Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

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schokoschendrezki
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Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon schokoschendrezki » So 11. Jun 2017, 22:37

JJazzGold hat geschrieben:(11 Jun 2017, 17:36)

In dem Moment, in dem Sie allein das Diskussionsangebot auf der Grundlage einer Betitelung europäische Leitkultur in die rechtspopulistische Ecke stellen, sprechen Sie damit bereits ein Denkverbot aus.

Überlegen Sie doch mal gründlich und nochmal: Der Versuch einer Zuordnung eines konkreten politischen Projekts (zum Beispiel "Leitkultur") zu einer konkreten politischen Richtung ist der ganz normale Usus in einer politischen Diskussion und auch in einer politwissenschaftlichen Analyse und eines Verallgemeinerungsansatzes. Um ein (neutrales) Diskussionsangebot handelt es sich, wenn ich vorschlage, über Grünkohlrezpte zu diskutieren. Wenn der amtliche Innenminister vorschlägt, über Werte und Nomen zu diskutieren, ist das schon etwas ganz anderes. Der Versuch einer staatlichen Reglementierung von Gesinnungen. Beziehungsweise und zunächst viel Wesentlicher und ganz konkret: Der Versuch, aus solchen Reglementierungsangeboten, Wählerstimmen für die demnächst anstehende Wahlen zu rekrutrieren.
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Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon think twice » So 11. Jun 2017, 22:48

Dark Angel hat geschrieben:(11 Jun 2017, 22:20)

EBEN - wenn sie in ihrem Wesensgehalt (grundsätzlichen Inhalt) nicht verändert werden und das bedeutet de facto Grundrechte können NICHT verändert werden.

Du irrst schon wieder. Die Unverletzlichkeit der Wohnung wurde eingeschränkt (grosser Lauschangriff),das Post- und Fernmeldegeheimnis wurde beschränkt, und last but not least wurde das Asylrecht quasi abgeschafft durch die Ausklammerung der Kriegsflüchtlinge, Drittstaaten Regelung und Bestimmung sicherer Herkunftsländer.
Andererseits wurde das Diskriminierungenverbot eingefügt, Vorrechte der Männer im Familienrecht abgeschafft und die Gleichstellung von Behinderten und Frauen erleichtert.
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Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 12. Jun 2017, 04:10

gödelchen hat geschrieben:(11 Jun 2017, 12:05)

Na, da sind sich die demokratisch freiheitlich aufgestellten Menschen in der BRD sicher einig.

Warum die von dir erwähnte Person sich so ein Ding um den Kopf packen muss, erschließt sich mir nicht. Ihre gute Aufstellung kann sie sicher auch ohne rüberbringen. So was sich umwickeln, darf sie sicher, nur brauche ich z. B. diese Person dann nicht. Es gibt sicher gleichfalls gut aufgestellte Personen in dem Bereich ohne Zeichensetzung aus dem Hinterwald.


Es gibt mehrere Gründe, die Verwendung der Abkürzung "BRD" als "Zeichensetzung aus dem Hinterwald" zu deuten. Zum Beispiel, um deutlich zu machen, dass das Gebilde "BRD" erst wieder zu "Deutschland" wird, wenn Ostpreußen, Sudetenland, Schlesien wieder dazugehört. Ich nehm's erstmal einfach als Unachtsamkeit.
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Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 12. Jun 2017, 04:29

JJazzGold hat geschrieben:(11 Jun 2017, 17:36)

In dem Moment, in dem Sie allein das Diskussionsangebot auf der Grundlage einer Betitelung europäische Leitkultur in die rechtspopulistische Ecke stellen, sprechen Sie damit bereits ein Denkverbot aus.

Und, sorry, wenn ich noch ein drittes mal darauf eingehe. Im Originalbeitrag von de Maiziere ist ausdrücklich und im Gegensatz zu Tibi nicht von "europäischer Leitkultur" die Rede sondern ausdrücklich und definitiv von "deutscher Leitkultur". Hab' mir das eben noch mal im Original und Wortlaut zu Gemüte geführt (http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-04/thomas-demaiziere-innenminister-leitkultur/seite-2). Ihm geht es gerade und genau um das, was Deutschland von anderen westlichen, demokratischen, europäischen Ländern unterscheidet.
De­mo­kra­tie, Ach­tung der Ver­fas­sung und Men­schen­wür­de gel­ten in allen west­li­chen Ge­sell­schaf­ten. Ich meine: Es gibt noch mehr. Es gibt so etwas wie eine "Leit­kul­tur für Deutsch­land".

Ein "Denkverbot" würde bestehen, wenn man das nicht auch klar und deutlich in eine rechtspopulistische Ecke stellen dürfte.
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Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 12. Jun 2017, 04:46

think twice hat geschrieben:(11 Jun 2017, 23:48)

Du irrst schon wieder. Die Unverletzlichkeit der Wohnung wurde eingeschränkt (grosser Lauschangriff),das Post- und Fernmeldegeheimnis wurde beschränkt, und last but not least wurde das Asylrecht quasi abgeschafft durch die Ausklammerung der Kriegsflüchtlinge, Drittstaaten Regelung und Bestimmung sicherer Herkunftsländer.
Andererseits wurde das Diskriminierungenverbot eingefügt, Vorrechte der Männer im Familienrecht abgeschafft und die Gleichstellung von Behinderten und Frauen erleichtert.

Eine Einschränkung der Grundrechte ist ohnehin immer durch den Gesetzesvorbehalt möglich. Sonst könnte man keinen Verurteilten ins Gefängnis stecken.
Eine wesentliche Änderung der Grundrechte (also Artikel 1 bis 20 und nicht nur 1 und 20) ist zwar rein formal denkbar aber praktisdch kaum machbar.
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Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon gödelchen » Mo 12. Jun 2017, 06:11

schokoschendrezki hat geschrieben:(12 Jun 2017, 05:10)

Es gibt mehrere Gründe, die Verwendung der Abkürzung "BRD" als "Zeichensetzung aus dem Hinterwald" zu deuten. Zum Beispiel, um deutlich zu machen, dass das Gebilde "BRD" erst wieder zu "Deutschland" wird, wenn Ostpreußen, Sudetenland, Schlesien wieder dazugehört. Ich nehm's erstmal einfach als Unachtsamkeit.

Halllooooo!

Die Bezeichnung B undes R epublik D eutschland ist der völkerrechtlich zutreffende Name des deutschen Staates. Was möchtest du mit deinem Post denn da sagen ? Lol ..Möchtest du was in die Bäh Ecke verschieben ? Typisch unintelligentes Debattengehabe von nicht zweimal Denkern und Co ?

Ich habe weder GmbH dahinter gepackt , noch im Kontext die Formel BRD abwertend genutzt.

Hinterwald ist abwertend, sicher. Bewusst, weil ich ! nicht allen Mist von Gedankengebäuden, die seit Jahrhunderten nichts auf die Beine bekommen haben, die nicht den Dingen 2017 so gegenüberstehen, wie wir es hier in Europa tun, die sich eigene Kriterien für Menschenwürde schreiben, als so wesentlich ansehe.

Verantwortlich sich auf Stand heute zu bringen ist jeder selber ! Das ist verantwortlichen Handeln in und mit einer Gemeinschaft. Jeder darf sich seine Sonderstellung mit Kopftuch, Piercing, Handstand erarbeiten, soviel Freiheit muss sein. Ich brauche mich dem nicht nachließen und ganz frisch, fromm , fröhlich frei ( vom Bääh Typ TV Jahn) abwinkend diese Aufstellung links oder rechts liegen lassen.
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Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon Bleibtreu » Mo 12. Jun 2017, 07:28

schokoschendrezki hat geschrieben:(12 Jun 2017, 05:10)

Es gibt mehrere Gründe, die Verwendung der Abkürzung "BRD" als "Zeichensetzung aus dem Hinterwald" zu deuten. Zum Beispiel, um deutlich zu machen, dass das Gebilde "BRD" erst wieder zu "Deutschland" wird, wenn Ostpreußen, Sudetenland, Schlesien wieder dazugehört. Ich nehm's erstmal einfach als Unachtsamkeit.

Und schon wird wieder gesucht, wem man was anhaengen kann... Da auch dem Moderator odiug vor laengerer Zeit die Verwendung BRD angekreidet wurde, hatte er dazu einen Strang eroeffnet - odiug, der Boese - du darfst dich ins Getuemmel stuerzen + ihn verbal mit Schmutz bewerfen. Nur zu! :cool:

odiug hat geschrieben:(30 Dec 2013, 01:34)

Es entbrannte sich eine Diskussion um die Frage: zeugt die Verwendung des Akronyms BRD von einer rechtsextremen Gesinnung ?
Meine Antwort auf diese Frage lautet wie folgt:
"Ich verstehe nicht, warum BRD ueberhaupt ein Schimpfwort sein soll !
Es ist die Abkuerzung fuer den Namen dieses Staates.
Dieser Staat, bei all den Problemen und Wirrungen seit seiner Gruendung, hat sich bewaehrt.
Ich mag das Akronym deswegen, weil es sehr sachlich ist, ohne all den Brimbamborium mit einem Namen wie Deutschland .
Dieser Staat repraesentiert fuer mich einen Neuanfang in der deutschen Geschichte.
Daher habe ich auch kein Problem damit, ihn bei seinem richtigen Namen zu nennen.
Ich habe nur ein Problem damit, diesen jedes mal ausschreiben zu muessen.
Ich bin halt faul.
Und Sprachgebrauch kann man auch aendern, indem man damit anfaengt und die Sache zurecht rueckt."
viewtopic.php?f=16&t=41203&p=2327171#p2327171

Diese Frage ist mir einen gesonderten Strang wert und moechte mal die Forengemeinde fragen,darf man BRD scheiben, oder darf man es nicht ?
• This right is the natural right of the Jewish people to be masters of their own fate, like all other nations, in their own sovereign State [Ben-Gurion]

https://www.shabak.gov.il/english/Pages/index.html#=2
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Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon Cobra9 » Mo 12. Jun 2017, 07:38

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Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon Dark Angel » Mo 12. Jun 2017, 09:07

sorry, Sperre übersehen
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen

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