Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

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Kirchgessner

Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Kirchgessner » Fr 22. Apr 2016, 05:09

"Toleranz" ist die Moralkeule, mit der man genötigt werden soll, Dinge zu akzeptieren, die man ablehnt.
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Wildermuth » Fr 22. Apr 2016, 05:59

Kirchgessner hat geschrieben:(22 Apr 2016, 06:09)

"Toleranz" ist die Moralkeule, mit der man genötigt werden soll, Dinge zu akzeptieren, die man ablehnt.


Es ist halt das gegenteil von engstirnigkeit.
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Billie Holiday » Fr 22. Apr 2016, 11:16

Wildermuth hat geschrieben:(22 Apr 2016, 06:59)

Es ist halt das gegenteil von engstirnigkeit.


Ich werde auch weiterhin in einigen Dingen intoletant bleiben und kann daher ganz gut mit meiner Engstirnigkeit leben.
Lieber engstirnig als sich von anderen ihre Moralvorstellungen aufdiktieren lassen. :x
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Zunder » Fr 22. Apr 2016, 13:03

ThorsHamar hat geschrieben:(21 Apr 2016, 12:28)

:p Du akzeptierst, dass ich eine andere Meinung habe, ja, aber diese Meinung selbst akzeptierst Du eben nicht ....
Denn das würde bedeuteten, dass Du sie als richtig erkannt hast.

Ich akzeptiere deine Meinung als falsche Meinung.
Man Dinge auch als das anerkennen, was sie sind.
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Agesilaos Megas » Fr 22. Apr 2016, 14:05

Provokateur hat geschrieben:(19 Apr 2016, 20:04)

Was bedeutet Toleranz?

Das Wort entlehnt sich aus dem lateinischen "tolerare", was "erdulden" oder "ertragen" heißt. Später wurde der Begriff ausgeweitet, auf das Hinnehmen einer anderslautenden Meinung. Und damit wurde seine ursprüngliche Bedeutung verfälscht.

Denn grundsätzlich teilt sich alles, was wahrnehmbar ist, in drei Kategorien:

1) Es gibt Dinge, die kann die von ihnen betroffene Person akzeptieren. Das bedeutet, er erkennt sie in ihrer Wesenheit an und betreibt keinerlei Aufwand, um sie zu ändern.

2) Es gibt Dinge, die werden von der betroffenen Person nicht akzeptiert. Hier finden verschiedene Versuche statt, diese Dinge zu ändern, weil sie einerseits ein Problem in der Weltwahrnehmung des Rezipienten darstellen ("kognitive Dissonanz") oder andererseits eine Bedrohung für Leib, Leben, Besitz und/oder geistige Gesundheit darstellen.

3) Hintergrundrauschen, Nichtwahrnehmbares, Ausgeblendetes (zum Beispiel die Tatsache, dass jeder jederzeit ein Stück seiner Nase sieht, das Gehirn aber beschließt, diese Information aufgrund von Irrelevanz auszublenden - wenn ihr euch konzentriert, könnt ihr das sehen. Und habt es im nächsten Moment vergessen. Aber herzlichen Glückwunsch, jetzt konzentriert ihr euch auf eure Atmung. Und atmet bewusst Habt ihr vorher auch nicht gemacht, oder?) - Dinge, die schlicht keine oder noch keine Bedeutung haben.

Wo findet sich jetzt die Toleranz? Von dem, was wir gelernt haben, würden wir das der Nummer 1 zuordnen. Aber halt - hier ist die Akzeptanz. Ich kann auch Meinungen akzeptieren, wenn sie von meiner abweichen. Das bedeutet aber nicht, dass ich sie ertrage wie ein schmerzendes Knie - welches jeder übrigens durch Entlastung oder andere Haltung zu einem nicht mehr schmerzenden Knie verwandeln versucht, weil hier auch keine Toleranz vorliegt, sondern Schmerz. Und den genießen (--> akzeptieren) nur wenige Menschen. Selbst bei unvermeidbaren Schmerzen, zum Beispiel bei hartem Training oder danach, erinnert sich jeder daran zurück, wie es ohne Schmerzen war und freut sich darauf, wie es sein wird, wenn er wieder schmerzfrei ist.

Im Spannungsfeld zwischen Akzeptanz und Antiakzeptanz ist für Toleranz schlicht kein Platz.

Entweder die betroffene Person akzeptiert, dass eine andere Meinung existiert. Dann schütteln beide Meinungsträger die Hand, sagen "Ich habe meine Meinung, du deine, aber es gibt bestimmt andere Bereiche, in denen wir ähnlicher Meinung sind" und jeder geht seiner Wege.
Oder sie akzeptiert es nicht. Dann werden bestimmte Eskalationsstufen, beginnend mit demonstrativem Ignorieren über Gegenrede bis hin zu - auch tödlicher - Gewalt durchgespielt, bis die Situation bereinigt ist. Das bedeutet, bis nur noch eine Meinung geäußert wird.

Und da sind wir nur im Bereich der Meinungen. Richtig abstrus wird es, wenn es um Hautfarbe oder Sexualität geht, also nicht Meinungen, sondern Eigenheiten der Personen.

"Ich bin tolerant! Ich habe schwarze Freunde!"

Aha, du erträgst es, dass deine Freunde eine andere Hautfarbe haben? Brennt das ein wenig in den Augen, aber gerade nicht so schlimm, dass du sie in einem Gespräch noch lange genug anblicken kannst, um nicht unhöflich zu wirken?

"Ich toleriere Schwule!"

Nun, es wird dir nix anderes übrig bleiben, denn die existieren, ob du das nun gut findest oder nicht. Aber warum erdulden? Erstens ist es ziemlich schwul, sich darum zu kümmern, was andere Männer so mit ihrem Schwanz anstellen, zweitens, wenn du nicht schwul bist, hast du durch die Existenz der Schwulen wohl eher einen Vorteil als einen Nachteil - denn wenn zwei Männer einander lieben, kommen bei einer ausgewogenen Bevölkerungspyramide gleich zwei Frauen in deinen (hypothetischen) Paarungsverfügbarkeitspool.
Komischerweise sind Lesben deutlich weniger häufig derartigen Anfeindungen ausgesetzt. Obwohl die dieses Verhältnis eventuell wieder ausleveln, denn mit jedem Lesbenpaar verschwinden wieder zwei Frauen aus deinem (hypothetischen) Paarungsverfügbarkeitspool. Denn nein, in der Regel (no pun intended) lassen die nicht nicht als Live-Action-Dildo bei einer heißen Orgie mitmachen, auch wenn der Gedanke aufkommen mag.


Hier sind die Akzeptanzprobleme in der Regel deutlich geringer. Aber das ist ein Thema für einen anderen Strang.

Was also bleibt von der Toleranz?

Nicht viel, wie ich finde. Das bedeutet aber, dass "Intolerant" nicht mehr zwingend ein Schimpfwort ist, auch, wenn wir das gerne so verwenden, weil es eben bequem ist. Wir sind es gewohnt. Es ist wohlig, warm, bekannt und ein Schwert, dessen wir uns gerne bedienen.

Aber bei genauer Betrachtung ist es stumpf. Denn niemand toleriert. So etwas zu behaupten wäre - eine Lüge.




Toleranz ist kulturhistorisch, nicht etymologisch in den Köpfen gewachsen, Provokateur, darauf fußend, dass die Humanisten allesamt Christen waren und sich an spätantiken Auseinandersetzungen orientierten. Die ersten Toleranzedikte auf deutschem Boden sollten richtungsweisend für den späteren Pluralismus werden.

Dass genial veranlagte Menschen den Anachronismus in tolerare erkennen, ist immer wieder gut. tolerare heiße auch beleidigen - so oder ähnlich Goethe.

Allerdings wäre es zu viel verlangt, den Schwertschwinger mit seinem eigenen stumpfen Schwert zu erschlagen, wenn nicht auf die Entwicklung einer Toleranzidee eingegangen wird. Die Einsicht kann nur aus der Außensicht kommen.
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Agesilaos Megas » Fr 22. Apr 2016, 14:39

Bielefeld09 hat geschrieben:(20 Apr 2016, 23:18)

Toleranz ist keine Lüge, es ist eine Lebenseinstellung.
Toleranz bedeutet: Ich lasse zu.
Akzeptanz bedeutet: Ich lasse zu und verstehe.
Konsequenz bedeutet: Für mich soweit, aber nicht weiter.
Wo ist da ein mögliches interlektuelles Problem?


Ich sehe da größere Probleme.

Es ist unmöglich, solche termini zu definieren. Sie obliegen immer wieder der Interpretation und Intention.

Und das macht die Sache so traurig: Anstatt den empathischen Ansatz des Akzeptierens zu verstehen, wird "Toleranz" akademisiert und qua Definitionssophisterein in den Schrank gesperrt, wie es der Anschauung gefällt. So geht es dann nicht mehr darum, den Homosexuellen heiraten zu lassen, sondern nur darum, zu rechtfertigen, warum man denn tolerant gegenüber Schwulen sei, oder dass ja tolerare nur dulden nicht akzeptieren bedeute etc.

Ein nationaler Spinner wird immer sagen:

Toleranz ist eine Lüge.
Toleranz heißt: Ich ertrage Dich.
Akzeptanz: Ich räume Dir unverdiente Privilegien ein.
Konsequenz: Meine Grenzen sind eng gesteckt.

Da ist ein Problem!

Wer "Toleranz", wie auch immer wir sie definieren, tief im Herzen als sozialen Mechanismus ablehnt, wobei dieser Mechanismus Grundwert der Gesellschaft ist, der wird ihn einfach adaptieren, neu konnotieren und in seine Anschauung verlogen integrieren: Denn ohne ihn wird er nicht salonfähig, mit ihm aber nicht glücklich.

Einer, der von solchen Menschen "toleriert" wird, wird sagen:

Toleranz ist eine Doppelmoral.
Toleranz: Ein schönes Wort für "Ich hasse Dich"
Akzeptanz: "Ich lasse Dich neben mir stehen, aber öffne Deinen Mund nicht".
Konsequenz: "Wenn Du mich ansprichst, werde ich Dir jede klischeehafte Intention vorwerfen, die zum Stigma passt."


Was Du geschrieben hast, ist ein Bekenntnis. Du definierst die Dinge aus der persönlichen Motivation heraus. Ich persönlich teile Deine Ansicht, aber es wird niemals eine kalte Definition sein. Und darin liegt das Problem: Fragen wir uns doch, WARUM wir anderen Menschen gegenüber "tolerant"/akzeptierend sein wollen, anstatt uns hinter individuellen Kleinstdefinitionen zu verstecken, um sich vom Grundwert der Gesellschaft abkapseln zu können.
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon ThorsHamar » Fr 22. Apr 2016, 19:02

Zunder hat geschrieben:(22 Apr 2016, 14:03)

Ich akzeptiere deine Meinung als falsche Meinung.
Man Dinge auch als das anerkennen, was sie sind.
MIt richtig und falsch, wahr oder unwahr hat das erstmal nichts zu tun.


Ich habe nichts anderes geschrieben. "Du akzeptierst, dass ich eine andere Meinung habe, ja, aber diese Meinung selbst akzeptierst Du eben nicht ....
Denn das würde bedeuteten, dass Du sie als richtig erkannt hast."
"Wenn du wissen willst, wer dich beherrscht, mußt du nur herausfinden, wen du nicht kritisieren darfst."
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Senilienz » Fr 22. Apr 2016, 19:11

Toleranz ist Premium-Ignoranz.
Imho.
facts are facts, but perception is the reality.
https://de.wikipedia.org/wiki/Perzeption
Perzeption IST damit erlebte Wirklichkeit,
mit diesem Wissen der 1% werden wir 99% ferngelenkt ;)
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon ThorsHamar » Fr 22. Apr 2016, 20:06

Senilienz hat geschrieben:(22 Apr 2016, 20:11)

Toleranz ist Premium-Ignoranz.
Imho.


:p Das hat was ....
"Wenn du wissen willst, wer dich beherrscht, mußt du nur herausfinden, wen du nicht kritisieren darfst."
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Alexyessin » Sa 23. Apr 2016, 07:34

Provokateur hat geschrieben:(19 Apr 2016, 21:38)

Es geht um Verhalten, nicht um Gedanken. Was am Ende dabei rauskommt und sich konkret als Handlung manifestiert.

Wie bereits gesagt, der Baum wird nach seinen Früchten beurteilt und nicht nach seinen Wurzeln. Was du dir dabei denkst, wenn du handelst, spielt für die Handlung keine Rolle.


Tja, du hast aber mehr als zwei Handlungen. :)
Ich versuchs mal

a) Aktive Ablehnung
b) keine Aktive Ablehnung

a) Ist klar
b) wiederum ist von Toleranz ( die stärkste Stufe der inaktiven Ablehnung ) bis zur Hingabe ( die stärkste Form der Annahme ) breit gefächert.
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Provokateur » Sa 23. Apr 2016, 07:44

Alexyessin hat geschrieben:(23 Apr 2016, 08:34)

Tja, du hast aber mehr als zwei Handlungen. :)
Ich versuchs mal

a) Aktive Ablehnung
b) keine Aktive Ablehnung

a) Ist klar
b) wiederum ist von Toleranz ( die stärkste Stufe der inaktiven Ablehnung ) bis zur Hingabe ( die stärkste Form der Annahme ) breit gefächert.


Das geht wieder auf den Geisteszustand ein. Jemand, der einen anderen mit einem grimmigen Gesicht gewähren lässt, macht meiner Meinung nach ganz und gar nichts anderes als jemand, der einen anderen mit lächelndem Gesicht gewähren lässt.

Beide haben akzeptiert, der eine ärgert sich vielleicht nachher drüber, der andere nicht. Für den Akzeptierten macht das erst einmal keinen Unterschied, er erreicht sein Ziel.
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Alexyessin » Sa 23. Apr 2016, 08:02

Provokateur hat geschrieben:(23 Apr 2016, 08:44)

Das geht wieder auf den Geisteszustand ein. Jemand, der einen anderen mit einem grimmigen Gesicht gewähren lässt, macht meiner Meinung nach ganz und gar nichts anderes als jemand, der einen anderen mit lächelndem Gesicht gewähren lässt.


Vielleicht ist dein Denkansatz hier anders. Es ist ja das Verhalten B - und dann folgt Verhalten B1-B256,54 ;)
Nimm das gute Beispiel mit dem neuen Freund der Tochter. Wird er toleriert, darf er mit aufs Zimmer, wird er akzeptiert, darf er mit Essen - und sich vielleicht mit dem Vater über Fußball unterhalten :).
Also zu einem grimmig dreinschauenden Papa hockt sich keiner an den Tisch, ergo ist das Verhalten zwischen Toleranz und Akzeptanz eindeutig gegeben.
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Provokateur » Sa 23. Apr 2016, 08:29

Alexyessin hat geschrieben:(23 Apr 2016, 09:02)

Vielleicht ist dein Denkansatz hier anders. Es ist ja das Verhalten B - und dann folgt Verhalten B1-B256,54 ;)
Nimm das gute Beispiel mit dem neuen Freund der Tochter. Wird er toleriert, darf er mit aufs Zimmer, wird er akzeptiert, darf er mit Essen - und sich vielleicht mit dem Vater über Fußball unterhalten :).
Also zu einem grimmig dreinschauenden Papa hockt sich keiner an den Tisch, ergo ist das Verhalten zwischen Toleranz und Akzeptanz eindeutig gegeben.


Wir müssen Zielverhalten und Reaktion betrachten.
Zielverhalten ist in dem Beispiel: Mit aufs Zimmer. Nichtakzeptanz würde bedeuten: "Der kommt mir nicht ins Haus!"

Gemeinsame Einnahme eines Abendbrotes ist vielleicht ein Bonus, aber nicht das erwünschte Ziel.
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Milady de Winter » Sa 23. Apr 2016, 08:30

Daaaas Karussell fähr immer immer rumdherum, daaaaas Karussell scheint sich im Kreis zu dreh'n... :D

Entschuldigung. Aber die Betrachtung des psychologischen Aspekts und des Verlaufs dieser Diskussion triggerte diese spontane Reaktion. Aber: ich kann das alles problemlos akzeptieren.
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Provokateur » Sa 23. Apr 2016, 08:32

Milady de Winter hat geschrieben:(23 Apr 2016, 09:30)

Daaaas Karussell fähr immer immer rumdherum, daaaaas Karussell scheint sich im Kreis zu dreh'n... :D

Entschuldigung. Aber die Betrachtung des psychologischen Aspekts und des Verlaufs dieser Diskussion triggerte diese spontane Reaktion. Aber: ich kann das alles problemlos akzeptieren.


Ich wurde angestubst, es schien mir unstatthaft, den Einwurf nicht mit einer Antwort zu würdigen. ;)
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Milady de Winter » Sa 23. Apr 2016, 08:38

Aber selbstverständlich. Ich wollte nur meine Reaktion erklären, damit sie nicht wie undurchdachter Spam aussieht.
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Alexyessin » Sa 23. Apr 2016, 09:26

Provokateur hat geschrieben:(23 Apr 2016, 09:29)

Wir müssen Zielverhalten und Reaktion betrachten.
Zielverhalten ist in dem Beispiel: Mit aufs Zimmer. Nichtakzeptanz würde bedeuten: "Der kommt mir nicht ins Haus!"

Gemeinsame Einnahme eines Abendbrotes ist vielleicht ein Bonus, aber nicht das erwünschte Ziel.


Soweit richtig, aber für das nachhaltige Ziel ( zum Beispiel übernacht bleiben [dürfen]) ist die jeweilige Reaktion - und die ist ja das Verhalten des Vaters - immens wichtig.
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Provokateur » Sa 23. Apr 2016, 10:07

Alexyessin hat geschrieben:(23 Apr 2016, 10:26)

Soweit richtig, aber für das nachhaltige Ziel ( zum Beispiel übernacht bleiben [dürfen]) ist die jeweilige Reaktion - und die ist ja das Verhalten des Vaters - immens wichtig.


Aber nicht für die Kategorisierung.

Entweder es wird akzeptiert, dass er in das Zimmer geht, oder nicht.

Entweder es wird akzeptiert, dass er übernachtet, oder nicht. Zwei verschiedene Komplexe, die sich binär wunderbar erklären lassen.
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Fuerst_48 » Sa 23. Apr 2016, 15:52

Provokateur hat geschrieben:(23 Apr 2016, 08:44)

Das geht wieder auf den Geisteszustand ein. Jemand, der einen anderen mit einem grimmigen Gesicht gewähren lässt, macht meiner Meinung nach ganz und gar nichts anderes als jemand, der einen anderen mit lächelndem Gesicht gewähren lässt.

Beide haben akzeptiert, der eine ärgert sich vielleicht nachher drüber, der andere nicht. Für den Akzeptierten macht das erst einmal keinen Unterschied, er erreicht sein Ziel.

MIMIK ist interpretierbar. Sofern ich die Person kenne. Es ist also auch möglich, dass die Person ihr Ziel NICHT erreicht.
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Provokateur » Sa 23. Apr 2016, 15:54

Dann wurde die Zielhandlung nicht akzeptiert.
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