Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Moderator: Moderatoren Forum 7

Atheist
Beiträge: 5713
Registriert: Do 7. Mai 2015, 09:53

Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon Atheist » Do 15. Dez 2016, 18:19

frems hat geschrieben:(15 Dec 2016, 18:02)

Das Zentrum ist älter als Deine Definition, bei der Du nicht einmal sagst, warum sie relevant sein soll. Und dort am Charité beschäftigt man sich eben mit körperlichen Unterschieden von Männern und Frauen. Gendermedizin halt.


http://www.spiegel.de/gesundheit/diagno ... 68202.html

Und nochmal: es stimmt nicht, dass diese Themen von allen Lehrstühlen gelehrt werden müssen. Das ist so weit von der Realität entfernt wie die Behauptung, biologische Unterschiede seien sozial konstruiert. Da argumentierst Du lediglich im anderen 1%-Extrem. Das Thema ist halt völlig bedeutungslos. Lehrveranstaltungen, die sich mit diesem "sozial konstruierten" Genderkram beschäftigen, musst Du schon bundesweit mit der Lupe suchen. Statt sowas über Monate zu predigen, kannst Du doch einfach mal eine Stichprobe machen und Dir tatsächlich anschauen, womit Studenten zu tun haben. Nimm doch einfach das Physikstudium der TU Dresden. Da kommen im Modulkatalog inkl. Inhalten und Zielen nicht ein einziges Mal die Begriffe "Gender" oder "Geschlecht" auf 79 Seiten vor, nicht einmal als freiwilliges Wahl(pflicht)modul: https://tu-dresden.de/mn/ressourcen/dat ... df?lang=de

Zack, schon ist Deine skurrile Behauptung ("muss überall gelehrt werden") widerlegt. Ich hab echt keine Ahnung, wer Dir sowas eingeredet hat.


Das Witzige ist ja, dass ich bereits an Vorlesungen der Gender Studies (Eigeninitiative, es gab auch keine Punkte o.Ä.) teilgenommen, dort aber nichts von den exotischen Mindermeinungen gehört habe, auf die hier fortwährend Bezug genommen wird. Auch keine meiner wissenschaftlichen Arbeiten musste ich gendern (was man auch übrigens an der Mehrheit meiner Beiträge hier sehen kann - vielleicht bin ich da aber auch einfach nur ein blasphemischer Ketzer). Die aktuellen Jahrgänge müssen es ebenfalls nicht, wie ich mich vorhin vergewissert habe. Ich frage mich daher ernsthaft, wo die Genderweltherrschaft sich versteckt, wenn am angeblichen Zentrum ihrer Macht quer durch die Fakultäten nichts von Gender zu finden ist, außer im entsprechenden Studiengang. Und dass Beamte gerne mit der Sprache spielen und entsprechend ihre Richtlinien abfassen... nun ja... geschenkt.
"Wir Diskordier müssen auseinanderhalten!" (unbekannter Weiser)
Benutzeravatar
frems
Moderator
Beiträge: 40873
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon frems » Do 15. Dez 2016, 18:38

Atheist hat geschrieben:(15 Dec 2016, 18:19)

Das Witzige ist ja, dass ich bereits an Vorlesungen der Gender Studies (Eigeninitiative, es gab auch keine Punkte o.Ä.) teilgenommen, dort aber nichts von den exotischen Mindermeinungen gehört habe, auf die hier fortwährend Bezug genommen wird. Auch keine meiner wissenschaftlichen Arbeiten musste ich gendern (was man auch übrigens an der Mehrheit meiner Beiträge hier sehen kann - vielleicht bin ich da aber auch einfach nur ein blasphemischer Ketzer). Die aktuellen Jahrgänge müssen es ebenfalls nicht, wie ich mich vorhin vergewissert habe. Ich frage mich daher ernsthaft, wo die Genderweltherrschaft sich versteckt, wenn am angeblichen Zentrum ihrer Macht quer durch alle Fakultäten nichts von ihr zu finden ist. Und dass Beamte gerne mit der Sprache spielen und entsprechend ihre Richtlinien abfassen... nun ja... geschenkt.

Mich hat's auch erheitert, weil ich erst letztes Jahr nochmal ein Masterstudium beendet habe und nicht ein einziges mal mit der Sache konfrontiert wurde. Unsere Professoren, männlich wie weiblich, haben auch nie "gegendert". Selbiges für mein voriges Studium und ein außeruniversitäres Forschungsinstitut (Helmholtz), an dem ich die Thesis schrieb.

Es gab in meiner Studienzeit aber tatsächlich mal eine Vorlesung an einer anderen Fakultät, wo ein WiMi (einer von mehreren Tausend...) bei den Kriterien für eine Hausarbeit neben Schriftgröße und Seitenzahl auch "gendergerechte Sprache ('TeilnehmerInnen, Teilnehmer/innen, Teilnehmerinnen und Teilnehmer, ...')" als Punkt nannte, aber ohne "Androhung" eines Punktabzugs o.ä.

Trotzdem schickte ein Student an den Dekan eine Mail und fragte nach, ob Seminarleiter sowas dürften. Daraufhin ging eine Rundmail an Studenten und Dozenten um, in der nochmal "von oben" klargestellt wurde, dass es solch ein Kriterium nicht geben darf. Fertig, Thema geklärt. Von dem Fall hörte ich auch nur, weil ein Freund an der Fakultät studierte und aufgrund der Rundmail darüber informiert wurde. Also wenn das schon die Unterdrückung des Mannes und der Angriff auf die Naturwissenschaften sein soll, die angeblich überall Einzug erhalten haben, na dann. :?
Labskaus!
Benutzeravatar
Selina
Beiträge: 3431
Registriert: Do 29. Sep 2016, 14:33

Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon Selina » Do 15. Dez 2016, 18:39

Atheist hat geschrieben:(15 Dec 2016, 18:19)

Ich frage mich daher ernsthaft, wo die Genderweltherrschaft sich versteckt...


:D :thumbup: Sie lauert überall :D
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz
Benutzeravatar
Dark Angel
Moderator
Beiträge: 11154
Registriert: Fr 7. Aug 2009, 07:08
Benutzertitel: From Hell

Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon Dark Angel » Do 15. Dez 2016, 19:06

Selina hat geschrieben:(15 Dec 2016, 17:52)

Ich hatte gedacht, du bist ne Frau. Dabei scheinst du ein Mann zu sein :D

Wie kommst du auf die Idee, ich könnte ein Mann sein?
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen
Benutzeravatar
Dark Angel
Moderator
Beiträge: 11154
Registriert: Fr 7. Aug 2009, 07:08
Benutzertitel: From Hell

Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon Dark Angel » Do 15. Dez 2016, 19:17

frems hat geschrieben:(15 Dec 2016, 18:15)

Naja, Naturwissenschaftler von welcher Hochschule auch immer. Kann ja sein, dass es dort freiwillige Lehrangebote gibt oder mal gab. Daraus lässt sich bloß nichts über alle Studiengänge ableiten.

Die Hochschule nennt sich MLU - Institut für Altertumswissenschaften (Archäologie Vor- und Frühgeschichte) Magisterabschluss. Reicht das?
Und nein "damals" gabs den Genderquatsch noch nicht!
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen
Atheist
Beiträge: 5713
Registriert: Do 7. Mai 2015, 09:53

Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon Atheist » Do 15. Dez 2016, 19:39

frems hat geschrieben:(15 Dec 2016, 18:38)

Mich hat's auch erheitert, weil ich erst letztes Jahr nochmal ein Masterstudium beendet habe und nicht ein einziges mal mit der Sache konfrontiert wurde. Unsere Professoren, männlich wie weiblich, haben auch nie "gegendert". Selbiges für mein voriges Studium und ein außeruniversitäres Forschungsinstitut (Helmholtz), an dem ich die Thesis schrieb.

Es gab in meiner Studienzeit aber tatsächlich mal eine Vorlesung an einer anderen Fakultät, wo ein WiMi (einer von mehreren Tausend...) bei den Kriterien für eine Hausarbeit neben Schriftgröße und Seitenzahl auch "gendergerechte Sprache ('TeilnehmerInnen, Teilnehmer/innen, Teilnehmerinnen und Teilnehmer, ...')" als Punkt nannte, aber ohne "Androhung" eines Punktabzugs o.ä.

Trotzdem schickte ein Student an den Dekan eine Mail und fragte nach, ob Seminarleiter sowas dürften. Daraufhin ging eine Rundmail an Studenten und Dozenten um, in der nochmal "von oben" klargestellt wurde, dass es solch ein Kriterium nicht geben darf. Fertig, Thema geklärt. Von dem Fall hörte ich auch nur, weil ein Freund an der Fakultät studierte und aufgrund der Rundmail darüber informiert wurde. Also wenn das schon die Unterdrückung des Mannes und der Angriff auf die Naturwissenschaften sein soll, die angeblich überall Einzug erhalten haben, na dann. :?


Bei mir war das auch nicht als Empfehlung Thema. Ich kann zwar die Argumente, die gegen die generische Schreibweise vorgebracht werden, nachvollziehen und stimme ihnen sogar in Teilen zu, kann aber nur mit neutralen Formulierungen etwas anfangen (allerdings auch nicht immer, denn bei vielen generischen Formen kommt bei mir gar nicht erst die Vorstellung von einem bestimmten Geschlecht auf, und es ist unnötig, sowas überzubetonen).

Was mir übrigens auffällt, ist dass die "Kritik" an Sozialwissenschaften völlig verstummt ist. Noch vor kurzem verging kein Abend, an dem nicht mindestens einer einmal über Sozial- oder Geisteswissenschaftler witzelte, nun ist aber nirgends was zu hören oder zu lesen... Gender sei Dank. :D
"Wir Diskordier müssen auseinanderhalten!" (unbekannter Weiser)
Benutzeravatar
frems
Moderator
Beiträge: 40873
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon frems » Do 15. Dez 2016, 19:40

Dark Angel hat geschrieben:(15 Dec 2016, 19:17)

Die Hochschule nennt sich MLU - Institut für Altertumswissenschaften (Archäologie Vor- und Frühgeschichte) Magisterabschluss. Reicht das?
Und nein "damals" gabs den Genderquatsch noch nicht!

So genau wollte ich's auch gar nicht wissen, sondern meinte nur, dass ich von Naturwissenschaftlern nicht erwarten würde, dass sie sich gut mit Bildungspolitik auskennen -- außer sie beschäftigen sich halt privat oder beruflich damit, aber zu ihrem Studium gehört es ja nicht. Und als Bücherwurm müsstest Du doch dann wissen, dass man für bestimmte Aussagen auch eine Quelle benötigt. Offenbar gab's damals kein Internet, wenn man irgendein regionales Netzwerk sieht und sofort glaubt, es würde sämtliche Lehrinhalte diktieren. Das machen die Hochschulen selbst und lassen sich die Studiengänge akkreditieren (http://www.spiegel.de/lebenundlernen/un ... 95170.html). Folglich musst Du schon sehr lange suchen bis Du mal ein Gender-Seminar findest. Es ist halt etwas für eine winzige Minderheit, die sich damit beschäftigen möchte. Gezwungen wird niemand.
Labskaus!
Benutzeravatar
Dark Angel
Moderator
Beiträge: 11154
Registriert: Fr 7. Aug 2009, 07:08
Benutzertitel: From Hell

Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon Dark Angel » Do 15. Dez 2016, 19:41

frems hat geschrieben:(15 Dec 2016, 18:02)

Das Zentrum ist älter als Deine Definition, bei der Du nicht einmal sagst, warum sie relevant sein soll. Und dort am Charité beschäftigt man sich eben mit körperlichen Unterschieden von Männern und Frauen. Gendermedizin halt.

Ja genau - das tut man und das hat was mit Biologie zu tun und nicht mit "Gender".

frems hat geschrieben:(15 Dec 2016, 18:02)Und nochmal: es stimmt nicht, dass diese Themen von allen Lehrstühlen gelehrt werden müssen. Das ist so weit von der Realität entfernt wie die Behauptung, biologische Unterschiede seien sozial konstruiert.

Das erkläre mal dem Genderkompetenz-Zentrum an der Humboldtuni und den Professoren Voss und Schmitz, die sind das nämlich, die solche Behauptungen aufstellen und über jede Kritik erhaben sind.

frems hat geschrieben:(15 Dec 2016, 18:02) Da argumentierst Du lediglich im anderen 1%-Extrem. Das Thema ist halt völlig bedeutungslos. Lehrveranstaltungen, die sich mit diesem "sozial konstruierten" Genderkram beschäftigen, musst Du schon bundesweit mit der Lupe suchen.

Na ich glaube kaum, dass man 250 Genderprofessoren mit der Lupe suchen muss. Irgendwie müssen die ja ihre Existenzberechtigung nachweisen und meines Wissens haben Professoren einen Lehrstuhl inne und halten entsprechend auch Lehrveranstaltungen ab.

frems hat geschrieben:(15 Dec 2016, 18:02)Statt sowas über Monate zu predigen, kannst Du doch einfach mal eine Stichprobe machen und Dir tatsächlich anschauen, womit Studenten zu tun haben. Nimm doch einfach das Physikstudium der TU Dresden. Da kommen im Modulkatalog inkl. Inhalten und Zielen nicht ein einziges Mal die Begriffe "Gender" oder "Geschlecht" auf 79 Seiten vor, nicht einmal als freiwilliges Wahl(pflicht)modul: https://tu-dresden.de/mn/ressourcen/dat ... df?lang=de

Na um so besser, wenn das in Dresden so ist - ist aber offensichtlich nicht überall so.

frems hat geschrieben:(15 Dec 2016, 18:02)Zack, schon ist Deine skurrile Behauptung ("muss überall gelehrt werden") widerlegt. Ich hab echt keine Ahnung, wer Dir sowas eingeredet hat.

Das hat mir niemand "eingeredet"
Guck mal - mal kurz gegoogelt:
Hier und hier und hier und hier
Ganz so skurril scheint meine Behauptung doch nicht zu sein.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen
Benutzeravatar
Dark Angel
Moderator
Beiträge: 11154
Registriert: Fr 7. Aug 2009, 07:08
Benutzertitel: From Hell

Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon Dark Angel » Do 15. Dez 2016, 19:45

frems hat geschrieben:(15 Dec 2016, 19:40)

So genau wollte ich's auch gar nicht wissen, sondern meinte nur, dass ich von Naturwissenschaftlern nicht erwarten würde, dass sie sich gut mit Bildungspolitik auskennen -- außer sie beschäftigen sich halt privat oder beruflich damit, aber zu ihrem Studium gehört es ja nicht. Und als Bücherwurm müsstest Du doch dann wissen, dass man für bestimmte Aussagen auch eine Quelle benötigt. Offenbar gab's damals kein Internet, wenn man irgendein regionales Netzwerk sieht und sofort glaubt, es würde sämtliche Lehrinhalte diktieren. Das machen die Hochschulen selbst und lassen sich die Studiengänge akkreditieren (http://www.spiegel.de/lebenundlernen/un ... 95170.html). Folglich musst Du schon sehr lange suchen bis Du mal ein Gender-Seminar findest. Es ist halt etwas für eine winzige Minderheit, die sich damit beschäftigen möchte. Gezwungen wird niemand.

Ich bin kein Bücherwurm, sondern habe zu denen gehört, die in der Erde rumbuddeln und Feldforschung betreiben. ;)
Als ich mein Studium absolviert habe, steckte Internet noch in den Kinderschuhen, zumindest in Deutschland.
Und falls es dir aufgefallen sein sollte, versuche ich meine Behauptungen mit Quellen zu belegen und nicht einfach ins Blaue hinein irgendwas zu behaupten
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen
Benutzeravatar
frems
Moderator
Beiträge: 40873
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon frems » Do 15. Dez 2016, 19:50

Dark Angel hat geschrieben:(15 Dec 2016, 19:41)

Ja genau - das tut man und das hat was mit Biologie zu tun und nicht mit "Gender".

Doch. :)

Gendermedizin gehört zur Geschlechterforschung dazu.

Das erkläre mal dem Genderkompetenz-Zentrum an der Humboldtuni und den Professoren Voss und Schmitz, die sind das nämlich, die solche Behauptungen aufstellen und über jede Kritik erhaben sind.

Und warum ausgerechnet die?

Na ich glaube kaum, dass man 250 Genderprofessoren mit der Lupe suchen muss. Irgendwie müssen die ja ihre Existenzberechtigung nachweisen und meines Wissens haben Professoren einen Lehrstuhl inne und halten entsprechend auch Lehrveranstaltungen ab.

Ich hab nicht behauptet, dass alle Genderprofessuren im Bereich der Medizin sind. Es gibt sie ja auch in den Geschichtswissenschaften oder in der Psychologie. Und einige wenige in der Linguistik. Aber von wie vielen reden wir da? Zehn von 47.000 Professuren an deutschen Hochschulen? Also wenn man sonst keine Sorgen hat.

Na um so besser, wenn das in Dresden so ist - ist aber offensichtlich nicht überall so.

Das hat mir niemand "eingeredet"
Guck mal - mal kurz gegoogelt:
Hier und hier und hier und hier
Ganz so skurril scheint meine Behauptung doch nicht zu sein.

Ja, und nun? Keine einzige Prüfungsordnung. Lediglich einzelne Seminare, die Interessierte freiwillig belegen können. Es bleibt halt falsch, dass diese Themen in allen Studiengängen gelehrt werden müssen. Nur der Hinweis, dass es einzelne Angebote gibt, bestätigt die Aussage, die längst widerlegt wurde, nicht. Zeig doch mal einen einzigen naturwissenschaftlichen Studiengang in Deutschland, wo Studenten es müssen. Du wirst vermutlich keinen finden. Auch nicht an der gerne genannten HU: https://gremien.hu-berlin.de/de/amb/201 ... _DRUCK.pdf
Labskaus!
Benutzeravatar
frems
Moderator
Beiträge: 40873
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon frems » Do 15. Dez 2016, 19:57

Dark Angel hat geschrieben:(15 Dec 2016, 19:45)

Ich bin kein Bücherwurm, sondern habe zu denen gehört, die in der Erde rumbuddeln und Feldforschung betreiben. ;)
Als ich mein Studium absolviert habe, steckte Internet noch in den Kinderschuhen, zumindest in Deutschland.
Und falls es dir aufgefallen sein sollte, versuche ich meine Behauptungen mit Quellen zu belegen und nicht einfach ins Blaue hinein irgendwas zu behaupten

Na siehst Du. Bei mir im Studium war der Umgang mit digitalen Medien selbstverständlich. Und wenn man da in einer Arbeit schreibt, in Deutschland müssten alle Studenten solche Inhalte lernen, muss ich es mit einer digitalen oder gedruckten Quelle belegen können. Ein Link zu einem regionalen Nischennetzwerk, welches auf einer (schlecht gemachten) Internetseite Empfehlungen schreibt, reicht da nicht. Das wäre eine Falschaussage, die jedem Prüfer auch so auffällt, weil er sofort weiß, dass es nicht stimmt. Die Überlegungen würde ich einfach komplett in die Tonne werfen und vergessen.
Labskaus!
Benutzeravatar
frems
Moderator
Beiträge: 40873
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon frems » Do 15. Dez 2016, 20:00

Atheist hat geschrieben:(15 Dec 2016, 19:39)

Bei mir war das auch nicht als Empfehlung Thema. Ich kann zwar die Argumente, die gegen die generische Schreibweise vorgebracht werden, nachvollziehen und stimme ihnen sogar in Teilen zu, kann aber nur mit neutralen Formulierungen etwas anfangen (allerdings auch nicht immer, denn bei vielen generischen Formen kommt bei mir gar nicht erst die Vorstellung von einem bestimmten Geschlecht auf, und es ist unnötig, sowas überzubetonen).

Was mir übrigens auffällt, ist dass die "Kritik" an Sozialwissenschaften völlig verstummt ist. Noch vor kurzem verging kein Abend, an dem nicht mindestens einer einmal über Sozial- oder Geisteswissenschaftler witzelte, nun ist aber nirgends was zu hören oder zu lesen... Gender sei Dank. :D

Ist mir nicht aufgefallen. Kurios fand ich nur mal BWL-Studenten, die sich über Sozialwissenschaftler echauffierten und von einem vorbeilaufenden Professor laut darauf hingewiesen wurden, dass die Wirtschaftswissenschaften selbst Teil der Sozialwissenschaften sind. So als würde sich ein Jurist über Geisteswissenschaften lustig machen und nicht dran denken, dass er selbst einer ist. :|
Labskaus!
Benutzeravatar
harry52
Beiträge: 1460
Registriert: Fr 30. Jan 2015, 09:35

Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon harry52 » Do 15. Dez 2016, 23:39

Sabine99 hat geschrieben:Eine gemeinsame Kultur, existiert eben nicht.
Vielmehr ein Kosmos aus Kulturen.

Ja und ich denke, dass jeder von uns nahezu täglich die Erfahrung macht, dass er mit vielen seiner Landsleute meist nur wenig Gemeinsamkeiten hat, ob in Musik, in Religion, in Mode, in Hobbys, in Literatur, in Politik, ...

Das ist ja auch eines der ganz großen Themen. Unsere Gesellschaft ist gespalten und spaltet sich immer mehr.

Sabine99 hat geschrieben:Aber Du versuchst hier die Flügel einer Windmühle , in Form eines narzistisch geprägten Users, zu stoppen.
Das wird Dir aber nicht gelingen, da Menschen, die ihr Wissen nur erlernt, aber nie hinterfragt haben und können, ihr ganzes Leben eben nur ihr auf ihre geistige Festplatte zurück greifen .

Danke für diese Einschätzung des anderen Users.
Den Eindruck habe ich auch und ich diskutiere seit weit über 10 Jahren in einem anderem Diskussionsforum. Mir ist das nicht neu und ich hätte jetzt auch aufgegeben, ihm das noch irgendwie anders zu erklären.

So ca. nach drei Versuchen gebe ich meistens auf, weil es dann wirklich sinnlos ist und der Gegenüber (aus welchen Gründen auch immer) offensichtlich blockiert ist.
"Gut gemeint" ist nicht das Gleiche wie "gut gemacht".
Benutzeravatar
frems
Moderator
Beiträge: 40873
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon frems » Do 15. Dez 2016, 23:51

harry52 hat geschrieben:(15 Dec 2016, 23:39)
Unsere Gesellschaft ist gespalten und spaltet sich immer mehr.

There is no such thing as society. Einer der -- zugegeben wenigen -- Geistesblitze der eisernen Lady. Ich find diese Diskussion um eine gesellschaftliche Spaltung ähnlich unbefriedigend wie eine Integrationsdebatte.
Labskaus!
Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 8368
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 15:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 16. Dez 2016, 09:56

Fazer hat geschrieben:(15 Dec 2016, 16:41)
250 Gender-Lehrstühle, also Professuren für eine "Wissenschaft", der man nur Unwissenschaftlichkeit nachweisen kann dürften doch auch für dich schon ausreichender Nachweis sein.

Was auch nicht annähernd der Anzahl theologischer Professuren entspricht. Zirka 240 gibts allein auf katholischer Seite. Nur zum Vergleich. "Im Paradies" war 2012 ein Artikel in der ZEIT überschrieben, der von den paradiesischen Zuständen der akademischen Theologie berichtete.
Mit dem Gender Mainstreaming wird aus meiner Sicht das Projekt der Frauengleichberechtigung massiv beschädigt. Die Leute verlieren sich im unsäglichen Erfinden immer neuer Gendersternchen, Binnen-Is, X-Endungen und was auch immer. Nicht die Gleichstellung der Frau erscheint wichtig, sondern die Diskreditierung der Männer. Die Phantasie, dass die Identifikation als Mann/Frau in keiner Weise biologisch vorgegeben sei, trifft auf den natürlichen Widerwillen von über 90% der Bevölkerung. Die Trennung zwischen Frauen- und Männertoiletten, die insbesondere dem Schutz des Intimbereichs der Frauen dienen, wird angegriffen und teilweise jetzt durch den Vorschlag von Unisex Toiletten aufgehoben , m.E. wieder zu Lasten der Frauen. Man hat den Grünen da ihr Steckenpferd gelassen, weil man sie für Koalitionen brauchte und nicht mit den hypermoralisierenden Grünen diskutieren wollte. Aber die Folgen sehen wir derzeit u.a. in der AfD.

Dass Genderforschung mit Grünen/B90-Besetztheit identisch ist, würde ich zunächst mal anzweifeln (solange man es mir nicht nachweist). Die These vom Aufstieg der AfD und sonstigen Rechtspopulisten als Reaktion auf Gender Mainstreaming zweifle ich vehement an. "Wer Alternativlosigkeit sät, wird Alternative ernten" ist ein Artikel des Dresdner Politikprofessors und Mitglied des konservativen Flügels (!) der CDU Werner J. Patzelt überschrieben, in welchem er den Zusammenhang zwischen der Linksverschiebung der CDU im Zusammenhang mit dem "alternativlosen" Euro-Rettungs-Management der Merkel-Regierung und der Entstehung eines Vakuums auf der rechtskonservativen Seite der CDU beschreibt. Und das ist absolut schlüssig. Das akademische Gezänk auf den Fluren und in den Besprechungsräumen der Universitäten kann nie und nimmer politische Umbrüche eines Ausmaßes wie den gerade laufenden in Deutschland, Europa und der Welt hinreichend erklären.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
Benutzeravatar
Dark Angel
Moderator
Beiträge: 11154
Registriert: Fr 7. Aug 2009, 07:08
Benutzertitel: From Hell

Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon Dark Angel » Fr 16. Dez 2016, 14:03

Sabine99 hat geschrieben:(15 Dec 2016, 15:21)
Ich habe das schon mit der Definition von " Bewertung " ...

Auch wenn du deine Auslassungen zu "Bewertung" noch ein paarmal wiederholst werden die nicht richtiger!
Es werden immer noch keine Fakten bewertet! Fakten sind vorhanden - Punkt, Aus, Ende!
Thesen/Hypothesen/ Theorien werden bewertet, nämlich dahingehend, ob sie von vorliegenden Fakten gestützt werden oder nicht.
Stützen vorliegende Fakten die jeweilige(n) Thesen/Hyothesen/Theorein nicht sind sie falsifiziert, müssen fallen gelassen oder modifiziert werden. Ende!
Gleiches gilt für Kultur - es gibt eben keinen Kosmos von Kulturen, sondern einige Große Kulturen, die sowohl Gemeinsamkeiten (Überschneidungen), als auch explizite Unterscheidungsmerkmale aufweisen.
Dass sich Individuen nicht mit der Gesamtkultur der sie angehören/der sie entstammen identifizieren, sondern nur jeweils mit Breichen/Teilen, die ihren Interessen entsprechen, ist eigentlich eine Binse - sollte es zumindest sein. Ändert aber nichts daran, dass sie einer gemeinsamen Kultur entstammen und somit auch Gemeinsamkeiten aufweisen - auch wenn es sich dabei nur um geringe Schnittmengen handelt.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen
Benutzeravatar
Sabine99
Beiträge: 112
Registriert: Sa 12. Nov 2016, 18:15
Wohnort: Todesstern

Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon Sabine99 » Fr 16. Dez 2016, 16:58

Jepp, jetzt sind es nur noch " geringe Schnittmengen ".
Du bist auf einem guten, neuen Weg.
Weiter so.
Barbarus hic ergo sum, quia non
intellegor ulli.
Benutzeravatar
Selina
Beiträge: 3431
Registriert: Do 29. Sep 2016, 14:33

Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon Selina » Fr 16. Dez 2016, 18:18

schokoschendrezki hat geschrieben:(16 Dec 2016, 09:56)

Dass Genderforschung mit Grünen/B90-Besetztheit identisch ist, würde ich zunächst mal anzweifeln (solange man es mir nicht nachweist). Die These vom Aufstieg der AfD und sonstigen Rechtspopulisten als Reaktion auf Gender Mainstreaming zweifle ich vehement an. "Wer Alternativlosigkeit sät, wird Alternative ernten" ist ein Artikel des Dresdner Politikprofessors und Mitglied des konservativen Flügels (!) der CDU Werner J. Patzelt überschrieben, in welchem er den Zusammenhang zwischen der Linksverschiebung der CDU im Zusammenhang mit dem "alternativlosen" Euro-Rettungs-Management der Merkel-Regierung und der Entstehung eines Vakuums auf der rechtskonservativen Seite der CDU beschreibt. Und das ist absolut schlüssig. Das akademische Gezänk auf den Fluren und in den Besprechungsräumen der Universitäten kann nie und nimmer politische Umbrüche eines Ausmaßes wie den gerade laufenden in Deutschland, Europa und der Welt hinreichend erklären.


Zustimmung. Bis auf die mir zu positive Patzelt-Beschreibung. Der Mann sympathisiert mit Pegida und AfD und ist deshalb als Politologe nicht unabhängig genug. Eine gewisse Orientierung in bestimmte Richtungen haben die zwar alle, aber eine direkte Parteimitgliedschaft geht dann doch schon zu weit, finde ich, weil er ja wie andere Politologen die gegenwärtige Stimmung im Lande im Auftrag der Medien regelmäßig einschätzen soll.
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz
Benutzeravatar
Dark Angel
Moderator
Beiträge: 11154
Registriert: Fr 7. Aug 2009, 07:08
Benutzertitel: From Hell

Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon Dark Angel » Fr 16. Dez 2016, 18:41

Sabine99 hat geschrieben:(16 Dec 2016, 16:58)

Jepp, jetzt sind es nur noch " geringe Schnittmengen ".
Du bist auf einem guten, neuen Weg.
Weiter so.

Ich habe nie etwas anderes behauptet.
Menschen die einer gemeinsamen/der gleichen Kultur angeören, identifizieren sich mit dieser (ihrer) Kultur. Punkt!
Dazu sollte man allerdings wissen, wie der Kulturbegiff definiert ist,den auch entsprechend gebrauchen (können) sich keinen eigenen zusammenbasteln - alá "es gibt einen Kosmos von Kulturen". Das ist nämlich ausgemachter Blödsinn.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen
Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 8368
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 15:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon schokoschendrezki » Sa 17. Dez 2016, 06:45

Selina hat geschrieben:(16 Dec 2016, 18:18)

Zustimmung. Bis auf die mir zu positive Patzelt-Beschreibung. Der Mann sympathisiert mit Pegida und AfD und ist deshalb als Politologe nicht unabhängig genug.

Ich weiß. Der ist für mich auch nicht "unabhängiger Beobachter" sondern vielmehr Kronzeuge für die Motive und Antriebe, aus denen heraus Bewegungen wie Pegida und AfD stark geworden sind. Und diese Motive sind eben nicht Gegenreaktion auf "Genderwahn".
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt

Zurück zu „70. Philosophie“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast