Sinn und Künstliche Intelligenz

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Custos

Re: Sinn und Künstliche Intelligenz

Beitragvon Custos » Sa 7. Jul 2018, 23:13

Etwas welches in Elektronischen Geräten generell fehlt ist Geist welcher Möglichkeit hätte auf Ebene der Instinkte lenkend einzugreifen, stellt sich jetzt die Frage ob in lebendigen Wesen Geist vorhanden ist, oder ob solcher auf die Lebewesen wirkt. Ich sage sowohl als auch dieses bedeutet Menschen empfangen Lenkung und Führung über Metaebenen ebenso wie der Mensch auch zur Lenkung und Führung über Metaebenen imstande ist. Klingt nach Utopie, doch dazu müsste man wissen das es keine Sinnvolle Offiziellen Forschungen betreffend Geist gibt, sondern viel mehr alles welches mit Geist zu tun hat eine Kulturelle aber auch Wissenschaftliche Leugnung erfährt. Am deutlichsten lässt dieses Verhalten der Offiziellen und Wissenschaft sich erklären mit Hinweis auf die Propheten wie diese in allen Religiösen Schriften beschrieben sind, und dem Umstand das Menschen der Neuzeit welche Akustische Visuelle oder sonstige Visionen haben und von diesen berichten von Psychiatern als Geisteskrank eingestuft werden. Ich möchte mich jetzt nicht in einer Systemkritischen Analyse ergehen in welcher Ich die Gründe für dieses Vorgehen nenne.

Viel mehr so es sich um Technische KI´s handelt müsste man Versuche anstellen bei welchen über Funk eine Standardüberwachung vieler KI´s welche mit der gleichen Aufgabe beauftragt sind vorhanden ist, aber auch müssten über Funk die Fortschritte einzelner KI´s den anderen Artgleichen KI´s im Funkverbund mitgeteilt werden. Das ist alles, die einzelnen KI´s können über tausende Kilometer Entfernung von den Fortschritten anderer KI´s profitieren und lernen, dies ist der Simulierte Geist welcher auf jede Art und Gattung von Lebewesen Artgleich oder infolge von Zugehörigkeit wirkt. Dieses erklärt auch das Konstrukt der Religionen und deren Wirkung in der Absicht. Damals zu Zeiten der Religionsgründungen wussten die Menschen noch über die Natur des Geistes. Die Natur eines Geistes welchen infolge von Studien sich dann einige zunutze machen wollten und die Menschen unter die Religionen und religiösen Gemeinschaften zwangen. Egal es geht um Künstliche Intelligenz, im Grunde genommen ist jeder Kulturell geformte Mensch der Neuzeit keine natürliche sondern eine Künstliche Intelligenz und weiß nur was das System erlaubt zu wissen. Also kann man jede Technische KI auch mittels Standardprogrammen betreiben es wird halt nur die Seele aber auch das Wesen und der Geist fehlen welcher ein Intelligentes Lebewesen ausmacht.
Zuletzt geändert von Custos am So 8. Jul 2018, 01:50, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Sinn und Künstliche Intelligenz

Beitragvon BingoBurner » Sa 7. Jul 2018, 23:52

Kamikaze hat geschrieben:(05 Jul 2018, 14:56)

Alexa bspw. kann via Internet alle möglichen Daten sammeln und auswerten - "Sie" weiß "es" also (auf Nachfrage) tatsächlich besser als viele Menschen.
Zudem wird "sie" sauer, wenn man "sie" z.B. als "Schrotthaufen" oder "Drecksgerät" bezeichnet (selbst schon bei einer Bekannten erlebt). Dann sagt "sie" Sachen wie "Das ist aber nicht nett." oder "Das habe ich gehört.". Schimpft man dann weiter, wird "sie" bockig und verweigert teilweise sogar den Dienst "Der Dreckskasten mag nicht." oder "Das kannst du selber sicher besser als ich Schrotthaufen" oder "jetzt brauchst du das Drecksgerät wohl doch".

Insofern wäre ich mit dieser Aussage vorsichtig. ^.^'


Lügen......ich kann lügen. Oder auch nicht.
Die Wahrheit glaubt eh´kein Mensch.
Doppeldeutigkeit ?
Sarkasmus ?
Ironie ?

Kann Alexa das auch ? Ohne Cookies oder mit ?

Schrotthaufen..........? Der schnellste Schrotthaufen der Galaxie :)



Mag sein das es mal eine KI gibt die fragt...........wer bin ich.
Davon sind wird aber Meilen entfernt.

Erfahrungen ?

DAS GEHIRN IST MEHR ALS DIE SUMME SEINER DINGE

Das Zauberwort heißt Wachstum......das kannst du nicht kopieren......

Sowas gilt auch für die Lunge wenn du so willst.........

WHAT A PIECE OF JUNK

Dont take your organs to heaven !
Heaven knows we need them here !

Dinge, die Impfgegner sagen : https://www.facebook.com/impfgegnerzitate/

BASTIANNNN ......... https://www.youtube.com/watch?v=n3D33s5GB4A
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Re: Sinn und Künstliche Intelligenz

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 13. Aug 2018, 09:26

watisdatdenn? hat geschrieben:(03 Jul 2018, 20:41)

Vielleicht bin ich mit zu viel Fachchinesisch eingestiegen was Leute abschreckt.. Das war schlecht.

Die konkreten Fragen die ich mir stelle:


Kann eine künstliche Intelligenz "Sinn begreifen"?

Und die Frage die damit zusammenhängt:

Ist das "Sinn begreifen" etwas, das durch die Struktur von Neuronen (künstlich und biologisch) von selbst hervorgeht?

Was meint ihr?


Das ist eine sehr sehr kluge Frage, glaube ich. Teleologie ist die philosophische Auffassung, dass es Zweckgerichtetheiten überhaupt gibt. Lange Zeit meinte eine Mehrheit, dass diese Zweckgerichtetheit von außen, in der Regel durch irgendeine Art von Schöpfergott, in die Dinge eingeht. Die immanente Teleologie nach Aristoteles erklärt Zweckgerichtetheiten aus den Eigenschaften und Strukturen der Dinge (Neuronen usw.) selbst. Und dürfte vermutlich der westlichen, naturwissenschaftlichen Weltsicht am ehesten entsprechen. Wir können ziemlich genau mit Biologie, Chemie und Physik erklären, wie das Bedürfnis nach Sex eigentlich zustande kommt. Und dann können wir das in größere Zusammenhänge einordnen. Die mit Biotopen, klimatischen Gegebenheiten, Anpassungsvorgängen usw. zu tun haben. Aber den eigentlichen Sinn des Ganzen haben wir nicht im entferntesten begriffen. Und andererseits bieten die Religionen darauf auch keine Antwort. Denn die Entstehung von Religionen lässt sich sozialhistorisch begründen und das hat mit der Frage der Sinnhaftigkeit der Entstehung von natürlichen Lebewesen nix zu tun.

Die Frage, warum das Universum so beschaffen ist, dass die Entstehung von Objekten begünstigt wird, die über "Sinn" überhaupt nachdenken können, ist viel viel tiefer und schwieriger.

Was Künstliche Intelligenz Stand heute anbetrifft: Frag mal Alexa (oder Wikipedia) danach, was künstliche Intelligenz eigentlich ist. Die Antwort lautet:
Künstliche Intelligenz ist ein Teilgebiet der Informatik, welches sich mit der Automatisierung intelligenten Verhaltens befasst.


Mal abgesehen von der sprachlichen Ungenauigkeit, dass das Teilgebiet der Informatik, das sich mit KI befasst, eigentlich KI-Forschung und nicht KI heißen müsste ... Automatisierung und Sinngebung stehen sich unversöhnlich gegenüber. Mit jeder Automatisierung geht ein Stück Sinnfragemöglichkeit verloren. Denn die Sinnfrage setzt eben gerade eine Überschreitung von Automatismen voraus. Ob das letztendlich an dem grundsätzlichen Indeterminismus der auf Quantenteilchen basierenden realen Welt einerseits und dem grundsätzlichen Determinismus digitialer Algorithmen andererseits liegt, wäre die Frage. Die Antwort könnte sein: Dann entwickle doch Quantencomputer. Tut man ja auch. Um damit Probleme zu lösen, die von digitialen Computern bislang nicht lösbar sind. Zum Beispiel das "recommendation problem", das Empfehlungsproblem. Die Frage für mich ist jedoch, ob es Sinn macht, einen Quantencomputer mühsam zu entwickeln, der in der Form "Mensch" ja eigentlich schon lange zur Verfügung steht.
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Re: Sinn und Künstliche Intelligenz

Beitragvon Perdedor » Di 14. Aug 2018, 17:33

schokoschendrezki hat geschrieben:... Automatisierung und Sinngebung stehen sich unversöhnlich gegenüber.


Warum?
"Automatisierung" steht in diesem Zusammenhang nach meinem Verständnis lediglich für "ohne weiteren menschlichen Input".
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Re: Sinn und Künstliche Intelligenz

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 15. Aug 2018, 06:15

Perdedor hat geschrieben:(14 Aug 2018, 18:33)

Warum?
"Automatisierung" steht in diesem Zusammenhang nach meinem Verständnis lediglich für "ohne weiteren menschlichen Input".

Ja. Und wenns ums Staubsaugen geht, ist das auch eine völlig berechtigte Erwartungshaltung.

Kreative Intelligenz jedoch ist grundsätzlich unvereinbar mit Automatisierung. Jeder Akt von Kreativität beginnt mit der Infragestellung, Durchbrechung, Außerkraftsetzung von irgendwelchen Automatismen. Denkautomatismen in der Regel. Das ist der Grundwiderspruch der ganzen KI-Diskussionen: Baue einen Algorithmus, der auf Durchbrechung von Algorithmen aus ist.
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Re: Sinn und Künstliche Intelligenz

Beitragvon Perdedor » Mi 15. Aug 2018, 14:34

schokoschendrezki hat geschrieben:Kreative Intelligenz jedoch ist grundsätzlich unvereinbar mit Automatisierung.


Ich denke, dass du den Begriff "Automatisierung" hier überinterpretierst (wobei man natürlich auch die Wikipedia in solchen Zusammenhängen mit Bedacht heranziehen sollte).
"Automatisch" soll hier lediglich "ohne weitere Steuerung" bedeuten.
Wenn ich dir eine Frage stelle fängst du "automatisch" an zu denken. Soll heißen: ohne dass ich noch mehr tun muss.
Siehe auch Duden:
"Bedeutungsübersicht:
(von technischen Geräten) mit einer Automatik ausgestattet
durch Selbststeuerung oder -regelung erfolgend
unwillkürlich, zwangsläufig
von selbst erfolgend
"
https://www.duden.de/rechtschreibung/automatisch
Genauso ist auch die "Automatisierung" der Intelligenz zu verstehen. Der Computer soll automatisch denken, ohne dass der Mensch ihm die Vorgehensweise vorschreibt. In diesem Sinne ist kreative Intelligenz automatisch automatisch. ;)
Es ist nicht unvereinbar sondern bedingt sich sogar.
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Re: Sinn und Künstliche Intelligenz

Beitragvon MäckIntaier » Mi 15. Aug 2018, 14:46

Perdedor hat geschrieben:(15 Aug 2018, 15:34)

Ich denke, dass du den Begriff "Automatisierung" hier überinterpretierst (wobei man natürlich auch die Wikipedia in solchen Zusammenhängen mit Bedacht heranziehen sollte).
"Automatisch" soll hier lediglich "ohne weitere Steuerung" bedeuten.
Wenn ich dir eine Frage stelle fängst du "automatisch" an zu denken. Soll heißen: ohne dass ich noch mehr tun muss.
Siehe auch Duden:
"Bedeutungsübersicht:
(von technischen Geräten) mit einer Automatik ausgestattet
durch Selbststeuerung oder -regelung erfolgend
unwillkürlich, zwangsläufig
von selbst erfolgend
"
https://www.duden.de/rechtschreibung/automatisch
Genauso ist auch die "Automatisierung" der Intelligenz zu verstehen. Der Computer soll automatisch denken, ohne dass der Mensch ihm die Vorgehensweise vorschreibt. In diesem Sinne ist kreative Intelligenz automatisch automatisch. ;)
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Ein Computer denkt nicht. Er rechnet.
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Re: Sinn und Künstliche Intelligenz

Beitragvon Papaloooo » Mi 15. Aug 2018, 15:56

Wohl alle kennen noch den Film 2001, in dem sich der Computer HAL selbstständig macht, er verfügte über Bewusstsein.

Heute machen uns Computer in immer mehr Bereichen etwas vor und werden alsbald wohl auch noch Architekten, oder gar in Verbindung mit Robotern Mikrochirurgen in die Arbeitslosigkeit entlassen.

Bewusstsein? Falsch gelegen!

Dennoch ist unser Gehirn ja selbst nur ein Computer, wenn auch durch seine Vielseitigkeit immer noch derzeitigen Computern haushoch überlegen.

Fragt sich nur: wie lange noch?

Werden künftige Computer von Computern entwickelt, so geht die Entwicklung so schnell voran, dass wir nicht mehr Schritt halten können.

Werden wir den Sinn, den Computer ihrem Dasein geben begreifen?

Ich glaube eher wir werden ihnen das absprechen, da wir sie als minderwertig ansehen werden ( und sie uns vermutlich auch).
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Re: Sinn und Künstliche Intelligenz

Beitragvon MäckIntaier » Mi 15. Aug 2018, 16:54

Papaloooo hat geschrieben:(15 Aug 2018, 16:56)


Dennoch ist unser Gehirn ja selbst nur ein Computer, wenn auch durch seine Vielseitigkeit immer noch derzeitigen Computern haushoch überlegen.



Was bringt Sie denn zu dieser Ansicht, also auf welcher theoretischen Grundlage treffen Sie diese Aussage?
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Re: Sinn und Künstliche Intelligenz

Beitragvon Papaloooo » Mi 15. Aug 2018, 18:54

MäckIntaier hat geschrieben:(15 Aug 2018, 17:54)

Was bringt Sie denn zu dieser Ansicht, also auf welcher theoretischen Grundlage treffen Sie diese Aussage?

Lasse mal einen Computer eine Doktorarbeit on Philosophie schreiben.
Lasse ihn einen spannenden Roman schreiben, oder auch nur ein Kinderbuch.
Lasse ihn eine Grundschulklasse zunterrichten, pder einen Jugendlichen erziehen.
Lasse ihn Gerichtsurteile sprechen und zwischen Streitparteien vermitteln.
Lasse ihn Ämter verwalten und über Landkreise regieren.
Lasse ihn einen psychisch Kranken behandeln oder sich mit einem Menschen über seine Weltsicht plaudern.

Reicht das schon?
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Re: Sinn und Künstliche Intelligenz

Beitragvon schokoschendrezki » Do 16. Aug 2018, 10:01

Perdedor hat geschrieben:(15 Aug 2018, 15:34)

Ich denke, dass du den Begriff "Automatisierung" hier überinterpretierst (wobei man natürlich auch die Wikipedia in solchen Zusammenhängen mit Bedacht heranziehen sollte).
"Automatisch" soll hier lediglich "ohne weitere Steuerung" bedeuten.
Wenn ich dir eine Frage stelle fängst du "automatisch" an zu denken. Soll heißen: ohne dass ich noch mehr tun muss.
Siehe auch Duden:
"Bedeutungsübersicht:
(von technischen Geräten) mit einer Automatik ausgestattet
durch Selbststeuerung oder -regelung erfolgend
unwillkürlich, zwangsläufig
von selbst erfolgend
"
https://www.duden.de/rechtschreibung/automatisch
Genauso ist auch die "Automatisierung" der Intelligenz zu verstehen. Der Computer soll automatisch denken, ohne dass der Mensch ihm die Vorgehensweise vorschreibt. In diesem Sinne ist kreative Intelligenz automatisch automatisch. ;)
Es ist nicht unvereinbar sondern bedingt sich sogar.

Richtig dürfte wohl sein, dass hier automatisch und deterministisch auseinandergehalten werden muss. Es ist aber immer noch die Frage, ob es - ganz allgemein - Automatismen ohne Vorgefertigktheiten überhaupt geben kann. Es steht ja auch in der von Dir angeführten Definition: Nicht nur "von selbst" sondern auch "zwangsläufig". Vorgefertigtheit widesrpricht sich mit Kreativität. Und wenn ein deterministischer Algorithmus auch noch so komplex ist: Er bringt grundsätzlich nur Umgeformtheiten und nix Neues in die Welt. Mit der Church-Turing-Hypothese (https://de.wikipedia.org/wiki/Church-Turing-These) ]lässt sich ja auch theoretisch voraussagen, dass (digitale) Rechenmaschinen gleich welcher Kapazität und Leistung ganz grundsätzlich nicht aus einer Klasse berechenbarer Funktionen herausführen.
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Re: Sinn und Künstliche Intelligenz

Beitragvon schokoschendrezki » Do 16. Aug 2018, 10:08

Papaloooo hat geschrieben:(15 Aug 2018, 16:56)
Dennoch ist unser Gehirn ja selbst nur ein Computer, wenn auch durch seine Vielseitigkeit immer noch derzeitigen Computern haushoch überlegen.

Das Gehirn ist kein digitaler Computer sondern arbeitet analog. Freeman Dysan, ein bekannter Mathematiker und Physiker bringt den Kern der ganzen Angelegenheit auf einen sehr sehr einfachen Satz: "Die Freiheit ist analog“.
Das menschliche Hirn leistet mehr als jeder Computer. Weil es nicht digital arbeitet. Also sollte der Mensch machen, was er am besten kann: kreativ sein.
https://www.tagesspiegel.de/medien/interview-die-freiheit-ist-analog/9971302.html
Zuletzt geändert von schokoschendrezki am Do 16. Aug 2018, 10:12, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Sinn und Künstliche Intelligenz

Beitragvon BlueMonday » Do 16. Aug 2018, 10:11

Bei Künstlicher Intelligenz geht es darum menschliches Verhalten nachzuahmen: Muster erkennen, zuordnen, Reaktion. Von einem Input zu einem Output zu kommen, und zwar so, wie es auch ein Mensch getan hätte. Nicht mehr, nicht weniger. Etwa, damit man nicht mehr selbst das Auto lenken muss, sondern die Maschine.

Ein übergeordnetes Bewusstsein entsteht in der Maschine so sicher nicht, also ein Verständnis dafür, was sie da tut, warum sie es tut, ob sie besser etwas anderes tun sollte (woanders hinfahren, anhalten)...
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Re: Sinn und Künstliche Intelligenz

Beitragvon schokoschendrezki » Do 16. Aug 2018, 10:18

BlueMonday hat geschrieben:(16 Aug 2018, 11:11)

Bei Künstlicher Intelligenz geht es darum menschliches Verhalten nachzuahmen: Muster erkennen, zuordnen, Reaktion. Von einem Input zu einem Output zu kommen, und zwar so, wie es auch ein Mensch getan hätte. Nicht mehr, nicht weniger. Etwa, damit man nicht mehr selbst das Auto lenken muss, sondern die Maschine.

Ein übergeordnetes Bewusstsein entsteht in der Maschine so sicher nicht, also ein Verständnis dafür, was sie da tut, warum sie es tut, ob sie besser etwas anderes tun sollte (woanders hinfahren, anhalten)...

Ja. Weil auch die komplizierteste Mustererkennungsaufgabe im Prinzip die Berechnung einer Funktion aus der Klasse ist, die Turing-Maschinen berechnen können. Gleich welcher technischen Bauart und Realisierung. Ob Spitzencomputer in 10 Jahren oder Mainframe von 1965.
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Re: Sinn und Künstliche Intelligenz

Beitragvon Selina » Do 16. Aug 2018, 10:29

BlueMonday hat geschrieben:(16 Aug 2018, 11:11)

Bei Künstlicher Intelligenz geht es darum menschliches Verhalten nachzuahmen: Muster erkennen, zuordnen, Reaktion. Von einem Input zu einem Output zu kommen, und zwar so, wie es auch ein Mensch getan hätte. Nicht mehr, nicht weniger. Etwa, damit man nicht mehr selbst das Auto lenken muss, sondern die Maschine.

Ein übergeordnetes Bewusstsein entsteht in der Maschine so sicher nicht, also ein Verständnis dafür, was sie da tut, warum sie es tut, ob sie besser etwas anderes tun sollte (woanders hinfahren, anhalten)...


Trotzdem halte ich es für möglich, dass auch das in ferner Zukunft einmal möglich sein wird, dieses "übergeordnete Bewusstsein" und das abstrakte Denken. Nicht umsonst war/ist das gerne Gegenstand von utopischer Literatur, wie wir es früher mal nannten, heute Science-Fiction-Literatur ;)
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Re: Sinn und Künstliche Intelligenz

Beitragvon schokoschendrezki » Do 16. Aug 2018, 12:26

Selina hat geschrieben:(16 Aug 2018, 11:29)

Trotzdem halte ich es für möglich, dass auch das in ferner Zukunft einmal möglich sein wird, dieses "übergeordnete Bewusstsein" und das abstrakte Denken. Nicht umsonst war/ist das gerne Gegenstand von utopischer Literatur, wie wir es früher mal nannten, heute Science-Fiction-Literatur ;)

Es wird aber gruzndsätzlich nicht durch digitale (oder sonstwie deterministische) Rechenmaschinen möglich sein. Wie völlig richtig von BM geschrieben: Dazu muss prinzipiell die Möglichkeit des spontanen Spurwechsels gegeben sein. Wir haben auf der einen Seite Datenmengen und Rechenkapazitäten. Und die permamente und rapide Vergrößerung beider Ressourcen gaukelt uns vor, dass jedes irgendwie denkbare Problem entweder vor einer unmittelbaren Lösung steht oder eben einfach noch nicht formuliert ist. Auf der anderen Seite ist eine so derartig fundamentale Frage, wie die des P/NP-Problems nach wie vor nicht beantwortet und es existiert keine bewiesene Hypothese dazu: Wenn nämlich P die Menge der durch eine deterministische Turing-Maschine (ein "Computer" im herkömmlichen Sinne) zu lösenden Probleme und NP die Menge der durch eine nichtdeteteminisitische Turing-Maschine (bei der es in jedem Schritt mehrere Möglichkeiten mit verschiedenen Wahrscheinlichkeiten gibt) zu lösenden Probleme ist ... Ist dann P mit NP identisch? Weiß man nicht. Das ist schon selbst für ganz praktische Aufgabenstellungen wie das des "Handlungsreisenden" relevant. Die Frage der Bewusstseinsentstehung liegt da noch mal auf einem ganz anderen Level. Meine Ansicht dazu ist, dass es dabei eine Art von Welle-Teilchen-DUalismus gibt: Je intensiver und aufwändiger man versucht, ein maschinelles Bewusstsein zu erzeugen, desto entschiedener verflüchtigt es sich.

Sind da nicht bei weitem eher analoge "Techniken", Genetik, Biologie etc. die potenziell wahrscheinlicheren "Bewusstseinsschöpfer"?
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Re: Sinn und Künstliche Intelligenz

Beitragvon Perdedor » Do 16. Aug 2018, 16:08

schokoschendrezki hat geschrieben:Es steht ja auch in der von Dir angeführten Definition: Nicht nur "von selbst" sondern auch "zwangsläufig".


Das sind zwei verschiedene Bedeutungen desselben Wortes. Im Wikiartikel ist die Bedeutung "von selbst" gemeint. "Zwangsläufig" würde keinen Sinn ergeben.

schokoschendrezki hat geschrieben:Vorgefertigtheit widesrpricht sich mit Kreativität.


Weil du "Kreativität" so definierst. Das würde ich nicht tun.

schokoschendrezki hat geschrieben:Mit der Church-Turing-Hypothese (https://de.wikipedia.org/wiki/Church-Turing-These) ]lässt sich ja auch theoretisch voraussagen, dass (digitale) Rechenmaschinen gleich welcher Kapazität und Leistung ganz grundsätzlich nicht aus einer Klasse berechenbarer Funktionen herausführen.


Gerade die Church-Turing-Hypothese besagt, dass der Mensch nicht mehr kann als ein Computer. Das Halte-Problem lässt sich auch vom Menschen nicht lösen.
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Re: Sinn und Künstliche Intelligenz

Beitragvon Papaloooo » Do 16. Aug 2018, 18:04

schokoschendrezki hat geschrieben:(16 Aug 2018, 11:08)

Das Gehirn ist kein digitaler Computer sondern arbeitet analog. Freeman Dysan, ein bekannter Mathematiker und Physiker bringt den Kern der ganzen Angelegenheit auf einen sehr sehr einfachen Satz: "Die Freiheit ist analog“.
https://www.tagesspiegel.de/medien/interview-die-freiheit-ist-analog/9971302.html

Eine Nervenzelle feuert ab einem bestimmten Schwellwert. Das ist im Prinzip nichts anderes als An-Aus, also Digital.

Analog ist z.B eine Schallplatte, Digital eine CD.

Aber selbst wenn eine Hirnzelle mehrere Potentiale haben sollte, so liesse sich das auch digital nachbilden, siehe Schallplatte und CD.
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Re: Sinn und Künstliche Intelligenz

Beitragvon Papaloooo » Do 16. Aug 2018, 18:24

Nachtrag: wie kann ein Schallplattenspieler oder ein Kassettenrekorder, der ebenfalls Analog funktioniert, freier sein, als ein digital funktionierender Computer, schokoschendrezki?
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Re: Sinn und Künstliche Intelligenz

Beitragvon Selina » Fr 17. Aug 2018, 05:25

schokoschendrezki hat geschrieben:(16 Aug 2018, 13:26)

Es wird aber gruzndsätzlich nicht durch digitale (oder sonstwie deterministische) Rechenmaschinen möglich sein. Wie völlig richtig von BM geschrieben: Dazu muss prinzipiell die Möglichkeit des spontanen Spurwechsels gegeben sein. Wir haben auf der einen Seite Datenmengen und Rechenkapazitäten. Und die permamente und rapide Vergrößerung beider Ressourcen gaukelt uns vor, dass jedes irgendwie denkbare Problem entweder vor einer unmittelbaren Lösung steht oder eben einfach noch nicht formuliert ist. Auf der anderen Seite ist eine so derartig fundamentale Frage, wie die des P/NP-Problems nach wie vor nicht beantwortet und es existiert keine bewiesene Hypothese dazu: Wenn nämlich P die Menge der durch eine deterministische Turing-Maschine (ein "Computer" im herkömmlichen Sinne) zu lösenden Probleme und NP die Menge der durch eine nichtdeteteminisitische Turing-Maschine (bei der es in jedem Schritt mehrere Möglichkeiten mit verschiedenen Wahrscheinlichkeiten gibt) zu lösenden Probleme ist ... Ist dann P mit NP identisch? Weiß man nicht. Das ist schon selbst für ganz praktische Aufgabenstellungen wie das des "Handlungsreisenden" relevant. Die Frage der Bewusstseinsentstehung liegt da noch mal auf einem ganz anderen Level. Meine Ansicht dazu ist, dass es dabei eine Art von Welle-Teilchen-DUalismus gibt: Je intensiver und aufwändiger man versucht, ein maschinelles Bewusstsein zu erzeugen, desto entschiedener verflüchtigt es sich.

Sind da nicht bei weitem eher analoge "Techniken", Genetik, Biologie etc. die potenziell wahrscheinlicheren "Bewusstseinsschöpfer"?


Ich fand immer die Kombination aus beidem spannend: Bionik. Darüber haben wir bereits in den 1970ern gesprochen. Verrückt nich? Aber interessantes Thema, das steht fest :)

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