Die Mietpreisbremse - Fluch oder Segen?

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pikant
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Re: Die Mietpreisbremse - Fluch oder Segen?

Beitragvon pikant » Sa 21. Mär 2015, 13:00

Starfix » Sa 7. Mär 2015, 23:58 hat geschrieben:Ich gehe mal davon aus das es Beides ist, Fluch und Segen. Man sollte sich doch erst mal Gedanken machen wir man die Preise für den Vermieter senken kann denn die steigen ja auch immer wieder.


ich bin ein wenig ueberrascht, dass Du so die Interessen des Vermieters bei der Mietpreisbremse im Vordergund siehst.
ich bin dafuer beide Seiten zu sehen und wenn der Vermeiter und der Mieter zufrieden sind ist es win-win.
das sollten wir anstreben und nicht einseitig nur auf den Vermieter, also meist den Hauseigentuemer sehen.
pikant
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Re: Die Mietpreisbremse - Fluch oder Segen?

Beitragvon pikant » Sa 21. Mär 2015, 13:03

Starfix » Sa 21. Mär 2015, 09:18 hat geschrieben:

...... aber man könnte auch einige Bauvorschriften Lockern, das die Leute viel Günstiger und schneller bauen können. Aber vor allen müssen die Kosten gesengt werden, auch die nebenkosten müssen Reduziert werden.


das ueberrascht mich schon wieder, aber da gebe ich dir vollkommen Recht.
wir muessen das Bauen erleichtern und mehr Eigentum foerdern.
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Starfix
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Re: Die Mietpreisbremse - Fluch oder Segen?

Beitragvon Starfix » Sa 21. Mär 2015, 14:21

pikant » Sa 21. Mär 2015, 13:03 hat geschrieben:
das ueberrascht mich schon wieder, aber da gebe ich dir vollkommen Recht.
wir muessen das Bauen erleichtern und mehr Eigentum foerdern.



Ich bin Humanist, ich will das es jeden Menschen gut geht.
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Re: Die Mietpreisbremse - Fluch oder Segen?

Beitragvon jmjarre » Mo 23. Mär 2015, 14:01

pikant » Sa 21. Mär 2015, 13:03 hat geschrieben:
das ueberrascht mich schon wieder, aber da gebe ich dir vollkommen Recht.
wir muessen das Bauen erleichtern und mehr Eigentum foerdern.


und deswegen erhöhen die GRÜNEN als Landesregierung in NRW und Rhein.Pfalz die G-Steuer...jaja... :(
Strang über die SED und deren Stasi Aktivitäten -neueste Enthüllungen...Hier:
viewtopic.php?f=20&t=39858
http://www.youtube.com/watch?v=uDvsezvR7LA
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Re: Die Mietpreisbremse - Fluch oder Segen?

Beitragvon Bayerische Axt » Mi 15. Apr 2015, 15:18

Die Mietpreisbremse ist natürlich schon etwas problematisch.
Wie soll man sich denn als Vermieter noch die Yacht leisten können, wenn man die Mieter nicht mehr richtig ausquetschen darf? :D

Nun ja, im Zweifel muss man eben zum Hong Kong Modell überschwenken:
Man nehme eine 30 Quadratmeter Wohnung und unterteile diese in Einheiten zu je 5 QM.
Und schon haben wir genug Platz und Privatsphäre für 6 Großfamilien. :D
Natürlich etwas übertrieben, aber wenn man sich ansieht, wie die Armen dort teilweise hausen, jammert man in Deutschland schon auf hohem Niveau.

Das Hauptproblem auf dem Immobilienmarkt sehe ich in diesen ganzen großflächigen Luxussanierungen. Mit den entsprechenden Mieterhöhungen werden natürlich sämtliche Bewohner irgendwann vertrieben. Letztlich können sich dort dann eben nur noch die wohlhabenderen Leute ansiedeln. Dadurch vertreibt man bestimmte Bevölkerungsgruppen stetig aus den Stadtkernen ins Umland.

Mehr zu bauen klingt ja auf den ersten Blick ganz nett. Leider ist aber der Platz in den begehrten Lagen begrenzt bzw. ausgeschöpft.
Und irgendwelche Neubauten im Nirgendwo sorgen wohl für wenig Zuspruch. Im Zweifel werden die meisten Mieter lieber weniger Wohnraum in Kauf nehmen, wenn sie dafür in guter Lage wohnen.
Wenn laut Merkel der Islam zu Deutschland gehört, dann gehört Bayern nicht zu Deutschland (BP)
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Re: Die Mietpreisbremse - Fluch oder Segen?

Beitragvon Kanzlerqualle » Mi 15. Apr 2015, 15:27

Bayerische Axt » Mi 15. Apr 2015, 15:18 hat geschrieben: Leider ist aber der Platz in den begehrten Lagen begrenzt bzw. ausgeschöpft.
.
.. das ist doch der entscheidende Faktor .. an begehrten Lagen und damit begehrte Mietstandorte ist die Miete eben teurer , da sollte man auch nichts gesetzlich dran regeln .. und die Mietpreise im Neubau sind nun mal den Herstellungskosten entsprechend kalkuliert ..
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Re: Die Mietpreisbremse - Fluch oder Segen?

Beitragvon Ken Jeb » Do 16. Apr 2015, 09:21

Habe kürzlich eine Doku darüber gesehen in der festgestellt wurde, dass es nicht genügend Wohnraum gibt.

Mal sehen, wieviele Investoren durch die Mietpreisbremse dazu motiviert werden, zusätzliche Wohnungen zu bauen ;).
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Re: Die Mietpreisbremse - Fluch oder Segen?

Beitragvon Realist2014 » Do 16. Apr 2015, 15:30

Ken Jeb » Do 16. Apr 2015, 09:21 hat geschrieben:Habe kürzlich eine Doku darüber gesehen in der festgestellt wurde, dass es nicht genügend Wohnraum gibt.




das ist pauschal ja so nicht richtig

"zu wenig" gibt es nur in bestimmten Ballungsgebieten....

München, Stuttgart , Hamburg , Frankfurt...


dort sind auch die Mieten am Höchsten...

und die Kaufpreise für die Wohnimmobilien...
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Die Mietpreisbremse - Fluch oder Segen?

Beitragvon franktoast » Fr 17. Apr 2015, 08:35

Bayerische Axt » Mi 15. Apr 2015, 15:18 hat geschrieben:
Das Hauptproblem auf dem Immobilienmarkt sehe ich in diesen ganzen großflächigen Luxussanierungen. Mit den entsprechenden Mieterhöhungen werden natürlich sämtliche Bewohner irgendwann vertrieben. Letztlich können sich dort dann eben nur noch die wohlhabenderen Leute ansiedeln. Dadurch vertreibt man bestimmte Bevölkerungsgruppen stetig aus den Stadtkernen ins Umland.


Und? Was ist daran eigentlich so schlimm?
Betrachten wir die Situation doch mal realistisch. Wer in München wohnt, verdient auch entsprechend und kann sich somit auch eine teurere Wohnung leisten. Jeder kann aber immer die Entscheidung treffen, etwas weiter außerhalb zu wohnen. Das Wohnen ist dort günstiger, aber man braucht ein Auto bzw. hat längere Anfahrtswege zur Arbeitsstelle.

Wenn die Wohnungen in München um 30% teurer sind, aber man 40% mehr verdient dort, dann wollen Menschen auch dort hin* und Mieten steigen. Oder ist es so, dass München so unbezahlbar ist, dass dort niemand mehr hin will? Ist ja nicht der Fall.

* Das ist natürlich extrem vereinfacht. Es gibt neben Geld auch andere Gründe in München wohnen zu wollen anstatt 2h entfernt von einer größeren Stadt ;)
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
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Re: Die Mietpreisbremse - Fluch oder Segen?

Beitragvon Teeernte » Fr 17. Apr 2015, 09:02

Realist2014 » Do 16. Apr 2015, 16:30 hat geschrieben:

das ist pauschal ja so nicht richtig

"zu wenig" gibt es nur in bestimmten Ballungsgebieten....

München, Stuttgart , Hamburg , Frankfurt...


dort sind auch die Mieten am Höchsten...

und die Kaufpreise für die Wohnimmobilien...


...es gibt ja nicht "zu wenig" - sondern der Markt ist in einigen Segmenten ausser kraft.

Wenn ich den Kollegen Hartz4 kostenlos 5 Sterne Hotelzimmer anbieten würde - dauert es maximal 3 Tage - und wir haben einen Mangel an 5 Stern Hotelzimmern...
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Die Mietpreisbremse - Fluch oder Segen?

Beitragvon Bayerische Axt » Fr 17. Apr 2015, 16:02

franktoast » Fr 17. Apr 2015, 08:35 hat geschrieben:
Und? Was ist daran eigentlich so schlimm?
Betrachten wir die Situation doch mal realistisch. Wer in München wohnt, verdient auch entsprechend und kann sich somit auch eine teurere Wohnung leisten. Jeder kann aber immer die Entscheidung treffen, etwas weiter außerhalb zu wohnen. Das Wohnen ist dort günstiger, aber man braucht ein Auto bzw. hat längere Anfahrtswege zur Arbeitsstelle.

Wenn die Wohnungen in München um 30% teurer sind, aber man 40% mehr verdient dort, dann wollen Menschen auch dort hin* und Mieten steigen. Oder ist es so, dass München so unbezahlbar ist, dass dort niemand mehr hin will? Ist ja nicht der Fall.

* Das ist natürlich extrem vereinfacht. Es gibt neben Geld auch andere Gründe in München wohnen zu wollen anstatt 2h entfernt von einer größeren Stadt ;)


Das Problem an den Luxussanierungen sind die in diesem Zusammenhang fast schon explosionsartig ansteigenden Mietpreise. Das ist mit einer normalen Mietanhebung nicht vergleichbar.
Sicher, wenn ich selbst so ein Projekt hätte, wäre meine Sichtweise natürlich etwas anders. Wobei ich dafür aber wohl etwas zu weich wäre, weil ich dann im Zweifel den 100jährigen nicht aus der Wohnung schleifen bzw. in einem Vernichtungsfeldzug rausekeln würde.
Gibt aber doch noch ein weiteres Problem: Wenn diese Luxussanierungen zum Volkssport werden, verändert sich auch der Charakter ganzer Bezirke. Sowohl optisch als auch von der Bevölkerung. Dadurch verschwinden dann auch langsam die traditionelle Merkmale.
Es wäre schon gut, wenn man hier gewisse Grenzen ziehen würde. Das ist aber glaube ich sogar schon der Fall, meine ich mal gelesen zu haben.

Der Vorteil an Wohneigentum in München ist natürlich die absolute Vermietungssicherheit.
Ob es sich aber gezielt als Kapitalanlage noch lohnt, finde ich schon etwas fraglich, denn die Renditen sind da oft auch nicht so üppig aufgrund der hohen Kaufpreise.
130.000 für ein Wohnklo ist schon eine Ansage und es geht noch höher. Frage ist hier schon, ob man sich stattdessen nicht lieber z.B. in Nürnberg eine ähnliche Wohnung für 70.000 kauft. Man erzielt dort natürlich nicht die gleichen Mieten, aber der Vergleich von Kaufpreis und Mieteinnahme könnte dann doch eher für die billige Variante sprechen.
Eine Immobilienblase sehe ich in München aber nicht, denn es gibt ja die Käuferschicht und das wird sich auch nicht ändern.
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Re: Die Mietpreisbremse - Fluch oder Segen?

Beitragvon franktoast » Sa 18. Apr 2015, 11:50

Bayerische Axt » Fr 17. Apr 2015, 16:02 hat geschrieben:
Das Problem an den Luxussanierungen sind die in diesem Zusammenhang fast schon explosionsartig ansteigenden Mietpreise. Das ist mit einer normalen Mietanhebung nicht vergleichbar.
Sicher, wenn ich selbst so ein Projekt hätte, wäre meine Sichtweise natürlich etwas anders. Wobei ich dafür aber wohl etwas zu weich wäre, weil ich dann im Zweifel den 100jährigen nicht aus der Wohnung schleifen bzw. in einem Vernichtungsfeldzug rausekeln würde.
Gibt aber doch noch ein weiteres Problem: Wenn diese Luxussanierungen zum Volkssport werden, verändert sich auch der Charakter ganzer Bezirke. Sowohl optisch als auch von der Bevölkerung. Dadurch verschwinden dann auch langsam die traditionelle Merkmale.
Es wäre schon gut, wenn man hier gewisse Grenzen ziehen würde. Das ist aber glaube ich sogar schon der Fall, meine ich mal gelesen zu haben.

Und warum genau hat ein 65-Jähriger in Rentner ein Lebensrecht auf ne Wohnung mit Blick auf Marienplatz? Ich persönlich hab nichts gegen Veränderung. Kulturen ändern sich. Städte auch. Wer das Geld hat, in der Münchner Innenstadt zu leben, bitte. Solln die Mieten sich ver10fachen. Mir egal.

Der Vorteil an Wohneigentum in München ist natürlich die absolute Vermietungssicherheit.
Ob es sich aber gezielt als Kapitalanlage noch lohnt, finde ich schon etwas fraglich, denn die Renditen sind da oft auch nicht so üppig aufgrund der hohen Kaufpreise.
130.000 für ein Wohnklo ist schon eine Ansage und es geht noch höher. Frage ist hier schon, ob man sich stattdessen nicht lieber z.B. in Nürnberg eine ähnliche Wohnung für 70.000 kauft. Man erzielt dort natürlich nicht die gleichen Mieten, aber der Vergleich von Kaufpreis und Mieteinnahme könnte dann doch eher für die billige Variante sprechen.
Eine Immobilienblase sehe ich in München aber nicht, denn es gibt ja die Käuferschicht und das wird sich auch nicht ändern.

Wo genau ist nun das Problem? Wo das Angebot knapp ist, und die Nachfrage steigt, werden Preise steigen. In München scheint das politisch gewollt zu sein, denn man darf ja nicht nach oben bauen. Was ist nun falsch daran? Wenn man Preise künstlich unten hält, wird die Nachfrage höher als das Angebot sein. Das hat die typischen Folgen. Mieter, die unbedingt in der Münchner Innenstadt wohnen müssen (warum auch immer) finden keine Wohnraum. Auf der anderen Seite wird der Vermieter unter der Hand bestochen, um den Zuschlag zu bekommen. Dazu natürlich Vetternwirtschaft. Ist das besser?
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Re: Die Mietpreisbremse - Fluch oder Segen?

Beitragvon Kanzlerqualle » Sa 18. Apr 2015, 12:01

.. es gibt kein Problem , denn Wohnraum gibt es außerhalb der Ballungszentren genügend , man kann sogar günstige Häuser und Wohnungen kaufen , aber man will ja nun unbedingt mitten in der tollen Großstadt wohnen .. na ja dann muß man eben dafür mehr bezahlen ..
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Re: Die Mietpreisbremse - Fluch oder Segen?

Beitragvon Bayerische Axt » Mi 22. Apr 2015, 15:58

Ich selbst sehe die Mietpreisbremse ja sogar kritisch. Natürlich variiert die Nachfrage aufgrund verschiedener Lagen und damit auch die Miet- und Kaufpreise.

Dass sich nicht jeder die Miete in guten Lagen leisten kann ist klar. Bei normalen Erhöhungen gibt es aber dennoch eine größere Schicht, für die das (noch) möglich ist.
Bei diesen Luxussanierungen schießt man stellenweise preislich auf einen Schlag von ´Arbeiterwohnblock´ zu ´elitäre Klasse´. Da kann man dann selbst als Gutverdiener nicht mehr mithalten.

Sicher, die Preise für diese Luxusobjekte werden gezahlt, aber es ist irgendwie schon einfach zu heftig.
Probleme habe ich mit den höheren Kaufpreisen aber nun auch nicht grundsätzlich. Dass die Preise in München höher sind als anderswo wird eben von der Nachfrage bestimmt.
Aber auch hier sehe ich es ähnlich wie bei den Mietpreisen: Es gibt schon einen Unterschied zwischen "gerechtfertigter Erhöhung" und "Mondpreisen".
Bei ersterem haben noch mehr Leute Zugang zum Markt. Und das wäre schon wünschenswert.

Deswegen finde ich, dass man zwischen den regulären Mietpreiserhöhungen und den Veränderungen im Rahmen von Luxussanierungen unterscheiden sollte.
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Re: Die Mietpreisbremse - Fluch oder Segen?

Beitragvon franktoast » Fr 24. Apr 2015, 07:51

Bayerische Axt » Mi 22. Apr 2015, 15:58 hat geschrieben:Ich selbst sehe die Mietpreisbremse ja sogar kritisch. Natürlich variiert die Nachfrage aufgrund verschiedener Lagen und damit auch die Miet- und Kaufpreise.

Dass sich nicht jeder die Miete in guten Lagen leisten kann ist klar. Bei normalen Erhöhungen gibt es aber dennoch eine größere Schicht, für die das (noch) möglich ist.
Bei diesen Luxussanierungen schießt man stellenweise preislich auf einen Schlag von ´Arbeiterwohnblock´ zu ´elitäre Klasse´. Da kann man dann selbst als Gutverdiener nicht mehr mithalten.

Sicher, die Preise für diese Luxusobjekte werden gezahlt, aber es ist irgendwie schon einfach zu heftig.
Probleme habe ich mit den höheren Kaufpreisen aber nun auch nicht grundsätzlich. Dass die Preise in München höher sind als anderswo wird eben von der Nachfrage bestimmt.
Aber auch hier sehe ich es ähnlich wie bei den Mietpreisen: Es gibt schon einen Unterschied zwischen "gerechtfertigter Erhöhung" und "Mondpreisen".
Bei ersterem haben noch mehr Leute Zugang zum Markt. Und das wäre schon wünschenswert.

Deswegen finde ich, dass man zwischen den regulären Mietpreiserhöhungen und den Veränderungen im Rahmen von Luxussanierungen unterscheiden sollte.


Durch die Meitpreisbremse werden die Wohnungen im Münchner Zentrum ja nicht mehr. Oder wenn es diese "Luxussanierungen" nicht gäbe. Sogar weniger, weil sich Bauen weniger rentiert. Die Nachfrage wäre allerdings höher, da sich die Wohnungen ja mehr leisten könnten. Also kommen auf eine Wohnung nicht 1-2 potetielle Bewerber, sondern vielleicht 10. Jetzt stehst du als Vermieter vor der Qual, der Wahl. An wen vermietest du? An den Manager, der 200 000€ im Jahr verdient, sondern an den Programmierer, der gut 50 im Jahr macht. Oder nimmst du eher den, der bereit ist, die Einbauküche für 10 000€ zu übernehmen?

Na, wen nimmst du und wer spart hier die Mieterhöhungen? und welche Schicht würde nach und nach aus München "vertrieben"?

Ach, und dreimal darfst du raten, ob du Wohnungen noch renoviert werden, wenn die Bewerber eh Schlange stehen? Natürlich wird die Politik wieder gegensteuern, aber langfristig würde eine Mietpreisbremse zur Ghettosierung führen... Als Vermieter hat man doch keinen Anreiz, irgendwas zu machen. Die Fenster werden alt? Das Wasser kommt schwarz? Hm, schauen wir mal, wie viele Bewerber dann noch übrig blieben und falls das mehr als einer ist, warum den Schaden regulieren?

Es ist einfach Marktwirtschaft. Durch eine Mietpreisbremse ist die Nachfrage höher als das Angebot. Nun nehmen wir an, eine Wohnung kostet kalt 500€, der Marktpreis wäre aber 700€ (Angebot = Nachfrage). Wenn du nun alle 10 Jahre 10 000€ in die Renovierung steckst, bleibt der Marktpreis bei 700€ und somit über der Miete, du du verlangen darfst. Wenn du das renovieren lässt, ändert sich an der Einnahmenseite nichts (du findest ja Mieter) und der Marktpreis der Wohnung würde auf 600€ fallen. Aber die Ausgabenseite sieht deutlich besser aus.
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Re: Die Mietpreisbremse - Fluch oder Segen?

Beitragvon frems » Sa 25. Apr 2015, 15:17

Ken Jeb » Do 16. Apr 2015, 10:21 hat geschrieben:Habe kürzlich eine Doku darüber gesehen in der festgestellt wurde, dass es nicht genügend Wohnraum gibt.

Mal sehen, wieviele Investoren durch die Mietpreisbremse dazu motiviert werden, zusätzliche Wohnungen zu bauen ;).

Wahrscheinlich in etwa so viele wie vorher auch. Das Problem sind meist eher die Flächen und Genehmigungen anstelle fehlender Investoren. Selbst in Städten wie Berlin wird ja jede Baulücke irgendwo weggekauft, um ein paar einfache Wohnungen in "schwierigen" Vierteln zu errichten.

Aber apropos Berlin. Einigen Bürgern scheinen Mietpreisbremse, Besteller-Prinzip (Makler), soziale Erhaltungsverordnungen usw. nicht zu reichen, was man in Anbetracht der Mietpreissteigerungen auch halbwegs nachvollziehen kann, während die Bezirke mit dem Wachstum kaum mitkommen.

Die "Initiative Berliner Mietenvolksentscheid" will ein Gesetz erzwingen, das den Anstieg der Mieten stoppt - und findet viele Unterstützer. Ein Monat bleibt der Initiative noch, um weitere 10.000 Unterschriften zu bekommen.

http://www.tagesspiegel.de/berlin/volks ... 85106.html

Das könnte schon eher Investoren abschrecken.
Labskaus!

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Re: Die Mietpreisbremse - Fluch oder Segen?

Beitragvon MG-42 » Sa 25. Apr 2015, 15:25

Mietpreis Bremsen haben in anderen Ländern langfristig zu einer Verknappung der Mietflächen geführt. Indem Fall sitzen einige privilegierte auf unnatürlich niedrigen Mieten während andere keinen Wohnraum finden können. Das Ergebnis ist immer eine Aufgabe dieser Maßnahmen. Das kann in Deutschland eventuell länger dauern aufgrund der Bevölkerungsentwicklung.

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