Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

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Selina
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Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon Selina » Sa 17. Dez 2016, 12:30

schokoschendrezki hat geschrieben:(17 Dec 2016, 06:45)

Ich weiß. Der ist für mich auch nicht "unabhängiger Beobachter" sondern vielmehr Kronzeuge für die Motive und Antriebe, aus denen heraus Bewegungen wie Pegida und AfD stark geworden sind. Und diese Motive sind eben nicht Gegenreaktion auf "Genderwahn".


Damit hast du natürlich recht. Mal unabhängig davon, dass ich den Patzelt nicht ausstehen kann. Das aber ist einfach mein sehr subjektives Empfinden :D
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Sabine99
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Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon Sabine99 » Sa 17. Dez 2016, 14:29

Dark Angel hat geschrieben:(16 Dec 2016, 18:41)

Ich habe nie etwas anderes behauptet.
Menschen die einer gemeinsamen/der gleichen Kultur angeören, identifizieren sich mit dieser (ihrer) Kultur. Punkt!
Dazu sollte man allerdings wissen, wie der Kulturbegiff definiert ist,den auch entsprechend gebrauchen (können) sich keinen eigenen zusammenbasteln - alá "es gibt einen Kosmos von Kulturen". Das ist nämlich ausgemachter Blödsinn.



Genau : " Du hast behauptet ".
Mittlerweile hat der Begriff " Kultur ", aber eine Bedeutungserweiterung erfahren.
Letzteres zeigt sich schon daran, dass ''Kultur'' zu einem idiomatischen Bestandteil zahlloser Komposita geworden ist – wie Alltagskultur, Diskussionskultur, Esskultur, Fankultur, Firmenkultur, Fußballkultur, Musikkultur, Populärkultur, Subkultur und vieler weiterer Zusammensetzungen (z.B. Kulturlandschaft, Kulturtechniken, politische Kultur). Eben ein " Kosmos aus Kulturen ".

Du definierst diesen Befriff aber immer auf der Ebene der Geistes- und Sozialwissenschaften.
In allen ,deinen Beiträgen fällt immer explizit auf, das Du nicht diskutieren möchtest, sondern feststellen willst. Dabei mißachtest Du bewusst oder auf Grund intellektueller Defizite, immer, das Definitionen sich im Laufe der Zeit, veränderten oder neu definiert wurden.
Der User " harry " hat pragmatisch und zielorientiert erklärt, das der Begriff " Kultur " nicht eingrenzbar ist.

Würdest Du dein Bildungsniveau nicht nur vortäuschen, wüsstest Du, das der Begriff " Kultur " , lateinisch " colere ", "cultura" bzw. "cultus", aus der Landwirtschaft stammt.
Nämlich den Landbau, Anbau, die Bebauung und die Pflege und Veredlung von Ackerboden definiert.

Deine narzistisch, geprägte Art, hier User zu belehren, ist aber denoch ziemlich amüsant. :thumbup:
Nachdem wir also den Begriff " Kultur " endlich zielorientiert definiert haben, können wir ja jetzt über die Landwirtschaft diskutieren. :D
Also, ich bin dabei. :thumbup:
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Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon Dark Angel » Sa 17. Dez 2016, 20:07

Sabine99 hat geschrieben:(17 Dec 2016, 14:29)

Genau : " Du hast behauptet ".
Mittlerweile hat der Begriff " Kultur ", aber eine Bedeutungserweiterung erfahren.
Letzteres zeigt sich schon daran, dass ''Kultur'' zu einem idiomatischen Bestandteil zahlloser Komposita geworden ist – wie Alltagskultur, Diskussionskultur, Esskultur, Fankultur, Firmenkultur, Fußballkultur, Musikkultur, Populärkultur, Subkultur und vieler weiterer Zusammensetzungen (z.B. Kulturlandschaft, Kulturtechniken, politische Kultur). Eben ein " Kosmos aus Kulturen ".

Nein - mittlerweile hat der Begriff "Kultur" keine "Bedeutungserweiterung" erfahren.
Was du fälschlicherweise als "Bedeutungserweiterung" bezeichnest, ist eine Einengung des Kulturbegriffs, auf einzelne (kleine) Teile des Gesamtbegriffs.
Deine Aufzählung ist mitnichten "ein Kosmos von Kulturen" oder "zahlloser Komposita", sondern lediglich eine Aufzählung dessen, was Kultur beinhaltet.

Sabine99 hat geschrieben:(17 Dec 2016, 14:29)Du definierst diesen Befriff aber immer auf der Ebene der Geistes- und Sozialwissenschaften.

Es gibt keine Definition des Kulturbegriffs in den Geistes- und Sozialwissenschaften - es gibt nur eine Definition des Kulturbegriffs und der stammt aus der Anthropologie und bezeichnet Kultur als Gegenstück zur Natur - nämlich als alles was vom Menschen, im Verlauf seiner Geschichte geschaffen wurde.
Und in genau diesem Sinn verwende ich ihn auch.
Sozialwissenschaften und Geisteswissenschaften verwenden den Kulturbegriff in eingerenzter Form und nicht in seiner Gesamtheit.

Sabine99 hat geschrieben:(17 Dec 2016, 14:29)In allen ,deinen Beiträgen fällt immer explizit auf, das Du nicht diskutieren möchtest, sondern feststellen willst. Dabei mißachtest Du bewusst oder auf Grund intellektueller Defizite, immer, das Definitionen sich im Laufe der Zeit, veränderten oder neu definiert wurden.
Der User " harry " hat pragmatisch und zielorientiert erklärt, das der Begriff " Kultur " nicht eingrenzbar ist.

User Harry hat den Begriff eingegrenzt - er hat ihn sogar bis zur Unkenntlichkeit "zerstückelt" indem er behauptet hat, es gäbe keine gemeinsame Kultur (du übrigens auch), weil sich ja jeder Mensch mit etwas anderem identifizieren würde und es dadurch auch keine Gemeinsamkeiten geben könnte, hat dabei allerdings ignoriert, dass alles was er aufgezählt hat, womit sich die unterschiedlichsten Menschen identifzieren unsere gemeinsame Kultur ausmacht, zu unserer gemeinsamen Kultur gehört.
Ich habe Kultur nicht eingegrenzt - im Gegenteil, ich habe immer wieder darauf hingewiesen, dass Kultur das Komplexe Ganze ist, alle Fähigkeiten und Gewohnheiten, die Menschen als Mitgleider einer Gemeinschaft/Gesellschaft durch soziales Lernen erwerben.

Sabine99 hat geschrieben:(17 Dec 2016, 14:29)
Würdest Du dein Bildungsniveau nicht nur vortäuschen, wüsstest Du, das der Begriff " Kultur " , lateinisch " colere ", "cultura" bzw. "cultus", aus der Landwirtschaft stammt.
Nämlich den Landbau, Anbau, die Bebauung und die Pflege und Veredlung von Ackerboden definiert.

Ach nee - und was ist das anders als "das was Menschen geschaffen haben - das "Komplexe Ganze" von dem ich die ganze Zeit spreche?
Nur weil ich nicht bei Wikipedia abgeschrieben haben (wie das offensichtlich nötig hast), bedeutet das nicht, dass ich die Herkunft des Begriffes nicht kennen bzw nicht wissen würde woraus er abgeleitet wird.
Nur die Herkunft/Ableitung eines Begriffes ist nicht gleichbedeutend mit dessen Definition und Verwendung.


Sabine99 hat geschrieben:(17 Dec 2016, 14:29)Deine narzistisch, geprägte Art, hier User zu belehren, ist aber denoch ziemlich amüsant. :thumbup:
Nachdem wir also den Begriff " Kultur " endlich zielorientiert definiert haben, können wir ja jetzt über die Landwirtschaft diskutieren. :D
Also, ich bin dabei. :thumbup:

Aua - das tut jetzt echt weh!
Nun gut- damit hast du dich endgültig ins Abseits geschossen.
Auf alle Fälle hast du mehr als deutlich gezeigt, dass du schlicht keine Ahnung - aber wirklich absolut keine Ahnung - hast, was Kultur bedeutet.
Wenn du schon die die Herleitung des Begriffes Kultur bei Wikipedia abschreiben musst und das auch noch falsch, dann hättest du auch weiterlesen sollen undhättest dir diese Blamage erspart.
Aber was will man von jemanden erwarten, der auf argumentum ad personam ausweichen muss, weil er über keine sachlichen bzw inhaltlichen Argumente verfügt.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon Selina » Sa 17. Dez 2016, 22:33

So richtig interessant finde ich die Kultur-Begriffs-Streitereien eigentlich nicht. Dabei ist das anfangs aufgeworfene Thema doch eigentlich sehr interessant. Vielleicht könnten wir dahin zurückfinden. Da würden sich dann auch sicher andere User wieder gerne beteiligen.
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Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon Dark Angel » So 18. Dez 2016, 14:27

Selina hat geschrieben:(17 Dec 2016, 22:33)

So richtig interessant finde ich die Kultur-Begriffs-Streitereien eigentlich nicht. Dabei ist das anfangs aufgeworfene Thema doch eigentlich sehr interessant. Vielleicht könnten wir dahin zurückfinden. Da würden sich dann auch sicher andere User wieder gerne beteiligen.

Die Kultur, der man angehört/in die man hiningeboren wurde, hat aber was mit Identitätsentwicklung zu tun - sozialer Identität, auch wenn es sich nur um so scheinbar simple Sachen wie Essgewohnheiten oder weiterführen bestimmter Handarbeitstraditionen (oder Wiederentdecken solcher Traditionen) sind. ;)
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Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon Sabine99 » So 18. Dez 2016, 15:07

Dark Angel hat geschrieben:(17 Dec 2016, 20:07)

Nein - mittlerweile hat der Begriff "Kultur" keine "Bedeutungserweiterung" erfahren.
Was du fälschlicherweise als "Bedeutungserweiterung" bezeichnest, ist eine Einengung des Kulturbegriffs, auf einzelne (kleine) Teile des Gesamtbegriffs.
Deine Aufzählung ist mitnichten "ein Kosmos von Kulturen" oder "zahlloser Komposita", sondern lediglich eine Aufzählung dessen, was Kultur beinhaltet.


Es gibt keine Definition des Kulturbegriffs in den Geistes- und Sozialwissenschaften - es gibt nur eine Definition des Kulturbegriffs und der stammt aus der Anthropologie und bezeichnet Kultur als Gegenstück zur Natur - nämlich als alles was vom Menschen, im Verlauf seiner Geschichte geschaffen wurde.
Und in genau diesem Sinn verwende ich ihn auch.
Sozialwissenschaften und Geisteswissenschaften verwenden den Kulturbegriff in eingerenzter Form und nicht in seiner Gesamtheit.


User Harry hat den Begriff eingegrenzt - er hat ihn sogar bis zur Unkenntlichkeit "zerstückelt" indem er behauptet hat, es gäbe keine gemeinsame Kultur (du übrigens auch), weil sich ja jeder Mensch mit etwas anderem identifizieren würde und es dadurch auch keine Gemeinsamkeiten geben könnte, hat dabei allerdings ignoriert, dass alles was er aufgezählt hat, womit sich die unterschiedlichsten Menschen identifzieren unsere gemeinsame Kultur ausmacht, zu unserer gemeinsamen Kultur gehört.
Ich habe Kultur nicht eingegrenzt - im Gegenteil, ich habe immer wieder darauf hingewiesen, dass Kultur das Komplexe Ganze ist, alle Fähigkeiten und Gewohnheiten, die Menschen als Mitgleider einer Gemeinschaft/Gesellschaft durch soziales Lernen erwerben.


Ach nee - und was ist das anders als "das was Menschen geschaffen haben - das "Komplexe Ganze" von dem ich die ganze Zeit spreche?
Nur weil ich nicht bei Wikipedia abgeschrieben haben (wie das offensichtlich nötig hast), bedeutet das nicht, dass ich die Herkunft des Begriffes nicht kennen bzw nicht wissen würde woraus er abgeleitet wird.
Nur die Herkunft/Ableitung eines Begriffes ist nicht gleichbedeutend mit dessen Definition und Verwendung.



Aua - das tut jetzt echt weh!
Nun gut- damit hast du dich endgültig ins Abseits geschossen.
Auf alle Fälle hast du mehr als deutlich gezeigt, dass du schlicht keine Ahnung - aber wirklich absolut keine Ahnung - hast, was Kultur bedeutet.
Wenn du schon die die Herleitung des Begriffes Kultur bei Wikipedia abschreiben musst und das auch noch falsch, dann hättest du auch weiterlesen sollen undhättest dir diese Blamage erspart.
Aber was will man von jemanden erwarten, der auf argumentum ad personam ausweichen muss, weil er über keine sachlichen bzw inhaltlichen Argumente verfügt.



Moin.
Kultur :
- Gesamtheit der geistigen, künstlerischen, gestaltenden Leistungen einer Gemeinschaft als
Ausdruck menschlicher Höherentwicklung
- Gesamtheit der von einer bestimmten Gemeinschaft auf einem bestimmten Gebiet
- Verfeinerung, Kultiviertheit einer menschlichen Betätigung, Äußerung, Hervorbringung
- Kultiviertheit einer Person
- (Landwirtschaft, Gartenbau) das Kultivieren des Bodens
-(Landwirtschaft, Gartenbau) das Kultivieren
- (Landwirtschaft, Gartenbau, Forstwirtschaft) auf größeren Flächen kultivierte junge Pflanzen
- (Biologie, Medizin) auf geeigneten Nährböden in besonderen Gefäßen gezüchtete Gesamtheit
von Mikroorganismen oder Gewebszellen.

Schon 1952 haben Kroeber und Kluckholm die Vielfalt der Kulturbegriffe definiert.
Weiterhin wird Kultur als die Gesamtheit des menschlichen Wirkens definiert.
Quelle: http://www.madeasy.de/1/kultur.htm

Folgerichtig, definiert Kultur, die Gesamtheit des menschlichen Verhalten. Eben ein Kosmos aus
Kulturen. So vielfaltig, unbestimmbar und nicht eingrenzbar, wie das menschliche Verhalten selbst.
Und das ist auch gut so. :thumbup:
Und bis auf wenige " Schubladendenker " , sieht die intellektuelle und wissenschaftliche Welt, das
genau so.
Der Begriff Kultur (lat. cultura, Landbau), hat also eine Bedeutungserweiterung erfahren.
Aus der ursprünglichen Definition , ergibt sich heute eine Vielzahl von neuen Kuluren.
Und es ist die größte Leistung der Deutschen nach WK 2, ,diese Bedeutungserweiterung im GG
zu manifestieren.
Auf unserem Territorium , dürfen wir jede Art von Kultur pflegen, die wir persönlich bevorzugen.
Solange sie nicht gegen das GG verstößt.
Aktuell leben ca. 82 Millionen Menschen in Deutschland.
82 Millionen Menschen, die eine eigene Auffassung von " menschlichem Verhalten " haben.
Wo definiert sich da eine " Gemeinsamkeit " ?
Eine Schnittmenge von 82 Millionen Kreisen ?
Hö,hö,hö.
Na, denn mal los, Herr Wissenschaftler. ;)
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Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon Selina » So 18. Dez 2016, 16:37

Dark Angel hat geschrieben:(18 Dec 2016, 14:27)

Die Kultur, der man angehört/in die man hiningeboren wurde, hat aber was mit Identitätsentwicklung zu tun - sozialer Identität, auch wenn es sich nur um so scheinbar simple Sachen wie Essgewohnheiten oder weiterführen bestimmter Handarbeitstraditionen (oder Wiederentdecken solcher Traditionen) sind. ;)


Das ist mir schon klar. Aber erstens haben die Leute nun mal verschiedene Meinungen zum Kulturbegriff und auch verschiedene Erfahrungen. Ich könnte da auch ne Menge anführen, was hier sicher in gar kein Raster passen würde. Und zweitens ist das doch unstrittig, dass Kultur auch mit Identität zu tun hat. Ich sehe das Ganze hier aber eher als einen Meinungsaustausch oder freundlichen Meinungsstreit und nicht als Plattform dafür, dass einer alles weiß ("Lehrer") und die anderen die "Lernenden" sein sollen. Das führt dann irgendwo zu Langeweile. So weit ich mich erinnern kann, ging es hier in diesem Thread doch auch mal darum, warum die einen besonders viel Wert auf Identität und Nationalgefühl legen und warum diese Personen das gerade jetzt so vehement diskutieren und die anderen die Thematik eher nicht als so vorrangig ansehen, weil sie ihre Identität als Deutsche zwar akzeptieren, aber nun auch nicht pausenlos darüber reden müssen, als sei das etwas Besonderes. An dieser Stelle könnten wir doch eigentlich weitermachen. Oder?
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Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon Dark Angel » So 18. Dez 2016, 19:44

Selina hat geschrieben:(18 Dec 2016, 16:37)

Das ist mir schon klar. Aber erstens haben die Leute nun mal verschiedene Meinungen zum Kulturbegriff und auch verschiedene Erfahrungen. Ich könnte da auch ne Menge anführen, was hier sicher in gar kein Raster passen würde. Und zweitens ist das doch unstrittig, dass Kultur auch mit Identität zu tun hat. Ich sehe das Ganze hier aber eher als einen Meinungsaustausch oder freundlichen Meinungsstreit und nicht als Plattform dafür, dass einer alles weiß ("Lehrer") und die anderen die "Lernenden" sein sollen. Das führt dann irgendwo zu Langeweile. So weit ich mich erinnern kann, ging es hier in diesem Thread doch auch mal darum, warum die einen besonders viel Wert auf Identität und Nationalgefühl legen und warum diese Personen das gerade jetzt so vehement diskutieren und die anderen die Thematik eher nicht als so vorrangig ansehen, weil sie ihre Identität als Deutsche zwar akzeptieren, aber nun auch nicht pausenlos darüber reden müssen, als sei das etwas Besonderes. An dieser Stelle könnten wir doch eigentlich weitermachen. Oder?

Eben weil die "identiäre Bewegung", im Zusammenhang mit Identitätsentwicklung ins Spiel kam, ist es wichtig Kultur als das zu betrachten was sie ist - das "Komplexe Ganze".
Jede Nation - i.S.v. Ethnie - künstliches Staatsgebilde/Nationalstaat hat zur Entstehung beigetragen und daraus ergeben sich sowohl Gemeinsamkeiten (Sprache zB), als auch natioale Besonderheiten. Ich will nicht auf "typisch deutsch" hinaus, das gibt es m.M.n. so nicht, aber "nationale" Besonderheiten, sei das nun Brauchtum, was nur in einer ganz bestimmten Region tradiert wird, von einem bestimmten "Menschenschlag" bestimmte Trachten, Handwerkskunst, Handarbeitstechniken etc, die nur (noch) dort tradiert werden, bzw die in einer bestimmten Region ihren Ursprung haben und sich von dort aus verbreitet haben, die aber auch bei der sozialen Identität eine Rolle spielen.
Zur nationalen Idetität zählen aber auch Errungenschaften, die von Angehörigen dieser Nation erbracht wurden und für die man durchaus Achtung/Respekt empfinden kann.
Ich wollte nicht auf irgendeine sentimentale und/oder reaktionäre Deutschtümelei hinaus. Mit sowas kann ich nichts anfangen.
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Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon Selina » So 18. Dez 2016, 20:03

Dark Angel hat geschrieben:(18 Dec 2016, 19:44)

Eben weil die "identiäre Bewegung", im Zusammenhang mit Identitätsentwicklung ins Spiel kam, ist es wichtig Kultur als das zu betrachten was sie ist - das "Komplexe Ganze".
Jede Nation - i.S.v. Ethnie - künstliches Staatsgebilde/Nationalstaat hat zur Entstehung beigetragen und daraus ergeben sich sowohl Gemeinsamkeiten (Sprache zB), als auch natioale Besonderheiten. Ich will nicht auf "typisch deutsch" hinaus, das gibt es m.M.n. so nicht, aber "nationale" Besonderheiten, sei das nun Brauchtum, was nur in einer ganz bestimmten Region tradiert wird, von einem bestimmten "Menschenschlag" bestimmte Trachten, Handwerkskunst, Handarbeitstechniken etc, die nur (noch) dort tradiert werden, bzw die in einer bestimmten Region ihren Ursprung haben und sich von dort aus verbreitet haben, die aber auch bei der sozialen Identität eine Rolle spielen.
Zur nationalen Idetität zählen aber auch Errungenschaften, die von Angehörigen dieser Nation erbracht wurden und für die man durchaus Achtung/Respekt empfinden kann.
Ich wollte nicht auf irgendeine sentimentale und/oder reaktionäre Deutschtümelei hinaus. Mit sowas kann ich nichts anfangen.


Ja, aber da gibts doch keinen Dissens eigentlich.
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Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon Dark Angel » Mo 19. Dez 2016, 11:53

Selina hat geschrieben:(18 Dec 2016, 20:03)

Ja, aber da gibts doch keinen Dissens eigentlich.

Wenn es eigentlich keinen Dissenz gibt, warum wird dann bei der bloßen Erwähung von "Nationaler Identität" i.S.v. Ethnie, wie bei einem unbedingtem (Beiß)Reflex, die Nazikeule geschwungen und räächts, räächts - "neuräächts" geschwungen?
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon Selina » Mo 19. Dez 2016, 12:34

Dark Angel hat geschrieben:(19 Dec 2016, 11:53)

Wenn es eigentlich keinen Dissenz gibt, warum wird dann bei der bloßen Erwähung von "Nationaler Identität" i.S.v. Ethnie, wie bei einem unbedingtem (Beiß)Reflex, die Nazikeule geschwungen und räächts, räächts - "neuräächts" geschwungen?


Weil jede theoretische Diskussion in einem konkreten Umfeld, einer konkreten aktuell-politischen Situation stattfindet. Und da finde ich das übermäßige Betonen der "deutschen Identität" gerade in einer Zeit, wo es eine sehr starke gesellschaftliche Polarisierung gibt, nicht so günstig. Zumal eine der beiden größeren Gruppen eben mit solchen Begriffen wie "Ethnie", "Ethnopluralismus", "Volk", "Nation" und "nationale Identität" täglich gerne Punkte sammeln möchte. Mir ist einfach ein etwas weniger lautes "Nationalgefühl" angenehmer.
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Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon Dark Angel » Mo 19. Dez 2016, 13:22

Sabine99 hat geschrieben:(18 Dec 2016, 15:07)

Moin.
Kultur :
- Gesamtheit der geistigen, künstlerischen, gestaltenden Leistungen einer Gemeinschaft als
Ausdruck menschlicher Höherentwicklung
- Gesamtheit der von einer bestimmten Gemeinschaft auf einem bestimmten Gebiet
- Verfeinerung, Kultiviertheit einer menschlichen Betätigung, Äußerung, Hervorbringung
- Kultiviertheit einer Person
- (Landwirtschaft, Gartenbau) das Kultivieren des Bodens
-(Landwirtschaft, Gartenbau) das Kultivieren
- (Landwirtschaft, Gartenbau, Forstwirtschaft) auf größeren Flächen kultivierte junge Pflanzen
- (Biologie, Medizin) auf geeigneten Nährböden in besonderen Gefäßen gezüchtete Gesamtheit
von Mikroorganismen oder Gewebszellen.

Schon 1952 haben Kroeber und Kluckholm die Vielfalt der Kulturbegriffe definiert.
Weiterhin wird Kultur als die Gesamtheit des menschlichen Wirkens definiert.
Quelle: http://www.madeasy.de/1/kultur.htm

Folgerichtig, definiert Kultur, die Gesamtheit des menschlichen Verhalten. Eben ein Kosmos aus
Kulturen. So vielfaltig, unbestimmbar und nicht eingrenzbar, wie das menschliche Verhalten selbst.
Und das ist auch gut so. :thumbup:
Und bis auf wenige " Schubladendenker " , sieht die intellektuelle und wissenschaftliche Welt, das
genau so.
Der Begriff Kultur (lat. cultura, Landbau), hat also eine Bedeutungserweiterung erfahren.
Aus der ursprünglichen Definition , ergibt sich heute eine Vielzahl von neuen Kuluren.
Und es ist die größte Leistung der Deutschen nach WK 2, ,diese Bedeutungserweiterung im GG
zu manifestieren.
Auf unserem Territorium , dürfen wir jede Art von Kultur pflegen, die wir persönlich bevorzugen.
Solange sie nicht gegen das GG verstößt.
Aktuell leben ca. 82 Millionen Menschen in Deutschland.
82 Millionen Menschen, die eine eigene Auffassung von " menschlichem Verhalten " haben.
Wo definiert sich da eine " Gemeinsamkeit " ?
Eine Schnittmenge von 82 Millionen Kreisen ?
Hö,hö,hö.
Na, denn mal los, Herr Wissenschaftler. ;)

Haste aber fein abgeschrieben. :D
Interessant auch, dass du dich ausgerechnet auf die Kulturrelativisten Kroeber und Kluckhohn (nicht Kluckholm) beziehst, die den Kulturbegriff in der Tradition von Boas und der "Kulturkreislehre" eines Leo Frobenius normativ = wertend verwenden.
Wenn man schon versucht, anderen "Fehler" in der Verwendung des "Kulturbegriffes" nachzuweisen, sollte man allerdings zwischen deskriptiv und normativ unterscheiden können, was du ganz offensichtlich nicht kannst.
Ich verwende den Begriff "Kultur" ausschließlich deskritiv, also ohne jede Wertung.
Und wer versucht, anderen Fehler in der Verwendung des "Kulturbegriffes" nachzuweisen, sollte darüber hinaus auch wissen, dass die "Kulturkreislehre" eines Leo Frobenius - in dessen Tradition sich Kroeber und Kluckhohn befinden, inzwischen widerlegt ist und der Kulturrelativismus (dessen Verfechter Kroeber und Kluckhohn sind) dahingehend in der Kritik steht, weil er a) in sich widersprüchlich ist, da seine Prinzipien eine Norm innerhalb einer Kultur darstellen und somit keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit erheben kann, b) sich aus diesem Grund selbst ad absurdum führt. Der Kulturrelativismus wurde inzwischen von der Anthropologie und Ethnologie verworfen. Verworfen bedeutet nichts weiter als widerlegt.
Und damit kannst du dir Kroeber/Kluckhohn und deren "Definition des Kuturbegriffes" dahin schieben, wo die Sonne nicht hinscheint.

Dementsprechend geht es bei dem Begriff Kultur auch nicht um menschliches Verhalten/Verhaltensnormen, sondern um erworbene Fähigkeiten und Gewohnheiten.
Fähigkeiten und Gewohnheiten sind nicht gleichbedeutend mit Verhaltensweisen!
Noch ein Unterschied, den du zu erkennen nicht in der Lage bist.

Der Begriff Kultur für das "Komplexe Ganze" ist immer noch ein deskritiver Sammelbegriff und ergibt immer noch keinen "Kosmos aus Kulturen" und aus einem deskriptive Begriff lassen sich auch keine Normen ableiten. Was ich auch nicht getan habe.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon Dark Angel » Mo 19. Dez 2016, 14:44

Sabine99 hat geschrieben:(18 Dec 2016, 15:07)
Moin.
Kultur :
- Gesamtheit der geistigen, künstlerischen, gestaltenden Leistungen einer Gemeinschaft als
Ausdruck menschlicher Höherentwicklung

- Gesamtheit der von einer bestimmten Gemeinschaft auf einem bestimmten Gebiet
- Verfeinerung, Kultiviertheit einer menschlichen Betätigung, Äußerung, Hervorbringung
- Kultiviertheit einer Person
- (Landwirtschaft, Gartenbau) das Kultivieren des Bodens
-(Landwirtschaft, Gartenbau) das Kultivieren
- (Landwirtschaft, Gartenbau, Forstwirtschaft) auf größeren Flächen kultivierte junge Pflanzen
- (Biologie, Medizin) auf geeigneten Nährböden in besonderen Gefäßen gezüchtete Gesamtheit
von Mikroorganismen oder Gewebszellen.

Wir (Wissenschaftler) sprechen von kultureller Evolution in Anlehnung an die biologische Evolution und Evolution kennt keine Höherentwicklung, sondern nur eine Weiterentwicklung i.S.v. Zunahme der Komplexität.
Der Mensch = Homo sapiens sapiens hat sich eben auch nicht "höher entwickelt" - er ist immer noch die gleiche Spezies Mensch, die vor ca. 80.000 Jahren begonnen hat, Afrika zu verlassen. Seine Fähigkeiten haben sich weiter entwickelt, sind komplexer geworden - genauer Homo sapiens sapiens hat seine Fähigkeiten weiter entwickelt.

Wer von einer "Höherentwicklung" der Kutur spricht, setzt eine lineare Entwicklung von Kultur - chronologische Weiter-/Höherentwicklung - ganz in der Tradition der Kulturkreislehre von Frobenius.
Besonders deutlich wird der Bezug auf Frobenius bei dieser Aussage:
"Verfeinerung, Kultiviertheit einer menschlichen Betätigung, Äußerung, Hervorbringung - Kultiviertheit einer Person"

Frobenius vertritt die Ansicht, dass Kultur etwas (ein Programm) sei, welches dem Menschen übegeordnet sei und auf das der Mensch nur sehr wenig Einfluss hat, etwas das "hervorbringt". Kultur bringt aber nicht hervor, sie wird hervorgebracht und zwar vollumfänglich vom Menschen selbst.
Schon darin zeigt sich der Unsinn der Aussage "(Kultur) kultiviert den Menschen, bringt die Kultiviertheit einer Person hervor"

Der Rest - deine Auflistung zu Landwirtschaft - hat ebenfalls nichts aber auch gar nichts mit "Höherentwicklung" zu tun. "Kultivieren" i.S.v. Züchtung neuer Pflanzenarten durch gezielte Selektion wurde zeitgleich mit dem Ackerbau entwickelt, stellt somit nicht einmal eine Zunahme der Komlpexität dar.
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Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon Sabine99 » Di 20. Dez 2016, 15:26

Dark Angel hat geschrieben:(19 Dec 2016, 14:44)

Wir (Wissenschaftler) sprechen von kultureller Evolution in Anlehnung an die biologische Evolution und Evolution kennt keine Höherentwicklung, sondern nur eine Weiterentwicklung i.S.v. Zunahme der Komplexität.
Der Mensch = Homo sapiens sapiens hat sich eben auch nicht "höher entwickelt" - er ist immer noch die gleiche Spezies Mensch, die vor ca. 80.000 Jahren begonnen hat, Afrika zu verlassen. Seine Fähigkeiten haben sich weiter entwickelt, sind komplexer geworden - genauer Homo sapiens sapiens hat seine Fähigkeiten weiter entwickelt.

Wer von einer "Höherentwicklung" der Kutur spricht, setzt eine lineare Entwicklung von Kultur - chronologische Weiter-/Höherentwicklung - ganz in der Tradition der Kulturkreislehre von Frobenius.
Besonders deutlich wird der Bezug auf Frobenius bei dieser Aussage:
"Verfeinerung, Kultiviertheit einer menschlichen Betätigung, Äußerung, Hervorbringung - Kultiviertheit einer Person"

Frobenius vertritt die Ansicht, dass Kultur etwas (ein Programm) sei, welches dem Menschen übegeordnet sei und auf das der Mensch nur sehr wenig Einfluss hat, etwas das "hervorbringt". Kultur bringt aber nicht hervor, sie wird hervorgebracht und zwar vollumfänglich vom Menschen selbst.
Schon darin zeigt sich der Unsinn der Aussage "(Kultur) kultiviert den Menschen, bringt die Kultiviertheit einer Person hervor"

Der Rest - deine Auflistung zu Landwirtschaft - hat ebenfalls nichts aber auch gar nichts mit "Höherentwicklung" zu tun. "Kultivieren" i.S.v. Züchtung neuer Pflanzenarten durch gezielte Selektion wurde zeitgleich mit dem Ackerbau entwickelt, stellt somit nicht einmal eine Zunahme der Komlpexität dar.


:D :D :D
Man, , bist Du schlecht drauf.
Ich habe noch nie einen Menschen getroffen, der so resistent gegen Fakten, so narzistisch ,einseitig, geprägt, argumentieren kann.
Ich habe mal ein paar deiner Beiträge kopiert und mit in meine Vorlesungen genommen. :D
Natürlich ohne Hinweis auf dieses Forum oder deinen Account.
War ein echter Hit.
Danke. :thumbup:
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Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon Selina » Di 20. Dez 2016, 16:30

Ich frag mich immer, was so bedeutsam daran sein soll, solche vom Außenstehenden kaum wahrnehmbaren Unterschiede in der Kultur-Begriffs-Bestimmung von zwei Usern derart breit und gereizt zu erörtern. Da hat doch nun jeder eigene Erkenntnisse und Erfahrungen. Ob sein Kulturbegriff nun breiter oder enger ist. Das ist ja auch je nach Universität, Arbeits- und Lebensumfeld sowie Sozialisation jedes einzelnen unterschiedlich, wie jeder an den Kulturbegriff herangeht. Vielleicht schildert ihr beiden ja auch einfach nur zwei Seiten ein- und derselben Medaille. Meine Frage, warum man Kultur und Identität gerade jetzt so intensiv diskutieren muss, wurde auch noch nicht beantwortet.
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Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon Dark Angel » Mi 21. Dez 2016, 13:09

Sabine99 hat geschrieben:(20 Dec 2016, 15:26)

:D :D :D
Man, , bist Du schlecht drauf.
Ich habe noch nie einen Menschen getroffen, der so resistent gegen Fakten, so narzistisch ,einseitig, geprägt, argumentieren kann.

Resistent gegen Fakten, bist du - du bringst nämlich keine und Argumente hast du auch keine. Du kannst nur irgendwas irgendwo abschreiben, was mit dem gesagten nicht das geringste zu tun hat. Argumentieren geht anders.
Das fängt nämlich schon damit an, ob ein Begriff deskriptiv oder normativ verwendet wird und geht damit weiter, dass man sich damit auseinander setzt, welchen Hintergrund Personen und Theorien haben, auf die man sich bezieht.
Habe ich, im Gegensatz zu dir, getan und darauf verwiesen, dass die Theorien auf die du dich beziehst widerlegt sind.


Sabine99 hat geschrieben:(20 Dec 2016, 15:26)Ich habe mal ein paar deiner Beiträge kopiert und mit in meine Vorlesungen genommen. :D
Natürlich ohne Hinweis auf dieses Forum oder deinen Account.
War ein echter Hit.
Danke. :thumbup:

Vorlesung - achja? Hast du in deiner "Vorleseung" auch deine so genannten Quellen offen gelegt - Quellen, die nicht nachvollziehbar sind und ins digitale Nirvana führen, Wikipedia als Quelle, längst verstorbene Wissenschaftler, die vor mehr als 60 Jahren Theorien in der Tradition von Frobenius' "Kuturkreislehre" aufstellten, als "brandaktuell" darstellen - auch mit genannt oder hast du nur Antworten von mir aus dem Kontext gerissen?
Aber du lernst ja auch in deinen "Vorlesungen", dass Fakten bewertet werden (ob sie denn zu den Thesen/Theorien passen) und schreibst vollkommen kontext- und zusammenhangsfrei bei Wikipedia ab und meinst damit Aussagen widerlegen zu können. Sehr wissenschaftlich - wirklich. :D
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Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon Dark Angel » Mi 21. Dez 2016, 13:20

Selina hat geschrieben:(20 Dec 2016, 16:30)

Ich frag mich immer, was so bedeutsam daran sein soll, solche vom Außenstehenden kaum wahrnehmbaren Unterschiede in der Kultur-Begriffs-Bestimmung von zwei Usern derart breit und gereizt zu erörtern. Da hat doch nun jeder eigene Erkenntnisse und Erfahrungen. Ob sein Kulturbegriff nun breiter oder enger ist. Das ist ja auch je nach Universität, Arbeits- und Lebensumfeld sowie Sozialisation jedes einzelnen unterschiedlich, wie jeder an den Kulturbegriff herangeht. Vielleicht schildert ihr beiden ja auch einfach nur zwei Seiten ein- und derselben Medaille. Meine Frage, warum man Kultur und Identität gerade jetzt so intensiv diskutieren muss, wurde auch noch nicht beantwortet.

Es geht weniger darum, wie weit ein Begriff - hier der Kulturbegriff - gefasst wird, sondern darum wie er gebraucht wird, ob deskriptiv = beschreibend oder normativ = als gesellschaftliche Norm geltend.
Und genau hier liegt der Hase im Pfeffer, während ich den Kulturbegriff (Kultur = das Komplexe Ganze) ausschließlich dekriptiv verwende, als keinerlei Verhaltnsnormen und -regeln damit verknüpfe, wird mir vom User Sabine99 unterstellt, ich würde den Begriff zu eng fassen. Zudem wird von ihr ein verdeckter Themenwechsel vorgenommen und sich unlauterer Argumentation bedient (sofern überhaupt Argumente vohanden sind).
Und dagegen setze ich mich zur Wehr!
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Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon Dark Angel » Do 22. Dez 2016, 13:48

Selina hat geschrieben:(18 Dec 2016, 16:37)
So weit ich mich erinnern kann, ging es hier in diesem Thread doch auch mal darum, warum die einen besonders viel Wert auf Identität und Nationalgefühl legen und warum diese Personen das gerade jetzt so vehement diskutieren und die anderen die Thematik eher nicht als so vorrangig ansehen, weil sie ihre Identität als Deutsche zwar akzeptieren, aber nun auch nicht pausenlos darüber reden müssen, als sei das etwas Besonderes. An dieser Stelle könnten wir doch eigentlich weitermachen. Oder?

Nationalstolz/Nationalgefühl/Nationalbewusstsein - wie auch immer man das nennen will, gehört zur Identität von Menschen einfach dazu, ganz unabhängig wie stark dieses Gefühl auch ausgeprägt sein mag. Im Grunde genommen soll damit nicht mehr - aber auch nicht weniger - ausgesagt werden, als dass man sich seiner Nationalität/Zugehörigkeit zu einem Volk nicht schämt.
Für Francois Hollande z.B. ist es selbstverständlich von Franzosen/dem französischen Volk zu sprechen - da klingt immer noch das "Grande Nation" mit. Hollande veranstaltet nicht so einen Eiertanz wie unsere Kanzlerin, die das Wort Deutsche nicht über die Lippen bringt und stattdessen von "denen die schon immer hier leben" spricht.
Solche Worte vom Staatsoberhaupt - von einem gewählten Vertreter eines Volkes - ist ein Schlag ins Gesicht dieses Volkes, der Menschen die sie gewählt haben und von denen sie wieder gewählt werden will.
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Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon Selina » Do 22. Dez 2016, 14:25

Dark Angel hat geschrieben:(22 Dec 2016, 13:48)

Nationalstolz/Nationalgefühl/Nationalbewusstsein - wie auch immer man das nennen will, gehört zur Identität von Menschen einfach dazu, ganz unabhängig wie stark dieses Gefühl auch ausgeprägt sein mag. Im Grunde genommen soll damit nicht mehr - aber auch nicht weniger - ausgesagt werden, als dass man sich seiner Nationalität/Zugehörigkeit zu einem Volk nicht schämt.
Für Francois Hollande z.B. ist es selbstverständlich von Franzosen/dem französischen Volk zu sprechen - da klingt immer noch das "Grande Nation" mit. Hollande veranstaltet nicht so einen Eiertanz wie unsere Kanzlerin, die das Wort Deutsche nicht über die Lippen bringt und stattdessen von "denen die schon immer hier leben" spricht.
Solche Worte vom Staatsoberhaupt - von einem gewählten Vertreter eines Volkes - ist ein Schlag ins Gesicht dieses Volkes, der Menschen die sie gewählt haben und von denen sie wieder gewählt werden will.


Ich verstehe dich schon. Dennoch empfinde ich es anders. Ich - ganz für mich alleine betrachtet - bevorzuge eher eine gelassene Zurückhaltung, was meine Nationalität anbelangt. Ich habe als Kind und Jugendliche zu viel gesehen, gelesen und gehört, wozu Deutsche fähig sind. Daher wird sich das bis an mein Lebensende nicht mehr ändern. Ich habe deshalb auch immer ein unangenehmes Gefühl, wenn Landsleute im tiefsten Brustton der Überzeugung heute schon wieder davon ausgehen, die eigene Nationalität sei etwas Besonderes oder andere müssten gar von ihr lernen. Hat nichts mit dir zu tun, ist nur meine eigene Befindlichkeit. Dabei geht es mir auch nicht um diese ewige Schuldfrage, die dann meistens gleich kommt als Gegenargument, nein, mir geht es lediglich um Verantwortung. Und diese Verantwortung ist eben - für mich - wirklich etwas ganz Besonderes. Die ist mir wichtiger als vieles andere in dem Zusammenhang.

Und wenn Merkel von "denen, die schon immer hier leben" sprach, sagte sie das sicher in einem Atemzug mit den Deutschen "mit Migrationshintergrund". Denn auch die haben ja oft einen deutschen Pass. Aber um nicht das hässliche Wort vom "Bio-Deutschen" verwenden zu müssen, formulierte sie es halt so. Anders kann ich es mir bei ihr nicht vorstellen, denn Merkel ist schon auch sehr stolz, Deutsche zu sein. Vor allem ist sie sehr stolz, seit fast 30 Jahren eine "wiedervereinigte" Deutsche zu sein. Ich hab sie oft sagen hören "meine deutsche Heimat", "mein deutsches Vaterland". Also da sehe ich bei ihr keine Defizite ;)
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Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon Dark Angel » Do 22. Dez 2016, 18:37

Selina hat geschrieben:(22 Dec 2016, 14:25)

..., nein, mir geht es lediglich um Verantwortung. Und diese Verantwortung ist eben - für mich - wirklich etwas ganz Besonderes. Die ist mir wichtiger als vieles andere in dem Zusammenhang.

Ja genau - es geht um Verantwortung, Verantwortung dafür, dass sich 12 Jahre deutsche Geschichte nie wieder wiederholen (können), aber um Verantwortung übernehmen und auch tragen zu können, muss man sich auch zu der Nation bekennen, der man entstammt, muss sich zu seiner Geschichte bekennen, auch das hat was mit nationaler Identität zu tun. Und um dieser Verantwortung gerecht werden zu können, muss man sich zu dem bekennen (können), was Angehörige dieser Nation an Leistungen vollbracht haben, die den Menschen Nutzen gebracht haben, die zur Bereicherung unserer Kultur beigetragen haben und man muss diese Leistungen auch achten (können).
Sonst wird das nichts mit der Verantwortung.

Selina hat geschrieben:(22 Dec 2016, 14:25)Und wenn Merkel von "denen, die schon immer hier leben" sprach, sagte sie das sicher in einem Atemzug mit den Deutschen "mit Migrationshintergrund".
Denn auch die haben ja oft einen deutschen Pass. Aber um nicht das hässliche Wort vom "Bio-Deutschen" verwenden zu müssen, formulierte sie es halt so.

Nein, hat sie nicht! Es ging in der Videokonferenz, in der sie von "denen die schon immer hier leben" sprach, um Flüchtlinge und um die Milliarden Euronen, die (vom Steuerzahler) für diese aufgebracht werden müssen und wie "sehr gut das Geld doch angelegt sei". In diesem Zusammenhang sprach Merkel davon, dass auch "für die die schon immer hier leben" Gelder zur Verfügung gestellt werden. Nichts mit "Deutsche mit Migrationshintergrund". Das Wort "deutsch" hat sie gar nicht erst in den Mund genommen. :mad:
Das unsägliche Wort "biodeutsch" stammt von Herrn Özdemir und der meinte das abwertend!
Es ist vollkommen wurscht ob jemand Deutscher mit nem "deutschen Stammbaum" ist oder irgendeinen "Migrationshintergrund" hat. Deutscher ist, wer die deutsche Staatsanghörigkeit hat und Ende - Aus!
Diese Trennung in "Biodeutsche" und "Deutsche mit Migrationshintergrund" trägt auch zur Polarisierung der Gesellschaft bei - diesmal allerdings durch unsere gewählten Politiker. Für die sind offensichtlich "Deutsche mit Migrationshintergrund" die besseren Deutschen, weil die nicht "schon immer hier leben". :mad: :mad:
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