlegen möchte.
"Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen." (aus China)
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Re: Armut ist eine Geisteshaltung!

Beitragvon jack000 » Do 25. Mai 2017, 21:08

syna hat geschrieben:(25 May 2017, 11:34)

Meine Hypothese ist:

---------> Armut ist eine Geisteshaltung! <-----------

------------------------------------------------------------------------------------

Armut ist ein "Defizit im Geiste" - eine besondere Geisteshaltung.
Damit ist gemeint:




D.h. er wird in kürzester Zeit wieder reich sein.
Und umgekehrt genauso:



Er wird also immer arm bleiben, egal, wieviel Du ihm gibst. Das sieht man
ja auch bei den vielen Lottogewinnern: Nach kurzer Zeit sind
sie wieder ganz arm, oft sogar verschuldet.

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Armut ist also eine bestimmte, defzitäre Geisteshaltung - und alle
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arm ist bleibt arm! Denn Armut ist eine "Geistesarmut"!

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Ich bin mir nicht sicher, ob diese Hypothese wirklich richtig ist, aber
sie hat zumindest einige interessante Aspekte.

Diese Hypothese ist übrigens die Haltung von Ben Carson. Ben Carson
ist der ärmste Typ in Trumps neuem Kabinett. Die anderen Minister sind
alles Milliardäre, Carson dagegen ist nur vielfacher Millionär - also
vergleichsweise ein armer Schlucker.

Ben Carson weiß aber, dass Armut eine Geisteshaltung ist und dass
alle Reichen ihren Erfolg allein sich selbst zu verdanken haben. Eltern,
Umgebung, Beziehungen und Glück spielen dabei keine Rolle - denn
sowohl Armut als auch Reichtum sind ja "im Kopf" - sind ja eine
reine Geisteshaltung.

Hab Ben Carson recht? :?:

Weitere Infos: hier


Im Groben wird das so stimmen aber im Detail ist das komplizierter. Das Beispiel Lottogewinner zeigt allerdings auf, dass nur mit Geld das Problem nicht zu lösen ist.
Ebenso aber wird der Millionär, der mit 55 Jahren alles verloren hat nicht durch eigene Leistung in der Lage sein in Wohlstand in Rente zu gehen.
Ein Zeichen von Intelligenz ist der stetige Zweifel - Idioten sind sich immer todsicher, egal was sie tun ...

"allzu häufig paart sich im Gemüte, Dämlichkeit mit Herzensgüte" (Wilhelm Busch)
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Re: Armut ist eine Geisteshaltung!

Beitragvon Teeernte » Do 25. Mai 2017, 21:11

syna hat geschrieben:(25 May 2017, 19:43)


Die Hypothese besagt ja gerade, dass manche Menschen - die mit der "richtigen"
Geisteshaltung nämlich - aus eigener Motivation alles erreichen können. Und daher
dann auch automatisch erfolgreich sind.

Und andere Menschen wiederum - genau wie Du sagst - zuwenig eigenen
Antrieb und eigenen Willen entwickeln, um vorwärts zu kommen. Da nützen dann
Biildungsangebote oder Starthilfen nix. Die bleiben für alle Zeit auf der unteresten
Stufe - als Geringverdiener und Almosenempfänger.

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Wenn die Hypothese stimmt, dann wären ja alle sozialen Unterstützungsleistungen
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Geisteshaltung .....ist grosser Käse... Es gibt viele gut Studierte - die Arbeiten wollen.

Marktlage, das KNOW HOW - wie man in so ein Netzwerk reinkommt ... manchmal fehlen Erfahrungen - .
Manchmal ist der Job "umbenannt" worden - und keiner sucht jemand mit der "alten" Bezeichnung....

Mag sein , das es sich manche zu sehr wünschen ? ...zu arbeiten...

Also meiner Meinung .....

Nehmt Xing und tragt ein - dass ihr da einen Job sucht... Kopfgeldjäger finden für jeden einen Job.
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Armut ist eine Geisteshaltung!

Beitragvon jellobiafra » Do 25. Mai 2017, 21:51

Kein Mensch kann alles erreichen. Ich bezweifle zum Beispiel, dass der äußerst erfolgreiche Fußballspieler Christiano Ronaldo jemals den Physik-Nobelpreis gewinnt. Das wird er auch gar nicht wollen. Also muss man die Aussage umformulieren. Jeder kann alles erreichen, was er will. Das ist aber nicht schwer, dazu muss man lediglich seine Ansprüche herunterschrauben.

Christiano Ronaldo ist vielleicht der beste Fußballspieler der Welt, trotzdem bezweifle ich, dass er jemals Fußballweltmeister wird. Dazu muss man nämlich mehr sein, als der beste Fußballer der Welt - nämlich zusätzlich noch kein Portugiese. Da hat er halt Pech gehabt. Beweist aber, dass nicht einmal der Beste seines Faches alles in diesem Fach erreichen kann, was er will.
Und welche Rolle der Zufall spielt.
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Re: Armut ist eine Geisteshaltung!

Beitragvon think twice » Do 25. Mai 2017, 22:13

JJazzGold hat geschrieben:(25 May 2017, 13:19)


1) Also eine Geisteshaltung, der Wille und der hartnäckige Vorsatz, “es schaffen zu wollen“.

2) Weshalb könnte der Sozialadel diesen Willen, der ja nur bedingt durch äußere Einflüsse, wie Erziehung, beeinflusst wird, nicht aufweisen? Die Geisteshaltung, “es schaffen zu wollen“, steht jedem unentgeltlich zur Verfügung.

3) Themaverfehlung, minus 3 Punkte

Sitzen wir wieder auf dem hohen Ross, Madame? Was weisst du von Leuten, die du so verächtlich als "Sozialadel" betitelst? Wenn du in einer Umgebung gross wirst, die grau und hoffnungslos ist und niemand da ist, der dir als positives Vorbild dient, dann ist es verdammt schwer, aus diesem Kreislauf auszubrechen. Diese Menschen brauchen dreimal so viel Energie und kraft wie papas Liebling, der von der Kindheit bis zum Studium gepampert und gefördert wird. Was masst du dir an, Menschen zu beurteilen, deren Lebenssituation du ueberhaupt nicht einschätzen kannst?
Sei nie zu den Bescheidenen überheblich und zu den Überheblichen bescheiden.

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