BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

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TheManFromDownUnder
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon TheManFromDownUnder » Mo 26. Mär 2018, 08:25

Alpha Centauri hat geschrieben:(25 Mar 2018, 22:14)

Es geht ja beim BGE nicht um sich aushalten lassen, sondern das die Grundbedürfnisse des Menschen staatlicherseits bedinungslos zu gewährleisten sind dann kann man von.einem sozialen Staat reden.


Und das fuehrt zu noch mehr Wohlfahrtsabhaengigkeit. Es gibt genug Leute, die glauben der Staat schulded ihnen was. Es gibt genug Leute die wollen nicht fuer sich selbst Verantwortung uebernehmen und sich verdammt gerne aushalten lassen. Wie waere es mit "Hilf dir selbst". Wir brauchen weniger Staat nicht mehr Staat.
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Realist2014
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Realist2014 » Mo 26. Mär 2018, 09:56

Alpha Centauri hat geschrieben:(25 Mar 2018, 22:14)

Es geht ja beim BGE nicht um sich aushalten lassen,


offensichtlich schon

sondern das die Grundbedürfnisse des Menschen staatlicherseits bedinungslos zu gewährleisten sind


Das steht so weder in der deutschen Verfassung- noch in einer anderen auf diesem Planeten

dann kann man von.einem sozialen Staat reden.


dann würde es auf diesem Planeten überhaupt keine "sozialen Staaten" geben.
Das ist natürlich kompletter NONSENS
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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jorikke
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon jorikke » Mo 26. Mär 2018, 11:58

Alpha Centauri hat geschrieben:(25 Mar 2018, 22:14)

Es geht ja beim BGE nicht um sich aushalten lassen, sondern das die Grundbedürfnisse des Menschen staatlicherseits bedinungslos zu gewährleisten sind dann kann man von.einem sozialen Staat reden.


Wenn das so wäre dann könnte ich mich, zumindest ideell, damit anfreunden.
Das BGE soll aber jeder bekommen. Selbst Menschen, die über die Erfüllung von Grundbedürfnissen nur lächeln können.
Sprich, BGE auch für jeden Krösus.
Solange so ein Blödsinn im Raum steht, weigere ich mich einfach dem Thema ernsthaft zu begegnen.
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Maltrino
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Re: Solidarisches Grundeinkommen

Beitragvon Maltrino » Sa 31. Mär 2018, 08:53

Wähler hat geschrieben:(31 Mar 2018, 09:38)

Dass der Sozialstaat die Mittelschicht überproportional begünstigt und von Geringverdienern überproportional Sozialabgaben verlangt, dafür können aber Hartz-IV-Empfänger nichts. Die sozialverträgliche und faire Gestaltung des Übergangs von der Grundsicherung in den Arbeitsmarkt der Geringverdiener ist nicht einfach. Aber nach dem Versuch der "Bürgerarbeit" von 2009 bis 2013 sollte ein weiterer Versuch unter der Etikette "Solidarisches Grundeinkommen" nicht leichtfertig verhindert werden. Es entsteht übrigens keine Gesamtbild ohne grobe Details. ;)


Kannst du (oder auch andere) mir nicht einfach mal zustimmen, muss es immer noch ein Seitenhieb sein, so dass auf jeden Fall vermieden wird, dass der Eindruck entsteht ich habe recht? Nein, die "Hartzer" können natürlich nichts dafür. Es geht mir aber auch nicht darum "Hartzer" und "Geringverdiener" gegeneinander auszuspielen. Wenn die "Hartzer" zu wenig haben, dann müssen die Reichen halt mehr abgeben, denn die haben es ja, wer sonst. Und doch, die "faire" Gestaltung des Übergangs von der Grundsicherung in den Arbeitsmarkt, ist einfach. Das habe ich nicht zuletzt begriffen als ich im Umfeld der Piratenpartei mit einigen, ich nenne es mal, "Intellektuellen" verschiedene Modelle (BGE Modelle, negative Einkommenssteuer, Hartz4...) verglichen hab. Und die waren sogar so fleißig und haben das alles in Grafiken und Tabellen verdeutlicht. Und da wurde auf den ersten Blick klar. Das jetzt System ist nicht ansatzweise dazu in der Lage diesen Übergang "fair" zu gestalten. Nur Modelle die einem BGE oder einer vielleicht noch einer negativen Einkommenssteuer nahe kamen waren dazu in der Lage. Das hat nicht mit BGE Romantik zu tun und mit "Wenn das BGE kommt, dann sitzen wir alle gemeinsam jeden Tag an der Tofu Tafel und kaufen fair gehandelte Strick Pullis". Um diesen Übergang "fair" zu gestalten muss das gesamte System von Grund auf neu gedacht und gestaltet werden. Ok, man könnte auch tausende kleine Details anpassen, um dann auf diese Art und Weise Hartz4 BGE ähnlich zu machen, das wäre aber etwas ineffizient und würde wahrscheinlich wieder in absurder Wortklauberei (oder so) enden. Nochmal: Es ist möglich diesen Übergang "fair" zu gestalten. Aber alles was so "fair" ist ist BGE nah. Wer alles ablehnt was einem BGE nahe kommt (wie offenbar auch die solidarischen Grundeikommens Befürworter), der wird es nicht schaffen.
Wie ihr seht, habe ich jetzt auch ein Profilbild wo das Portrait eines großen politischen Denkers aus der Vergangenheit abgebildet ist. Damit ist jetzt jede meiner Aussagen wahr und absolut seriös.
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Re: Solidarisches Grundeinkommen

Beitragvon Wähler » Sa 31. Mär 2018, 09:22

Wähler hat geschrieben:(31 Mar 2018, 09:38)
Dass der Sozialstaat die Mittelschicht überproportional begünstigt und von Geringverdienern überproportional Sozialabgaben verlangt, dafür können aber Hartz-IV-Empfänger nichts. Die sozialverträgliche und faire Gestaltung des Übergangs von der Grundsicherung in den Arbeitsmarkt der Geringverdiener ist nicht einfach. Aber nach dem Versuch der "Bürgerarbeit" von 2009 bis 2013 sollte ein weiterer Versuch unter der Etikette "Solidarisches Grundeinkommen" nicht leichtfertig verhindert werden. Es entsteht übrigens keine Gesamtbild ohne grobe Details. ;)

Maltrino hat geschrieben:(31 Mar 2018, 09:53)
Das jetzt System ist nicht ansatzweise dazu in der Lage diesen Übergang "fair" zu gestalten. Nur Modelle die einem BGE oder einer vielleicht noch einer negativen Einkommenssteuer nahe kamen waren dazu in der Lage. Ok, man könnte auch tausende kleine Details anpassen, um dann auf diese Art und Weise Hartz4 BGE ähnlich zu machen, das wäre aber etwas ineffizient und würde wahrscheinlich wieder in absurder Wortklauberei (oder so) enden. Nochmal: Es ist möglich diesen Übergang "fair" zu gestalten. Aber alles was so "fair" ist ist BGE nah. Wer alles ablehnt was einem BGE nahe kommt (wie offenbar auch die solidarischen Grundeikommens Befürworter), der wird es nicht schaffen.

Okay, das ist vorerst Deine Arbeitshypothese. Für ein BGE als Alternative zu Hartz IV ist es, auch unabhängig von den sachlichen Gegenargumenten, aber sehr schwierig, eine Mehrheit für Gesetzesänderungen in absehbarer Zeit zu finden. Also bleibt nur, kleinere Brötchen zu packen und einen Baustein "Subventionierte Solidararbeit" für eine Legislaturperiode auszuprobieren. Den Begriff "Solidarisches Grundeinkommen" empfinde ich sowieso als irreführend.
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Orbiter1
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Orbiter1 » Di 24. Apr 2018, 08:52

Finnland beendet demnächst das Experiment mit dem BGE. Alles andere wäre auch eine Überraschung gewesen.

"Anderthalb Jahre ist es her, dass Finnland ein viel beachtetes Experiment startete: Einer Gruppe von 2.000 Arbeitslosen zwischen 25 und 58 Jahren wurde von Januar 2017 an ein monatliches Grundeinkommen von 560 Euro ausgezahlt. Eine Verpflichtung zur Arbeitssuche oder -aufnahme war damit nicht verbunden. Und wer Arbeit fand, erhielt trotzdem weiterhin denselben Betrag. Es war europaweit der erste von einer Regierung unterstützte Versuch, ein Grundeinkommen zumindest testweise einzuführen. Nun allerdings hat sich Finnland dagegen entschieden, das Pilotprojekt auszuweiten. Auch für die jetzigen Teilnehmer solle das Programm im Januar kommenden Jahres auslaufen, berichtet der britische Guardian." Quelle: https://www.zeit.de/politik/ausland/201 ... kt-beendet
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Di 24. Apr 2018, 09:16

korrekterweise war das ja auch kein BGE sondern sanktionsfreies Arbeitslosengeld. Scheint aber wohl selbst hier nicht den gewünschten Erfolg gehabt zu haben,


Orbiter1 hat geschrieben:(24 Apr 2018, 09:52)

Finnland beendet demnächst das Experiment mit dem BGE. Alles andere wäre auch eine Überraschung gewesen.

"Anderthalb Jahre ist es her, dass Finnland ein viel beachtetes Experiment startete: Einer Gruppe von 2.000 Arbeitslosen zwischen 25 und 58 Jahren wurde von Januar 2017 an ein monatliches Grundeinkommen von 560 Euro ausgezahlt. Eine Verpflichtung zur Arbeitssuche oder -aufnahme war damit nicht verbunden. Und wer Arbeit fand, erhielt trotzdem weiterhin denselben Betrag. Es war europaweit der erste von einer Regierung unterstützte Versuch, ein Grundeinkommen zumindest testweise einzuführen. Nun allerdings hat sich Finnland dagegen entschieden, das Pilotprojekt auszuweiten. Auch für die jetzigen Teilnehmer solle das Programm im Januar kommenden Jahres auslaufen, berichtet der britische Guardian." Quelle: https://www.zeit.de/politik/ausland/201 ... kt-beendet
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franktoast
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon franktoast » Di 24. Apr 2018, 14:38

jorikke hat geschrieben:(26 Mar 2018, 12:58)

Wenn das so wäre dann könnte ich mich, zumindest ideell, damit anfreunden.
Das BGE soll aber jeder bekommen. Selbst Menschen, die über die Erfüllung von Grundbedürfnissen nur lächeln können.
Sprich, BGE auch für jeden Krösus.
Solange so ein Blödsinn im Raum steht, weigere ich mich einfach dem Thema ernsthaft zu begegnen.

Theoretisch gibt es zwei Ansätze. Nehmen wir an, das BGE soll 1000€ hoch sein und jeder verdiente Euro wird mit 50Cent besteuert.
Ansatz A:
Person 1 verdient 0€ und bekommt 1000€ BGE
Person 2 verdient 1000€ und bekommt 1000€ BGE, bezahlt aber 500€ Steuern -> 1500€
Person 3 verdient 10 000€ und bekommt 1000€ BGE, bezahlt aber 5000€ Steuern -> 6000€

Ansatz B -> negative Einkommenssteuer:
Person 1 verdient 0€ und bekommt 1000€ BGE
Person 2 verdient 1000€ und bekommt 500€ BGE, keine Steuern -> 1500€
Person 3 verdient 10 000€ und bekommt 0€ BGE, bezahlt aber 4000€ Steuern -> 6000€

So bekommen zumindest die Gutverdiener kein BGE und alles gut.

Das ändert aber nichts am Problem, dass auch dei reiche Hausfrau,der reiche Student oder der Weltreisende die 1000€ bekämen.
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon franktoast » Di 24. Apr 2018, 14:40

Orbiter1 hat geschrieben:(24 Apr 2018, 09:52)

Finnland beendet demnächst das Experiment mit dem BGE. Alles andere wäre auch eine Überraschung gewesen.

"Anderthalb Jahre ist es her, dass Finnland ein viel beachtetes Experiment startete: Einer Gruppe von 2.000 Arbeitslosen zwischen 25 und 58 Jahren wurde von Januar 2017 an ein monatliches Grundeinkommen von 560 Euro ausgezahlt. Eine Verpflichtung zur Arbeitssuche oder -aufnahme war damit nicht verbunden. Und wer Arbeit fand, erhielt trotzdem weiterhin denselben Betrag. Es war europaweit der erste von einer Regierung unterstützte Versuch, ein Grundeinkommen zumindest testweise einzuführen. Nun allerdings hat sich Finnland dagegen entschieden, das Pilotprojekt auszuweiten. Auch für die jetzigen Teilnehmer solle das Programm im Januar kommenden Jahres auslaufen, berichtet der britische Guardian." Quelle: https://www.zeit.de/politik/ausland/201 ... kt-beendet

Ich frage mich, was man sich von einem Experiment erhofft...

Ähnlich wie: Ich zahl dir jetzt 1000€ Grundeinkommen auf unbestimmte Zeit. Aha, nach einem Jahr immer noch nicht deinen Job hingeworfen. BGE sorgt also nicht dafür, dass keiner mehr arbeitet.
-_-
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Re: Solidarisches Grundeinkommen

Beitragvon Alpha Centauri » Do 26. Apr 2018, 22:28

Wähler hat geschrieben:(31 Mar 2018, 10:22)

Okay, das ist vorerst Deine Arbeitshypothese. Für ein BGE als Alternative zu Hartz IV ist es, auch unabhängig von den sachlichen Gegenargumenten, aber sehr schwierig, eine Mehrheit für Gesetzesänderungen in absehbarer Zeit zu finden. Also bleibt nur, kleinere Brötchen zu packen und einen Baustein "Subventionierte Solidararbeit" für eine Legislaturperiode auszuprobieren. Den Begriff "Solidarisches Grundeinkommen" empfinde ich sowieso als irreführend.



Ein Missbrauch des Begriffes nichts weiter
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Re: Hartz-IV jetzt abschaffen!

Beitragvon Realist2014 » Mo 30. Apr 2018, 07:36

Alpha Centauri hat geschrieben:(29 Apr 2018, 22:40)

Hartz4 gehört durch ein bedinungsloses Grundeinkommen längst ersetzt





wird es nicht geben.

Es wird keine "Arbeitsbefreiung" der "Geringkompetenzler" geben.

Egal wie laut das diese Minderheit fordert.
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Re: Hartz-IV jetzt abschaffen!

Beitragvon Cat with a whip » Mo 30. Apr 2018, 07:38

Wenn nicht klar ist welche Leistungen ein "BGE" umfasst und wo das Sozialsystem noch ergänzt bleibt das "BGE" ein trojanisches Pferd in dem der größte Sozialabbau seit 45 versteckt werden kann.

Auch die Gewerkschaften sind dagegen.
http://www.fr.de/politik/hartz-iv-gewer ... -a-1496936
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Re: Hartz-IV jetzt abschaffen!

Beitragvon Realist2014 » Mo 30. Apr 2018, 08:30

Cat with a whip hat geschrieben:(30 Apr 2018, 08:38)

Wenn nicht klar ist welche Leistungen ein "BGE" umfasst und wo das Sozialsystem noch ergänzt



ein BGE ist per Definition ja OHNE "Ergänzungen"
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Re: BGE

Beitragvon Cat with a whip » Mo 30. Apr 2018, 09:12

Das BGE ist eben innerhalb der breite der Modelle nicht grundlegend und allgemeingültig definiert und auch ein Sozialstaat ist verhandelbar. Die große Gefahr liegt darin, dass über das BGE die Einkommen mancher Leute, insbesondere der Bedürftigen noch schlechter wären.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Wähler » Mo 30. Apr 2018, 17:32

https://www.zeit.de/news/2018-04/30/gew ... -99-111320
Zeit 30. April 2018 Gewerkschaften gegen bedingungsloses Grundeinkommen
'"Menschen mit einer Stillhalteprämie aufs Abstellgleis zu stellen, weil ihnen keine Perspektive in der Erwerbsarbeit angeboten werden kann, ist keine Lösung", sagte der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Montag)...Für eine "Illusion" hält den Vorschlag auch Verdi-Chef Frank Bsirske. "Das Grundeinkommen müsste bei rund 1200 Euro pro Monat liegen, um halbwegs auskömmlich zu sein. Das allein würde eine Billion Euro pro Jahr kosten und das heutige Steueraufkommen glatt übersteigen", sagte er der "Passauer Neuen Presse".

Skeptischer ist in diesem Punkt der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher. Er sieht gerade "gut bezahlte Industrie- und Bürojobs der Mittelschicht" gefährdet". In einem Beitrag für den Berliner "Tagesspiegel" (Montag) schrieb er, nur mit mehr Flexibilität und lebenslanger Weiterbildung könnten die Betroffenen dem begegnen. Er schlug vor, dass für jeden Volljährigen 20 000 Euro bereitgestellt würden, mit denen im Laufe des Berufslebens Weiterbildungen, Umschulungen, aber auch familiäre Pflegezeiten bezahlt werden könnten.

Deutschland liegt in der Mitte Europas und denkt über Insellösungen nach.
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Re: BGE

Beitragvon Realist2014 » Mo 30. Apr 2018, 17:34

Cat with a whip hat geschrieben:(30 Apr 2018, 10:12)

r. Die große Gefahr liegt darin, dass über das BGE die Einkommen mancher Leute, insbesondere der Bedürftigen noch schlechter wären.


das wäre definitiv der Fall

Heute beträgt die "Gesamtleistung" aufgrund der unterschiedlichen Wohnkosten bei einem Single zwischen 600 Euro und 1100 Euro.

Bei einem BGE wären die "Billigwohner" bevorzugt- die "teuerwohner" in den Metropolen die Deppen...
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Maltrino
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Die wahre Steuerlast der Niedriglöhner

Beitragvon Maltrino » Do 10. Mai 2018, 21:43

Auf Anregungen aus dem "Zuverdienst bei Hartz4" Thema, und weil ich es nicht glaube, dass Niedriglöhner "keine Steuern" zahlen, habe ich etwas gemacht, was vor Jahren schonmal im Umfeld der Piratenpartei ein schlauer Mensch gemacht hat, was ich aber nicht wiederfand und was ich deshalb nochmal selber in einer Tabellenkalkulation durchgespielt habe, hier die entscheidende Grafik:

http://www.directupload.net/file/d/5083/f54c5bhd_jpg.htm

Was habe ich gemacht? Ich habe den Monatsverdienst als "Brutto" als Grundlage genommen (hellrosa Balken) und dem etwas gegenübergestellt (dunkelblaue Balken), was ich "Hartz4 Netto" nenne, und wo ich stur das eingetragen habe was Brutto Netto Rechner im Internet und Hartz Rechner so ausspucken. Was optisch sofort ins Aug fällt (zumindest in meine Augen): Dieses "Hartz4 Netto" fällt nie unter ca. 800 Euro. Ich habe deshalb also ganz frech mal geguckt was passiert wenn wir sagen, dass der Staat bei uns jetzt de Facto jedem (der nicht sanktioniert wird) 800 Euro "Grundeinkommen" garantiert und habe mal so getan (was aber vielleicht sogar faktisch stimmt) als ob jeder Mensch (der nicht sanktioniert wird) 800 Euro "Grundeinkommen" bekommt. Dann habe ich geguckt wie die "de Facto Steuersätze" sich dann darstellen.

Ich habe also Hartz4 und Einkommenssteuer als Einheit gesehen und es so interpretiert, dass unser Staat heute (!) 800 Euro Grundeinkommen zahlt und mit der EInkommenssteuer verrechnet. Und was dann interessant ist: Wenn man unser heutiges System so interpretiert, dass der Staat ein 800 Euro Grundeinkommen "auszahlt", dann sieht man (grüne Balken), dass vollständig Arbeitslose 0% Steuern zahlen, Gutverdiener ca. 40%, Niedrigverdiener allerdings fast 80% Steuern! Soviel um Thema "Niedriglöhner zahlen keine Steuern". Nein, wenn man das Gesamtsystem als Einheit betrachtet, dass ist es für einen Niedriglöhner, der 1000 Euro Brutto verdient, so als ob er fast 80% Steuern zahlt, zumindest wenn er sich mit seinen Nachbarn, die unterschiedliches wie er verdienen, vergleicht.

Ist dies ein Taschenspielertrick? Ich habe dort nicht "falsches" eingetragen. Ich habe Werte genommen die real sind, die sich aus den heutigen Hartz4- und Einkommenssteuersätzen ergeben und sie als Einheit interpretiert.

Fazit: De Facto ist es so, dass in Deutschland die Niedriglöhner, so zwischen 500 und 1500 Euro Brutto die mit Abstand höchsten ("de Facto-") Steuersätze haben.

Wer finanziert nun also wen? Wenn diese Grafik (siehe oben) Sinn ergibt (und das tut sie meiner Meinung nach), dann trägt jeder der was verdient Lasten, um die Grundsicherung der "völlig Armen" zu finanzieren. Aber die Niedriglöhner tragen de Facto die mit Abstand höchsten Lasten. Sie profitieren von allen am wenigsten vom eigenen Verdienst. Dadurch, dass sie auf soviel Geld verzichten (müssen), macht die Aussage "Die Armen finanzieren die ganz Armen" meiner Meinung nach schon Sinn. Das ganze jetzige System funktioniert so nur, weil die Niedriglöhner de Facto die höchsten Steuersätze haben.

Und welche Vergünstigungen für Leute die 500 bis 1500 Euro Brutto verdienen findet ihr um das was ich herausgefunden hab auszugleichen? Haben die Niedriglöhner irgendwelche Vergünstigungen die dafür sorgen, dass sie doch de Facto 40% Steuern zahlen wie die meisten anderen?

WIe gesagt, da das irgendwie mit allem etwas zu tun hat, eigentlich eine Analyse des jetzigen Systems ist, aber auch das Wort "Grundeinkommen" fällt, was man ja in den anderen Themen nicht sagen darf, hab ich hier mal reingeschrieben. Brauch ja auch keine große Diskussion darüber hier geführt werden wie man es bessern kann. Thema ist hier glaube ich: Ist meine Analyse richtig? Oder hab ich irgendwelche Vergünstigungen für Niedriglöhner vergessen, die in die Gesamtbetrachtung mit einbezogen werden müssen? Wenn nicht, dann ist das Fazit ernüchternd. Die die am wenigsten verdienen, die zahlen den höchsten Preis dafür, dass das System, ohne Steuererhöhung für Gutverdiener, funktioniert.
Zuletzt geändert von Maltrino am Do 10. Mai 2018, 23:26, insgesamt 1-mal geändert.
Wie ihr seht, habe ich jetzt auch ein Profilbild wo das Portrait eines großen politischen Denkers aus der Vergangenheit abgebildet ist. Damit ist jetzt jede meiner Aussagen wahr und absolut seriös.
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Re: Die wahre Steuerlast der Niedriglöhner

Beitragvon Misterfritz » Do 10. Mai 2018, 21:53

Maltrino hat geschrieben:(10 May 2018, 22:43)

Auf Anregungen aus dem "Zuverdienst bei Hartz4" Thema, und weil ich es nicht glaube, dass Niedriglöhner "keine Steuern" zahlen, habe ich etwas gemacht, was vor Jahren schonmal im Umfeld der Piratenpartei ein schlauer Mensch gemacht hat, was ich aber nicht wiederfand und was ich deshalb nochmal selber in einer Tabellenkalkulation durchgespielt habe, hier die entscheidende Grafik:
Schön, das können wir abkürzen,
wenn es heisst, dass Niedriglöhner keine Steuern bezahlen, dann geht es sachbezogen um LOHNSTEUER!
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Re: Die wahre Steuerlast der Niedriglöhner

Beitragvon Maltrino » Do 10. Mai 2018, 22:01

Misterfritz hat geschrieben:(10 May 2018, 22:53)

Schön, das können wir abkürzen,
wenn es heisst, dass Niedriglöhner keine Steuern bezahlen, dann geht es sachbezogen um LOHNSTEUER!


Wie meinst du? Das was ich in der Grafik "faktischer Steuersatz" nenne, das ist keine Steuer für die es beim Finanzamt ein Formular gibt. Sie ergibt sich nur aus der Gesamtbetrachtung. Es geht darum den Nachteil der Niedriglöhner sichbar zu machen. Wenn die ärmeren Hartz4 bekommen und die Reicheren einen Großteil ihres Einkommens behalten dürften, dann haben die Niedriglöhner, obwohl so nummerisch keine Steuern zahlen, trotzdem einen Nachteil gegenüber allen anderen. So. :|
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Re: Die wahre Steuerlast der Niedriglöhner

Beitragvon Tom Bombadil » Do 10. Mai 2018, 22:18

Wie berechnet sich denn dieser "faktische Steuersatz"? Jemand mit 1000 € brutto zahlt ca. 75% Steuern?
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
Thomas Jefferson

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