Gender Studies Wissenschaft oder Ideologie?

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Dark Angel
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Gender Studies Wissenschaft oder Ideologie?

Beitragvon Dark Angel » Mi 29. Jun 2016, 21:19

Cat with a whip hat geschrieben:Nur frage ich Sie, ob es Ihre Meinung ist, dass das was Sie eben beschrieben haben für die Soziologie pauschal zutrifft, der die kulturell zugeschriebenen Geschlechtseigenschaften einer Person in Abgrenzung zu ihrem biologischen Geschlecht analysiert?

Die Geschlechtersoziologie ist als Bestandteil der soziologischen Geschlechterforschung („Gender Studies“) eng verwoben mit anderen Disziplinen wie Philosophie, Literaturwissenschaften, Geschichte, Erziehungswissenschaften und Politikwissenschaft.

In gewisser Weise bin ich die Antwort auf diese Frage noch schuldig.
ich habe mir die Mühe gemacht, und recherchiert und komme zu dem Schluss - ja, die gesamten Gender Studies haben nichts mit Wissenschaft zu tun.
1. wird nicht erklärt was ein "soziales Geschlecht" sein soll, es wird nicht erklärt was "kulturell zugeschriebene Geschlechtseigenschaften" sein sollen und "soziales Geschlecht" wird nicht vom biologischen Geschlecht abgegrenzt. Im Gegenteil, die Existenz eines biologischen Geschlechts wird überhaupt geleugnet, biologische Erkenntnisse werden geleugnet und Biologie - insbesondere Evolutionsbiologie werden zum Feindbild erklärt und das liest sich dann so:
(Dr. Monika Setzwein) Die Rigidität und Ausschließlichkeit, mit der Menschen in Männer und Frauen aufgeteilt werden, geht also keineswegs auf naturgegebene Zwänge zurück, sondern die Zwei-Klassen-Gesellschaft ist ein soziales Ordnungsmuster, das in sozialen Praxen immer wieder neu hergestellt und bestätigt werden muss.[...]Wir haben es hier demnach mit einer Geschlechtszuständigkeit zu tun, die sich gleichermaßen auf Darstellungs- und Interpretationsleistungen bezieht, und mittels derer die Geschlechtszugehörigkeit von Personen sozial konstruiert wird.
Die Unterschiede zwischen Männern und Frauen werden im gegenseitigen Miteinander, in der sozialen Praxis, produziert und durch Prozesse der Institutionalisierung verfestigt und auf Dauer gestellt.

Interessant in diesem Zusammenhang ist die Bezugnahme Dr. Setzweins auf einen Genderforscher namens Hirschauer, welcher offensichtlich hinsichtlich Transsexualität forscht. Seine Forschungsegebnisse, die nur eine kleine Minderheit betreffen, werden von Dr. pauschalisiert und verallgemeinert. Eine Praxis, die gerade Genderforscherinnen den Naturwissenschaftlern (Biologen, Physikern etc) vorwerfen.
Bei Prof. Sigrid Schmitz spricht von Zirkelschlusspraxis in der Biologie und "unzulässigen" Übertragungen von Erkenntnissen aus der Primatenforschung auf den Menschen.
Desweiteren beklagt sie einen "Androzentrismus" in Naturwissenschaften, welcher "den weiblichen Aspekt ignoriert" - gemeint sind schematische Zeischnungen etc.
Und überhaupt sind die einzelnen Fachbereiche der Biologie ganz schlecht, kommen sie doch zu Erkenntnissen, die auch eine biologische Determiniertheit von bestimmten Verhaltensmustern nahe legen.
Damit werden durch eine unreflektierte zirkuläre Naturalisierung die Annahme biologisch determinierter Entwicklungsprozesse und damit auch Implikationen auf die Ausbildung der Geschlechtscharaktere des Menschen unterstützt. Gleichzeitig erleben wir eine Renaissance der Biologismen zur Erklärung von Geschlechterunterschieden in unserer Entwicklung, unserem Verhalten, unseren Leistungen und unserer sexuellen Orientierung, gepuscht von der Soziobiologie und evolutionären Psychologie. Die dritte Dimension Gender in Science löst sich von der fachspezifischen Ebene und analysiert generelle Aspekte der Methodik und Forschungspraxis der Naturwissenschaften. Sie untersucht die Zusammenhänge zwischen gesellschaftlich-kulturell ausgeprägten Geschlechterverhältnissen und den geschichtlichen, sozialen und wissensgenetischen Konstellationen, auf denen die Art und Weise beruht, in der Wissenschaft betrieben wird.
Ein paar zeilen später erklärt Prof. Schmitz:
"Diese Dimension macht deutlich, dass die feministische Theorie ihre Wurzeln in der kritischen Theorie hat, ..."
Die Katze ist also aus dem Sack - Genderforschung/Gender Studies ist feministische Forschung.
Wundert auch nicht, dass nirgendwo auch nur ansatzweise versucht wird, die eigenen Behauptungen zu hinterfragen oder ggf zu falsifizieren. Im Gegenteil als beweis für die eigenen Behauptungen wird aus dem "eigenen Lager" zitiert - vorzugsweise Butler, Haraway und Fausto-Sterling, weiter schreibt Schmitz bei Voss ab und Voss bei Schmitz und alle zusammen bei Ebeling und kommen dann zu dem Schluss:
"Viele geschlechterperspektivische Studien verstehen die Biologie hingegen als ein gesellschaftliches Unternehmen und das von ihm prodzierte Wissen als ein gesellschaftliches, kulturell geprägtes Produkt. [...] Fokussiert werden die biologischen Paradigmen, Vorannahmen, die vermittelte Herstellung von Geschlecht und die symbolische Ebene der Geschlechterdifferenzen.".

Eine Prof.Franziska Schößler versteigt sich in ihrer "Einführung in die Gender Studies" sogar zu der Behauptung:
"Naturwissenschaft ist eine Konstruktion", "Naturwissenschaft reproduzieren herrschende Normen" und „Der Objektivitätsanspruch der Wissenschaft ist ein verdeckter männlicher Habitus.“

Nun - ausgerechnet der bereits erwähnte Genderforscher Prof. Hirschauer geht mit den Gender"forscherinnen" recht hart ins Gericht:
Zum einen ist ‚Gender‘ ein dünner rhetorischer Lack auf einer traditionellen Frauenforschung, die sich als feministische Gegenwissenschaft versteht. Sie ist im Wesentlichen Geschlechterforschung geblieben, die in der Feststellung sozialer Ungleichheit ihr Zentralthema hat. Zum anderen verschleift sich das Label ‚Gender‘ in einem politischen Etikettenschwindel: Auf der einen Seite tarnen sich mit ihm verzweifelte hochschulpolitische Versuche, hartnäckige Männerdomänen in bestimmten Fächern mit ‚Frauenprofessuren‘ aufzubrechen;
. Sie folgt noch immer der Logik einer sozialen Bewegung: Sie fasst das Forschungspersonal in Termini politischer Repräsentation auf und fraktioniert Frauen, Männer und Queers. Und sie lässt sich als Vehikel der Frauenförderung verzwecken, um auf diese verquere Weise einen Teil der Karrierehemmnisse für Frauen an Universitäten aus dem Weg zu räumen.


Zu erwähnen sei noch, dass Gender Studies alle Erkenntnisse aus der Primatenforschung und der Forschung mit Neugeborenen bzw wenige Monate alten Babies, die bereits geschlechtsspezifisches Verhalten zeigen, ignorieren. Ignoriert wird auch die Tatsachen, dass sich menschlich Gehirne bereits während der Embryogenese unterschiedlich entwickleln.
Passt ja nicht ins Konzept des radikalen Behaviorismus, nach dem der Mensch als "unbeschriebenes Blatt" zur Welt kommt und alle Verhaltensmuster ansoziialisiert sind.
Dies findet Lt. Dr. Setzwein bereits pränatal statt.
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Re: Gender Studies Wissenschaft oder Ideologie?

Beitragvon Platon » Mi 29. Jun 2016, 23:55

Also mal ganz grundsätzlich ist Gender ja erstmal eine Analysekategorie, indem man nach Geschlechterrollen fragt und wie sie sich womöglich mit der Zeit verändert haben. Das ist überaus nützlich, weil es den Blick auf Sachverhalte öffnet, die man sonst nicht wirklich wahrnehmen würde. Entsprechend kann man die Frage welche Geschlechterrollen und -verständnis vorhanden ist auch in einer Vielzahl von Fächern stellen, was dann nicht an eine bestimmte Methode gebunden ist. Das hat meines Erachtens nichts mit Feminismus zu tun, weil eine Analyse der Geschlechterverhältnisse noch kein politisches Statement ist.

Was nun die Diskussion Natur vs Kultur angeht ist Folgendes eine Polemik die mich stark an eine Szene in TBBT erinnert:
Eine Prof.Franziska Schößler versteigt sich in ihrer "Einführung in die Gender Studies" sogar zu der Behauptung:
"Naturwissenschaft ist eine Konstruktion", "Naturwissenschaft reproduzieren herrschende Normen" und „Der Objektivitätsanspruch der Wissenschaft ist ein verdeckter männlicher Habitus.“


Eine Theorie von Allem erklärt Neurobiologie, eine umfangreiche Neurobiologie erklärt die Theorie von Allem. Ebenso versuchen manche Kulturwissenschaftler, weil sie sich womöglich von den Naturwissenschaftlern "bedroht" fühlen, deren Paradimga dem eigenen Paradigma unterzuordnen um es so als historisch gewachsen nicht mehr selbst ernst nehmen zu müssen. Damit bewegt man sich natürlich in eine Sackgasse, weil man dasselbe ja auch mit kulturwissenschaftlichen Theorien machen könnte.
Am Ende ist die kulturwissenschaftliche Perspektive einfach überaus hilfreich, als das man sie vorschnell in die Tonne kloppen sollte. Man kommt nicht um die Erkenntnis herum, dass sich Geschlechterrollen im Laufe der Zeit verändern und man kann dies sehr gut erklären, wenn man Vorstellungen von Mann und Frau, Männlichkeit und Weiblichkeit, die damit verbundenen Rollen und Verhaltensweisen als etwas versteht, dass über Kommunikation und soziale Praxis im Laufe der Zeit immer wieder neu vermittelt, erlernt und ausgehandelt wird. Gerade in der heutigen Welt in der durch Unterschiede zwischen Generationen und durch multikulturelle Unterschiede verschiedene Vorstellungen von Geschlechterverhältnissen in derselben Gesellschaft nebeneinander existieren, ist das mehr als einleuchtend. Die kulturwissenschaftlichen Theorien helfen den Blick auf diese Phänomene zu richten und sie womöglich zu erklären bzw. zu zeigen wie sich Dinge auch verändern.

Man kann das ja dann politisieren, indem man auf Machtverhältnisse verweist, welche durch das Aufrechterhalten bestimmter Vorstellungen selbst aufrecht erhalten werden und der Kulturwissenschaftler kann dann in großer Pose diese Vorstellungen als veränderbar entlarven und damit das Machtverhältnis ein wenig ankratzen. Die Feministen entlarven dann bewaffnet mit diesem Blickwinkel das Patriarchat als historisch bedingt und man müsse dann irgendwie dagegen vorgehen.

Unabhängig davon ob man dieses Pathos teilt, muss man aber erkennen, dass die kulturwissenschaftliche Perspektive nach der das Geschlechterverhältnis sozialer Praxis entspringt zu neuen und hilfreichen Erkenntnissen führt, weil man wichtige Fragen stellen kann, wie das Geschlechterverhältnis und Rollenverständnis denn nun aussieht und wie es sich womöglich verändert hat. Einen wirklichen Konflikt zwischen der Annahme, dass es kein natürliches Geschlecht gibt von Seiten der Kulturwissenschaftler und dass es einen biologisch bedingten Dualismus gibt von Seiten der Naturwissenschaftler ergibt sich gar nicht, weil ja eigentlich immer die Soziale Praxis mindestens zwei Geschlechter hervorgebracht hat und ein womöglich Drittes Geschlecht ist eher ein Randphänomen.

Von daher ist Gender Studies keine Ideologie, sie kann ideologisch vereinnahmt werden, indem man mit kulturwissenschaftlichen Perspektiven bewaffnet feministische Theorien und Forderungen äußert, man muss es aber nicht. Auch sehe ich in dem Streitpunkt zwischen Kultur- und Naturwissenschaften einfach zwei Paradigmen, die von unterschiedlichen Vorraussetzungen ausgehen und meinem Eindruck nach auch grundverschieden vorgehen (Biologie beschreibt, Kulturwissenschaft interpretiert). Daher ist es schwer die Forschungsergebnisse beider Perspektive gewinnbringend zusammen zu bringen. Es ist sicherlich möglich, aber schwierig.
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Re: Gender Studies Wissenschaft oder Ideologie?

Beitragvon Laertes » Do 30. Jun 2016, 06:22

Ob Gender Studies eine Wissenschaft sind, d. h. ob diese Disziplin die objektiven Kriterien dafür erfüllt, kann ich nicht qualifiziert beurteilen. Vokabular und Vehemenz mit denen diese Disziplin an die Öffentlichkeit tritt, nehme ich durch den Absolutheitsanspruch auf die einzig richtige Deutungshoheit allerdings schon als ideologisch, esoterisch, sektenhaft wahr.

Nichtsdestotrotz liefern die Gender Studies eine Perspektive und ein Modell auf soziale Aspekte unserer Gesellschaft, die mir in Teilen nützlich und wertvoll erscheinen. Aber sie liefern eben nicht die Wahrheit, sondern nach wie vor nur ein Modell von vielen. Und wie heißt es diesbezüglich so schön:
George Box hat geschrieben:„Essentially, all models are wrong, but some are useful“

Ein konsequenteres Modell konstruierter Wirklichkeit liefert übrigens der Buddhismus mit seiner jahrtausendealten Tradition. Ihm zufolge ist alles dem menschlichen Geist erscheinende konstruiert. Die Vorstellung verschiedener Geschlechter ebenso wie dann auch konsequenterweise die Vorstellung man sei wegen seines (imaginierten) Geschlechts einer Unterdrückung oder Benachteiligung ausgesetzt.
FAIRNESS, FÜRSORGE und FREIHEIT sind gemeinsame moralische Werte von Linken und Konservativen.
LOYALITÄT, AUTORITÄT und SAKRALITÄT sind aber für Rechts-Konservative genauso wichtig (Jonathan Haidt)
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Re: Gender Studies Wissenschaft oder Ideologie?

Beitragvon BingoBurner » Do 30. Jun 2016, 06:59

Platon hat geschrieben:(30 Jun 2016, 00:55)


Eine Theorie von Allem erklärt Neurobiologie, eine umfangreiche Neurobiologie erklärt die Theorie von Allem. Ebenso versuchen manche Kulturwissenschaftler, weil sie sich womöglich von den Naturwissenschaftlern "bedroht" fühlen, deren Paradimga dem eigenen Paradigma unterzuordnen um es so als historisch gewachsen nicht mehr selbst ernst nehmen zu müssen.


Du meinst so eine Art Wettkampf/Wettlauf zwischen Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft ? Das wäre in der Tat albern und eine eingeschränkte Sichtweise.
Wie einst Darwin politisch missbraucht wurde folgen nun die Gender Studies ?

Mit fallen dazu die von Dawkins postulierten Meme ein. Dies war ein verbindender Ansatz, wie ich finde

https://de.wikipedia.org/wiki/Mem

"
Dont take your organs to heaven !
Heaven knows we need them here !
If you dont smile dont mess with me !

Dinge, die Impfgegner sagen : https://www.facebook.com/impfgegnerzitate/
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Re: Gender Studies Wissenschaft oder Ideologie?

Beitragvon Dark Angel » Do 30. Jun 2016, 09:51

Platon hat geschrieben:(30 Jun 2016, 00:55)

Also mal ganz grundsätzlich ist Gender ja erstmal eine Analysekategorie, indem man nach Geschlechterrollen fragt und wie sie sich womöglich mit der Zeit verändert haben. Das ist überaus nützlich, weil es den Blick auf Sachverhalte öffnet, die man sonst nicht wirklich wahrnehmen würde.

Genau das wird eben nicht getan, denn würde das getan, müsste zunächst geklärt werden was wird unter Geschlechterrollen verstanden sind und wie sich diese entwickelt haben. Womit wir dann wieder weg von den Geistes-/Kulturwissenschaften wären, weil diese Frage von den empirischen, Feldforschung betreibenden Wissenschaften (der Archäologie) wären, aber deren Erkenntnisse, dass sich "Geschlechterrollen" aus natürlicher Arbeitsteilung und der Entstehung von Privateigentum - während der Neolithisierung - entwickelt haben, ebenfalls negiert bzw leugnet.
Unter natürlicher Arbeitsteilung verstehen wir die Herausbildung von Landwirtschaft, welche ursprünglich Angelegenheit von Frauen (bis zur Erfindung des Pfluges) war und der Domestikation von Tieren und der damit verbundenen saisonalen "Wanderschaft" der Hirten = Männer. Diese (ursprüngliche) natürliche Arbeitsteilung hat nichts mit einer (wie auch immer) gearteten sozialen Stellung - Über- oder Unterordnung eines Geschlechts unter das andere - zu tun.
Änderung(en) des sozialen Status zwischen Mann und Frau begann erst mit der Entstehung von hierarchischen Strukturen i.S.v. organisatorischen Einheiten ==> Entwicklung von staatsähnlichen "Gebilden" und der Wertung der verschiedenen Gewerke bei fortschreitender gesellschaftlicher Arbeitsteilung und Spezialisierung.
Allgemein auch als Entstehung des Patriarchats bezeichnet, wobei Patriarchat gerne als "Männerherrschaft"/Herrschaft des Mannes über die Frau fehlinterpretiert wird.

Platon hat geschrieben:(30 Jun 2016, 00:55) Entsprechend kann man die Frage welche Geschlechterrollen und -verständnis vorhanden ist auch in einer Vielzahl von Fächern stellen, was dann nicht an eine bestimmte Methode gebunden ist. Das hat meines Erachtens nichts mit Feminismus zu tun, weil eine Analyse der Geschlechterverhältnisse noch kein politisches Statement ist.

Aber genau das tun Gender Studies ==> siehe Schmitz "Feministische Wissenschaftstheorie/feministische Wissenschaft".
Es wird aus dem Vorhandensein von (biologischen) Unterschieden zwischen den Geschlechtern (dem Sein) auf "Geschlechterrollen" (dem Sollen) geschlossen und weil sich hieraus Möglichkeiten von Diskriminierung ergeben können, darf es keine Unterschiede geben.
Hier setzt meine Kritik an und hier setzt auch die Kritik innerhalb der Gender Studies an.
Wissenschaft hat ergebnisoffen zu arbeiten, was bei Gender Studies nicht der Fall ist, weil einerseits (nur) nach Evidenzen gesucht wird, die den eigenen Standpunkt (es gibt keinen relevanten Unterschied von Natur aus) stützen und die Widerlegung dieses Standpunktes von Seiten der Biologie als "Ideologie des Biologismus" abgelehnt werden.
Hierzu Frau Prof. Doris Bischof-Köhler:
„Man sucht nachzuweisen, dass die üblicherweise angenommenen Unterschiede zwischen den Geschlechtern überhaupt nicht existieren oder so geringfügig sind, dass man sie vernachlässigen kann. Nur so glaubt man, ungerechtfertigte Vorurteile entmächtigen zu können und damit der Diskriminierung ihre Basis zu entziehen. Eine solche Legitimierung moralischer Normen durch biologische Einsichten ist aber nicht zulässig und außerdem keineswegs eine logische Konsequenz einer biologischen Betrachtung.“
Und Dr. Doris Löffler bemängelt, dass häufig der Methode unlauterer Argumentation bedient wird, indem ein verdeckter Themenwechsel vorgenommen wird.
"Die Frage nach der Wahrheit einer These ist z. B. nicht mit jener nach ihrer Nützlichkeit zu verwechseln.“
Und auch das wird von Gender Studies getan - die Wahrheit einer These wird mit deren Nützlichkeit gleichgesetzt.
Aus Sichtweise der Genderstudies darf es keine (biologisch begründeten) Unterschiede zwischen Mann und Frau geben - auch nicht in den Verahltensmustern. Diese werden dann "erfolgreich" mit Verweis auf Butler, Haraway, Fausto-Sterling u.a. dekonstruiert. Das hat nichts (mehr) mit Wissenschaftlicheit zu tun.
Dazu nochmal Prof Bischo-Köhler:
ZEITmagazin: Hält man die Unterschiede auch deshalb für bedeutsam, weil Mann und Frau sich schon äußerlich so sehr unterscheiden?

Bischof-Köhler: Das ist eine interessante Frage. Dahinter könnte sich die unreflektierte Denkvoraussetzung verstecken, dass es einen Dualismus zwischen Leib und Seele gibt. Für körperliche Merkmale wäre demnach die Biologie zuständig, für alles Mentale die Gesellschaft. So funktioniert es aber nicht. Die Evolution hat nicht nur unsere Anatomie gestaltet, sondern passend dazu auch die Hirnstrukturen, die unserem Erleben und Verhalten zugrunde liegen. Wenn es hier also Übereinstimmungen gibt, dann sind diese nicht das Resultat einer nachträglichen Interpretation, sondern des identischen Selektionsdrucks.



Platon hat geschrieben:[url=http://www.politik-forum.eu/viewtopic.php?p=3586518#p3586518]]Man kommt nicht um die Erkenntnis herum, dass sich Geschlechterrollen im Laufe der Zeit verändern und man kann dies sehr gut erklären, wenn man Vorstellungen von Mann und Frau, Männlichkeit und Weiblichkeit, die damit verbundenen Rollen und Verhaltensweisen als etwas versteht, dass über Kommunikation und soziale Praxis im Laufe der Zeit immer wieder neu vermittelt, erlernt und ausgehandelt wird. Gerade in der heutigen Welt in der durch Unterschiede zwischen Generationen und durch multikulturelle Unterschiede verschiedene Vorstellungen von Geschlechterverhältnissen in derselben Gesellschaft nebeneinander existieren, ist das mehr als einleuchtend. Die kulturwissenschaftlichen Theorien helfen den Blick auf diese Phänomene zu richten und sie womöglich zu erklären bzw. zu zeigen wie sich Dinge auch verändern.

Auch hier wieder Fehlanzeige - leider.
Entwicklung und Veränderung von "Geschlechterrollen" ist nicht Bestandteil der Kulturwissenschaften, sondern der Geschichtswissenschaften und der Altertumswissenschaften, welche sich mit (allgemeinen) gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen der Menschheit beschäftigen und hier gäbe es durchaus Ansatzpunkte und Schnittmengen mit Gender Studies. Diese werden allerdings nicht genutzt, im Gegenteil wird versucht die eigenen (feministische Theorie) Thesen IN diesen Wissenschaftsbereichen zu etablieren, Thesen, die sehr oft den mittels Feldforschung gewonnenen Erkenntnissen widersprechen.
Es wäre ja schön, wenn seitens der Gender Studies gesellschaftliche Veränderungen aufgezeigt, ja wenn sie überhaupt zur Kenntnis genommen werden würden, aber das passiert ja nicht - leider.

Nachtrag:
Etwas, was von Gender Studies bei der "Untersuchung" von Geschlechterrollen/Geschlechterverhältnissen nicht berücksichtigt wird - ja gar nicht erst in Erwägung gezogen wird, hat ausschließlich biologische Ursachen. Frauen und nur Frauen sind fähig Kinder zu gebären und das wiederum bedeutet auch nur die Frau weiß welches Kind ihr Kind ist. Mann weiß das nie bzw nie genau.
Womit wir wieder in der Zeit der Neolithisierung angekommen wären, in der sich auch hierarchische Strukturen entwickelten und mit ihnen Privateigentum UND das Patriarchat ==> der Pater familias = Oberhaupt des gesamten Haushaltes, welcher sein Eigentum nur an seine biologischen Nachkommen vererbt wissen wollte und das Stammesoberhaupt, das seine Nachfolge an biologische Nachkommen geregelt wissen wollte ==> Dynastiebildung. Um das zu gewährleisten, benötigte er Kontrolle über die Frau - genauer über die Sexualität der Frau und das funktionierte nur, indem die persönlichen Freiheiten von Frauen rigide beschnitten wurden.
Kurz gesagt, die Unterdrückung der Frau resultiert aus der Angst des Mannes, nie zu wissen, welche seine biologischen Nachkommen sind, nicht aus der Vorstellung der Frau als "Mangelgeschlecht". Diese "Angst"führte zur institutionalisierten Unterordnung der Frau unter den Mann, welche dann noch religiös begründet wurde.
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Re: Gender Studies Wissenschaft oder Ideologie?

Beitragvon Fuerst_48 » Do 30. Jun 2016, 16:22

Dark Angel hat geschrieben:(30 Jun 2016, 10:51)

Genau das wird eben nicht getan, denn würde das getan, müsste zunächst geklärt werden was wird unter Geschlechterrollen verstanden sind und wie sich diese entwickelt haben. Womit wir dann wieder weg von den Geistes-/Kulturwissenschaften wären, weil diese Frage von den empirischen, Feldforschung betreibenden Wissenschaften (der Archäologie) wären, aber deren Erkenntnisse, dass sich "Geschlechterrollen" aus natürlicher Arbeitsteilung und der Entstehung von Privateigentum - während der Neolithisierung - entwickelt haben, ebenfalls negiert bzw leugnet.
Unter natürlicher Arbeitsteilung verstehen wir die Herausbildung von Landwirtschaft, welche ursprünglich Angelegenheit von Frauen (bis zur Erfindung des Pfluges) war und der Domestikation von Tieren und der damit verbundenen saisonalen "Wanderschaft" der Hirten = Männer. Diese (ursprüngliche) natürliche Arbeitsteilung hat nichts mit einer (wie auch immer) gearteten sozialen Stellung - Über- oder Unterordnung eines Geschlechts unter das andere - zu tun.
Änderung(en) des sozialen Status zwischen Mann und Frau begann erst mit der Entstehung von hierarchischen Strukturen i.S.v. organisatorischen Einheiten ==> Entwicklung von staatsähnlichen "Gebilden" und der Wertung der verschiedenen Gewerke bei fortschreitender gesellschaftlicher Arbeitsteilung und Spezialisierung.
Allgemein auch als Entstehung des Patriarchats bezeichnet, wobei Patriarchat gerne als "Männerherrschaft"/Herrschaft des Mannes über die Frau fehlinterpretiert wird.


Aber genau das tun Gender Studies ==> siehe Schmitz "Feministische Wissenschaftstheorie/feministische Wissenschaft".
Es wird aus dem Vorhandensein von (biologischen) Unterschieden zwischen den Geschlechtern (dem Sein) auf "Geschlechterrollen" (dem Sollen) geschlossen und weil sich hieraus Möglichkeiten von Diskriminierung ergeben können, darf es keine Unterschiede geben.
Hier setzt meine Kritik an und hier setzt auch die Kritik innerhalb der Gender Studies an.
Wissenschaft hat ergebnisoffen zu arbeiten, was bei Gender Studies nicht der Fall ist, weil einerseits (nur) nach Evidenzen gesucht wird, die den eigenen Standpunkt (es gibt keinen relevanten Unterschied von Natur aus) stützen und die Widerlegung dieses Standpunktes von Seiten der Biologie als "Ideologie des Biologismus" abgelehnt werden.
Hierzu Frau Prof. Doris Bischof-Köhler:
„Man sucht nachzuweisen, dass die üblicherweise angenommenen Unterschiede zwischen den Geschlechtern überhaupt nicht existieren oder so geringfügig sind, dass man sie vernachlässigen kann. Nur so glaubt man, ungerechtfertigte Vorurteile entmächtigen zu können und damit der Diskriminierung ihre Basis zu entziehen. Eine solche Legitimierung moralischer Normen durch biologische Einsichten ist aber nicht zulässig und außerdem keineswegs eine logische Konsequenz einer biologischen Betrachtung.“
Und Dr. Doris Löffler bemängelt, dass häufig der Methode unlauterer Argumentation bedient wird, indem ein verdeckter Themenwechsel vorgenommen wird.
"Die Frage nach der Wahrheit einer These ist z. B. nicht mit jener nach ihrer Nützlichkeit zu verwechseln.“
Und auch das wird von Gender Studies getan - die Wahrheit einer These wird mit deren Nützlichkeit gleichgesetzt.
Aus Sichtweise der Genderstudies darf es keine (biologisch begründeten) Unterschiede zwischen Mann und Frau geben - auch nicht in den Verahltensmustern. Diese werden dann "erfolgreich" mit Verweis auf Butler, Haraway, Fausto-Sterling u.a. dekonstruiert. Das hat nichts (mehr) mit Wissenschaftlicheit zu tun.
Dazu nochmal Prof Bischo-Köhler:
ZEITmagazin: Hält man die Unterschiede auch deshalb für bedeutsam, weil Mann und Frau sich schon äußerlich so sehr unterscheiden?

Bischof-Köhler: Das ist eine interessante Frage. Dahinter könnte sich die unreflektierte Denkvoraussetzung verstecken, dass es einen Dualismus zwischen Leib und Seele gibt. Für körperliche Merkmale wäre demnach die Biologie zuständig, für alles Mentale die Gesellschaft. So funktioniert es aber nicht. Die Evolution hat nicht nur unsere Anatomie gestaltet, sondern passend dazu auch die Hirnstrukturen, die unserem Erleben und Verhalten zugrunde liegen. Wenn es hier also Übereinstimmungen gibt, dann sind diese nicht das Resultat einer nachträglichen Interpretation, sondern des identischen Selektionsdrucks.




Auch hier wieder Fehlanzeige - leider.
Entwicklung und Veränderung von "Geschlechterrollen" ist nicht Bestandteil der Kulturwissenschaften, sondern der Geschichtswissenschaften und der Altertumswissenschaften, welche sich mit (allgemeinen) gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen der Menschheit beschäftigen und hier gäbe es durchaus Ansatzpunkte und Schnittmengen mit Gender Studies. Diese werden allerdings nicht genutzt, im Gegenteil wird versucht die eigenen (feministische Theorie) Thesen IN diesen Wissenschaftsbereichen zu etablieren, Thesen, die sehr oft den mittels Feldforschung gewonnenen Erkenntnissen widersprechen.
Es wäre ja schön, wenn seitens der Gender Studies gesellschaftliche Veränderungen aufgezeigt, ja wenn sie überhaupt zur Kenntnis genommen werden würden, aber das passiert ja nicht - leider.

Nachtrag:
Etwas, was von Gender Studies bei der "Untersuchung" von Geschlechterrollen/Geschlechterverhältnissen nicht berücksichtigt wird - ja gar nicht erst in Erwägung gezogen wird, hat ausschließlich biologische Ursachen. Frauen und nur Frauen sind fähig Kinder zu gebären und das wiederum bedeutet auch nur die Frau weiß welches Kind ihr Kind ist. Mann weiß das nie bzw nie genau.*)
Womit wir wieder in der Zeit der Neolithisierung angekommen wären, in der sich auch hierarchische Strukturen entwickelten und mit ihnen Privateigentum UND das Patriarchat ==> der Pater familias = Oberhaupt des gesamten Haushaltes, welcher sein Eigentum nur an seine biologischen Nachkommen vererbt wissen wollte und das Stammesoberhaupt, das seine Nachfolge an biologische Nachkommen geregelt wissen wollte ==> Dynastiebildung. Um das zu gewährleisten, benötigte er Kontrolle über die Frau - genauer über die Sexualität der Frau und das funktionierte nur, indem die persönlichen Freiheiten von Frauen rigide beschnitten wurden.
Kurz gesagt, die Unterdrückung der Frau resultiert aus der Angst des Mannes, nie zu wissen, welche seine biologischen Nachkommen sind, nicht aus der Vorstellung der Frau als "Mangelgeschlecht". Diese "Angst"führte zur institutionalisierten Unterordnung der Frau unter den Mann, welche dann noch religiös begründet wurde.

*) Dafür hat man ja die DNA-Analyse eingeführt, damit die Männer nicht benachteiligt sind... :cool: :cool:
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Re: Gender Studies Wissenschaft oder Ideologie?

Beitragvon Dark Angel » Do 30. Jun 2016, 16:41

Laertes hat geschrieben:(30 Jun 2016, 07:22)
Nichtsdestotrotz liefern die Gender Studies eine Perspektive und ein Modell auf soziale Aspekte unserer Gesellschaft, die mir in Teilen nützlich und wertvoll erscheinen.

Zumindest sollten Gender Studies das tun - tun sie aber nicht. Sie beschränken sich nicht auf soziale gesellschaftliche Aspekte in Geschichte und Gegenwart, sondern sie beanspruchen die Deutungshoheit - auch für naturwissenschaftliche (biologische) Aspekte bzw leugnen deren Vorhandensein als "sozial konstruiert", sie sie erheben Absolutheitsanspruch und damit erhalten ihre Ansichten den Status von Dogmen, die nicht hinterfragt werden und auch nicht hinterfragt werden dürfen.
So funktioniert Wissenschaft aber nicht. Da Gender Studies Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erheben, müssen ihre Theorien falsifizierbar sein und falsifiziert werden dürfen. Ihre Arbeit muss ergebnisoffen erfolgen - das ist sie aber nicht.
Und noch etwas fällt auf: Genderforscher lassen keinerlei Kritik zu, weder aus den eigenen Reihen, noch "von außen". Jeder der es wagt, die Methodik der Arbeit und/oder Themenwahl zu kritisieren, wird persönlich angegriffen und der Lächerlichkeit preisgegeben. Mit dem Gegenstand der Kritik, wird sich nicht auseinander gesetzt.
Solche Verfahrensweise hat nichts mit Wissenschaft zu tun, dafür aber um so mehr mit Ideologie.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Gender Studies Wissenschaft oder Ideologie?

Beitragvon Maskulist » So 3. Jul 2016, 11:30

Fuerst_48 hat geschrieben:(30 Jun 2016, 17:22)

*) Dafür hat man ja die DNA-Analyse eingeführt, damit die Männer nicht benachteiligt sind... :cool: :cool:


Wenn das so einfach wäre ...

Aber für einen DNA-Test braucht man die Zustimmung der Mutter, heimliche Tests sind seit 2012 strafbar.
http://ratgeber-vaterschaftstest.de/faq/darf-ein-vaterschaftstest-heimlich-durchgefuehrt-werden-42/

In New York hat man das besser gelöst:
http://newyork.cbslocal.com/2012/08/15/whos-your-daddy-truck-offers-answers-with-dna-tests/
Gender Mainstreaming ist eine brandgefährliche Manipulationsmethode, die sich wie ein Steppenbrand in der Geisteswelt des Westens in den letzten Jahrzehnten ausgebreitet hat.
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Re: Gender Studies Wissenschaft oder Ideologie?

Beitragvon Maskulist » So 3. Jul 2016, 11:48

Dark Angel hat geschrieben:(30 Jun 2016, 17:41)

Zumindest sollten Gender Studies das tun - tun sie aber nicht. Sie beschränken sich nicht auf soziale gesellschaftliche Aspekte in Geschichte und Gegenwart, sondern sie beanspruchen die Deutungshoheit - auch für naturwissenschaftliche (biologische) Aspekte bzw leugnen deren Vorhandensein als "sozial konstruiert", sie sie erheben Absolutheitsanspruch und damit erhalten ihre Ansichten den Status von Dogmen, die nicht hinterfragt werden und auch nicht hinterfragt werden dürfen.
So funktioniert Wissenschaft aber nicht. Da Gender Studies Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erheben, müssen ihre Theorien falsifizierbar sein und falsifiziert werden dürfen. Ihre Arbeit muss ergebnisoffen erfolgen - das ist sie aber nicht.
Und noch etwas fällt auf: Genderforscher lassen keinerlei Kritik zu, weder aus den eigenen Reihen, noch "von außen". Jeder der es wagt, die Methodik der Arbeit und/oder Themenwahl zu kritisieren, wird persönlich angegriffen und der Lächerlichkeit preisgegeben. Mit dem Gegenstand der Kritik, wird sich nicht auseinander gesetzt.
Solche Verfahrensweise hat nichts mit Wissenschaft zu tun, dafür aber um so mehr mit Ideologie.


Mit der Wissenschaftlichkeit der "Gender Studies" hat sich besonders Professor Günter Bucholz beschäftigt. Hier sein neuester Artikel aus der "Huffington Post":
http://www.huffingtonpost.de/guenter-buchholz/sind-gender-studies-wissenschaft_b_10772180.html

Besonders interessant ist das Ergebnis der von Professor Bucholz durchgeführten Untersuchung Gender Studies – Die Niedersächsische Forschungsevaluation und ihre offenen Fragen (http://serwiss.bib.hs-hannover.de/frontdoor/index/index/docId/405) und die Reaktionen bzw. Nichtreaktionen der "Gender Studies" auf diese Untersuchung (hatte ich - glaube ich - unter einer "Gender"-Diskussion schon einmal erwähnt).

Wie "Gender Studies" diese Untersuchung sah, kann man hier erkennen: https://www2.gender.hu-berlin.de/ztg-blog/2013/08/41706/
Gender Mainstreaming ist eine brandgefährliche Manipulationsmethode, die sich wie ein Steppenbrand in der Geisteswelt des Westens in den letzten Jahrzehnten ausgebreitet hat.
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Re: Gender Studies Wissenschaft oder Ideologie?

Beitragvon Dark Angel » So 3. Jul 2016, 12:31

Maskulist hat geschrieben:(03 Jul 2016, 12:48)

Mit der Wissenschaftlichkeit der "Gender Studies" hat sich besonders Professor Günter Bucholz beschäftigt. Hier sein neuester Artikel aus der "Huffington Post":
http://www.huffingtonpost.de/guenter-buchholz/sind-gender-studies-wissenschaft_b_10772180.html

Besonders interessant ist das Ergebnis der von Professor Bucholz durchgeführten Untersuchung Gender Studies – Die Niedersächsische Forschungsevaluation und ihre offenen Fragen (http://serwiss.bib.hs-hannover.de/frontdoor/index/index/docId/405) und die Reaktionen bzw. Nichtreaktionen der "Gender Studies" auf diese Untersuchung (hatte ich - glaube ich - unter einer "Gender"-Diskussion schon einmal erwähnt).

Wie "Gender Studies" diese Untersuchung sah, kann man hier erkennen: https://www2.gender.hu-berlin.de/ztg-blog/2013/08/41706/

Kritik kommt auch aus den eigenen Reihen und wie damit umgegangen wird.
MA Doris Löffler kritisiert die Methode der unlauteren Argumentation, die von Genderforschern angewendet wird, wie z.B. verdeckter Themenwechsel bzw. Fehlzuordnung von These und Begründung und dass Frage nach der Wahrheit einer These gernemit der nach Nützlichkeit verwechselt bzw gleichgesetzt wird.
Wie das funktioniert, demonstriert Prof. Voss
Aber ist es nicht so, dass Frauen zum Beispiel Kinder bekommen können und Männer nicht?

Gegen dieses beliebte Argument der Gebärfähigkeit von Frauen sprechen mehrere Punkte. Fortpflanzung ist zwar zur Arterhaltung des Menschen nötig, aber deshalb muss nicht jede oder jeder Einzelne auf klassischem Weg Kinder bekommen können. Es hat sich gezeigt, dass Fortpflanzungsfähigkeit beim Menschen nicht so verbreitet ist, wie oft angenommen. [...] Wäre Fortpflanzung also wichtig zur Festlegung des biologischen Geschlechts, wären diese 15 Prozent nicht typisch männlich oder weiblich. Über diese organisch orientierte Frage hinaus ist in die Analyse auch der Wunsch von Menschen zu berücksichtigen, Kinder zu haben oder nicht.


Er wird nach dem gravierendsten Unterschied zwischen Mann und Frau gefragt - nämlich deren Gebärfähigkeit, beantwortet diese Frage nicht, schwenkt stattdessen um auf Fortpflanzungsfähigkeit und erklärt auch noch Fortpflanzungsfähigkeit habe nichts mit Geschlechtern zu tun, weil sich ja einige (miteinander) nicht fortpflanzen können (Fehlentwicklung bei einem der Partner).

Das ist unlautere Argumentation in höchster Vollendung. Voss ist dabei allerdings kein Einzelfall. Prof. Schmitz geht ähnlich vor indem sie erklärt, dass sich menschliches Gehirn unter Verabreichung bestimmter Hormone entsprechend verändert und aus dieser Tatsache heraus eben nicht zwischen männlicher und weiblicher Gehirnstruktur unterschieden werden könne. Sie unterschlägt dabei zweierlei - nämlich dass sich das Gehirn bereits während der Embryogenese geschlechtsspezifisch entwickelt und dass - anders als bei bestimmten Experimenten - KEINE Hormone verabreicht werden, welche die Hirnentwicklung beeinflussen, weder während der Embryogenese noch in irgend einem anderen Entwicklungsstdium des Menschen.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Gender Studies Wissenschaft oder Ideologie?

Beitragvon Nightwatch » So 3. Jul 2016, 21:02

Maskulist hat geschrieben:(03 Jul 2016, 12:48)

Mit der Wissenschaftlichkeit der "Gender Studies" hat sich besonders Professor Günter Bucholz beschäftigt. Hier sein neuester Artikel aus der "Huffington Post":
http://www.huffingtonpost.de/guenter-buchholz/sind-gender-studies-wissenschaft_b_10772180.html

Ein Zitat daraus:
»Die „Gender Studies" können insgesamt als politischer Versuch gedeutet werden, insbesondere die weibliche Homoerotik, den Lesbianismus also, aufzuwerten und im gesellschaftlichen Bewusstsein zu normalisieren, und zugleich alles zu tun, um die Heteronormalität zu zersetzen, speziell in der Gestalt der heteronormalen Familie, aber auch in der der Männlichkeit in ihren verschiedenen Facetten, darunter speziell der der Väterlichkeit. «

Das liest sich wie die Befürchtungen eines reaktionären Spinners. Die Förderung und dadurch gestiegene soziale Akzeptanz von Homosexualität wirkt sich nicht auf sexuelle Präferenzen und Geschlechterrollen heterosexueller Menschen aus. Die sich ändernden Geschlechterrollen resultieren aus der Gleichberechtigung und das in Frage stellen von Geschlechterstereotypen. Wie schädlich sich solche Stereotypen bei Männern auswirken, zeigt sich an den Opfern, die nicht ernst genommen werden, weil die Opferrolle häufig als unmännlich angesehen wird. Diese Problematik in den Vordergrund stellen bezeichnet er als zersetzen. Er hält es auch für unmännlich, wenn der Ehemann seine Frau nicht auf traditionelle Weise schwängert. Der Typ ist von gestern. Du ziehst ihn aber als Quelle heran, obwohl Du gegen die stereotype Behandlung von Männern bist.

Maskulist hat geschrieben:(03 Jul 2016, 12:48)
Besonders interessant ist das Ergebnis der von Professor Bucholz durchgeführten Untersuchung Gender Studies – Die Niedersächsische Forschungsevaluation und ihre offenen Fragen (http://serwiss.bib.hs-hannover.de/frontdoor/index/index/docId/405) und die Reaktionen bzw. Nichtreaktionen der "Gender Studies" auf diese Untersuchung (hatte ich - glaube ich - unter einer "Gender"-Diskussion schon einmal erwähnt).

Wie "Gender Studies" diese Untersuchung sah, kann man hier erkennen: https://www2.gender.hu-berlin.de/ztg-blog/2013/08/41706/

Seine Kritik an der Niedersächsischen Evaluation besteht aus überraschend vielen tendenziösen Unterstellungen, die völlig überflüssig sind. Positives hat er nicht zu vermerken, womit seine Betrachtung einseitig und undifferenziert ausfällt. Nichtsdestotrotz bleibt sein Vorwurf, daß die Forschungspublikationen nicht evaluiert wurden, gerechtfertigt.

Seine rein privat geforderte Evaluation ist hingegen ein schlechter Witz. Er als ein bekennender Gegner von Gender Studies wird natürlich die Angaben zu einem negativen Urteil zusammenfassen. Auch als Pensionär hätte er die nötige Zeit, einen Großteil seiner Fragen selber beantworten zu können. Aber offensichtlich interessieren ihn die Inhalte der Geschlechterforschung gar nicht.
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Re: Gender Studies Wissenschaft oder Ideologie?

Beitragvon Laertes » Mo 4. Jul 2016, 06:45

Maskulist hat geschrieben:(03 Jul 2016, 12:48)Mit der Wissenschaftlichkeit der "Gender Studies" hat sich besonders Professor Günter Bucholz beschäftigt. (...)


Danke für den Link. Ebenfalls interessant und einleuchtend als Kritik finde ich folgenden Passus, der die Argumentationsweise in den Gender Studies mit der der Kreationisten vergleicht und sie damit in die Nähe religiöser Überzeugungen und pseudowissenschaftlicher Versuche solche zu 'beweisen' rückt:
http://cuncti.net/geschlechterdebatte/947-sind-gender-studies-wissenschaft hat geschrieben:Der Kreationismus ist ein Beispiel dafür, was dabei herauskommt, wenn eine a priori theologisch beantwortete Sinnfrage mit einer realwissenschaftlichen Erforschung des biologischen Evolutionsprozesses unzulässig vermischt wird, indem erstere letztere dominiert: „intelligent design“ wird dann behauptet, weil man das glauben möchte. (9)

So ergeben sich Interpretationen, für die ein eindeutiges Gültigkeitskriterium anders als in den Realwissenschaften weder existiert noch überhaupt existieren kann. Daher ist ein Ergebnis nur möglich durch eine strittige Annäherung mit möglichem, aber nie gesichertem Konsens, der selbst dann, wenn er bestehen sollte, weiter unter einem prinzipiellen Vorbehalt steht.

Daher können kulturwissenschaftliche Ergebnisse argumentativ prinzipiell nicht gegen Ergebnisse realwissenschaftlicher Forschung gewendet werden, denn letztere sind empirisch gültig, und sie sind somit objektives Wissen, erstere hingegen sind nie mehr als eine bloße Deutung, also ein bestenfalls gut und sorgfältig begründetes und intersubjektiv diskutiertes subjektives Wissen. (10)

Der grundlegende Fehler seitens der „Gender Studies“ besteht darin, dass deren bloß vermeintlich gesichertes Wissen, dessen Gültigkeit lediglich angenommen und unterstellt wird, das aber tatsächlich weiter nichts ist als eine ideologisch verallgemeinerte Deutung der nicht-biologischen, kulturalistischen Kategorie „Geschlecht“, gegen die Ergebnisse realwissenschaftlicher, evolutionsbiologischer Forschung gewendet wird. Das aber ist prinzipiell falsch und unmöglich: Keinerlei Deutung kann gegen realwissenschaftliche Erkenntnisse geltend gemacht werden.

Das gilt somit auch für sogenannte Offenbarungen oder „Heilige Texte“ aller Art.
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Re: Gender Studies Wissenschaft oder Ideologie?

Beitragvon Maskulist » Sa 9. Jul 2016, 11:16

Nightwatch hat geschrieben:(03 Jul 2016, 22:02)

Ein Zitat daraus:
»Die „Gender Studies" können insgesamt als politischer Versuch gedeutet werden, insbesondere die weibliche Homoerotik, den Lesbianismus also, aufzuwerten und im gesellschaftlichen Bewusstsein zu normalisieren, und zugleich alles zu tun, um die Heteronormalität zu zersetzen, speziell in der Gestalt der heteronormalen Familie, aber auch in der der Männlichkeit in ihren verschiedenen Facetten, darunter speziell der der Väterlichkeit. «

Das liest sich wie die Befürchtungen eines reaktionären Spinners. Die Förderung und dadurch gestiegene soziale Akzeptanz von Homosexualität wirkt sich nicht auf sexuelle Präferenzen und Geschlechterrollen heterosexueller Menschen aus. Die sich ändernden Geschlechterrollen resultieren aus der Gleichberechtigung und das in Frage stellen von Geschlechterstereotypen. Wie schädlich sich solche Stereotypen bei Männern auswirken, zeigt sich an den Opfern, die nicht ernst genommen werden, weil die Opferrolle häufig als unmännlich angesehen wird. Diese Problematik in den Vordergrund stellen bezeichnet er als zersetzen. Er hält es auch für unmännlich, wenn der Ehemann seine Frau nicht auf traditionelle Weise schwängert. Der Typ ist von gestern. Du ziehst ihn aber als Quelle heran, obwohl Du gegen die stereotype Behandlung von Männern bist.


Dazu Professor Bucholz im "Gender Diskurs".
http://www.gender-diskurs.de/2016/01/warum-der-gender-begriff-ueberfluessig-und-irrefuehrend-ist/

Man mag seine Meinung teilen oder ablehnen (ich teile sie weitgehend), aber dein Sprachgebrauch spricht - erneut - Bände. Du hast allerdings in einem Rech: Die Stereotypen der Geschlechter zeigt sich an den männlichen Opfern, die nicht ernst genommen werden und vor allem an den weiblichen "Opfern", die diese Opferrolle mit Hilfe der feministischen Opferindustrie immer wieder gerne einnehmen. Die einzigen, welche sich für Männer als Opfer einsetzen, sind die Organisationen der Männerrechtsbewegung wie z.B. "Gleichmaß e.V.". Und wo hält er es für "unmännlich", wenn der Ehemann seine Frau (muss es immer der Ehemann sein?) nicht auf traditionelle weise schwängert?
Meinst Du etwa diesen Auszug?
4.Sexualität bedeutet auf der zellulären Ebene die Fusion von Eizelle und Spermium (nach Ulrich Kutschera), und sie ist damit biologisch identisch mit der Fortpflanzung.
Ansonsten wäre ich für eine Quelle deiner Behauptung dankbar (denn man lernt nie aus).


Nightwatch hat geschrieben:(03 Jul 2016, 22:02)
Seine Kritik an der Niedersächsischen Evaluation besteht aus überraschend vielen tendenziösen Unterstellungen, die völlig überflüssig sind. Positives hat er nicht zu vermerken, womit seine Betrachtung einseitig und undifferenziert ausfällt. Nichtsdestotrotz bleibt sein Vorwurf, daß die Forschungspublikationen nicht evaluiert wurden, gerechtfertigt.

Seine rein privat geforderte Evaluation ist hingegen ein schlechter Witz. Er als ein bekennender Gegner von Gender Studies wird natürlich die Angaben zu einem negativen Urteil zusammenfassen. Auch als Pensionär hätte er die nötige Zeit, einen Großteil seiner Fragen selber beantworten zu können. Aber offensichtlich interessieren ihn die Inhalte der Geschlechterforschung gar nicht.

Wenn GS irgendetwas positives zu berichten hätte, dann hätte sich hier die Gelegenheit gegeben, einem Widersacher den Wind aus den Segeln zu nehmen. Keine Antwort forciert natürlich die Argumentationen der Gegner der GS.
Keine Antwort bedeutet also entweder eine verpasste Chance, unglaubliche Arroganz oder schlicht und ergreifend, dass die Argumente fehlen! Und wenn Herr Buchholz in seiner "Freizeit" als bekennender Männerrechtler Forschung betreibt, so ist es sein gutes Recht.

Deine Wortwahl:
Befürchtungen eines reaktionären Spinners
Der Typ ist von gestern
tendenziösen Unterstellungen
schlechter Witz
Gender Mainstreaming ist eine brandgefährliche Manipulationsmethode, die sich wie ein Steppenbrand in der Geisteswelt des Westens in den letzten Jahrzehnten ausgebreitet hat.
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Re: Gender Studies Wissenschaft oder Ideologie?

Beitragvon Nightwatch » Sa 9. Jul 2016, 16:48


Zu seinem Punkt 2: Strohmann-Argument. Gleichstellung zielt darauf ab, die Gleichberechtigung nicht nur auf dem Papier, sondern faktisch zu erreichen. Das ist die korrekte Definition von Gleichstellung!
Zu 3: "Jeder ist seines Glückes Schmied" gilt nur eingeschränkt. Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen geben vor, welche Lebensentwürfe leicht oder schwer zu realisieren sind.
4 und 5: siehe unten
6: Mit Gender ist das soziale Geschlecht gemeint und nicht "Homoerotik" oder sexuelle Fortpflanzung.
7. Der Typ hat noch nie was von Emergenz gehört! Mit seinem längst wissenschaftstheoretisch überholtem Reduktionismus hat er sich als Kritiker disqualifiziert.
8. Wieder Homoerotik-Paranoia.
9. Der Vorwurf der Unwissenschaftlichkeit wird nur behauptet, aber trotz Quelle nicht belegt. In der Quelle geht es vor allem um den Begriff der sozialen Konstruktion. Da argumentiert Alexander Ulfig, daß wir Produkte aus biologischen und soziokulturellen Faktoren sind und wir uns nicht selbst konstruieren. Hier prallen zwei Denkschulen aufeinander.

Welche Beschreibung zutrifft, ist für die Frage nach der Wissenschaftlichkeit unwichtig. Relevant ist, daß geforscht wird und interessante Erkenntnisse dabei rauskommen. Gender Studies liefert, wie dieser Denkschulenstreit aufzeigt, definitiv Impulse, die das Verständnis der Geschlechterrollen vorantreiben. Dazu wurden Begriffe wie Intersektionalität, Kyriarchie, Heteronormativität, Privileg, ... entwickelt, mit denen man verschiedene soziale Zustände erstmals beschreiben konnte. Ob diese Begriffe so robust sind, daß sie in 50 oder 100 Jahren immer noch gelten, wird sich zeigen. Wissenschaftliche Beiträge sind also definitiv vorhanden, etwas, was man vom Kreationismus nicht behaupten kann, weshalb der Vergleich unangebracht ist.

Maskulist hat geschrieben:Man mag seine Meinung teilen oder ablehnen (ich teile sie weitgehend), aber dein Sprachgebrauch spricht - erneut - Bände. Du hast allerdings in einem Rech: Die Stereotypen der Geschlechter zeigt sich an den männlichen Opfern, die nicht ernst genommen werden und vor allem an den weiblichen "Opfern", die diese Opferrolle mit Hilfe der feministischen Opferindustrie immer wieder gerne einnehmen. Die einzigen, welche sich für Männer als Opfer einsetzen, sind die Organisationen der Männerrechtsbewegung wie z.B. "Gleichmaß e.V.". Und wo hält er es für "unmännlich", wenn der Ehemann seine Frau (muss es immer der Ehemann sein?) nicht auf traditionelle weise schwängert?
Meinst Du etwa diesen Auszug?
4.Sexualität bedeutet auf der zellulären Ebene die Fusion von Eizelle und Spermium (nach Ulrich Kutschera), und sie ist damit biologisch identisch mit der Fortpflanzung.
Ansonsten wäre ich für eine Quelle deiner Behauptung dankbar (denn man lernt nie aus).



Das wird Kutschera nicht gesagt haben. Bakterien können durch F-Pili Sex haben, welcher nur dem Genaustausch dient, aber nicht der Fortpflanzung. Fortpflanzung kann durch Zellteilung, Parthenogenese und Sex erfolgen. Primaten haben Sex, weil er nicht nur Spass macht, sondern weil er auch als sozialer Klebstoff dient. Homosexualität stellt in den stattfindenden Dimensionen keinen evolutionären Nachteil dar. Bei Ressourcenknappheit ist sie sogar von Vorteil, weil der Stamm nicht mit Nachwuchs belastet wird. Buchholz dilettiert in Biologie!

Die Quelle hast Du angegeben, ich beziehe mich nur darauf. Buchholz: "Die Bedeutung der biologischen Fortpflanzung wird dabei bagatellisiert oder verleugnet, oder sie wird medizintechnisch oder juristisch ermöglicht, um Normalität fingieren zu können. " Er lehnt künstliche Befruchtung ganz klar ab.

Maskulist hat geschrieben:
Wenn GS irgendetwas positives zu berichten hätte, dann hätte sich hier die Gelegenheit gegeben, einem Widersacher den Wind aus den Segeln zu nehmen. Keine Antwort forciert natürlich die Argumentationen der Gegner der GS.
Keine Antwort bedeutet also entweder eine verpasste Chance, unglaubliche Arroganz oder schlicht und ergreifend, dass die Argumente fehlen!

Es fehlen Zeit, Geld und Personal! Vielleicht solltest Du Dich mal mit dem Hochschulbetrieb auseinandersetzen. Zig Projekte liegen auf Halde, weil Ressourcen fehlen, diese fortzuführen. Und das weiß Buchholz auch; er nimmt aber keine Rücksicht darauf. Der Typ agiert verlogen.

Maskulist hat geschrieben: Und wenn Herr Buchholz in seiner "Freizeit" als bekennender Männerrechtler Forschung betreibt, so ist es sein gutes Recht.

Welche Gender-Publikationen hat denn Dein Schwulenfeind gelesen? Laut Wikimannia zieht er nur über Feministen und Homosexuelle her. Für Männerrechte macht er sich nicht stark!

Maskulist hat geschrieben:Deine Wortwahl:
Befürchtungen eines reaktionären Spinners
Der Typ ist von gestern
tendenziösen Unterstellungen
schlechter Witz

Wo ist Dein Problem? Hältst Du seine These für die Zersetzung der heteronormalen Familie durch Homoerotik etwa nicht für paranoiden Schwachsinn? Hältst Du die Vokabel Zersetzung im Zusammenhang mit dem Volk(!) nicht für reaktionären Unsinn, den wir längst hinter uns gelassen haben sollten? Meine negativen Urteile sind gerechtfertigt!
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Re: Gender Studies Wissenschaft oder Ideologie?

Beitragvon Dark Angel » Fr 15. Jul 2016, 12:02

Nightwatch hat geschrieben:(09 Jul 2016, 17:48)

Zu seinem Punkt 2: Strohmann-Argument. Gleichstellung zielt darauf ab, die Gleichberechtigung nicht nur auf dem Papier, sondern faktisch zu erreichen. Das ist die korrekte Definition von Gleichstellung!
Zu 3: "Jeder ist seines Glückes Schmied" gilt nur eingeschränkt. Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen geben vor, welche Lebensentwürfe leicht oder schwer zu realisieren sind.
4 und 5: siehe unten
6: Mit Gender ist das soziale Geschlecht gemeint und nicht "Homoerotik" oder sexuelle Fortpflanzung.
7. Der Typ hat noch nie was von Emergenz gehört! Mit seinem längst wissenschaftstheoretisch überholtem Reduktionismus hat er sich als Kritiker disqualifiziert.
8. Wieder Homoerotik-Paranoia.
9. Der Vorwurf der Unwissenschaftlichkeit wird nur behauptet, aber trotz Quelle nicht belegt. In der Quelle geht es vor allem um den Begriff der sozialen Konstruktion. Da argumentiert Alexander Ulfig, daß wir Produkte aus biologischen und soziokulturellen Faktoren sind und wir uns nicht selbst konstruieren. Hier prallen zwei Denkschulen aufeinander.

Welche Beschreibung zutrifft, ist für die Frage nach der Wissenschaftlichkeit unwichtig. Relevant ist, daß geforscht wird und interessante Erkenntnisse dabei rauskommen. Gender Studies liefert, wie dieser Denkschulenstreit aufzeigt, definitiv Impulse, die das Verständnis der Geschlechterrollen vorantreiben. Dazu wurden Begriffe wie Intersektionalität, Kyriarchie, Heteronormativität, Privileg, ... entwickelt, mit denen man verschiedene soziale Zustände erstmals beschreiben konnte. Ob diese Begriffe so robust sind, daß sie in 50 oder 100 Jahren immer noch gelten, wird sich zeigen. Wissenschaftliche Beiträge sind also definitiv vorhanden, etwas, was man vom Kreationismus nicht behaupten kann, weshalb der Vergleich unangebracht ist.


Das wird Kutschera nicht gesagt haben. Bakterien können durch F-Pili Sex haben, welcher nur dem Genaustausch dient, aber nicht der Fortpflanzung. Fortpflanzung kann durch Zellteilung, Parthenogenese und Sex erfolgen. Primaten haben Sex, weil er nicht nur Spass macht, sondern weil er auch als sozialer Klebstoff dient. Homosexualität stellt in den stattfindenden Dimensionen keinen evolutionären Nachteil dar. Bei Ressourcenknappheit ist sie sogar von Vorteil, weil der Stamm nicht mit Nachwuchs belastet wird. Buchholz dilettiert in Biologie!

Die Quelle hast Du angegeben, ich beziehe mich nur darauf. Buchholz: "Die Bedeutung der biologischen Fortpflanzung wird dabei bagatellisiert oder verleugnet, oder sie wird medizintechnisch oder juristisch ermöglicht, um Normalität fingieren zu können. " Er lehnt künstliche Befruchtung ganz klar ab.


Es fehlen Zeit, Geld und Personal! Vielleicht solltest Du Dich mal mit dem Hochschulbetrieb auseinandersetzen. Zig Projekte liegen auf Halde, weil Ressourcen fehlen, diese fortzuführen. Und das weiß Buchholz auch; er nimmt aber keine Rücksicht darauf. Der Typ agiert verlogen.


Welche Gender-Publikationen hat denn Dein Schwulenfeind gelesen? Laut Wikimannia zieht er nur über Feministen und Homosexuelle her. Für Männerrechte macht er sich nicht stark!


Wo ist Dein Problem? Hältst Du seine These für die Zersetzung der heteronormalen Familie durch Homoerotik etwa nicht für paranoiden Schwachsinn? Hältst Du die Vokabel Zersetzung im Zusammenhang mit dem Volk(!) nicht für reaktionären Unsinn, den wir längst hinter uns gelassen haben sollten? Meine negativen Urteile sind gerechtfertigt!

Meine Frage lautet nach wie vor: Handelt es sich bei Genderstudies um Wissenschaft oder Ideologie?
Für mich haben Genderstudies nichts mit Wissenschaft zu tun, dafür aber um so mehr mit Ideologie zu tun. Diese meine Sichtweise habe ich basierend auf Quellen aus den Genderstudies begründet.
Da wird eben nicht zwischen biologischem und "sozialem" Geschlecht unterschieden - alles ist Gender, ja es wird sogar die Existenz biologischer Geschlechter bestritten/negiert und als "sozial/kulturell" konstruiert postuliert. (Voss, Schmitz u.a.)
Kritik wird nicht zugelassen bzw es wird sich nicht sachlich mit Kritik auseinander gesetzt, sondern zum argumentum ad hominem gegriffen ==> hier sehr gut nachzulesen.
Doris Löffler kritisiert unlautere Argumentationsmethoden, Prof. Doris Bischof-Köhler kritisiert die Versuche "... nachzuweisen, dass die üblicherweise angenommenen Unterschiede zwischen den Geschlechtern überhaupt nicht existieren oder so geringfügig sind, dass man sie vernachlässigen kann. Nur so glaubt man, ungerechtfertigte Vorurteile entmächtigen zu können und damit der Diskriminierung ihre Basis zu entziehen. Eine solche Legitimierung moralischer Normen durch biologische Einsichten ist aber nicht zulässig und außerdem keineswegs eine logische Konsequenz einer biologischen Betrachtung.“
Es werden Versuche unternommen, (deutsche) Sprache bis zur Unkenntlichkeit und Unlesbarkeit verballhornt ==> Profx Lann Hornscheidt und gleiche Profx ruft auch noch zu Straftaten auf, alles im Sinne von Gleichstellung/zur Erreichung von Gleichstellung.
Da werden Vorlesungen gestört, so dass die Polizei eingreifen muss, weil den "Genderisten" die Autoren (Kant, Rousseau, Platon u.a.) bestimmter zu lehrender Theorien zu rassistisch, sexistisch etc sind und sie sich damit "für einen modernen und fruchtbaren pädagogischen Diskurs disqualifiziert hätten."
Erklärt mir doch bitte, was das (noch) mit Wissenschaft zu tun hat.
Was wird denn eigentlich erforscht, welche Ergebnisse liefert solche "Forschung"? Und vor allem WER (er)forscht was?
Einen solch hohen Grad homosozialer Verdichtung und Schließung gibt es in keinem anderen Forschungsgebiet.
Es ist eine einzige Peinlichkeit, dass der Feminismus, der das Gendering von Wissensprozessen mit guten Gründen kritisierte, selbst nicht in der Lage war, Wissensprozesse unter Absehung von Geschlecht zu organisieren.

Müssen deshalb irgendwelche sinnentleerten Begriffskonstrukte her?

Es ist noch gar nicht so lange her, als Ideologie unter dem Deckmäntelchen von Wissenschaft, Einzug in Hochschulen und Universitäten hielt.
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Re: Gender Studies Wissenschaft oder Ideologie?

Beitragvon Atheist » Fr 15. Jul 2016, 12:41

Dark Angel hat geschrieben:(15 Jul 2016, 13:02)

Meine Frage lautet nach wie vor: Handelt es sich bei Genderstudies um Wissenschaft oder Ideologie?
Für mich haben Genderstudies nichts mit Wissenschaft zu tun, dafür aber um so mehr mit Ideologie zu tun. Diese meine Sichtweise habe ich basierend auf Quellen aus den Genderstudies begründet.
Da wird eben nicht zwischen biologischem und "sozialem" Geschlecht unterschieden - alles ist Gender, ja es wird sogar die Existenz biologischer Geschlechter bestritten/negiert und als "sozial/kulturell" konstruiert postuliert. (Voss, Schmitz u.a.)


Ist das mittlerweile die herrschende Ansicht in der Geschlechterforschung? Denn so wie ich es in Erinnerung habe (Gastvorlesung), bildet das Geschlecht sowohl aus biologischen, als auch aus kulturellen und sozialen Tatsachen eine Einheit. Im Konkreten ging es damals um den rechtlichen Umgang mit der Intersexualität, angefangen beim Preußischen Allgemeinen Landrecht bis hin zur aktuellen Rechtslage. Das war eigentlich ein gutes Beispiel, um das Zusammenspiel zwischen natürlichen Uneindeutigkeiten und dem kulturellen (bzw. in dem Fall insbesondere rechtlichen) Erfordernis einer eindeutigen Zurodnung ins bipolare Schema aufzuzeigen und für die sich daraus ergebenden Problematiken für den Staat, aber auch für die intersexuellen Personen selbst zu sensibilisieren. Ich kann mich jedoch an keine Behauptung erinnern, die biologische Unterschiede leugnete (so wie es wohl diese J. Butler tut... von der ich allerdings jetzt gerade zum allerersten Mal etwas lese).
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Re: Gender Studies Wissenschaft oder Ideologie?

Beitragvon Dark Angel » Fr 15. Jul 2016, 13:25

Atheist hat geschrieben:(15 Jul 2016, 13:41)

Ist das mittlerweile die herrschende Ansicht in der Geschlechterforschung? Denn so wie ich es in Erinnerung habe (Gastvorlesung), bildet das Geschlecht sowohl aus biologischen, als auch aus kulturellen und sozialen Tatsachen eine Einheit. Im Konkreten ging es damals um den rechtlichen Umgang mit der Intersexualität, angefangen beim Preußischen Allgemeinen Landrecht bis hin zur aktuellen Rechtslage. Das war eigentlich ein gutes Beispiel, um das Zusammenspiel zwischen natürlichen Uneindeutigkeiten und dem kulturellen (bzw. in dem Fall insbesondere rechtlichen) Erfordernis einer eindeutigen Zurodnung ins bipolare Schema aufzuzeigen und für die sich daraus ergebenden Problematiken für den Staat, aber auch für die intersexuellen Personen selbst zu sensibilisieren. Ich kann mich jedoch an keine Behauptung erinnern, die biologische Unterschiede leugnete (so wie es wohl diese J. Butler tut... von der ich allerdings jetzt gerade zum allerersten Mal etwas lese).

Soweit es meine Recherchen ergeben haben, gehört es inzwischen zu den vorherrschenden Ansichten/Zielen, dass biologisches Geschlecht (männlich/weiblich) nicht existiert, sondern nur sozial/kulturell konstruiert ist und man es nur dekonstruieren brauche, sich daraus eine "Vielzahl" von Geschlechtern ergebe.
Als Begründung für diese Behauptung wird angeführt (Voss, Schmitz, Ebeling u.a.), dass individuelle Unterschiede größer seien als die (biologischen/antatomischen) Unterschiede zwischen den Geschlechtern, als weitere Begründung dient u.a., dass (wohl) über 1000 verschiedene Gene an der Geschlechtsentwicklung beteiligt sind. (Voss)
Auch der "Pionier" in der Intersexualitäs-/Transsexualitätsforschung - Garfinkel - wird inzwischen heran gezogen, um als Begründung für die "Nichtexistenz" von biologischem Geschlecht zu dienen.
Vergleiche dazu auch Genderpädagogik und was ist Gender.
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Re: Gender Studies Wissenschaft oder Ideologie?

Beitragvon Atheist » Fr 15. Jul 2016, 13:45

Dark Angel hat geschrieben:(15 Jul 2016, 14:25)

Soweit es meine Recherchen ergeben haben, gehört es inzwischen zu den vorherrschenden Ansichten/Zielen, dass biologisches Geschlecht (männlich/weiblich) nicht existiert, sondern nur sozial/kulturell konstruiert ist und man es nur dekonstruieren brauche, sich daraus eine "Vielzahl" von Geschlechtern ergebe.
Als Begründung für diese Behauptung wird angeführt (Voss, Schmitz, Ebeling u.a.), dass individuelle Unterschiede größer seien als die (biologischen/antatomischen) Unterschiede zwischen den Geschlechtern, als weitere Begründung dient u.a., dass (wohl) über 1000 verschiedene Gene an der Geschlechtsentwicklung beteiligt sind. (Voss)


Offenbar hat sich da eine eher unerfreuliche Entwicklung vollzogen; kein Wunder, warum nun vermehrt Kritik von Naturwissenschaftlern kommt. Dabei merkt doch jeder, der im privaten Umfeld z.B. Transsexuelle hat, dass sich das Verhalten durch die Hormongaben ändert... Na ja...
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Re: Gender Studies Wissenschaft oder Ideologie?

Beitragvon Dark Angel » Fr 15. Jul 2016, 14:06

Atheist hat geschrieben:(15 Jul 2016, 14:45)

Offenbar hat sich da eine eher unerfreuliche Entwicklung vollzogen; kein Wunder, warum nun vermehrt Kritik von Naturwissenschaftlern kommt. Dabei merkt doch jeder, der im privaten Umfeld z.B. Transsexuelle hat, dass sich das Verhalten durch die Hormongaben ändert... Na ja...

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass Ergebnisse aus der Primatenforschung als "unzulässigerweise auf den Menschen übertragen" abqualifiziert werden.
Das kommt mir vor wie "Vogel Strauß-Taktik" - weil nicht sein kann, was nicht sein darf und der Versuch, den Menschen als etwas ganz Außergewöhnliches darzustellen, der eben nicht mit (anderen) Primaten verglichen werden kann/darf.
Hat für mich nichts mit Wissenschaftlichkeit zu tun, auf die so großer Anspruch erhoben wird.
Und ich habe ja ganz bewusst nur auch Kritik aus den "eigenen Reihen" zurück gegriffen. Aber selbst diese Kritik ist unerwünscht.
Erinnert mich irgendwie sehr fatal an den Spruch "In der Partei (SED) üben wir keine Selbstkritik" :s
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Re: Gender Studies Wissenschaft oder Ideologie?

Beitragvon firlefanz11 » Fr 15. Jul 2016, 16:46

Dark Angel hat geschrieben:(15 Jul 2016, 15:06)
der Versuch, den Menschen als etwas ganz Außergewöhnliches darzustellen, der eben nicht mit (anderen) Primaten verglichen werden kann/darf.

Hört sich an wie die Religiösen. "Gott" hat den Menschen nach seinem Ebenbilde geschaffen, er ist die Krone der Schöpfung, und kein anderes Lebewesen ist ihm ebenbürtig... :dead:
Oder wahlweise wie die politisch Korrekten. "Wir sagen nicht: Er ist ein etwas höher entwickelter Affe. Wir sagen: Er ist was ganz besonderes..." :rolleyes:

"für einen modernen und fruchtbaren pädagogischen Diskurs disqualifiziert ..."

Das trifft doch wohl eher auf die Feministen/Genderisten zu, die sofort anfangen zu keifen wenn man ihnen widerspricht, und jeden reaktionären Macho nennen, der dies tut (selbst Frauen)...

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