Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

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Billie Holiday
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Billie Holiday » Mi 20. Apr 2016, 17:22

Fuerst_48 hat geschrieben:(20 Apr 2016, 18:17)

Kein Problem. Denk dir eine Stufenleiter, was das Tolerieren anbelangt, dann machst du den nächsten Schritt, sprich: Du akzeptierst etwas, und am Ende (im Idealfall) identifizierst du dich mit dem jeweiligen Inhalt.


Also ist die Toleranz eine Vorstufe zur Akzeptanz.

Ist der Wunsch nach Toleranz dann ein realistischer Wunsch, der absichtlich so geäußert wurde?
Nach dem Motto "wer mich und meinen Lebenswandel nicht mag, muß mich trotzdem so nehmen wie ich bin, auch wenn ich nicht erwarte, dass alle mich mögen"? Also ganz simpel ausgedrückt?
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Fuerst_48
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Fuerst_48 » Mi 20. Apr 2016, 17:28

Billie Holiday hat geschrieben:(20 Apr 2016, 18:22)

Also ist die Toleranz eine Vorstufe zur Akzeptanz.

Ist der Wunsch nach Toleranz dann ein realistischer Wunsch, der absichtlich so geäußert wurde?
Nach dem Motto "wer mich und meinen Lebenswandel nicht mag, muß mich trotzdem so nehmen wie ich bin, auch wenn ich nicht erwarte, dass alle mich mögen"? Also ganz simpel ausgedrückt?

Natürlich hat jeder Mensch individuelle Vorstellungen von Toleranz und Akzeptanz, erst recht von der Idee der Identifikation mit einem Inhalt, einer Sache, Situation...Denkweise, was auch immer.
Meine Umschreibung skizziert nur die Stufen, wie man sich dem nähert, was "einer Meinung sein" bedeutet.
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon BingoBurner » Mi 20. Apr 2016, 17:29

bakunicus hat geschrieben:(20 Apr 2016, 17:42)

meine these ist :

"toleranz ist eine schmerzhafte notwendigkeit des 21. jahrhunderts"


Wo tut es den weh ?
Kann ich helfen ?
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon BingoBurner » Mi 20. Apr 2016, 17:30

quark, quark, quark
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Billie Holiday » Mi 20. Apr 2016, 17:36

BingoBurner hat geschrieben:(20 Apr 2016, 18:30)

quark, quark, quark


Auch das toleriere ich. :|
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Adam Smith » Mi 20. Apr 2016, 17:37

BingoBurner hat geschrieben:(20 Apr 2016, 18:30)

quark, quark, quark


Du bist im Moment nicht sehr tolerant. :|
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon BingoBurner » Mi 20. Apr 2016, 17:43

Ich hab mich verschrieben Leute.
War nicht böse gemeint.

sonst würde da stehen "bingo burner hat seinen Beitrag editiert weil er mal wieder zu blöde war"
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Fadamo » Mi 20. Apr 2016, 18:14

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(19 Apr 2016, 20:08)

Sehr gut dargestellt.



Das ist mir zu hoch,was er da geschrieben hat.
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Milady de Winter » Mi 20. Apr 2016, 18:21

bakunicus hat geschrieben:(20 Apr 2016, 17:32)

tja mylady ... und genau das ist mehr als befremdlich, zumindest im kontext eines öffentlichen politik-forums, wo du dann auch noch eine funktion hast, als moderator.

ich denke, dass wir hier sind um uns nicht gegenseitig zu beweihräuchern, in einer art "sex-in the city-damenkränzchen", wo jeder rausfällt den du nicht magst.
sondern wir sind deshalb hier um uns zu streiten, gegensätze zu diskutieren, und das im idealfall mit argumenten und politischer bildung.

leider fehlt vielen hier diese bildung, und/oder die sind nicht mal bereit sie zu erlangen, die lesen sich nicht mal durch was das gegenüber zu berichten hat.
da frage ich mich, was die hier eigentlich verloren haben ?

Ich verweise speziell auf den letzten Satz.

viewtopic.php?f=24&t=60366&start=60#p3500115
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon bakunicus » Mi 20. Apr 2016, 18:23

Milady de Winter hat geschrieben:(20 Apr 2016, 19:21)

Ich verweise speziell auf den letzten Satz.

viewtopic.php?f=24&t=60366&start=60#p3500115


das kommt von das ...
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Kirchgessner » Mi 20. Apr 2016, 19:11

Billie Holiday hat geschrieben:(19 Apr 2016, 20:35)

Ich toleriere Dinge, die ich hinnehmen muß, aber letztlich ablehne oder nicht gut finde oder die mir eher gleichgültig sind.
Akzeptanz ist was anderes, positiver, wie Milady schon sagt.

Toleranz heißt schlicht und einfach, es zu schaffen, etwas auszuhalten.

Ich halte es zum Beispiel aus, dass unsere Gesellschaft von Idioten regiert wird. Ändern kann ich es nicht. Ich könnte auswandern, in andere Gesellschaften, die ebenfalls von Idioten regiert werden. Also kann ich nichts dagegen tun.

Leider ist Toleranz positiv besetzt. Der Begriff ist aber schon lange pervertiert: Die Polizei toleriert z.B. häufig den Drogenhandel, zumindest den Kleinhandel. Nichtstun wird hier positiv verklärt. In vielen Fällen werden rechtsfreie Räume zugelassen.
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon BingoBurner » Mi 20. Apr 2016, 19:24

Kirchgessner hat geschrieben:(20 Apr 2016, 20:11)

Toleranz heißt schlicht und einfach, es zu schaffen, etwas auszuhalten.

Ich halte es zum Beispiel aus, dass unsere Gesellschaft von Idioten regiert wird. Ändern kann ich es nicht. Ich könnte auswandern, in andere Gesellschaften, die ebenfalls von Idioten regiert werden. Also kann ich nichts dagegen tun.

Leider ist Toleranz positiv besetzt. Der Begriff ist aber schon lange pervertiert: Die Polizei toleriert z.B. häufig den Drogenhandel, zumindest den Kleinhandel. Nichtstun wird hier positiv verklärt. In vielen Fällen werden rechtsfreie Räume zugelassen.


Aushalten ?
Was den ?
Bist du entführt worden ? Hast du eine unheilbare Krankheit ? Was zum Teufel musst du den aushalten ?

Toleranz ist leider positiv besetzt ? Ok. Nenne doch mal die Alternative.
So rein katholisch verweise ich auf den St.Martin : http://www.br-online.de/kinder/fragen-v ... 005/01165/
Den Loser.
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Fadamo » Mi 20. Apr 2016, 19:26

BingoBurner hat geschrieben:(20 Apr 2016, 20:24)

Aushalten ?
Was den ?


Den abendlichen Krach der Südländer auf den deutschen Strassen,nach 22.00 Uhr.
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon BingoBurner » Mi 20. Apr 2016, 19:33

Fadamo hat geschrieben:(20 Apr 2016, 20:26)

Den abendlichen Krach der Südländer auf den deutschen Strassen,nach 22.00 Uhr.


Wat ? Hör gerade die "Gedanken sind frei"
Alle Regler auf Rechst.......
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Excellero » Mi 20. Apr 2016, 19:48

Und was bin ich dann? Weil mir ist es scheiss egal wer jetzt schwul ist oder schwarz oder sonst was. Für mich zählen ganz andere Faktoren...
Um fremden Wert willig und frei anzuerkennen, muß man eigenen haben.
-Immanuel Kant
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Jekyll » Mi 20. Apr 2016, 21:31

Provokateur hat geschrieben:(19 Apr 2016, 20:04)[...]
Im Spannungsfeld zwischen Akzeptanz und Antiakzeptanz ist für Toleranz schlicht kein Platz.

Entweder die betroffene Person akzeptiert, dass eine andere Meinung existiert. Dann schütteln beide Meinungsträger die Hand, sagen "Ich habe meine Meinung, du deine, aber es gibt bestimmt andere Bereiche, in denen wir ähnlicher Meinung sind" und jeder geht seiner Wege.
Oder sie akzeptiert es nicht. Dann werden bestimmte Eskalationsstufen, beginnend mit demonstrativem Ignorieren über Gegenrede bis hin zu - auch tödlicher - Gewalt durchgespielt, bis die Situation bereinigt ist. Das bedeutet, bis nur noch eine Meinung geäußert wird.

Und da sind wir nur im Bereich der Meinungen. Richtig abstrus wird es, wenn es um Hautfarbe oder Sexualität geht, also nicht Meinungen, sondern Eigenheiten der Personen.

"Ich bin tolerant! Ich habe schwarze Freunde!"

Aha, du erträgst es, dass deine Freunde eine andere Hautfarbe haben? Brennt das ein wenig in den Augen, aber gerade nicht so schlimm, dass du sie in einem Gespräch noch lange genug anblicken kannst, um nicht unhöflich zu wirken?

"Ich toleriere Schwule!"

[i]Nun, es wird dir nix anderes übrig bleiben, denn die existieren, ob du das nun gut findest oder nicht. Aber warum erdulden?
[...]
Was also bleibt von der Toleranz?

Nicht viel, wie ich finde. Das bedeutet aber, dass "Intolerant" nicht mehr zwingend ein Schimpfwort ist, auch, wenn wir das gerne so verwenden, weil es eben bequem ist. Wir sind es gewohnt. Es ist wohlig, warm, bekannt und ein Schwert, dessen wir uns gerne bedienen.

Aber bei genauer Betrachtung ist es stumpf. Denn niemand toleriert. So etwas zu behaupten wäre - eine Lüge.
Natürlich ist "Intolerant" ein Schimpfwort. Das ist jemand, der nicht bereit ist, sein Horizont zu erweitern. Ein betonköpfiger Hinterwäldler.
Jemand, der "Schwarze"/Schwule toleriert, befindet sich in einem Entwicklungsprozess. Er ist dabei, das Neue/Andere in sein Bewusstsein zu integrieren, womit er gegenüber jemandem, der das Neue/Andere komplett ablehnt bzw. nur das Alte/Bekannte akzeptiert, bereits einen Schritt weiter ist.
Kahn hat es begriffen => https://youtu.be/GMnBOQAxe4c
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Bielefeld09 » Mi 20. Apr 2016, 22:18

Toleranz ist keine Lüge, es ist eine Lebenseinstellung.
Toleranz bedeutet: Ich lasse zu.
Akzeptanz bedeutet: Ich lasse zu und verstehe.
Konsequenz bedeutet: Für mich soweit, aber nicht weiter.
Wo ist da ein mögliches interlektuelles Problem?
Auch wenn es mal falsch rüberkommt, es ist nie persönlich gemeint. Sorry :( :(
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Provokateur » Do 21. Apr 2016, 06:28

Expressis vulgo hast du Recht, expressis verbis nicht.

Ich bezweifle die Existenz der Toleranz an sich. Den auch zulassen bedeutet, die Rechtmäßigkeit der Existenz des Zugelassenen zu akzeptieren. Für alles, was man nicht akzeptiert, gilt der Dreiklang der V:
-Verändern
-Vermeiden
-Vernichten
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Adam Smith » Do 21. Apr 2016, 06:47

Provokateur hat geschrieben:(21 Apr 2016, 07:28)

Expressis vulgo hast du Recht, expressis verbis nicht.

Ich bezweifle die Existenz der Toleranz an sich. Den auch zulassen bedeutet, die Rechtmäßigkeit der Existenz des Zugelassenen zu akzeptieren. Für alles, was man nicht akzeptiert, gilt der Dreiklang der V:
-Verändern
-Vermeiden
-Vernichten

Toleranz = die Fähigkeit etwas ertragen zu können. Natürlich ist so etwas eine Voraussetzung für die Akzeptanz. Aber ob das jetzt das gleiche ist. Das ist ja die Frage.
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Provokateur » Do 21. Apr 2016, 07:09

Ertragen bedeutet doch akzeptieren.
Cynic, n.: A blackguard whose faulty vision sees things as they are, not as they ought to be.

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