Warum ist man bei der Rentenpolitik so konservativ?

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Orwellhatterecht
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Re: Warum ist man bei der Rentenpolitik so konservativ?

Beitragvon Orwellhatterecht » Do 8. Jun 2017, 11:46

Misterfritz hat geschrieben:(07 Jun 2017, 22:22)

Der Umstieg ist nicht unmöglich, er wäre nur sehr teuer. Das müsste gewollt sein. Man müsste Prioritäten setzen. Politik müsste mutig sein...



Vielleicht hat es den Verantwortlichen ja noch rechtzeitig die Augen geöffnet, wie es vielen mit den Alterssicherungssystemen in den USA ergeht und schon ergangen ist, das Zauberwort heißt "Pleite" und erteilte mittlerweile recht viele dieser Alterssicherungsfonds. Für den betroffenen Einzahler bedeutet das dann, sein über die Jahrzehnte eingezahltes Geld ist futsch, er darf sich dann auch noch mit 80 und darüber über sein Dasein Gedanken machen und kann zwischen 3 Möglichkeiten auswählen

1. anstelle der Altersversorgung einen Job suchen der ihn vor dem Verhungern rettet,
2. sich an die Strasse setzen und betteln
3. sozialverträglich ableben.

Es gäbe noch eine 4. Möglichkeit, die lasse ich allerdings aus Gründen der Netiquette mal ausnahmsweise weg. Ist nicht jugendfrei und wird auch von den Kirchen nicht empfohlen.
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Wähler
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Re: Warum ist man bei der Rentenpolitik so konservativ?

Beitragvon Wähler » Fr 9. Jun 2017, 16:15

Rentenpolitik ist für alle Parteien ein schwieriges Thema, so dass Union und Grüne erst gar kein Konzept für die Wahl ausgearbeitet haben:
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/a ... -1.3538230
SZ 9. Juni 2017 Woran die Rentenpläne der Parteien kranken
Die FDP setzt klar auf den Schutz der Jungen und fordert eine "Belastungsgrenze" im Grundgesetz, die Steuer- und Abgabenerhöhungen ein Limit setzt und so die private Altersvorsorge erleichtert. Die Linke will das Rentenniveau wieder auf 53 Prozent erhöhen, den Weg zur Rente mit 67 abbrechen und dafür sorgen, dass niemand im Alter weniger als 1 050 Euro bekommt.

In der digitalen Welt hat Selbständigkeit eine neue Bedeutung, mehr Menschen arbeiten auf eigene Rechnung, viele unterliegen einem erhöhten Armutsrisiko im Alter. Insofern ist der Vorschlag der SPD richtig...Die SPD nennt diese Leistungen "Solidarrente"; in Wirklichkeit kann es sich nur um eine steuerfinanzierte Grundsicherung außerhalb des Rentensystems handeln.
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Re: Warum ist man bei der Rentenpolitik so konservativ?

Beitragvon frems » Fr 9. Jun 2017, 17:13

Wähler hat geschrieben:(09 Jun 2017, 17:15)

Rentenpolitik ist für alle Parteien ein schwieriges Thema, so dass Union und Grüne erst gar kein Konzept für die Wahl ausgearbeitet haben:
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/a ... -1.3538230
SZ 9. Juni 2017 Woran die Rentenpläne der Parteien kranken

Vermutlich werden uns die Konservativen weiterhin mitteilen, dass die SPD kein konkretes Konzept und Programm hätte, während man bei der eigenen Partei etwas... nachsichtiger ist. :D
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Re: Warum ist man bei der Rentenpolitik so konservativ?

Beitragvon Alter Stubentiger » Fr 9. Jun 2017, 17:19

frems hat geschrieben:(09 Jun 2017, 18:13)

Vermutlich werden uns die Konservativen weiterhin mitteilen, dass die SPD kein konkretes Konzept und Programm hätte, während man bei der eigenen Partei etwas... nachsichtiger ist. :D


Das eigene Programm besteht aus Merkel und die macht auch dieses Jahr keinen Wahlkampf. Sie ist einfach. Und was anderes gibts nicht. Programm...pfffff.
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Re: Warum ist man bei der Rentenpolitik so konservativ?

Beitragvon Realist2014 » Fr 9. Jun 2017, 17:40

Orwellhatterecht hat geschrieben:(08 Jun 2017, 12:46)

V... das Zauberwort heißt "Pleite" und erteilte mittlerweile recht viele dieser Alterssicherungsfonds. .


na

von diesen "recht vielen" angeblichen "Pleitefonds" kannst du sicher einige nennen.. :)

wird sicher interessant, wo der DOW und die NASDAQ im Bereich ihrer Allzeithochs liegen... :D


das wird wieder ein laues Lüftchen.... :D
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Warum ist man bei der Rentenpolitik so konservativ?

Beitragvon Orwellhatterecht » Fr 9. Jun 2017, 21:05

Realist2014 hat geschrieben:(09 Jun 2017, 18:40)

na

von diesen "recht vielen" angeblichen "Pleitefonds" kannst du sicher einige nennen.. :)

wird sicher interessant, wo der DOW und die NASDAQ im Bereich ihrer Allzeithochs liegen... :D


das wird wieder ein laues Lüftchen.... :D



Eine ganz besondere "Anlageempfehlung" an Dich, dann brauchst Du Dein Geld nicht selbst verbrennen und kannst die "Dienstleistungen" von Pensionsfonds in Anspruch nehmen, so, wie es zuvor schon Millionen Amerikaner vor Dir getan haben und jetzt bis ins allerhöchste Alter fit bleiben, da ihre Alterssicherung nichts mehr oder nur noch wenig wert ist.

Du solltest Dir also Fondanteile in möglichst grosser Anzahl beispielsweise von "New York Teamsters", "California Public Emplayees" oder auch "Central States Pension Fund" zulegen. Und Dir das laue Lüftchen Deiner offenbar unerschütterlichen und nie endenden Arroganz etwas um die Nase wehen lassen.
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Re: Warum ist man bei der Rentenpolitik so konservativ?

Beitragvon SpukhafteFernwirkung » Fr 9. Jun 2017, 22:12

frems hat geschrieben:(09 Jun 2017, 18:13)

Vermutlich werden uns die Konservativen weiterhin mitteilen, dass die SPD kein konkretes Konzept und Programm hätte, während man bei der eigenen Partei etwas... nachsichtiger ist. :D
ich hab noch nie gehört, dass die spd politisch irgenwann irgendetwas erreicht hätte... sogar die grünen haben mehr erreicht, mit dem einwegpfand haben sie millionen flaschensammlern ein auskommen gesichert... :)
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Re: Warum ist man bei der Rentenpolitik so konservativ?

Beitragvon Orwellhatterecht » Sa 10. Jun 2017, 08:48

SpukhafteFernwirkung hat geschrieben:(09 Jun 2017, 23:12)

ich hab noch nie gehört, dass die spd politisch irgenwann irgendetwas erreicht hätte... sogar die grünen haben mehr erreicht, mit dem einwegpfand haben sie millionen flaschensammlern ein auskommen gesichert... :)



Das kannst Du ja wohl allerdings nicht so ganz ernst gemeint haben, die SPD in ihrer 150 jährigen Geschichte hat für die Menschen hier im Land recht viel erreicht, der "Genosse der Bosse" allerdings hat deren Erfolge dann leider ins Gegenteil verkehrt. Dass sie ihn noch heute in ihrer Partei dulden, spricht nicht gerade für die heutige SPD, Kurt Schuhmacher, Willy Brandt, Carlo Schmidt und etliche andere würden sich sicherlich mehrfach im Grabe umdrehen, würde man ihnen die heutige SPD vorführen, sie würden ihre einstige Partei wohl kaum wieder erkennen.
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Re: Warum ist man bei der Rentenpolitik so konservativ?

Beitragvon Misterfritz » Sa 10. Jun 2017, 08:54

SpukhafteFernwirkung hat geschrieben:(09 Jun 2017, 23:12)

ich hab noch nie gehört, dass.....
Was mit Sicherheit an Dir liegt und nicht an der SPD :p
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Re: Warum ist man bei der Rentenpolitik so konservativ?

Beitragvon frems » Sa 10. Jun 2017, 13:42

SpukhafteFernwirkung hat geschrieben:(09 Jun 2017, 23:12)

ich hab noch nie gehört, dass die spd politisch irgenwann irgendetwas erreicht hätte... sogar die grünen haben mehr erreicht, mit dem einwegpfand haben sie millionen flaschensammlern ein auskommen gesichert... :)

Und dann jault der konservative Pöbel, dass die SPD ihnen den Koalitionsvertrag diktieren würde (Mindestlohn, Rente mit 63, Mietpreisbremse, etc. pp.) und die meisten Bundesländer sowie fast alle Großstädte regiert. :p
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Re: Warum ist man bei der Rentenpolitik so konservativ?

Beitragvon Realist2014 » Sa 10. Jun 2017, 13:59

Orwellhatterecht hat geschrieben:(09 Jun 2017, 22:05)

Eine ganz besondere "Anlageempfehlung" an Dich, dann brauchst Du Dein Geld nicht selbst verbrennen und kannst die "Dienstleistungen" von Pensionsfonds in Anspruch nehmen, so, wie es zuvor schon Millionen Amerikaner vor Dir getan haben und jetzt bis ins allerhöchste Alter fit bleiben, da ihre Alterssicherung nichts mehr oder nur noch wenig wert ist.

Du solltest Dir also Fondanteile in möglichst grosser Anzahl beispielsweise von "New York Teamsters", "California Public Emplayees" oder auch "Central States Pension Fund" zulegen. Und Dir das laue Lüftchen Deiner offenbar unerschütterlichen und nie endenden Arroganz etwas um die Nase wehen lassen.



also war deine ursprüngliche Behauptung der angeblichen "vielen pleite gegangenen US -Betriebsrentenfonds" wieder mal nichts als heiße Luft...

weil du KEINE konkreten Beispiele nennen kannst

In Deutschland ist das sowieso NICHT möglich...
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Re: Warum ist man bei der Rentenpolitik so konservativ?

Beitragvon Orwellhatterecht » So 11. Jun 2017, 00:37

Realist2014 hat geschrieben:(10 Jun 2017, 14:59)

also war deine ursprüngliche Behauptung der angeblichen "vielen pleite gegangenen US -Betriebsrentenfonds" wieder mal nichts als heiße Luft...

weil du KEINE konkreten Beispiele nennen kannst

In Deutschland ist das sowieso NICHT möglich...




Du weisst offenbar mit der Bezeichnung "heisse Luft" nichts anzufangen und benützt sie daher geradezu mißbräuchlich! Die Ironie in meiner Antwort scheinst Du ebenfalls nicht verstanden zu haben, Deine Faktenresistenz ist immer wieder sehr beeindruckend !
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Re: Warum ist man bei der Rentenpolitik so konservativ?

Beitragvon Boracay » So 11. Jun 2017, 08:52

Orwellhatterecht hat geschrieben:(11 Jun 2017, 01:37)

Du weisst offenbar mit der Bezeichnung "heisse Luft" nichts anzufangen und benützt sie daher geradezu mißbräuchlich! Die Ironie in meiner Antwort scheinst Du ebenfalls nicht verstanden zu haben, Deine Faktenresistenz ist immer wieder sehr beeindruckend !


Na wo sind jetzt die ganzen Pleite-Fonds und die Armeen von verarmten US Pensionären (die über die Renten in Deutschland nur lachen können)? Gib es die etwa gar nicht?
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Re: Warum ist man bei der Rentenpolitik so konservativ?

Beitragvon Skull » So 11. Jun 2017, 08:58

Boracay hat geschrieben:(11 Jun 2017, 09:52)

Na wo sind jetzt die ganzen Pleite-Fonds und die Armeen von verarmten US Pensionären
(die über die Renten in Deutschland nur lachen können)? Gib es die etwa gar nicht?

Den einen oder anderen Fall gibt und gab es ja.

Aber Masse an Pleite Fonds sicherlich nicht.
Noch weniger Massen von verarmten US-Rentern wegen Pleite-Fonds.

Übertreibungen und Halb-Wissen sind da als Argument nicht ernst zu nehmen. :)

mfg
Man dient für Lohn und liebt sich für Geschenke

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