Die unbedeutsamkeit des Seins

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Re: Die unbedeutsamkeit des Seins

Beitragvon Unité 1 » Mi 25. Mai 2016, 18:18

Adam Smith hat geschrieben:(25 May 2016, 18:43)

Ansonsten hätten wir doch schon längst Signale empfangen.

Schokozendrezkie hat ein paar Möglichkeiten genannt, ich auch. Deine Idee nur eines intelligentes Leben beherbergenden Planeten halte ich für sehr unwahrscheinlich. Alleine die enorme Planetenanzahl in dieser Galaxie garantiert eine Vielzahl von Planeten mit ähnlichen Bedingungen wie auf der Erde. Es ist nicht ersichtlich, warum auf diesen sich nicht intelligentes Leben entwickeln sollte. Und das betrifft nur Lebensformen, die eben erdähnliche Bedingungen benötigten.
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Re: Die unbedeutsamkeit des Seins

Beitragvon Adam Smith » Mi 25. Mai 2016, 18:24

Unité 1 hat geschrieben:(25 May 2016, 19:18)

Schokozendrezkie hat ein paar Möglichkeiten genannt, ich auch. Deine Idee nur eines intelligentes Leben beherbergenden Planeten halte ich für sehr unwahrscheinlich. Alleine die enorme Planetenanzahl in dieser Galaxie garantiert eine Vielzahl von Planeten mit ähnlichen Bedingungen wie auf der Erde. Es ist nicht ersichtlich, warum auf diesen sich nicht intelligentes Leben entwickeln sollte. Und das betrifft nur Lebensformen, die eben erdähnliche Bedingungen benötigten.


Wie viele erdähnliche Planeten gibt es denn in etwa in dieser Galaxie?
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Re: Die unbedeutsamkeit des Seins

Beitragvon Unité 1 » Mi 25. Mai 2016, 18:33

Adam Smith hat geschrieben:(25 May 2016, 19:24)

Wie viele erdähnliche Planeten gibt es denn in etwa in dieser Galaxie?

Es gibt zig Milliarden Planeten in der Milchstraße, ich halte es alleine aus diesem grund für ausgeschlossen, dass nicht wenigstens ein paar Millionen sogar fast identische Bedingungen haben werden.

Bei einer geschätzten Zahl von 100 Milliarden sonnenähnlicher Sterne enthielte die Milchstraße eine zweistellige Milliardenzahl erdähnlicher Planeten in bewohnbaren Zonen.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/welt ... 31693.html

Das betrifft allerdings nur habitable Zonen und sagt noch nichts über die tatsächlichen Bedingungen aus.
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Adam Smith
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Re: Die unbedeutsamkeit des Seins

Beitragvon Adam Smith » Mi 25. Mai 2016, 18:34

Unité 1 hat geschrieben:(25 May 2016, 19:33)

Das betrifft allerdings nur habitable Zonen und sagt noch nichts über die tatsächlichen Bedingungen aus.


Und wie sieht es hier mit der Wahrscheinlichkeit aus?
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Re: Die unbedeutsamkeit des Seins

Beitragvon Unité 1 » Mi 25. Mai 2016, 18:37

Adam Smith hat geschrieben:(25 May 2016, 19:34)

Und wie sieht es hier mit der Wahrscheinlichkeit aus?

Ich kann dir keine Zahlen nennen, wenn das die Frage ist.
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Re: Die unbedeutsamkeit des Seins

Beitragvon Brainiac » Mi 25. Mai 2016, 19:09

Unité 1 hat geschrieben:(25 May 2016, 19:18)

Schokozendrezkie

Dicht dran. :thumbup:
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Re: Die unbedeutsamkeit des Seins

Beitragvon Unité 1 » Mi 25. Mai 2016, 19:16

Brainiac hat geschrieben:(25 May 2016, 20:09)

Dicht dran. :thumbup:

Immerhin ohne nachzusehen. Und ich spreche das z wie ein ž aus. :x
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Re: Die unbedeutsamkeit des Seins

Beitragvon watisdatdenn? » Mi 25. Mai 2016, 19:55

LeloMa hat geschrieben:(23 May 2016, 22:00). Also was soll dass alles?

Was ist "sinn" überhaupt?
Ob etwas sinn macht ist von Person zu Person verschieden.. Also ist sinn subjektiv.
Also muss sich jeder selbst sinn geben wenn er danach sucht.

Für einen Stein macht nicht einmal das Konzept sinn sinn, da er kein neuronales netz hat was sinn definieren kann.

Ja dem universum ist es egal ob die Menschheit ausstirbt, aber uns ist es das nicht weil überleben und sinnhaftigkeit Teil unseres evolutionären Programms ist. Wem es egal ist auszusterben wird ausselektiert auch wenn er rational gesehen recht haben mag.
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Re: Die unbedeutsamkeit des Seins

Beitragvon schokoschendrezki » Do 26. Mai 2016, 07:41

Unité 1 hat geschrieben:(25 May 2016, 17:58)

Ich stimme dir zu, dass extraterristrische Zivilisationen zeitungleich zur "unseren" existieren. Nicht nur Millionen, sondern auch Milliarden Jahre Unterschied halte ich für wahrscheinlich. Die Extrapolation des technischen Fortschritts ist aber so eine Sache. Wie du schon sagtest, ist die Vorstellung von Technologie im Fall progressiven Fortschritts phantastischer Natur. Aber ist das nicht ein Argument gegen den Empfang von Zeichen der Existenz anderer Zivilisationen? Deren Technologie und Kommunikation werden auf anderen Prämissen fußen. Ich sehe nicht, wie Wissenschaftler der Erde jene erstens empfangen könnten und wenn sie es doch tun, zweitens als solche deuten können. Es liegt auch nahe anzunehmen, dass die nicht intendierte Abstrahlung von Wellen vermieden wird und vor allem werden kann, als Schutzmechanismus. Zudem wird - soweit ich weiß, ich mag mich irren - nur ein kleiner Ausschnitt der Galaxie beobachtet, sowohl räumlich als auch zeitlich. Das schränkt die Empfangsmöglichkeiten zusätzlich ein.

Für eine Zivilisation, die der unseren um eine Million Jahre voraus ist und meinetwegen auch mehrere tausend Lichtjahre entfernt ist, gäbe es (theoretisch) zahlreiche Möglichkeiten der Signalübermittlung. Nämlich durch Schaffung von Permanenz. Seien es künstlich erzeugte Sonnenflecken, die als Zeichen sichtbar sind. Seien es künstlich verformte oder künstlich positionierte Himmelskörper, die graphische Informationen chiffrieren. Es ist auf der Erde innerhalb von wenigen hundert Jahren eine derartige technische Revolution abgelaufen, dass bei Annahme der Existenz selbst von mehreren zehntausend Jahren bestehenden hochentwickelten Zivilisationen ein Blick zum Nachthimmel genügen müsste, um sich von deren Existenz zu überzeugen. Da ist aber offensichtlich nix.
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Re: Die unbedeutsamkeit des Seins

Beitragvon schokoschendrezki » Do 26. Mai 2016, 07:49

Unité 1 hat geschrieben:(25 May 2016, 19:33)

Es gibt zig Milliarden Planeten in der Milchstraße, ich halte es alleine aus diesem grund für ausgeschlossen, dass nicht wenigstens ein paar Millionen sogar fast identische Bedingungen haben werden.


http://www.spiegel.de/wissenschaft/welt ... 31693.html

Das betrifft allerdings nur habitable Zonen und sagt noch nichts über die tatsächlichen Bedingungen aus.


Man hat ja gerade in jüngerer Zeit entdeckt, dass Leben selbst unter extremsten Bedingungen, in heißen, schwefligen Quellen, oder in der Tiefsee existiert. Biologisches Erbgut hat auf der Außenhaut von Raumschiffen Start und Landung überstanden. Früher meinte man, die Entstehung von Leben basiere auf einer Kettte ziemlich unwahrscheinlicher Zufälle. Heute geht man eher davon aus, dass es - umgekehrt - ziemlich unwahrscheinlich ist, die Entstehung von Leben zu verhindern.
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Re: Die unbedeutsamkeit des Seins

Beitragvon Unité 1 » Do 26. Mai 2016, 09:07

schokoschendrezki hat geschrieben:(26 May 2016, 08:41)

Für eine Zivilisation, die der unseren um eine Million Jahre voraus ist und meinetwegen auch mehrere tausend Lichtjahre entfernt ist, gäbe es (theoretisch) zahlreiche Möglichkeiten der Signalübermittlung. Nämlich durch Schaffung von Permanenz. Seien es künstlich erzeugte Sonnenflecken, die als Zeichen sichtbar sind. Seien es künstlich verformte oder künstlich positionierte Himmelskörper, die graphische Informationen chiffrieren. Es ist auf der Erde innerhalb von wenigen hundert Jahren eine derartige technische Revolution abgelaufen, dass bei Annahme der Existenz selbst von mehreren zehntausend Jahren bestehenden hochentwickelten Zivilisationen ein Blick zum Nachthimmel genügen müsste, um sich von deren Existenz zu überzeugen. Da ist aber offensichtlich nix.

Das ist aber eine sehr anthropozentrische Sichtweise. Die Pracht- und Prestigebauten der Erde zielen vornehmlich auf Nachbarn, Rivalen und Konkurrenten ab. Es ist ein Signal nach außen, seht her, was wir können. Der Gedanke, dass die, sagen wir Nibblonier sich ein Denkmal setzen, in dem sie beispielsweise die Protuberanzen von Alpha Centauri nutzen, um gewissermaßen ein galaktisches Graffiti an den Sternenhimmel zu sprühen, setzt die Annahme einer Konkurrenzsituation und Dominanzstreben voraus. Aber erstens kann die psychische Verfasstheit von den Nibbloniern sich von der der Menschen unterscheiden. Zweitens könnnen die Nibblonier sich in der gleichen Lage befunden haben, wie die Erde: Niemand zu sehen weit und breit. Dann hätte man zwar die Technologie zur Verfügung, aber keine Motivation, sie dafür einzusetzen.
Oder, wie du es andenkst, als Kommunikationsmittel halte ich das für noch unwahrscheinlicher, denn es wäre "one-way" und ein Schrei nach Aufmerksamkeit. Würden aber technologisch weit fortgeschrittene Zivilisationen sich nicht eher selbst auf den Weg und die Suche machen, anstatt darauf zu warten, dass mal jemand zurückruft? Zugegeben ist das aber auch andersrum denkbar.

Dennoch ein gutes Argument, denn bei einer angenommenen Vielzahl von Zivilisationen sollten sich einige darunter befinden, die sich ebenfalls aus Dominanz- und Rivalitätsverhältnissen entwickelt haben, und folglich gerne große Obelisken errichten, die von jedermann bestaunt werden sollen.
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Re: Die unbedeutsamkeit des Seins

Beitragvon Adam Smith » Do 26. Mai 2016, 09:50

schokoschendrezki hat geschrieben:(26 May 2016, 08:41)

Für eine Zivilisation, die der unseren um eine Million Jahre voraus ist und meinetwegen auch mehrere tausend Lichtjahre entfernt ist, gäbe es (theoretisch) zahlreiche Möglichkeiten der Signalübermittlung. Nämlich durch Schaffung von Permanenz. Seien es künstlich erzeugte Sonnenflecken, die als Zeichen sichtbar sind. Seien es künstlich verformte oder künstlich positionierte Himmelskörper, die graphische Informationen chiffrieren. Es ist auf der Erde innerhalb von wenigen hundert Jahren eine derartige technische Revolution abgelaufen, dass bei Annahme der Existenz selbst von mehreren zehntausend Jahren bestehenden hochentwickelten Zivilisationen ein Blick zum Nachthimmel genügen müsste, um sich von deren Existenz zu überzeugen. Da ist aber offensichtlich nix.


Die anderen Galaxien sind, wie bereits geschrieben, mehrere Millionen Lichtjahre von uns entfernt.
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Re: Die unbedeutsamkeit des Seins

Beitragvon Dark Angel » Do 26. Mai 2016, 11:50

Adam Smith hat geschrieben:(25 May 2016, 18:19)

Und die Nicht-Beobachtung dürfte daran liegen, dass es halt pro Galaxie nur einen Planeten gibt auf denen sich intelligentes Leben entwickelt.

Um es mal mit der Astronomin Ellie Arroway aus dem Roman/Film "Contact" auszudrücken: das halte ich für eine enorme Platzverschwendung!
Allein unsere Galaxie verfügt über (geschätzt) 200 Mrd Sterne und wenn nur 1% davon über Planeten verfügt (anbetracht der zunehmenden Zahl von Exoplaneten, dürften das jedoch wesentlich mehr sein), sind das immer noch 2 Mrd Sterne, wenn sich nur auf 1% überhaupt Leben entwickeln kann und Leben entwickelt hat, sind das 20Mio Planeten und wenn sich wiederum nur auf 1% intelligentes Leben entwickeln kann und entwickelt hat, bleiben immer noch 200.000 mögliche Planeten mit intelligentem Leben - allein in unserer Galaxie.
Das Problem ist a) existieren die in etwa zeitgleich und wenn ja, suchen die aktiv oder passiv nach anderen Zivilisationen. Suchen sie passiv, wie wir, siehts schlecht aus mit dem Finden.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Die unbedeutsamkeit des Seins

Beitragvon schokoschendrezki » Do 26. Mai 2016, 12:06

Unité 1 hat geschrieben:(26 May 2016, 10:07)

Das ist aber eine sehr anthropozentrische Sichtweise. Die Pracht- und Prestigebauten der Erde zielen vornehmlich auf Nachbarn, Rivalen und Konkurrenten ab. Es ist ein Signal nach außen, seht her, was wir können. Der Gedanke, dass die, sagen wir Nibblonier sich ein Denkmal setzen, in dem sie beispielsweise die Protuberanzen von Alpha Centauri nutzen, um gewissermaßen ein galaktisches Graffiti an den Sternenhimmel zu sprühen, setzt die Annahme einer Konkurrenzsituation und Dominanzstreben voraus. Aber erstens kann die psychische Verfasstheit von den Nibbloniern sich von der der Menschen unterscheiden. Zweitens könnnen die Nibblonier sich in der gleichen Lage befunden haben, wie die Erde: Niemand zu sehen weit und breit. Dann hätte man zwar die Technologie zur Verfügung, aber keine Motivation, sie dafür einzusetzen.
Oder, wie du es andenkst, als Kommunikationsmittel halte ich das für noch unwahrscheinlicher, denn es wäre "one-way" und ein Schrei nach Aufmerksamkeit. Würden aber technologisch weit fortgeschrittene Zivilisationen sich nicht eher selbst auf den Weg und die Suche machen, anstatt darauf zu warten, dass mal jemand zurückruft? Zugegeben ist das aber auch andersrum denkbar.

Dennoch ein gutes Argument, denn bei einer angenommenen Vielzahl von Zivilisationen sollten sich einige darunter befinden, die sich ebenfalls aus Dominanz- und Rivalitätsverhältnissen entwickelt haben, und folglich gerne große Obelisken errichten, die von jedermann bestaunt werden sollen.

Es könnte ja sein, dass ein solches interplanetares oder interstellares Engineering wirklich ganz gezielt zur Kontaktaufnahme mit anderen Zivilisationen nach dem Motto "hallo, hier ist wer" betrieben wird.
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Re: Die unbedeutsamkeit des Seins

Beitragvon Cat with a whip » Do 26. Mai 2016, 12:10

watisdatdenn? hat geschrieben:(25 May 2016, 20:55)

Was ist "sinn" überhaupt?

So ein Menschending. Im Universum völlig irrelevant.
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Re: Die unbedeutsamkeit des Seins

Beitragvon schokoschendrezki » Do 26. Mai 2016, 12:14

Dark Angel hat geschrieben:(26 May 2016, 12:50)

Um es mal mit der Astronomin Ellie Arroway aus dem Roman/Film "Contact" auszudrücken: das halte ich für eine enorme Platzverschwendung!
Allein unsere Galaxie verfügt über (geschätzt) 200 Mrd Sterne und wenn nur 1% davon über Planeten verfügt (anbetracht der zunehmenden Zahl von Exoplaneten, dürften das jedoch wesentlich mehr sein), sind das immer noch 2 Mrd Sterne, wenn sich nur auf 1% überhaupt Leben entwickeln kann und Leben entwickelt hat, sind das 20Mio Planeten und wenn sich wiederum nur auf 1% intelligentes Leben entwickeln kann und entwickelt hat, bleiben immer noch 200.000 mögliche Planeten mit intelligentem Leben - allein in unserer Galaxie.
Das Problem ist a) existieren die in etwa zeitgleich ...

Ja. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist so extrem niedrig. Weil das Alter selbst der - im kosmischen Maßstab - uns nächsten Fixsterne im Verhältnis zu unseren menschlichen Zeitmaßstäben so extrem differiert. Nicht jedoch die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung von Leben selbst. Deshalb bin ich ja auch der Meinung, dass man zumindest davon ausgehen kann, dass die technisch-wissenschaftliche Entwicklung nicht für die Dauer von tausenden oder gar hunderttausenden Jahren in der exponentiell galloppierenden Form weitergehen kann wie die letzten 100 bis 200 Jahre auf der Erde. Irgendein Ende oder eine Transformation kommt gewiss.
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Re: Die unbedeutsamkeit des Seins

Beitragvon Dark Angel » Do 26. Mai 2016, 13:02

schokoschendrezki hat geschrieben:(26 May 2016, 13:14)

Ja. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist so extrem niedrig. Weil das Alter selbst der - im kosmischen Maßstab - uns nächsten Fixsterne im Verhältnis zu unseren menschlichen Zeitmaßstäben so extrem differiert. Nicht jedoch die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung von Leben selbst. Deshalb bin ich ja auch der Meinung, dass man zumindest davon ausgehen kann, dass die technisch-wissenschaftliche Entwicklung nicht für die Dauer von tausenden oder gar hunderttausenden Jahren in der exponentiell galloppierenden Form weitergehen kann wie die letzten 100 bis 200 Jahre auf der Erde. Irgendein Ende oder eine Transformation kommt gewiss.

Für die Entwicklung komplexen, intelligenten Lebens kommen überhaupt nur eine bestimmte Gruppe von Sternen in Frage - Hauptreihensterne der Spektralklassen K1 bis G(?) wegen der habitablen Zone und inetwa Sonnenmasse wegen der Lebensdauer. Sterne mit höherer Masse verbrauchen ihren "Brennstoff" sehr viel schneller und es müssen Sterne sein, in deren Umgebung genügend schwere Elemente vorhanden sind, damit sich Gesteinsplaneten bilden können. In der Anfachszeit den Universums war das nicht der Fall. Man kann also annehmen, dass Sterne, in deren Umgebung sich hochkomplexes intelligentes Leben entwickelt/entwickelt hat inetwa das Alter unserer Sonne haben müssten. Hinzu kommt, dass sich vor mehr als 5 Mrd Jahren (noch) kein hochkomplexes Leben entwickeln konnte, weil die Wahrscheinlichkeit von Gamma-Raybursts sehr viel größer war.
Woraus schließt du, dass sich eine technische Zivilisation zwingend selbst vernichten muss?
Ich kann diese Meinung nicht teilen. Sicher, die "rasante" Entwicklung kann nicht ewig so weitergehen und wird sie sicher auch nicht, aber einen Grund für Selbstzerstörung sehe ich in wissenschaftlich-technischem Fortschritt und seinem Tempo nicht.
Es gibt noch andere Möglichkeiten, warum wir keinen Kontakt aufnehmen können: da wären a) andere Zivilisationen betreiben eine ähnlich passive Suche wie wir, b) wir können die ausgesendeten Signale aufgrund des verwendeten Komprimierungsalgorithmus nicht vom Hintergrundrauschen unterscheiden und c) wir haben noch nicht die "Reife" erlangt, die eine Kontaktaufnahme erlauben/rechtfertigen würde.
Die Erde ist ja nicht stumm. Unsere gesamten Radio- und TV-Ausstrahlungen werden ja nicht von der Erdatmosphäre aufgehalten, sie verbreiten sich im Universum und die ersten Versuche im VHF-Bereich sind im 50ly+ Bereich durchaus vernehmbar und eine Zivilisation - sollte es sie denn geben - könnte Rückschlüsse auf unser Verhalten liefern.
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Re: Die unbedeutsamkeit des Seins

Beitragvon watisdatdenn? » Do 26. Mai 2016, 13:23

schokoschendrezki hat geschrieben:(26 May 2016, 08:41)
ein Blick zum Nachthimmel genügen müsste, um sich von deren Existenz zu überzeugen. Da ist aber offensichtlich nix.

Sicher?
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Re: Die unbedeutsamkeit des Seins

Beitragvon BingoBurner » Do 26. Mai 2016, 13:54

watisdatdenn? hat geschrieben:(25 May 2016, 20:55)

Was ist "sinn" überhaupt?



Sex macht Spaß. Sterben nicht.
Hat schon einen "Sinn" warum das so ist.

"Sinn" ist alles was sich "Sinnlich" erfassen lässt.
Und dieser ist nicht von Individuum zum Individuum unterschiedlich.
(so betrachtet).
Dont take your organs to heaven !
Heaven knows we need them here !
If you dont smile dont mess with me !

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Re: Die unbedeutsamkeit des Seins

Beitragvon schokoschendrezki » Do 26. Mai 2016, 14:08

Dark Angel hat geschrieben:(26 May 2016, 14:02)

Für die Entwicklung komplexen, intelligenten Lebens kommen überhaupt nur eine bestimmte Gruppe von Sternen in Frage - Hauptreihensterne der Spektralklassen K1 bis G(?) wegen der habitablen Zone und inetwa Sonnenmasse wegen der Lebensdauer. Sterne mit höherer Masse verbrauchen ihren "Brennstoff" sehr viel schneller und es müssen Sterne sein, in deren Umgebung genügend schwere Elemente vorhanden sind, damit sich Gesteinsplaneten bilden können. In der Anfachszeit den Universums war das nicht der Fall. Man kann also annehmen, dass Sterne, in deren Umgebung sich hochkomplexes intelligentes Leben entwickelt/entwickelt hat inetwa das Alter unserer Sonne haben müssten. Hinzu kommt, dass sich vor mehr als 5 Mrd Jahren (noch) kein hochkomplexes Leben entwickeln konnte, weil die Wahrscheinlichkeit von Gamma-Raybursts sehr viel größer war.

Das ist prinzipiell schon richtig. Aber es reicht, einen kurzen Blick auf die Liste der sonnenähnlichen Fixsterne in einer Umgebung von bis zu 50 Lichtjahren zu werfen (https://de.wikipedia.org/wiki/Sonnen%C3%A4hnlicher_Stern):Schon der erste Tau Ceti hat ein Alter von ca. 10 Milliarden Jahre. Unser Sonnensystem 4.57. Ergibt die beträchtliche Differenz von 5 Milliarden Jahren.
Woraus schließt du, dass sich eine technische Zivilisation zwingend selbst vernichten muss?
Ich kann diese Meinung nicht teilen. Sicher, die "rasante" Entwicklung kann nicht ewig so weitergehen und wird sie sicher auch nicht, aber einen Grund für Selbstzerstörung sehe ich in wissenschaftlich-technischem Fortschritt und seinem Tempo nicht.

Selbstzerstörung wäre ja nur eine Erklärungs-Möglichkeit für die Tatsache, dass externe Zivilisationen nicht in irgendeiner Art präsent sind (oder besser: uns präsent erscheinen).
Was ich nicht glaube: Dass eine Extrapolation des technischen Fortschritts von 100 bis 200 Jahren auf mehrere tausend oder gar noch weit mehr die Beschränkung auf passive Suche oder auch die Beschränkung der Kontaktaufnahme auf "Senden von Signalen" im klassischen Sinn nicht irgendwann wegspült. Und 200 oder auch 2000 Jahre sind ein Wimpernschlag im kosmischen Maßstab. Selbst wenn wir uns auf sonnenähnliche Systeme in unserem Winkel der Milchstraße beschränken. Das mindeste, was ich mir vorstellen könnte, wäre irgendeine Art planetarisches oder interstellares Engineerging. Dass das offenbar in diesem Raumbereich so nicht stattgefunden hat, könnte heißen, dass es abstrakte systemische Gesetze der finalen Selbstzerstörung von Zivilisationen gibt. Die andere Möglichkeit wäre eine ebenso systemische Transformation in eine andere Existenzform ("Virtualisierung" zum Beispiel). Und als dritte Variante sehe ich die unfassbare Einfalt der Menschheit im Vergleich zu Zivilisationen, die um mehrere tausend Jahre älter sind als wir. Wir sehen zwar etwas aber begreifen es ebensowenig wie eine Blattlaus einen menschen als Menschen erkennen kann. Selbstverständlich ist auch all das von mir gegebene lediglich spekulative Plauderei.
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