Pflege- und Gesundheitsreform

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firlefanz11
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Re: Pflege- und Gesundheitsreform

Beitragvon firlefanz11 » Fr 17. Mär 2017, 11:15

Cobra9 hat geschrieben:(16 Mar 2017, 20:33)
desto teurer auch der Preis.

Ich will ja wirklich nicht klugscheißen (auch wenns so aussieht ;) ) aber bei solchen Konstruktionen rollen sich mir immer die Zehnägel auf. :dead:
Entweder ist der Preis für das Medikament/die Behandlung/die Diagnostik höher oder das Medikament/die Behandlung/die Diagnostik ist teurer. Ein Preis kann nicht teurer sein/werden...
Letztens kam im Radio auch so ein Satz bei dem mir die Ohren geblutet haben. Hab nur ganz schnell verdrängt was das war...
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Re: Pflege- und Gesundheitsreform

Beitragvon Cobra9 » Fr 17. Mär 2017, 13:34

firlefanz11 hat geschrieben:(17 Mar 2017, 11:15)

Ich will ja wirklich nicht klugscheißen (auch wenns so aussieht ;) ) aber bei solchen Konstruktionen rollen sich mir immer die Zehnägel auf. :dead:
Entweder ist der Preis für das Medikament/die Behandlung/die Diagnostik höher oder das Medikament/die Behandlung/die Diagnostik ist teurer. Ein Preis kann nicht teurer sein/werden...
Letztens kam im Radio auch so ein Satz bei dem mir die Ohren geblutet haben. Hab nur ganz schnell verdrängt was das war...


Ähmm rechnet ein Krankenhaus nicht alle Leistungen ab und den muss die Kasse ersetzen ? Also durchaus einen Preis.
Anton Tschechow

Keine Literatur kann in puncto Zynismus das wirkliche Leben übertreffen.
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Re: Pflege- und Gesundheitsreform

Beitragvon firlefanz11 » Fr 17. Mär 2017, 13:52

Cobra9 hat geschrieben:(17 Mar 2017, 13:34)

Ähmm rechnet ein Krankenhaus nicht alle Leistungen ab und den muss die Kasse ersetzen ? Also durchaus einen Preis.

Ja, aber dann ist der Preis höher und nicht teurer...
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Re: Pflege- und Gesundheitsreform

Beitragvon Cobra9 » Fr 17. Mär 2017, 14:18

firlefanz11 hat geschrieben:(17 Mar 2017, 13:52)

Ja, aber dann ist der Preis höher und nicht teurer...


Also wenn Therapie A die Summe 20000 kostest und Therapie B nun mal 40000 ist teurer das richtige Wort. Primär kommt es natürlich auf die Falllage des Patieten an.
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Re: Pflege- und Gesundheitsreform

Beitragvon firlefanz11 » Fr 17. Mär 2017, 14:22

Cobra9 hat geschrieben:(17 Mar 2017, 14:18)
Also wenn Therapie A die Summe 20000 kostest und Therapie B nun mal 40000 ist teurer das richtige Wort.

Grmpf! OK, nochmal von vorne...
Therapie B ist dann teurer... Korrekt... Aber der Preis für Therapie B ist dann höher und NICHT teurer...!!!
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Re: Pflege- und Gesundheitsreform

Beitragvon yogi61 » Sa 18. Mär 2017, 11:48

jorikke hat geschrieben:(16 Mar 2017, 21:17)

Wenn dich der schlichte Satz " der med. Fortschritt verursacht nun einmal mehr Kosten" stört, dann kann ich das nicht nachvollziehen.
Der Satz ist nicht wertend, eher eine Tatsachenbeschreibung und schlicht richtig. Wenn du meinst diese Kostensteigerungen seien zu vermeiden, indem man Behandlungen nicht mehr bezahlt, die auf Grund der techn. Möglichkeiten lebensverlängernd sind - aber zu teuer - dann kannst du das sagen. Es würde eine Diskussion über ein Teilthema der Kostensteigerungen eröffnen.
Leider wirst du aber nie konkret sondern erschöpfst dich sinngemäß in der "Philosophie" alles Kacke deine Elli und die Anderen sind sowieso doof.
Welche Verbesserungen stellst du dir bei der Pflegeverbesserung vor? Ich habe jetzt nicht alle Beiträge noch einmal nachgelesen, meine aber du hast kritisiert, das bei einer immer älter werdenden Gesellschaft dort riesige Probleme entstehen, die nachlässigerweise von der Politik nur sehr unzureichend in Angriff genommen werden.
Wie stellst du dir das vor?
Wie hoch können die Beiträge steigen um die Pflege zu verbessern, zu optimieren?
Am Gelde hängt, zum Gelde drängt...,ist nun mal so.
Die Krankenversicherung / Pflegeversicherung ist ja ohnehin ungleich. Ein gesetzlich Versicherter erhält die gleichen Leistungen, zahlt aber - je nach Verdienst - sehr unterschiedliche Beiträge.
Könnte man nach dem gleichen Prinzip, um die Allgemeinheit zu entlasten, nicht auch die wohlhabenden Kinder Pflegebedürftiger stärker zur Pflege ihrer Eltern heranziehen?


Lieber jorikke, mir ist klar, dass wir politisch bestimmt nicht immer einer Meinung sind, aber hier liegst Du besonders daneben und ander User auch. Du darfst mir glauben, dass ich als Teil des "Systems" über Jahrzehnte persönlich auch Profiteur dieses "Systems" bin.
Das Gesundheit immer teurer wird ist richtig und ich habe 10 Euro in mein persönliches Phrasenschwein gesteckt und ich werde dafür im Urlaub mit meiner Frau eine Fischbrötchen und ein Kaltgetränk geniessen und dabei an Dich und an die anderen User denken, Danke. :)
Ich hatte eigentlich gar nicht vor hier ein Debatte über das Gesundheitssystem zu führen, ein Beitrag von mir ist einfach nur verschoben worden, weil ich weiss, wie frustrierend es ist mit Laien über dieses Thema zu diskutieren. Wir sprechen hier von Ausgaben von 400 Milliarden Euro jährlich, ok. das sind alte Zahlen und von 2015, inzwischen sind sie wohl wesentlich höher.
Aber wenn Du willst, dann eben Butter bei die Fische.
Nein, es ist nicht in Ordnung, dass die Krankenkassen gezwungen werden zuzusehen, dass Generika Zulassungen in der Regel erst nach 15 Jahren erfolgen können. Nein, es ist nicht in Ordung, dass die Krankenkassen und die Allgemeinheit gezwungen werden, für das Krebsmittel Opdivo pro Dosis 4.337 Euro zu zahlen. Das sind, nur um mal die Dimensionen aufzuzeigen, für einen armen Menschen der an Krebs erkrankt ist jährlich Behandlungskosten von ca. 100.000 Euro um das Leben zu verlängern. Ja, der Hersteller hat geforscht und es ist völlig in Ordnung, dass er sich das bezahlen lässt, weil die Wirkstoff von echten Koryphäen entwickelt wurde. Was nicht in Ordung ist, ist die Höhe des Preises,weil in diesem Preis auch zig klinischen Studien enthalten sind, die nur dazu dienen, die Höhe des Preises zu rechtfertigen. Für die Wirksamkeit des Wirkstoffes hätte eine Studie ausgereicht. Nein, es ist nicht in Ordung, wenn das Blutkrebsmittel Mittel Alemtuzumab mit dem Handeslnamen MacCampath für 21,07 Euro pro Milligramm 2012 verkauft wurde und in Folge klinischer Studien, die einen Effekt bei MS nachgewisen haben plötzlich aus taktischen Gründen vom Markt genommen wurde und dann unter dem Namen Lemtrada urplötzlich wieder auftaucht und 887,75 Euro pro Milligramm kostet.
Ich möchte noch einmal betonen, dass das kein kein links oder rechts Denken ist, weil mir das dann auch öfter unterstellt wird.
Nein, es ist nicht auf meinem Mist gewachsen, dass der Gesundheitsminister Hermann Gröhe ein Bürokratiemonstrum unterstützt, das den Beitragszahler (also auch die Unternehmen in Deustschland) zwischen 2 und 4 Milliarden Euro im Jahr kostet. Diese Kritik stammt von meinen "Freunden" der FDP.
Nein es ist nicht in Ordung, dass man dem Apotheken-Giganten DocMorris, von dem ich wahrlich kein Freund bin, verbieten möchte Rezepte über das Internet mit Rabatten zu versehen, weil er ja angeblich seinen Beratungsauftrag nicht so ernst nimmt, wie die Apotheke um die Ecke, die dem geneigten Kunden überteuerte Erkältungsmittel, völlig wirkungslose Haarshampoos und Antifaltencremes zu horrende Preisen andreht und heute noch Eltern das völlig veraltete und gefährlich Mittel Paracetamol für ihre Kinder ausgibt, aber die Leberschäden kann man ja nachher auch behandeln lassen.
Nein, es ist nicht in Ordung, dass man Kliniken zu Unternehmen funktioniert hat, die nur noch den Sinn haben Gewinne zu erwirtschaften, die Menschen mit 90 Jahren noch an der Hüfte operieren, oder bei Kindern schnell mal Tonsillektomien durführen,nur um die Betten voll zu bekommen.
Ich könnte hier noch stundenlang weitermachen, aber es ist müßig und nein, es ist nicht in Ordung, dass ein verdienter Prateisoldat zum Gesundheitsminister gemacht wurde, der von Tuten und Blasen keine Ahnung hat und das System belastet und nicht in der Lage ist, gegen die Lobbyisten vorzugehen, die sich in Berlin die Klinken in die Hand geben und die Gesetze praktisch selber schreiben. Nein, es ist nicht in Ordnug, die Lasten dieser Politik auf die kommenden Generationen auf unsere Kinder und Enkel zu schieben
Auf das Thema Pflege, möchte ich hier wegen der Komplexität gar nicht eingehen, nur so viel. Als Mensch einer Generation die wahrscheinlich fast Pandemie-mässig an Demenz erkranken wird, gibt es auch hier ein fahrlässiges Nichthandeln, auf Kosten der nächsten Generationen.
Nein, es ist nicht in Ordung, dass der letzte Versuch dieses wichtige Thema anzugehen den demografischen Wandel im Blick zu haben jetzt acht Jahre her ist und Ulla Schmidt damit granios scheiterte, ab sie hat es wenigstens versucht und nein, es ist nicht in Ordung, dass diesem Thema in diesem Land so wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird und stattdessen lieber über die Kosten für Griechenland oder der Flüchtlingspolitik schwadroniert wird, aber wir sprechen ja hier auch nur über ca 400 bis 600 Milliarden pro Jahr, also Peanuts.
Two unique places, one heart
https://www.youtube.com/watch?v=Ca9jtQhnjek
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Re: Pflege- und Gesundheitsreform

Beitragvon jorikke » Sa 18. Mär 2017, 20:58

yogi61 hat geschrieben:(18 Mar 2017, 11:48)

Lieber jorikke, mir ist klar, dass wir politisch bestimmt nicht immer einer Meinung sind, aber hier liegst Du besonders daneben und ander User auch. Du darfst mir glauben, dass ich als Teil des "Systems" über Jahrzehnte persönlich auch Profiteur dieses "Systems" bin.
Das Gesundheit immer teurer wird ist richtig und ich habe 10 Euro in mein persönliches Phrasenschwein gesteckt und ich werde dafür im Urlaub mit meiner Frau eine Fischbrötchen und ein Kaltgetränk geniessen und dabei an Dich und an die anderen User denken, Danke. :)
Ich hatte eigentlich gar nicht vor hier ein Debatte über das Gesundheitssystem zu führen, ein Beitrag von mir ist einfach nur verschoben worden, weil ich weiss, wie frustrierend es ist mit Laien über dieses Thema zu diskutieren. Wir sprechen hier von Ausgaben von 400 Milliarden Euro jährlich, ok. das sind alte Zahlen und von 2015, inzwischen sind sie wohl wesentlich höher.
Aber wenn Du willst, dann eben Butter bei die Fische.
Nein, es ist nicht in Ordnung, dass die Krankenkassen gezwungen werden zuzusehen, dass Generika Zulassungen in der Regel erst nach 15 Jahren erfolgen können. Nein, es ist nicht in Ordung, dass die Krankenkassen und die Allgemeinheit gezwungen werden, für das Krebsmittel Opdivo pro Dosis 4.337 Euro zu zahlen. Das sind, nur um mal die Dimensionen aufzuzeigen, für einen armen Menschen der an Krebs erkrankt ist jährlich Behandlungskosten von ca. 100.000 Euro um das Leben zu verlängern. Ja, der Hersteller hat geforscht und es ist völlig in Ordnung, dass er sich das bezahlen lässt, weil die Wirkstoff von echten Koryphäen entwickelt wurde. Was nicht in Ordung ist, ist die Höhe des Preises,weil in diesem Preis auch zig klinischen Studien enthalten sind, die nur dazu dienen, die Höhe des Preises zu rechtfertigen. Für die Wirksamkeit des Wirkstoffes hätte eine Studie ausgereicht. Nein, es ist nicht in Ordung, wenn das Blutkrebsmittel Mittel Alemtuzumab mit dem Handeslnamen MacCampath für 21,07 Euro pro Milligramm 2012 verkauft wurde und in Folge klinischer Studien, die einen Effekt bei MS nachgewisen haben plötzlich aus taktischen Gründen vom Markt genommen wurde und dann unter dem Namen Lemtrada urplötzlich wieder auftaucht und 887,75 Euro pro Milligramm kostet.
Ich möchte noch einmal betonen, dass das kein kein links oder rechts Denken ist, weil mir das dann auch öfter unterstellt wird.
Nein, es ist nicht auf meinem Mist gewachsen, dass der Gesundheitsminister Hermann Gröhe ein Bürokratiemonstrum unterstützt, das den Beitragszahler (also auch die Unternehmen in Deustschland) zwischen 2 und 4 Milliarden Euro im Jahr kostet. Diese Kritik stammt von meinen "Freunden" der FDP.
Nein es ist nicht in Ordung, dass man dem Apotheken-Giganten DocMorris, von dem ich wahrlich kein Freund bin, verbieten möchte Rezepte über das Internet mit Rabatten zu versehen, weil er ja angeblich seinen Beratungsauftrag nicht so ernst nimmt, wie die Apotheke um die Ecke, die dem geneigten Kunden überteuerte Erkältungsmittel, völlig wirkungslose Haarshampoos und Antifaltencremes zu horrende Preisen andreht und heute noch Eltern das völlig veraltete und gefährlich Mittel Paracetamol für ihre Kinder ausgibt, aber die Leberschäden kann man ja nachher auch behandeln lassen.
Nein, es ist nicht in Ordung, dass man Kliniken zu Unternehmen funktioniert hat, die nur noch den Sinn haben Gewinne zu erwirtschaften, die Menschen mit 90 Jahren noch an der Hüfte operieren, oder bei Kindern schnell mal Tonsillektomien durführen,nur um die Betten voll zu bekommen.
Ich könnte hier noch stundenlang weitermachen, aber es ist müßig und nein, es ist nicht in Ordung, dass ein verdienter Prateisoldat zum Gesundheitsminister gemacht wurde, der von Tuten und Blasen keine Ahnung hat und das System belastet und nicht in der Lage ist, gegen die Lobbyisten vorzugehen, die sich in Berlin die Klinken in die Hand geben und die Gesetze praktisch selber schreiben. Nein, es ist nicht in Ordnug, die Lasten dieser Politik auf die kommenden Generationen auf unsere Kinder und Enkel zu schieben
Auf das Thema Pflege, möchte ich hier wegen der Komplexität gar nicht eingehen, nur so viel. Als Mensch einer Generation die wahrscheinlich fast Pandemie-mässig an Demenz erkranken wird, gibt es auch hier ein fahrlässiges Nichthandeln, auf Kosten der nächsten Generationen.
Nein, es ist nicht in Ordung, dass der letzte Versuch dieses wichtige Thema anzugehen den demografischen Wandel im Blick zu haben jetzt acht Jahre her ist und Ulla Schmidt damit granios scheiterte, ab sie hat es wenigstens versucht und nein, es ist nicht in Ordung, dass diesem Thema in diesem Land so wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird und stattdessen lieber über die Kosten für Griechenland oder der Flüchtlingspolitik schwadroniert wird, aber wir sprechen ja hier auch nur über ca 400 bis 600 Milliarden pro Jahr, also Peanuts.


Warum sollten wir politisch immer einer Meinung sein? Du bist für vernünftige Lösungen, ich auch. Allenfalls setzen wir die Prioritäten von Fall zu Fall anders.
Na gut, eine versöhnliche Einleitung musste ich ja finden.
Das Gebiet der Gesundheit ist mir beruflich nicht so fremd, wie du vermutest. Während meiner beruflichen Tätigkeit bin ich in den pharmazeutischen Firmen ein- u. aus gegangen. Waren mit meine wichtigsten und besten Kunden. Sowohl bei den Herstellern von selbst entwickelten, wie auch den Herstellern von Generika.
Wenn ich auf der einen Seite Biberach und auf der anderen Blaubeuren und Neu Ulm nenne, wirst du wissen welche Firmen ich u.A. meine.
Die Beispiele der Preisgestaltung, die du als negativ Beispiele nanntest, will ich gar nicht in Abrede stellen.
Letztlich sind es aber nur die extrem Beispiele einer Mischkalkulation.
Natürlich besteht ein Spannungsverhältnis zwischen den Medikamentenherstellern. Die einen wollen so lange wie möglich Patentschutz, die anderen so schnell wie möglich kopieren.
Schlicht gesagt, verkürzt man die Schutzspanne von 15 auf 7,5 Jahren, werden die Preise in dieser, dann halben Zeit, vermutlich verdoppelt.
Ich fürchte im jetzigen Marktsystem wird sich daran nichts Entscheidendes ändern lassen.
Das stinkt dir gewaltig, (wem nicht?) aber eine Idee wie man das besser gestalten könnte, habe ich von dir auch noch nicht gehört.
Ich hatte in meiner Tätigkeit ein ähnliches Problem.
Ein Gerät, dessen Listenpreis bei 5000,-€ lag, konnte ich beim Kunden A mit 35% Rabatt verkaufen, beim Kunden B zum Listenpreis.
Einzelgeräte, nichts mit Mengenrabatt. Ich hatte immer unterschwellig das Gefühl, ehrlich ist das nicht.
Für meine Firma war es eine Mischkalkulation.
Die gleichen Geräte, die hier in Deutschland für 5000,- verkauft wurden, gingen in Indien für 1000,- weg.
usw.
Darüber könnte man tagelang Krokodiltränen vergießen, solange keine konkreten Änderungsvorschläge im Raum stehen, alles müßig.
Ach ja, die Ulla. Da sind wir völlig einer Meinung. Sie hat die Probleme angepackt, sich Feinde gemacht und verloren. Tut mir leid.
Vergessen ist heute aber, dass ein Typ von der anderen politischen Fakultät, Horst Seehofer, es auch versucht hat. Ebenfalls gescheitert.
Zu viele, zu starke Interessengruppen.
An sich eine Konstellation die endogen einen Ausgleich bewirkt. In diesem Fall wohl nur einen Ausgleich des gegenseitigen Taschen füllens auf Kosten der Beitragszahler.
Genug von Friede, Freundschaft, Eierkuchen.
Deshalb muss ich noch loswerden wie anmaßend ich es finde den Leuten ihre persönlichen Vorlieben zu vermiesen. Griechenland, Flüchtlingspolitik und vieles mehr sind auch Themen die interessieren.
Warum, zum Teufel, sollen alle dein Steckenpferd reiten?
So, ausgemärt.
Lasst euch euer Fischbrötchen schmecken.
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Re: Pflege- und Gesundheitsreform

Beitragvon Positiv Denkender » Di 21. Mär 2017, 16:30

relativ hat geschrieben:(17 Mar 2017, 08:37)

Also, daß durch die immer älter werdende Gesellschaft, die Gesundheitskosten immer höher werden, ist ja logisch nur warum in Herr Gotts Namen kann sowas nur durch höhere Beiträge finanziert werden?
Die Schwerpunkte der Investitionen des Steuergeldes sind frei Verhandelbar und ganz schlicht gesellschaftlich/politischer Wille. Wenn sich Mehrheitsgesellschaft und Politik einig sind und ihre steuerlichen Ausgaben schwerpunktmäßig auf Soziales verlegen, dann kann man auch steigenede Gesundheitskosten mit gleichbleibenden, oder sogar sinkenden Beitragskosten bewerkstelligen. Es ist alles eine Frage, was uns gewisse Dinge Wert sind und welches Dinge zum Gemeinschaftswohl schwerpunktmäßig über Steuern finanziert wird und nicht über Beiträge.
Nun darauf mögen dann einige wieder über den Untergang des deutschen Abendlandes fabulieren, aber dies ist bei ängstlichen Menschen und/oder Lobbyisten schon immer so gewesen. Davon muss/sollte man sich nicht abschrecken lassen, auch mal solche Gedanken durchzuspielen..

Steuergelder für Gesundheit? Na geht's noch . ? Die Soziausgaben überschreiten schon jetzt mehr als 50 % der Staatseinahmen .
Mehr ist nicht vertretbar . Die Gesundheitsversorgung ist in Deutschland schon jetzt bestens geregelt. Niemand wir schlechter oder besser versorgt .jeder
Kranke wird behandelt unabhängig vom Einkommen . Hier werden selbst die Menschen ärztlich versorgt die keine oder wenige Beträge in die KV einzahlen .
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Re: Pflege- und Gesundheitsreform

Beitragvon Realist2014 » Di 21. Mär 2017, 19:20

relativ hat geschrieben:(17 Mar 2017, 08:37)


Die Schwerpunkte der Investitionen des Steuergeldes sind frei Verhandelbar und ganz schlicht gesellschaftlich/politischer Wille. Wenn sich Mehrheitsgesellschaft und Politik einig sind und ihre steuerlichen Ausgaben schwerpunktmäßig auf Soziales verlegen,.



es gibt diese (linke) Mehrheitsgesellschaft aber nicht...

die wird es auch in Zukunft nie geben

und das ist gut so

Keine Macht den Umverteilern... :cool:
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Pflege- und Gesundheitsreform

Beitragvon Zinnamon » Sa 25. Mär 2017, 23:32

Ich verfolge diesen Strang mit grossem Interesse, auch wenn ich bisher keinen Diskussionsbedarf hatte. :)


yogi61 hat geschrieben:(18 Mar 2017, 11:48)

Auf das Thema Pflege, möchte ich hier wegen der Komplexität gar nicht eingehen, nur so viel. Als Mensch einer Generation die wahrscheinlich fast Pandemie-mässig an Demenz erkranken wird, gibt es auch hier ein fahrlässiges Nichthandeln, auf Kosten der nächsten Generationen.
Nein, es ist nicht in Ordung, dass der letzte Versuch dieses wichtige Thema anzugehen den demografischen Wandel im Blick zu haben jetzt acht Jahre her ist und Ulla Schmidt damit granios scheiterte, ab sie hat es wenigstens versucht und nein, es ist nicht in Ordung, dass diesem Thema in diesem Land so wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird und stattdessen lieber über die Kosten für Griechenland oder der Flüchtlingspolitik schwadroniert wird, aber wir sprechen ja hier auch nur über ca 400 bis 600 Milliarden pro Jahr, also Peanuts.


Wollte dich dazu ermuntern, ggf doch über deinen Schatten zu springen und dazu mal was rein zu setzen, wenn du ein bischen Zeit und den Nerv dazu hast. Ähnlich wie bei MRSA mit seiner überboradenden Anzahl von Toten und Geschädigten europaweit, ist das ein hochbrisantes Thema, dass so gut wie keine Resonanz findet. Ich halte es für sehr sinnvoll, darüber zu informieren, selbst wenn sich nicht unmittelbar Diskussionen daraus ergeben. Fakten mit signifikanter Bedeutung für die Zukunft müssen einfach einem grösseren Kreis publik gemacht werden.

:thumbup:
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Re: Pflege- und Gesundheitsreform

Beitragvon Zinnamon » Sa 25. Mär 2017, 23:54

Im Folgenden setze ich hier mal zwei Beiträge von mir aus einem anderen Subforum rein, in denen es vorwiegend um die häusliche Pflege geht und die im Ansatz die Situation skizzieren, in der sich die Pflegenden befinden. Dass es da häufiger um den Frauenanteil und eine gewisse Belastung allgemein geht, liegt daran, dass vorgegeben wurde, dass Frauen da in keinster Weise benachteiligt sind und die häusliche Pflege darüber hinaus gut aufgestellt wäre heutzutage.

Pflegende Angehörige bestreiten heute mehr Pflege (in Fallzahlen) als es die Heime tun, die wenigsten wissen das. Und sie tun es für eine Vergütung an Pflegegeld, die als Stundenlohn gerechnet nur einen geringen Bruchteil des Mindestlohnes beträgt. Als Arbeit wird ihre Leistung schon deshalb nie? gewertet werden, weil dann Arbeitsschutzbestimmungen zu gelten hätten. Deshalb werden sie in Insiderkreisen auch "weisse Sklaven" genannt. Das weiss dabei steht dafür, dass sie eine bereits heute unverzichtbare Stütze des Gesundheits- und Pflegesystems sind, die mit jedem Jahr wichtiger wird.

Die zitierten Passagen sind von Dark Angel
------------------------

Richtig! Diese Benachteiligung betrifft nicht nur die Frau, die betrifft die gesamte Familie, wenn Angehörige zu pflegen sind.
Einschränkungen - und zwar sehr massive Einschränkungen - muss die gesamte Familie in Kauf nehmen, nicht nur die Frau.
Ich weiß zufällig, was es bedeutet, Angehörige pflegen zu müssen und zwar zusätzlich zur Berufstätigkeit!
Ich habe nämlich meine Eltern beide bis zu ihrem Tode zu Hause gepflegt. Als mein Vater infolge mehrerer aufeinander folgender Schlaganfälle gelähmt und geistig verwirrt wurde, war ich gerade mal 15 Jahre alt. Pflegeheimplatz - Fehlanzeige und das obwohl bekannt war, dass die Pflege von einer Frau (meiner Mutter) und einer Minderjährigen übernommen werden musste. Hat niemanden interessiert - im "real existierenden Sozialismus" - Pflegegeld - pfff Pustekuchen, da geh mal schön arbeiten und sieh zu wie du das stemmst.
Und JA - die Einschränkungen und den massiven Verlust an Lebensniveau betraf meinen Freund/Mann genauso wie mich und kein bisschen weniger!
Und ich habe meine schwerst kranke Mutter gepflegt und wieder betrafen die massiven Einschränkungen die gesamte Familie, nicht nur mich als Frau - die betrafen meinen Mann und meine Kinder gleichermaßen!
Also nochmal: Ich weiß aus eigener Erfahrung, was es bedeutet, Angehörige zu pflegen, also erzähle mir bitte nix von "Nachteilen/Benachteiligungen die nur Frauen betreffen". :mad:


Ein wenig verblüfft hinterlässt es schon, wenn hier eine Situation zur Argumentationshilfe in Bezug auf die heutige Situation herangezogen wird, die vor mindestens knapp dreissig Jahren in einem völlig anderen politischen System herangezogen wird. Wann das mit deiner Mutter stattfand, ist im Text nicht ersichtlich.

Natürlich sind im Grunde alle Anwesenden im Haushalt von der Pflegesituation betroffen, wobei der Löwenanteil im Regelfall einer dieser Personen zufallen wird und man auch nicht vergessen sollte, dass eine geteilte Belastung auch immer Unterstützung bedeutet. Es gibt nämlich auch zahlreiche pflegende Angehörige, die ausser der Unterstützung der Pflegekassen auf keinerlei weitere Hilfe hoffen können und trotzdem pflegen. Viele dieser Hilfen wie Kurzzeit- oder Verhinderungspflege werden nicht in Anspruch genommen, um dem Pflegling diverse Zuzahlungen zu ersparen. Wenn man nicht aus einem Vermögen schöpfen kann oder die Rente nicht entsprechend dick ist, ist das so. Diese Menschen lachen wahrscheinlich herzlich und doch erschöpft, wenn die Rede ist von der überragenden Belastung einer Familie mit Pflegling, wenn mehrere Angehörige zusammenhalten und sich gegenseitig unterstützen können.

Falls du jemals eine Fortbildung für pflegende Angehörige besucht hast, oder mit Menschen gesprochen hast, die diese Seminare leiten, wirst du wissen, dass dort der Frauenanteil weit über neunzig Prozent liegt. Erstaunlich ist das deshalb, weil -statistisch betrachtet- sich Männer deutlich häufiger und früher Hilfe holen als Frauen, was den Schluss zulässt, dass diese Hilfen im teilweisen Ersetzen ihrer Person durch Pflegedienste, Tagesheim usw besteht und nicht in der Erweiterung ihrer eigenen Kompetenzen.

Der Männeranteil bei pflegenden Angehörigen beträgt laut diversen Untersuchungen in etwa ein Viertel bis ein Drittel. Der überragende Anteil unter diesen Männern pflegt ihre Parnerinnen und ist im Rentenalter. Daraus folgt, dass diese Männer im Gegensatz zu den Frauen (es sei denn, sie wären auch Rentnerinnen) keinerlei finanziellen Einbussen durch die Pflege hinnehmen müssen.

Die Nichtrentnerinnen, die pflegen und ihre Arbeit dafür ganz oder teilweise aufgeben müssen, nehmen bewusst in Kauf für die Verwirklichung ihrer Werte in Bezug auf den Beistand schwerwiegend erkrankter Angehöriger in Altersarmut zu gehen. Dem Steuerzahler sparen sie dadurch laut einer ZDF Doku, die ich vor ein paar Wochen sah, gerechnet auf eine Pflegezeit von zehn Jahren mit Durchlaufen aller Pflegegrade bis zu 100.000 €. Gedankt wirtd dies mit einer Rente, bei der jeder Cent dreimal umgedreht werden muss, bevor er inverstiert wird.
Zuletzt geändert von Zinnamon am So 26. Mär 2017, 00:06, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Pflege- und Gesundheitsreform

Beitragvon Zinnamon » So 26. Mär 2017, 00:02

Ich weiß nicht, was du vor hattest oder vor hast, aber dieses dauernde "Wertigkeits" und Benachteiligungs-Gejammere, wenn es um Berufe geht, die vorwiegend von Frauen ausgeübt werden, geht mir auf den Keks - aber sowas von ... Frauen suchen sich diese Berufe ganz alleine aus, entscheiden sich ganz alleine dafür - niemand zwingt sie. Und - Überraschung, sie machen diese Arbeit sogar gerne.
Was häusliche Pflege von Angehörigen angeht - auch da wird niemand gezwungen, es wird auch niemand gezwungen AG und/oder den Wohnort zu wechseln, wenn Angehörige pflegebedürftig werden. Und nochwas - ich sehe auch keine Benachteiligung darin, wenn es Pflegestufen und entsprechend abgestufte Leistungen gibt - je nach Schwere des Pflegefalls. Die Tatsache, dass Pflegegeld - auch an die pflegenden Angehörigen - gezahlt wird, ist eigentlich Beweis dafür, dass eben keine unentgeltliche Pflege von den Angehörigen erwartet wird.


Gemessen an deinen eigenen Erfahrungen, halte ich die Bemerkung von Wertigkeits- und Benachteiligungsgejammere für völlig unverständlich, wenn es um die Pflege von Angehörigen geht. Der Anteil von Fällen in denen es infolge dieser ausserordentlichen Belastung zu Burnout und anderen psychischen Erkrankungen kommt, kann es nachweislich locker aufnehmen mit demjenigen in Berufen, die dafür prädestiniert sind, darunter auch die Altenpfleger in Heimen.
Unterschied ist, dass der pflegende Angehörige -wie ich bereits darlegte im Löwenanteil Frauen- keine Wochenenden, keine Feiertage haben. Auch wenn der Pflegling für einen oder mehrere Tage in der Woche in Tagespflege (verbunden mit Zuzahlungen) geht, pflegt der Angehörige morgens, und vom Nachmittag bis zum nächsten morgen, wann immer Bedarf besteht.
Ein Urlaubsanspruch besteht. Dafür muss der Pflegling aber beträchtliche Zuzahlungen in der Kurzzeitpflege tragen und der Angehörige die Hälfte seines Pflegegeldes abgeben.

Der Grund, warum es überall in überschaubarer Nähe Selbsthilfegruppen für pflegende Angehörige gibt, liegt also auf der Hand und ist sicher nicht einer allgemeinen Jammertour geschuldig, mit der du Betroffene zu diffamieren beliebst. Diese Menschen s i n d benachteiligt und erfahren kaum Wertschätzung.

Viele Pflegebedürftige wollen gar keine professionelle Pflege, sie wollen zu Hause bleiben und zu Hause von Angehörigen gepflegt werden, sie sind es oft, die ihren (eigenen) Angehörigen Lasten auferlegen, an denen sie z.Teil zerbrechen (können).
Also bitte nicht immer die "Schuld" bei der Gesellschaft und/oder der Politik suchen und vor allem nicht Frauen, die sich selbstbestimmt für einen Beruf entschieden haben, eine Opferrolle zuweisen, die so gar nicht existiert.


Aber sicher doch sind hier Staat und Gesellschaft gefragt, wer denn sonst? Ohne diese pflegenden Angehörigen würde das jetztige Pflegesystem nicht erst in naher Zukunft sondern bereits vorgestern ohne wenn und aber aufgrund einer exorbitanten Kostenexplosion in sich zusammengefallen sein. Jeder Steuerzahler sollte ein erhebliches Interesse an der Verbesserung der Situation pflegender Angehöriger haben und entsprechend wählen.

Macht das liebe Leute, oder ihr und eure Kinder werdet euch entweder dumm und dämlich zahlen, oder eine Situtuation mitverantworten, in der ihr und eure Kinder lieber ad hoc sterben würdet als euch von unterfinanzierten, energetisch Ausgehöhlten menschlichen Pflegerobotern pflegen zu lassen, zugeknallt mit Neuroleptika, damit ihr nicht so viel Arbeit macht!

Warum sich trotzdem so viele Frauen in einem Alter dafür entscheiden, in dem sie auch arbeiten gehen könnten, ihre Angehörigen nicht wegen des finanziellen und belastungsmässigen Haushalts ins Heim zu stecken? Weil man in der Lage ist, sich individuell auf die speziellen Bedürfnisse des Pfleglings einzustellen. Weil der Pflegling, wenn er nachts Hilfe braucht seine Pflegerin nicht mit zwanzig anderen teilen muss. Und im Falle von Demenzen: weil Heime bis heute den Bedürfnissen nicht entsprechen können, weil die Pfleglinge nicht mangels Ressoursen mit Neuroleptika niedergeprügelt werden, bis auch das letzte bischen Hirn weggefressen ist, und last but not least, weil es tatsächlich noch viele Frauen gibt, die einen ganzen Sack Werte haben, die vor finanziellem Wohlstand rangieren.

Dem steht natürlich entgegen, dass weniger starke Persönlichkeiten, oder solche mit anderen Werten, oder nicht überdurchschnittlich Belastungsfähige, schlicht solche, denen die persönliche Eignung fehlt, gut beraten sind die Pflege abzugeben. Denn eins ist gewiss ..unter diesen Umständen könnte die ihre Pflege eine grössere Belastung für den Pflegling sein als die deutlich verbesserungswürdige Situation in den Heimen. Misshandlung ist sowohl in der häuslichen Pflege als auch in Heimen ein Thema; im Regelfall ist dies einer hohen Belastug geschuldet.

]Ich habe auch nicht behauptet über irgend eine "besondere Kompetenz" zu verfügen, sondern lediglich dargelegt, dass ich weiß was es bedeutet Angehörige zu pflegen/pflegen zu müssen und das daraus keine einseitige Benachteiligung für Frauen/von Frauen abgeleitet werden kann.


Ich habe dargelegt, dass, wenn es um die häusliche Pflege geht, das Gegenteil der Fall ist. Der Frauenanteil beträgt zwei Drittel bis Dreiviertel nach diversen Erhebungen. Zudem gibt der verbleibende relativ geringe Männeranteil im Löwenanteil nicht den Beruf dafür auf oder schränkt ihn erheblich ein, wie ich in meinem ersten Beitrag bereits darlegte. Aber auch die Pflege in Heimen wird zum grössten Teil von Frauen geleistet.
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Re: Pflege- und Gesundheitsreform

Beitragvon yogi61 » So 26. Mär 2017, 11:16

Zinnamon hat geschrieben:(25 Mar 2017, 23:32)

Ich verfolge diesen Strang mit grossem Interesse, auch wenn ich bisher keinen Diskussionsbedarf hatte. :)




Wollte dich dazu ermuntern, ggf doch über deinen Schatten zu springen und dazu mal was rein zu setzen, wenn du ein bischen Zeit und den Nerv dazu hast. Ähnlich wie bei MRSA mit seiner überboradenden Anzahl von Toten und Geschädigten europaweit, ist das ein hochbrisantes Thema, dass so gut wie keine Resonanz findet. Ich halte es für sehr sinnvoll, darüber zu informieren, selbst wenn sich nicht unmittelbar Diskussionen daraus ergeben. Fakten mit signifikanter Bedeutung für die Zukunft müssen einfach einem grösseren Kreis publik gemacht werden.

:thumbup:


Sehr interesseant, dass Du MSRA erwähnst, aber leider interessiert dieses Thema die Allgemeinheit auch nicht. Die Hygienestandards in den Kliniken sind derart katastrophal,dass man jedem Hobby-Fußballer mit einer klaffenden Wunde aus medizinischer Sicht eigentlich dazu raten müsste, sich die Sache lieber selber zu tackern, als eine Klinik aufzusuchen.
400.000 bis 600.000 Patienten im Jahr in Deutschland reichen natürlich nicht aus und zur Ehrenrettung der Medizin darf man natürlich betonen, dass die Zahl der Todesfälle durch schnelle Amputationen noch einigermassen im Rahmen gehalten wird und dennoch geht die britische Regierung davon aus, dass die Zahl der Todesfälle bis 2050 von 23.000 auf 400.000 Tote steigen wird. Der Verweis, dass dieser Statistik natürlich auch zu grunde liegt, dass die Gesellschaft stark altert, also vermehrt geschwächte Patienten die Kliniken aufsuchen werden, tröstet hier nicht wirklich. Wenn über Gesundheit gesprochen wird, dann werden immer nur die Kosten gesehen und deswegen ist es um so unverständlicher, dass sich in der Politik auf diesem Feld nichts tut.
Wenn Hermann Gröhe 2015 auf dem G7 Gipfel vor einem "Rückfall in das Vor-Penicillin-Zeitalter" gewarnt hat, dann darf man HerrnGröhe ruhig mal fragen, warum seit 2015 auf diesem Gebiet eigentlich nichts passiert ist. Wie gesagt, interessiert die sogenannten Wähler nicht, interessiert sie erst, wenn ihnen oder ihren Lieben das Bein abgenommen werden muss,die Tochter ihr Frühchen verliert oder Mutter oder Vater elendig im Krankenhaus verreckt und man zwei Wochen dabei zuschauen darf.
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Re: Pflege- und Gesundheitsreform

Beitragvon Realist2014 » So 26. Mär 2017, 11:22

yogi61 hat geschrieben:(26 Mar 2017, 12:16)

Sehr interesseant, dass Du MSRA erwähnst, aber leider interessiert dieses Thema die Allgemeinheit auch nicht. Die Hygienestandards in den Kliniken sind derart katastrophal,dass man jedem Hobby-Fußballer mit einer klaffenden Wunde aus medizinischer Sicht eigentlich dazu raten müsste, sich die Sache lieber selber zu tackern, als eine Klinik aufzusuchen.
.



wir haben in D zu viele Kliniken - und zu viel Krankenhausbetten

es würde hier einer strategischen Neuausrichtung "bundesweit" bedürfen

leider ist das Ländersache- daher wird das wohl nix
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Pflege- und Gesundheitsreform

Beitragvon yogi61 » So 26. Mär 2017, 11:29

Realist2014 hat geschrieben:(26 Mar 2017, 12:22)

wir haben in D zu viele Kliniken - und zu viel Krankenhausbetten

es würde hier einer strategischen Neuausrichtung "bundesweit" bedürfen

leider ist das Ländersache- daher wird das wohl nix


Falsch. Wir setzen in Deutschland falsche Akzente. Wenn Kliniken als reine Unternehmen gesehen werden,wenn Ärzte und Pflegepersonal sich aus Zeitmangel die Griffel nicht richtig waschen, wenn man die Massentierhaltung immer noch fördert, wenn Vertreter der Pharamindustrie sich in Berlin die Klinken in die Hand drücken und sich ihre Gesetze selber schreiben, wenn irgendein Parteisoldat ohne Ahnung zum Minister gemacht wird und Apotheken auch noch mit dem Hinweis auf ihre ach so tolle Beratung geschützt werden, dann ist das keine Ländersache.
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Re: Pflege- und Gesundheitsreform

Beitragvon Realist2014 » So 26. Mär 2017, 11:57

Zinnamon hat geschrieben:(26 Mar 2017, 00:02)




Aber sicher doch sind hier Staat und Gesellschaft gefragt, wer denn sonst? Ohne diese pflegenden Angehörigen würde das jetztige Pflegesystem nicht erst in naher Zukunft sondern bereits vorgestern ohne wenn und aber aufgrund einer exorbitanten Kostenexplosion in sich zusammengefallen sein. Jeder Steuerzahler sollte ein erhebliches Interesse an der Verbesserung der Situation pflegender Angehöriger haben und entsprechend wählen.

Macht das liebe Leute, oder ihr und eure Kinder werdet euch entweder dumm und dämlich zahlen, oder eine Situtuation mitverantworten, in der ihr und eure Kinder lieber ad hoc sterben würdet als euch von unterfinanzierten, energetisch Ausgehöhlten menschlichen Pflegerobotern pflegen zu lassen, zugeknallt mit Neuroleptika, damit ihr nicht so viel Arbeit macht!

.


das war jetzt eine umfangreiche "Problembeschreibung"

nur- wie schauen denn die Lösungsvorschläge konkret aus?

Und WEN soll man diesbezüglich dann von den wählbaren Parteien ( also weder AfD noch Linkspartei) "wählen"
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Re: Pflege- und Gesundheitsreform

Beitragvon yogi61 » So 26. Mär 2017, 11:59

Realist2014 hat geschrieben:(26 Mar 2017, 12:57)

das war jetzt eine umfangreiche "Problembeschreibung"

nur- wie schauen denn die Lösungsvorschläge konkret aus?

Und WEN soll man diesbezüglich dann von den wählbaren Parteien ( also weder AfD noch Linkspartei) "wählen"


Du könntest die SPD mit Herrn Lauterbach wählen.
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Re: Pflege- und Gesundheitsreform

Beitragvon Realist2014 » So 26. Mär 2017, 12:00

yogi61 hat geschrieben:(26 Mar 2017, 12:29)

Falsch. Wir setzen in Deutschland falsche Akzente. Wenn Kliniken als reine Unternehmen gesehen werden,wenn Ärzte und Pflegepersonal sich aus Zeitmangel die Griffel nicht richtig waschen, wenn man die Massentierhaltung immer noch fördert, wenn Vertreter der Pharamindustrie sich in Berlin die Klinken in die Hand drücken und sich ihre Gesetze selber schreiben, wenn irgendein Parteisoldat ohne Ahnung zum Minister gemacht wird und Apotheken auch noch mit dem Hinweis auf ihre ach so tolle Beratung geschützt werden, dann ist das keine Ländersache.



die "Hoheit" über die Klinken haben die Länder.

deswegen haben wir ja zu viele

Und private Kliniken sind nun einmal Bestandteil unserer Marktwirtschaft. Es gibt ja auch andere "Träger"

Bei den Themen Pharma & Apotheken bin ich bei dir
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Re: Pflege- und Gesundheitsreform

Beitragvon Realist2014 » So 26. Mär 2017, 12:01

yogi61 hat geschrieben:(26 Mar 2017, 12:59)

Du könntest die SPD mit Herrn Lauterbach wählen.



mit dem ,was der Herr Schulz da proklamiert- und einigen anderen Themen - ist die SPD für mich nicht wählbar ( Bürgerversicherung...)

Allerdings warte ich noch auf die Verbesserungsvorschläge zum Thema Pflege.
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Re: Pflege- und Gesundheitsreform

Beitragvon Orwellhatterecht » Di 28. Mär 2017, 11:25

Realist2014 hat geschrieben:(26 Mar 2017, 13:00)

die "Hoheit" über die Klinken haben die Länder.

deswegen haben wir ja zu viele

Und private Kliniken sind nun einmal Bestandteil unserer Marktwirtschaft. Es gibt ja auch andere "Träger"

Bei den Themen Pharma & Apotheken bin ich bei dir


die Gesundheit der Menschen als Wirtschaftsfaktor, Krankenhäuser als nach Gewinn strebende Unternehmen, unterstützt vom Staat durch Fallpauschalen, da bleiben die einzelnen Patienten schon mal auf der Strecke. Insbesondere immer dann, wenn sie nicht mehr die stärksten sind, wovon man aber allgemein schon deswegen ausgehen kann, weil sich völlig gesunde Menschen selten in die Obhut einer Klinik begeben. Meiner 88 jährigen Schwiegermutter, bettlägerig, inkontinent und dement, wurde im vorigen Jahr einer Hautkrebs OP unterzogen, die OP wurde ambulant ausgeführt, ein Verbleib in der Klinik auch nur für eine einzige Nacht wurde seitens der Klinik abgelehnt, nötige Nachsorge an den örtlichen Hautarzt verwiesen.
In derselben Klinik wurde ich im übrigen Jahre zuvor einer gleichen OP unterzogen, Verweildauer in der Klinik: 3 Wochen, allerdings bin ich weder dement noch pflegebedürftig, und wie Ihr alle wisst, kann ich mich durchaus meiner Haut wehren, wenn es angebracht erscheint.

https://www.kma-online.de/aktuelles/man ... ts-a-33456

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Die Großen hören auf zu herrschen, wenn die Kleinen aufhören zu kriechen!“
(Friedrich Schiller)

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