Rente mit 70

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Frank_Stein
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Re: Rente mit 70

Beitragvon Frank_Stein » Do 26. Jan 2017, 23:41

Macc hat geschrieben:(10 Jan 2015, 08:56)

Da hat sich mal wieder einer demaskiert.

Der Chef der Bundesanstalt für Arbeit Weise hat die Rente mit 70 vorgeschlagen.
" Um Anreize auch in die andere Richtung zu schaffen "

Meine Prognose :

Das ist der erste Schritt eines Dammbruchs.

In einiger Zeit wird nicht mehr von " Anreizen in die andere Richtung " gesprochen
werden, sondern von der Rente mit 70 als dringend erforderlich auf Grund der
demographischen Entwicklung.

Es sollte von den Oberen klar gesagt werden :
" Der Bürger muß unserer Meinung nach schuften bis er in die Gruft fällt ".

Das wäre zwar eine krasse Formulierung aber wenigstens ehrlich ...



Es gibt ja unterschiedliche Möglichkeiten, sich dem Thema zu nähren

wir sollten weniger lang leben - dann können wir früher in Rente gehen
wenn wir länger leben, dann müssen wir entweder länger arbeiten oder mit weniger Rente zufrieden sein

und außerdem brauchen wir mehr Kinder, um die Bevölkerung zu stabilisieren, denn am Ende wird es
die junge Generation sein, die für die Rentner aufkommt - fehlt die junge Generation, werden wir
wirklich arbeiten müssen, bis wir in die Gruft fallen

auf Kapitalanlage und Rendite sollten wir besser nicht hoffen, denn aktuell gibt es mehr Geld, als
für Investitionen nachgefragt wird - daher auch negative Zinsen
Demokratie ist zu wichtig, um sie dem Volk zu überlassen.
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unity in diversity
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Re: Rente mit 70

Beitragvon unity in diversity » Fr 27. Jan 2017, 19:23

theo hat geschrieben:(26 Jan 2017, 23:41)

Es gibt ja unterschiedliche Möglichkeiten, sich dem Thema zu nähren

wir sollten weniger lang leben - dann können wir früher in Rente gehen
wenn wir länger leben, dann müssen wir entweder länger arbeiten oder mit weniger Rente zufrieden sein

und außerdem brauchen wir mehr Kinder, um die Bevölkerung zu stabilisieren, denn am Ende wird es
die junge Generation sein, die für die Rentner aufkommt - fehlt die junge Generation, werden wir
wirklich arbeiten müssen, bis wir in die Gruft fallen

auf Kapitalanlage und Rendite sollten wir besser nicht hoffen, denn aktuell gibt es mehr Geld, als
für Investitionen nachgefragt wird - daher auch negative Zinsen

Arbeitsproduktivität schlägt Demografie.
Das ist der Grund, warum nicht nur die Fachkräftemangellüge bei den Japanern nicht greift.
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Frank_Stein
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Re: Rente mit 70

Beitragvon Frank_Stein » Fr 27. Jan 2017, 21:25

unity in diversity hat geschrieben:(27 Jan 2017, 19:23)

Arbeitsproduktivität schlägt Demografie.
Das ist der Grund, warum nicht nur die Fachkräftemangellüge bei den Japanern nicht greift.


Arbeitsproduktivität - das ist Blödsinn!

Jene Bereiche, in denen die Produktivität steigt, führt dazu, dass die Preise sinken. Es gibt sehr viele Bereiche, in denen die Produktivität stagniert. Denk nur mal an den Bereicht Lehre oder medizinische Dienste und Altenpflege.

Natürlich müssen wir in Zukunft länger arbeiten, denn wenn man die Kosten auf die wenigen jungen Menschen umschlägt, führt das dazu, dass die Pflege nicht mehr bezahlbar ist, weil die Lohnnebenkosten so hoch sind.
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Re: Rente mit 70

Beitragvon Wähler » Sa 28. Jan 2017, 07:58

theo hat geschrieben:(27 Jan 2017, 21:25)
Jene Bereiche, in denen die Produktivität steigt, führt dazu, dass die Preise sinken. Es gibt sehr viele Bereiche, in denen die Produktivität stagniert. Denk nur mal an den Bereicht Lehre oder medizinische Dienste und Altenpflege.

Japan zeigt doch gerade, wie durch den Einsatz von Robotern die Arbeitsproduktivität in der Altenpflege und in der Rehamedizin gesteigert wird. Auch in der Lehre kann der Einsatz von Internettools und Künstlicher Intelligenz die Effektivität und Effizienz erhöhen.
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Re: Rente mit 70

Beitragvon Realist2014 » Sa 28. Jan 2017, 08:23

Wähler hat geschrieben:(28 Jan 2017, 07:58)

Japan zeigt doch gerade, wie durch den Einsatz von Robotern die Arbeitsproduktivität in der Altenpflege und in der Rehamedizin gesteigert wird. Auch in der Lehre kann der Einsatz von Internettools und Künstlicher Intelligenz die Effektivität und Effizienz erhöhen.



Es "ersetzt" aber nicht den Mensch

DER kann sich dann auf das fokussieren - was direkten menschlichen Kontakt erfordert
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Frank_Stein
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Re: Rente mit 70

Beitragvon Frank_Stein » Sa 28. Jan 2017, 17:22

Wähler hat geschrieben:(28 Jan 2017, 07:58)

Japan zeigt doch gerade, wie durch den Einsatz von Robotern die Arbeitsproduktivität in der Altenpflege und in der Rehamedizin gesteigert wird. Auch in der Lehre kann der Einsatz von Internettools und Künstlicher Intelligenz die Effektivität und Effizienz erhöhen.


OK - aber die Rentner wollen Rente - und wer soll ihnen das Geld dafür bezahlen - in einer Welt, in der
Investoren überall auf der Welt ihre Roboter und vollautomatischen Fabriken aufstellen können und in
der es überwiegend freien Handel mit geringen oder keinen Zöllen gibt (wobei der letzte Punkt momentan am Scheideweg steht).
In einer Welt, in der die fähigen jungen Menschen auch mal sagen - ne lass mal - hier ist mir das Netteinkommen wegen der
hohen Lohnnebenkosten zu niedrig - ich gehe lieber in die Schweiz oder nach Canada... .
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Re: Rente mit 70

Beitragvon Wähler » Sa 28. Jan 2017, 17:26

Wähler hat geschrieben:(28 Jan 2017, 07:58)
Japan zeigt doch gerade, wie durch den Einsatz von Robotern die Arbeitsproduktivität in der Altenpflege und in der Rehamedizin gesteigert wird. Auch in der Lehre kann der Einsatz von Internettools und Künstlicher Intelligenz die Effektivität und Effizienz erhöhen.

theo hat geschrieben:(28 Jan 2017, 17:22)
OK - aber die Rentner wollen Rente - und wer soll ihnen das Geld dafür bezahlen - in einer Welt, in der
Investoren überall auf der Welt ihre Roboter und vollautomatischen Fabriken aufstellen können und in
der es überwiegend freien Handel mit geringen oder keinen Zöllen gibt (wobei der letzte Punkt momentan am Scheideweg steht).
In einer Welt, in der die fähigen jungen Menschen auch mal sagen - ne lass mal - hier ist mir das Netteinkommen wegen der
hohen Lohnnebenkosten zu niedrig - ich gehe lieber in die Schweiz oder nach Canada... .

Wenn die Produktivität steigt, kann auch der Sozialstaat wachsen. Das bedeutet aber nicht automatisch bedingungsloses Grundeinkommen.
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Re: Rente mit 70

Beitragvon Frank_Stein » Sa 28. Jan 2017, 17:28

Realist2014 hat geschrieben:(28 Jan 2017, 08:23)

Es "ersetzt" aber nicht den Mensch

DER kann sich dann auf das fokussieren - was direkten menschlichen Kontakt erfordert



Ja - es gibt sehr viele Jobs mit geringer Produktivität und deren Entstehung hängt davon ab, wie
das Verhältnis aus Arbeitskosten und Arbeitsleistung ist. BZW das Verhältnis aus Arbeitskosten
und Nettolohn. Wenn ich in 2 Stunden schaffe, was ein Arbeiter in einer Stunde schafft - aber
ich dem Arbeiter dann 3 meiner Nettostundenlöhne hinlegen darf, dann mach ich den Job lieber
selbst. Das ist zwar gesamtwirtschaftlich kontraproduktiv - aber das wäre die Konsequenz, wenn
der Staat die Sozialabgaben den Sozialausgaben anpassen will.

und Nein - für die Linken, die es noch nicht begriffen haben -
Masseneinwanderung aus Afrika und islamischen Ländern löst unsere Probleme der
Zukunft nicht, schafft dafür aber neue Probleme, für die es kaum eine Lösung geben wird!
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Re: Rente mit 70

Beitragvon Frank_Stein » Sa 28. Jan 2017, 17:33

Wähler hat geschrieben:(28 Jan 2017, 17:26)

Wenn die Produktivität steigt, kann auch der Sozialstaat wachsen. Das bedeutet aber nicht automatisch bedingungsloses Grundeinkommen.



Wie kommst Du auf diese Idee?
Grundsätzlich gilt schon, dass es mehr zu verteilen gibt - aber je mehr der Staat von jenen wegverteilt, die den
Anstieg der Produktivität verursacht haben, desto eher läuft er gefahr, dass damit die Investoren vergrault werden.
Die Maschinen können auch in anderen Ländern aufgestellt werden, wo sie weniger stark besteuert werden - dann
kann man die Produkte preiswerter anbieten, die besonders vom Produktivitätswachstum profitieren. Für
den Sozialstaat bleibt dann aber kein Verteilungsspielraum - also - Wie genau hast Du Dir das vorgestellt?
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Re: Rente mit 70

Beitragvon Wähler » Sa 28. Jan 2017, 17:40

Wähler hat geschrieben:(28 Jan 2017, 17:26)
Wenn die Produktivität steigt, kann auch der Sozialstaat wachsen. Das bedeutet aber nicht automatisch bedingungsloses Grundeinkommen.

theo hat geschrieben:(28 Jan 2017, 17:33)
Wie kommst Du auf diese Idee?
Grundsätzlich gilt schon, dass es mehr zu verteilen gibt - aber je mehr der Staat von jenen wegverteilt, die den
Anstieg der Produktivität verursacht haben, desto eher läuft er gefahr, dass damit die Investoren vergrault werden.
Die Maschinen können auch in anderen Ländern aufgestellt werden, wo sie weniger stark besteuert werden - dann
kann man die Produkte preiswerter anbieten, die besonders vom Produktivitätswachstum profitieren. Für
den Sozialstaat bleibt dann aber kein Verteilungsspielraum - also - Wie genau hast Du Dir das vorgestellt?

Bei Dienstleistungen am Menschen ist eine Verlagerung nicht möglich. Für die Bedienung und Wartung von Robotern und Künstlicher Intelligenz brauche ich qualifiziertes Personal, das nicht überall arbeiten will. Wenn die Investoren die Bevölkerung mittels eines Staatsfonds selbst sind, verringert sich die Abhängigkeit von ausländischem Kapital. Deswegen bin ich auch Mitglied in einer Wohnungsbaugenossenschaft. Im Vertrag von Lissabon ist das Sozialstaatsprinzip für die EU ausdrücklich als gemeinsamer Wert festgeschrieben.
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Re: Rente mit 70

Beitragvon Frank_Stein » Sa 28. Jan 2017, 17:51

Wähler hat geschrieben:(28 Jan 2017, 17:40)

Bei Dienstleistungen am Menschen ist eine Verlagerung nicht möglich. Für die Bedienung und Wartung von Robotern brauche ich qualifiziertes Personal. Wenn die Investoren die Bevölkerung mittels eines Staatsfonds selbst sind, verringert sich die Abhängigkeit von ausländischem Kapital. Deswegen bin ich auch Mitglied in einer Wohnungsbaugenossenschaft. Im Vertrag von Lissabon ist das Sozialstaatsprinzip für die EU ausdrücklich festgeschrieben.



Am Ende werden auf den Maschinen Produkte hergestellt. Wenn die Maschinen in einem anderen Land nicht mit zusätzlichen Kosten des Sozialstaates belastet werden, dann werden die Produkte dort günstiger hergestellt - und die Menschen kaufen das günstiger Produkt, wenn sie die Wahl haben.
Wenn einfache gering Qualifizierte Dienstleistungen wegen gestiegener Sozialabgaben zu teuer sind, wird sich jeder 3 mal überlegen, ob er sie in Anspruch nimmt. Meine Haare wurden schon seit langer Zeit nicht mehr von jemanden geschnitten, der dafür Sozialabgaben abdrücken muss - die schnitt zuletzt meine Freundin.

und wenn ich mein Zimmer tapezieren will, dann mache ich das auch lieber selbst - auch wenn es dann nicht ganz so schön aussieht.
Was ich damit sagen will - Du kannst die LNK nicht beliebig in die Höhe treiben, ohne auf dem Arbeitsmarkt erheblichen Schaden anzurichten.
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Re: Rente mit 70

Beitragvon Wähler » Sa 28. Jan 2017, 17:59

Wähler hat geschrieben:(28 Jan 2017, 17:40)
Bei Dienstleistungen am Menschen ist eine Verlagerung nicht möglich. Für die Bedienung und Wartung von Robotern und Künstlicher Intelligenz brauche ich qualifiziertes Personal, das nicht überall arbeiten will. Wenn die Investoren die Bevölkerung mittels eines Staatsfonds selbst sind, verringert sich die Abhängigkeit von ausländischem Kapital. Deswegen bin ich auch Mitglied in einer Wohnungsbaugenossenschaft. Im Vertrag von Lissabon ist das Sozialstaatsprinzip für die EU ausdrücklich als gemeinsamer Wert festgeschrieben.

theo hat geschrieben:(28 Jan 2017, 17:51)
Am Ende werden auf den Maschinen Produkte hergestellt. Wenn die Maschinen in einem anderen Land nicht mit zusätzlichen Kosten des Sozialstaates belastet werden, dann werden die Produkte dort günstiger hergestellt - und die Menschen kaufen das günstiger Produkt, wenn sie die Wahl haben.
Wenn einfache gering Qualifizierte Dienstleistungen wegen gestiegener Sozialabgaben zu teuer sind, wird sich jeder 3 mal überlegen, ob er sie in Anspruch nimmt. Meine Haare wurden schon seit langer Zeit nicht mehr von jemanden geschnitten, der dafür Sozialabgaben abdrücken muss - die schnitt zuletzt meine Freundin.
und wenn ich mein Zimmer tapezieren will, dann mache ich das auch lieber selbst - auch wenn es dann nicht ganz so schön aussieht.
Was ich damit sagen will - Du kannst die LNK nicht beliebig in die Höhe treiben, ohne auf dem Arbeitsmarkt erheblichen Schaden anzurichten.

Ich sprach aber von Robotern im Zusammenhang mit medizinischen und Pflegedienstleistungen und von Künstlicher Intelligenz im Bildungswesen und in der Verwaltung. Eine funktionierende öffentliche Infrastruktur ist ein klarer Standortvorteil für qualifizierte Arbeitnehmer. Auf das Argument mit dem Staatsfonds und den gemeinsamen Werten in der EU bis Du garnicht eingegangen. Aber ich sehe schon, dass wir grundsätzlich andere Vorstellungen von einem auch politisch gestalteten Gemeinwesen haben. ;)
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Re: Rente mit 70

Beitragvon DieBananeGrillt » Do 2. Feb 2017, 17:04

So kommt nicht weiter hier mit der Vorstellung bis 70 zu arbeiten.

Das Lebensalter sollte auf dem Papier berechnet werden, also ca. 75 Jahre.
Jeder der früher stirbt muß eine Entschädigung einzahlen in die Rentenkasse, dafür das er seine geschuldete Arbeitsleistung nicht mehr erbringen kann.
Wer über 75 Jahre alt wird erhält einen Bonus auf seine Rente von den früh Verstorbenen.
Das Ganze kann auch mit einer Versicherung abgesichert werden.

Wer bis 70 nicht mehr arbeitet oder arbeiten kann, muß ebenfalls eine Entschädigung zahlen.
Mit 60 in Rente zu gehen geht auch, wenn entsprechend eingezahlt wird.
Arbeitsplätze sollten jedoch vorrangig frei gehalten werden, für die, die noch wenig eingezahlt haben.
Wer länger als 60 arbeiten möchte, kann dies machen, mit einer Strafabgabe.
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Hyde
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Re: Rente mit 70

Beitragvon Hyde » Do 13. Apr 2017, 16:20

Macc hat geschrieben:(10 Jan 2015, 08:56)

Da hat sich mal wieder einer demaskiert.

Der Chef der Bundesanstalt für Arbeit Weise hat die Rente mit 70 vorgeschlagen.
" Um Anreize auch in die andere Richtung zu schaffen "

Meine Prognose :

Das ist der erste Schritt eines Dammbruchs.

In einiger Zeit wird nicht mehr von " Anreizen in die andere Richtung " gesprochen
werden, sondern von der Rente mit 70 als dringend erforderlich auf Grund der
demographischen Entwicklung.

Es sollte von den Oberen klar gesagt werden :
" Der Bürger muß unserer Meinung nach schuften bis er in die Gruft fällt ".

Das wäre zwar eine krasse Formulierung aber wenigstens ehrlich ...



Die durchschnittliche Lebenserwartung ist in Deutschland heute ca 6 Jahre höher als noch 1990. Das muss man sich mal klarmachen: Wir leben sechs Jahre länger als noch 1990!
Die Menschen sind heute länger gesünder und länger körperlich fit als je zuvor.
Es widerspräche daher jeglicher Logik und jeglichem gesunden Menschenverstand, das Renteneintrittsalter NICHT zu erhöhen. Man kann diesbezüglich eben auch nicht Maßstäbe der Vergangenheit anlegen. Ja, heutzutage ist das Renteneintrittsalter höher als noch in den 80ern und 90ern. Aber heutzutage werden die Menschen auch deutlich älter und sind deutlich gesünder als früher. Daher wäre es ziemlich unlogisch, das Renteneintrittsalter nicht zu erhöhen. Dieses ständige Gemecker über höheres Rentenalter ist daher doch nichts als Stammtischgeschwätz.

Was mich besonders stutzig macht ist, dass diejenigen, die am meisten gegen steigendes Rentenalter polemisieren, gleichzeitig auch diejenigen sind, die am lautesten fordern, dass das Rentenniveau in Zukunft auf keinen Fall absinken dürfe. Denen wäre es am liebsten, dass jeder mit 60 in Rente geht und gleichzeitig sollte doch bitte das Rentenniveau ansteigen. Wie passt das zusammen? Das ist so, als würde ich meinem Kind täglich Fast-Food zum Essen geben und dann von dem Kind fordern, dass es doch bitte kein Gewicht zunehmen sollte.

Im Übrigen muss man jetzt auch nicht so tun, als sei jeder Arbeitsplatz in Deutschland auf dem Bau. Die meisten Menschen, die in Deutschland arbeiten, sitzen den ganzen Tag auf ihrem Bürostuhl. Und es ist nicht so, dass man diese Art von Arbeit mit 63 Jahren nicht mehr ausüben könnte.

Wer sich dagegen sperrt, dass Menschen mit Mitte Sechzig noch arbeiten sollten, der sperrt sich gegen die Verantwortung, die wir alle als Mitglieder unserer Gesellschaft übernehmen müssen, damit die Gesellschaft auch zukünftig erfolgreich funktioniert.
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Re: Rente mit 70

Beitragvon Odin1506 » Do 13. Apr 2017, 18:29

Hyde hat geschrieben:(13 Apr 2017, 17:20)

Die durchschnittliche Lebenserwartung ist in Deutschland heute ca 6 Jahre höher als noch 1990. Das muss man sich mal klarmachen: Wir leben sechs Jahre länger als noch 1990!
Die Menschen sind heute länger gesünder und länger körperlich fit als je zuvor.
Es widerspräche daher jeglicher Logik und jeglichem gesunden Menschenverstand, das Renteneintrittsalter NICHT zu erhöhen. Man kann diesbezüglich eben auch nicht Maßstäbe der Vergangenheit anlegen. Ja, heutzutage ist das Renteneintrittsalter höher als noch in den 80ern und 90ern. Aber heutzutage werden die Menschen auch deutlich älter und sind deutlich gesünder als früher. Daher wäre es ziemlich unlogisch, das Renteneintrittsalter nicht zu erhöhen. Dieses ständige Gemecker über höheres Rentenalter ist daher doch nichts als Stammtischgeschwätz.

Was mich besonders stutzig macht ist, dass diejenigen, die am meisten gegen steigendes Rentenalter polemisieren, gleichzeitig auch diejenigen sind, die am lautesten fordern, dass das Rentenniveau in Zukunft auf keinen Fall absinken dürfe. Denen wäre es am liebsten, dass jeder mit 60 in Rente geht und gleichzeitig sollte doch bitte das Rentenniveau ansteigen. Wie passt das zusammen? Das ist so, als würde ich meinem Kind täglich Fast-Food zum Essen geben und dann von dem Kind fordern, dass es doch bitte kein Gewicht zunehmen sollte.

Im Übrigen muss man jetzt auch nicht so tun, als sei jeder Arbeitsplatz in Deutschland auf dem Bau. Die meisten Menschen, die in Deutschland arbeiten, sitzen den ganzen Tag auf ihrem Bürostuhl. Und es ist nicht so, dass man diese Art von Arbeit mit 63 Jahren nicht mehr ausüben könnte.

Wer sich dagegen sperrt, dass Menschen mit Mitte Sechzig noch arbeiten sollten, der sperrt sich gegen die Verantwortung, die wir alle als Mitglieder unserer Gesellschaft übernehmen müssen, damit die Gesellschaft auch zukünftig erfolgreich funktioniert.


Schon mal daran gedacht das nicht jeder einen Bürojob hat, bei dem er alt und grau werden kann? Also ich würde keinen 65jährigen mehr auf die Stellage schicken oder aufs Dach.
Dein Vergleich mit deinem Kind dem du nur Fastfood zu essen geben willst und es soll nicht zunehmen hinkt.
Fakt ist, das Rentenniveau sinkt seid 1990. Da waren es noch 55% des zuletzt verdienten Nettolohnes, jetzt sind es 48,2. Dann kannst du dir ja ausrechnen, wenn du 2000€ Nettto verdient hast wieviel du an Rente bekommst.
Ist doch immer wieder schön, wenn alte Menschen Ü65 einen Nebenjob haben, aber nicht weil sie wollen, sondern weil sie müssen.
Ich bin keine Signatur, ich putze hier nur!!! :p
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Re: Rente mit 70

Beitragvon jorikke » Do 13. Apr 2017, 18:58

Hyde hat geschrieben:(13 Apr 2017, 17:20)

Die durchschnittliche Lebenserwartung ist in Deutschland heute ca 6 Jahre höher als noch 1990. Das muss man sich mal klarmachen: Wir leben sechs Jahre länger als noch 1990!
Die Menschen sind heute länger gesünder und länger körperlich fit als je zuvor.
Es widerspräche daher jeglicher Logik und jeglichem gesunden Menschenverstand, das Renteneintrittsalter NICHT zu erhöhen. Man kann diesbezüglich eben auch nicht Maßstäbe der Vergangenheit anlegen. Ja, heutzutage ist das Renteneintrittsalter höher als noch in den 80ern und 90ern. Aber heutzutage werden die Menschen auch deutlich älter und sind deutlich gesünder als früher. Daher wäre es ziemlich unlogisch, das Renteneintrittsalter nicht zu erhöhen. Dieses ständige Gemecker über höheres Rentenalter ist daher doch nichts als Stammtischgeschwätz.

Was mich besonders stutzig macht ist, dass diejenigen, die am meisten gegen steigendes Rentenalter polemisieren, gleichzeitig auch diejenigen sind, die am lautesten fordern, dass das Rentenniveau in Zukunft auf keinen Fall absinken dürfe. Denen wäre es am liebsten, dass jeder mit 60 in Rente geht und gleichzeitig sollte doch bitte das Rentenniveau ansteigen. Wie passt das zusammen? Das ist so, als würde ich meinem Kind täglich Fast-Food zum Essen geben und dann von dem Kind fordern, dass es doch bitte kein Gewicht zunehmen sollte.

Im Übrigen muss man jetzt auch nicht so tun, als sei jeder Arbeitsplatz in Deutschland auf dem Bau. Die meisten Menschen, die in Deutschland arbeiten, sitzen den ganzen Tag auf ihrem Bürostuhl. Und es ist nicht so, dass man diese Art von Arbeit mit 63 Jahren nicht mehr ausüben könnte.

Wer sich dagegen sperrt, dass Menschen mit Mitte Sechzig noch arbeiten sollten, der sperrt sich gegen die Verantwortung, die wir alle als Mitglieder unserer Gesellschaft übernehmen müssen, damit die Gesellschaft auch zukünftig erfolgreich funktioniert.


Warum das Renteneintrittsalter festlegen. Soll doch jeder selber entscheiden. Heute zahlt die Rentenkasse durchschnittlich ca. 15 Jahre Renten aus.
Folgende Regelung könnte ich mir vorstellen:
Mit 67 bekommt man seine auf Grund seiner Beiträge erworbene Rente. Nun kann man freiwillig weiter arbeiten, so lange man es selber für richtig hält.
Was jetzt folgt ist ein einfaches Rechenbeispiel. Höhe und Dauer frei erfunden, soll nur das Prinzip klarmachen.
Hat jemand einen Rentenanspruch von monatlich 1000,- erworben, muss die Rentenkasse für ihn 12x1000x 15 Jahre = 180.000 an Rentenzahlungen aufbringen. Diese Summe ist kalkulierbar, für langlebige mehr, sonst weniger, im Schnitt halt 180.000,-
Wenn nun jemand bereit ist z.B. fünf Jahre länger zu arbeiten, könnte man ihm doch dann anstelle der 1000,- 33% mehr zahlen. Die durchschnittliche Rentenbezugsdauer verkürzt sich, die Rentensumme insgesamt bleibt gleich.
Eine Schnapsidee?
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Re: Rente mit 70

Beitragvon twilight » Do 13. Apr 2017, 20:50

Odin1506 hat geschrieben:(13 Apr 2017, 19:29)

Schon mal daran gedacht das nicht jeder einen Bürojob hat, bei dem er alt und grau werden kann? Also ich würde keinen 65jährigen mehr auf die Stellage schicken oder aufs Dach.
Dein Vergleich mit deinem Kind dem du nur Fastfood zu essen geben willst und es soll nicht zunehmen hinkt.
Fakt ist, das Rentenniveau sinkt seid 1990. Da waren es noch 55% des zuletzt verdienten Nettolohnes, jetzt sind es 48,2. Dann kannst du dir ja ausrechnen, wenn du 2000€ Nettto verdient hast wieviel du an Rente bekommst.
Ist doch immer wieder schön, wenn alte Menschen Ü65 einen Nebenjob haben, aber nicht weil sie wollen, sondern weil sie müssen.

Du tust gerade so, als wenn 65 jährige total vergreist sind. Schau dir mal die "Rolling Stones" an.
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Re: Rente mit 70

Beitragvon Hyde » Do 13. Apr 2017, 22:53

Odin1506 hat geschrieben:(13 Apr 2017, 19:29)
Dein Vergleich mit deinem Kind dem du nur Fastfood zu essen geben willst und es soll nicht zunehmen hinkt.
Fakt ist, das Rentenniveau sinkt seid 1990. Da waren es noch 55% des zuletzt verdienten Nettolohnes, jetzt sind es 48,2. Dann kannst du dir ja ausrechnen, wenn du 2000€ Nettto verdient hast wieviel du an Rente bekommst.
Ist doch immer wieder schön, wenn alte Menschen Ü65 einen Nebenjob haben, aber nicht weil sie wollen, sondern weil sie müssen.


Das Problem des sinkenden Rentenniveaus löst man aber nicht dadurch, dass man die Menschen möglichst früh in Rente schickt.

Schön, dass du das Jahr 1990 schon erwähnst. Ich habe ja gerade erst erläutert, dass die Lebenserwartung seit 1990 um 6 Jahre gestiegen ist. Natürlich kann man das Rentenniveau nicht halten, wenn die Menschen immer älter werden (= immer länger Rente beziehen), aber nicht länger arbeiten. Daher wundert es mich gar nicht, dass das Rentenniveau seit 1990 gesunken ist. Ist doch klar und keinesfalls überraschend.

Es ist ein Unterschied, ob die durchschnittliche Lebenserwartung bei 75 Jahren liegt und man mit 65 in Rente geht, oder ob die Lebenserwartung bei 85-90 Jahren liegt und man immer noch mit 65 Jahren in Rente geht.

Die Wahrheit ist: nie in der Geschichte konnten die Menschen so viele Jahre Rente genießen wie im 21. Jahrhundert.
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Re: Rente mit 70

Beitragvon Hyde » Do 13. Apr 2017, 23:07

jorikke hat geschrieben:(13 Apr 2017, 19:58)

Warum das Renteneintrittsalter festlegen. Soll doch jeder selber entscheiden. Heute zahlt die Rentenkasse durchschnittlich ca. 15 Jahre Renten aus.
Folgende Regelung könnte ich mir vorstellen:
Mit 67 bekommt man seine auf Grund seiner Beiträge erworbene Rente. Nun kann man freiwillig weiter arbeiten, so lange man es selber für richtig hält.
Was jetzt folgt ist ein einfaches Rechenbeispiel. Höhe und Dauer frei erfunden, soll nur das Prinzip klarmachen.
Hat jemand einen Rentenanspruch von monatlich 1000,- erworben, muss die Rentenkasse für ihn 12x1000x 15 Jahre = 180.000 an Rentenzahlungen aufbringen. Diese Summe ist kalkulierbar, für langlebige mehr, sonst weniger, im Schnitt halt 180.000,-
Wenn nun jemand bereit ist z.B. fünf Jahre länger zu arbeiten, könnte man ihm doch dann anstelle der 1000,- 33% mehr zahlen. Die durchschnittliche Rentenbezugsdauer verkürzt sich, die Rentensumme insgesamt bleibt gleich.
Eine Schnapsidee?


Die Flexi-Rente, die jetzt eingeführt wird, baut ja auf dem Prinzip auf, länger arbeiten zu können und die eigene Rente erhöhen zu können.
Ich halte sie daher für richtig, aber es ist natürlich fraglich, ob sie ausreicht, um den Schaden zu begrenzen den die Rente mit 63 anrichtet.
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Re: Rente mit 70

Beitragvon Odin1506 » Fr 14. Apr 2017, 10:26

twilight hat geschrieben:(13 Apr 2017, 21:50)

Du tust gerade so, als wenn 65 jährige total vergreist sind. Schau dir mal die "Rolling Stones" an.


Warum vergleichst du die Rolling Stones mit Arbeitern auf dem Bau? Glaubst du das die Stones ihre Bühnenshow alleine aufbauen?
Komm mal zurück in die Realität.
Ich bin keine Signatur, ich putze hier nur!!! :p

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