BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

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Teeernte
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Teeernte » Do 8. Nov 2018, 16:50

lili hat geschrieben:(05 Nov 2018, 17:37)

Ich bin ein satanischer Samariter und halte nicht viel von den christlichen Lehren.

BGE ist besser. :D


Der kann es auch am ersten Tag versaufen ...und dann nichts mehr zum essen haben..
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firlefanz11
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon firlefanz11 » Fr 16. Nov 2018, 21:05

Hab gerade das Programm "Nuhr gerecht" gesehen. Das sollte zum Pflichtprogramm für all unsere lnken Gleichmacher gemacht werden...
"Wer hier ist, weil er Hilfe beansprucht, hat eine besondere moralische Verpflichtung, den Helfern nicht das Leben zu zerstören."
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Troh.Klaus » Fr 16. Nov 2018, 22:36

firlefanz11 hat geschrieben:(16 Nov 2018, 21:05)
Hab gerade das Programm "Nuhr gerecht" gesehen. Das sollte zum Pflichtprogramm für all unsere lnken Gleichmacher gemacht werden...

Ja, der war wirklich gut!
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Alpha Centauri » Fr 16. Nov 2018, 23:36

Habe heute ein Diskussionsforum mit dem Wirtschaftswissenschaftler Bernd Neumärker verfolgt er Befürwortet klar dass bedinungslose Grundeinkommen wie Richard David Precht:

Er meint: " Infolge des digitalem Wandels und der Roboterisierung der Arbeitswelt wird dass Fördern und Fordern a la Hartz4 absehbar scheitern. Vollbeschäftigung wird der Projektbeschäftigung weichen. Dadurch dass jeder Bürger vom Geburt bis zum Tod monatlich ohne Bedinungen einem festgesetzten.Geldbetrag bekommt , fördert das Grundeinkommen mehr autonomen Konsumgüterverbrauch und individuelle Zeitsouveränität und persönliche Selbstbestimmung, also mehr Freiheit. Das Fördern hingegen per Chancengleichheit am Arbeitsmarkt wird ins Leere laufen sobald die Chancen Arbeit von der man finanziell auskömmlich Leben kann zu bekommen trotz einer guter Ausbildung durch das Ersetzen menschlicher Arbeitskraft durch Roboter und Computerprogramme gegen Null laufen".
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Alpha Centauri » Fr 16. Nov 2018, 23:42

firlefanz11 hat geschrieben:(16 Nov 2018, 21:05)

Hab gerade das Programm "Nuhr gerecht" gesehen. Das sollte zum Pflichtprogramm für all unsere lnken Gleichmacher gemacht werden...



Ja der übluche Quatsch . :rolleyes: Nur das BGE historisch gesehen keine linke Idee sondern warem es britische Liberale in deren Schriften die Idee eines bedinungslosen Grundeinkommens zuerst formuliert wurde.

Nur kann man dass auch nur wissen.wenn man sich tatsächlich mit dem Thema ernsthaft und seriös beschäftigt und auseinandersetzt und Ideologie Brille mal abnimmt.
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unity in diversity
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon unity in diversity » Sa 17. Nov 2018, 03:22

„Standort, Standort über alles…“
Deutschland kämpft um den Erhalt und die Erweiterung seiner Produktionsstandorte.
Das ist Zukunftssicherung für alle.
Wenn man das Geld für das BGE drucken läßt, heizt das die Inflation an.
Damit werden Zukunftsinvestitionen unkalkulierbar.
Oder man entzieht es an einer oder mehreren Stellen der Wertschöpfungskette.
Das demotiviert die Leistungsträger, die dann auswandern.
Oder das Geld fehlt im Bereich Modernisierungsinvestitionen/Innovationen.
So verliert Deutschland den Anschluß an die Weltwirtschaft.
Abhilfe ist nur durch die Schaffung von weltweit gleichen Bedingungen möglich.
Ein UN-BGE-Pakt?
Wer unterschreibt so etwas in einer wettbewerbsorientierten Weltwirtschaft?
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
Aus den USA.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Wähler » Sa 17. Nov 2018, 09:05

Alpha Centauri hat geschrieben:(16 Nov 2018, 23:36)
Habe heute ein Diskussionsforum mit dem Wirtschaftswissenschaftler Bernd Neumärker verfolgt er Befürwortet klar dass bedinungslose Grundeinkommen wie Richard David Precht:
Er meint: " Infolge des digitalem Wandels und der Roboterisierung der Arbeitswelt wird dass Fördern und Fordern a la Hartz4 absehbar scheitern. Vollbeschäftigung wird der Projektbeschäftigung weichen. Dadurch dass jeder Bürger vom Geburt bis zum Tod monatlich ohne Bedinungen einem festgesetzten.Geldbetrag bekommt , fördert das Grundeinkommen mehr autonomen Konsumgüterverbrauch und individuelle Zeitsouveränität und persönliche Selbstbestimmung, also mehr Freiheit. Das Fördern hingegen per Chancengleichheit am Arbeitsmarkt wird ins Leere laufen sobald die Chancen Arbeit von der man finanziell auskömmlich Leben kann zu bekommen trotz einer guter Ausbildung durch das Ersetzen menschlicher Arbeitskraft durch Roboter und Computerprogramme gegen Null laufen".

Die Analyse geht in die richtige Richtung. Die Schlussfolgerung ist aber einseitig. Wenn die Arbeitsproduktivität asymmetrisch steigt, sollte auch asymmetrisch besteuert werden. Mit diesen zusätzlichen Steuereinnahmen könnte der Staat zusätzliche soziale Dienstleistungen selbst unternehmen oder subventionieren. Das BGE für alle ist ein zu ungenaues Gießkannenprinzip.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Occham » Sa 17. Nov 2018, 14:34

unity in diversity hat geschrieben:(17 Nov 2018, 03:22)
Wenn man das Geld für das BGE drucken läßt, heizt das die Inflation an.

Oder man hat mehr Geld zum ausgeben, Preise steigen in allen Bereichen, um am Ende bei dem Niveau zu landen, wo wir gerade sind. So betrachtet ist BGE also sinnfrei.
Die beste Lösung eines Problems ist meist die Einfachste.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon z4ubi » Sa 17. Nov 2018, 23:39

Wähler hat geschrieben:(17 Nov 2018, 09:05)

Die Analyse geht in die richtige Richtung. Die Schlussfolgerung ist aber einseitig. Wenn die Arbeitsproduktivität asymmetrisch steigt, sollte auch asymmetrisch besteuert werden. Mit diesen zusätzlichen Steuereinnahmen könnte der Staat zusätzliche soziale Dienstleistungen selbst unternehmen oder subventionieren. Das BGE für alle ist ein zu ungenaues Gießkannenprinzip.


Ja, eine vernünftige Grundsicherung ist gewiss ohne BGE möglich. Am BGE gefällt vermutlich vielen der unbürokratische und freiheitliche Charakter.


unity in diversity hat geschrieben:(17 Nov 2018, 03:22)
Wenn man das Geld für das BGE drucken läßt, heizt das die Inflation an.
[...]
Oder man entzieht es an einer oder mehreren Stellen der Wertschöpfungskette.
[...]


Oder von beidem ein bisschen ;)
Letztlich sind das allgemeine Fragen der Umverteilung und kein Sonderproblem des BGE

Occham hat geschrieben:(17 Nov 2018, 14:34)

Oder man hat mehr Geld zum ausgeben, Preise steigen in allen Bereichen, um am Ende bei dem Niveau zu landen, wo wir gerade sind. So betrachtet ist BGE also sinnfrei.


Ich denke, man überschätzt gerne die inflationäre Wirkung des BGE, da der gezahlte Betrag ja nur die Grundsicherung ermöglichen soll.
Wenn man sich zudem noch die niedrige Inflationsrate Deutschlands der letzten zwei Jahrezehnte anschaut, ist diese für jede Hilfe dankbar. ;)
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Wähler » So 18. Nov 2018, 06:57

Wähler hat geschrieben:(17 Nov 2018, 09:05)
Die Analyse geht in die richtige Richtung. Die Schlussfolgerung ist aber einseitig. Wenn die Arbeitsproduktivität asymmetrisch steigt, sollte auch asymmetrisch besteuert werden. Mit diesen zusätzlichen Steuereinnahmen könnte der Staat zusätzliche soziale Dienstleistungen selbst unternehmen oder subventionieren. Das BGE für alle ist ein zu ungenaues Gießkannenprinzip.

z4ubi hat geschrieben:(17 Nov 2018, 23:39)
Ja, eine vernünftige Grundsicherung ist gewiss ohne BGE möglich. Am BGE gefällt vermutlich vielen der unbürokratische und freiheitliche Charakter.

Das Problem ist das Wort bedingungslos. Ein Sozialstaat kann nur funktionieren, wenn alle gesunden arbeitsfähigen Menschen ihren Beitrag zum Erhalt des Sozialstaates leisten. Sobald ein gesunder arbeitsfähiger Mensch bedingungslose Ansprüche an andere stellen kann, wird es für die anderen schwierig, zu fördern und zu fordern. Die Verlockung wäre für den Bedürftigen zu groß, sich auf die Bedingungslosigkeit zurückzuziehen. Für mich ist die Bedingungslosigkeit ein falsches Leitbild. Selbst in privaten Beziehungen ist Bedingungslosigkeit höchstens schwer kranken Menschen gegenüber angemessen. Auch in meiner Wohnungsbaugenossenschaft mit sozialem und ökologischem Anspruch funktioniert Bedingungslosigkeit als Prinzip nicht.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Maltrino » Mi 21. Nov 2018, 17:05

unity in diversity hat geschrieben:(17 Nov 2018, 03:22)

[*]der Wertschöpfungskette.
Das demotiviert die Leistungsträger, die dann auswandern.
Oder das Geld fehlt im Bereich Modernisierungsinvestitionen/Innovationen.
[*]


Auch das habe ich hier schon erklärt, dass das ein Mythos ist.

Wenn man, wie du offenbar, davon ausgeht, dass sowieso nur die "Leistungsträger" Steuern zahlen und das Sozialsystem finanzieren, dann entlastet das BGE eher diese "Leistungsträger". Warum?

Heute ist es so, dass geringqualifizierte Leute vom Jobcenter in Jobs bei Unternehmen gedrängt werden. Ob die da wirklich produktiv sind? Weiß ich nicht. Auf jeden Fall müssen die Unternehmen dann diese Leute BEZAHLEN (!) und sie in ihrem Betrieb rumschleppen. Bei BGE ist es so, dass diese Geringqualifizierten einfach ein BGE bekommen, niemand sie "in Arbeit" drängt, und die Unternehmen dann auch keinen Lohn für diese Leute, die wohl sowieso kaum produktiv sind, zahlen müssen. Sie werden stattdessen etwas höhere Steuern zahlen um das BGE zu finanzieren.

So, also was ändert sich für die Unternehmen beim BGE? Statt Lohn für geringqualifizierte Arbeiter, die ihnen das Jobcenter aufdrängt, zahlen sie etwas höhere Steuern und müssen dafür nicht den Geringqualifizierten durchfüttern. Und wenn sie den Geringqualifizierten doch brauchen, dann können sie ihn natürlich weiterhin einstellen für einen niedrigen Lohn. Für mich läuft das ganz klar auf folgendes hinaus: Wenn "die Leistungsträger", also offenbar die Unternehmer (?) sowieso das Sozialsystem finanzieren, dann ändert BGE nicht viel für sie, befreit sie nur von den nervigen aufdringlichen Jobcenter Geringqualifizierten Vermittlungs Maßnahmen. Bei Hartz4 zahlen die Unternehmen Steuern um das Sozialsystem zu finanzieren und Lohn für die Arbeiter. Bei Hartz4 zahlen sie Steuern für BGE und (wenn sie wollen) Lohn für die Arbeiter. Welches nun die höhere Belastung ist, das kommt auf die Details an, aber mir wird sofort klar, dass es absolut möglich ist ein BGE System zu kreieren, das quasi Kostenneutral für Unternehmen ist.
Wie ihr seht, habe ich jetzt auch ein Profilbild wo das Portrait eines großen politischen Denkers aus der Vergangenheit abgebildet ist. Damit ist jetzt jede meiner Aussagen wahr und absolut seriös.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Nero » Mi 21. Nov 2018, 18:22

Welches Unternehmen lässt sich denn Personen aufdrängen, die tatsächlich nur ein Minusfaktor ob ihrer Tätigkeit sein werden? Geringqualifizierte tragen etwas bei, wenn eben auch wenig und sei es nur, dass Regale gefüllt werden müssen. Ist etwas wirklich nicht gebraucht, wird es auch von vornherein keine Stelle und daher keinen Platz geben. So wie du es schreibst, klingt es so, als ob ein Unternehmen von vornherein weiß, dass er jetzt jemanden hat, der nur kosten wird. Das macht aber kein Unternehmer.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Maltrino » Mi 21. Nov 2018, 20:41

Nero hat geschrieben:(21 Nov 2018, 18:22)

Welches Unternehmen lässt sich denn Personen aufdrängen, die tatsächlich nur ein Minusfaktor ob ihrer Tätigkeit sein werden? Geringqualifizierte tragen etwas bei, wenn eben auch wenig und sei es nur, dass Regale gefüllt werden müssen. Ist etwas wirklich nicht gebraucht, wird es auch von vornherein keine Stelle und daher keinen Platz geben. So wie du es schreibst, klingt es so, als ob ein Unternehmen von vornherein weiß, dass er jetzt jemanden hat, der nur kosten wird. Das macht aber kein Unternehmer.


Und das heißt? Ich denke das jetzige System und Hartz4 bringt Leute "in Arbeit"? Das deute ich so, dass diese Leute ohne Hartz4 dort nicht arbeiten würden. Und das heißt? Das diese Leute entweder gar nicht wirklich bei den Unternehmen gebraucht werden, oder aber es heißt, dass die Unternehmen zu dumm sind ohne Hilfe des staatlichen Systems ihre Mitarbeiter zu finden. Und wenn die zu dumm sind, dann frag ich mich warum hier von "Leistungsträgern" gesprochen wird...
Wie ihr seht, habe ich jetzt auch ein Profilbild wo das Portrait eines großen politischen Denkers aus der Vergangenheit abgebildet ist. Damit ist jetzt jede meiner Aussagen wahr und absolut seriös.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Alpha Centauri » Mi 21. Nov 2018, 21:02

Maltrino hat geschrieben:(21 Nov 2018, 17:05)

Auch das habe ich hier schon erklärt, dass das ein Mythos ist.

Wenn man, wie du offenbar, davon ausgeht, dass sowieso nur die "Leistungsträger" Steuern zahlen und das Sozialsystem finanzieren, dann entlastet das BGE eher diese "Leistungsträger". Warum?

Heute ist es so, dass geringqualifizierte Leute vom Jobcenter in Jobs bei Unternehmen gedrängt werden. Ob die da wirklich produktiv sind? Weiß ich nicht. Auf jeden Fall müssen die Unternehmen dann diese Leute BEZAHLEN (!) und sie in ihrem Betrieb rumschleppen. Bei BGE ist es so, dass diese Geringqualifizierten einfach ein BGE bekommen, niemand sie "in Arbeit" drängt, und die Unternehmen dann auch keinen Lohn für diese Leute, die wohl sowieso kaum produktiv sind, zahlen müssen. Sie werden stattdessen etwas höhere Steuern zahlen um das BGE zu finanzieren.

So, also was ändert sich für die Unternehmen beim BGE? Statt Lohn für geringqualifizierte Arbeiter, die ihnen das Jobcenter aufdrängt, zahlen sie etwas höhere Steuern und müssen dafür nicht den Geringqualifizierten durchfüttern. Und wenn sie den Geringqualifizierten doch brauchen, dann können sie ihn natürlich weiterhin einstellen für einen niedrigen Lohn. Für mich läuft das ganz klar auf folgendes hinaus: Wenn "die Leistungsträger", also offenbar die Unternehmer (?) sowieso das Sozialsystem finanzieren, dann ändert BGE nicht viel für sie, befreit sie nur von den nervigen aufdringlichen Jobcenter Geringqualifizierten Vermittlungs Maßnahmen. Bei Hartz4 zahlen die Unternehmen Steuern um das Sozialsystem zu finanzieren und Lohn für die Arbeiter. Bei Hartz4 zahlen sie Steuern für BGE und (wenn sie wollen) Lohn für die Arbeiter. Welches nun die höhere Belastung ist, das kommt auf die Details an, aber mir wird sofort klar, dass es absolut möglich ist ein BGE System zu kreieren, das quasi Kostenneutral für Unternehmen ist.


ach ja die sogenannten "Leistungsträger, diese Märchen fängt bereits bei der genauen Definition an. :rolleyes:
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon lili » Mi 21. Nov 2018, 21:59

Neben den Geringqualifizierte gibt es auch Akademiker und Leute mit einer guten Ausbildung. Dennoch brauchen wir ein BGE. Die Sozialsysteme haben keine Zukunft und diese Arbeitsmoral passt nicht mehr zu unserer Zeit. Obwohl ich mich sowieso immer frage warum die Erwerbsarbeit immer so idealisiert wird. Es gibt doch auch Hobbys. Gerade für die Freigeister ist es doch etwas positives.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Alpha Centauri » Mi 21. Nov 2018, 22:19

lili hat geschrieben:(21 Nov 2018, 21:59)

Neben den Geringqualifizierte gibt es auch Akademiker und Leute mit einer guten Ausbildung. Dennoch brauchen wir ein BGE. Die Sozialsysteme haben keine Zukunft und diese Arbeitsmoral passt nicht mehr zu unserer Zeit. Obwohl ich mich sowieso immer frage warum die Erwerbsarbeit immer so idealisiert wird. Es gibt doch auch Hobbys. Gerade für die Freigeister ist es doch etwas positives.


Naja die Erwerbsarbeit ist halt für Leistungsfetischisten von gestern ein feuchter Traum geblieben, dass wird sich ändern da sich dank.Digitalisierung alles ändert.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Misterfritz » Mi 21. Nov 2018, 22:20

lili hat geschrieben:(21 Nov 2018, 21:59)

Neben den Geringqualifizierte gibt es auch Akademiker und Leute mit einer guten Ausbildung. Dennoch brauchen wir ein BGE. Die Sozialsysteme haben keine Zukunft und diese Arbeitsmoral passt nicht mehr zu unserer Zeit. Obwohl ich mich sowieso immer frage warum die Erwerbsarbeit immer so idealisiert wird. Es gibt doch auch Hobbys. Gerade für die Freigeister ist es doch etwas positives.
Wenn Akademiker arbeitslos sind, dann liegt es oft daran, das sie ein Fach studiert haben, das sie selbst besonders interessiert (oder von dem sie glauben, dass sie es locker über die Bühne kriegen), das aber selten gefragt ist, auch im universitären Bereich.
Normalerweise bekommen aber Akademiker, wenn sie bereit sind ein wenig tiefer einzusteigen, immer einen Job.
Und noch einmal betont: Es gibt keinen Grund, warum die Gesellschaft Leuten, die nur ihrem Hobby nachgehen möchten, einfach ihren Lebensunterhalt zu finanzieren.
Arbeiten, um sein Leben zu bestreiten, gehört seit immer zum Leben. Sonst wären wir nicht soweit gekommen, wir würden immer noch auf Bäumen leben. Und auch Tiere "arbeiten" jeden Tag um ihr Überleben. Alles andere passt nicht. Man kann ja sagen, es kann nicht sein, dass es Menschen gibt, die soviel Geld haben (und immer noch dazu bekommen), das sie es nie im leben benötigen werden. Das sehe ich auch so. Aber ein BGE ist das Brot, fehlen noch die Spiele (oft TV), für eine faule, kaputte Gesellschaft. Und ich habe gar nichts gegen Faulheit, die immer wieder da sein MUSS, aber nicht dauerhaft. Wenn der Mensch nicht faul wäre, hätte er nie arbeitserleichternde Dinge erfunden - als erstes das Rad ;)
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Alpha Centauri » Mi 21. Nov 2018, 22:23

Die Sozialsysteme in ihrer jetzigen Form und Ausgestaltung haben aufgrund der Digitalisierung keine Zukunft , richtig über Alternativen wie Bürgergeld oder bedinungsloses Grundeinkommen.wird ja derzeit debattiert ,
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Alpha Centauri » Mi 21. Nov 2018, 22:26

Misterfritz hat geschrieben:(21 Nov 2018, 22:20)

Wenn Akademiker arbeitslos sind, dann liegt es oft daran, das sie ein Fach studiert haben, das sie selbst besonders interessiert (oder von dem sie glauben, dass sie es locker über die Bühne kriegen), das aber selten gefragt ist, auch im universitären Bereich.
Normalerweise bekommen aber Akademiker, wenn sie bereit sind ein wenig tiefer einzusteigen, immer einen Job.
Und noch einmal betont: Es gibt keinen Grund, warum die Gesellschaft Leuten, die nur ihrem Hobby nachgehen möchten, einfach ihren Lebensunterhalt zu finanzieren.
Arbeiten, um sein Leben zu bestreiten, gehört seit immer zum Leben. Sonst wären wir nicht soweit gekommen, wir würden immer noch auf Bäumen leben. Und auch Tiere "arbeiten" jeden Tag um ihr Überleben. Alles andere passt nicht. Man kann ja sagen, es kann nicht sein, dass es Menschen gibt, die soviel Geld haben (und immer noch dazu bekommen), das sie es nie im leben benötigen werden. Das sehe ich auch so. Aber ein BGE ist das Brot, fehlen noch die Spiele (oft TV), für eine faule, kaputte Gesellschaft. Und ich habe gar nichts gegen Faulheit, die immer wieder da sein MUSS, aber nicht dauerhaft. Wenn der Mensch nicht faul wäre, hätte er nie arbeitserleichternde Dinge erfunden - als erstes das Rad ;)


Diese Behauptung ist alleine historisch gesehen schlicht falsch.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Alpha Centauri » Mi 21. Nov 2018, 22:30

Misterfritz hat geschrieben:(21 Nov 2018, 22:20)

Wenn Akademiker arbeitslos sind, dann liegt es oft daran, das sie ein Fach studiert haben, das sie selbst besonders interessiert (oder von dem sie glauben, dass sie es locker über die Bühne kriegen), das aber selten gefragt ist, auch im universitären Bereich.
Normalerweise bekommen aber Akademiker, wenn sie bereit sind ein wenig tiefer einzusteigen, immer einen Job.
Und noch einmal betont: Es gibt keinen Grund, warum die Gesellschaft Leuten, die nur ihrem Hobby nachgehen möchten, einfach ihren Lebensunterhalt zu finanzieren.
Arbeiten, um sein Leben zu bestreiten, gehört seit immer zum Leben. Sonst wären wir nicht soweit gekommen, wir würden immer noch auf Bäumen leben. Und auch Tiere "arbeiten" jeden Tag um ihr Überleben. Alles andere passt nicht. Man kann ja sagen, es kann nicht sein, dass es Menschen gibt, die soviel Geld haben (und immer noch dazu bekommen), das sie es nie im leben benötigen werden. Das sehe ich auch so. Aber ein BGE ist das Brot, fehlen noch die Spiele (oft TV), für eine faule, kaputte Gesellschaft. Und ich habe gar nichts gegen Faulheit, die immer wieder da sein MUSS, aber nicht dauerhaft. Wenn der Mensch nicht faul wäre, hätte er nie arbeitserleichternde Dinge erfunden - als erstes das Rad ;)


Und dein Vergleich mit der Natur ist schon schräg, im Regenwald müssen Tiere weder für Wasser noch Nahrung Geld bezahlen, da ist alles kostenlose ( aus monetärer Sicht

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