BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

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TheManFromDownUnder
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon TheManFromDownUnder » Mo 26. Mär 2018, 08:25

Alpha Centauri hat geschrieben:(25 Mar 2018, 22:14)

Es geht ja beim BGE nicht um sich aushalten lassen, sondern das die Grundbedürfnisse des Menschen staatlicherseits bedinungslos zu gewährleisten sind dann kann man von.einem sozialen Staat reden.


Und das fuehrt zu noch mehr Wohlfahrtsabhaengigkeit. Es gibt genug Leute, die glauben der Staat schulded ihnen was. Es gibt genug Leute die wollen nicht fuer sich selbst Verantwortung uebernehmen und sich verdammt gerne aushalten lassen. Wie waere es mit "Hilf dir selbst". Wir brauchen weniger Staat nicht mehr Staat.
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Realist2014
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Realist2014 » Mo 26. Mär 2018, 09:56

Alpha Centauri hat geschrieben:(25 Mar 2018, 22:14)

Es geht ja beim BGE nicht um sich aushalten lassen,


offensichtlich schon

sondern das die Grundbedürfnisse des Menschen staatlicherseits bedinungslos zu gewährleisten sind


Das steht so weder in der deutschen Verfassung- noch in einer anderen auf diesem Planeten

dann kann man von.einem sozialen Staat reden.


dann würde es auf diesem Planeten überhaupt keine "sozialen Staaten" geben.
Das ist natürlich kompletter NONSENS
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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jorikke
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon jorikke » Mo 26. Mär 2018, 11:58

Alpha Centauri hat geschrieben:(25 Mar 2018, 22:14)

Es geht ja beim BGE nicht um sich aushalten lassen, sondern das die Grundbedürfnisse des Menschen staatlicherseits bedinungslos zu gewährleisten sind dann kann man von.einem sozialen Staat reden.


Wenn das so wäre dann könnte ich mich, zumindest ideell, damit anfreunden.
Das BGE soll aber jeder bekommen. Selbst Menschen, die über die Erfüllung von Grundbedürfnissen nur lächeln können.
Sprich, BGE auch für jeden Krösus.
Solange so ein Blödsinn im Raum steht, weigere ich mich einfach dem Thema ernsthaft zu begegnen.
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Maltrino
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Re: Solidarisches Grundeinkommen

Beitragvon Maltrino » Sa 31. Mär 2018, 08:53

Wähler hat geschrieben:(31 Mar 2018, 09:38)

Dass der Sozialstaat die Mittelschicht überproportional begünstigt und von Geringverdienern überproportional Sozialabgaben verlangt, dafür können aber Hartz-IV-Empfänger nichts. Die sozialverträgliche und faire Gestaltung des Übergangs von der Grundsicherung in den Arbeitsmarkt der Geringverdiener ist nicht einfach. Aber nach dem Versuch der "Bürgerarbeit" von 2009 bis 2013 sollte ein weiterer Versuch unter der Etikette "Solidarisches Grundeinkommen" nicht leichtfertig verhindert werden. Es entsteht übrigens keine Gesamtbild ohne grobe Details. ;)


Kannst du (oder auch andere) mir nicht einfach mal zustimmen, muss es immer noch ein Seitenhieb sein, so dass auf jeden Fall vermieden wird, dass der Eindruck entsteht ich habe recht? Nein, die "Hartzer" können natürlich nichts dafür. Es geht mir aber auch nicht darum "Hartzer" und "Geringverdiener" gegeneinander auszuspielen. Wenn die "Hartzer" zu wenig haben, dann müssen die Reichen halt mehr abgeben, denn die haben es ja, wer sonst. Und doch, die "faire" Gestaltung des Übergangs von der Grundsicherung in den Arbeitsmarkt, ist einfach. Das habe ich nicht zuletzt begriffen als ich im Umfeld der Piratenpartei mit einigen, ich nenne es mal, "Intellektuellen" verschiedene Modelle (BGE Modelle, negative Einkommenssteuer, Hartz4...) verglichen hab. Und die waren sogar so fleißig und haben das alles in Grafiken und Tabellen verdeutlicht. Und da wurde auf den ersten Blick klar. Das jetzt System ist nicht ansatzweise dazu in der Lage diesen Übergang "fair" zu gestalten. Nur Modelle die einem BGE oder einer vielleicht noch einer negativen Einkommenssteuer nahe kamen waren dazu in der Lage. Das hat nicht mit BGE Romantik zu tun und mit "Wenn das BGE kommt, dann sitzen wir alle gemeinsam jeden Tag an der Tofu Tafel und kaufen fair gehandelte Strick Pullis". Um diesen Übergang "fair" zu gestalten muss das gesamte System von Grund auf neu gedacht und gestaltet werden. Ok, man könnte auch tausende kleine Details anpassen, um dann auf diese Art und Weise Hartz4 BGE ähnlich zu machen, das wäre aber etwas ineffizient und würde wahrscheinlich wieder in absurder Wortklauberei (oder so) enden. Nochmal: Es ist möglich diesen Übergang "fair" zu gestalten. Aber alles was so "fair" ist ist BGE nah. Wer alles ablehnt was einem BGE nahe kommt (wie offenbar auch die solidarischen Grundeikommens Befürworter), der wird es nicht schaffen.
Wie ihr seht, habe ich jetzt auch ein Profilbild wo das Portrait eines großen politischen Denkers aus der Vergangenheit abgebildet ist. Damit ist jetzt jede meiner Aussagen wahr und absolut seriös.
Wähler
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Re: Solidarisches Grundeinkommen

Beitragvon Wähler » Sa 31. Mär 2018, 09:22

Wähler hat geschrieben:(31 Mar 2018, 09:38)
Dass der Sozialstaat die Mittelschicht überproportional begünstigt und von Geringverdienern überproportional Sozialabgaben verlangt, dafür können aber Hartz-IV-Empfänger nichts. Die sozialverträgliche und faire Gestaltung des Übergangs von der Grundsicherung in den Arbeitsmarkt der Geringverdiener ist nicht einfach. Aber nach dem Versuch der "Bürgerarbeit" von 2009 bis 2013 sollte ein weiterer Versuch unter der Etikette "Solidarisches Grundeinkommen" nicht leichtfertig verhindert werden. Es entsteht übrigens keine Gesamtbild ohne grobe Details. ;)

Maltrino hat geschrieben:(31 Mar 2018, 09:53)
Das jetzt System ist nicht ansatzweise dazu in der Lage diesen Übergang "fair" zu gestalten. Nur Modelle die einem BGE oder einer vielleicht noch einer negativen Einkommenssteuer nahe kamen waren dazu in der Lage. Ok, man könnte auch tausende kleine Details anpassen, um dann auf diese Art und Weise Hartz4 BGE ähnlich zu machen, das wäre aber etwas ineffizient und würde wahrscheinlich wieder in absurder Wortklauberei (oder so) enden. Nochmal: Es ist möglich diesen Übergang "fair" zu gestalten. Aber alles was so "fair" ist ist BGE nah. Wer alles ablehnt was einem BGE nahe kommt (wie offenbar auch die solidarischen Grundeikommens Befürworter), der wird es nicht schaffen.

Okay, das ist vorerst Deine Arbeitshypothese. Für ein BGE als Alternative zu Hartz IV ist es, auch unabhängig von den sachlichen Gegenargumenten, aber sehr schwierig, eine Mehrheit für Gesetzesänderungen in absehbarer Zeit zu finden. Also bleibt nur, kleinere Brötchen zu packen und einen Baustein "Subventionierte Solidararbeit" für eine Legislaturperiode auszuprobieren. Den Begriff "Solidarisches Grundeinkommen" empfinde ich sowieso als irreführend.
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Orbiter1
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Orbiter1 » Di 24. Apr 2018, 08:52

Finnland beendet demnächst das Experiment mit dem BGE. Alles andere wäre auch eine Überraschung gewesen.

"Anderthalb Jahre ist es her, dass Finnland ein viel beachtetes Experiment startete: Einer Gruppe von 2.000 Arbeitslosen zwischen 25 und 58 Jahren wurde von Januar 2017 an ein monatliches Grundeinkommen von 560 Euro ausgezahlt. Eine Verpflichtung zur Arbeitssuche oder -aufnahme war damit nicht verbunden. Und wer Arbeit fand, erhielt trotzdem weiterhin denselben Betrag. Es war europaweit der erste von einer Regierung unterstützte Versuch, ein Grundeinkommen zumindest testweise einzuführen. Nun allerdings hat sich Finnland dagegen entschieden, das Pilotprojekt auszuweiten. Auch für die jetzigen Teilnehmer solle das Programm im Januar kommenden Jahres auslaufen, berichtet der britische Guardian." Quelle: https://www.zeit.de/politik/ausland/201 ... kt-beendet
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Di 24. Apr 2018, 09:16

korrekterweise war das ja auch kein BGE sondern sanktionsfreies Arbeitslosengeld. Scheint aber wohl selbst hier nicht den gewünschten Erfolg gehabt zu haben,


Orbiter1 hat geschrieben:(24 Apr 2018, 09:52)

Finnland beendet demnächst das Experiment mit dem BGE. Alles andere wäre auch eine Überraschung gewesen.

"Anderthalb Jahre ist es her, dass Finnland ein viel beachtetes Experiment startete: Einer Gruppe von 2.000 Arbeitslosen zwischen 25 und 58 Jahren wurde von Januar 2017 an ein monatliches Grundeinkommen von 560 Euro ausgezahlt. Eine Verpflichtung zur Arbeitssuche oder -aufnahme war damit nicht verbunden. Und wer Arbeit fand, erhielt trotzdem weiterhin denselben Betrag. Es war europaweit der erste von einer Regierung unterstützte Versuch, ein Grundeinkommen zumindest testweise einzuführen. Nun allerdings hat sich Finnland dagegen entschieden, das Pilotprojekt auszuweiten. Auch für die jetzigen Teilnehmer solle das Programm im Januar kommenden Jahres auslaufen, berichtet der britische Guardian." Quelle: https://www.zeit.de/politik/ausland/201 ... kt-beendet
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franktoast
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon franktoast » Di 24. Apr 2018, 14:38

jorikke hat geschrieben:(26 Mar 2018, 12:58)

Wenn das so wäre dann könnte ich mich, zumindest ideell, damit anfreunden.
Das BGE soll aber jeder bekommen. Selbst Menschen, die über die Erfüllung von Grundbedürfnissen nur lächeln können.
Sprich, BGE auch für jeden Krösus.
Solange so ein Blödsinn im Raum steht, weigere ich mich einfach dem Thema ernsthaft zu begegnen.

Theoretisch gibt es zwei Ansätze. Nehmen wir an, das BGE soll 1000€ hoch sein und jeder verdiente Euro wird mit 50Cent besteuert.
Ansatz A:
Person 1 verdient 0€ und bekommt 1000€ BGE
Person 2 verdient 1000€ und bekommt 1000€ BGE, bezahlt aber 500€ Steuern -> 1500€
Person 3 verdient 10 000€ und bekommt 1000€ BGE, bezahlt aber 5000€ Steuern -> 6000€

Ansatz B -> negative Einkommenssteuer:
Person 1 verdient 0€ und bekommt 1000€ BGE
Person 2 verdient 1000€ und bekommt 500€ BGE, keine Steuern -> 1500€
Person 3 verdient 10 000€ und bekommt 0€ BGE, bezahlt aber 4000€ Steuern -> 6000€

So bekommen zumindest die Gutverdiener kein BGE und alles gut.

Das ändert aber nichts am Problem, dass auch dei reiche Hausfrau,der reiche Student oder der Weltreisende die 1000€ bekämen.
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
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franktoast
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon franktoast » Di 24. Apr 2018, 14:40

Orbiter1 hat geschrieben:(24 Apr 2018, 09:52)

Finnland beendet demnächst das Experiment mit dem BGE. Alles andere wäre auch eine Überraschung gewesen.

"Anderthalb Jahre ist es her, dass Finnland ein viel beachtetes Experiment startete: Einer Gruppe von 2.000 Arbeitslosen zwischen 25 und 58 Jahren wurde von Januar 2017 an ein monatliches Grundeinkommen von 560 Euro ausgezahlt. Eine Verpflichtung zur Arbeitssuche oder -aufnahme war damit nicht verbunden. Und wer Arbeit fand, erhielt trotzdem weiterhin denselben Betrag. Es war europaweit der erste von einer Regierung unterstützte Versuch, ein Grundeinkommen zumindest testweise einzuführen. Nun allerdings hat sich Finnland dagegen entschieden, das Pilotprojekt auszuweiten. Auch für die jetzigen Teilnehmer solle das Programm im Januar kommenden Jahres auslaufen, berichtet der britische Guardian." Quelle: https://www.zeit.de/politik/ausland/201 ... kt-beendet

Ich frage mich, was man sich von einem Experiment erhofft...

Ähnlich wie: Ich zahl dir jetzt 1000€ Grundeinkommen auf unbestimmte Zeit. Aha, nach einem Jahr immer noch nicht deinen Job hingeworfen. BGE sorgt also nicht dafür, dass keiner mehr arbeitet.
-_-
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Re: Solidarisches Grundeinkommen

Beitragvon Alpha Centauri » Do 26. Apr 2018, 22:28

Wähler hat geschrieben:(31 Mar 2018, 10:22)

Okay, das ist vorerst Deine Arbeitshypothese. Für ein BGE als Alternative zu Hartz IV ist es, auch unabhängig von den sachlichen Gegenargumenten, aber sehr schwierig, eine Mehrheit für Gesetzesänderungen in absehbarer Zeit zu finden. Also bleibt nur, kleinere Brötchen zu packen und einen Baustein "Subventionierte Solidararbeit" für eine Legislaturperiode auszuprobieren. Den Begriff "Solidarisches Grundeinkommen" empfinde ich sowieso als irreführend.



Ein Missbrauch des Begriffes nichts weiter

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