Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrnehmung

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Piedro

Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Piedro » Mi 28. Okt 2015, 21:52

Agesilaos Megas » Mi 28. Okt 2015, 06:41 hat geschrieben:Prof. Bude (Kassel) hat bereits schon einen interessanten Aspekt eingeworfen, der auch die Angst berührt:



http://www.faz.net/aktuell/politik/denk-ich-an-deutschland-1/wenn-systemkritik-proletariat-und-mittelstand-eint-13797245-p3.html



Ich teile Budes Ansicht, dass die tiefen Ursachen u.a. auch für die Verwerfungen in der Asylantenfrage in den Bereich der sozialen Angst zurückgehen. Studien haben ja schon mehrfach bewiesen, dass jene Mittelschicht, die dem rechtspopulistischen Spektrum angehört, von der Angst vor Abrutsch in das "Dienstleistungsproletariat" angetrieben wird.

Und die Wahrnehmung der Angst bezeichnet er interessanterweise als Angst der Politiker vor der Angst der Bürger. Will heißen: Dass die Politik es nicht verstehe, sich mit den Ängsten der Menschen auseinanderzusetzen. Ob er da richtig liegt? Oder gibt es abweichende Meinungen?


Bestimmt gibt es da abweichende Meinungen. :D

Die Angst vor sozialem Abstieg ist bei vielen nicht unbegründet. Er läßt sich auch ohne weiteres im eigenen Umfeld erleben, wenn man die Augen offen hält. Natürlich nicht bei allen. Manche Umfelder sind nach wie vor stabil. Aber wie schnell ist so ne Firma mal Pleite? Oder ein Weltkonzern mit deutschen Namen haut man eben zwischen 200 und 2000 Leute raus. Sozialverträglich, natürlich. Das kann dich bei VW vielleicht nicht ganz so leicht treffen wie bei Schlecker, aber keiner weiß, ob nicht längst ein belgisches Investmentkonglomerat mit Hauptsitz in Nashville und einer Tochterfirma in Hong Kong mit dem Aufsichtsrat deiner ArbeitgeberGmbH verhandelt? Und Hartz ist nicht lustig, vor allem, wenn du Sparverträge, Hausbesitz und eine private Krankenversicherung hast. Dann darf die Hohe Kante erst mal abschmelzen bis das Auto verkauft ist.

Bei einfältigen Menschen fällt die rechtsradikale Propaganda von den illegalen Flüchtlingshorden, die vom Sozialstaat alles kriegen ohne überhaupt Mensch sein zu müssen, auf fruchtbaren Boden. Sie kriegen ein Feindbild, das ganz genau gar nichts mit der Ursache ihrer eigentlichen Angst zu tun hat. Und darauf springen sie an. Zum einen wird es frei Haus geliefert, "Argumente" können bei PI nachgeladen werden. Zum anderen braucht man sich dann nicht mehr mit der doch recht komplexen Frage der eigenen Angst auseinander zu setzen, weder psychologisch noch politisch. Das ist bei homo sapiens der normale Weg: ohne Anleitung kommen viele gar nicht erst auf die Idee, sich mit der eigenen Angt zu konfrontieren und sie zu erforschen. Angst hat man doch eh nicht. Und wenn, dann haben die alle ohne Fehlfunktion.

Hier könnte die Angstkultur der Rechtspopulisten eine systemimmanente Funktion erfüllen, die durch ständigen Flüchtlingszulauf und Überflutungsszenarien gewährleistet wird. Aber das lassen wir besser. :cool:

Was nun die Politiker betrifft: Angst ernst nehmen ist da eher nicht die Aufgabenstellung. Auch nicht, wenn Bürger von ihrer Furcht in die Arme von Extremisten geführt werden. Man stelle sich vor, die Angst vor dem Jüngsten Gericht triebe die Angst- und Sorgenbürger in die Arme fundamentalistischer Erlösungsverheißer. Man stelle sich vor, günstige Hochrechnungen ergäben eine Wählermarge von 20%. Keine Systemgefährdung. Sollen sich die Politiker nun in theosophische Dispute einlassen, oder lieber ihren Job erledigen und dazu beitragen, daß die Ängste nachlassen, die sich anhand von Fakten oder einer gewissen Unzufriedenheit ob politischer Defizite zu einer entsprechenden Negativentwicklung beitragen?

Wovor ein Volltrottel sich fürchetet, der beim Anblick von Kameras reflexhaft Lügenpresse gröhlt, oder ein Idiot, der Exemplaren wie Herrn P, redend zu Dresden, Beifall spendet, braucht einen Politiker wirklich nicht zu interessieren, es sei denn, sie nehmen Kontakt auf, in der Sprechstunde, per Mail, oder sie besuchen eine der Diskussionsveranstaltungsversuche, die es ja gerade in Sachsen überreichlich gab... und verzichten darauf, Drohungen, Beleidigungen und Pöbeleien abzulassen...

Ernsthaft. Wenn solche Ängste und deren wahlberechtigtes Fleisch in D-Land politikbestimmend werden, darf man gespannt sein wann der nächste Flughafen gebaut wird, der auch eröffnet werden kann.
Piedro

Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Piedro » Mi 28. Okt 2015, 22:21

Agesilaos Megas » Mi 28. Okt 2015, 07:17 hat geschrieben:Das möchte ich noch einmal herausstellen.

Angst mag sich entweder auf die Gegenwart (Panik) oder aber die Zukunft beziehen, aber der Moment, in welcher die Angst das Handeln bestimmt, bleibt die Gegenwart. Somit ist eine Angst bereits schon existent, bevor sie den Reiz dafür haben kann.


Der Moment bleibt Gegenwart. Das merk ich mir. :D

Wir gleiten in die Mystik ab. Naja, kann passieren...

Angst ist so vieles, aber vor allem ist sie latent. Angst ist eine Grundhaltung des Menschen. Teils genetisch bedingt, teils durch Prägung. Deswegen war Fürchtet euch nicht! die ganz große Nummer des Nazareners.

Die Fragestellung war ja, ob die Berücksichtigung dieser Ängste in Politik umgesetzt werden soll. Die Frage finde ich schon seltsam. Selbstverstänlich. Jede Angst darf sich ihr demokratisches Votum verschaffen. Wenn sie keinen Parlamentsanbieter findet, der das leistet, kann jeder Ängstliche Seinesgleichen suchen und eine Partei gründen. Mehr geht irgendwie nicht.

Ein Arachnophober wird sich ängstlich weigern, wenn man ihn fragt, ob er auf eine Tour in alte Gemäuer mitkommen will. Das Gemäuer macht keine Angst, wohl aber die Spinnen. Aber es könnte ja sein, dass es dort keine Spinnen gibt? Dennoch bringt ihn das nicht Angst machende Gemäuer zur Angst (Vermeiden, Schweiß etc.). Denn die Angst, dass Ängste auftreten könnten, ist bereits schon eine Angst und sind symptomatisch für andere Phobien, u.a. Xenophobie. Deswegen lehnt er ab, er will den Reiz vermeiden.


Das darf er ja. Meinereiner täte sich eher einer Tour über Hochhausdächer verweigern, eine Dachtour in Paris könnte ich aber gar nicht ablehnen, egal wie weich die Stelzen werden...

Das führt auf die "Problemkreise" Demolits zurück: Wie kann man die Betrachtung der gesell. Wahrnehmung der Angst kritisieren, da es keine Angst vor Flüchtlingen gebe, sondern nur vor den Konsequenzen?


Ich halte das für in sich unlogisch oder unzureichend dargestellt. Zumal da ein Rückschluß aufs Individuum nachgekommen ist... Da sollte man schon deutlichere Worte gebrauchen. Ich ahne, was er sagen will, aber schreiben muß er das schon selbst...

Vllt. liegt da die Annahme zugrunde, dass der Mensch, wie eine Maschine, sehr wohl rational unterscheiden kann, was Gegenstand seiner vermeidenden Haltung ist.


Das wäre ja auch nicht falsch. Jeder sollte das tun, ob jeder dazu bereit oder befähig ist, ist eine andere Frage. Und da trennt sich ja argumentatorisch die Spreu vom Weizen. Es wurde ja auch behauptet, daß festgestellte Angst nur pathologisiert werden soll. Das fand ich allerliebst. Aber es gibt auch Angstzustände, die durchaus pathologisch sind, und in jedem Lebensbereich unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit nehmen solche Zustände zu. Angst ist bei den Gesundheitsversicherern ein ganz großes Thema, und das in allen Schichten.

Vllt. liegt auch nur das Bestreben zugrunde, die Menschen, die Asyl ablehnen, zu rationalisieren. Das wäre aber genau so der falsche Ansatz (Verharmlosung) wie der Vorwurf der Pathologisierung (Übertreibung).


Jetzt mal langsam. Menschen, die Asyl ablehnen, gehören in die Biotonne der Geschichte und aus die Maus. Diese Personen sind nicht gleich denen, die Kritik an der aktuellen Politik üben. Kollege Demolit ist ganz bestimmt nicht gegen Asyl, als Grundsatz. Und wir beide haben gemeinsam, daß wir der aktuellen Politik in Sachen Flüchtlinge, national wie international, kritisch gegenüberstehen. Wir können diesbezüglich leicht einen Mindestkonsens erreichen, dem auch du zustimmen würdest. Um eine politische Diskussion zu führen. Das wollen wir hier ja nicht, sonst kann uns Alex den Thread doch noch verschieben.

Angst generalisiert Ursachen und Reize. Das ist eine Tatsache.


Mag sein. Kommt drauf an, wie der Begriff belegt wird. Evolutionsbiologisch eher nicht. Alles andere muß also eine Frage der Sozialisation sein. Da wird's dann haarig...

Zitat
Nun ist die Frage, ob es tatsächlich Angst vor Flüchtlingen gibt. Die Frage selbst ist obsolet, da nicht wir die Angst herbeigeführt haben, sondern da sie längst schon in der gesell. Interaktion entstanden ist.


Klar ist sie vorhanden. Und jeder darf sich fürchten, wie er mag. Ist doch wunderbar, besser geht's gar nicht. Wenn die Merkelregierung nicht bald mal Ergebnisse vorlegt, an denen sich die Länder und Gemeinen orientieren können, finanziell und organisatorisch, dann erweist sie sich als ungeeignet und ich denke schon, daß dann auch parlamentarische Regularien greifen, die keine rechtsradikalen Vorschläge brauchen um demokratisch zu sein.

Ein wunderbares Bsp., wie "Konsequenzen, die auftauchen könnten" mit dem Wort "Asylanten" gleichgesetzt wird:

[url]-dumpfbackenfutterderunterstenkathegoriesollhiernichtverlinktwerdendamußtdukreativersein-[/url]

Dieser Link ist vom Juli. Interessant ist die Überschneidung "Aslyant"/"wirtschaftlicher Abusus".

Ich zitiere meine Eingangsteilthese:



Das deckt sich mit Bude und führt auf mein Anliegen in diesen Strang zurück.


Als Teilaspekt sehe ich das auch so. Aber es wäre nicht sehr spaßig, gelle?

Laß uns noch ein wenig gesellschaftliche Wahrnehmung betreiben. Gerade hier kriegt man doch einige exemplarische Perlen offeriert, die hinsichtlich Wahrnehmung, Logik, Argumentation und Faktenabstinenz sehr deutlich machen, wie sehr sie um die diffusen Ängste ihrer Mitmenschen und die Angstverweigerung der "Gegenseite" bemüht sind. Die sich ja gar nicht fürchtet, und wenn doch, dann auch... Wenn ich das richtig verstanden habe...
Piedro

Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Piedro » Mi 28. Okt 2015, 22:35

Demolit » Mi 28. Okt 2015, 07:56 hat geschrieben:Da ist nichts Kryptisches dran und drin. Das Problem ist mit der Betrachtung von der Seite der Angst her nicht anzupacken.


Da liegt also der Knackpunkt der Debatte. Du glaubst, dich in einer politischen Diskussion zu befinden. Das ging schon anderen zu, deshalb war der Thread zwischenzeitlich dicht. Das Problem ergibt sich durch den Threadtitel. Deshalb wurdest du auch so verstanden, daß die Angst, die hier zum einen von Usern zum Ausdruck gebracht wurden, zum anderen auch medial dokumentiert wurde, sowohl individuell wie auch als Phänomen einer wahrnehmbaren Gruppe, bestreitest.

Es geht knallhart um die Dinge, die die dt. Gesellschaft betreffen, abzuarbeiten.


Mag sein, aber nicht hier. Wenn du ein knallhartes Ding philosophisch diskutieren willst, dann mußt du es klar formulieren, also überhaupt erst eine Diskussionsgrundlage bieten oder diese nutzen.

Welche knallharten Dingee, die die dt. Gesellschaft betreffen, abzuarbeiten wären, oder gar wie, das zu klären ist anderen Forenbereichen vorbehalten.

Ob der Faktor Angst ( als individuell empfundenes Gefühl des Ausgesetzseins) von der einen Seite politsich missbraucht wird um Stimmung zu machen oder von anderer Seite als politisches Instrument genutzt wird, denen die Angst haben könnten, zu unterstellen, sie wären auf dem Holzweg oder durch eine Angstbefangenheit politisch gefährdet rechts abzudriften (wie der Starngersteller) ist bei der Problemlösung völlig unerheblich.


Das mag ja so sein, aber man kann das ganze auch mal skeptisch sehen: wer sagt denn, daß die Angstmacherei der einen Seite nicht der anderen Seite zum Vorteil gereicht, nicht zuletzt wegen der Angst vor den Angstmachern, mit der sich ja auch Angst machen läßt...

Ich habe eh bereits postuliert, daß Angst in uns allen tief verwurzelt ist. Ergo kann sie gar nicht für irgendeine Problemlösung völlig unerheblich sein, schon gar nicht, wenn Angst instrumentalisiert wird, was sich anhand von Pediga zumindest mal als Möglichkeit in den Raum stellen läßt, weniger aktuell lassen sich dafür natürlich auch weitere Beispiele bringen.

Das alles ist Tanz um die eigene Befindlichkeit .

Mehr nicht.


Homo sapiens. Volltreffer. :thumbup:

Willst du die eigene Befindlichkeit abwerten? Ist sie nicht wichtig?

Ich befinde mich bestens, da muß ich nicht mal tanzen. Ich mag es mich zu befinden. :D
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Excellero » Mi 28. Okt 2015, 22:50

Agesilaos Megas » Mi 28. Okt 2015, 08:09 hat geschrieben:
Angst ist in der Regel keine Störung, richtig. Damit bist Du schon nüchterner als diejenigen, die sich selbst Pathologisieren wollen oder meinen, es sei ja nur eine Befindlichkeit.

Aber denken wir mal nicht an die Narren. Denken wir mal an Dich:

Welcher Schaden droht Dir?


Das ist keine Frage von individuellem Schaden, sondern Schaden insgesamt. Ich möchte das Deutschland weiterhin mit einem deutschen Volk existiert. Und ich möchte auch daß dieses deutsche Volk die absolute Mehrheit ist. Und wenn ich deutsch sage, dann meine ich die ethnie und nicht das was auf dem Perso steht. Dieses ist jedoch akut bedroht wenn man hohe Millionenzahlen von äusserst fruchtbaren Menschen anderer ethnien einwandern lässt, wenn gleichzeitig die Vermehrung der deutschen Ethnie stagniert.
Und wer mich nun einen Rassisten nennt, der sollte sich die Definition eines Nationalstaates genau durchlesen.

Das ist das eine. Das andere ist der finanzielle Aspekt. Es glaubt doch wohl nicht ernsthaft irgendjemand das solche Bildungsfernen Menschen je irgendeinen nennenswerten Job haben werden in einer Hightech Industrienation wie Deutschland. Sprich die werden uns bis an ihr Lebensende nur auf der Tasche liegen. Und für Millionen neuer Arbeitsloser muss natürlich erstmal das notwendige Geld her. Nimmt man Neuschulden auf, trägt der Steuerzahler das durch die anfallenden Zinsen. Oder man hebt die Lohnabgaben an, dadurch schmälert sich der Reallohn. Oder man erhöht indirekte Steuern wie Mineralölsteuer dann steigen die Lebenshaltungskosten. Und wenn man bedenkt daß der Reallohn in Deutschland seit Jahrzehnten fast immer unterhalb der Inflation blieb, sprich die Leute effektiv weniger Geld hatten, ist es einerseits kein Wunder das die Geburtenrate zurückgeht, andererseits wird damit auch die Binenwirtschaft geschädigt. Und in Deutschland ist diese ja fast schon völlig aufgelöst. Und man hat natürlich immer weniger Geld. Und der Kosten/Nutzenfaktor ist doch sowieso längst am Boden. Renten werden immer mickriger, und wenn man mal in Harz4 fällt ist man sogut wie am Arsch. (Obwohl das ganze sowieso absurd ist, daß man "Flüchtlinge" die rein rechtlich garkeine sind, sondern illegale Einwanderer, zu Immigranten umwandelt. Asyl ist zeitlich befristet. Nämlich bis der Konflikt vorbei ist.)

edit: Im Reallohn ist die Inflation schon enthalten, ich meinte jedoch die steigerung des Nettoeinkommens und rechne die Inflation gegen, habe mich da falsch ausgedrückt.

Ein weiterer Aspekt ist die wachsende Kriminalität. Wenn diese Leute merken das ihre Vorstellungen absurd sind, und ihnen keiner ein Haus baut, zu mindest nicht so wie die sich das dachten, entsteht zweifelsfrei Frust. Und wenn die merken wie lapidar hier mit Kriminellen Ausländern umgegangen wird (bloß keine falsche berührung, kein falsches Wort ....siehe Polizistin Tania Kambouri ) dann nehmen die sich einfach was sie möchten. Zu mindest versuchen sie es. Und auch kulturell prallen hier Welten aufeinander, und es ist nicht einzusehen daß wir uns ihnen anpassen. Es muss andersrum passieren, und das wird es bei der Mehrheit nicht. Und die Praxis alles unter den Teppich zu kehren wird sich dann in waschechtem Terrorismus rächen.

So eine Gesellschaft kann doch keiner wollen... nichtmal die linkesten Weicheier.

Ich ganz persönlich trage wohl wenig Schaden davon, so lange keiner mein Auto klaut oder bei mir einbricht. Ich habe finanzielle einbußen. Aber wenn es mir "zu Bunt" wird verlege ich einfach mein Geschäft in ein Land das noch bei Sinnen ist. Schweiz oder Russland z.B. Aber den Luxus der Beweglichkeit werden andere nicht haben. Und irgendwo hänge ich auch an Deutschland. Sonst würde ich mir hier auch keinen Ast schreiben oder 300KM zu einer Pegida Demo fahren. Und falls hier einer der IG Metall mitließt... ich bin Selbstständig :p

so ich hoffe das reicht erstmal als Input... ich könnte noch mehr vortragen aber ich hab nicht den ganzen Abend Zeit. Wenns dich wirklich interessiert kontakte mich per PN.
Zuletzt geändert von Excellero am Mi 28. Okt 2015, 23:08, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon schelm » Mi 28. Okt 2015, 22:59

Agesilaos Megas » Mi 28. Okt 2015, 08:09 hat geschrieben:
Angst ist in der Regel keine Störung, richtig. Damit bist Du schon nüchterner als diejenigen, die sich selbst Pathologisieren wollen oder meinen, es sei ja nur eine Befindlichkeit.

Aber denken wir mal nicht an die Narren. Denken wir mal an Dich:

Welcher Schaden droht Dir?

Was für eine Verhöhnung.
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Piedro » Mi 28. Okt 2015, 23:11

Excellero » Mi 28. Okt 2015, 22:50 hat geschrieben:Das ist keine Frage von individuellem Schaden, sondern Schaden insgesamt. Ich möchte das Deutschland weiterhin mit einem deutschen Volk existiert. Und ich möchte auch daß dieses deutsche Volk die absolute Mehrheit ist. Und wenn ich deutsch sage, dann meine ich die ethnie und nicht das was auf dem Perso steht. Dieses ist jedoch akut bedroht wenn man hohe Millionenzahlen von äusserst fruchtbaren Menschen anderer ethnien einwandern lässt, wenn gleichzeitig die Vermehrung der deutschen Ethnie stagniert.
Und wer mich nun einen Rassisten nennt, der sollte sich die Definition eines Nationalstaates genau durchlesen.


Kollege, ungeachtet aller Nationalstaatsdefinitionen aller Zeiten ist das definitiv rassistisch.

Zum einen stellst ein Grundrecht in frage, weil die ethnische Reinheit der Nation bedroht ist, in Folge setzt du auch noch Nation und Ethnie gleich. Das ist schon nicht ohne, aber du hast deine Furcht klar benannt. So läßt sie sich auf Rationalität prüfen. Bei welcher Vermehrungquote der Gruppe deutsch und der Gruppe andere wären die Deutschen wann nicht mehr in der Mehrheit?

Das sage mal an, dann läßt sich die Sorge betrachten.

Die nöchste Frage beträfe "in Zukunft". In alle Ewigkeit? Immer müssen die Deutschen auf deutschem Boden die ethnisch unverfälschte Mehrheit sein? Auch in hundert Jahren, oder in tausend? Und wenn die Menschen dann vielleicht ganz aners denken? Wenn die Menschheit irgendwann tatsächlich zusammen wächst, ist dann auch noch wichtig, daß die ehtnischen Deutschen auf dem deutschen Boden des soöten, 20. Jh eine Mehrheit sind? Soll das die Priorität für die Zukunft sein? Mir kommt das total beschränkt vor.

Zum weiteren später. :dead:
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Piedro » Mi 28. Okt 2015, 23:13

Excellero » Mi 28. Okt 2015, 08:07 hat geschrieben:Wer mal 10 Minuten nachdenkt welche Konsequenzen sich aus dem Zustrom von Millionen von unqualifizierten, gesellschaftlich schwierigen teils inkompartiblen Individuen ergeben. Auch mittel und langfristig. Der MUSS Angst bekommen, und diese Angst ist berechtigt. Sogar Notwendig.

Angst ist ein Reflex um sich vor Schaden zu bewahren, und keine psychologische Störung.


Das ist eine sehr unqualifizierte Aussage. Angst kann durchaus beides sein. Von Angststörungen hast du bestimmt schon gehört?

http://www.psychosoziale-gesundheit.net ... angst.html

Das ist dazu recht ausführlich, auch, was die evolutionäre Angst und deren Nutzen angeht.

Angst ist nicht nur eine genetisch bedingte Reaktion, sie ist nicht nur eine pychologische Störung, sie kann beides sein und auch noch Werkzeug. In der gesellschaftlichen Wahrnehmung hat Angst ja eine andere Relevanz als für das Individuum. Mit Angst läßt sich viel bewegen, die deutsche Geschichte bietet da einige Belege. Ein Vorwurf ist ja überdem, Medien, Regierung und manch Diskutant schüre Angst vor "den Rechten" oder entsprechenen Vokabeln. Außerdem hat Angst in unserer Gesellschaft inzwischen ja auch noch eine andere, recht konkrete Qualität. Die Angst der Helfer in Flüchtlingsunterkünften, angegriffen zu werden. Die Angst von Lokalpolitikern, Opfer von Verfolgung zu werden. Und vielen anderen wird versuchent Angst zu machen, durch permanente Schmähung oder offene Drohung: Journalisten, Beamten, Ehrenamtlichen... Diese Angst hat nicht den geringsten Nutzen für das Individuum, die Gesellschaft oder homo sapiens als Art.
Zuletzt geändert von Piedro am Mi 28. Okt 2015, 23:14, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon omegaunion » Mi 28. Okt 2015, 23:14

Also ich weiß gar nicht woher die Annahme kommt dass die Gründe des Protestes der Bürger der Angst entspringen.
Ich höre in den täglichen Berichten sehr oft, dass die Bürger diese Situation nicht wollen, aber keine Begründungen, wovor sie angeblich Angst hätten.
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Piedro » Mi 28. Okt 2015, 23:21

omegaunion » Mi 28. Okt 2015, 23:14 hat geschrieben:Also ich weiß gar nicht woher die Annahme kommt dass die Gründe des Protestes der Bürger der Angst entspringen.
Ich höre in den täglichen Berichten sehr oft, dass die Bürger diese Situation nicht wollen, aber keine Begründungen, wovor sie angeblich Angst hätten.


Angst ist seit Pegida ein Mainstream-Thema. Also bitte, der Islamisierung des Abendlandes tritt keiner entgegen, der sowas nicht fürchtet. Die ganze Debatte ist angstbelastet, und das zu recht. Organisatiorisch taumelt D-Land am Abgrund des absoluten Chaos, Österreich hat bereits kapituliert, vielleicht nur vorrübergehend, politisch werden alle nötigen Regelungen und Verhandlungen verspätet angegangen. Nichts deutet darauf hin, daß es besser wird, da darf man sich schon fürchten. Wer's mag auch in Gemeinschaft mit Spaziergängern, die ganz genau wissen, wer ihre Angst vorzüglich bestätigen kann ohne Lösungsvorschläge im Angebot zu haben.
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Excellero » Mi 28. Okt 2015, 23:42

Piedro » Mi 28. Okt 2015, 23:11 hat geschrieben:
Kollege, ungeachtet aller Nationalstaatsdefinitionen aller Zeiten ist das definitiv rassistisch.

Zum einen stellst ein Grundrecht in frage, weil die ethnische Reinheit der Nation bedroht ist, in Folge setzt du auch noch Nation und Ethnie gleich. Das ist schon nicht ohne, aber du hast deine Furcht klar benannt. So läßt sie sich auf Rationalität prüfen. Bei welcher Vermehrungquote der Gruppe deutsch und der Gruppe andere wären die Deutschen wann nicht mehr in der Mehrheit?

Das sage mal an, dann läßt sich die Sorge betrachten.

Die nöchste Frage beträfe "in Zukunft". In alle Ewigkeit? Immer müssen die
Deutschen auf deutschem Boden die ethnisch unverfälschte Mehrheit sein? Auch in hundert Jahren, oder in tausend? Und wenn die Menschen dann vielleicht ganz aners denken? Wenn die Menschheit irgendwann tatsächlich zusammen wächst, ist dann auch noch wichtig, daß die ehtnischen Deutschen auf dem deutschen Boden des soöten, 20. Jh eine Mehrheit sind? Soll das die
Priorität für die Zukunft sein? Mir kommt das total beschränkt vor.
Zum weiteren später. :dead:



Natürlich jedes Volk hat seinen Staat. Jedes Volk ist eine eigene Ethnie. Eigene Besonderheiten, eigenes Brauchtum, sogar ganz junge Nationen wie die USA haben das. Ethnien eines Volkes sind sogar teilweise älter als der Staat. Es ist für mich völlig natürlich daß man dies erhalten möchte. Und das hat mit Rassismus garnichts zu tun. Ich stelle nicht meine Etnie über eine andere. Aber diese ist nunmal "meine" und die will ich verdammt nochmal behalten. Ich denke wenn 3/4 ethnisch deutsch sind, (aktuell haben wir da noch Luft, das weiß ich. Aber wie lange noch?) dann kann man das verkraften. Wenn du mich auf eine Zahl festnageln willst. Es ist ja nicht so daß ich unsere Etnie komplett isolieren will. Klar haben andere Kulturen und Ethnien auch ihre Vorzüge. Wir höhren ja überwiegend amerikanische Musik, essen gerne Pizza, vergnügen uns neuerdings an Halloween, was weis ich noch alles... Bauchtanz zum Beispiel ist auch was tolles. Und ich steh absolut auf Fernöstliche Asiatinenen. Aber das muss ja nicht überhand nehmen. Und man muss auch nicht alles was "mitgebracht" wird toll finden. Verhüllte frauen oder religiöser Fundamentalismus beispielsweise. Oder auch diese permanente Grundagressivität die viele an den Tag legen. Wir deutschen könnten uns indess auch gerne unseres krachenden Egoismus (im Alltag) entledigen... wenn wir gerade bei negativen Seiten sind.

Ob das immer so sein wird kann ich genauso wenig sagen wie du. Aber ich will es zu mindest jetzt so, und ich denke die überwiegende Mehrheit der Deutschen auch. Und ich mutmaße das auch die nächsten 100 200 Jahre das Modell eines Nationalstaates Bestand haben wird.
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Excellero » Mi 28. Okt 2015, 23:52

Piedro » Mi 28. Okt 2015, 23:13 hat geschrieben:
Das ist eine sehr unqualifizierte Aussage. Angst kann durchaus beides sein. Von Angststörungen hast du bestimmt schon gehört?

http://www.psychosoziale-gesundheit.net ... angst.html

Das ist dazu recht ausführlich, auch, was die evolutionäre Angst und deren Nutzen angeht.

Angst ist nicht nur eine genetisch bedingte Reaktion, sie ist nicht nur eine pychologische Störung, sie kann beides sein und auch noch Werkzeug. In der gesellschaftlichen Wahrnehmung hat Angst ja eine andere Relevanz als für das Individuum. Mit Angst läßt sich viel bewegen, die deutsche Geschichte bietet da einige Belege. Ein Vorwurf ist ja überdem, Medien, Regierung und manch Diskutant schüre Angst vor "den Rechten" oder entsprechenen Vokabeln. Außerdem hat Angst in unserer Gesellschaft inzwischen ja auch noch eine andere, recht konkrete Qualität. Die Angst der Helfer in Flüchtlingsunterkünften, angegriffen zu werden. Die Angst von Lokalpolitikern, Opfer von Verfolgung zu werden. Und vielen anderen wird versuchent Angst zu machen, durch permanente Schmähung oder offene Drohung: Journalisten, Beamten, Ehrenamtlichen... Diese Angst hat nicht den geringsten Nutzen für das Individuum, die Gesellschaft oder homo sapiens als Art.


Ansich hat diese Angst schon einen Nutzen. Einerseits für den sich fürchtenden, da er sich defensiver verhält, und so instinktiv das Risko senkt Schaden zu nehmen. Andererseits für den Angstverursachenden, der genau dieses erreichen will.
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon watisdatdenn? » Do 29. Okt 2015, 04:04

Agesilaos Megas » Di 22. Sep 2015, 00:07 hat geschrieben:Woher rührt es? Ich bin auf eure Theorien, Ansätze gespannt! Ich denke, es wird keine einfache Antwort geben - und selten eine, die nur Deutschland betrifft.

Wenn Werte in unterschiedlichen Kulturen unterschiedlich sind hat man einen Wertekonflikt: https://de.wikipedia.org/wiki/Konflikt#Konfliktformen

Wenn wir konfliktarm leben wollen, sollten wir also multi-kulti vermeiden.

Ich persönlich reagiere sensibler auf Konflikte, seit ich Kinder habe. Mein Harmoniewunsch und der Wunsch nach einer konfliktarmen Umgebung hat sich verstärkt.
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Cat with a whip » Do 29. Okt 2015, 16:01

watisdatdenn? » Do 29. Okt 2015, 04:04 hat geschrieben:Wenn Werte in unterschiedlichen Kulturen unterschiedlich sind hat man einen Wertekonflikt: https://de.wikipedia.org/wiki/Konflikt#Konfliktformen

Wenn wir konfliktarm leben wollen, sollten wir also multi-kulti vermeiden.

Ich persönlich reagiere sensibler auf Konflikte, seit ich Kinder habe. Mein Harmoniewunsch und der Wunsch nach einer konfliktarmen Umgebung hat sich verstärkt.

Das ist ok wenn es Sie in ihre abgeschottete Parallelgesellschaft drängt, jeder soll so leben dürfen wie er will solange der niemanden schadet.
"Die Erde ist ein Irrenhaus. Dabei könnte das bis heute erreichte Wissen der Menschheit aus ihr ein Paradies machen." Joseph Weizenbaum
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon watisdatdenn? » Mi 4. Nov 2015, 01:08

Cat with a whip » Do 29. Okt 2015, 17:01 hat geschrieben:Das ist ok wenn es Sie in ihre abgeschottete Parallelgesellschaft drängt, jeder soll so leben dürfen wie er will solange der niemanden schadet.

es zieht mich nicht in eine parallelgesellschaft, denn das birgt zu viele nachteile. außerdem ist das nicht ohne weiteres möglich. ich wollte nur auf die eingangsfrage antworten:

"Woher rührt diese allumfassende Abneigung durch einige Personen/Gruppen?"

in meinem fall ist es (auch nachwuchsbedingtes) harmoniebedürfnis.
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon watisdatdenn? » Sa 7. Nov 2015, 20:06

war meine aussage so ein threadkiller?
Piedro

Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Piedro » Sa 7. Nov 2015, 22:09

Nö, aber sie bietet keinen Diskussionsansatz.

Der Wunsch nach einer harmonischen Umgebung ist verständlich. Den teile ich auch. Aber meine Umgebung wäre ohne Moslems nicht harmonischer. Oder ohne Flüchtlinge. Zum Glück gibt es in meiner Umgebung auch keine wahrnehmbaren Dumpfbacken, die mit ihren irrationalen Ängsten und enthirnter Propaganda unharmonisch auf die Menschen einwirken.
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon watisdatdenn? » So 8. Nov 2015, 20:18

Piedro » Sa 7. Nov 2015, 23:09 hat geschrieben:Aber meine Umgebung wäre ohne Moslems nicht harmonischer.

hier sehe ich die Möglichkeit zur Diskussion.

meiner Ansicht nach ist eine kulturell homogene gesellschaft durchaus harmonischer, da es in diesen keinen kulturell bedingten wertekonflikt gibt.
Piedro

Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Piedro » So 8. Nov 2015, 20:49

watisdatdenn? » So 8. Nov 2015, 20:18 hat geschrieben:hier sehe ich die Möglichkeit zur Diskussion.

meiner Ansicht nach ist eine kulturell homogene gesellschaft durchaus harmonischer, da es in diesen keinen kulturell bedingten wertekonflikt gibt.


Das stimmt nicht. Kulturell sind Nordiren und Briten nicht weit auseinander, trotzdem hat es da Jahrzehntelang gekracht. Oder schau dir die "nationa befreiten Zonen" in Ostdeutschland an, wo jeder auf die Fresse kriegt, der "links" sein könnte, wie ein Punk aussieht oder sich nur gegen die Nazibrut positioniert. Schau nach Südtirol, wo es Konflikte in den 50ern und 60ern gab.

Ein Wertekonflikt entsteht nicht zwangsläufig durch kulturelle Unterschiede, und da ist meine Stadt auch ein schönes Beispiel. Hier gibt es Menschen vieler Nationen, allein schon, weil es eine Hochschuldstadt ist. Hier gibt es Menschen vieler Religionen, wenn auch der Katholizismus traditionell prägend ist.

Konflikte gibt es vor allem da, wo es große soziale Unterschiede gibt, deshalb auch vermehrt in den Großstädten, wo diese Unterschiede deutlicher sind und mehr Menschen betreffen. Das Nebeneinder von Kulturen gehört im 21. Jahrhundert einfach zur Realität, und das muß nicht unharmonisch sein. Konflikte entstehen in diesem Zusammenhang nur durch Intoleranz, und die kann auf jeder Seite kultiviert werden. Dann zu sagen: wir sind intolerant, deshalb stören andere Kulturen unsere Harmonie ist zwar statthaft, aber daraus abzuleiten, daß Konflikte an den anderen Kulturen liegen ist idiotisch und soll nur die einge Intoleranz rechtfertigen.

Ich habe lange Zeit in Österreich in einem Dorf gelebt, wo viele Jugoslaven, Albaner und Polen lebten, die bei den Weinbauern arbeiten. (Und meinereiner, der einzige Piefke.) Zum Teil schon seit Jahrzehnten. Die gehörten dazu, ob sie Moslems waren oder Katholisch, das hat keinen interessiert. Sie haben gearbeitet, sie saßen beim Heurigen, sie waren auf dem Feuerwehrfest, sie gehörten dazu und das war ganz normal, auch, wenn die Einheimischen immer ein wenig auf sie herabgeblickt haben. Einige ihrer Frauen liefen mit Kopftuch rum (wie manche der alten Frauen auch), einige gingen in die Messe, andere nicht, jeder eben so, wie er war und wie er wollte. Vielleicht war in der Region noch spürbar, daß Österreich immer ein Vielvölkerstaat war, man war halt sehr traditionsverbunden und geschichtsbewußt. Stress gab es immer nur einmal im Jahr, wenn die Wiener zum Kellergassenfest kamen und sich zugesoffen haben, zu später Stunde kam es dann schon mal zu Hauereien. War wohl auch ein Aspekt der Harmonie, daß die Wiener auf die Goschn kriegten.
Dingo
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Dingo » So 8. Nov 2015, 20:52

watisdatdenn? » So 8. Nov 2015, 20:18 hat geschrieben:hier sehe ich die Möglichkeit zur Diskussion.

meiner Ansicht nach ist eine kulturell homogene gesellschaft durchaus harmonischer, da es in diesen keinen kulturell bedingten wertekonflikt gibt.
Eher langweilig als harmonisch.
Ich bin ein Flüchtlingskind.

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Corella
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Corella » So 8. Nov 2015, 20:59

watisdatdenn? » So 8. Nov 2015, 20:18 hat geschrieben:hier sehe ich die Möglichkeit zur Diskussion.

meiner Ansicht nach ist eine kulturell homogene gesellschaft durchaus harmonischer, da es in diesen keinen kulturell bedingten wertekonflikt gibt.


Einen humanen, kleinsten gemeinsamen Nenner braucht es ohne Frage. Unser Grundgesetz leistet etwa solchen Standard.
Solch Standard gesetzt, müsstest du darüber hinausgehende Homogenität oder vermeintliche Harmonie aber kompartimentieren und kämst genau damit eigenen(?) Wertvorstellungen ins Gehege! Eine analoge Diskussion ertragen wir ja schon seit Jahrzehnten in der Bildungspolitik. Homogene Lerngruppen haben sich als Chimäre erwiesen, das Konzept - mit Verlaub - kackt im Vergleich zu fortschrittlicheren ab. Systeme, die hohe Individualität und Durchlässigkeit erlauben, Sortieren meiden, sind kreativer, leistungs- und entwicklungsfähiger.
Wir haben uns ... der Illusion hingegeben, dass es so etwas wie Umweltkapital nicht gibt. Dass man ... [es] zum Nulltarif nutzen kann und ... in diesen Kapitalstock nicht reinvestieren muss. (Klaus Töpfer 2005)

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