Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrnehmung

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Agesilaos Megas
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Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrnehmung

Beitragvon Agesilaos Megas » Mo 21. Sep 2015, 23:07

Zweifelsohne: Die derzeitige Flüchtlingswelle kann Deutschland markant verändern und besonders seine Asylpolitik. Wir alle spüren, dass dies eines der wichtigen Ereignisse des 21. Jhdts. ist. Neben 9/11, der Wirtschaftskrise oder Putins Aggressionen stellen die heutigen Geschehnisse Geschichtsträchtiges dar.

Werfen wir eine minimale Restrospektive auf: Nach dem Weltkrieg etablierte Deutschland ein westliches, demokratisches System. In der Aufarbeitung seiner Vergangenheit wollte es neue Grundwerte finden und freundete sich endlich wieder mit dem Gedanken der Menschenrechts- und Bürgerrechtsbewegung an. Es war ein schwerer Start, da wir zwei Weltkriege, eine gescheiterte Republik und eine lange Diktatur im Osten hatten.

Heute stehen wir als Saubermänner in der Welt da, die es einfach besser können: Autos, Öko, Ordnung, Produkte, Toleranz, Freiheit, usw. Viele ausländ. Studenten und Touristen genießen ihren Aufenthalt. Deutschland ist auch seit Generationen multikulturell. Alte Erzfeindschaften existieren nicht mehr.

Es könnte sich alles ganz gut und heiter gestalten.

Doch nun werden wir wieder mit Anstrengungen konfrontiert: Flüchtlinge sind ein Problem für viele Interessengruppen: Für Kommunen, Innenminister, Außenminister, für EU-Staaten etc. Es scheint oftmals, dass diese Gruppen medial kräftig ihren Pfeffer ausstreuen: Polizeigewerkschaftler, die mehr Personal fordern, Kommunen, die mehr Geld wollen, Länder, die ihre Grenzen dicht machen, Bürger, die ihrem Innenminister vorwerfen, er habe zu spät gehandelt etc.

Und dann gibt es da noch eine offene und latente extreme Richtung: Flüchtlingsheime werden angebrannt, blockiert, die sozialen Medien streuen teils menschenverachtende Beiträge gegen Flüchtlinge. Pegida, Legida kamen hervor. Die AfD erstarkte.



Es machen seltsame Stereotype die Runde, hier eine Auswahl:

- die Flüchtlinge wollen Deutschland islamisieren
- die Flüchtlinge wollen Deutschland ausnutzen
- die Flüchtlinge wollen nur deutsches Geld
- die Flüchtlinge seien unehrenhaft, weil nur Männer kommen
- die Flüchtlinge seien eigentlich reich, da sie ja die Schlepper bezahlen könnten
- die Flüchtlinge seien kein Teil des Abendlandes, wenn sie sich nicht assimilieren
- Flüchtlingen werde im Lager der Hintern abgewischt

etc.




Und hier kommt ein Problem, das sich für mich nicht ganz erklären lässt:




a. Wie sehen sich Menschen, die solche Dinge äußern? Denken sie tatsächlich, es ginge ihnen schlechter als Flüchtlinge? Sind diese Gedanken berechtigt? Wird Asyl zur Verarmung der Deutschen führen?

b. Sind Solidarität, Menschenrecht und Bürgerrecht in Deutschland eine Idee, die nur wenige Menschen teilen oder verinnerlicht haben? Wenn ja, warum? Oder herrscht ein Pragmatismus oder gar Egoismus über alle Dinge? Sind Menschen, die leiden, nicht mehr bemitleidenswert, wenn sie in das deutsche soziale Milieu "eindringen"?

c. Widerstand gegen Flüchtlinge ist ein weltweites Phänomen. China wütet gegen sie, die Syrien-Anrainer seufzen, Russland pickt sich nur weiße russlandtreue Asylanten aus der Ukraine heraus, Schlepper erniedrigen die Flüchtenden. Es scheint fast so, als seien sie nirgends willkommen. Kann man deshalb Merkel kritisieren, wenn sie endlich einmal lächelt und sagt: "Ihr seid willkommen?"





Diese drei Probleme führen mich zur eigentlichen Frage: Woher rührt diese allumfassende Abneigung durch einige Personen/Gruppen?




Es gibt verschiedene interdisziplinäre Ansätze, denke ich. Wenn ich z.B. an soziale Phobien, Milieus, Angsstörungen, Gruppenverhalten etc. denke, kommen viele dynamische Prozesse zustande.



A. Man könnte z.B. für Deutschland anführen, dass die Ordnungsliebe, ein Produkt der Zwänge und Ängste, Veränderungen bedrohlich und Kontrollverlust angsteinflößend erscheinen lässt.

B. Deutscher Uniformismus, ein altes Kulturgut, könnte im Widerspruch zum Pluralismus der verschiedensten Völker stehen.

C. Andererseits könnte aber auch der Wohlstand und seine gesellschaftlichen Konsequenzen die Menschen übersättigst und verdrossen haben.

D. Ebenso gut könnte Deutschland, dass unter Kultur immer noch "Kulturnation", nicht Zivilisation versteht, in Fremden immer die Überfremdung sehen.

E. Oder auch der Materialismus könnte die Menschen gierig und neidisch gemacht haben - Flüchtlinge sind dann soziale Eindringle in ihrer Wahrnehmung.

F. Oder haben wir eine US-apokalyptische Stimmung übernommen, dass das Ende immer wieder nahe?

G. Spielt die Schere zwischen Armen und Reichen, bildungsnahen und -fernen Schichten eine gewisse Rolle?






Woher rührt es? Ich bin auf eure Theorien, Ansätze gespannt! Ich denke, es wird keine einfache Antwort geben - und selten eine, die nur Deutschland betrifft.
Zuletzt geändert von Agesilaos Megas am Mo 21. Sep 2015, 23:08, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon schelm » Di 22. Sep 2015, 00:08

Es gibt die einfache Antwort : Es werden schlicht zu viele erwartet, und keiner weiß wie viele es tatsächlich werden, ob da eine Völkerwanderung entsteht. Werden es zu viele, gefährdet dies die Stabilität. Alles andere ist intellektuelle Kaffeesatzleserei, sorry ...
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon bakunicus » Di 22. Sep 2015, 00:29

schelm » Di 22. Sep 2015, 01:08 hat geschrieben:Es gibt die einfache Antwort : Es werden schlicht zu viele erwartet, und keiner weiß wie viele es tatsächlich werden, ob da eine Völkerwanderung entsteht. Werden es zu viele, gefährdet dies die Stabilität. Alles andere ist intellektuelle Kaffeesatzleserei, sorry ...


nur mal ein paar eckdaten ...

wir haben in deutschland 2014 fast 3 billionen BSP bei gerade mal 80 millionen einwohnern ...
und wir haben 8 billionen €uronen privateigentum, wenn ich das richtig erinnere ...

das reicht mehr als dicke für alles und alle ...
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Agesilaos Megas » Di 22. Sep 2015, 00:31

schelm » Di 22. Sep 2015, 01:08 hat geschrieben:Es gibt die einfache Antwort : Es werden schlicht zu viele erwartet, und keiner weiß wie viele es tatsächlich werden, ob da eine Völkerwanderung entsteht. Werden es zu viele, gefährdet dies die Stabilität. Alles andere ist intellektuelle Kaffeesatzleserei, sorry ...


"zu viele erwartet", "keiner weiß, wie viele", "ob Völkerwanderung", "werden es zu viele", "gefährdet Stabilität".

Ich lese da eine Klimax der Angst heraus: Es sind viele -> Kontrollverlust -> Angst, Gefahr.

Mh, Du hast also schlichtweg Angst. Warum denkst Du so? Was befürchtest Du?
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon schelm » Di 22. Sep 2015, 00:42

Agesilaos Megas » Di 22. Sep 2015, 00:31 hat geschrieben:
"zu viele erwartet", "keiner weiß, wie viele", "ob Völkerwanderung", "werden es zu viele", "gefährdet Stabilität".

Ich lese da eine Klimax der Angst heraus: Es sind viele -> Kontrollverlust -> Angst, Gefahr.

Mh, Du hast also schlichtweg Angst. Warum denkst Du so? Was befürchtest Du?

Was ich erwarte hängt ab vom Volumen und der Dauer der Fluchtbewegungen. Das sind keine zu therapierenden Ängste für die Couch, sondern nüchterne Überlegungen in Wechselwirkungen.
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Agesilaos Megas » Di 22. Sep 2015, 00:44

schelm » Di 22. Sep 2015, 01:42 hat geschrieben:Was ich erwarte hängt ab vom Volumen und der Dauer der Fluchtbewegungen. Das sind keine zu therapierenden Ängste für die Couch, sondern nüchterne Überlegungen in Wechselwirkungen.



Nun, nur abstrakte Ängste sind der Couch bedürftig. So werde doch konkret: Welche Angst, welcher Kontrollverlust treibt Dich an? Wenn es so rational, so logisch, so selbstverständlich ist, dann müsste es Dir doch ganz leicht fallen, über "Gefahr für Stabilität" zu reden. Werde konkrete Deine Ängste betreffend. :)
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon schelm » Di 22. Sep 2015, 00:48

Einfach Profil anklicken, dann Beiträge des Users, dann lesen. :)
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Agesilaos Megas » Di 22. Sep 2015, 00:51

schelm » Di 22. Sep 2015, 01:48 hat geschrieben:Einfach Profil anklicken, dann Beiträge des Users, dann lesen. :)


Sry, ich habe Beiträge von Dir bereits schon gelesen, aber mir ist immer noch nicht klar, was Dich beängstigt. Die Gründe für diese Angst müssen doch so offensichtlich sein, oder? Was ist es denn nun? Wo ist die Stabilität gefährdet? Was ist Deine "Erwartung"?
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon bakunicus » Di 22. Sep 2015, 00:52

mhh ...
die zukunft wird noch viel mehr flüchtlinge gebieren als wir jetzt schon haben.

5 millionen ? das ist noch alles harmlos ....
wie wäre es mit 50 oder 500 millionen ?
was dann ?
einmauern und den anderen beim verrecken zusehen ?

es gibt einen schönen satz bei rowlings harry potter :

"es gibt kein leben wenn andere überleben" .... sehr wahr !
viel wahrer als heute denkbar ...
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Agesilaos Megas » Di 22. Sep 2015, 00:57

bakunicus » Di 22. Sep 2015, 01:52 hat geschrieben:mhh ...
die zukunft wird noch viel mehr flüchtlinge gebieren als wir jetzt schon haben.

5 millionen ? das ist noch alles harmlos ....
wie wäre es mit 50 oder 500 millionen ?
was dann ?
einmauern und den anderen beim verrecken zusehen ?

es gibt einen schönen satz bei rowlings harry potter :

"es gibt kein leben wenn andere überleben" .... sehr wahr !
viel wahrer als heute denkbar ...


500 Mio. Europäer können statistisch betrachtet locker 50 Mio. Flüchtlinge aufnehmen.

Aber die Frage ist ja: Woher kommt diese "Abneigung"? Schelm brachte ja die "gefährdete Stabilität", also eine Angst ein. Bisher leider ohne konkreten Grund. Vllt. kommt das ja noch. Vllt. sind die Ängste aber tatsächlich abstrakt und gewissermaßen irrational.

Gibt es noch andere Wege, wie wir uns dem Problem nähern könnten?

Rowling hat natürlich recht. :)
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon bakunicus » Di 22. Sep 2015, 01:03

Agesilaos Megas » Di 22. Sep 2015, 01:57 hat geschrieben:
500 Mio. Europäer können statistisch betrachtet locker 50 Mio. Flüchtlinge aufnehmen.

Aber die Frage ist ja: Woher kommt diese "Abneigung"? Schelm brachte ja die "gefährdete Stabilität", also eine Angst ein. Bisher leider ohne konkreten Grund. Vllt. kommt das ja noch. Vllt. sind die Ängste aber tatsächlich abstrakt und gewissermaßen irrational.

Gibt es noch andere Wege, wie wir uns dem Problem nähern könnten?

Rowling hat natürlich recht. :)


statistisch vielleicht ja ...
aber ideologisch nicht mal 0,2 % ...

die wirklichkeit wird die ideologen noch hart schleifen müßen.

gruß baku
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Brimborium » Di 22. Sep 2015, 04:55

Der Körper reagiert ähnlich, wenn ihm Fremdes begegnet.
Er schaltet erst einmal auf Immunsystem.
schelm
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon schelm » Di 22. Sep 2015, 07:39

Agesilaos Megas » Di 22. Sep 2015, 00:51 hat geschrieben:
Sry, ich habe Beiträge von Dir bereits schon gelesen, aber mir ist immer noch nicht klar, was Dich beängstigt. Die Gründe für diese Angst müssen doch so offensichtlich sein, oder? Was ist es denn nun? Wo ist die Stabilität gefährdet? Was ist Deine "Erwartung"?

Wie lautet eigentlich deine These ?
Demolit

Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Demolit » Di 22. Sep 2015, 07:51

..reines philiophisches Kammertheater, weil

a) jeder, der etwas erarbeitet, erworben hat, will diesen Erwerb schützen. Dabei kommt es nicht auf die Größe des Wertes an und auch nicht alleine auf den Materiellen Wert an, sondern auch auf den immateriellen Wert und die Rechtssicherheit, die er als Teil einer Gemeinschaft erworben hat

b) jeder, der Notlagen erkennt wird das normal Abarbeiten der Notlage anstreben. Bedeutet die Not wird als temporäres Element angesehen und wird dementsprechend angegangen. Wird die Notlage der anderen zum Dauerzustand, wird das nicht mehr als Not angesehen sondern als Konkurrenzkampf

c) Not wird auch unter dem Gesichtspunkt der "Verschuldung" gesehen. dabei spielt das Verhalten derer, die in Not sind eine Rolle bei dem, der die Not abrackern muss.

Alles ganz einfache Dinge, die total aus den geschichtlichen Erkenntnissen der Vergangenheit schlüssig abgeleitet werden können. Deshalb ist das Gehampel der Gutmeinenden heute eigentlich das Selbstvergessene im Dasein...aber vielleicht sind die Meisten nicht im richtigen Leben da........

echt ;)
Zuletzt geändert von Demolit am Di 22. Sep 2015, 07:52, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Tom Bombadil » Di 22. Sep 2015, 08:04

Es ist doch ganz einfach: hier die EU, ein Staatenbund sicherlich mit Mängeln, der aber wirtschaftlich noch funktioniert und einem Großteil seinen zumeist hart arbeitenden Einwohnern Wohlstand, Sicherheit und Rechtssicherheit beschert. Dort die Länder wie Syrien, Mali, Eritrea etc., total kaputte Staaten, in denen Mord, Krieg, Hunger und Rechtlosigkeit regieren. Die meisten Menschen wollen einfach nicht, dass es in der EU so wird wie in diesen Ländern und befürchten, dass irgendwann eine kritische Masse an Migranten erreicht wird, die den Zustand kippen lässt. Viele Osteuropäer wissen noch, wie es sich unter der Knute der Sowjets gelebt hat, die wollen keine Armut und kein Chaos und keine sie unterdrückende Ideologie mehr. Deswegen sind mMn. gerade viele Osteuropäer gegen zu viel Zuwanderung besonders aus islamischen Ländern.

Ob diese Angst absurd und unbegründet ist, vermag ich nicht zu sagen, auch nicht ob es denn tatsächlich eine kritische Masse gibt und wie hoch sie ist. Es gibt nur auch negative Tendenzen, die diese Angst befeuern und es reicht seitens der Politik und Medien einfach nicht, diese Menschen zu diskreditieren oder gebetsmühlenartig auf Einzelfälle hinzuweisen, die Masse der Einzelfälle ergibt eine Tendenz, der man massiv entgegenwirken muss.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Excellero » Di 22. Sep 2015, 08:05

Du gehst in deinem Post per se davon aus daß all das nicht zutreffend ist, und alleine irrationale Befürchtungen wären.

Somit erübrigt sich jegliche Diskussion.
Um fremden Wert willig und frei anzuerkennen, muß man eigenen haben.
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Agesilaos Megas » Di 22. Sep 2015, 11:51

Excellero » Di 22. Sep 2015, 09:05 hat geschrieben:Du gehst in deinem Post per se davon aus daß all das nicht zutreffend ist, und alleine irrationale Befürchtungen wären.

Somit erübrigt sich jegliche Diskussion.



Ok, dann überzeuge mich von der Rationalität der Ängste derer, die diese Abneigung verspüren. :)
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Agesilaos Megas » Di 22. Sep 2015, 11:55

Brimborium » Di 22. Sep 2015, 05:55 hat geschrieben:Der Körper reagiert ähnlich, wenn ihm Fremdes begegnet.
Er schaltet erst einmal auf Immunsystem.



Mh, interessanter Ansatz. Also liegt etwas biologistisches Tiefes, Instinktives vor?
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Agesilaos Megas » Di 22. Sep 2015, 11:56

schelm » Di 22. Sep 2015, 08:39 hat geschrieben:Wie lautet eigentlich deine These ?



Bisher hat mich nichts überzeugt.

Also: Was sind die Gründe für Deine Angst? Welche "Stabilität" ist gefährdet? Wieso fürchtest Du Kontrollverlust?
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Agesilaos Megas » Di 22. Sep 2015, 12:05

Demolit » Di 22. Sep 2015, 08:51 hat geschrieben:..reines philiophisches Kammertheater, weil

a) jeder, der etwas erarbeitet, erworben hat, will diesen Erwerb schützen. Dabei kommt es nicht auf die Größe des Wertes an und auch nicht alleine auf den Materiellen Wert an, sondern auch auf den immateriellen Wert und die Rechtssicherheit, die er als Teil einer Gemeinschaft erworben hat

b) jeder, der Notlagen erkennt wird das normal Abarbeiten der Notlage anstreben. Bedeutet die Not wird als temporäres Element angesehen und wird dementsprechend angegangen. Wird die Notlage der anderen zum Dauerzustand, wird das nicht mehr als Not angesehen sondern als Konkurrenzkampf

c) Not wird auch unter dem Gesichtspunkt der "Verschuldung" gesehen. dabei spielt das Verhalten derer, die in Not sind eine Rolle bei dem, der die Not abrackern muss.

Alles ganz einfache Dinge, die total aus den geschichtlichen Erkenntnissen der Vergangenheit schlüssig abgeleitet werden können. Deshalb ist das Gehampel der Gutmeinenden heute eigentlich das Selbstvergessene im Dasein...aber vielleicht sind die Meisten nicht im richtigen Leben da........

echt ;)



Danke für Deinen Kammerbeitrag. Er gibt einen schönen Einblick in eine bestimmte Art von Asylgegner, der schlicht und sozialdarwinistisch gestrickt zu sein scheint. Echt.

a) Welche Rechtssicherheit geht aber für diese durch Asylverfahren verloren?

b) Woher soll der "Konkurrenzkampf" für sie rühren, wenn sie als Einheimische über mehr Privilegien und Qualifikationen verfügen?

c) Warum sehen sie Not als "Verschuldung", nicht als Unglück, wenn sie doch wissen, dass sie für sie gemäß b) zu negativen Konsequenzen führen kann?


Ob alles ganz schlicht und einfach sei, stellt sich wohl nur für denjenigen, der fest an etwas glauben will.
Zuletzt geändert von Agesilaos Megas am Di 22. Sep 2015, 12:21, insgesamt 1-mal geändert.
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