Gender Studies Wissenschaft oder Ideologie?

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Dark Angel
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Re: Gender Studies Wissenschaft oder Ideologie?

Beitragvon Dark Angel » Sa 24. Sep 2016, 20:28

epona hat geschrieben:(24 Sep 2016, 20:04)

Würdest du diese Behauptung bitte belegen.
Vielen Dank

Prof. Ulrich Kutschera "Das Gender-Paradox", LIT Verlag 2016
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schokoschendrezki
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Re: Gender Studies Wissenschaft oder Ideologie?

Beitragvon schokoschendrezki » So 25. Sep 2016, 04:52

Dark Angel hat geschrieben:(24 Sep 2016, 21:28)

Prof. Ulrich Kutschera "Das Gender-Paradox", LIT Verlag 2016

Kutschera ist der bekannteste Vertreter einer Denkrichtung, die mit "Szientismus" umschrieben wird. Es läuft im Endeffekt auf eine Abaschaffung der Geisteswisschenaften überhaupt hinaus. Ich lehne das ab. Es ist ein Denkverbot.
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Re: Gender Studies Wissenschaft oder Ideologie?

Beitragvon Atheist » So 25. Sep 2016, 05:30

schokoschendrezki hat geschrieben:(25 Sep 2016, 05:52)

Kutschera ist der bekannteste Vertreter einer Denkrichtung, die mit "Szientismus" umschrieben wird. Es läuft im Endeffekt auf eine Abaschaffung der Geisteswisschenaften überhaupt hinaus. Ich lehne das ab. Es ist ein Denkverbot.


Welch reizender Zeitgenosse:

Statement zu den sexistischen und rassistischen Äußerungen Ulrich Kutscheras

Veröffentlicht am 29. Februar 2016 von coloratus

Am 11. Juli 2015 gab der an der Universität Kassel beschäftigte Evolutionsbiologe Ulrich Kutschera dem Rundfunk Berlin-Brandenburg ein Radio-Interview, in dem er die Geschlechterforschung massiv diskreditierte, sozial-konstruktivistischer und kritischer Sozialwissenschaft die (wissenschaftliche) Legitimität absprach sowie in diesen Arbeitsbereichen arbeitende Wissenschaftlerinnen beleidigte. Kutschera bezeichnete im Interview die Gender Studies als „Krebsgeschwür“ und diffamierte darüber hinaus wissenschaftlich tätige Frauen als „hochqualifizierte Möchtegern-Alphaweibchen“, die ihren reproduktiven Aufgaben nicht nachkämen.

Eine sozialwissenschaftliche Analyse der Arbeitsbedingungen im akademischen Bereich, die sich u.a. durch finanzielle und berufsperspektivische Unsicherheiten bei hoher Arbeitsbelastung auszeichnen, hätte hier ein anderes Bild ergeben. In einem Beitrag auf den Seiten der rechten Propaganda-Plattform „Deutscher Arbeitgeber Verband e.V.“ (nicht zu verwechseln mit der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände) schob er am 26. Oktober 2015 nach und bezeichnete „Gender als geistige Vergewaltigung des Menschen“. Zudem verwies er auf die aktuell nach Europa flüchtenden Menschen als eine Masseneinwanderung – er zitiert eine amerikanische Journalistin mit dem Begriff der „Invasion“ – von muslimischen Kämpfern.

Im Lichte dieser Äußerungen ist das, was als mangelnder Respekt gegenüber anderen wissenschaftlichen Disziplinen an U. Kutscheras Einlassungen gemeinhin bemängelt wird, noch das kleinste Übel. Seine Äußerungen sind mehr als nur ein Symptom eines sich allgemein verschärfenden Tonfalls in den Anfeindungen gegenüber kritischen Gesellschaftswissenschaften. In seinen Ausfällen brechen sich vielmehr politische Ressentiments Bahn, die der in den letzten Monaten vielfach beschworenen offenen Gesellschaft, die für Chancengleichheit und die Ermöglichung einer Vielfalt von Lebensentwürfen steht, einen Riegel vorzuschieben versuchen. Als Mitarbeiter*innen der in einer gesellschaftskritischen Tradition stehenden Universität Kassel und verbundenen Kolleg*innen, die an anderen Hochschulen und/oder freiberuflich forschen und lehren, treten wir solchen als Wissenschaft getarnten Brandreden entschieden entgegen, insbesondere wenn sie von einem an derselben Institution beschäftigten Professor kommen. U. Kutscheras Äußerungen sind nicht nur schlechter Stil und im Übrigen auch naturwissenschaftlich im besten Falle fragwürdig, sondern unseriös und politisch reaktionär, weil sie demokratische Verfasstheiten wie Freiheit, Gleichheit oder das Recht auf Asyl unterwandern.


http://www.kritischeuni.de/?p=2781

Hier noch eine richtigstellende Gegendarstellung zu seinen inhaltlichen Vorwürfen an die Geschlechterforschung: http://publikative.org/2015/11/01/maenn ... kutschera/
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Beitragvon schokoschendrezki » So 25. Sep 2016, 06:02

Das was ich von Kutschera an "wissenschaftskritischen" Äußerungen gelesen habe, erinnert mich doch sehr stark an das Kapitel "Deutsche Physik" Anfang der Dreißiger. Deren an sich einfach nur antisemitische Ausrichtung wurde damit kaschiert, dass man die gerade entwickelte Quantenphysik und Relativitätstheorie als "zu abstrakt und mathematisch" und zu wenig an der "harten Realität" orientiert ablehnte. Ganz ähnlich lehnt Kutschera die Rolle der Geschlechter außerhalb rein biologischer Funktionen ab. In einem kritischen Artikel dazu las ich sinngemäß, dass da jemand etwas kritisiert, was er eben einfach nicht versteht. Ich selbst hatte während meines Mathemaikstudiums einige (wenige) Komilitonen, die zwar schon als 12-jährige Integralrechnung beherrschten, aber nicht wussten, wie man eine Straßenbahnfahrkarte kauft. Wenn die über den städtischen Nahverkehr schimpften, ist das so ähnlich wie Kutschera über Gender Studien.
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Re: Gender Studies Wissenschaft oder Ideologie?

Beitragvon epona » So 25. Sep 2016, 07:19

Dark Angel hat geschrieben:(24 Sep 2016, 21:28)

Prof. Ulrich Kutschera "Das Gender-Paradox", LIT Verlag 2016


Prof. Kutschera berichtete über die wissenschaftl. Tagung in San Josef zum Thema "Kreationismus in Europa".
In diesem Bericht erwähnt ER, dass die Gendertheorie dort als ebenso unwissenschaftlich kritisiert wurde.
Es handelt sich also ausschließlich um Meinung und Ansicht des Herrn Kutschera.
Ein Mann, der durch provokative Äußerungen wie " Frauen müssen den Mund halten, hübsch sein und gut kochen können" um Aufmerksamkeit buhlt.
Seinen o.g. Bericht hat zb. der hpd (Humanistischer Pressedienst) sofort wieder vom Portal genommen.
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Re: Gender Studies Wissenschaft oder Ideologie?

Beitragvon Dark Angel » So 25. Sep 2016, 10:32

Genau diese Reaktion(en) habe ich erwartet - keine inhaltliche Auseinandersetzung mit Kutscheras Aussagen, über die man im Detail durchaus diskutieren/streiten kann, sondern mit Kutschera selbst. Typisch für Gender"forscher" und Genderbefürworter - die Person (der Kritiker) wird für unglaubwürdig erklärt und schon muss man sich mit der Kritik nicht mehr inhaltlich auseinander setzten.

Allerdings schreibt Kutschera in seinem Buch, dass auf eben jener Internationalen Biologenkonferenz in San Jose (2015) Konsens unter den teilnehmenden Biologen herrscht, dass es sich bei Gender Studies - genauso wie beim Kreationismus - um eine Pseudowissenschaft handelt, der argumentativ genauso begegnt werden muss wie dem Kreationismus.
Ähnlich äußert sich Richard Dawkins und ähnlich äußern sich Vertreter der Giordano-Bruno-Stiftung.
Überhaupt - "Rolle der Geschlechter", was soll das eigentlich sein?
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Re: Gender Studies Wissenschaft oder Ideologie?

Beitragvon epona » So 25. Sep 2016, 11:01

Dark Angel hat geschrieben:(25 Sep 2016, 11:32)

Genau diese Reaktion(en) habe ich erwartet - keine inhaltliche Auseinandersetzung mit Kutscheras Aussagen, über die man im Detail durchaus diskutieren/streiten kann, sondern mit Kutschera selbst. Typisch für Gender"forscher" und Genderbefürworter - die Person (der Kritiker) wird für unglaubwürdig erklärt und schon muss man sich mit der Kritik nicht mehr inhaltlich auseinander setzten.

Allerdings schreibt Kutschera in seinem Buch, dass auf eben jener Internationalen Biologenkonferenz in San Jose (2015) Konsens unter den teilnehmenden Biologen herrscht, dass es sich bei Gender Studies - genauso wie beim Kreationismus - um eine Pseudowissenschaft handelt, der argumentativ genauso begegnt werden muss wie dem Kreationismus.
Ähnlich äußert sich Richard Dawkins und ähnlich äußern sich Vertreter der Giordano-Bruno-Stiftung.
Überhaupt - "Rolle der Geschlechter", was soll das eigentlich sein?


Nun, Prof. Kutschera ist nun einmal ausgesprochen umstritten. Übrigens, in einem Artikel heißt es, lediglich am Rande der Konferenz San Jose 2015 wäre Gender ein Thema gewesen. Also von Konsens demnach nicht die Rede.

Unter "Rolle der Geschlechter" verstehe ich das kulturell/gesellschaftlich zugewiesene Rollenverhalten von Männlein und Weiblein.
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Re: Gender Studies Wissenschaft oder Ideologie?

Beitragvon Dark Angel » So 25. Sep 2016, 12:10

epona hat geschrieben:(25 Sep 2016, 12:01)

Nun, Prof. Kutschera ist nun einmal ausgesprochen umstritten. Übrigens, in einem Artikel heißt es, lediglich am Rande der Konferenz San Jose 2015 wäre Gender ein Thema gewesen. Also von Konsens demnach nicht die Rede.

Unter "Rolle der Geschlechter" verstehe ich das kulturell/gesellschaftlich zugewiesene Rollenverhalten von Männlein und Weiblein.

1. Aha - "gesellschaftlich-kulturell zugewiesene[s] Rollenverhalten". Dumm nur, dass eben kein Verhalten "zugewiesen" wurde, sondern sich a) im Zusammenhang mit gesellschaftlicher Arbeitsteilung sukzessive entwickelt hat, b) sich bereits kurz nach der Geburt Verhaltensunterschiede bei Mädchen und Jungen zeigen, wo nachweislich noch keine gesellschaftlich kulturelle Prägung vorliegen kann, c) gleiche Verhaltensunterschiede auch bei anderen Primaten nachgewiesen wurden und d) Moneys These vom "anerzogenen Geschlecht" (Behaviorismus) - die nach wie vor in Genderkreisen vertreten wird, auf sehr tragische Weise (verbrecherisches Menschenexperiment) widerlegt wurde.

2. Ist Kutschera unter Wissenschaftlern (Evolutionsbiologen) nicht umstritten. Ganz im Gegenteil! Er ist international anerkannter Wissenschaftler.
Ist seine eigene Aussage zum Konsens unter Biologen, dass Gender Studies als Pseudowissenschaft zu behandeln ist - nachdem er dies auf dem Kongress thematisiert hat, immer noch glaubwürdiger, als irgendein Zeitungsartikel.
DU bist doch immer die erste, die "halbseidene Quelle" schreit, wenn irgendetwas nicht in dein Weltbild passt. Nun - ich verweise eben nicht auf irgendeine Tertiärquelle, sondern auf die Primärquelle (Kutscheras Buch) selbst.
Auch zu etwas, was "am Rande" angesprochen wird, kann allgemeiner Konsens herrschen.
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Re: Gender Studies Wissenschaft oder Ideologie?

Beitragvon epona » So 25. Sep 2016, 12:26

Dark Angel hat geschrieben:(25 Sep 2016, 13:10)

1. Aha - "gesellschaftlich-kulturell zugewiesene[s] Rollenverhalten". Dumm nur, dass eben kein Verhalten "zugewiesen" wurde, sondern sich a) im Zusammenhang mit gesellschaftlicher Arbeitsteilung sukzessive entwickelt hat, b) sich bereits kurz nach der Geburt Verhaltensunterschiede bei Mädchen und Jungen zeigen, wo nachweislich noch keine gesellschaftlich kulturelle Prägung vorliegen kann, c) gleiche Verhaltensunterschiede auch bei anderen Primaten nachgewiesen wurden und d) Moneys These vom "anerzogenen Geschlecht" (Behaviorismus) - die nach wie vor in Genderkreisen vertreten wird, auf sehr tragische Weise (verbrecherisches Menschenexperiment) widerlegt wurde.

2. Ist Kutschera unter Wissenschaftlern (Evolutionsbiologen) nicht umstritten. Ganz im Gegenteil! Er ist international anerkannter Wissenschaftler.
Ist seine eigene Aussage zum Konsens unter Biologen, dass Gender Studies als Pseudowissenschaft zu behandeln ist - nachdem er dies auf dem Kongress thematisiert hat, immer noch glaubwürdiger, als irgendein Zeitungsartikel.
DU bist doch immer die erste, die "halbseidene Quelle" schreit, wenn irgendetwas nicht in dein Weltbild passt. Nun - ich verweise eben nicht auf irgendeine Tertiärquelle, sondern auf die Primärquelle (Kutscheras Buch) selbst.
Auch zu etwas, was "am Rande" angesprochen wird, kann allgemeiner Konsens herrschen.



Leider hast du anfänglich eben nicht auf Kutscheras Buch verwiesen, sondern behauptet die wissenschaftl. Konferenz San Jose 2015 wäre zu der Auffassung gelangt. Das ist schon ein Unterscheid.

Zu Kutschera :D ...da kann sich jeder selbst ein Bild machen. ;)

Offen gestanden, mich interessieren die pseuwissenschaftlichen ständigen Wiederholungen deiner Genderkritik wenig.
Wer tatsächlich abstreitet, dass geschlechterspezifische Verhaltensmuster anerzogen, gesellschaftlich erwünscht werden, der lebt vermutl. auf einer einsamen Insel.
Aber egal, DU, Kutschera & Co. werden Genderforschung nicht abschaffen, sind bereits fest verankert.
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Re: Gender Studies Wissenschaft oder Ideologie?

Beitragvon Tom Bombadil » So 25. Sep 2016, 12:29

Warum verhalten sich Tomboys so wie sie es tun und nicht so, wie das Verhalten angeblich zugewiesen wurde?
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Re: Gender Studies Wissenschaft oder Ideologie?

Beitragvon Atheist » So 25. Sep 2016, 12:30

Dark Angel hat geschrieben:(25 Sep 2016, 11:32)

Genau diese Reaktion(en) habe ich erwartet - keine inhaltliche Auseinandersetzung mit Kutscheras Aussagen, über die man im Detail durchaus diskutieren/streiten kann, sondern mit Kutschera selbst. Typisch für Gender"forscher" und Genderbefürworter - die Person (der Kritiker) wird für unglaubwürdig erklärt und schon muss man sich mit der Kritik nicht mehr inhaltlich auseinander setzten.

Allerdings schreibt Kutschera in seinem Buch, dass auf eben jener Internationalen Biologenkonferenz in San Jose (2015) Konsens unter den teilnehmenden Biologen herrscht, dass es sich bei Gender Studies - genauso wie beim Kreationismus - um eine Pseudowissenschaft handelt, der argumentativ genauso begegnt werden muss wie dem Kreationismus.
Ähnlich äußert sich Richard Dawkins und ähnlich äußern sich Vertreter der Giordano-Bruno-Stiftung.
Überhaupt - "Rolle der Geschlechter", was soll das eigentlich sein?


Inhaltliche Auseinandersetzung:

Atheist hat geschrieben:(25 Sep 2016, 06:30)

Hier noch eine richtigstellende Gegendarstellung zu seinen inhaltlichen Vorwürfen an die Geschlechterforschung: http://publikative.org/2015/11/01/maenn ... kutschera/


Noch mehr inhaltliche Auseinandersetzung:

Dark Angel hat geschrieben:(24 Sep 2016, 19:42)

Welche Forschungsergebnisse soll ich denn zur Kenntnis nehmen? Es gibt keine!


Atheist hat geschrieben:(21 Aug 2016, 11:37)

Entweder bist du nicht fähig, Google zu bedienen, oder du willst die offen sowie digital zugänglichen Papers nicht sichten, weil sie deinem Weltbild widersprechen. Die Google-Suche "gender studies research findings" hat folgende Funde gleich auf der ersten Seite(!) zusammengetragen:

Genderspezifische Gewalt in Vietnam unter französischer Kolonialherrschaft: http://ejw.sagepub.com/content/early/20 ... 0.abstract
Genderspezifische Diskriminierung im Wissenschaftsbetrieb: http://www.pnas.org/content/109/41/16474.abstract#aff-1
Genderabhängigkeit bei der Aufnahme eines Auslandsstudiums: http://link.springer.com/article/10.100 ... 010-9171-6
Gender-, nicht Ethnien-Abhängigkeit beim Abbruch von Ingenieursstudiengängen: http://phys.org/news/2016-06-preliminar ... dents.html
Kritische Analyse ausgewählter Forschungsergebnisse, die deiner und Dark Angels "Meinung" nach gar nicht existieren: Issues in Gender Studies, Edition 2013
Genderidentität bei Trans*Kindern: http://www.psychologicalscience.org/ind ... sures.html
Eine Vielzahl von Papers zur genderspezifischen Gewalt: Publikationen der University of Bristol



Atheist hat geschrieben:(21 Aug 2016, 16:57)


Weil du dich weigerst, die Ergebnisse der oben verlinkten Studie zur genderspezifischen Diskriminierung im Wissenschaftsbetrieb zu sichten, erkennst du nicht, dass es sehr wohl eine heteronormative Geschlechterordnung gibt und dass sehr wohl entsprechend dem sozialen Geschlecht diskriminiert wird!

Dennoch fasse ich die Studie kurz zusammen. In besagter Untersuchung wurden 127 Professoren der Chemie, Biologie oder Physik studentische Bewerbungen auf eine Laborleiterstelle vorgelegt. Ein Teil der Bewerbungen (63) hatte einen männlichen, der andere (64) einen weiblichen Namen, der übrige Inhalt der Bewerbungen war identisch. Nun sollten die Bewerbungen nach der Kompetenz bewertet werden, außerdem sollten die Propbanden ein Urteil darüber fällen, ob sie den Bewerber einstellen würden, ob sie einführend die Mentorenschaft übernähmen und wie viel Einstiegsgehalt angemessen wäre. Heraus kam, dass sowohl weibliche als auch männliche Professoren die Bewerbungen mit weiblichen Namen in allen Punkten signifikant schlechter bewerteten und Bewerbern mit weiblichen Namen durchschnittlich beinahe 4000 USD weniger Gehalt zum Einstieg zu zahlen bereit waren. Das zeigt, dass unabhängig vom biologischen Geschlecht (die teilnehmenden Professoren sahen nur männliche oder weibliche Namen!) entsprechend dem sozialen Geschlecht Frauen benachteiligt wurden.

Klar, man kann sich nun hinstellen und "Das Leben ist ungerecht!" rufen. Butler ist allerdings eine Berufsphilosophin, da ist es nur allzu verständlich, dass sie ihre Finger in die offene Wunde legt und auch noch drückt, damit es weh tut. Denn genau das ist ihr Beruf und wohl auch Lebensaufgabe! Andere Gender-Forscher handeln ähnlich.


Zusammenfassend: richtigstellende Gegendarstellung & Forschungsergebnisse vs. Gerüchte, die angeblich in einem Buch stehen und sich angeblich auf eine gemeinsame Haltung von Teilnehmern einer Tagung beziehen ==> Warum fehlt eine gemeinsame Erklärung von ihnen?
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Re: Gender Studies Wissenschaft oder Ideologie?

Beitragvon Dark Angel » So 25. Sep 2016, 13:19

epona hat geschrieben:(25 Sep 2016, 13:26)

Leider hast du anfänglich eben nicht auf Kutscheras Buch verwiesen, sondern behauptet die wissenschaftl. Konferenz San Jose 2015 wäre zu der Auffassung gelangt. Das ist schon ein Unterscheid.

Du wolltest eine Quelle wissen und ich habe dir eine genannt. Es gibt durchaus noch mehr, die auf eben diesen Konsens in San Jose verweisen u.a. die Richard Dawkins-Foundation.

epona hat geschrieben:(25 Sep 2016, 13:26)Zu Kutschera :D ...da kann sich jeder selbst ein Bild machen. ;)

Ja, vor allem wissenschaftliche Laien, die von wissenschaftlicher Arbeit keine Ahnung haben.
Kutschera ist Gastprofessor an einer amerikanischen Eliteuni (Stanford) und umstrittene Wissenschaftler haben da keine Chance.

epona hat geschrieben:(25 Sep 2016, 13:26)Offen gestanden, mich interessieren die pseuwissenschaftlichen ständigen Wiederholungen deiner Genderkritik wenig.

Pseudowissenschaftlich sind die Gender Studies selbst, aber nicht die Kritik an ihnen. Wenn dogmatisch, auf bereits mehrfach widerlegten Thesen und Hypothesen beharrt wird, hat das eben nichts mit Wissenschaft zu tun, sondern ist Pseudowissenschaft, ist Ideologie.
Und genau DAS tun Gender Studies, indem sie dogmatisch widerlegte Thesen/Hypothesen wiederholen.

epona hat geschrieben:(25 Sep 2016, 13:26)Wer tatsächlich abstreitet, dass geschlechterspezifische Verhaltensmuster anerzogen, gesellschaftlich erwünscht werden, der lebt vermutl. auf einer einsamen Insel.
Aber egal, DU, Kutschera & Co. werden Genderforschung nicht abschaffen, sind bereits fest verankert.

Geschlechtsspezifisches Verhalten ist eben nicht anerzogen, es basiert auf biologischen Anlagen und zwar nachweislich. Belege für die biologische Veranlagung gibt es mehr als genug, aus der Säuglingsforschung, aus der Primatenforschung UND sogar aus sozialwissenschaftlichen Untersuchungen.
Wird dir jeder Evolutionsbiologe und Evolutionspsychologe bestätigen.
Geschlechtsspezifische Verhaltenweisen basieren auf biologischen Anlagen und Erziehung.
Wer DAS tatsächlich bestreitet, lebt auf der einsamen Insel, nicht alle anderen.
Und Gender Studies/Gendermaistream werden genauso (wieder) verschwinden, wie das bei allen Ideologien irgendwann der Fall ist.
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Re: Gender Studies Wissenschaft oder Ideologie?

Beitragvon Dark Angel » So 25. Sep 2016, 13:56

Tom Bombadil hat geschrieben:(25 Sep 2016, 13:29)

Warum verhalten sich Tomboys so wie sie es tun und nicht so, wie das Verhalten angeblich zugewiesen wurde?

Tja - ganz offensichtlich, weil es dieses "typisch weiblich" und "typisch männlich" - als gesellschaftlich zugewiesene Sterotype - gar nicht gibt, weil Menschen Individuen mit individuellen Charaktereigenschaften, Temperament und Interessenlagen sind, weil Menschen/Eltern nun mal auch vollkommen unterschiedliche Vorstellungen von Erziehung haben und davon, was "angemessenes" Verhalten ist. Weil so genannte "Rollensterotype" nur in den Köpfen von Gender"forschern" existieren. :D
Biologisch (hormonell) bedingte Geschlechtsunterschiede im Verhalten bedeutet ja nicht, dass sich alle Angehörigen eines Geschlechts gleich verhalten müssen.
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Re: Gender Studies Wissenschaft oder Ideologie?

Beitragvon epona » So 25. Sep 2016, 14:06

[quote="Dark Angel"](25 Sep 2016, 14:19)

Geschlechtsspezifisches Verhalten ist eben nicht anerzogen, es basiert auf biologischen Anlagen und zwar nachweislich. Belege für die biologische Veranlagung gibt es mehr als genug, aus der Säuglingsforschung, aus der Primatenforschung UND sogar aus sozialwissenschaftlichen Untersuchungen.
Wird dir jeder Evolutionsbiologe und Evolutionspsychologe bestätigen.
Geschlechtsspezifische Verhaltenweisen basieren auf biologischen Anlagen und Erziehung.
[
/quote]

NICHT oder UND, was denn nun?

Könntest bitte einen Link über diesen angeblichen Konsens (Konferenz 2015) einstellen.
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Re: Gender Studies Wissenschaft oder Ideologie?

Beitragvon Atheist » So 25. Sep 2016, 14:38

Dark Angel hat geschrieben:(25 Sep 2016, 14:19)

Du wolltest eine Quelle wissen und ich habe dir eine genannt. Es gibt durchaus noch mehr, die auf eben diesen Konsens in San Jose verweisen u.a. die Richard Dawkins-Foundation.


Es ist keine gemeinsame Erklärung vorhanden, also sind alle Behauptungen über die angebliche "Einigkeit" unter den Tagungsteilnehmern reine Gerüchte.

Ja, vor allem wissenschaftliche Laien, die von wissenschaftlicher Arbeit keine Ahnung haben.
Kutschera ist Gastprofessor an einer amerikanischen Eliteuni (Stanford) und umstrittene Wissenschaftler haben da keine Chance.


Wenn schon der Ruf einer Hochschule als Argumentationsersatz herhalten muss: Stanford gehört nicht zur Ivy-League. :x


Pseudowissenschaftlich sind die Gender Studies selbst, aber nicht die Kritik an ihnen. Wenn dogmatisch, auf bereits mehrfach widerlegten Thesen und Hypothesen beharrt wird, hat das eben nichts mit Wissenschaft zu tun, sondern ist Pseudowissenschaft, ist Ideologie.
Und genau DAS tun Gender Studies, indem sie dogmatisch widerlegte Thesen/Hypothesen wiederholen.


Geschlechtsspezifisches Verhalten ist eben nicht anerzogen, es basiert auf biologischen Anlagen und zwar nachweislich. Belege für die biologische Veranlagung gibt es mehr als genug, aus der Säuglingsforschung, aus der Primatenforschung UND sogar aus sozialwissenschaftlichen Untersuchungen.
Wird dir jeder Evolutionsbiologe und Evolutionspsychologe bestätigen.
Geschlechtsspezifische Verhaltenweisen basieren auf biologischen Anlagen und Erziehung.
Wer DAS tatsächlich bestreitet, lebt auf der einsamen Insel, nicht alle anderen.
Und Gender Studies/Gendermaistream werden genauso (wieder) verschwinden, wie das bei allen Ideologien irgendwann der Fall ist.


Ach(!) muss das schön sein, auch weiterhin Forschungsergebnisse und sonstige Inhalte zu ignorieren... um die Gender-Wissenschaften übel beleumden zu können.
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Re: Gender Studies Wissenschaft oder Ideologie?

Beitragvon epona » So 25. Sep 2016, 17:02

Dark Angel hat geschrieben:(25 Sep 2016, 14:19)

Und Gender Studies/Gendermaistream werden genauso (wieder) verschwinden, wie das bei allen Ideologien irgendwann der Fall ist.

:D schaust du mal hier unter "Gender-Bashing der neue Volkssport" Sendung v. 13.09.2016 .

http://deutschlandradiokultur.de/politisches-feuileton.1004.de.html
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Re: Gender Studies Wissenschaft oder Ideologie?

Beitragvon Dark Angel » So 25. Sep 2016, 18:03

epona hat geschrieben:(25 Sep 2016, 15:06)

NICHT oder UND, was denn nun?

1. kann nichts anerzogen werden, wofür es keine Grundlagen/Anlagen gibt - gar nichts! Heißt Unterschiede in den Verhaltensmustern sind biologisch vorgegeben und zwar bei allen komplexen Tieren
2. beruht Verhalten immer auch auf Erziehung, Nachahmung etc - nennt sich Sozialisation, trifft wiederum auf alle komplexen Tiere zu.

(Was hast du eigentlich im Biologieunterricht in der Schule gelernt?)

epona hat geschrieben:(25 Sep 2016, 15:06)Könntest bitte einen Link über diesen angeblichen Konsens (Konferenz 2015) einstellen.

Ich habe die Quelle angegeben! Musst dich schon auf Kutscheras Aussage verlassen!
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Re: Gender Studies Wissenschaft oder Ideologie?

Beitragvon epona » So 25. Sep 2016, 18:12

Dark Angel hat geschrieben:(25 Sep 2016, 19:03)

1. kann nichts anerzogen werden, wofür es keine Grundlagen/Anlagen gibt - gar nichts! Heißt Unterschiede in den Verhaltensmustern sind biologisch vorgegeben und zwar bei allen komplexen Tieren
2. beruht Verhalten immer auch auf Erziehung, Nachahmung etc - nennt sich Sozialisation, trifft wiederum auf alle komplexen Tiere zu.

(Was hast du eigentlich im Biologieunterricht in der Schule gelernt?)


Ich habe die Quelle angegeben! Musst dich schon auf Kutscheras Aussage verlassen!



Was hast du eigentlich nach dem Bio-Unterricht deiner Schulzeit dazu gelernt? ;)

Nö, auf Aussagen des Herrn Kutscheras verlasse ich mich besser nicht.
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Re: Gender Studies Wissenschaft oder Ideologie?

Beitragvon Maskulist » So 25. Sep 2016, 18:51

Scheinwissenschaft bleibt Scheinwissenschaft.

Und wie immer: Kritik unerwünscht!

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/gender-studies-genderforschung-auch-in-der-biologie-13603216.html

Dark Angel, ich frage mich wirklich, wie lange Du Dich noch mit diesen Leuten abärgern willst! Sie sind beratungsresistent und den Bohrer, der durch DAS Brett kommt, den hat man noch nicht produziert!

Und noch ein kleiner Update:
http://www.andreas-unterberger.at/2016/06/internationaler-biologenkongress-gender-theorie-ist-pseudowissenschaft/
Gender Mainstreaming ist eine brandgefährliche Manipulationsmethode, die sich wie ein Steppenbrand in der Geisteswelt des Westens in den letzten Jahrzehnten ausgebreitet hat.
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Re: Gender Studies Wissenschaft oder Ideologie?

Beitragvon epona » So 25. Sep 2016, 18:56

Maskulist hat geschrieben:(25 Sep 2016, 19:51)

Scheinwissenschaft bleibt Scheinwissenschaft.

Und wie immer: Kritik unerwünscht!

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/gender-studies-genderforschung-auch-in-der-biologie-13603216.html

Dark Angel, ich frage mich wirklich, wie lange Du Dich noch mit diesen Leuten abärgern willst! Sie sind beratungsresistent und den Bohrer, der durch DAS Brett kommt, den hat man noch nicht produziert!


:D auch dir empfehle ich den Artikel "Gender-Bashing neuer Volkssport"

Beachte den Punkt "Pflichtübung für Rechtspopulisten"


DA, du solltest dir noch "Forscher entzaubern Steinzeit-Klischees" zu Gemüte führen (selbe Quelle).
Jung, witzig und ergebnisoffen ;)

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