Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

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Kirchgessner
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Kirchgessner » Do 21. Apr 2016, 07:17

Provokateur hat geschrieben:(21 Apr 2016, 08:09)

Ertragen bedeutet doch akzeptieren.

Ertragen bedeutet, sich widerwillig in sein Schicksal zu fügen.

Ich akzeptiere z.B. die Diktatur von Angela Merkel nicht, aber was könnte ich dagegen tun?

Die Alternativen, so es überhaupt welche geben sollte, sind noch schreckensbehafteter.
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Provokateur » Do 21. Apr 2016, 07:20

Kirchgessner hat geschrieben:(21 Apr 2016, 08:17)

Ertragen bedeutet, sich widerwillig in sein Schicksal zu fügen.

Ich akzeptiere z.B. die Diktatur von Angela Merkel nicht, aber was könnte ich dagegen tun?

Die Alternativen, so es überhaupt welche geben sollte, sind noch schreckensbehafteter.


Und genau darin liegt deine Akzeptanz. Du kannst weder vermeiden noch direkt verändern noch vernichten, also lebst du mit dem Umstand. Du hast dein schlimmes und schweres Schicksal akzeptiert.
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Milady de Winter » Do 21. Apr 2016, 07:21

Provokateur hat geschrieben:(21 Apr 2016, 08:09)

Ertragen bedeutet doch akzeptieren.

Der Unterschied besteht darin, WIE man es akzeptiert und mit welchen potenziellen Konsequenzen. Schrieb ich ja schon. Du siehst das enfach anders, bei Dir geht es nur um das "akzeptieren" oder "nicht akzeptieren", Du stufst nicht ab. Ist ok. Aber Du wirst akzeptieren müssen, dass andere das anders sehen. :p
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Provokateur » Do 21. Apr 2016, 07:24

:D Mache ich.

Die Metaschlüsselfrage war viel mehr, ob es mir gelingt, andere davon zu überzeugen.
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Milady de Winter » Do 21. Apr 2016, 07:27

Provokateur hat geschrieben:(21 Apr 2016, 08:24)

:D Mache ich.

Die Metaschlüsselfrage war viel mehr, ob es mir gelingt, andere davon zu überzeugen.

Davon ging ich aus. Ich gehe desweiteren davon aus, dass Du Dir dafür ein anderes Thema suchen musst. :D
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Kirchgessner » Do 21. Apr 2016, 07:29

Provokateur hat geschrieben:(21 Apr 2016, 08:20)

Und genau darin liegt deine Akzeptanz. Du kannst weder vermeiden noch direkt verändern noch vernichten, also lebst du mit dem Umstand. Du hast dein schlimmes und schweres Schicksal akzeptiert.
Habe ich nicht. Ich kann nicht mehr tun, als dagegen zu argumentieren. Ich kann die merheit der Idioten nicht dazu zwingen, etwas anderes zu wollen.

Wir leben in einer parlamentarischen Demokratie, in der jeder Idiot mitbestimmen darf. Ein Viertel hat sich bei Bundestagswahlen von ihren Mitbestimmungsmöglichkeiten verabschiedet, bei Landtags- und Kommunalwahlen sind es bis zu 60 Prozent.

Von den Wählern wissen die meisten gar nicht, was sie da eigentlich wählen.

Und ihre Repräsentanten in den Parlamenten sind Stimmvieh ihrer Oberen, und ab Landtag Berufspolitiker, die in erster Linie an der Sicherung ihrer Position interessiert sind, und deshalb ihre Politik daran ausrichten, wie sie am besten überwintern können.
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Provokateur » Do 21. Apr 2016, 07:47

Kirchgessner hat geschrieben:(21 Apr 2016, 08:29)

Habe ich nicht. Ich kann nicht mehr tun, als dagegen zu argumentieren.


Dann versuchst du zu verändern, ein Erkenntnismerkmal der Nichtakzeptanz.

Du könntest auch in den Wald ziehen, tief und weit weg von anderen Leuten, um zu vermeiden.

Was du tun müsstest, um zu vernichten, brauche ich nicht zu schreiben.
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Kirchgessner » Do 21. Apr 2016, 07:58

Provokateur hat geschrieben:(21 Apr 2016, 08:47)

Dann versuchst du zu verändern, ein Erkenntnismerkmal der Nichtakzeptanz.

Du könntest auch in den Wald ziehen, tief und weit weg von anderen Leuten, um zu vermeiden.

Was du tun müsstest, um zu vernichten, brauche ich nicht zu schreiben.

Der Wald ist keine Option. Auch dort ist man vor Idioten nicht sicher, vor allem von den Nachstellungen der grünen Politik.

Außerdem ist Natur des Menschen Feind. Wir Menschen sind zivilisatorische Wesen. Natur muss gezähmt und unterworfen werden.

Stattdessen baut man Krötenwanderwege und verhindert Verkehrstrassen, weil man angeblich die Umwelt schützen will. Dabei ist unsere Umwelt komplett Kulturland, nicht "Urwald".

Es ist besser, ich halte mich in Städten auf. Bin ich in der "freien Natur", geht mir die Galle noch mehr hoch, wenn ich an die grünen Ideologen denke, weil jeder Baum mich an die menschliche Idiotie erinnert.
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon harry52 » Do 21. Apr 2016, 09:05

Kirchgessner hat geschrieben:Habe ich nicht. Ich kann nicht mehr tun, als dagegen zu argumentieren. Ich kann die merheit der Idioten nicht dazu zwingen, etwas anderes zu wollen.

Dir würde es bestimmt besser gehen,
wenn Du die vielen tausend Informatiker, Mathematiker, Physiker, Ärzte, Ingenieure, Architekten, Chemiker, Volkswirtschafter, Betriebswirtschafter, Biochemiker, Juristen ..... nicht alle als Idioten ansehen würdest. Wir haben in Deutschland durchaus auch viele sehr gut gebildete und sehr kluge Leute.

Wenn Du das nicht glaubst,
gehe doch mal in Vorlesungen an der Uni in solchen Fächern. Mathe empfehle ich da gerne, weil sich da schnell zeigt, ob jemand wirklich was im Kasten hat. Da kommt man mit reinem Auswendiglernen nicht weit. Da muss man mehr können, um gut zu sein. Und viele sind da richtig gut. Das müsstest Du auch eigentlich aus deiner Schulzeit wissen. Die waren doch nicht alle doof und sind x mal sitzengeblieben. Heute machen bei uns 50% der Kinder Abitur unddas ist nicht mehr so wie früher, als nur die Kinder der Reichen und Gebildeten lernten, wie man Polynome differenziert. (=Mathe Klasse 11)

Außerdem:
Wenn man unser Land mit den Ländern im Süden und Osten Europas vergleicht, dann sticht doch auch sofort ins Auge, dass wir nicht nur wirtschaftlich und sozial erfolgreicher sind. Wir sind auch bei so Dingen, wie Gleichberechtigung der Frau, Toleranz gegenüber Homosexuellen, Transsexuellen, Tierschutz, Umweltschutz, Umgang mit Menschen mit Handicap, gewaltlose Kindererziehung ... deutlich vorne. Bei solchen Themen sind höchstens die Niederländer und die Skandinavier vielleicht noch einen Tick moderner.

Also: Soooooooooooooooooooooooo viele Idioten gibt es bei uns nicht. Da geh doch mal lieber in den Osten und Süden Europas. Da ist dieses Jammern viel berechtigter.
"Gut gemeint" ist nicht das Gleiche wie "gut gemacht".
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Kirchgessner » Do 21. Apr 2016, 09:22

harry52 hat geschrieben:(21 Apr 2016, 10:05)

Dir würde es bestimmt besser gehen,
wenn Du die vielen tausend Informatiker, Mathematiker, Physiker, Ärzte, Ingenieure, Architekten, Chemiker, Volkswirtschafter, Betriebswirtschafter, Biochemiker, Juristen ..... nicht alle als Idioten ansehen würdest. Wir haben in Deutschland durchaus auch viele sehr gut gebildete und sehr kluge Leute.

LOL.

Ein nicht unerklecklicher Teil wählt grün, und verspielt die Zukunft. Zunehmende Formale Bildung hat nichts mit Verstand zu tun, sondern mit "Social upgrading"

Wenn Du das nicht glaubst,
gehe doch mal in Vorlesungen an der Uni in solchen Fächern. Mathe empfehle ich da gerne, weil sich da schnell zeigt, ob jemand wirklich was im Kasten hat. Da kommt man mit reinem Auswendiglernen nicht weit. Da muss man mehr können, um gut zu sein. Und viele sind da richtig gut. Das müsstest Du auch eigentlich aus deiner Schulzeit wissen. Die waren doch nicht alle doof und sind x mal sitzengeblieben. Heute machen bei uns 50% der Kinder Abitur unddas ist nicht mehr so wie früher, als nur die Kinder der Reichen und Gebildeten lernten, wie man Polynome differenziert. (=Mathe Klasse 11)

Die Bevölkerung ist nicht intelligenter geworden, die Anforderungen gesunken. Als ich zur Schule ging, machten 15% Abitur, als ich meinen Hochschulabschluss machte, lag die Studentenquote noch niedriger. Viele meiner Mitkommilitonen waren strohdoof, besonders wenn sie aus Bundesländern mit Discountabitur kamen.
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon ThorsHamar » Do 21. Apr 2016, 10:33

Provokateur hat geschrieben:(21 Apr 2016, 08:09)

Ertragen bedeutet doch akzeptieren.


Nein, das ist falsch.

Ertragen heisst, etwas nicht ändern zu können und somit temporär und im Hinblick auf ein mögliches Ziel bis dahin alternativlos zu erdulden.

Akzeptieren dagegen ist Einsehen und Integration einer Alternative.
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Antonius » Do 21. Apr 2016, 10:34

Provokateur hat geschrieben:(19 Apr 2016, 20:04)

Was bedeutet Toleranz?

Das Wort entlehnt sich aus dem lateinischen "tolerare", was "erdulden" oder "ertragen" heißt. Später wurde der Begriff ausgeweitet, auf das Hinnehmen einer anderslautenden Meinung. Und damit wurde seine ursprüngliche Bedeutung verfälscht.

Denn grundsätzlich teilt sich alles, was wahrnehmbar ist, in drei Kategorien:

1) Es gibt Dinge, die kann die von ihnen betroffene Person akzeptieren. Das bedeutet, er erkennt sie in ihrer Wesenheit an und betreibt keinerlei Aufwand, um sie zu ändern.

2) Es gibt Dinge, die werden von der betroffenen Person nicht akzeptiert. Hier finden verschiedene Versuche statt, diese Dinge zu ändern, weil sie einerseits ein Problem in der Weltwahrnehmung des Rezipienten darstellen ("kognitive Dissonanz") oder andererseits eine Bedrohung für Leib, Leben, Besitz und/oder geistige Gesundheit darstellen.

3) Hintergrundrauschen, Nichtwahrnehmbares, Ausgeblendetes (zum Beispiel die Tatsache, dass jeder jederzeit ein Stück seiner Nase sieht, das Gehirn aber beschließt, diese Information aufgrund von Irrelevanz auszublenden - wenn ihr euch konzentriert, könnt ihr das sehen. Und habt es im nächsten Moment vergessen. Aber herzlichen Glückwunsch, jetzt konzentriert ihr euch auf eure Atmung. Und atmet bewusst Habt ihr vorher auch nicht gemacht, oder?) - Dinge, die schlicht keine oder noch keine Bedeutung haben.(....)

(Vollzitat)


Ich gebe zu, daß ich nicht den gesamten Threat gelesen habe,
möchte aber darauf hinweisen, daß wir das Thema "Toleranz" schon mehrfach hatten.

viewtopic.php?f=41&t=37269

    Der Begriff der Toleranz ist immer an einen Gegenstand/eine Handlung gebunden.
    Tolerant zu sein ist also keine allgemeine Eigenschaft.
    Toleranz hat seine natürlichen Grenzen, denn man kann nicht alles tolerieren, z.B. ein Verbrechen kann/darf nicht toleriert werden.

    Was ist nun Toleranz? Was bedeutet Toleranz bzw. Intoleranz?

    Toleranz ist die Duldung einer Meinung oder einer Handlung, die man selbst als falsch ansieht.
    (Etwas Richtiges/Gutes kann demnach gar nicht toleriert werden.)

    Ich möchte an die Aussage des schwedischen Philosophen und Soziologen Lars Gustafsson erinnern, der formuliert hat:
    1. Die Toleranz gegenüber der Intoleranz führt zur Intoleranz.
    2. Die Intoleranz gegenüber der Intoleranz führt zur Toleranz.“

    Siehe auch: http://www.perlentaucher.de/artikel/3699.html

    Ein paar Zitate (weitere in wikipedia):
    - "Im Namen der Toleranz sollten wir uns das Recht vorbehalten, die Intoleranz nicht zu tolerieren." - Karl Popper.
    - "Zur Demokratie gehört auch die legitime Intoleranz. Das nicht Tolerierbare darf nicht toleriert werden." - Ayaan Hirsi Ali.
Zuletzt geändert von Antonius am Do 21. Apr 2016, 10:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon ThorsHamar » Do 21. Apr 2016, 10:38

Antonius hat geschrieben:(21 Apr 2016, 11:34)

Was ist nun Toleranz? Was bedeutet Toleranz bzw. Intoleranz?

Toleranz ist die Duldung einer Meinung oder einer Handlung, die man selbst als falsch ansieht.
(Etwas Richtiges/Gutes kann demnach gar nicht toleriert werden.)
....


So ist es bestens erklärt. :thumbup:
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Antonius » Do 21. Apr 2016, 10:42

ThorsHamar hat geschrieben:(21 Apr 2016, 11:38)

So ist es bestens erklärt. :thumbup:
Ja, ich denke auch.
Danke für diese Unterstützung, ThorsHamar.
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Provokateur » Do 21. Apr 2016, 10:48

ThorsHamar hat geschrieben:(21 Apr 2016, 11:33)

Nein, das ist falsch.

Ertragen heisst, etwas nicht ändern zu können und somit temporär und im Hinblick auf ein mögliches Ziel bis dahin alternativlos zu erdulden.

Akzeptieren dagegen ist Einsehen und Integration einer Alternative.


Du verschiebst deine Nichtakzeptanz nur, die temporäre Dimension wurde jedoch in diesem Thema noch nicht berührt.

Antonius hat geschrieben:
Ich gebe zu, daß ich nicht den gesamten Threat gelesen habe,
möchte aber darauf hinweisen, daß wir das Thema "Toleranz" schon mehrfach hatten.

viewtopic.php?f=41&t=37269

[list]
Der Begriff der Toleranz ist immer an einen Gegenstand/eine Handlung gebunden.
Tolerant zu sein ist also keine allgemeine Eigenschaft.
Toleranz hat seine natürlichen Grenzen, denn man kann nicht alles tolerieren, z.B. ein Verbrechen kann/darf nicht toleriert werden.


Tagtäglich werden Verbrechen akzeptiert, wie die Mutter, die schweigt, wenn der Stiefvater die Tochter missbraucht - weil sie ihn nicht verlieren will. Wie ich schon sagte, ich zweifle die Existenz der Toleranz an sich an.

Antonius hat geschrieben:Was ist nun Toleranz? Was bedeutet Toleranz bzw. Intoleranz?

Toleranz ist die Duldung einer Meinung oder einer Handlung, die man selbst als falsch ansieht.
(Etwas Richtiges/Gutes kann demnach gar nicht toleriert werden.)


Ich sage: Toleranz gibt es nicht. Man akzeptiert die Gegebenheiten; oder man vermeidet die Konfrontation, verändert die Gegebenheiten oder vernichtet.
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon ThorsHamar » Do 21. Apr 2016, 11:04

Provokateur hat geschrieben:(21 Apr 2016, 11:48)

Du verschiebst deine Nichtakzeptanz nur, die temporäre Dimension wurde jedoch in diesem Thema noch nicht berührt.

Tagtäglich werden Verbrechen akzeptiert, wie die Mutter, die schweigt, wenn der Stiefvater die Tochter missbraucht - weil sie ihn nicht verlieren will. Wie ich schon sagte, ich zweifle die Existenz der Toleranz an sich an.

Ich sage: Toleranz gibt es nicht. Man akzeptiert die Gegebenheiten; oder man vermeidet die Konfrontation, verändert die Gegebenheiten oder vernichtet.


Toleranz ist das gegenaktionslose ( yeah, neues Wort erfunden :cool: ) Ertragen eines eigentlich nichtakzeptablen Sachverhaltes oder Zustandes.
Toleranz ist meist ein notwendiger Kompromiss.

Akzeptanz dagegen ist das widerspruchsfreie Mittragen eines Sachverhaltes und kein Kompromiss.
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Provokateur » Do 21. Apr 2016, 11:13

Ich sehe das anders, klinge aber langsam wie eine kaputte Platte. Ich akzeptiere deine von meiner abweichende Sicht.
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon ThorsHamar » Do 21. Apr 2016, 11:28

Provokateur hat geschrieben:(21 Apr 2016, 12:13)

Ich sehe das anders, klinge aber langsam wie eine kaputte Platte. Ich akzeptiere deine von meiner abweichende Sicht.


:p Du akzeptierst, dass ich eine andere Meinung habe, ja, aber diese Meinung selbst akzeptierst Du eben nicht ....
Denn das würde bedeuteten, dass Du sie als richtig erkannt hast.
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon zollagent » Do 21. Apr 2016, 11:30

ThorsHamar hat geschrieben:(21 Apr 2016, 12:28)

:p Du akzeptierst, dass ich eine andere Meinung habe, ja, aber diese Meinung selbst akzeptierst Du eben nicht ....
Denn das würde bedeuteten, dass Du sie als richtig erkannt hast.

Wenn er sie als falsch einschätzt, muß er sie auch nicht akzeptieren.
Wer an Absurditäten glaubt, wird Abscheulichkeiten begehen. (Voltaire)
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Provokateur » Do 21. Apr 2016, 11:33

Ich kann ein Paket annehmen, ohne den Inhalt zu kennen, weil es für den Nachbarn ist. Das gebe ich ihm, auch wenn da, von mir unbemerkt, ein 2x2m-Stalin-Poster drin ist.

Wie ich schon schrieb: Man kann Dinge akzeptieren, die man nicht für richtig hält. Und ich akzeptiere die Tatsache, dass deine Meinung von meiner abweicht, ohne sie mir zu eigen zu machen. Ich akzeptiere das Paket, nicht den Inhalt. ;)
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